Blog 01.01.2011 - 31.03.2011

Lesebrief in "der Freitag": Leben ist ein nicht relativierbares Menschenrecht !

Liebe Freunde und Kollegen, ich danke Ihnen allen für Ihre Beiträge. Ich neige nicht der Theorie, sondern eher der Praxis zu, deshalb betrachte ich ein Problem stets von der praktischen Seite. Wenn zum Beispiel in der U-Bahn ein Rentner von einer Horde betrunkener Schläger zusammengeschlagen wird, dann greife ich ein und versuche dem alten Mann zu helfen. Das entspricht erstens einem Urtrieb und zweitens einer überaus natürlichen Reaktion. Wer das nicht tut, der ist entweder feige oder sozial gestört. Dies ist ein Fakt und er ist weitgehend unbestritten unter Soziologen und Psychologen. Dem Rentner helfen ihre gescheiten Theorien in der konkreten Situation reichlich wenig. Und nun übertragen auf Libyen: Lassen wir einmal die Verbrechen der Franzosen in Afrika beiseite, lassen wir einmal die USA, Guantanamo und die ganze Geschichte der Staatsverbrechen beiseite und sehen wir bitte nur auf die konkrete Situation. Ein Massenmörder geht mit Flugzeugen und Panzern auf seine weitgehend unbewaffnete oder zumindest schwach bewaffnete Bevölkerung los. Er erklärt öffentlich, dass er diese "Ratten abschlachten werde". Das ist der Fakt und er ist unbestritten. Nun haben sich einige Nationen, wie Frankreich, England, Dänemark und Norwegen entschlossen, dieses Gemetzel zu verhindern und den vom Tode bedrohten Menschen beizuspringen. Ich empfinde dies als natürlich, egal welche sonstigen Motive noch dahinter vermutet werden dürfen. Ich bin weder primitiv, noch habe ich ein einfaches Weltbild, verehrte Magda, ich bin nur ein Mensch, der sieht, dass ein anderer Mensch mit dem Tode bedroht wird und folge meinem Instinkt, wenn ich ihm beispringen will. Das hat mit primitivem und einfachen Weltbild wenig zu tun. Glauben Sie nicht, dass ich auch weiss, dass Sarkozy in den Wahlen steht und dieser Einsatz nur diesen Wahlen geschuldet ist? Für wie dumm halten Sie mich eigentlich? Ich kenne mich weiss Gott ein bisschen in Frankreich, in Afrika und im Maghreb aus, denn ich war dort in einigen Missionen, auf die ich kein bisschen stolz bin! Und trotzdem habe ich mir diesen Trieb bewahrt, einem Menschen beizuspringen, wenn er in Not ist. Wenn ein Mensch dabei ist, zu ertrinken, wird er nach meiner Erfahrung nicht nach der Farbe des Rettungsringes fragen. Das ist die Praxis. Dass wir in dieser Thematik keine Einigkeit erzielen würden und es sehr kontrovers zugehen würde, war mir schon klar, dass mir aber ein "bedenklicher Vereinfachungstrieb" unterstellt wird, das hat mich schon getroffen, denn ich habe unter Beweis gestellt, dass ich mir rein gar nichts einfach mache im Leben. Schade!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Sunday, March 27, 2011
NOTHILFE IST EIN URTRIEB !


Seit es Lebewesen auf diesem Planeten gibt, weiss man, dass es einer der Urtriebe eines jeden Tieres und eines jeden Menschen ist, Nothilfe zu leisten.

Der Schutztrieb in der Tierwelt ist der Fortpflanzung der Art geschuldet. Jedes Huhn, jeder Vogel, jeder Hund, jede Katze, jedes Pferd, überhaupt fast jedes Tier beschützt zumindest seinen eigenen Nachwuchs. Und dies mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Wir alle wissen, dass man sich einer Hündin, die Junge hat, nur sehr behutsam nähern sollte, will man unangenehme Erfahrungen vermeiden. Bei Raubkatzen kann ein solcher Annäherungsversuch tödlich enden.

Eine Elefantenherde geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie nimmt bei einem drohenden Angriff ihre Jungen in die Mitte und beschützt die Kleinen. Der Leitbulle greift mit Drohgebärden die Aggressoren an. Hier ist die Sozialisation sogar soweit vorangeschritten, dass der Schutztrieb sich nicht nur auf den eigenen Nachwuchs, sondern auch auf den von Artgenossen erstreckt.

Beim Menschen ist es nicht anders. Normalerweise hat der Mensch einen natürlichen Schutztrieb gegenüber seinem Nachwuchs und seinen Artgenossen. Nun sind aber unterschiedliche Sozialisationsstufen beim Menschen zu beobachten.

1. Der sozialisierte Mensch, der gesund an Geist und Rechtsempfinden ist, folgt in jeder Situation instinktiv seinem Urtrieb und beschützt seinen Nachwuchs und seine Artgenossen vor jedem Angriff, soweit er dies kann.

2. Wird ein Mitglied seiner Familie oder ein Artgenosse angegriffen und der Mensch unterdrückt seinen Urtrieb, dann ist er bereits in einer Phase der Desozialisierung und bedarf einer Therapie.

Das kann unterschiedliche Gründe haben:

Entweder er ist abgestumpft und steht dem menschlichen Leid und Schmerz anderer eher gleichgültig gegenüber. Dann ist bereits eine fortgeschrittenes Stadium der Desozialisierung festzustellen.

Oder er hat seine menschlich durchaus verständliche Feigheit hinter einem Etikett mit der Aufschrift "Pazifismus“ versteckt. Dann ist er nur verlogen.

Oder er empfindet zwar den Schutztrieb angesichts einer drohenden Gefahr und ist nur zu feige, sich dem Angriff zu stellen. Dann hat er erhebliche Charaktermängel.

Doch wer ein politisches Amt inne hat und den menschlichen Urtrieb dem opportunistischen Machtspiel unterordnet, der hat jede Legitimation als Leitfigur verspielt. Er ist asozial im Sinne des Wortes. Er steht auf der niedrigsten Stufe des menschlichen Daseins und ist daher zutiefst verachtenswert.

Monsieur Rainer
Saturday, March 26, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Schande über Deutschland !

In Deutschland geboren, aber seit vielen Jahren Franzose, kann ich nur noch den Kopf schütteln über die deutschen Politiker u n d die sie tragenden Bürger. Nicht dass ich gegenüber meiner Heimat Frankreich kritiklos wäre, ganz im Gegenteil, die französische Aussenpolitik zeichnet sich schon seit jeher durch eine unglaubliche Hypokrisie aus, doch nun hat sich Frankreich zum erstenmal auf die richtige Seite geschlagen. Auf die Seite der Menschenrechte! Dass dies auch dem Wahlkampf geschuldet ist, schadet der guten Sache in keinster Weise. Ein Volk steht am Abrund, es wird mit Völkermord bedroht und Deutschland enthält sich der Stimme? Ich bin froh, mit diesem Land nichts mehr zu tun zu haben. Ich schäme mich für Deutschland!

Monsieur Rainer


Friday, March 25, 2011
DEUTSCHLAND DEINE SCHWABEN

Kennst du das Land, wo keiner lacht,
wo man aus Weizen Spätzle macht,
wo jeder zweite Eugen heisst,
wo man noch übern Balken scheisst,
wo jede Bank ein Bänkle ist
und jeder Zug ein Zügle ,
wo man den Zwiebelkuchen frisst
und Moscht sauft aus dem Krügle,
wo "daube Sau“, " leck mich am Arsch“
in keinem Satz darf fehlen,
wo sich die Menschen pausenlos
mit ihrer Arbeit quälen,
wo jeder auf sein Häusle spart,
hat er auch nichts zu kauen,
dann fängt er an zu bauen.
Doch wenn er endlich fertig ist,
schnappt ihm das Arschloch zu!
O Schwabenland, gelobtes Land,
wie wunderbar bist du!


Als Thaddäus Troll dieses köstliche Gedicht, das die Schwaben so treffend charkterisiert, in sein wunderbares Buch "Preisend mit vielen schönen Reden“, erschienen bei Hoffmann und Campe im Jahre 1972, aufgenommen hat, da dachte er natürlich in erster Linie an die Schwaben aus derem ureigensten Stammland.

Durch eine Wahlfälschung kam es jedoch zum Treppenwitz der Geschichte, als ausgerechnet der badische Erzfeind mit dem Schwabenländle zum Bundesland Baden-Württemberg verschmolzen wurde. Die beiden Mentalitäten sind sich so fremd, wie Holsteiner und Bayern. Eine für Fremde unsichtbare Grenze geht heute noch durch diese beiden Länder. Nur der Kenner weiss, wo Württemberg aufhört und Baden beginnt. Er muss nur die Speisekarte eines Gasthauses lesen und weiss sofort, er ist gerettet, er ist im ehemaligen Grossherzogtum Baden. Hier wird gespeist, hier liebt man gute Weine, frischen Spargel, in Butter geschwenkte Petersilienkartoffel, die köstlichen Felchen des Bodensees, die Weine des Markgräflerlandes, des Kaiserstuhls und den Meersburger Weissherbst.

Während man in Württemberg immer noch den schwäbischen Sauerampfer, Marke Bahndamm Sonnenseite, aus dem Remstal trinken muss, der diesem furchtbaren Gesöff den Trinkspruch "Nur Penner trinken Württemberger“ eingebracht hat und der nur geniessbar wird, wenn Südzucker mit den Lastwagen aus Südtirol gekommen ist, um diese minderwertigen Weine aufzuhübschen und man Kutteln und schwere Spätzle verachtungsvoll in sich hineinschaufelt, geniesst der Badener seine Speisen wie ein französischer Gourmet.

Beide Mentalitäten haben nur eine Gemeinsamkeit: Sie sind gemeinsam stark. "Die Badener denke, die Schwobe schaffe“, lästern die Badener über die ungeliebten Schwaben, wohlwissend, dass gerade diese Symbiose zum Erfolg des Musterländles beigetragen hat. Gemeinsam haben es diese Menschen im Süden Deutschlands mit Fleiss, Mut, Intelligenz, Schaffenskraft, Sparsamkeit und Erfindungsgeist zu Weltunternehmen gebracht. Dabei waren es nicht unbedingt die grossen Industriezweige, die dieses Wirtschaftswunder vollbracht haben, sondern die vielen mittelständischen Unternehmer.

Und dies t r o t z ihrer oft mässig begabten Politiker. Es war ganz bestimmt nicht der Verdienst eines ehemaligen Referenten im Reichspropagandaministeriums, eines Ex-Marine-Kriegs-Gerichtsrats, eines vom Bürgermeister von Bietigheim/Bissingen zum Ministerpräsidenten sich hochlavierenden Cleverle, eines Spaichinger Verwaltungsbeamten, eines vom Amateur – Historiker zum Schnellschwätzer Avancierten und eines nie vom Volk gewählten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, dem auch als Spanferkel von Pforzheim Bekannten, dass das Ländle so prosperierte.

Das Ländle ist dank seiner fleissigen Bürger so reich geworden. Der Schwabe liebt es, sparsam zu sein. Der Badener liebt es, gut zu essen. Alle zusammen halten ihre Politiker gottergeben aus, solange sie sich wie Schwaben und Badener benehmen. Sie haben sich auch an den abgrundtief hässlichen alten Bahnhof von Stuttgart gewöhnt, da war es nicht schwer, sich auch an die teilweise wenig ansehnlichen Politiker zu gewöhnen.

Doch nun machen eben diese Politiker etwas völlig unschwäbisches: Sie reissen einen Bahnhof ab, der es trotz seiner Hässlichkeit noch gut getan hätte und versteigen sich in ein monströses und grössenwahnsinniges Bauwerk, das so unschwäbisch ist, wie man unschwäbischer nicht sein kann. Sie verprügeln ihre friedlichen Bürger, weil sie etwas typisch schwäbisches tun, sie maulen und mahnen zur Sparsamkeit.

Der nie gewählte Ministerpräsident kauft unter Umgehung des Kabinetts und des Landtages einen Energiekonzern mit den Spargroschen der Schwaben und Badener. Unter dem Eindruck der nuklearen Katastrophe in Japan wird dieses unseriöse Geschäft wahrscheinlich sogar überhaupt kein Geschäft, denn die EnBW muss mindestens drei seiner Schrottmeiler schliessen. Da fliesst also wahrscheinlich gar kein Geld in die Staatskasse. Es ist aber eine schwäbische Todsünde, Geld zu verschwenden. Das geht dem Schwaben zu weit.

Am kommenden Sonntag sind nun Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Die Schwaben und die Badener werden möglicherweise das Unmögliche denken und sich von ihrer altgewohnten Partei abwenden. Etwas Neues bietet sich ihnen an. Genau so vertraut schwäbisch und badisch sprechend, genauso konservativ, genauso bürgerlich, bloss ein bisschen wertkonservativer, etwas sparsamer, etwas bewahrender und gleichzeitig moderner. Eine Symbiose zwischen jugendlicher Intelligenz und alt-schwäbisch-badischer Behäbigkeit bietet sich den Baden-Württembergern an.

"Do sott mer doch amol ernschthaft driber nochdenke, ob des net vielleicht ebbes fir ons wär“, sagt sich der Baden-Württemberger und die verfilzte und jeden Kontakt zur Bevölkerung verlorene Partei der Alt – Vorderen gerät in Panik. Die Altliberalen aus dem Remstal gibt es ohnehin nicht mehr, also wo ist die Alternative?

"Mer wisset scho, was mer dont, lasset ons no mache, dene Herre in Stuagert zoigets mir. Mir kenntet älles, bloss net hochdeitsch. Also nähmet euch in Acht, Ihr hohe Herre!"

Es grüsst aus Deutschlands letschtem Zipfeli,
us Konschtanz,
dr Karle Dipfeli !


Monsieur Rainer
Tuesday, March 22, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Die Deutschen haben keine Cochones!

Liebe Alien, Angst ist ein von Deutschen besetzter Begriff, der deren ganzes Handeln und Leben bestimmt. Aus den Deutschen ist eine Horde von Feiglingen, Pazifisten und guten Menschen geworden, die vor lauter "gut sein" jede menschliche Regung wie Nächstenliebe, Mitleid, Zivilcourage und Hilfsbereitschaft unterdrückt haben. Sie haben keine Cochones mehr! Nur so ist es erklärbar, dass die Deutschen die entsetzliche Hilfeschreie der Libyer genau so an sich abperlen lassen, wie die eines von jugendlichen Schlägern gepeinigten Rentners im U-Bahnhof! Ball verkehrt: die SED-Nachfolgepartei klatscht einem vor Feigheit triefenden Aussenminister im Bundestag Beifall! Einfach zu entlarvend und entwürdigend. Bitte lesen Sie meinen Blog ZEITENWENDE!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Sunday, March 20, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Deutschland ist feige !

Lieber H.P., alle Angriffskriege verbietet das deutsche Grundgesetz. Jeder Auslandseinsatz der Bundeswehr ist juristisch fragwürdig. Die UN - Resolution für die Verteidigung der Menschenrechte der Libyer schliesst jeden Einsatz von Bodentruppen aus. Jeder hätte verstanden, wenn Deutschland im Weltsicherheitsrat zugestimmt hätte, aber in der Praxis nur logistische Hilfe geleistet hätte, so wie das Italien, die Türkei, Dänemark, Norwegen, Quatar, die Vereinigten arabischen Emirate, Marokko, Tunesien, Ägypten, Spanien und Schweden tun. Niemand hat von Deutschland verlangt, wie weiland Erwin Rommel den Wüstenfuchs mit Panzerarmeen nachzustellen und die Schlachten um Tobruk und El-Alamein nich einmal zu schlagen. Die Stimmenthaltung entspricht dem feigen Charakter der Politiker, die kleingeistig nur auf die nächsten Landtagswahlen schielen. Mehr ist da nicht! Frau Merkel hat sich ausserhalb Europas und der NATO gestellt und befindet sich nun in grossartiger Gesellschaft mit den Rechtsstaaten Russland und China. Sie hat sich um Europa nicht verdient gemacht und wird das in Bälde bitter zu spüren bekommen. Deutschland ist international ins Abseits geraten.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer


Sunday, March 20, 2011
ZEITENWENDE !

Weit über zweihundert Jahre sind seit der französischen Menschenrechtserklärung vergangen. Es war eine Zeit der Aufklärung, der Irrungen, der Wirrungen, der Kriege, der Völlerei, der Armut, der Kolonialisierung, der blutigen Niederschlagung von Freiheitsbewegungen, der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen, des Rassenhasses, der Überheblichkeit, der Säkularisierung, des Luges, des Betruges, der Zerstörung und der vergebenen Chancen.

Besonders die Kolonialmächte Frankreich, Belgien und England haben grosse Schuld auf sich geladen. Zunächst verknechteten sie zahlreiche Länder, dann, als dies nicht mehr opportun war, entliessen sie ihre Kolonien in eine sogenannte Scheinselbstständigkeit, mischten aber nach wie vor bei der Sicherungen ihrer Ressourcen und der Besetzung der Statthalter durch ihre Geheimdienste kräftig mit. Wenn es sein den musste, auch mit roher Gewalt, mit Putschen, Umstürzen , Mord, Totschlag und Korruption.

Bis vor wenigen Wochen noch fühlten sich die Industrienationen mit der ewigen Ausbeutung der Ressourcen der afrikanischen und arabischen Welt sicher. Man machte gute Geschäfte mit den Despoten von unseren Gnaden. Man hätschelte sie, man hofierte sie, man pflegte einen guten gesellschaftlichen Umgang mit Ihnen. Man nahm ihre Marotten und ihre Morde an der eigenen Bevölkerung in Kauf und wurde somit zum Mitwisser, wenn nicht sogar zum Mittäter.

Man kaufte die von ihnen ihrer Bevölkerung geraubten Bodenschätze, wusch ihr Blut-Geld in der heimischen Wirtschaft und verkaufte ihnen Waffen, Atomkraftwerke, Staudämme, Prestigeobjekte und unsere mit Milliarden Subventionen auf Billigniveau heruntergedumpten Agrarprodukte, wodurch die Bauern in Afrika noch ärmer wurden, weil sie mit unseren Lebensmittelpreisen nicht mehr konkurrieren konnten. Um unser Gewissen zu beruhigen, spenden wir für die notleidenden Kinder der dritten Welt. Wir hätten ihnen nur anständige Preise für ihre Bodenschätze bezahlen müssen und die Markenfabrikanten durch Konsumentenstreiks dazu zwingen müssen, die Arbeit für unsere Schuhe und Kleider menschenwürdig zu entlohnen, dann müsste kein Kind verhungern. Im Moment verhungert jede zehn Sekunden ein Kind in der sogenannten dritten Welt. Daran tragen die Industrienationen und unser Konsumverhalten die alleinige Schuld!

Gerne sah man es, wenn die Despoten ihre gestohlenen Blutgelder in unsere heimische Industrie investierten, sich ihre luxuriösen Feriensitze hier bauen liessen, unsere maroden Banken retteten und unsere Staatsanleihen kauften, dies sonst kein Mensch mehr haben wollte, weil unsere Staaten nach allen betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten konkursreif sind.

Nun ist ein neues Zeitalter angebrochen. Ausgerechnet die viel gepriesene Globalisierung des Handels brachte eine “unangenehme” Nebenerscheinung mit sich. Was die Missionare nie geschafft hatten, was Zeitungen und die Despoten stets zu unterdrücken wussten, nämlich der freie Informationsfluss, schafften modern Kommunikationssysteme wie Internet, Facebook und Twitter.

Die Welt horchte auf. Die geknechteten Menschen in Afrika und Arabien kommunizieren mit der ganzen Welt und sind nun auf dem neuesten Stand der Informationen. Sie erkennen, was ihnen stets von ihren Despoten vorenthalten wurde: die Freiheit der Meinungsäusserung.

Vorallendingen die gebildete Mittelschicht und die junge Intelligenz wollen nun teilhaben an den Früchten der Freiheit, der freien Meinungsäusserung, des geregelten und existenzsichernden Einkommens. Zaghafte erste Versuche, diese Segnungen der Menschenrechte einzufordern, wurden noch wenig von ihren Despoten beachtet oder mit den üblichen Mechanismen von Gewalt, Folter, Mord oder einer korrumpierter Justiz im Keime erstickt.

Die Industrienationen nahmen dieses Rumoren, diese Rufe nach Freiheit nicht zur Kenntnis und führten bis in die jüngste Zeit ihre Geschäfte mit ihren Despoten fort. Sie hatten sich an die scheinbare politische Stabilität, die ihnen die Despoten garantierten, gewöhnt. Sie hatten sich an die jahrzehntelangen Mechanismen des Handels, des Gebens und Nehmens und an die in der Zwischenzeit alt gewordenen harten Diktatoren gewöhnt. Sie empfanden nichts mehr dabei, mit Massenmördern, Folterern, Menschrechtsverletzern zu dinieren und gute Geschäfte zu machen.

Doch die Jugend der Welt gibt keine Ruhe mehr. Sie twitteren weiter um die Welt, sie dürsten nach Informationen und nach der Freiheit. Mit friedlichen Mitteln fordern Sie ihre Rechte ein und verjagen zuerst in Tunesien den omnipotenten Trabelsi – Clan, der bis vor wenigen Wochen noch von Frankreich hofiert wurde.

Die sanfte Yasmin – Revolution war geboren. Die Jugend erkannte, dass sie gegen die omnipotenten Militärmachthaber keine Chance hatten. Sie besannen sich auf Mahatma Ghandi, der das englische Weltreich mit Gewaltlosigkeit in die Kniee zwang. Dieser demonstrative Gewaltlosigkeit hatten die nur auf Gewalt und Waffen fixierten Diktaroren nichts entgegen zu setzen.

In Tunesien und Ägypten mussten sich die Despoten, samt ihrem Gewaltapparat, dem Willen des Volkes beugen und dankten ab. Tunesien und Ägypten ermutigten die Menschen auch in andereren geknechteten Ländern. Kluge Herrscher wie die Könige von Marokko und Jordanien haben die Zeichen der Zeit verstanden und sind dabei, ihre verkrusteten Herrschaftsstrukturen zu modernisieren. Weitere Despoten werden diesem Beispiel folgen oder von der Geschichte hinweggefegt werden.

Die Industrienationen stehen den epochalen Umwälzungen ratlos, kopflos, führungslos und hilflos gegenüber. Zunächst taktierten sie und warteten ab. Sie konnten ihren Bürgern nicht erklären, warum sie noch bis vor wenigen Wochen mit diesen Massenmördern an einem Tisch sassen. Taktik, Zynismus und der unbedingte Wille, ihre Geschäftsfreunde und die notwendigen Ressourcen zu beschützen, beherrschten ihr Handeln.

Dann erkannten manche Staatsführer, dass diese Bewegung unumkehrbar ist. Sie entschieden sich unter dem Hohngelächter ihrer zynisch gewordenen Bürger zum menschlichen, politischen und nun auch militärischem Beistand. Manche Staatsführer wähnen sich besonders schlau, wenn sie erst einmal abwarten und sich der Stimme enthalten, um zu sehen, wie das Experiment MENSCHENRECHTE ausgehen würde.

Diese Taktierer, Zauderer, Pazifisten und Zyniker werden die Verlierer der Zeitenwende sein. Lassen Sie uns alle die wahrscheinliche kurze Zeit der Wiedererwachung der Menschenrechte geniessen. Vielleicht hält sie ja eine Generation an?

Die Staatslenker, die meinen besonders schlau zu sein, in dem sie sich fein heraushalten aus dieser Erneuerung der Menschenrechte, wird die Geschichte hinwegfegen. Sie verraten jede Moral für einen kurzfristigen, kleinbürgerlichen Vorteil. Ihre Zeit läuft gerade ab.

Die nächte Zunkunft gehört den Menschenrechten und der Gerechtigkeit !

Monsieur Rainer
Sunday, March 20, 2011
Zitat eines interessanten Leserbriefs in der ZEIT: Nur begrenzt nachvollziehbar
ZITAT in DER ZEIT:

"JuergenSnood
18.03.2011 um 15:03 Uhr
Nur begrenzt nachvollziebar
Ich kann die Gegner der Flugverbotszone verstehen, die Durchsetzung wird zivile Opfer fordern. Andererseits geht es hier nicht um das Eingreifen in einen Bürgerkrieg, um einen Dikatator zu beseitigen, sondern um das Verhindern von Bombardierungen von Demonstranten und Wohnhäusern durch Ghadafis Elitetruppe, Söldner aus Afrika und anscheinend auch algerischen Piloten. Der einzige sinnvolle Grund für militärische Einsätze ist der Schutz vor Völkermord und Massakern. Den sehe ich hier eher als gegeben an als z.B. in Afgahanistan. Deutschland handelt insofern inkonsequent und aus europäischer Sicht als unsolidarischer Schmarotzer. Scheiß auf Krieg, Scheiß auf Ärger mit Dikatatoren, wir wollen billiges Öl, Demokratie ist fein, so lange es uns nichts kostet und auf keinen Fall wollen wir auch nur einen einzigen der zigtausenden Flüchtlinge in unser Land lassen, die da übers Meer nach Italien, Spanien und Malta kommen. Das Einfrieren von Geld und "böse Worte" an Dikatatoren sind peinliche Scheinaktionen. WSollen die sich darum kümmern, wenn Ghadafi sie nicht mehr in der wüste aussetzt. Vielleicht reicht schon die Drohung und ein paar kreisende Flugzeuge, um Waffenstillstand und faktisch die Teilung des Landes zu erreichen. Deutschland steht jedenfalls reichlich blamiert da. Es muss nicht bei jeder militärischen Aktion dabei sein, soll dann aber gefälligst auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat verzichten, wenn es schon bei einem nicht ständigen völlig überfordert ist."

ZITATENDE

Monsieur Rainer


Friday, March 18, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Deutschland hat sich blamiert !

Pazifismus hat Massenmörder erst möglich gemacht, sagte einst Heiner Geisler und hatte recht damit. Hier war es jedoch kein Pazifismus der deutschen Bundesregierung, der sie in die unappetitliche Komplizenschaft mit Russland und China gebracht hat, sondern die schiere Feigheit. Erst lammentierte Frau Merkel gegen einen G 8 Beschluss, dann verlangte sie die Zustimmung der arabischen Liga, schliesslich verlangte sie ein UN - Mandat. Alles ist nach ihrem Willen so geschehen und was tut Deutschland in seiner neuen Rolle als Mitglied im Weltsicherheitsrat? Es enthält sich der Stimme. Das ist keine Ermutigung der Freiheitskämpfer für Humanität und Menschenrechte und führt ihr hehres Anliegen in Afghanistan ad absurdum. Merkel und Westerwelle haben Deutschland vor der ganzen Welt blamiert. Sie haben sich entweder an die Seite der Despoten gestellt, oder herumlaviert, oder abgewartet wer gewinnt, oder sie haben sich der Stimme der Weltgemeinschaft entzogen. Das ist keine klare Politik, das ist ein erbärmliches Schielen nach der innenpolitischen Macht, auf dessen Altar jegliche Grundsätze geopfert werden.

Monsieur Rainer


Friday, March 18, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT: Pazifisten, Theoretiker und feige deutsche Politiker

Pazifismus macht Massenmörder erst möglich! Und wieder einmal hat es sich gezeigt, wenn die Weltgemeinschaft zusammenhält und einem Massenmörder mit empfindlicher Gewalt droht, dann kann man einen Völkermord auch verhindern! Jegliche Apaecement - Politik hat immer nur zu Tod, Leid und grenzenlosem Elend geführt. Beispiele in der jüngeren Geschichte haben dies bewiesen. Es hätte nie einen II. Weltkrieg gegeben, wenn die Weltgemeinschaft schon 1938 gegen Hitler aufgestanden wäre und kein Münchner Abkommen mit diesem Massenmörder geschlossen hätte!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Friday, March 18, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag": Pazifismus macht Massenmörder erst möglich!

Lieber Herr Ness, da hilft alles philosophieren und theoretisieren nichts. Die Ereignisse geben mir recht. Massenmörder kann man eben nicht mit Diskussionen und Taktieren aufhalten, sondern nur mit Waffengewalt.

Presse - Stimmen zu Libyen:

Ich zitiere ZEITONLINE :

"Deutschlands feige Aussenpolitik!"

ZITATENDE

Ich zitiere SPIELELONLINE:

"Libyen verkündet sofortigen Waffenstillstand"

und weiter:

"Libyens Diktator reagiert auf die Drohungen des Westens: Gaddafis Regierung hat ein sofortiges Ende aller Kampfhandlungen verkündet. Sein Land akzeptiere die Uno-Resolution, sagte Außenminister Mussa Kussa."

ZITATENDE

Und Deutschland hat sich vor der ganzen Welt blamiert! Seid stolz, ihr Deutschen auf eure Bundeskanzlerin und auf euren Aussenminister! Sie stehen geschlossen neben Russland und China, die Musterknaben für Menschenrechte und Humanität!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Friday, March 18, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT: Deutschland ist in schlechter Gesellschaft!

Verehrter Herr Bauer, Deutschland hat sich vor der Welt blamiert! SPIEGELONLINE schreibt dazu:

ZITAT:

"Ein merkwürdiges Trio präsentiert sich der Weltgemeinschaft-der demokratische Rechtsstaat Bundesrepublik, der den Schutz der Menschenrechte propagiert, zusammen mit einer kommunistischen Einparteiendiktatur und einem Land mit zweifelhaften Freiheitsstandards."

ZITATENDE

Sie befinden sich auf der falschen Seite, Herr Bauer. Sie befinden sich in reichlich unangenehmer Gesellschaft.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer


Friday, March 18, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Deutschland im Wahlkampf

Diese Haltung Deutschlands ist nur dem Wahlkampf geschuldet. Die Regierung weiss sehr genau, dass sie mit ihrem Afghanistan-Einsatz gegen die Mehrheit der Bevölkerung operiert. Doch hier liegen die Dinge anders, es geht nicht um die Sicherung von Handelswegen in Asien, sondern um die verzweifelten Hilferufe einer gefolterten und geknechteten Bevölkerung direkt vor unserer Haustüre. Ein völlig wahnsinnig gewordener Verbrecher bombardiert Krankenhäuser, Männer, Frauen und Kinder seines eigenen Volkes und wir enthalten uns zusammen mit Russland und China der Stimme? Wo sind denn unsere hehre Sprüche von Menschenrechten und Humanität? Sie werden auf dem Altar niedriger wirtschaftlicher Interessen geopfert. Wir wollen weiter mit den Despoten dieser Welt Geschäfte machen! Das ist die Realität. Ich rufe den Libyern zu: "Fahr zur Hölle Gadhafi! Wir Franzosen stehen auf der Seite der Menschenrechte!"

Herzlichen Gruss
Monsieur Rainer


Friday, March 18, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Deutschland hat versagt im Weltsicherheitsrat

Fahrt zur Hölle ihr Massenmörder und Despoten. Schluss muss sein mit der Verachtung der Menschenrechte, Schluss mit Völkermord, Schluss mit Geldwäsche in Europa, Schluss mit dem Blut-Geld der Despoten in unseren Banken, Schluss mit der Hofierung der Menschenrechtsverletzer, Schluss mit der Anwerbung von Söldnern, um Krankenhäuser, Schulen, Moscheen, Märkte, Männer, Frauen und Kinder aus der Luft zu bombardieren! Schluss mit den bluttrünstigen Despoten dieser Welt, mit denen wir unsere Geschäfte betreiben. Gebt der Humanität und den Menschenrechten endlich eine Chance auch wenn dadurch die heimische Waffenindustrie leidet! Wer ständig die Menschenrechte wie eine Monstranz vor sich herträgt, der muss sich irgendwann auch einmal daran messen lassen. Was die verzweifelten Hilferufe im UN-Weltsicherheitsrat bewirkt haben, ist eine Abkehr von Macht-und Geschäftsinteressen und eine Zuwendung zu Menschlichkeit und Humanität. Deutschland hat sich der Stimme enthalten! Es befindet sich in der guten Gesellschaft Russland und China!

Ihr Deutschen, schämt Ihr euch nicht?

Monsieur Rainer


Friday, March 18, 2011
Fahr zur Hölle Ghadafi !
Heute Nacht kurz nach Mitternacht mitteleuropäischer Zeit hat der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen auf Antrag Frankreichs und Englands die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen beschlossen. Die Abstimmung ergolgte mit zehn Ja - Stimmen bei fünf Enthaltungen. Deutschland, Russland und China enthielten sich der Stimme.

Nach der Abstimmung erklärte der in New York nicht persönlich anwesende deutsche Aussenminister, dass sich die deutsche Bundeswehr nicht an solchen militärischen Aktionen beteiligen werde. Es war die erste Abstimming des Weltsicherheitsrates, seit Deutschland Mitglied ist. Und genau bei dieser ersten Entscheidung des höchsten Gremiums der UNO hat Deutschland keine Meinung.

Frankreichs Aussenminister Alain Juppé begründete den Antrag mit grosser Leidenschaft und schilderte eindringlich das grauenhafte Gemetzel und den Völkermord, das momentan am libyschen Volk begangen wird. Wenn die Weltgemeinschaft nicht in der Lage sei, einem solchen Verbrechen Einhalt zu gebieten, dann habe es jede Existenzberechtigung verloren.

Wie hatte sich Deutschland aufgeplustert, als es endlich nach heissem Drängen Mitglied in diesem Gremium geworden ist. Doch nun, wo es gilt Verantwortung zu übernehmen, hat Deutschland also keine Meinung dazu, dass diese Entscheidung der UNO wahrscheinlich hunderttausenden von Menschen in Bengasi das Leben retten wird. Der Massenmörder Ghadafi hat noch gestern Abend damit die gedroht, alle Aufständischen zu töten. Deutschland tut das, was es in solchen Fällen immer tut, es klagt vor Gericht in den Haag, als ob das einen Massenmörder beeindrucken würde.

Dr. Westerwelle und Frau Dr. Merkel haben sich wieder einmal vor der Weltgemeinschaft blamiert. Sie haben ein militärisches Eingreifen von der Entscheidung der G 8, der Zustimmung der arabischen Liga und einem Mandat der UNO abhängig gemacht. Nun sind diese Beschlüsse da und was tut Deutschland? Es enthält sich der Stimme.

Egal, Frankreich, England, die USA, die Vereinigten arabischen Emirate und Katar werden in den nächsten Stunden dem verbrecherischen Treiben Ghadafis gegen sein eigenes Volk ein Ende bereiten. Deutschland wird nicht gebraucht, es ist beschäftigt mit den Landtagswahlen.

Ghadafi bombt mit Söldnern aus Serbien und mit schwarzafrikanischen Mietkillern das eigene Volk nieder und Deutschland verurteilt das. Das war's.

Deutschland hat damit gezeigt, dass es eben nicht auf der Seite der Menschenrechte steht, sondern dass alles nur hohle Worthülsen sind. Deutschland fühlt sich auf der sicheren Seite im Einklang mit den Rechtsstaaten Russland und China.

Schande über Deutschland!

Monsieur Rainer
Friday, March 18, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag ": Faschistoider Schmutz

Verehrter Blogger, was wissen Sie von mir? Welche Bücher, welche Blogs, welche Kolumnen haben Sie von mir gelesen, dass Sie mich so einfach die faschistische Ecke stellen? Ich versichere Ihnen, die NPD hätte wenig Freude an mir! Glauben Sie allen ernstes, sich ein so beleidigendes und abwertendes Urteil über mich erlauben zu dürfen? Glauben Sie allen ernstes, dass Sie mit Ihren Vorurteilen von vorvorgestern über eine Teilstreitkraft der französischen Armee gegen mich hier Stimmung machen können? Was wissen Sie denn von den französischen Streitkräften ausser das, was Sie aus ihren Schundromanen zusammengelesen haben? Was wissen Sie von der Verzweiflung von Menschen, die es in die französische Armee treibt? Glauben Sie allen ernstes, dass die Fremdenlegion nur aus gesuchten Verbrechern und gescheiterten Existenzen besteht? Sie stecken so voller dummer Vorurteile, dass es einem schlecht wird. Ihre ganze Sprache ist voller Schmutz, vollem intellektuellen Müll, so voller abscheulicher Verbalinjurien, dass man glaubt, die Apologeten der Landserhefte sind wieder auferstanden. Aber proleten und auf andere Menschen spucken, ja, das können Sie. Sagen Sie einmal, schämen Sie sich nicht für diesen pseudofaschistoiden Schmutz, den Sie, gut verpackt in linker Terminologie, auf uns herunterspülen?

Hochachtunsvoll
Monsieur Rainer

Thursday, March 17, 2011
Meine Leserbriefe in der ZEIT : Muhammar loves Angela and Guido

Verehrter Forist, wo steht in meinem Kommentar, dass die ohnehin overstrechte deutsche Bundeswehr in Bengasi einmarschiern solle? Das habe ich nie geschrieben! Für solche Luftschläge liegen der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle und die britische Invincibel vor der Küste Libyens. Es bedarf nur der Aufhebung der Blockade von Frau Merkel in den G8 und im Weltsicherheitsrat und Frankreich und England machen dem Völkermord ein Ende. Das habe ich gemeint mit meiner Kritik. Bitte lesen Sie meinen Kommentar nocheinma aus dieser Sicht!

Herzlichen Dank
Monsieur Rainer


Lieber Herr Walter Stellmann, Sehen Sie nun den Unterschied zwischen uns beiden? Sie differenzieren, sie analysieren, Sie wägen ab, Sie suchen nach Formalien, Sie denken, Sie grübeln aber Sie entscheiden sich niemals für irgend etwas. Ein Täter könnte vor Ihrer Haustüre stehen und Ihre Familie bedrohen und Sie würden sich zuerst einmal mit Ihrem Anwalt beraten, was zu tun wäre. Beraten Sie sich weiter!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Thursday, March 17, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Glückwunsch Deutschland!

Verehrter Forist, der Oberkommandierende Der NATO hat soeben gesagt, dass sich das Zeitfenster für eine militärische Rettungsaktion gerade schliesst. Prüfen Sie also ruhig weiter! Das Thema hat sich morgen ohnehin erledigt. Die Menschen werden tot sein und der Massenmörder Gadhafi gratulierte Deutschland bereits heute in einem TV-Interview für sein besonnenes Handeln. Herzlichen Dank für Ihre abwägende Prüfung, werden Ihnen die Toten und massakrierten Männer, Frauen und Kinder aus ihren Gräbern zurufen. Aber wenn es darum geht, Ressourcen und Handelswege in Asien zu schützen, ja dann ist kein deutscher Soldat zu schade, um in den Tod geschickt werden.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Thursday, March 17, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Beifall von der falschen Seite, peinlich!

Frau Dr. Merkel und Herr Dr. Westerwelle dürfen sich seit heute mit dem Lob eines Massenmörders schmücken. Es ist ein vergiftetes Lob und daher für die Regierung Deutschlands besonders gefährlich.

Was war geschehen? Die Bundeskanzlerin und ihr Aussenminister haben sich mit Verve gegen den Vorschlag Englands und Frankreichs gestellt, eine Flugverbotszone über Libyen zu verhängen. Sie torpedierten eine solche Resolution in der Konferenz der G 8 und auch im Weltsicherheitsrat.

Said-al-islam-al-Gaddhafi hat in einem Fernsehinterview, das zuerst in Frankreich, dann über Phoenix ausgestrahlt wurde, erklärt, dass er die besonnene Haltung der Bundesrepublik Deutschland besonders würdige.

Auf die Frage, wie die Lage im Land sei, antwortete er wörtlich: "In 48 Stunden ist alles vorbei, sollen diese Verräter in Bengasi doch nach Ägypten abhauen."

Auf die Frage des Reporters, was er vom französischen Staatspräsidenten halte, der ja die Flugverbotszone verlangt hatte, um die völkerrechtswidrige Bombardierung von Zivilisten, Krankenhäuser und das libysche Volk zu beenden, antworte der Sohn Muhammar-al-Ghadifis: "Dieser Clown soll uns unser Geld zurückbezahlen, das wir ihm für seinen Wahlkampf geliehen haben."

Das ist eine besondere Infamie, da die UMP nie einen einzigen Cent für den Wahlkampf von Ghadafi erhalten hat. Die Geldgeber für den Wahlkampf Sarkozy's sind in Frankreich hinlänglich bekannt. Diese bösartige Attacke zeigt aber, dass Frankreich dem Regime Ghadafi zu gefährlich geworden ist.

Stellt sich also die Frage, werde ich lieber von einem Massenmörder gehasst oder lieber geliebt?

Nicolas Sarkozy und David Cameron werden nicht müde, gegen dieses verbrecherische System in Lybien zu kämpfen. Sie erreichten die Zustimmung der arabischen Liga für eine Flugverbotszone und versuchen nun, den Weltsicherheitsrat davon zu überzeugen. Doch dort stellen sich Ihnen mächtige Kräfte in den Weg: Deutschland in inniger Verbundenheit mit den Rechtsstaaten Russland und China.

Derweil strotzt Muhammar-al-Ghadafi vor Selbstbewusstsein. Er weiss nun, dass er mächtige Freunde hat. Bis sich der Weltsicherheitsrat zu einer lauwarmen Resolution durchgerungen hat, hat er Bengasi niedergemetzelt und die Sache hat sich ohnehin erledigt.

Für viel Geld angeheuerte Söldner aus Afrika erledigen die Drecksarbeit für ihn. Ehemalige serbische Luftwaffenpiloten fliegen seine Kampfjets, mit denen er Männer, Frauen und Kinder niederbomben kann. Sie werfen Bomben in Märkte und Krankenhäuser und zermürben die Zivilbevölkerung. Gleichzeitig lockt er mit viel Geld und einer scheinheiligen Amnestie die Rebellen zur Aufgabe, um sie dann leichter abschlachten zu können.

Alle Welt ist sich einig, Ghadafi war ein Terrorist, ist ein Massenmörder und wird immer ein Verbrecher bleiben. Die Despoten dieser Welt werden es ihm nachmachen und wieder eine harte Linie gegen ihre nach Freiheit dürstenden Bürger fahren. Erste Anzeichen des Umschwenkens darf man in Bahrein besichtigen. Die zaghaften Versuche einer afrikanischen und arabischen Yasmin-Revolution sind durch das Versagen der Mächtigen obsolet geworden. Die geschundenen Menschen wissen jetzt, dass sie auf uns nicht zählen dürfen bei ihrem Kampf um Freiheit und Menschenrechte.

Dies ist das verheerende Signal, das von Libyen ausgeht!

Und Deutschland bleibt eng mit den Despoten verbunden. Wenn ein bisschen Gras über die Sache gewachsen sein wird, kaufen wir wieder ihr Öl, machen wieder Geschäfte mit ihnen und tauschen auch wieder Freundlichkeiten aus. So war es auch nach Lockerbie. Deutschland wird wieder antichambrieren und um Aufträge buhlen, doch es wird schwieriger werden, denn China ist nun der Hauptabnehmer der arabischen Ressourcen.

Das Lob Ghadafis war ein Danaergeschenk für Frau Dr. Merkel, denn nichts ist peinlicher, als Beifall von der falschen Seite.

Monsieur Rainer
Thursday, March 17, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Glückwunsch Deutschland!

Lieber Herr Stellmann, warum denn auf einmal so katholisch? Hat Amerika etwa ein UN - Mandat gehabt, als es den Irak überfallen hat? In Lybien wird Völkermord an den eigenen Bürgern begangen, Krankenhäuser und Zivilisten werden mit Jagdflugzeugen bombardiert und Sie verschanzen sich hinter Formalien, genau wie Frau Dr. Merkel? Sogar die arabische Liga hat eine Flugverbotszone gefordert. Hier geht nicht mehr um Demokratie oder sonst um hehre Ziele, hier geht es darum, einem Massenmörder bei der Asübung seiner Tat in den Arm zu fallen und nicht vorher Berge von Formulare auszufüllen. Ist es Ihnen denn nicht peinlich, dass Ghadafi in einem Fernsehinterview, das heute bei Phoenix, RTL, Nt-v und ARD ausgestrahlt wird, Frau Dr. Merkel für ihre Haltung lobt? Gadhafi lobt Deutschland! Glückwunsch, Herr Stellmann!

Monsieur Rainer
Wednesday, March 16, 2011
Mein Blog in "der Freitag": Ghadafi lobt Deutschland !

Frau Dr. Merkel und Herr Dr. Westerwelle dürfen sich seit heute mit dem Lob eines Massenmörders schmücken. Niedriger kann man nicht mehr sinken!

Was war geschehen? Die Bundeskanzlerin und ihr Adlatus haben sich mit Verve gegen den Vorschlag Englands und Frankreichs gestellt, eine Flugverbotszone über Libyen zu verhängen. Sie torpedierten auch eine solche Resulution im Weltsicherheitsrat.

Said-al-islam-al-Gaddhafi hat in einem Fernsehinterview, das in Phoenix ausgestrahlt wurde, erklärt, dass er die besonnene Haltung der Bundesrepublik Deutschland besonders anerkenne.

Auf die Frage, wie die Lage im Land sei, antwortete er wörtlich: " Das ist in 48 Stunden vorbei, sollen diese Verräter in Bengasi doch nach Ägypten abhauen."

Auf die Frage des Reporters, was er vom französischen Staatspräsidenten halte, der ja die Flugverbotszone verlangt hatte, um die völkerrechtswidrige Bombardierung von Zivilisten, Krankenhäuser und das libysche Volk zu beenden, antworte der Sohn Muhammar-al-Ghadifis: " Dieser Clown soll uns unser Geld zurückbezahlen, das wir ihm für seinen Wahlkampf geliehen haben."

Das ist die Sprache von Massenmördern, Despoten und Soziopathen.

Darf sich also Frau Dr. Merkel etwas auf das Lob dieser Mörder einbilden?

NEIN !

Aber wir dürfen uns unseren Teil dabei denken.

Monsieur Rainer
Wednesday, March 16, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Ghadafi höhnt: in 48 Stunden ist alles vorbei!

In Libyen schlachtet der Massenmörder Muhammar-al-Ghadafi seine Bevölkerung mit den Waffen nieder, die er zuvor in Europa und auch in Deutschland gekauft hat. Nach vierzig Jahren Verknechtung des eigenen Volkes und der Unterstützung des internationalen Terrorismus, erheben sich die Bürger seines geschundenen Landes gegen das Unrechtsregime Ghadafi.

Sie haben genug davon, dass die internationale Gemeinschaft dem Ghadafi-Clan jährlich 40 Milliarden Dollar für das Öl Libyens in den Rachen wirft. Nur wenig kommt davon bei der libyschen Bevölkerung an. Das meiste geht an den Clan des Stammes Ghadafi, der sich damit in der internationalen Finanzwelt engagiert. Dies wird gerne gesehen, insbesondere von den Deutschen und Franzosen. Es ist noch nicht lange her, da durfte Ghadafi seinen Beduinenzirkus in den ehrwürdigen Gärten des Grand Palais in Paris aufschlagen.

Besonders bayerische Banken haben jedoch sehr von den Blut-Geldern Ghadafis profitiert. Als nämlich die Hypo-Vereinsbank und Bayrische Hypotheken- und Wechselbank fusionierten, um dann in der italienischen UniCredit aufzugehen, hatte Ghadafi seine schmutzigen Finger stets im Spiel. Einer der wichtigsten Aktionäre der italienischen UniCredit ist nämlich Muhammar-al-Ghadafi!

Nun metzelt er seine Bürger in Libyen im Schatten des Nuklear - Desasters in Japan bestialisch ab. Frankreich und England wollen den verzweifelten Menschen zu Hilfe kommen. Ob das nur aus plötzlich entdeckten moralischen Aspekten erfolgt, bleibt einmal dahin gestellt. Wenn jedoch ein Mensch ertrinkt, fragt er auch nicht nach der Farbe des Rettungsringes.

Immerhin, Frankreich und England brachten die arabische Liga dazu, einem Flugverbot in Libyen zuzustimmen. Nun muss der Weltsicherheitsrat eine Resolution beschliessen, damit die Kampfbomber Ghadafis vom Himmel geholt werden können. Sie bombardieren Krankenhäuser und Zivilisten und verstossen daher gegen jede Menschenrechtscharta und jedes Völkerrecht dieser Welt! Sie schlachten die Aufständischen ab und werden in einigen Tagen die Hochburg der Rebellen, Bengasi, in einem blutigen Gemetzel mit ihrer Luftüberlegenheit zermalmen.

Hunderttausende von Menschen werden wir beim Sterben beobachten können. An unseren Fernsehschirmen! Die Überlebenden suchen auf Flossen und Fischerbooten verzweifelt Schutz in Europa, wo sie in Lager gepfercht werden!

Die ganze Welt würde für eine UN - Resolution stimmen, die Ghadafis Bomber Einhalt gebieten könnten und dem Gemetzel ein Ende bereiten würde. Deutschland in inniger Umarmung mit Russland,USA und China stimmt jedoch gegen eine solche Resolution!

Empört euch!

Quellennachweis:

Communiqué des Weltsicherheitsrates
Agence France Press
Reuters
Bilanzbericht der UniCredit Genua
SPIEGELONLINE

Monsieur Rainer
Wednesday, March 16, 2011
Mein Blog in "der Freitag" : Nieder mit den Komplizen von Massenmördern!

Merkel macht sich gemein mit den Unrechtsstaaten Russland und China! Frau Merkel verletzt das Völkerrecht, die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen und die europäische Menschenrechtscharta von 1953.

In Libyen schlachtet der Massenmörder Muhammar-al-Ghadafi seine Bevölkerung mit den Waffen nieder, die er zuvor in Europa und auch in Deutschland gekauft hat. Nach vierzig Jahren Verknechtung des eigenen Volkes und der Unterstützung des internationalen Terrorismus, erheben sich die Bürger seines geschundenen Landes gegen das Unrechtsregime Ghadafi.

Sie haben genug davon, dass die internationale Gemeinschaft dem Ghadafi-Clan jährlich 40 Milliarden Dollar für das Öl Libyens in den Rachen wirft. Nur wenig kommt davon bei der libyschen Bevölkerung an. Das meiste geht an den Clan des Stammes Ghadafi, der sich damit in der internationalen Finanzwelt engagiert. Dies wird gerne gesehen, insbesondere von den Deutschen und Franzosen. Es ist noch nicht lange her, da durfte Ghadafi seinen Beduinenzirkus in den ehrwürdigen Gärten des Grand Palais in Paris aufschlagen.

Besonders bayerische Banken haben jedoch sehr von den Blut-Geldern Ghadafis profitiert. Als nämlich die Hypo-Vereinsbank und Bayrische Hypotheken- und Wechselbank fusionierten, um dann in der italienischen UniCredit aufzugehen, hatte Ghadafi seine schmutzigen Finger stets im Spiel. Einer der wichtigsten Aktionäre der italienischen UniCredit ist nämlich Muhammar-al-Ghadafi!

Nun metzelt er seine Bürger in Libyen im Schatten des Nuklear - Desasters in Japan bestialisch ab. Frankreich und England wollen den verzweifelten Menschen zu Hilfe kommen. Ob das nur aus plötzlich entdeckten moralischen Aspekten erfolgt, bleibt einmal dahin gestellt. Wenn jedoch ein Mensch im Wasser ertrinkt, fragt er auch nicht nach der Farbe des Rettungsringes.

Immerhin, Frankreich und England brachten die arabische Liga dazu, einem Flugverbot in Libyen zuzustimmen. Nun muss der Weltsicherheitsrat eine Resolution beschliessen, damit die Kampfbomber Ghadafis vom Himmel geholt werden können. Sie bombardieren Krankenhäuser und Zivilisten und verstossen daher gegen jede Menschenrechtscharta dieser Welt! Sie schlachten die Aufständischen ab und werden in einigen Tagen die Hochburg der Rebellen, Bengasi, in einem blutigen Gemetzel mit ihrer Luftüberlegenheit zermalmen. Hunderttausende von Menschen werden wir beim Sterben beobachten können. An unseren Fernsehschirmen!

Die Überlebenden suchen auf Flossen und Fischerbooten verzweifelt Schutz in Europa, wo sie in Konzentrationslager gepfercht werden!

Die ganze Welt würde für eine UN - Resolution stimmen, die Ghadafis Bomber Einhalt gebieten könnten und dem Gemetzel ein Ende bereiten würde. Nur Deutschland in inniger Umarmung mit Russland und China stimmen gegen eine solche Resolution!

Ich wende mich mit Abscheu vor einer solchen Bundeskanzlerin ab. Sie hat jeden Anspruch auf irgendeine Glaubwürdigkeit in irgendeinem Punkt ein für allemal verspielt!

Frau Merkel ist die Komplizin des Unrechtsstaates Russland und den Massenmördern des Platz des himmlischen Friedens!

Empört euch!

Monsieur Rainer
Wednesday, March 16, 2011
Mein Blog in "der Freitag" und Kommentar in der ZEIT: Empört euch !

Bundeskanzlerin Merkel handelt ohne Rechtsgrundlage!

Die Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke, die noch nicht einmal vier Monate alt ist, wird von Verfassungsrechtlern höchst kritisch gesehen. Eine Klage gegen dieses Gesetz ist beim Bundesverfassungsgericht anhängig. Das Gesetz wurde unter Ausschaltung des Bundesrates als angeblich nicht zustimmungspflichtig mit der Regierungsmehrheit verabschiedet.

Die Verhandlungen mit der Atomindustrie waren weitgehend geheim und blieben den Parlamentariern in weiten Teilen bis heute verborgen. Was da alles so verhandelt wurde, mag man sich nicht einmal in den kühnsten Träumen vorstellen. Demokratie heisst Transparenz.

Ergo war das keine demokratische Entscheidung, denn Transparenz sieht anders aus!

Nun haben sich in Japan einige schwere Reaktorunfälle ereignet, deren Folgen bis dato noch gar nicht absehbar sind. Dies würde die CDU/CSU und FDP eigentlich wenig interessieren, denn Japan ist weit und sie haben bis vor wenigen Tagen einen strammen Pro – Atom – Kurs gefahren.

Einer der rabiatesten Verfechter der Interessen der Atomlobby war bis vorgestern der Baden-Württembergische Ministerpräsident Mappus. Er kaufte sogar, wahrscheinlich rechtswidrig, unter Umgehung des eigenen Kabinetts und des Stuttgarter Landtages die EnBW mit Steuermitteln. Den Bundesumweltminister Röttgen schimpfte er noch ein “ Weichei “ und forderte seine Ablösung, als der Bauchgrimmen zeigte, angesichts der handstreichartigen Verlängerung der AKW – Laufzeiten.

Nun stehen Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz an. Herr Mappus wird bald Geschichte sein. Er war auch nie gewählt worden, kann sich also auch nicht auf eine breite demokratische Legitimation stützen. Fällt aber Baden-Württemberg, dann wird die Luft für die Bundeskanzlerin Merkel in Berlin dünn.

Nach dem Motto, was schert mich mein Geschwätz von gestern, wurde gestern nun ein dreimonatiges Moratorium verhängt. Als das auf Hohngelächter beim Bürger sties, weil dieses Manöver leicht zu durchschauen ist, schoben die CDU – Granden gleich noch die endgültige Stilllegung der alten Schrottmeiler hinterher. Vorgessen die Sprüche von letzter Woche, dass die deutschen Atomkraftwerke die sichersten der Welt seien.

Es ist Wahlkampf. In der Hitze des Gefechtes kann einem Politiker auch leicht einmal die juristische Orientierung abhanden kommen. Die Verlängerung der Laufzeiten der AKW unter Umgehung des Länderkammer ist juristisch zumindest umstritten. Das Moratorium entbehrt jedoch jeder Rechtsgrundlage. Genauso wie der Entzug einer Betriebserlaubnis für ein Atomkraftwerk. Die Kraftwerkbetreiber werden die Regierungen mit Klagen überhäufen, die den Steuerzahler Milliarden kosten können.

Alles ist nur einem einzigen Ziel untergeordnet: dem schieren Machterhalt. Von wegen Rechtsstaat. Nicht umsonst leisten die Politiker mit Freuden und ohne jede Hemmungen jeden Amtseid auf das Grundgesetz. Was fast niemand weiss, der Amtseid ist nicht strafbewehrt! Er entspricht den oft belächelten drei fff : fristlos, fruchtlos und folgenlos!

Wenn aber ein Hartz IV – Bezieher sein Vermögensverzeichnis beschwören muss und er hat seine über alles geliebte Mietze - Katze vergessen anzugeben, dann geht ihm der Staatsanwalt wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung bis ins Essfach nach.

Empört euch!

Monsieur Rainer
Tuesday, March 15, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Wieviel kostet eine Meinung?

In Japan droht eine apokalyptische nukleare Katastrophe. Zunächst waren die deutschen Politiker geschockt, dann funktionierten jedoch sehr schnell wieder ihre Reflexe.

Allerorten hörte man die üblichen Beschwichtigungen. Doch irgendwie mag dieser "treulose Urnenpöbel" den Ritualen der Politiker nicht mehr folgen. Spätestens gestern Abend verspürten Deutschlands Politstrategen, dass die alten Parolen nicht mehr ziehen.

Was viel schlimmer als diese ganzen “unangenehmen” Vorgänge in Japan sind, ist die Tatsache, dass Landtagswahlen vor der Türe stehen. Was denkt sich da vielleicht das Politikergewächs? Ich phantasie einmal:

"Was interessiert mich Japan, sollen die Japaner doch in ihrem nuklearen Saft verbraten, es geht um etwas viel Wichtigeres, viel Höheres, ein viel grössers Ziel: Unsere Macht! Herrgott, die Menschen wollen uns nicht mehr glauben, sie laufen in Scharen zur Opposition über und wir können nichts dagegen tun. Was machen wir jetzt? Wir haben doch keine Alternativen. Unser Stuhl im Amt ist doch alternativlos! Wer beschäftigt uns den sonst? Die Atomlobby vielleicht? Wohl nicht, wenn die jetzt ihre Schrottmeiler schliessen müssten. Was bleibt uns dann noch? Wir wechseln einfach unsere Meinung!"

Was kostet die Meinung eines Politikers? Wenig, wenn es um etwas Höheres geht: um die Macht! Und nur so sind die neuesten Kehrtwendungen der Politiker zu verstehen:

Schlagzeile in SPIEGELONLINE

ZITAT:

“Die Regierung Merkel denkt nun doch über ein Aussetzen der Laufzeitverlängerung nach.

Stuttgart/Berlin - In der deutschen Politik bröckeln wegen der drohenden nuklearen Katastrophe in Fernost alte Fronten im Streit um die Zukunft der Atomkraft. Kurz vor dem Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 27. März wächst in der Debatte der Druck auf Schwarz-Gelb - jetzt erwägt die Regierung sogar eine Aussetzung der Laufzeitverlängerung. Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) schloss am Montag in Berlin ein Moratorium nicht aus. "Wir brauchen auch eine neue Risikoanalyse", sagte er weiter. Die Sicherheit habe Vorrang vor Wirtschaftsinteressen, sagte der FDP-Chef.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle plädierte dafür, ein schnelleres Umsteuern auf regenerativeEnergien zu prüfen. Die Frage nach der Kohleenergie stelle sich neu. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) forderte, das Restrisiko von AKW neu zu bewerten.

Zuvor hatten immer mehr Politiker aus Union und FDP ein Umdenken gefordert.

"Ich schließe gar nichts aus", sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) im Deutschlandfunk auf die Frage nach einem Abschalten von Anlagen.“

ZITAT ENDE

In Brüssel erklärte der EU – Kommissar für Energiefragen Günther Öttinger der Presse wörtlich :

ZITAT :

"I was schockt abaut dis szenario in Tschäpän end I dink we all mast dink abaut a neue Schträtegtschie!"

ZITATENDE

Stellt sich uns allen nur noch eine einzige Frage: Wieviel kostet die Meinung eines Politikers?

Muss man weinen über so einen Abgrund an Schmutz, Heuchelei und Scheinheiligkeit oder soll man diese scheinbaren Marionetten der Atom–Lobby nur noch auslachen?

Es ist die Stunde der Heuchler und Scheinheiligen!

Quellennachweise:

SPIEGELONLINE
ZEITONLINE

Monsieur Rainer
Monday, March 14, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zum meinem Blog: Wieviel kostet ein Politiker?

Lieber Herr Läntzsch, nun, ich weiss nicht mehr, soll ich lachen oder weinen über so einen Abgrund von Heuchelei und Verlogenheit. Hilft da vielleicht Zynismus? Haben wir nur noch die Wahl zwischen zynischer Resignation oder die Strasse? Ich habe soviel Wut in mir, dass ich allen Gleichgesinnten zurufen möchte: " Aux armes citoyens, formez vos bataillons, marchons, marchons....."

Trotzdem herzliche Grüsse,
aber in tiefer Verzweiflung
und massloser Wut

Monsieur Rainer
Monday, March 14, 2011
Mein Blog in "der Freitag" : Wieviel kostet ein Politiker?

In Japan droht eine apokalyptische nukleare Katastrophe. Zunächst waren die deutschen Politiker geschockt, dann funktionierten jedoch sehr schnell wieder ihre Reflexe. Allerorten hörte man die üblichen Beschwichtigungen. Doch irgendwie mag dieser treulose Urnenpöbel den Ritualen der Politiker nicht mehr folgen. Spätestens gestern Abend verspürten Deutschlands weichgespülte Politstrategen, dass die alten Parolen nicht mehr ziehen.

Was viel schlimmer als diese ganzen “unangenehmen” Vorgänge in Japan sind, ist die Tatsache, dass Landtagswahlen vor der Türe stehen. Was sagt sich da das gemeine Politikergewächs?

"Was interessiert mich Japan, was gehen uns die Schlitzaugen an, sollen die Japaner doch in ihrem nuklearen Holocaust verbraten, es geht um etwas viel Wichtigeres, viel Höheres, ein viel grössers Ziel: Unsere Macht! Herrgott, die Menschen wollen uns nicht mehr glauben, sie laufen in Scharen zur Opposition über und wir können nichts dagegen tun. Was machen wir jetzt? Wir haben doch keine Alternativen. Unser Stuhl im Amt ist doch alternativlos! Wer beschäftigt uns den sonst? Die Atomlobby vielleicht? Wohl nicht, wenn die jetzt ihre Schrottmeiler schliessen müssten. Was bleibt uns dann noch? Wir wechseln einfach unsere Meinung !"

Was kostet die Meinung eines Politikers? Wenig, wenn es um etwas Höheres geht: um die Macht! Und nur so sind die neuesten Kehrtwendungen der Politiker zu verstehen:

Schlagzeile in SPIEGELONLINE

ZITAT:

“Die Regierung Merkel denkt nun doch über ein Aussetzen der Laufzeitverlängerung nach.

Stuttgart/Berlin - In der deutschen Politik bröckeln wegen der drohenden nuklearen Katastrophe in Fernost alte Fronten im Streit um die Zukunft der Atomkraft. Kurz vor dem Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 27. März wächst in der Debatte der Druck auf Schwarz-Gelb - jetzt erwägt die Regierung sogar eine Aussetzung der Laufzeitverlängerung. Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) schloss am Montag in Berlin ein Moratorium nicht aus. "Wir brauchen auch eine neue Risikoanalyse", sagte er weiter. Die Sicherheit habe Vorrang vor Wirtschaftsinteressen, sagte der FDP-Chef.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle plädierte dafür, ein schnelleres Umsteuern auf regenerativeEnergien zu prüfen. Die Frage nach der Kohleenergie stelle sich neu. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) forderte, das Restrisiko von AKW neu zu bewerten.

Zuvor hatten immer mehr Politiker aus Union und FDP ein Umdenken gefordert.

"Ich schließe gar nichts aus", sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) im Deutschlandfunk auf die Frage nach einem Abschalten von Anlagen.“

ZITAT ENDE

In Brüssel erklärte der EU – Kommissar für Energiefragen Günther Öttinger der Presse wörtlich:

ZITAT :

"I was schockt abaut dis szenario in Tschäpän end I dink we all mast dink abaut a neue Schträtegtschie!"

ZITATENDE

Stellt sich uns allen nur noch eine einzige Frage : Wieviel kostet ein Politiker?

Muss man weinen über so einen Abgrund an Schmutz, Heuchelei, Korruption oder soll man diese Marionetten der Atom – Mafia nur noch auslachen?

Monsieur Rainer

Monday, March 14, 2011
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man nur noch lachen bei "der Freitag"

Ich bin entsetzt. Die N'Drangheta sollte ihre Funktionäre mal auf English-Kurse schicken...

Monsieur Rainer schrieb am 14.03.2011 um 11:15

Verzeihung Frau Gorges, ich habe mich gegenüber Herrn Öttinger im Ton vergriffen, man sollte keine Witze über die Gebrechen anderer Menschen machen. Ich habe jedoch neben Frau Merkel selten einen Mensch gesehen, der so danach geschrieen hat, verarscht zu werden wie Herr Öttinger!

Liebe Grüsse
Monsieur Rainer


Monsieur Rainer schrieb am 14.03.2011 um 11:17

Aber, aber, liebe Claudia, das war doch nicht die N'drangeta, das war die Cosa Nostra (unsere Sache)

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer


Monday, March 14, 2011
Eine Konversation in " der Freitag "

Liebe Frau Gorges, angesichts des Desasters der Politik, der Atomlobby, in Japan, in Libyen, bei Mappus, Merkel, Röttgen und Konsorten stelle ich nur noch eine einzige Frage:

Was bitte kostet eine Regierung?

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Margareth Gorges schrieb am 14.03.2011 um 09:51

Lieber Monsieur Rainer,

och das ist unterschiedlich. Die Jamaika Regierung im Saarland gabs schon für ein paar 100.000€
siehe dazu: Die saarländische Jamaika-Koalition basiert auf Korruption, www.nachdenkseiten.de/?p=8667#h15

Anmerkung: Chef der Grünen, Hubert Ulrich, hat sich kaufen lassen von FDP Ostermann, und Ministerpräsident Peter Müller der gleichzeitig Justizminister ist, hat die Steuerhinterziehungsverfahren eingestellt gegen Herrn Ostermann. ÜBRIGENS DIESER PETER MÜLLER SOLL NUN VERFASSUNGSRICHTER WERDEN !


Monsieur Rainer schrieb am 14.03.2011 um 10:48

Liebe Frau Gorges, und so schliesst sich doch der Kreis wieder!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer


Monsieur Rainer schrieb am 14.03.2011 um 10:56

Liebe Frau Gorges, noch'n Gedicht! Orginalton Oettinger (EU-Kommissar in Brüssel):

I haf newer dink, dat tät szenario in Tschäpän wos meglich. I glaub, wi mast umdenke!!!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer


Monday, March 14, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zu eklatanten deutschen Demokratie-Defiziten

Verehrter Herr Galtung, mir ist das deutsche Rechtssystem genau so geläufig, wie das französische. Es gehört zu meiner Kernkompetenz. In der Tat zeigen Sie zahlreiche Demokratie - Defizite auf, die sehr ernsthafte Sorgen bereiten. Ich möchte diese noch ergänzen: Deutschland selbst, einschliesslich aller deutscher Bürger und der Politiker, missachten die Vorschriften des Grundgesetzes. Da wäre zunächst einmal der Artikel 146 GG, der da lautet: 'Diese Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die vom ganzen deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.' Die Wiedervereinigung ist nun 22 Jahre her, aber eine Verfassung hat Deutschland immer noch nicht. Die Politiker, deren Lobbyisten und die Hofschranzen in den Medien haben es sich sehr bequem in diesem alten Grundgesetz gemacht. Nächster Punkt: Der Eid auf das Grundgesetz, den jeder Amtsträger abzugeben hat, beinhaltet die berühmten vier justischen ffff: formlos, fruchtlos, fristlos und folgenlos. Die Abgabe eines falschen Amtseides oder der Bruch des Amtseides ist nämlich juristisch gar nicht strafbewehrt. Und das hat seinen Grund: Das Grundgesetz wird täglich gebrochen. Wo bleibt die grundgesetzlich verlangte Trennung von Staat und Kirche? Wo bleibt die grundgesetzlich verlangte Trennung von Judikative und Exekutive? Ist es nicht so, dass der Staat die Gehälter der Pfarrer zahlt und eine Kirchensteuer erhebt? Ist es nicht so, dass Staatsanwälte, Genralstaatsanwälte der Länder und Generalbundesanwälte weisungsgebundene politische Beamte sind, die berichterstattungspflichtig gegenüber ihrem Dienstherrn, dem Justizminister sind und von ihm Weisungen erhalten können, die die Verfahren beeinflussen können? Der deutsche Richtertag bemängelt diesen unhaltbaren Zustand schon seit Jahr und Tag. USW.USW.USW. Ich habe dazu so manches Buch geschrieben. Auch folgenlos!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Sunday, March 13, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zum Fiasko der europäischen Aussenpolitik

Geschätzte Magda, zu Ihrem hervorragenden Artikel ist nur noch die Verlogenheit der europäischen Politik von vergangenem Freitag hinzuzufügen. Während Frankreich und England nicht bereit waren, tatenlos dem Gemetzel an den Bürgern Libyens zuzusehen und sofort eine Flugverbotszone militärisch durchsetzen wollten, machte Frau Merkel das, was sie in solchen Fällen immer tut. Sie verschanzt sich hinter Formalitäten: Die arabische Liga und die UN müsse zustimmen. Klar, bis das soweit ist, hat Gadhafi seine Konten geregelt und die Menschen in Bengasi niedergemetzelt, was Frau Merkel dann mit dem üblichen Betroffenheitskitsch bedauern wird. Armes Europa!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Sunday, March 13, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Recht auf freie Meinungsäusserung

Monsieur Mandelbrot, zunächst einmal eine Klarstellung. Ich schreibe in deutschen und französischen Medien. Ich schreibe in deutscher und französischer Sprache. Ich veröffentliche Bücher in Frankreich und in Deutschland. Ich bin in Deutschland geboren und französischer Staatsbürger. Frankreich wie auch Deutschland haben 1950 die römischen Verträge unterschrieben, die 1953 zur europäischen Menschrechtscharta geführt haben. Diese Menschenrechtscharta ist Basis der Europäischen Union. Der Cour européenne des droits de l'homme hat erst Anfang dieses Jahres eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, wonach das Recht auf freie Meinungsäusserung ein europäisches Grundrecht ist. Und dieses Grundrecht wollen ausgerechnet Sie mir beschneiden? Monsieur, ob das Ihnen nun gefällt oder nicht, ich werde mir erlauben, in Frankreich, wie auch in Deutschland zu Themen öffentlich Stellung nehmen, die mich berühren. Wagen Sie es nie wieder, mir das Wort abschneiden oder gar verbieten zu wollen, sonst lernen Sie mich von einer ganz anderen Seite kennen! Ich sage wann, wo und wie ich es für richtig halte, was ich denke!

Hochachtungsvoll
Monsieur Rainer

Sunday, March 13, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Der deutsche Untertan

Verehrter Herr Galtung, seit Jahren schreibe ich gegen dieses deutsche Phänomen an. Ich bin Franzose und lebe hier in Frankreich. Der Franzose an sich ist renitent und neigt zum Widerspruch. Vorallendingen hat er zu keinem Zeitpunkt jemals irgend einem politischen System getraut. Er ist von einem grundlegenden Misstrauen gegen alles und jedes staatliche beseelt. Wenn ein französischer Politiker etwas absondert, dann erntet er hier in Frankreich nur den Standartspruch: "Ils sont tous les même voyous!" (Das sind alles die gleichen Gauner). Hier wird gegen alles gestreikt, was dem Franzosen nicht passt. Beispiel: Zwei Kompanien Bereitschaftspolizei sollen rund um Marseille aufgelöst werden. Da die Polizisten kein Streikrecht haben, streiken deren Familien, besetzen die Eingangstore der Kasernen und lassen ihre Männer zu keinem Einsatz ausrücken. Jeden Herbst streiken die Gefängniswärter und die LKW-Fahrer. Der Franzose weiss das. Also gehen die Richter in die Herbstferien, weil ja keine Gefangenen mehr vorgeführt werden und die Franzosen schauen sich die Prügelei zwischen den Gefängniswärtern und der Polizei genüsslich im Fernsehen an. Ausserdem haben sie sich mit Benzin und Lebensmittel eingedeckt und basteln solange, bis der Streik beendet ist, an ihren Häusern herum. Wenn der Staatschef einen Richter beleidigt, dann steht die Justiz still. Sämtliche Richter, Staatsanwälte, Untersuchungsrichter und Rechtsanwälte gehen eine Woche in ihren Roben und Talaren auf die Strassen Frankreichs und zwingen den Präsidenten zu einer Entschuldigung. Wenn die Bahn streikt, dann tut sie das effektiv, dann geht in ganz Frankreich gar nichts mehr und die Menschen sind solidarisch! Solidarität ist das Stichwort. Die Deutschen sind nicht solidarisch! Doch es gibt eine neue Protestkultur, sie ist ein Ventil für ein eklatantes Demokratie-Defizit in Deutschland! Den arroganten Politikern ist jede Bodenhaftung und jedes Gespür für die Befindlichkeiten der deutschen Bevölkerung abhanden gekommen. Sie sind nichts anderes als Marionetten der unverschämtesten Lobbyisten. Die jakobinischen Verfechter der political correctness gehen dem Deutschen auf die Nerven. Sie alle und grosse Teile der Medien, die als Hofschranzen der Politiker die öffentliche Meinung manipulieren, haften wie ein chronischer Ausschlag auf Deutschland. Die Politiker, viele Medien, die Lobbyisten und der Untertanengeist der Deutschen sind die Totengräber der Demokratie!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Saturday, March 12, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zur Naturkatastrophe in Japan

Deutsche Kernkraftwerke sind sicher! Ach ja? Wir alle kennen doch die Abhängigkeiten zwischen Politik und Stromerzeugern. Wer sehen kann, kann es sehen, wer hören kann, kann es hören! Selten wird soviel gelogen wie vor Kriegen, an Gräbern und nach Naturkatastrophen. "Bei uns kann das alles nie passieren", beteuern uns die Verantwortlichen. Gut und zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Abgeordneten und AKW - Betreiber. Wir werden eines Tages die Rechnung dafür bezahlen, dass wir nicht alle aufgestanden sind und den Verantwortlichen zugerufen haben: ATOMKRAFT NEIN DANKE !

Monsieur Rainer


Saturday, March 12, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zu Kernkraftwerken in Deutschland

Geschätzter Herr Binding, Ihr Kommentar ist trotz seiner Kürze beeindruckend, macht nachdenklich und traurig. Nicht dass wir irgendeine Sympathie für Kernkraftwerke hätten. Nicht dass wir nicht alle das Netz der politischen Korruption, der Abhängigkeiten zwischen Politik und AKW - Betreiber kennen würden, nicht dass wir nicht müde werden, gegen diesen Wahnsinn zu protestieren und uns dagegen aufzulehnen. Aber die Einsicht in das Unausweichliche, das Unabänderliche macht müde. Wir alle können heute schon die Leier aufsagen, die uns die Politiker vorbeten werden, wenn ein deutsches Kernkraftwerk explodiert. Ich bin es leid, ich bin es müde, ich bin voller Ekel und Abscheu vor diesem ganzen mafiotischen Pack, dass ich mich nur noch abwenden kann. Es wird kommen, heute, morgen, irgendwann und dann zahlen wir die Rechnung dafür, dass wir diesem Netzwerk nicht energischer entgegen getreten sind und ihnen zugerufen haben: NEIN!

Monsieur Rainer
Saturday, March 12, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " : Italien

Das Volk müsste die gesamte politische Elite des Landes ins Meer jagen, es müsste zu einer Revolution kommen, wie vor 200 Jahren in Frankreich. Das italienische Volk verehrt seine Justiz, der Staat verachtet diese Justiz und die Justiz verachtet die Politiker. Der italienische Staat als Gebilde wird nur noch künstlich zusammengehalten. Die Einheit Garibaldis ist nur noch Makulatur. Der Norden verlangt, den Mezzogiono abzusprengen und den Afrikanern zu schenken, der verlassene Süden (die Terroni) versucht, sich gegen eine Melange aus korrupten Politikern und der Mafia, der Cosa Nostra und der N'drangeta zu behaupten. Fratelli d'Italia war gestern. Risse gehen durch das Land, das ich von ganzem Herzen liebe. Ich habe grossen Respekt vor den Polizisten, Richtern, Staatsanwälten und Bürgermeistern, die einen hoffnungslosen Kampf gegen das politisch gedeckte Verbrechen führen. Wir tun nichts für die Italiener, wir machen uns nur lustig über sie und lehnen uns bräsig zurück. Denn in Deutschland und Frankreich gibt es ja keine Korruption.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Wednesday, March 09, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag ": Chirac vor Gericht

Vor der italienischen Justiz habe ich grosse Hochachtung. Keine Justiz in ganz Europa hat so einen hohen Blutzoll entrichtet wie die italienischen Richter. Ich erinnere nur an Falcone. Hunderte von Richter leben heute, völlig isoliert von der Familie und der Aussenwelt, in Bunkerartigen Behausungen auf den Kasernengeländen der Carabinieri. Ich habe dieses Leben in meinem Anti Mafia Buch "Der Austerzüchter von Arcachon" beschrieben. Ich hatte die Ehre, bei den Recherchen zu diesem Buch, die Arbeitsweise der Antimafiakommission persönlich sehen zu dürfen und war in Reggio Calabria, wo der Sitz dieser Commission gegen die kalabresische Form der Mafia, die N'drangeta, ist. Diese Juristen sind reine Idealisten, die jedes Privatleben geopfert haben, die geschieden, Witwer oder ledig sind. Deren Frauen und Kinder teilweise entweder umgebracht wurden oder irgendwo in Südtirol leben. Wenn der Richter einmal im Jahr seine zerrissene Familie sehen will, läuft ein Sicherheitsapparat an, der den Besuch wochenlang absichern und vorbereiten muss. Nun zu Chirac. Gestern ist der Prozess auf Juni verlegt worden. Danach muss der Verfassungsgerichtshof entscheiden, ob der Prozess überhaupt zulässig ist. Irgendwann stirbt Chirac und die Sache hat sich biologisch erledigt. Frankreich, Deutschland, Italien sind korrupt bis auf die Knochen, nur die Justiz reagiert unterschiedlich.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Wednesday, March 09, 2011
Mein Blog in "der Freitag" und der ZEIT : Jacques Chirac heute vor Gericht !

Wie kann es sein, dass der ehemalige vom Volk in direkter Wahl gewählte Staatspräsident einer Nuklearmacht von Gottes und der Franzosen Gnaden in die Niederungen eines irdischen Gerichtes gezerrt wird?

Monsieur le Président, wie jeder französische Präsident ein Leben lang angesprochen wird, auch wenn er selbst den Puff von Madame Pompadour, den Elyséepalast, längst verlassen hat, muss wohl sehr gefehlt haben. Sollte Frankreich etwa ein Rechtsstaat sein und das Emblem der Tricolore zu ernst genommen haben mit seiner Liberté, Egalité, Fraternité?

Was ist geschehen? Nun, Monsieur le Président war in seiner Jugend, noch lange bevor er den Olymp der Macht erklommen hatte, Bürgermeister der Stadt Paris. Er wollte unbedingt vom Hôtel de Ville in den Elyséepalast umziehen. Für eine solche Wahlkampagne benötigt man Geld, viel Geld. Andere Politiker verkauften zur Finanzierung ihres Wahlkampfes Waffen nach Angola, wie der spätere Innenminister Charles Pasqua, andere versuchten es mit noch schlimmeren Methoden.

Dies alles war Monsieur le Maire de la Ville de Paris zu profan. Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Er stellte einige fiktive Beamte im Rathaus an und steckte die Gehälter in seine Wahlkampfschatulle. Als das herauskam und in Frankreich kommt fast alles ans Tageslicht, dafür haben wir hier den Canard enchaîné, war Monsieur Chirac aber schon Präsident der Republik Frankreich. Als solcher ist er intouchable, also durch seine nicht aufhebbare Immunität geschützt.

Die Untersuchungsrichter versuchten sich an ihm abzuarbeiten und machten sogar den untauglichen Versuch, ihn vorzuladen. " Bedaure," erklärte Monsieur Chirac, "ach wie gerne würde ich diese Verleumdungen widerlegen, doch die Verfassung verbietet es mir!" Schade! Da Monsieur le Président nicht zu fassen war, liessen die Richter ihre Wut an seinen engsten Vertrauten aus. So bekam der heutige Aussenminister Alain Juppé 18 Monate Gefängnis mit Bewährung und musste zwei Jahre ins Exil nach Canada, da er auch noch eine zweijährige Unwählbarkeit kassiert hatte. Kaum war die Frist verstrichen war er wieder Bürgermeister von Bordeaux und ist heute Frankreichs Aussenminister.

Nun ist die Präsidentschaft von Jacques Chirac Geschichte, doch die Justiz vergisst keinen. Heute muss er sich nun vor dem Strafgericht im Pariser Justizpalast verantworten. Wer nun gehofft hat, dass nun die Gerechtigkeit siegen würde und der 79 jährige alte, etwas tatterige und hochverehrte Grossvater der Nation, seiner irdischen Gerechtigkeit zugeführt würde, der kennt die Untiefen des Code Napoléon nicht.

In jedem französischen Strafprozess wird das Adhäsionsverfahren angewandt. Das heisst, die zivilrechtlichen Ansprüche des Geschädigten, in diesem Fall die Stadt Paris, werden mit dem Strafurteil mitabgeurteilt. Zieht der Nebenkläger aber seine Anzeige zurück, dann verliert der Staat das Interesse an einer Verurteilung.

Die Stadt Paris und Jacques Chirac haben sich aussergerichtlich geeinigt. Die UMP und die RPR haben für ihren Ehrenpräsidenten zusammengelegt, Chirac hat auch noch 500.000 Euro dazu getan und die Stadt Paris fühlt sich nicht mehr geschädigt. Sie zieht die Nebenklage zurück und das Urteil wird milde ausfallen, oder eben mit Freispruch enden.

Honi soit qui mal y pense!

Monsieur Rainer
Monday, March 07, 2011
Mein Blog in "der Freitag" & in der ZEIT : Wird Frankreich faschistisch?

Letztes Jahr fand der Parteitag des Front National in Tours statt. Der wichtigste Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Präsidenten dieser Partei. Jean Marie Le Pen wollte aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antreten, er ist jetzt 83 Jahre alt und wäre demnach einem Präsidentschaftswahlkampf im Jahre 2012 wohl körperlich nicht mehr gewachsen.

Der alte Roublard hat sich jedoch gut abgesichert. Ganz ehemaliger Offizier im Algerienkrieg, wo er als berüchtigter Folterknecht "bleibende" Eindrücke bei der FNL hinterlassen hat, regelte er seine Nachfolge und sein Auskommen. Er bleibt weiterhin Europaabgeordneter und Conseil Régional in der Région Provence-Alpes-Côte d'Azur.

Seine Nachfolge hat er generalstabsmässig geplant. Zur Wahl traten an sein alter Rivale Bruno Gollnisch und seine 42 jährige Tochter Marine Le Pen, eine ausgebuffte Rechtsanwältin. Es kam wie es kommen musste, Marine Le Pen wurde dank tatkräftiger Unterstützung ihres Vaters mit 68 % der Stimmen aller Delegierter gewählt. Jean Marie Le Pen liess sich zum Ehrenvorsitzenden wählen und hat somit das Recht, an allen Sitzungen des Parteivorstandes teilzunehmen.

Was sind die politischen Argumente der FN ? Er hat keine! Er arbeitet mit dumpfen Ängsten, mit Xenophobie, mit offenem Rassenhass, mit dem Ruf nach rücksichtsloser Ausweisung aller Ausländer, mit der Ausschaffung der Muslime, dem Verbot von Moscheen, mit den ewig gestrigen Parolen der Pieds noir nach einem Wiederanschluss Algeriens an das Mutterland Frankreich und mit dem Ruf nach der Wiedereinführung der Todesstrafe. Marine Le Pen steht ihrem mehrfach wegen Leugnung des Holocaustes vorbestraften Vater Jean Marie Le Pen in nichts nach, wenn sie den Austritt Frankreichs aus der europäischen Union und die Wiedereinführung des Franc proklamiert . Es sind verabscheuungswürdige Parolen!

Was heisst das nun für die nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahre 2012 ? Der Front National führt nach den heutigen Umfragen vom 6. März 2011 von HARRIS INTERACTIVE für die Zeitung "Le Parisien dimanche " mit 23 % der Wahlberechtigten. Im Vergleich: Die UMP von Präsident Nicolas Sarkozy liegt bei 21%, die Partie Socialiste von Martine Aubry ebenfalls bei 21%, François Bayrou von den Liberalen und Eva Joly von den Ecolisten liegen gleichauf bei 8% und der ehemalige Premierminister Dominik de Villepin bei 7%.

Das heisst nicht unbedingt, dass der Front National den künftigen Präsidenten der Republik Frankreich stellen wird, jedoch werden die Faschisten, wie schon einmal bei der Wahl Jacques Chiracs im Jahre 2002, möglicherweise das Zünglein an der Waage sein und damit erhebliche Macht und Einfluss auf die französische Politik haben.

Der linke Sozialistenführer Jean-Luc Mélanchon warnt heute die Franzosen:

"Pourqoi voulez-vous que le peuple français soit le seul peuple à vouloir un fasciste à sa tête?"

Das fragen wir Franzosen uns auch und sind entsetzt über diese Umfragewerte.

Quellennachweis:

HARRIS Interactive
Le Parisien dimanche
Nice-Matin
Corse-Matin
Var-Matin
Benoît Hamon (Parteisprecher der PS)
Laurent Fabius Ex-Premier-Minister (PS)


Monsieur Rainer
Sunday, March 06, 2011
Das akademische Lumpen - Proletariat

Sie haben Physik, Chemie, Jura, Philologie, Philosophie, Romanistik, Germanistik, Geschichte, Literatur, Sozialpädagogik oder Soziologie studiert. Entweder hat ihre Examensarbeit nicht für eine wissenschaftliche Karriere ausgereicht oder sie fanden keine Anstellung auf dem freien Markt.

Sie fielen zuerst durch den Rost der Wissenschaft, dann durch die Ansprüche der Wirtschaft und nun werden sie von einer auf Mehrwert fixierten Gesellschaft ausgespuckt.
Diese überqualifizierten Akademiker müssen entweder bei Mama leben , können sich keine Familie leisten, finden wenn überhaupt, einen Job in den Nieschen der Gesellschaft. Taxifahrer ist dabei noch die geringste Demütigung dieser geknechteten Seelen.

Manche versuchen sich auch an einem Buch. Es scheitert, weil ihnen dazu die Lebenserfahrung, die Phantasie und die Souveränität fehlt. Wenn sie viel Glück haben, landen sie bei irgendeinem Verlag und spielen sich als Lektoren auf. Selbst bringen sie kein eigenes Buch auf die Reihe, aber nun haben sie die Macht, andere Autoren schickanieren und mit ihrem ganzen Hass, mit ihrem Neid und ihrer Missgunst verfolgen, ja das können diese verkrachten Existenzen.

Das erzeugt Frust, Hass, Neid, Missgunst gegenüber allen, die es geschafft haben. Nicht umsonst versuchen diese arbeitslosen und teilweise hochgebildeten Akademiker, sich eines neuen Mittels zu bedienen, um ihren ganzen Hass und Frust an anderen auszulassen. Dazu bieten sich zahlreiche Onlinforen der Tageszeitungen an.

Sie melden sich mit irgendeinem Phantasienamen an, schreiben wohlweislich keine eigenen Blogs, weil sie die Kritik der Community fürchten oder nicht ertragen könnten und sind fast 24 Stunden am Tag in verschiedenen Foren und unter verschiedenen Pseudonymen präsent.

Bald werden sie als gefürchtete MÖWENPICKER bekannt. Sie suchen gezielt scheinbare Schwachpunkte in der Argumentation der anderen Foristen und Blogger und fallen mit ihrem ganzen Hass, mit ihrer ganzen verschwendeten akademischen Bildung über andere her. Sie haben jeden Link sofort greifbar und können stets aus ihrem reichhaltigen akademischen Fundus zitieren.

Langsam verlieren Sie den Bezug zur Realität und glauben allen ernstes daran, dass sie eine Art REDAKTEUR bei einer renommierten Zeitung wären. Sie leben in einer Scheinwelt, denn an jedem ersten des Monats, immer dann wenn die Abrechnung vom Sosialamt kommt, müssen sie mit Erschrecken feststellen, dass ihr ganzer mühevoller Einsatz von den Medien, ihren immaginären Arbeitgebern gar nicht honoriert wurde.

Diese Medien bedienen sich gerne dieser arbeitslosen Akademiker, die es in hoher Zahl in Deutschland gibt, denn sie bringen Stimmung in die Foren, also viele Klicks, viele Meinungen, Gegenmeinungen, Streitgespräche. Dies erhöht die Einschaltquoten. Und was zählt beim Verkauf von Werbeblogs? Die Einschaltquoten.

Dies möchten diese verbohrten Akademiker nicht wahrhaben, sonst müssten sie ja wieder in die rauhe Realität des Alltags zurückkehren und ihrer Traumwelt den Rücken kehren. Und siehe da, sie müssten feststellen, dass sie schon wieder von dieser Gesellschaft missbraucht wurden.

Sie sind auf jeden Fall die Verlierer.

Monsieur Rainer
Saturday, March 05, 2011
John Galliano wurde von DIOR entlassen !

Dieser Couturier ist ein herausragendes Talent. Nicht umsonst wurde er vom Chef des französischen Konzerns LVMH Bernard Arnault für sein zum Konzern gehörendes Modehaus DIOR engagiert. Dort hat er die Welt der Mode für seine abenteuerlichen und avantgardistischen Kreationen begeistert.

Dass die Welt der Mode auch viele Schattenseiten und unangenehme Nebenerscheinungen, wie Trunksucht, Rauschgift, Magersucht, Prostutition und Aids hat, das ist hinlänglich bekannt und dokumentiert. Vieles will man nicht wahrhaben, vieles wird einfach unter den Teppich gekehrt. Die Skandale der Modewelt werden gerne negiert oder verschwiegen.

Doch John Galliano hat es zu weit getrieben. Er liess sich von einem Kamerateam der englischen Zeitung SUN filmen, als er im bekannten Pariser Bistro La Perle einen Gast anpöbelte und ihn schwer beleidigte.

Was war geschehen? John Galliano war betrunken, was an und für sich nichts besonderes ist. Doch stets, wenn er ausser Kontrolle ist, dann pöbelt er mit seinem sonst gut versteckten Rassismus um sich. Er beleidigte wieder einmal jüdische Bürger mit abenteuerlichen Ausdrücken, die ich mir versage, hier zu wiederholen.

Das Entsetzen in den Pariser Modehäusern ist gross. Karl Lagerfeld äusserte sich heute über Agence France Press AFP : " L'immage de la mode est affreuse!" Andere Couturier distanzieren sich von John Galliano und raten ihm, zu verschwinden.

Diesen Rat hat Bernard Arnault nicht abgewartet, erklärte: "Je suis furieux" und entliess John Galliano sofort aus dem Hause DIOR. Die französische Polizei nahm Galliano sofort fest und stellte ihn unter Anklage.


Monsieur Rainer
Thursday, March 03, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Hört auf mit diesem Hass !

Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Mensch hat einen grossen Fehler gemacht. Er ist seiner Eitelkeit erlegen. Das sollte nicht sein. Aber es gibt weitaus schlimmere Verfehlungen von Politikern. Deshalb sind mir nicht nur Politiker per se suspekt, sondern auch die furchtbare Heuchelei und Scheinheiligkeit, mit der ein Mensch gehetzt wird, der gefehlt hat. Sind wir alle frei von Fehlern? Ich ganz sicher nicht! Und wer dies von sich behauptet, ist der grösste Heuchler unter diesem Himmel. Mein Kommentar dient nicht der Verteidigung eines Politikers, er soll nur zur Sachlichkeit aufrufen, zur nüchternen Analyse und zum Nachdenken anregen. Was wir alle im Fall Guttenberg erlebt haben ist ein unbändiger Hass, eine zerstörische Hetze und ein Kesseltreiben gegen einen Menschen, der Fehler gemacht hat. Ich bitte alle Gutwilligen um Einkehr. Wir sollten Schluss machen mit diesem Hass. Nicht zum erstenmal hat eine brutale und zerstörische Hetzjagd einen Menschen in die Badewanne eines Genfer Hotels getrieben! Wir sollten uns nicht mitschuldig machen. "Habt Erbarmen, das Leben ist schwer genug," sagte einmal Kurt Tucholsky. Spielen wir nicht das Spiel der Politiker und Medien mit! Gebrauchen wir unseren nüchternen Verstand und fragen uns CUI BONO ?

Herzlichen Dank!
Monsieur Rainer
Thursday, March 03, 2011
Mein Kommentar in der FAZ zur Schuldzuweisung aus Bayern : Verlogen!

Uns bietet sich ein Abgrund an Scheinheiligkeit und Heuchelei! Wenn man nach dem Prinzip cui bono recherchiert, dann darf man auch zu anderen Schlüssen für den Niedergang des Ministers kommen. Wer war der gefährlichste Konkurrent für Herrn Seehofer? Fhr. zu Guttenberg! Wer muss nun die vielen Bundeswehrstandorte in Bayern schliessen? K e i n CSU - Minister! Wer ist nun der neue Innenminister? Ein CSU - Law and Order Mann aus Franken! In Bayern sitzen die wahren Profiteure aus dem Versagen des Fhr. zu Guttenberg. Beinahe als Satire darf es empfunden werden, wer sich vor den Karren der CSU hat spannen lassen. Die ganze mehrheitlich linke Akademiker - Szene! Das ist ein Treppenwitz der deutschen Politik!

Zum Beitrag: "Öffentlich in den Rücken gefallen”

Monsieur Rainer
Thursday, March 03, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Hypokrit !

Cher Monsieur, ich gebe Ihnen vollkommen recht, ein gefälschter Doktortitel oder schummeln beim Examen an den Grandes Ecoles geht hier in Frankreich überhaupt nicht. Sich korrumpieren und bestechen lassen schon! Schmutzige Kriege anzetteln, Leid, Elend, Tränen zu verbreiten, um die Ressourcen Frankreichs zu sichern, das geht sehr gut. Komplizen von Massenmördern und Despoten zu sein, das geht hier in Frankreich. Seine Maitressen mit Steuergeldern finanzieren, das geht hier in Frankreich. Lug, Betrug, Intrigen, Morde an gegenerischen oder lästigen Politikern und Richtern zu organisieren, das alles geht hier in Frankreich. Nein, ein gefälschter Doktortitel würde einen französischen Politiker in den Orkus der Gesellschaft spülen, das ist sicher!

Bien cordialement
Monsieur Rainer
Thursday, March 03, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zu meinem Blog : Cui bono !

Geschätzter BanaBab, meine Frage cui bono beantwort sich doch für jeden einigermassen kaltblütigen und abgebrühten Denker von selbst:

1. Wer ist damit einen seiner gefährlichsten Gegner los?

2. Wer muss jetzt die vielen Bundeswehrstandorte in Bayern schliessen? Ein ohnehin fragwürdiger Mann der sächsischen CDU!

3. Wer ist der nächste Polizeiminister? Ein Law and Order Mann aus Franken (CSU)

Also ist doch die Frage beantwortet, wem nützt der Niedergang des adeligen Gockels.

Wie Sie ja wissen, lebe ich nahe am Meer, in Südfrankreich. Wer glaubt, ich sei vom Geschehen in Deutschland dadurch abgeschnitten, der irrt.

a) Viele deutschen Politiker haben hier ihre Datschen.

b) Die meisten davon kenne ich sehr gut.

c) Der französische Rotwein lockert die Zunge.

d) Das Hohngelächter und Triumpfgeheul schallt bei mir über den Zaun.

Tragisch dabei ist nur, dass ausgerechnet die linken Intellektuellen dieser miesen Intrige auf den Leim gingen und von den Drahtziehern der Kampagne missbraucht wurden. Bald werden sich die linken Akademiker mächtig verladen vorkommen. Ihr Hass wird sich dann gegen die Urheber richten. Und dann Gnade ihnen Gott. Doch dafür ist vorgesorgt. Der neue Law and Order Mann der CSU wird das Internet schon zu zügeln wissen.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Wednesday, March 02, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zu meinem Kommentar : Cui bono ?

Geschätzter seriousguy, wer hat denn etwas davon gesagt, dass die Foristen oder gar der Autor dieses Kommentars, Herrn zu Guttenberg schätzen? Nein, das ist nicht der Fall. Ich schätze im übrigen überhaupt keine Politiker, denn ich halte mich an Mark Twain der einmal gesagt hat: "Ein ehrlicher Politiker ist ein Widerspruch in sich!" Mir ist der eine so suspekt wie der andere. Die Frage ist, wem nutzt die Ablösung von Guttenberg? Diese Frage habe ich hier gestellt! Und nun sehen wir schon Licht am Horizont.

1. Der gefährlichste Konkurrent des CSU - Vorsitzenden ist vorerst politisch erledigt!

2. Die ganzen Standortschliessungen der Bundeswehr in Bayern fallen mit dem Revirement nicht mehr der CSU auf die Füsse!

3. Das Polizeiministerium wird durch einen fränkischen Law and Order Mann besetzt.

Also nochmal die Frage: Cui bono ?

Wie Sie alle wissen lebe ich an der Côte d'Azur. So mancher Politiker aus Deutschland hat hier seine Datsche. Der französische Rotwein lockert gerne zu Zunge. Ich höre das Hohngelächter und das Triumpfgeheul über meinen Zaun.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Wednesday, March 02, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Mediales Schlachtfest !

Verehrter Forist, jeder anständige Mensch musste sich angewidert von diesem Gemetzel abwenden. Wenn Menschen in dieser Art und Weise von einer hasserfüllten Meute fertiggemacht werden, dann bin ich nicht dabei! Ich denke nach, sind hier die niedrigesten Instinkte im Menschen wachgerüttelt worden oder sind wir Zeitzeugen einer beispiellosen politischen Intrige? Der Gehetzte weiss, wo die Urheber dieser Kampagne sitzen und nachdenklich gebliebene Menschen fragen sich, cui bono, wem nützt der Sturz des Gehetzten?. Man muss nur die Zaren der Medien genauer betrachten und kann seine Schlussfolgerungen ziehen. Die Akademiker sind für ein politisches Schlachtfest missbraucht worden. Niemand fragt aber, wie ein Doktorvater dazu kommt, so einen Mist mit summa cum laude zu bewerten. Das soll nicht gefragt werden, sonst könnte man die Spur zum Urheber der Kampagne ja weiter verfolgen.

Monsieur Rainer


Wednesday, March 02, 2011
Mein Blog in der ZEIT und in "der Freitag" : Cui bono ?

Der gehetzte Mensch scheint vorerst erledigt. Er hat selbst viel dazu beigetragen. Die Zeiten der Empörung werden schnell verblassen. Was folgt stets auf die Zeit der moralinsauren und ethisch sauberen Empörung?

Die Zeit der Heuchelei und der Scheinheiligkeit. Dies wird eine Phase sein, die bald abgeschlossen sein wird.

Dann folgt die Phase der Stille, der Rückfall in die Normalität und in das gewohnte Mittelmass.

In Wochen, Monaten und Jahren werden sich die Menschen fragen, cui bono? Wem hat dieser ganze Medienhype eigentlich genützt?

Dann kann die Wiederauferstehung des schwer Verwundeten erfolgen, so er das überhaupt noch will, denn er weiss längst, wem er seinen Niedergang zu verdanken hat. Er kennt nun die von ihm völlig unterschätzten Mechanismen der Politik.

Der Ruf nach seinem Glanz und seiner Strahlkraft wird ob der ohnmächtigen Wut über das alles lähmende Mittelmass weit in die Landschaft hallen. Genau dieselben Menschen, die sich an dem Kesseltreiben gegen einen Menschen beteiligt haben, werden nach der Abkühlung ihrer Empörung fragen, ob sie nicht vor den Karren mächtiger Interessen gespannt wurden und Werkzeug eines grandiosen politischen Betruges geworden sind.

Sie werden die Leute suchen, die sie missbraucht haben, mit dem selben Eifer, mit dem sie vorher ihr verhasstes Objekt gehetzt haben.

Die Ernüchterung und die Erkenntnis über das macchiavellistische Machtspiel wird diese Demokratie in ihren Grundfesten erschüttern.

Monsieur Rainer
Wednesday, March 02, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Habt ihr Deutschen keine anderen Sorgen?

Verehrter Verdichter, Ihr Anliegen ist ehrenwert und moralisch einwandfrei. Erlauben Sie mir trotzdem zu widersprechen? Mir ist ein eleganter und schneidiger Politiker lieber, der lügt, dass sich die Balken biegen. Sie werden sich ob dieser Aussage verwundert die Augen reiben und haben natürlich einen Anspruch darauf, dass ich diese Aussage begründe. Ein ehrlicher Politiker ist ein Widerspruch in sich, sagte einst schon Mark Twain. Kommt also die Lüge schön verpackt daher, dann tut sie wenigenst nicht in den Augen weh. Kommt sie aber auch noch im Spiessergewand daher, dann fühle ich mich beleidigt. Wir Franzosen wissen, dass unsere Politiker per se alles Lügner, Betrüger und Diebe sind. Ergo machen wir uns aus Prinzip schon lustig über jede ihrer Aussagen. Während die ganze Welt sich in einem epochalen Umbruch befindet, der Maghreb sich von seinen Massenmördern befreit, der nahe Osten droht im Chaos zu versinken und es nun schon in China brodelt, scheint Deutschland kein anderes Thema als die gefälschte Dissertation eines eitlen Gockels zu haben. Habt ihr Deutschen eigentlich keine anderen Sorgen? Tu felix germania!

Monsieur Rainer
Monday, February 28, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Tu felix Germania !

Lieber Himmel, haben die Deutschen eigentlich keine anderen Sorgen, als der lächerliche Doktortitel eines eitlen Gockels? Oh du glückliches Deutschland!

Monsieur Rainer


Monday, February 28, 2011
Nichts für moralinsaure Spiesser : Regierungsumbildung in Frankreich

Das ist an sich nichts besonderers, denn jeder Präsident tauscht seine Minister desöfteren aus, um sich für den kommenden Präsidentschaftswahlkampf fit zu machen. Wenn bei uns Franzosen eine neue Regierung gebildet wird, dann ist das allerdings eine bühnenreife Inszenierung, die aus einer Melange aus Drama, Kabarett, Comédie française, Verwirr- und Intrigenspiel, bewusster Fehlinformationen und Operette besteht. Machiavelli hätte seine helle Freude daran gehabt, wie hier die Strippen gezogen werden.

Was ist geschehen? Die Franzosen betreiben seit Jahrzehnten eine verlogene und hypokrite Aussenpolitik. Die Despoten der Francophonie werden in Frankreich geschult und auch in ihren Heimatländern eingesetzt, um die Interessen Frankreichs zu wahren. Das war schon immer so. Nun erhebt sich das Volk im Maghreb gegen ihre von Frankreich gehätschelten Massenmörder.

Dies haben die Absolventen der Grandes Ecoles, die sich in der herrlichen Palästen herumtreiben, die die Republik für ihre Minister requiriert hat, schlicht unterbewertet. Früher hat Frankreich solche kleine Unpässlichkeiten ihrer "Freunde“ durch die Fremdenlegion erledigen lassen. Das scheint nicht mehr zu funktionieren.

Die hoch angesehene und allseits geschätzte Aussenministerin Madame Michèle Alliot-Marie machte einen verhängnisvollen Fehler. Sie verbrachte mit ihrem Lebensgefährten und ihren Eltern ihren Weihnachtsurlaub in Tunesien. Die Kosten wurden natürlich von einem Freund des damaligen Herrschers Zine ben Ali übernommen. Was ist dabei? Cosi fan tutte, dachte sich die Ministerin. Kein Mensch hätte sich darüber aufgeregt, wenn eben dieser Ben Ali nicht schmählich von seinem Volk davongejagt worden wäre. Nun muss die schneidige Grande Dame der Republik gehen. Sie war Staatssekretärin, Verteidigunsministerin, Innenministerin und zum Schluss besetzte sie das prachtvolle Palais am Quai d’Orsay, das Frankreich als Aussenministerium dient.

Am lautesten krähte Frankreichs Linke, die heute moranlinsauer ihre eigenen Korruptions-Skandale gerne unter den Teppich der Justizgeschichte kehren würde. Die ehemalige Untersuchungsrichterin Eva Joly, die heute Europaabgeordnete der Ecoligisten ist, kann ein Lied von den Gauche caviar (linken Kaviarfressern) singen. Es gibt in Frankreich mehrere Bonmots, die ständig zirkulieren und die Mentalität der Franzosen genau wiederspiegelt: «Uns steht das Wasser bis am Hals, aber dessen Qualität ist heute wieder ausgezeichnet!» Warum ist wohl der Hahn das Symbol der grande Nation? Antwort unisono: « C’est le seul animal qui chante avec les pieds dans la merde! (Das ist das einzige Tier, das noch singt, obwohl es mit den Füssen im Mist steht)». Ausserdem halten die Citoyen Frankreichs ihre gesamte politische Kaste per se für Lügner, Betrüger und Diebe. Also ist es dem Franzosen eigentlich egal, was ihre Politiker so treiben. "Ils sont tous des Voyous!“ ( Es sind alles die gleichen Gauner) Aber wir stehen 15 Monate vor den Präsidentschaftswahlen, also kann Nicolas Sarkozy solche Skandele gerade jetzt nicht gebrauchen.

Gestern ging der Vorhang auf für die Opera buffo. In Deutschland würde man das Ganze nüchtern eine Regierungsumbildung nennen. Nicht so im Lande der Gallier, im Lande der Macchiavellisten, im Lande des Intriganten Fouché und eines Kardinals Richelieu. Nein, in Frankreich wird eine Regierung nicht einfach umgebildet, im Frankreich eines Charles Gounod und eines Maurice Ravel wird eine Regierung k o m p o n i e r t. Man nennt das in unvergleichlicher Lyrik und Romantik « La Composition du gouvernement ».

Da fahren die Karrossen der Minister, Staatssekretäre, Parteibonzen und sonstigen Strippenzieher hinter den Kulissen, mit ihren Peugeot und Renault, erkennbar nur als Regierungsfahrzeug durch eine Kokarde an der Windschutzscheibe, zum Hôtel Matignon, dem Amtssitz des Premierministers, zu dem grandiosen Palais am Quai d’Orsay, dem Amtssitz des Aussenministers, in den Innenhof des Innenministeriums am Place Beauvau, der in die Faubourg Saint Honoré führt, zurück in den Palais Luxembourg in die erlauchten Clubs des Senates und dann wieder in den Cour d’Honneur des Elyséepalastes, dem Amtssitz des französischen Staatspräsidenten.

Monsieur Le Président de la République ward den ganzen Tag nicht gesehen. Für den Abend war eine Fernsehansprache geplant. Die Herren kommen und gehen, schreiten die Treppen zur Empfangshalle hinauf, verschwinden im Cabinet des Ersatzmonarchen und verduften wieder durch den Torbogen des Elysée mit ihren bescheidenen französischen Autos. Die lauernden Journalisten aus allen Herren Ländern, die auf das Bild des Tages warten, beschwatzen die Chauffeure der Regierungslimousinen, rauchen mit ihnen und versuchen herauszubekommen, wohin der Fahrer seinen Herr und Meister als nächstes fahren muss. Daraus lassen sich wieder neue Schlüsse ziehen. So entstehen sogenannte Rumeurs, Gerüchte, wonach um elf Uhr Brice Hortefeux Innenminister bleibt, um zwölf Uhr wird er als Aussenminister gehandelt, um dreizehn Uhr wird er gerüchteweise Verteidigungsminister, um vierzehn Uhr ganz sicher der neue Premierminister und um sechzehn Uhr der neue EU – Kommissar in Brüssel.

Verstärkt werden die Rumeurs (Gerüchte) durch die genaue Beobachtung der zahlreichen Möbelwagen, die sich verdächtigerweise heute alle in Paris eingefunden haben. Ganz Paris möbelt. In den Ministerien fahren Lastwagen vor, stämmige Möbelpacker laden achtlos die wertvollsten Staatspapiere in primitive Umzugskartons und schaukeln sie auf ihren Handkarren durch die engen Gassen von Paris. Dabei wird natürlich geraucht, gelacht und zwischendurch fällt auch einmal ein wichtiges Dossier in den Bordstein. Man sammelt es wieder ein, stopft es in irgendeinen Karton und schiebt weiter zu seinem Camion. Von Sicherheit, Staatsgeheimnissen oder Polizeischutz weit und breit keine Spur.

Um es kurz zu machen, es hat sich wenig geändert. Madame Alliot-Marie musste gehen und der zu 18 Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilte Verteidigungsminister und Bürgermeister von Bordeaux Alain Juppé übernimmt das Aussenministerium. Ein enger Freund Sarkozy’s, der stark rechtslastige Gérard Longuet wird Verteidigungsminister, der Generalsekretär des Elyséepalastes Claude Guéant wird neuer Innenminister. Für seinen getreuen Brice Hortefeux wird extra ein neues Amt im Elyséepalast geschaffen, um den ehemaligen Innenminister zu versorgen. Und der Staatspräsident nannte diesen ganzen Zirkus gestern Abend im Fernsehen eine historische Wende in der französischen Aussenpolitik. (Sarkozy salue le changement "historique")

Der Volksmund lästert heute in ganz Frankreich : Man wechselt keine Mannschaft, die ohnehin nichts mehr zu verlieren hat. (On ne change pas une equipe, qui n’a plus rien à perdre) Das ist dieselbe distanzierte Freude der Franzosen und der hämische Witz über ihre Politiker und die Fröhlichkeit, mit der ihr Hahn singt, während er mit den Füssen im Mist steht.

Voilà, c’est la France !

Monsieur Rainer
Monday, February 28, 2011
Mein Blog in "der Freitag" : Rugby

Wer hätte das gedacht? Rugby ist der Sport der Franzosen. Fussball spielt hier in Frankreich eher eine untergeordnete Rolle. Die Bürger Frankreichs verehren ihre XV de France und ihre Spieler wie Nationalhelden, die nicht viel Geld verdienen, keine Ferraris fahren, aus dem ländlichen Süd-Westen Frankreichs stammen, was man schon an ihrem köstlichen Dialekt erkennen kann.

Die Spieler sind gut erzogen, das Publikum besteht aus ganzen Familien, die mit Kind und Kegel in die Stadien ziehen, kaum Alkohol trinken und dem siegenden Gegner alles Glück wünschen.

Rugby ist der Sport der französischen Klein - und Mittelschicht, ein Sport für Gentlemen. Er hat nichts mit dem saufenden, grölenden und prügelnden Kurvenpöbel in den Fussballstadien zu tun.

Wenn in Frankreich ein grosses Rugby-Spiel läuft, dann ist das ein Strassenfeger, die Menschen ziehen die Tricolore auf. (Zitat aus INVICTUS von Regisseur Clint Eastwood: Rugby ist ein Sport der Hooligans für Gentlemen, Fussball ist ein Sport von Gentlemen für Hooligans)

Die wichtigsten Clubs der I. Liga sind Racing Metro Paris, Glerment-Ferrant, Toulon, Toulouse, Perpignan und Biarritz. Sie stellen die Mehrzahl der Spieler der französischen Nationalmannschaft. Die Spieler sind meist stämmige Bauernburschen und wiegen so zwischen 120 bis 150 Kilo. Und dies ohne ein Gramm unnötiges Fett. Sie bestehen meist nur aus Muskeln. Die Läufer sind etwas leichter und schneller.

Das Spiel kann man nicht mit dem amerikanischen Rugby vergleichen, denn ausser Shirt, Hose und Schuhe tragen diese harten Burschen nichts zum Schutz ihres Astralkörpers. Ihr Dialekt ist leicht erkennbar, ebenso wie den der Fernsehreporter, ebenfalls alles ehemalige Stars dieses Nationalsports. Es werden zweimal 40 Minuten mit einer einzigen Halbzeitpause von 15 Minuten gespielt.

Zur Zeit läuft die Europameisterschaft, man nennt sie hier "Tournoi des VI. Nations". Nur sechs europäische Länder verfügen über eine Rugby - Liga: Frankreich, Italien, England, Wales, Schottland und Irland.

Gestern verlor erwartungsgemäss Italien gegen Wales. Die harten walisischen "Kuchenfresser" liessen den larmoyanten Italienern keine Chance. Prinz William freute sich wund. Sie pflügten sie förmlich unter den Rasen. Anschliessend verlor Frankreich gegen England im grössten Rugby - Stadion der Welt, im Londoner Stadtteil Twickenham, das mit 80.000 Zuschauern restlos ausverkauft war. Prinz Harry war aus dem Häuschen und umarmte seine Leibwächter.

Heute spielen Schottland gegen Irland ebenfalls in Twickenham. Das Arrangement für zwei Übernachtungen im angrenzenden London-Meridien mit Platzkarten für beide Spiele und Flug kostet cirka 12.000 Euro. Die französischen Fans sparen das ganze Jahr auf dieses Grossereignis.

Die Strassen Frankreichs werden ab 16 Uhr 00 leergefegt sein. Die Kneipen haben Fernsehgeräte aufgestellt und sind seit Wochen ausgebucht.

Das Kommando des Schiedsrichters für ein Mêlé lautet: " Crouch, touch, pause, engage! " In diesem Sinne wünsche ich allen sportbegeisterten Freunde:

" Einen schönen Sonntag noch!"


post scriptum: Heute Abend verkündet der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy im Fernsehen eine erneute Kabinettsumbildung. Die Franzosen werden bis dahin aber schon im Bier - und Rotwein - Rausch sein. Der Franzose würde ohnehin nur mit den Schultern zucken und abfällig lärmen: " Ils sont tous les même voyous!" ( Es sind doch alles die selben Gauner!)

Krem-Browning schrieb am 27.02.2011 um 16:26

Ich habe schon als Kind alle Mannschaftsspiele/-sportarten leidenschaftlich gehasst. Vor allem, weil ich da nie die Regeln nachvollziehen konnte. Und wenn ich manchmal doch einen geistige Erleuchtung hatte und die Regeln begriff, dann lag es über meine Fähigkeiten, ihnen zu folgen. Deswegen hatte ich immer Zoff mit der Sportlehrerin in der Schule... weil bei und die Mannschaftsspiele sehr wichtig im Unterricht waren. Also oberste Pflicht. Außerdem fand sie meine Liebe zu Schlittschuhe und Inliner doof. Schlittschuhe ging zwar noch... aber Inliner wurden bei uns sowieso als perverse kapitalistische Erscheinung betrachtet. Ohne Murks.

Ach ja... die Kabinettsumbildung in Frankreich. Heißt es etwa, Angela Merkel hat Nicolas Sarkozy überzeugt, uns unser Problembaron der Nation abzunehmen?

Monsieur Rainer schrieb am 28.02.2011 um 00:42

Liebe Frau Krem-Browning, nun, ich begeistere mich seit 50 Jahren für Rugby, bin aber, ich gestehe es, bis heute nicht zu 100% durch alle Regeln durchgestiegen. Nun zu Ihrer Frage wegen Ihres Freiherrn. Nein, in Frankreich wäre ein falscher akademischer Grad unverzeihlich. Der Mann wäre gesellschaftlich und politisch tot. Doch illegal Fregatten nach Taiwan verkaufen, Waffen nach Angola schmuggeln, Blut, Leid und Tränen verursachen beim Sturz eines francophonen Despoten, das geht! Geldwäsche, verseuchte Blutkonserven, fiktive Beamte beschäftigen und deren Gehälter kassieren, das geht! Was nicht geht, ist schummeln beim Examen an einer der Grandes Ecoles, einen erschlichenen akademischen Grad tragen, Zeugnisse und Visitenkarten abkupfern oder fälschen, nein, die totale gesellschaftliche Ächtung wäre dem Kandidaten sicher. Mein Gott, habt Ihr keine anderen Sorgen in Deutschland als einem eitlen Gockel hinterher zu blaffen? Habt Ihr keine politische Korruption? Verkauft ihr nicht als drittgrösster Waffenexporteur der Welt Eure Kanonen an die Massenmörder dieser Welt? Wascht Ihr nicht das Blut-Geld der Despoten in Euren Banken und Industriegiganten? Wir in Frankreich machen das alles. Und Ihr in Deutschland nicht? Tu felix germania! (Für Nichtlateiner: Du glückliches Germanien)


Monsieur Rainer

Monday, February 28, 2011
Mein Blog in "der Freitag": Der Freitag ist das Asylantenheim der Intelligenz

Ohne jeden Zweifel ist das Online-Forum des "der Freitag" eine hochprozentige Melange aus den besten und intelligentesten Bloggern, Publizisten und Redakteuren, dies es in der deutschen Medienlandschaft gibt. Jede altehrwürdige Tageszeitung und jedes Journal würde sich die Finger bis zum Ellenbogen danach abschlecken, eine solch geballte Intelligenz und Vielseitigkeit in seinen muffigen Redaktionsstuben beherbergen zu dürfen.

Warum hat sich hier diese geballte Ladung an Kreativität versammelt? Wenn man einige Wochen die Beiträge in diesem Forum beobachtet, die Kommentare liest, die Debatten verfolgt, dann wird klar, wieso diese Menschen sich in einer Tageszeitung, einem Journal oder in einem anderen Onlineforum niemals in dem Masse wohl fühlen würden, wie in 'der Freitag'.

Hier stossen wir auf eine Ansammlung hochintelligenter Individualisten, die unterschiedlich ausgebildet wurden und je nach Vita auch unterschiedliche Lebenserfahrungen gemacht haben. Sie alle verbindet nur eines: Sie wollen ihre Meinung frei äussern dürfen, ohne am Gängelband von Zensoren zu hängen, ohne auf überzogene political correctness Rücksicht nehmen zu müssen und in der Gewissheit stehen, dass sie nicht Teil eines ferngesteuerten Medienkonzernes sind.

Die Medienlandschaft in Deutschland ist in staatsrechtlich höchst ungesundem Masse konzentriert. Im Prinzip teilen sich wenige Medienzaren den Markt auf und bestimmen, je nach politischer Einstellung, die Meinungsbildung durch ihre Medien. Da ist Gruner & Jahr mit seinem Flagschiff DER SPIEGEL, da ist die Georg von Holtzbrinck - Gruppe mit seiner am 1.6.2009 übernommenen ZEIT, da ist die WAZ - Gruppe, da ist die Burda - Gruppe mit FOCUS und BUNTE, da ist der Springer - Konzern mit seinem Flagschiff BILD und schliesslich ist es der von Liz Mohn gesteuerte Bertelsmann - Konzern, dem auch die RTL-Gruppe mehrheitlich gehört.

Noch steht der FREITAG alleine mit seiner geballten Kompetenz und Intelligenz und behauptet sich gegen die Allmacht der Konzerne mit dem Attribut "Arm aber intellektuell sexy". Der FREITAG findet mehr und mehr Beachtung. Was kann man hier in dem Onlineforum noch verbessern? Die Themen sind so weitgefächert, wie die Interessen der Community. Bei der Einstellung eines Blogs kann man ankreuzen, zu welchem Thema man etwas zu sagen hat. Das ist klug gedacht, findet aber auf der Community NEUESTE BLOGS keine Unterscheidung.

Daraus ergibt sich folgendes Problem: Das Forum NEUESRE BLOGS wird minütlich durch erstklassige Beiträgen verändert, weil alle eingestellten Blogs auf diesem Forum landen, gleichviel welches Thema die Blogs zum Inhalt haben. Ergo ein Kessel buntes! Es ist also eine Frage des TIMINGS, wann man seinen Blog einstellt. Denn vom Timing hängt es ab, ob man gelesen wird oder nicht. Stellt man seinen Blog etwa am frühen Morgen ein, dann darf man gewiss sein, dass er bis zur "Hauptverkehrszeit" in den Annalen des Forums verschwunden ist. Das ist schade!

Deshalb rege ich an, zu prüfen, ob es nicht auch technisch möglich wäre, die Rubrik NEUESTE BLOGS in die Themenbereiche zu unterteilen. Damit würden die Blogs treffsicherer zu finden sein und länger im Blickfeld der Communtity - Teilnehmer bleiben. Dies ist nur eine wohlwollende Anregung.

Abschliessend muss man konstatieren, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung, das vom Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als hohes Gut geschützt wird, hier im FREITAG vollzogen wird. Zu diesem Thema hat gerade der Cour européenne des droits de l'homme eine richtingsweisende Entscheidung gefällt. Das Recht auf freie Meinungsäusserung ist in der Menschenrechts - Charta der römischen Verträge von 1953 als höchstes Gut eingestuft werden und wird doch täglich von vielen Onlineforen und Fernsehsendungen mit Füssen getreten.

Wieviele Jounalisten sind schon an den Rand der Verzweiflung getrieben worden, weil sie nicht das berichten durften, was die Bevölkerung unbedingt wissen sollte. Es war eben nicht politisch korrekt oder passte nicht in die vorgegebene politische Ausrichtung des Senders, des Journals oder der Zeitung.

Der Freitag ist das Asylantenheim der Intelligenz!

Monsieur Rainer

Saturday, February 26, 2011
Mein Blog in "der Freitag": Ghaddafi ein Sohn Frankreichs Teil II

Dies ist ein wohl seltener Vorgang im gesamten diplomatischen Corps Europas. Nun muss man natürlich wissen, der Franzose an sich ist streitlustig und wenig obrigkeitshörig. Er stellt per se alles in Frage, was von den Politikern so gerne postuliert wird. Doch dass ausgerechnet die Elite der elitären Grandes Ecoles es wagen, sich im Café Marly in Paris konspirativ zu treffen, um einen Artikel in der altehrwürdigen LE MONDE zu verfassen, das ist auch für La Grande Nation ein novum.

Was ist geschehen? Frankreich hat durch seinen ehrenwerten Präsidenten Charles de Gaulle nach Beendigung des Algerienkrieges seine Kolonien in eine Art Scheinselbstständigkeit entlassen. Der französische Militärgeheimdienst DGSE (Direction Général de la Sécurité étrangère) gründete grosse nationale Konzerne wie zum Beispiel ELF – Aquitaine, die die Ressourcen Afrikas für Frankreich’s Wirtschaft zu sichern haben. Dazu mussten willfährige Staatspräsidenten in den in die Unabhängigkeit entlassene Kolonien installiert werden.

Frankreich bildete die schwarze Elite der ehemaligen Kolonien an ihren Grandes Ecoles aus und schulten das höhere und mittlere Kader der Francophonie an Frankreichs Eliteuniversitäten, wie die Ecole polytechnique, der Science Po und der Militäracademie von Saint Cyr. Die schwarzafrikanische und maghrebinische Polizei wurden durch die Ecoles superieur des Officiers de Police in Saint Cyr au Mont d’Or bei Lyon und in der Ecole de la Police Nationale in Melun im Département Seine et Marne ausgebildet. Die schwarzafrikanischen Geheimdienste wurden von der Action secret des DGSE im Fort Noisy-le-sec im Département Seine-Saint-Denis gedrillt.

Dann wurden die Herren, versehen mit den Geschäftskontrakten mit ELF – Aquitaine, in der Francophonie zur “Wahl” präsentiert. Wenn es nicht gleich auf Anhieb klappte und die Bevölkerung die Zusammenhänge nicht gleich verstehen wollte, halfen der DGSE und die Légion étrangère etwas nach.

Frankreichs Botschafter waren aber die eigentlichen Geschäftsführenden Präsidenten der Francophonie. Das ging meist gut. Wenn einmal einer der “Präsidenten” aus der Reihe tanzte und beispielsweise mit China, Kuba oder anderen Staaten ausser Frankreich fraternisierte, dann wurde er durch die französische Fremdenlegion eben gestürtzt. Für jeden Präsidenten von Frankreichs Gnaden hielt man sich, wie beim Fussball, einen Ersatzspieler im französischen Mutterland, gehätschelt und geschult durch den DGSE, so wie gerade an der Côte d’Ivoir zu besichtigen ist, wo der abtrünnige Gbagbo durch den treuen Quattara durch “ Wahlen “ ausgetauscht wird. Er hatte plötzlich Uran an China, statt an Frankreich verkauft, so geht das natürlich nicht! Quelle honte!

Nun erheben sich die Völker Afrikas, des Maghreb und auch im nahen Osten gegen die jahrzehntelange Knechtschaft dieser “Präsidenten”, die bis vor wenigen Wochen noch von Frankreich hofiert, gehätschelt und heiss geliebt waren. Sie bekamen alle ihre fetten Provisionen, durften das meiste Geld behalten und jede Menschenrechtsverletzung begehen, wenn sie nur treu zu Frankreich standen. Sie reinvestierten ihr gestohlenes Blut-Geld wieder in Frankreich, kauften ganze Strassenzüge von Paris und residierten in ihren Luxusvillen an der Côte d’Azur. Sie konnten im Kokainrausch Kinder totfahren, ihre Drecksaufeste in Saint Tropez feiern, alles war erlaubt, denn sie genossen Diplomatenstatus.

Frankreich wird es himmelangst, ob des Bekanntwerden der furchtbaren Verbrechen ihrer “Präsidenten”. Der Elyséepalast erkennt die Gefahr nicht und hofierte bis vor wenigen Tagen noch die meisten Despoten von Frankreichs Gnaden. Noch an Weihnachten 2010 machte die französische Aussenministerin Michèle Alliot-Marie Urlaub auf Kosten von Zine BEN ALI in Tunesien. Ihr Vater, der 93 jährige ehemalige Rugby – Star Frankreichs, schloss dabei noch gute neue Geschäftsverträge mit dem Regime Ali ab. Das war immer schon so und bis vor wenigen Tagen nicht anrüchig. Heute regt sich ganz Frankreich darüber auf.

Als jedoch auch noch bekannt wurde, dass Muammar – al – Ghaddafi einen korsischen Vater hat, war das Mass voll. Sein leiblicher Vater heist Albert Preziosi und ist 1915 in Vezzani geboren. Er war Lieutenant bei der französischen Luftwaffe und ein Seitensprung der Mutter von Ghaddafi. Nun werden diese familiären Bindungen zu Frankreich bekannt. Colonel Ghaddafi ist nicht nur der illegitime Sohn (Fils caché) eines korsischen Kriegshelden, der in Frankreich als Heroe verehrt wird, weil er für die France libre gegen Hitler und das Vichy – Regime des Marschall Pétain gekämpft hat. Lieutenant Albert Preziosi war auch Mitglied der berühmten Luftwaffenstaffel der “Escadrille Normandie-Niemen”.

Die Verbindung des Muammar – al – Ghaddafi zu Frankreich werden noch durch weitere historisch belegte Ereignisse belegt. Es gibt einen weiteren Zeugen der engen Verbindung Ghaddafis zu Frankreich: Ein ehemaliger Agent des französischen Geheimdienstes Renseignement géréraux, François Quilichini, heute 79 Jahre alt, hatte ohne Zweifel den ersten Kontakt zu dem Despoten im Jahre 1971, also zehn Jahre nach den ersten Gerüchten, dass Ghaddafi ein Sohn Frankreichs ist. Der Agent war Chef des Bureau des französischen Geheimdienstes im Niger, dessen Präsident damals Hamani Diori war.

Der Agent Quillichini, ebenfalls ein Korse, berichtet : » Präsident Diori und ich waren zusamen in Arlit, in der Region, wo die grössten Minen zum Abbau von Uran in Afrika sind. Dort lernte ich den neuen starken Mann Lybiens kennen. Er stellte sich als Colonel Ghaddafi vor. Er sagte zu mir, vor Dir steht ein richtiger Patriot Frankreichs. Mein wahrer Vater ist ein Militärangehöriger deiner Insel [Korsika]. Verschieden Kameraden von Albert Preziosi bestätigten mir diese Behauptung. Lieutenant Preziosi war in einem Einsatz in Libyen und stürzte in der Wüste mit seinem Flugzeug ab. Wundersamerweise wurde er von einem Beduinenstamm in Fezzan gerettet. Dabei hatte er die Mutter Muammar-al-Ghaddafis kennen und lieben gelernt!”

Diese Version wird auch durch die Kameraden Albert Preziosi’s Georges Masurel und Pierre Lorillon bestätigt, Sie waren ebenfalls in der Staffel der französischen Luftwaffe “Normandie 3”. Damit dürfte die unverständliche Affinität Ghaddafi’s zu Frankreich und umgekehrt geklärt sein.

Die Diplomaten Frankreichs haben die Nase voll von diesem Abgrund an Komplizenschaft Frankreichs mit den Despoten im Maghreb und in Afrika. Sie meutern. Und dieser Vorgang ist wohl einmalig in der Geschichte der Diplomatie!

Wer meint, sich nun über die Hypokrisie der französischen Aussenpolitik empören zu müssen, der sollte vor der eigenen Haustüre kehren. Wie sonst ist das larmoyante und verlogene Taktieren anderer europäischer Regierungschefs zu erklären ?

Honi soit qui mal y pense !

Monsieur Rainer

Friday, February 25, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Frankreichs Diplomaten murren !

Dies ist ein wohl seltener Vorgang im gesamten diplomatischen Corps Europas. Nun muss man natürlich wissen, der Franzose an sich ist streitlustig und wenig obrigkeitshörig. Er stellt per se alles in Frage, was von den Politikern so gerne postuliert wird. Doch dass ausgerechnet die Elite der elitären Grandes Ecoles es wagen, sich im Café Marly in Paris konspirativ zu treffen, um einen Artikel in der altehrwürdigen LE MONDE zu verfassen, das ist auch für La Grande Nation ein novum.

Was ist geschehen? Frankreich hat durch seinen ehrenwerten Präsidenten Charles de Gaulle nach Beendigung des Algerienkrieges seine Kolonien in eine Art Scheinselbstständigkeit entlassen. Der französische Militärgeheimdienst DGSE (Direction Général de la Sécurité étrangère) gründete grosse nationale Konzerne wie zum Beispiel ELF – Aquitaine, die die Ressourcen Afrikas für Frankreich’s Wirtschaft zu sichern haben. Dazu mussten willfährige Staatspräsidenten in den in die Unabhängigkeit entlassene Kolonien installiert werden.

Frankreich bildete die schwarze Elite der ehemaligen Kolonien an ihren Grandes Ecoles aus und schulten das höhere und mittlere Kader der Francophonie an Frankreichs Eliteuniversitäten, wie die Ecole polytechnique, der Science Po und der Militäracademie von Saint Cyr. Die schwarzafrikanische und maghrebinische Polizei wurden durch die Ecoles superieur des Officiers de Police in Saint Cyr au Mont d’Or bei Lyon und in der Ecole de la Police Nationale in Melun im Département Seine et Marne ausgebildet. Die schwarzafrikanischen Geheimdienste wurden von der Action secret des DGSE im Fort Noisy-le-sec im Département Seine-Saint-Denis gedrillt.

Dann wurden die Herren, versehen mit den Geschäftskontrakten mit ELF – Aquitaine, in der Francophonie zur “Wahl” präsentiert. Wenn es nicht gleich auf Anhieb klappte und die Bevölkerung die Zusammenhänge nicht gleich verstehen wollte, halfen der DGSE und die Légion étrangère etwas nach.

Frankreichs Botschafter waren aber die eigentlichen Geschäftsführenden Präsidenten der Francophonie. Das ging meist gut. Wenn einmal einer der “Präsidenten” aus der Reihe tanzte und beispielsweise mit China, Kuba oder anderen Staaten ausser Frankreich fraternisierte, dann wurde er durch die französische Fremdenlegion eben gestürtzt. Für jeden Präsidenten von Frankreichs Gnaden hielt man sich, wie beim Fussball, einen Ersatzspieler im französischen Mutterland, gehätschelt und geschult durch den DGSE, so wie gerade an der Côte d’Ivoir zu besichtigen ist, wo der abtrünnige Gbagbo durch den treuen Quattara durch “ Wahlen “ ausgetauscht wird. Er hatte plötzlich Uran an China, statt an Frankreich verkauft, so geht das natürlich nicht! Quelle honte!

Nun erheben sich die Völker Afrikas, des Maghreb und auch im nahen Osten gegen die jahrzehntelange Knechtschaft dieser “Präsidenten”, die bis vor wenigen Wochen noch von Frankreich hofiert, gehätschelt und heiss geliebt waren. Sie bekamen alle ihre fetten Provisionen, durften das meiste Geld behalten und jede Menschenrechtsverletzung begehen, wenn sie nur treu zu Frankreich standen. Sie reinvestierten ihr gestohlenes Blut-Geld wieder in Frankreich, kauften ganze Strassenzüge von Paris und residierten in ihren Luxusvillen an der Côte d’Azur. Sie konnten im Kokainrausch Kinder totfahren, ihre Drecksaufeste in Saint Tropez feiern, alles war erlaubt, denn sie genossen Diplomatenstatus.

Frankreich wird es himmelangst, ob des Bekanntwerden der furchtbaren Verbrechen ihrer “Präsidenten”. Der Elyséepalast erkennt die Gefahr nicht und hofierte bis vor wenigen Tagen noch die meisten Despoten von Frankreichs Gnaden. Noch an Weihnachten 2010 machte die französische Aussenministerin Michèle Alliot-Marie Urlaub auf Kosten von Zine BEN ALI in Tunesien. Ihr Vater, der 93 jährige ehemalige Rugby – Star Frankreichs, schloss dabei noch gute neue Geschäftsverträge mit dem Regime Ali ab.

Das war immer schon so und bis vor wenigen Tagen nicht anrüchig. Heute regt sich ganz Frankreich darüber auf. Als auch noch bekannt wurde, dass Muammar – al – Ghaddafi einen korsischen Vater hat, war das Mass voll. Sein leiblicher Vater heisst Albert Preziosi und ist 1915 in Vezzani geboren. Er war Lieutenant bei der französischen Luftwaffe und ein Seitensprung der Mutter von Ghaddafi. Nun werden diese familiären Bindungen zu Frankreich bekannt. Die Diplomaten Frankreichs haben die Nase voll von diesem Abgrund an Komplizenschaft Frankreichs mit den Despoten im Maghreb und in Afrika. Sie meutern.

Und dieser Vorgang ist wohl einmalig in der Geschichte der Diplomatie!

Wer meint, sich nun über die Hypokrisie der französischen Aussenpolitik empören zu müssen, der sollte vor der eigenen Haustüre kehren. Wie sonst ist das larmoyante und verlogene Taktieren anderer europäischer Regierungschefs zu erklären ?

Honi soit qui mal y pense !

Monsieur Rainer


Friday, February 25, 2011
Meine Kritik an einem Redakteur des " der Freitag "

Bei allem schuldigen Respekt, verehrter Herr Kosok, müssen Sie sich als Redakteur des FREITAG auch noch diesem Medienhype um die dämliche Dissertation eines eitlen Gockels anschliessen? Viele andere wichtigen Themen wurden hier im Freitag mit diesem Mist in die Annalen des Forums verbannt. Ich habe langsam genug von dieser Ungleichbewertung der Ereignisse. Der Mehrheit der Deutschen ist der Doktortitel dieses Lackaffen wurscht und mir auch. Epochale Ereignisse mit bisher uneinschätzbaren Konsequenzen ereignen sich in Afrika und im nahen Osten. Wer demonstriert denn für die Menschenrechte der gefolterten und geknechteten Menschen in Afrika, im Maghreb, in Ägypten, im Jemen, in Bahrein? Haben Sie in Deutschland Massenproteste auf den Strassen gesehen? Haben die deutschen Linken zu Solidaritätsdemos aufgerufen? Nein! Aber wegen eines solchen erbärmliches Mistes wie diese blöde Dissertation regt sich halb Deutschland auf. Ich rufe allen Linken angesichts der Tragödien im Maghreb und im nahen Osten zu: "Sagt mal Genossen, schämt ihr euch nicht?"

Monsieur Rainer
Thursday, February 24, 2011
Mein Blog in "der Freitag": Julian Assange soll ausgeliefert werden !

Wie gemeldet wird, hat ein englischer Richter entschieden, dass der Gründer von Wikileaks nach Schweden zu einer "Befragung" ausgeliefert werden kann.

Nach britischem Auslieferungsrecht darf Julian Assange also nur "befragt" werden. Ein Festnahme und eine Anklage wäre also ein Verstoss gegen internationales und englisches Recht. Julian Assange wird jedoch sein Recht auf Revision nutzen und in einen weiteren Rechtszug eintreten. Erst ein englisches Berufungsgericht kann ein rechtskräftiges Urteil über den Antrag der schwedischen Justiz abschliessend und rechtskräftig verhängen und vollstrecken, wenn Julian Assange nicht noch den Cour européenne des droits de l'homme anrufen sollte, was ich ihm raten würde.

Was Julian Assange zurecht fürchtet ist nicht die schwedische Justiz, die ohnehin einen sehr umstrittenen Ruf hat. Die Polizei und die Justiz Schwedens sind durch soviele Skandale desavouiert worden, dass auch der letzte Wohlmeinende von seinen Idealen vom schwedischen Volksheim Abschied genommen hat.

Nein, Julian Assange füchtet, dass die schwedische Justiz nichts anderes ist, als der Handlager der Amerikaner und dass der angebliche Vergewaltigungsversuch, der ohnehin keiner war, nur als Vorwand dient, ihn in die USA zu verfrachten. Dies weiss natürlich Julian Assange, deshalb hat er auch bereits den berühmten Harvard - Professor und leidenschaftlichen Anwalt Alan Dershowitz beauftragt, ihn zu vertreten.

Der sagt, nach Prüfung der Rechts- und Sachlage, dass Julian Assange in den USA nichts zu befürchten habe, da es zu seinem Fall schon höchstrichterliche Präzedenzfälle gäbe, die allesamt mit Freisprüchen geendet haben sollen. Das ist dem Grunde nach richtig! Doch seit diesen Fällen sind vierzig Jahre vergangen und die USA haben sich mit dem PATRIOT ACT sehr weit von der Verfassung entfernt.

Hier kann nur mit dem römischen Rechtsgrundsatz NULLA POENA SINE LEGE argumentiert werden. Kein Mensch darf für ein Vergehen verurteilt werden, das zum Zeitpunkt der Begehung der angeblichen Straftat gar nicht strafbewehrt war!

Doch wer soll denn noch an einen amerikanischen Rechtsstaat glauben?

Monsieur Rainer
Thursday, February 24, 2011
Mein Leserbrief an den Chefredakteur des " der Freitag "

Geschätzter Herr Augstein, zunächst stelle ich klar, dass ich es für prinzipiell falsch halte, einen akademischen Grad zu erwerben, wenn man keine wissenschaftliche Karriere anstrebt. Er ist nämlich dann nur der eigenen Eitelkeit geschuldet. Dies war der erste Fehler von Fhr. zu Guttenberg. Der zweite Fehler war, zu glauben, man käme, wie so viele andere auch, mit einer von Plagiaten durchsetzten Dissertation durch. Das geht öfters dann gut, wenn man nicht im Lichte der Öffentlichkeit steht. Der dritte und schwerste Fehler des Fhr. zu Guttenberg war sein gestriger Auftritt in der Fragestunde des Bundestages. Er weiss es, so gut wie ich es weiss, wo die Initiatoren dieses Medienhypes um seinen dämlichen Doktorhut zu suchen sind. Wer sich aber nicht einmal gegen seine "Freunde" wehren kann, wie soll er dann als Verteidigungsminister die angeblichen "Feinde" der Bundesrepublik abwehren können? Er hätte spätenstens aus letzter Erkenntnis zurücktreten müssen. Er hat sich als Verteidigungsminister disqualifiziert. Sein Doktortitel ist dem deutschen Volk so wurscht wie mir!

Monsieur Rainer
Thursday, February 24, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zur Fragestunde im Bundestag

Ich halte es für anstössig, sich einen akademischen Grad durch Plagiate zu erschwindeln. Ich halte es für falsch, überhaupt nach akademischen Würden zu streben, wenn man gar nicht vor hat, eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen, denn dieser Grad ist dann nur der Eitelkeit geschuldet. Ich halte es für falsch, einen Menschen nach seinem akademischen Grad zu bewerten. Unter den schlimmsten Nazis gab es hochgradig humanistisch gebildete, diplomierte, promovierte und teilweise habilitierte Akademiker, die sich als Monster erwiesen. Ich halte es für falsch, diesem Medienhype nachzutreten, der da um diesen dämlichen Doktortitel eines eitlen Gockels gemacht wird, während wir in Afrika und im Nahen Osten eine epochale Zeitenwende erleben. Ist das ein Verdrängungs-oder Ablenkungsritual, um von unserem eigenen Versagen in der dritten Welt abzulenken? Dem Volk ist der Titel des Fhr. zu Guttenberg rechtschaffen egal. Und mir auch. Wenn ich heute Herr zu Guttenberg gewesen wäre, hätte ich eine fulminante Rede im Bundestag gehalten, Ross und Reiter dieser Hetzkampagne genannt und dann hätte ich meinen Diplomatenpass, meinen Abgeordneten-Ausweis und meine Ernenungsurkunde zum Minister auf das Pult geknallt und den Saal durch das Besuchertor verlassen. Er weiss es sehr genau, auf welcher Seite des Hauses die Urheber dieser Kampagne sitzen und viele andere Insider wissen es auch. Deshalb offenbarte diese Fragestunde im Bundestag einen Abgrund an Heuchelei!

Monsieur Rainer
Wednesday, February 23, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zur Ungleichgewichtung des Rechtes

Ein Blick ins Gesetz erleichtert meist die Rechtsfindung: Herr Schäuble hat Geld unklarer Genese von einem dubiosen Waffenhändler entgegengenommen. Das erfüllt zumindest den Tatbestand einer illegalen Parteienfinanzierung, da er für Abgeordnetenbestechung nicht belangt werden kann, weil diese in Deutschland, in Bukina Faso schon, nicht strafbewehrt ist. Die Abgabe eines Plagiates statt einer wissenschaftlichen Arbeit, die vom Doktoranten eingereicht wird, wird zumindest an der Universität Bayreuth von einer Ehrenerklärung begleitet, in der der Doktorant erklärt, nur eigene wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Erstellung der Dissertation verwendet zu haben. Ein falsches Ehrenwort endet in Deutschland manchesmal in schweizerischen Badewannen, aber nicht vor dem Strafrichter, weil ein gebrochenes Ehrenwort zwar Zweifel an der Ehrenhaftigkeit und dem Kodex eines Wissenschaftlers zulässt, jedoch keine eidesstattliche Versicherung ist, deren Bruch wiederum strafbewehrt wäre! Insoweit ist das eine juristische Ungleichgewichtung! Die Dissertation des Fhr. zu Guttenberg ist eine Sache von Ehre und interessiert mich nicht. Schon Mark Twain sagte: " Ein ehrlicher Politiker ist ein Widerspruch in sich!"

Monsieur Rainer

Wednesday, February 23, 2011
Mein Blog in " der Freitag ": Das Versagen der Linken !

Zu den epochalen Ereignissen in Afrika und im nahen Osten habe ich in meinen vorangegangenen Blogs ausführlich Stellung genommen. Meine Befürchtungen, für diese Blogs intellektuell gesteinigt zu werden, sind nicht eingetreten.

Im Gegenteil, die verbreitete Zustimmung ermutigt mich heute, noch einmal nachzulegen, wohlwissend, dass ich mich auf sehr dünnem Eis bewege. Es entspricht meiner Lebenserfahrung, meinem Temperament und meiner ganzen Einstellung, grundsätzlich die Partei des Schwächeren zu ergreifen. Ich bin also Partei im juristischen und intellektuellen Sinne, wenn ich gegen den Mainstream anschwimme und auf Dinge hinweise, die im medialen Budenzauber um Hartz IV, Doktortitel, Seifenwerbung und Landtagswahlen unterzugehen drohen.

Mich beschleicht der subjektive Eindruck, dass dieser ganze so von mir beschriebene Medienzauber von epochalen Ereignissen und von einer längst überfälligen Frage ablenken sollen, die uns alle bis ins Mark erschüttern sollten, wenn wir nur ein Rest an Gewissen unser eigen nennen dürfen.

Machen wir uns mitschuldig an den Verbrechen der Massenmörder in Afrika und dem nahen Osten? Haben wir zulange geschwiegen? Und was tun wir heute für die geknechteten, entrechteten, gefolterten und getöteten Menschen in diesen Ländern?

Die Antwort, verehrte Freunde von der Linken, kann und will ich uns nicht ersparen! Wir sitzend staunend vor dem Fernsehgerät, verfolgen die grauenhaften Bilder von Mord, Totschlag und Bruch der Menschenrechte und tun nichts! Wir haben Angst vor der Beantwortung einiger grundsätzlicher Fragen:

1. Was haben wir Linken seit dem Besuch des Schah von Persien in Berlin gegen die Verbrechersysteme dieser Welt unternommen?

2. Haben wir nicht profitiert von den Handelsbilanzüberschüssen Europas, speziell Deutschlands, die zu Lasten der armen Länder gehen?

3. Haben wir energisch genug protestiert, als die Verbrecher dieser Welt die Wachbataillone vor unseren Regierungsitzen abgeschritten haben? Als ihnen noch die Orden um ihre schmutzigen Hälse gehängt wurden? Als unsere politische Clique mit diesen Verbrechern ihre Geschäfte gemacht hat, ihr Blut-Geld wuschen und ihnen als drittgrösster Waffenexporteur der Welt auch noch das Gerät dazu lieferten, um ihre Bevölkerung in Schach zu halten?

4. Und nun erheben sich nach jahrzehntelanger Gewaltherrschaft die geknechteten Menschen gegen die von uns hofierten Verbrecher. Was tun wir ? Was tut die sozialistische Internationale? Sie schliesst klammheimlich den ehemaligen Herrscher von Tunesien aus. Aha, ich wusste gar nicht, dass Ben Ali ein Mitglied der Sozialistischen Internationalen war.

Angst beherrscht insgeheim die LINKE. Angst vor der Frage, warum haben wir dieses Unrecht zugelassen, Angst davor, die Quittung für unsere schweigende Duldung des Unrechts, zu präsentiert zu bekommen. Die Menschen stehen nämlich mit den vorsorglich ausgefüllten Quittungen vor unseren Türen. Auf diesen Quittungen steht das Wort ASYL! Und was machen wir? Wir verschanzen uns mit hitner einem festungsähnlichen Bollwerk aus Polizei und Stacheldraht und igeln uns in unserer "heilen" Welt EUROPA ein.

Das ist falsch! Wir müssen in Massenprotesten alle gutmeinenden und ehrlichen Menschen des Westens auf unsere Strassen rufen, um gegen unsere Zuhälter der Verbrecher zu protestieren und für die geknechteten Menschen Partei ergreifen.

Die einzige Sozialistin, die den zaghaften Versuch einer Andeutung auf ein gewissens Unrechtsbewusstsein gewagt hat, war gestern Abend die französische Sozialistenführerin Martine Aubry. Sie sagte wörtlich:" Wir hier in Frankreich, speziell das Aussenministerium am Quai d'Orsay, müssen unsere ganze Aussenpoltik neu überdenken". Gut, das ist nicht viel, aber es ist ein Anfang. Vielleicht ist es aber auch nur Wahlkampf, denn die Sozialisten Frankreichs haben unter der Regentschaft von François Mitterand das Verbrechersystem in ihrer Francophonie sogar noch perfektioniert.

Und wie äussert sich die deutsche Sozialdemokratie? Der Lehrer aus Goslar, der in die zu grossen Schlappen eines Willy Brandt geschlüpft ist, platzt fast vor Stolz über den Sieg von Scholzomat in Hamburg und erregt sich mit hochrotem Kopf über die Verlogenheit des Fhr. zu Guttenberg.

Meine Frage: Ist der Herr einfach nur intellektuell beschränkt oder fürchtet er um seinen Schnitzelfriedhof, wenn er für die Menschen in Afrika und dem nahen Osten Partei ergreift und die Arbeiter zu Solidaritätskundgebungen auf die Strassen Deutschlands aufruft?

Auf unsere Politiker ist kein Verlass. Aber wir haben die Pflicht, die Massen gegen das Unrecht zu mobilisieren!

Monsieur Rainer
Wednesday, February 23, 2011
Mein Blog in "der Freitag": Doktortitel ein Quotenhit !

Epochale Ereignisse von nicht abschätzbaren Konsequenzen erschüttern derzeit Afrika und den nahen Osten. Die Menschen in den von Despoten, Kleptokraten, Menschenschindern und Massenmördern unterdrückten Ländern erheben sich nach jahrzehntelanger Unterdrückung, Knechtschaft, Folter, Mord, Unrecht mit beispiellosem Mut der Verzweiflung gegen diese Verbrecher.

Wir Europäer haben diesem himmelschreienden Unrecht schweigend zugeschaut und uns damit zu Komplizen der Verbrecher gemacht. Wir haben die Despoten hofiert und gute Geschäfte mit ihnen gemacht. Wir haben ihr Blutgeld gewaschen und uns gefreut, dass sie damit unsere Waffen und andere Waren abgekauft haben.

Wir haben diese Länder mit unseren hochsubventionierten Agrarprodukten überschwemmt und damit die Bauern der fruchtbaren Böden in Afrika in den Hungertod getrieben. Unser Gewissen beruhigten wir durch Spendengalas an Weihnachten. "Ja, ja, es ist schon schlimm, dass jede zehn Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt" , heucheln wir vor uns hin und tun nichts!

Aber wenn es um den gefälschten Doktortitel eines eitlen Gockels geht, dann sitzen wir alle auf dem Sofa und sind beleidigt. Noch schlimmer, wir steigern unsere Auflagen und unsere Einschaltquoten in den Medien und in den ONLINE - Foren, wenn wir uns in BILD - Zeitungsmanier an einem eitlen Lackaffen abarbeiten!

Ich rufe euch allen zu, ihr quotengeilen Schreiberlinge: " Schämt ihr euch nicht?"

Monsieur Rainer
Tuesday, February 22, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag" zu den Landtagswahlen

Sollten wir uns nicht auch einmal grundsätzliche Gedanken zu diesen in meinen Augen lächerlichen Wahlen machen? Erstens ist es absoluter Blödsinn, ständig zu verschiedenen Terminen Wahlen abzuhalten, so kann keine langfristige und fruchtbare Politik gemacht werden. Das erinnert an die Quartalszahlen amerikanischer Konzerne, die jedes strategische Denken verhindern. Kann man sich vielleicht einmal darauf einigen, alle Landtagswahlen an einem Tag zu veranstalten? Zweitens müssen wir uns doch alle fragen, was wir mit diesen Wahlen überhaupt verändern können. Wir haben doch nur die Wahl zwischen dem grösseren oder kleineren Übel. Die Parteien setzen den Deutschen ihre Kandidaten vor, dies sie in verrauchten Hinterzimmern ausgekungelt haben und der "Urnenpöbel" darf dann darüber "abstimmen". Das ist keine gute Demokratie, das ist keine schlechte Demokratie, das ist überhaupt keine Demokratie, das ist eine Parteiendiktatur!

Monsieur Rainer


Tuesday, February 22, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zu Ghaddafi und die Kleptokraten

Deutschland und auch "der Freitag" schütteln sich vor Ekel über die lächerliche Dissertation eines eitlen Gockels. Deutschland macht sich Sorgen um den Dax und um die heimgekehrter Kriegsgewinnler der deutschen Konzerne. Gaddafi erpresst Europa: "Wenn Ihr mich fallen lasst, dann öffne ich die Grenzen zur europäischen Union und ihr werdet mit Millionen von Flüchtlingen aus ganz Afrika überschwemmt!" Und Europa reagiert, wie gewünscht: Es verhängt keine Sanktionen gegen Libyen! Das ist in sehr zynischer Weise folgerichtig. Jahrzehntelang hat Europa von der Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen in der sogenannten "Dritten Welt" profitiert Man hat die Despoten hofiert, ihr Blutgeld gewaschen und gute Geschäfte mit ihnen gemacht. Pflichtschuldigst hat man auch aus kosmetischen Gründen Allgemeinplätze über die Einhaltung von Menschenrechten ausgetauscht. Das war's. Und nun stellen wir "überrascht" fest, dass unsere Geschäftsfreunde ja alles Schwerverbrecher und Massenmörder sind. Wir vergessen dabei eines: Wer einem Massenmörder die Steigleiter hält, macht sich zu seinem Komplizen! Wir alle sind die Komplizen dieser Verbrecher. Wir haben es zugelassen. Wir hatten nicht den Mut, auf die Strasse zugehen und gegen die Anwesenheit der Despoten zu demonstrieren, wenn sie unsere Wachbataillone abgeschritten sind. Wir Franzosen haben murrend zugesehen, wie dieser meschuggene libysche Despot sein Beduinenzelt in den Pariser Gärten aufschlagen durfte. Zu seiner Sicherheit wurde halb Paris unter "Hausarrest" gestellt. Im Elyséepalast hat Nicolas Sarkozy derweil das getan, wofür er von den Grand Patrons als Staatspräsident ausgewählt wurde: Er hat französische Waffen, Atomkraftwerke und sonstige Güter verkauft und seine Öl - und Gas -Ressourcen für ELF -Aquitaine gesichert. Und nun sind da plötzlich Menschen, die um ihr Recht kämpfen? Wie bitte? Da gibt es auch Menschen in diesen Ländern und nicht nur Ghaddafis usw? Wir sind völlig überrascht! Das ist ein Dominoeffekt und wir sind fassungslos. Wir stehen vor einem Abgrund an Heuchelei und Komplizenschaft. Das ist die Nachricht, die uns beschäftigen sollte und nicht die dämliche Doktorarbeit eines Ministers. Da gibt es wahrlich grössere Verbrechen in unserer Wirtschaft und unserer Politik!

Monsieur Rainer

Tuesday, February 22, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zum Thema: Verhältnis Europa - Despoten

Solange sich ganz Deutschland und alle Medien, auch hier im Freitag, seitenweise über eine dumme Dissertation eines eitlen Politikers aufmanteln können und gleichzeitig der Regierung ihre "Geschäftsfreunde" in Afrika und Arabien reihenweise abhanden kommen und sie hilflos vor diesen epochalen Ereignissen stehen und keine Antworten wissen, weil sie selbst jahrzehntelang die Komplizen und Zuhälter dieser Despoten, Kleptokraten und Menschenschinder waren, solange wird sich in Deutschland nichts ändern. Man muss zu dem Schluss kommen, Deutschland und Frankreich sind marode, politisch korrupt und unrettbar moralisch und finanziell bankrott. Das wissen sehr viele Menschen in den beiden Kernländern Europas. Nur, wer steht auf und tut etwas dagegen, ausser Bücher und Artikel zu schreiben? Niemand! Erst kommt das Fressen, dann die Moral, sagte einst Berthold Brecht. Und ich zitiere Nestroy: " Der Mensch an sich ist gut, die Leute sind halt ein Gesindel!" Gerade zu dem Thema Verhältnis Europa zu den afrikanischen Despoten habe ich hier mehrere Blogs eingestellt. Ich lade Sie ein, sie zu lesen. Zu diesem Thema hat der von mir sehr verehrte Jean Ziegler wieder ein neues Buch geschrieben: " Hass auf den Westen". Wir Europäer haben im besonderen Masse versagt. Wir waren die Komplizen und Hehler der Despoten, sie waren unsere Geschäftsfreunde, die wir gerne hofiert haben. Über die Menschrechtsverletzungen in deren Ländern haben wir grosszügig hinweggesehen. Wir haben ihr Blutgeld gerne genommen, gewaschen und in unsere Wirtschaft und in unsere Banken investiert. Und genau diese Haltung fällt uns jetzt auf die Füsse.

Monsieur Rainer

Tuesday, February 22, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Wahlergebnis in Hamburg

Verehrter Forist, mit Olaf Scholz oder der SPD hat dieser Wahlerfolg, so vermuten Sie richtig, herzlich wenig zu tun. Man hätte auch einen Besenstil aufstellen können und hätte ihn nur mit einem Etikett bekleben müssen, auf dem geschrieben steht: "Ich bin Hamburger und NICHT in der CDU!" Dass eben jener Olaf Scholz als Hamburger Innensenator das grösste Polizeidesaster in der Geschichte der Hamburger Ordnungshüter hinterlassen hat, dass Olaf Scholz der Generalsekretär des Kollateralschadens der niedersächsischen Anwaltschaft und Urheber der Hartz-Gesetze war, dass er die dämlichsten Sprechblasen in allen möglichen Talkshows der Republik entleert hat, das wird eben billigend in Kauf genommen. Und der feiste Volksschuler aus Goslar platzt fast vor Stolz auf seine SPD. Wenn diese Arbeiterverräter allen ernstes glauben, dass dieses Wahlergebnis in Hamburg eine Bestätigung ihrer trostlosen Politik ist, dann haben sie sich mächtig verbrannt.

Monsieur Rainer
Sunday, February 20, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag "

Liebe sachichma, schon Kurt Tucholsky sagte: " Was darf Satire? Alles!" Nun, den ganzen Debatten um die lächerliche Dissertation des Freiherrn vermag ich nur noch satirische Züge abzugewinnen.

Ein Beispiel der Ungleichgewichtung:

ZDF - heute - journal, mit der Stoppuhr gemessen:

14.5 Minuten zum Plagiatsvorwurf gegen Guttenberg,

1.30 Minuten zu drei gefallenen Soldaten in Afghanistan,

30 Sekunden zu 285 erschossenen und totgeprügelten Lybiern in Tripolis und Bengazi,

eine verlesene Meldung von 10 Sekunden, dass sich die Deutsche Bundesregierung nicht kritisch gegenüber Oberst Gadafi äussern möchte.

Das nenne ich gelungenen kritischen Journalismus oder ist es noch mit Satire entschuldbar? NEIN, wir erleben in Lybien dasselbe larmoyante Verhalten der Regierung Merkel zu ihren Geschäftsfreunden, wie zu Herrn Husni Mubarak in Ägypten.

Und das ist nur noch ekelerregend!

Monsieur Rainer


Sunday, February 20, 2011
Mein Leserbrief zum Blog in "der Freitag" zur Wahl in Hamburg

Liebe Frau Gorges, Ihrem gelungenen Blog ist nur wenig gescheites hinzuzufügen. Selbstverständlich wird das Hamburger Wahlergebnis von allen Parteien fehlinterpretiert werden, je nach Gusto. Denn Scholzomat ist kein Mann, den irgendjemand wirklich ernst nehmen könnte. Nicht vergessen sind seine gähnend langweiligen Sprechblasen in allerlei Talkshows, seine kunturenlose Tätigkeit in allen möglichen SPD -Funktionen und seine verachtenswerte Politik gegenüber der Arbeiterklasse Deutschlands. Diesem Herrn wäre zuviel der Ehre angetan, wenn man ihn als "Retter" der Rest - SPD feiern würde. Er brauchte schlicht einen Job und war zur rechten Zeit am rechten Ort: In Hamburg, wo er als Innensenator ein Desaster hinterlassen hat. Es ist Tradition, dass man in Hamburg auf eine sehr vornehme und zurückhaltende Weise auch in besten Kaufmannskreisen eben SPD wählt. Mit Olaf Scholz hat das wenig zu tun. Die Volksparteien haben generell das Vertrauen der Bürger dieses Landes verloren. Und das zurecht. Sie vertreten eben nicht mehr das Volk, sie haben sich weitgehend als in sich geschlossene Kaste vom Volk abgekoppelt. Man hat nur noch die Wahl zwischen dem grösseren oder dem kleineren Übel. Beindruckend bis satirisch gut gemacht empfand ich Ihre Analyse des Wahlausgangs und der Statements der Politiker zum Wahlergebnis, heute am frühen Morgen, genauer gesagt um 06 Uhr 18, also gut zwölf Stunden vor der Schliessung der Wahllokale. Damit kommen Sie den herausragenden Sendungen der besten Satiriker Deutschlands Volker Pispers und Georg Schramm gefährlich nahe. Ich bitte Sie in aller Zuneigung zu Ihnen, verehrte Frau Gorges, dies als eines der höchsten Komplimente zu nehmen, die ich zu vergeben habe. Die Aussagen der Politiker sind wirklich nur noch als Satire zu ertragen, um nicht verrückt zu werden. Für mich ist Satire ein Selbstschutz, um nicht gewalttätig gegenüber diesem ganzen politischen Abschaum zu werden.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Sunday, February 20, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zu weiungsgebunden Staatsanwälten
Verehrter Forist, da Sie meine Kommentar in Bausch und Bogen als unqualifiziert abwerten und verächtlich machen, hier ein Auszug aus Wikipedia, der das Gerichtsverfassungsgesetz zitiert:

"Die Staatsanwaltschaft ist als Organ der Exekutive von den Gerichten unabhängig und den Richtern weder über- noch unterstellt. Sie ist im Gegensatz zu den Gerichten nicht unabhängig, sondern hierarchisch gegliedert. An ihrer Spitze steht auf Landesebene an den Landgerichten ein Leitender Oberstaatsanwalt. Die Leitenden Oberstaatsanwälte der einzelnen Staatsanwaltschaften sind einem Generalstaatsanwalt an den Oberlandesgerichten unterstellt. Die Dienstaufsicht über die Generalstaatsanwälte steht dem jeweiligen Landesjustizministerium zu. Innerhalb dieser Hierarchie bestehen von unten nach oben Berichtspflichten sowie Weisungsbefugnisse von oben nach unten. Auf Bundesebene besteht die Bundesanwaltschaft. Die Bundesanwälte unterstehen dem Generalbundesanwalt. Dieser ist wiederum dem Bundesjustizministerium unterstellt. Das Weisungsrecht besteht nur jeweils auf Bundes- oder Landesebene, so dass die Landesebene nicht von der Bundesebene weisungsabhängig ist."

Zitatende.

Monsieur Rainer
Saturday, February 19, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Strafrecht und Adhäsionsverfahren

Ich denke, dass das deutsche Strafrecht insgesamt vom Kopf auf die Beine gestellt werden sollte. Im wesentlichen geht es ja auf Bismarck'sches Junkerrecht zurück, wo das materielle Gut rechtsphilosophisch höher eingestuft wurde, als die Unversehrtheit des Geistes, der Psyche und des Körpers eines Menschen. Dies ist doch bis heute so geblieben. Am Strafrecht wurde immer wieder herumgedoktert und ergänzt auf Teufel komm raus, an der Rechtsphilosophie hat sich jedoch nichts geändert. Und deshalb entspricht die heutige Rechtssprechung auch nicht mehr dem Rechtsempfinden der Bevölkerung. Ich plädiere dafür, dass zunächsteinmal die grundgesetzlich garantierte Trennung von Judikative, Exekutive und Legislative vollzogen wird, wie es der deutsche Richterbund schon seit Jahren fordert. Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass der Genralbundesanwalt und die Generalstaatsanwälte der Länder bis heute weisungsbezogene politische Beamte sind, die jederzeit von ihrem Justizminister in den einstweiligen Ruhestand geschickt werden können, wenn sie nicht parieren. Schon das ist ein schwerer Verfassungsbruch und wurde erst kürzlich, völlig unbeachtet von den deutschen Medien, in einem Urteil des Cour européenne des droit de l'homme kritisiert. Dann gehört eine neue Gerichtsverfassung her: Vor jedem Zivilprozess hat ein Moderator das Wort, erst wenn sich die Parteien nicht einigen, kann das Gericht angerufen werden. Nachbarschaftsstreitigkeiten werden grundsätzlich von einem Moderator der Gemeinde letztinstanzlich entschieden. Das 1811 von Napoléon I. eingeführte Instrument des weisungsunhängigen Untersuchungsrichters muss auch in Deutschland geschaffen werden. Das Strafgesetzbuch gehört von vielen Relikten aus der Kaiserzeit und dem III. Reich entrümpelt. Der bekannte Kriminologe und Strafrechtsprofessor Albrecht hat dazu sehr gute Aufsätze geschrieben. Die Unversehrtheit von Leib, Leben und Geist hat an der Spitze des Strafrahmens zu stehen. Ausserdem müssen die Rechte der Nebenkläger im Adhäsionsverfahren völlig überarbeitet werden. Im französischen Code pénal wird im Strafurteil gleichzeitig auch über den Täter-Opfer-Ausgleich entschieden. Das heisst, der Straftäter wird im Strafurteil auch gleichzeitig zu Schadenersatzzahlungen, zur Bezahlung von Psychologen, Traumatologen und den Krankenhauskosten oder gar der Beerdigungskosten des Opfers verurteilt. Bei der Haftentlassung wird der Straftäter vom Direktor des Gefängnisses sofort unter die Aufsicht eines Juge d'application des peines gestellt, der alle möglichen Auflagen verhängen kann. Deutschland hat bis heute ein Flickwerk an Strafrecht, das jeder Beschreibung spottet. Es gehört in den Orkus der Rechtsgeschichte! Ich habe zu diesem Thema einige Blogs hier in der Freitag eingestellt, die eher auf mässiges Interesse stiessen.

Monsieur Rainer
Saturday, February 19, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Thema Deutsche Gewerkschaften

Jede Pauschalisierung ist per se falsch, da haben Sie vollkommen recht. Mir liegt nicht daran, eine Institution von historisch unbestreitbaren Verdiensten insgesamt zu desavouieren. Es täte mir ausserordentlich leid, wenn das so rübergekommen wäre. Ich weiss sehr wohl um die Verdienste, um das Leid, das Elend und das Leiden vieler Gewerkschaftler, die sie für ihre Ideale erleiden mussten. Es geht mir mehr um das Erscheinungsbild der Gewerkschaftsbosse und schon gar nicht um den Gewerkschaftssekretär, der sich in mühsamer Kleinarbeit um das Wohl seiner Kollegen kümmert. Mich stört, dass die Bosse von Chauffeuren in schwarzen Limousinen ins Kanzleramt gefahren werden, um dort zu dinieren. Hier in Frankreich würden sie dafür gelyncht werden. Mich stört, dass die Bosse nichts zu dem verheerenden Krieg in Afghanistan sagen, dass sie kein Wort zu den Verlängerungen der AKW Laufzeiten sagen, dass sie es zulassen, dass der Reallohn des Arbeiters seit 1991 statistisch sinkt, dass es in Deutschland als einer der wenigen Länder Europas keinen gesetzlichen Mindestlohn gibt. Stellen Sie sich bitte einmal vor, Frankreich würde den SMIC (gesetzlicher Mindestlohn von 1235.00 Euro netto pro Monat bei 35 Stunden Woche) abschaffen! Eine Revolution würde ausbrechen, Millionen von Menschen wären auf den Strassen, es gäbe einen Generalstreik. In Frankreich zeigen die grossen Bosse der sehr starken Gewerkschaften CGT, CFDT, FO und die vielen kleinen Gewerkschaften auch öffentlich im ganzen Habitus, wo sie stehen: Auf der Seite der Arbeiter! Der Habitus der grossen Bosse in Deutschland stört mich, das mangelnde Engagement für existenzielle Tagesthemen der Politik stört mich, die mangelnde Bereitschaft, grossangelegte Streiks gegen deutsche Dumping-und Hungerlöhne stört mich. Ich sehe in Deutschland eher selten hunderttausende von Menschen auf den Strassen, die einem Aufruf der Gewerkschaften folgen. Das macht die deutschen grossen Bosse der Gewerkschaften verdächtig. Sie könnten diesen Verdacht leicht entkräften: Generalstreik gegen das ganze schändliche Hartz - Packet, Generalstreik für den gesetzlichen Mindestlohn. Älle Räder stehen still, Millionen von Arbeiter gehen auf die Strassen, es wird tagelang keinerlei Arbeit angefasst! Das wäre die Aufgabe der Gewerkschaften. Die Regierung würde bis ins Mark erschüttert. Ich bin solche Leisetreterei einfach hier in Frankreich nicht gewohnt. Erzählen Sie einmal einem Franzosen, dass der deutsche Arbeiter einen einstündigen Warnstreik macht und dann wieder brav zur Arbeit dackelt? Er würde sich halb tot lachen!

Monsieur Rainer
Saturday, February 19, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Recht auf freie Meinungsäusserung

Ich habe im SPIEGEL, FAZ, CICERO und in der ZEIT auf deren Onlineforen geschrieben und freue mich, Sie hier im FREITAG zu treffen. Dem SPIEGEL habe ich nach 850 Blogs adieu gesagt, weil mir eine Brühe entgegengeschleudert wurde, die an die niedrigsten Instinkte des Menschen erinnern. In der FAZ schreibe ich ab und an, jedoch will meine politische Justierung nicht so recht ins Blatt passen. Der CICERO ist insgesamt eines der intelligentesten Magazine, wo ich eigentlich keine Zensur entdecken konnte. Bei ZEIT Online habe ich gestern mit einem Abschiedsblock "Au revoir, altehrwürdige ZEIT" gekündigt. Ich schreibe nur noch bei der FREITAG. Das Blatt ist arm aber sexy! Es versammelt die klügsten Köpfe der Republik und zensiert nur in den allergrössten Notfällen. Bei der ZEIT war das Niveau der Foristen nicht schlecht, die üblichen Stalker wurden weitgehend, bis auf einen widerlichen Typen, entfernt. Was mich aber masslos aufregte, waren die ständige Kujonierung von jungen Redaktionspraktikanten, die in belehrender und anmassender Form ständig zensierend zu fast jedem Blog oder Kommentar ihren dummen Senf dazu geben meinen zu müssen. In meinem letzten Blog verlangten sie einen Quellenachweis eines von mir beschriebenen und selbst erlebten rechtshistorischen Vorgangs, den man auch bei Wikipedia nachlesen könnte. Erstens bin ich ein schon etwas in die Jahre gekommener älterer Herr, der schon durch die Abwasserkanäle des Lebens geschwommen ist und lasse mich nicht von jungen Praktikantinnen belehren. Zweitens bin ich ein nicht ganz unbekannter Autor und Publizist und habe daher das Recht auf Quellenschutz. Gerade hat der Cour européenne ds droits de l'homme dazu ein bahnbrechendes Urteil gesprochen. Es ging um den Leibarzt des ehemaligen französischen Staatspräsidenten François Mitterand, der in seiner Biographie einiges über sein Verhältnis zu Mitterand preisgegeben hatte. Ob das nun ethisch zu verantworten war, steht nicht zur Debatte. Sehr wohl haben aber die Richter des Europäischen Menschrechtsgerichtshofes das Urteil eines französischen Gerichtes für verfassungswidrig erklärt, das den Arzt wegen Verletzung der Schweigepflicht verurteilt hatte. " Das Recht auf freie Meinungsäusserung ist rechtsphilosophisch höher zu bewerten als der Schutz von Einzelinteressen. Jede Beschneidung der freien Meinungsäusserung ist ein Verstoss gegen die 1953 unterzeichnete europäische Menschenrechtscharta!" So urteilte das höchste europäische Gericht!

Monsieur Rainer
Saturday, February 19, 2011
Fhr. zu Guttenberg's Gefahr: Neid, Hass und Missgunst treiben ihre Blüten

Mir ist seit geraumer Zeit klar, dass Fhr. zu Guttenberg sich in allerhöchster Gefahr befindet. Da wäre zu ersteinmal die Bundeswehr selbst. Dass das Bundesverteidigungs-ministerium ein Intrigantenstadel unglaublichen Ausmasses ist, wo sich dreitausend als Generalstabsoffiziere verkleidete Bürokraten die Akten hin und her schieben, ist hinlänglich bekannt. Es ist auch bekannt, dass es in der Geschichte der Bundeswehr nur zwei Minister geschafft haben, diesen Komödienstadel ohne politischen Totalschaden überstanden zu haben. Einer davon war der von mir sehr geschätze Helmut Schmidt. Nun will Herr zu Guttenberg diesen Muff ausräuchern, das wird zu erheblichen Gemeinheiten gegen ihn führen. Dann sind da noch seine "Parteifreunde", die ihn mit Neid und unverholenem Hass verfolgen. Er ist ein eloquenter Mann, der auch noch sprachgewandt, und excellent gewandet, sich von den grauen Mäusen abhebt. Dadurch ist er eine permanente Provokation für die grauen Hofschranzen, die sich da so politisch betätigen. Herr zu Guttenberg muss weg. Er stört. Der SPIEGEL, eine heruntergekommene Lame Duck des investigativen Journalismus, startet eine weitere Hetzkampne gegen den "Öl-Baron". Von Neid und Missgunst zerfressene Spiesser in ihren Redaktionsstuben machen sich auf die Jagd, fleissig gefüttert von Guttenbergs "Freunden". Mich ekelt dieses Kesseltreiben an. Das ist nicht satisfaktionsfähig, so tief kann man nicht schiessen. Ich greife Herrn zu Guttenberg auf einem Terrain an, wo es um Menschenleben geht. Er führt den dümmsten Krieg seit der Erfindung des Schiesspulvers. Da sterben Menschen. Wegen einer dummen und abgeschriebenen Dissertation ist noch niemand gestorben. Übrigens, ich bin Franzose und daher parteipolitisch gar nicht an Deutschland interessiert. Mir fällt es schon schwer, hier in Frankreich einen Politiker zu wählen, da erspare ich mir gerne die deutsche Politik. Sie ist nicht weniger trostlos wie die Französische.

Monsieur Rainer
Friday, February 18, 2011
Mein schwerer Abschied von der ZEIT

Zu Volker Steinkuhle: Danke für Ihren Kommentar. Wir sehen uns wieder und Sie sind nicht der einzige von mir sehr geschätzte Forist, den ich dort im Exil wieder finde. Trotzdem bin ich traurig, ich verehre die ZEIT, Marion Gräfin Dönhoff, Helmut Schmidt und die Herren Joffe, Di Lorenzo und Gero von Randow ganz ausserordentlich. Ein bisschen Wehmut, ich gestehe es, ist bei meinem Abschied schon dabei!

Monsieur Rainer


Friday, February 18, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Thema Dissertation

Sicher scheint soviel, dass Fhr. zu Guttenberg bei seiner Dissertation geschummelt hat. Sicher ist auch, dass sehr viele Dissertationen nichts anderes sind als mehr oder weniger geschickt versteckte Plagiate und nur der Eitelkeit der Menschen geschuldet sind. Um es ganz klar zu sagen, ich halte Promotionen generell für groben Unfug, es sei denn sie dienen einem wissenschaftlichen Berufsziel. Einen Menschen nach dem Sinn oder Unsinn einer Dissertation zu bewerten halte ich per se für groben Unfug. Wir hatten im dritten Reich promovierte und habilitierte Nazis, die sich als wahre Monster erwiesen haben. Der akademische Grad sagt also nichts über die Charaktereigenschaften eines Menschen aus. Abschliessend muss ich aber erwähnen, dass sich auf den Regierungsbänken dieser Welt viel schlimmere Sozialverbrecher herumlungern, die alle mögliche akademische Grade wie eine Monstranz vor sich hertragen. Man muss Fhr. zu Guttenberg nicht mögen, aber dies an einer abgekupferten Dissertation festzumachen, das ist zu einfach. Viel schlimmer und verwerflicher finde ich es, dass unter seiner Führung die Bundeswehr Krieg in Asien führt. Dies gilt es zu hinterfragen, weil hier Menschenleben geopfert werden für den dümmsten Krieg seit der Erfindung des Schiesspulvers!

Monsieur Rainer
Thursday, February 17, 2011
Mein Blog in " der Freitag " und der " ZEIT ": Der Denunziant

In Paris sollte man sich vor der sogenannten Concierge in acht nehmen. Es ist allgemein bekannt, dass die liebe alte Dame, die da neben der Haupteingangstüre zu einem Appartement – Haus wohnt, für die allgemeinen Aufgaben eines Hausmeisters zuständig ist. Die Concierge ist immer für die Mieter da, sie ist stets ansprechbar, man kann seine täglichen Sorgen bei ihr abladen, sie nimmt auch stets die Post und die Einschreiben für die Mieter an und erspart ihren Schützlingen damit die lästige Lauferei zur Post. Auf Wunsch nimmt sie auch Nachrichten für die Mieter entgegen und was ganz wichtig ist, sie verwahrt auch immer einen Zweitschlüssel zur Wohnung des Mieters, falls der ihn mal im Büro vergessen hat.

Diese kleine aber effiziente Machtposition verführt schwächere Charaktere immer wieder, dem vorbei schlendernden Revierpolizisten so allerlei Internas, Histörchen und Legenden über ihre Mieter zu erzählen. Die Concierge ist daher eine unentberliche Informationsquelle der französischen Polizei.

Während der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen profitierte so mancher Polizist, Gendarm und auch die Gestapo, die Sipo, der SD und die Spionageabwehr der Wehrmacht von diesen Spitzeldiensten der Concierges. Mancher französische Jude wäre nicht verhaftet und in das Déportationslager nach Drancy im Département Seine-Saint-Denis verbracht worden, wenn seine Concierge ihr geschwätziges Mundwerk gehalten hätte. Siebzigtausend Franzosen jüdischen Glaubens wurden so in die Vernichtungslager nach Auschwitz déportiert.

Wahrlich, die französischen Concierges haben sich nicht immer mit Ruhm bekleckert!

Auch die Deutschen haben leidvolle Erfahrungen mit Denunzianten gemacht. Im Kaiserreich waren es oft die spiessigsten Untertanengeister, die wegen jedem Dreck zur Polizei rannten, um sich entweder wichtig zu tun, oder ganz einfach einen unliebsamen Zeitgenossen wegen einer angeblichen Straftat zu denunzieren.

Dieser Geist des Untertanen setzte sich im deutschen Volkskörper unauslöschlich fort und trieb seine Blüten in Nazi – Deutschland. Das ging teilweise sogar so weit, dass manche Kinder ihre eigenen Eltern bei der Gestapo verrieten, wenn die eine kritische oder abfällige Bemerkung über das Nazi – Regime machten. Schon das Abhören von Feindsendern wie BBC London konnte von Nachbarn oder den eigenen Kindern dazu benutzt werden, die Menschen in die Konzentrationslager zu bringen.

Auf die Spitze trieb es ein Landgerichtsrat am Konstanzer Landgericht, der einen Richterkollegen bei der Gestapo denunzierte, weil dieser angeblich nicht “linientreu” sei und sich “kritisch über die NS – Blutjustiz” geäussert habe. Es war schlicht gelogen. Der wahre Grund war, der Herr Landgerichtsrat wollte an die schöne Wohnung mit Seeanstoss kommen, die nach der Verhaftung des Kollegen frei wurde.

Auf jeden Fall wurde dieser Herr Landgerichtsrat nicht mehr in den Justizdienst des Landes Baden übernommen, was höchst selten vorkam. Sogar der Beisitzer von Roland Freislers Volksgerichtshof wurden nach dem Krieg Präsident des Landgerichts Ravensburg.

Quelle: Reese- Urteil des Bundesgerichtshofes

Über den Namen des Konstanzer Landgerichtsrates, der ein übler Denunziant war, legen wir lieber den Mantel der Barmherzigkeit, da sein Sohn eine herausragende Rolle im Nachkriegsdeutschland spielte und später ein tragisches Ende erleiden musste.

Das Denunziantentum hatte auch nach der Gründung der sogenannten DDR Hochkonjunktur. Die Gauck - Birthler – Behörde verwaltet den Denunzianten – Nachlass des Ministeriums für Staatssicherheit. Hunderttausende Bürger der DDR wurden freiwillig und oft auch unfreiwillig sogenannte IM (Informelle Mitarbeiter) der STASI. Nur zwei herausragende Beispiele unerträglichen Denunziantentums sollen hier angeführt werden.

Ibrahim Böhme war massgeblich in der Dissidentenszene tätig, verriet aber gleichzeitig fast alle seine Freunde an die Staatssicherheit. Die seltene Charakterleistung eines Mannes, der seine Doppelrolle bis zu seinem Tode bestritt, obwohl es tausende von Tonbändern und Protokolle von ihm gibt, in denen er intime Details über seine Freunde an die Stasi verriet. Er galt bei General Mielke als TOP – Spitzel. Heinrich Fink war Theologe und Rektor der Berliner Humboldt Universität. Auch er galt als IM des Ministeriums für Staatssicherheit. Er verriet zahlreiche kritische Studenten an die STASI.

Quellen: Berliner Zeitung, Birthler-Behörde

Auch in der Bundesrepublik Deutschland scheint das Spitzelwesen nicht gänzlich ausgerottet zu sein, wie man sehr leicht auf Wikileaks von Julian Assange nachlesen kann. Besonders die amerikanische Botschaft hat ihre Informanten in höchsten Regierungs – und Partei - Kreisen. Keine Petitesse ist dumm und unwichtig genug, um nicht in den Berichten der US – Botschafter an das State Departement Erwähnung zu finden.

Quelle: Wikileaks

Eine neue Form des Denunziantentums scheint sich in Deutschland breit zu machen. Es gibt in manchen Internet – Foren von oft sehr angesehenen grossen Tageszeitungen sogenannte Agent provocateure, die man leicht erkennt. Sie treten in der Regel, es gibt auch zahlreiche Ausnahmen von dieser Regel, unter irgendeinem Phantasienamen auf, geben keinerlei Hinweise auf ihr Herkunft, auf ihre Nationalität oder auf ihre Vita an. Sie vermeiden oft auch jeden eigenen Beitrag oder Blog, um sie nicht identifizieren zu können. Sie haben aber zu jedem Beitrag eines Bloggers oder Foristen igendetwas Gescheites oder gar Gehässiges beizutragen.

Manchesmal gehen diese Individuen sogar soweit, anderen Foristen vorschreiben zu wollen, ob sie in einem Forum verweilen dürfen oder nicht. Der Gipfel des Denunziantentums ist aber erreicht, wenn sie Texte von Foristen-Kollegen auf eventuelle gleichlautende Stellen oder Ähnlichkeiten abgleichen und dies dann beflissen den Veranstaltern des Forums melden. Auch diese Form des Denunziantentums kommt, sehr selten, aber doch gelegentlich schon mal vor.

Sie sind genau so verachtenswert, wie jene französische Concierges, die ihre jüdischen Mieter an die Gestapo verraten haben, genauso niederträchtig wie Nachbarn, die das Abhören von Feindsendern an die Nazis verrieten, genau so erbärmlich wie die IM des Ministeriums für Staatssicherheit, die ihre besten Freunde und ihre Studenten an die Stasi verrieten. Sie sind nichts als miese Denunzianten mit erheblichen Charakterschwächen. Sie haben in meinen Augen die niedrigste Stufe des Menschseins erreicht!

Der grösste Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant!

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

Es lebt sich wieder ungeniert in unserem Land, als Denunziant!

(Petra Hanse, Bürgerstimme)

Monsieur Rainer
Thursday, February 17, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Blog und Film : CLADIO

Dieser bemerkenswerte Blog steht im vollen Einklang mit dem Film "Cladio", der gestern Abend auf ARTE zu sehen war. Er zeigt in einem weiteren Fall auf, dass die Judikative eben nicht gemäss Grundgesetz von der Exekutive getrennt ist. Das Verhalten des Generalbundesanwaltes in Sachen "Anschlag auf das Oktoberfest in München" hat überhaupt nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun und beweist, dass der Generalbundesanwalt ein weisungsgebundener politscher Beamter ist, der die Anweisungen der Exekutive (Justizministers) auszuführen hat. Dies ist ein schwerer Verstoss gegen das Grundgesetz. Er stellte die Ermittlungen ein, auf welche Weisung wohl, obwohl nach Ansicht der Experten es noch erheblichen Ermittlungsbedarf gab. In seiner Einstellungsverfügung ging er, vorsätzlich falsch, von einem Einzeltäter aus!
In einem einzigen Punkt muss ich den Film ergänzen. Nach meinen Recherchen ging Cladio nicht erst auf den zu den Amerikanern übergelaufenen Chef der Abteilung "Fremde Heere Ost", General Reinhardt Gehlen, dem späteren Präsident des BND, zurück, sondern begann seine Aktivitäten bereits bei der Landung der Amerikaner in Sizilien. In Begleitung der amerikanischen Streitkräfte kamen auch zahlreiche Mafiosi sizilianischer Herkunft in ihre Heimat und wurden von den Amerikanern als Bürgermeister und Requirierungsbeauftragte eingesetzt. Diese neuen mafiotischen Strukturen reichten über die sizilianische Mafia, bis zur kalabresischen N'Drangeta und der neapolitanischen Cosa Nostra und endeten schliesslich im Vatikan. Die Amerikaner waren schon damals von einer panischen Kommunistenfurcht erfasst. Der grösste Kommunistenhasser war ihr General Patton. Mit Unterstützung des Vatikan bildete sich die Demokracia Italiana, deren Apologeten jener Guilio Andreotti und der Chef der Banca Ambrosiana Nelio Celli waren. Die extreme Rechte gründete zusammen mit den Neofaschisten und einigen hohen Generälen des Militärgeheimdienstes SISMI die Loge P2 In Mailand. Sie waren es auch, die Aldo Morro über die Klinge springen liessen, als er in die Hände von Entführern geriet. Aldo Morro wollte nämlich die Öffung der Partei hin zur kommunistischen Partei Italiens, was unbedingt zu verhindern war. Cladio hat also seine schmutzigen Finger bereits ab der Befreiung Italiens im Spiel gehabt.

Monsieur Rainer
Thursday, February 17, 2011
Manche deutsche Journalisten hassen Frankreich abgrundtief !

Glauben einige deutsche Journalisten, dass sie Frankreich kennen, wenn sie nur in den Cafés der Rive gauche herumsitzten und Gespräche mit den "Gauche Caviar" führen oder Ihre Weisheiten aus "La Libération", "Marianne" und dem "Canard enchaîné" beziehen? Mit der Realität Frankreichs hat das leider wenig zu tun. Richtig ist folgender Sachverhalt: Nicolas Sarkozy, Brice Hortefeux und Christian Estrosi haben sich das Thema nicht ausgesucht, um das Sommerloch zu füllen. Die Kriminalität in Frankreich richtet sich nämlich auch nicht nach den Jahreszeiten, sie steigt nur exorbitant im Sommer. Das liegt an den vielen Urlaubern an der Côte d'Azur und an den urlaubenden Franzosen an der Atlantikküste. Diese sind nämlich vermehrt den Angriffen von Kriminellen ausgesetzt. Überfälle auf Autofahrer, Raubüberfälle in den Häusern der Franzosen und Urlaubern mit Geiselnahmen, Mord und Totschlag, räuberischer Erpressung usw. sind an der Tagesordnung. Restaurantbetreiber werden zuhause überfallen, deren Tageseinnahmen werden gestohlen, deren Familien maltraitiert und gefoltert. Landfahrer ziehen durch die Städte, schicken die Kinder auf Diebestour, die Frauen zum ungebetenen Putzen der Windschutzscheiben und gehen selbst ihren "Geschäften" nach. Vorgestern haben drei Landfahrer zwei französische Touristinnen in Cannes fast zu Tode vergewaltigt! Die Kriminalitätsstatistiken steigen sofort um 53%, sobald das fahrende Volk dort auftaucht. In den Banlieues der Grossstädte terrorisieren Jugendbanden die Ärmsten der Armen, zünden Busse und Autos an. Das alles negieren einige Journalisten in ihren Beiträgen, weil man so etwas in den Cafés in Saint-Germain-des-Prés nicht hören will. Warum wohl sprechen sich 73% der Franzosen dafür aus, die Kameraüberwachung zu intensivieren? Warum wohl verlangen die Franzosen ein härteres Durchgreifen gegen diese Kriminellen? Sind das alles Rassisten oder Faschisten? Warum wohl haben die Sozialisten jede Präsidentenwahl seit Mitterand verloren? Weil sie immer noch ihren Träumen von einer heilen Welt nachtrauern, weil sie immer noch von der 35 Stunden-Woche faseln und weil sie immer noch glauben, dass ein Rentensystem funktionieren kann, wenn die Franzosen mit durchschnittlich 59,3 Jahren in Rente gehen. Auch ein Auslandskorrespondent, ist er auch noch so sehr im Gutmenschentum der "Gauche Caviar" verhaftet, wird die desolate Ansammlung von Sozialisten, Trotzkisten, Kommunisten und linken politischen Sektierern nicht an die Töpfe der Macht herbeischreiben können. Gerade die sozialistischen Regierungen haben das grösste Korruptionsdestaster in der Geschichte der V. Republique hinterlassen. Die Sozialisten haben sich schamlos bereichert, deshalb nennt man sie auch "Les Gauche Caviar". (Die linken Kaviarfresser). Glauben einige deutsche Journalisten allen ernstes, sie tragen mit Ihren Beiträgen zur deutsch-französischen Freundschaft bei? Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, Pierre Messmer und Robert Schumann würden sich im Grabe herum drehen, wenn sie manche Beiträge in renommierten deutschen Journalen lesen müssten.

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
LA COMPENSATION

In Frankreich wird das Leben der Huren immer schwieriger. Der Staat macht den untauglichen Versuch, das älteste Gewerbe der Welt mit allen Mitteln zu bekämpfen. Fussballspieler, Schauspieler und Models sind Opfer dieser Hexenjagd geworden. Und so sucht sich dieses Gewerbe immer neue Nischen. Der Strassenstrich ist beinahe ausgetrocknet. Les Fleurs de bitume, wie hier die Bordsteinschwalben genannt werden, sind meist abhängig von Zuhältern aus den ehemaligen Balkanstaaten. Die korsische Mafia hat den Überblick verloren und ist der Brutalität der albanischen Mafia nicht gewachsen. Die Freier werden von der überall lauernden Polizei festgenommen und unter grossem Aufwand bei ihren Ehefrauen abgeliefert. Das schreckt ab. Der Escort -Service ist ebenfalls verboten, wird aber gerne von reichen Russen und schwarzen Diktatoren genutzt. Nicht nur bildhübsche Frauen kann man dort buchen, sondern auch weltberühmte Models, die alles für Geld machen. Sie nehmen jedoch keinen Liebeslohn, wie in der Branche üblich. Nein, sie verlieben sich für eine Nacht in den Freier und führen tagelang ein richtiggehendes Liebesleben mit ihrem Angebeteten. Nie würden sie so dumm sein und für ihre Dienste Geld zu verlangen. Ihre Reiskosten werden im Vorraus mit dem Escort - Service abgerechnet. Nach einer Liebesnacht erfasst die Models dann ein enormes Shoppingfieber. Der Liebste lässt sich nicht lumpen und freut sich über die plötzliche neue Liebe. Er prahlt vor seinen Freunden mit seiner "Eroberung". Und natürlich begleitet er seine neue Freundin beim shoppen. Er zahlt für herrliche Kleider aus den teuersten Boutiquen, kauft Schmuck bei Edelmarken für sie und zeigt sich überaus spendabel. Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass er seiner neuen Geliebten Diamanten geschenkt hat. Irgendwann musste die Geliebte dann wieder zu Terminen nach Mailand, London oder Paris, um ihrem eigentlichen Beruf nachzugehen und als laufender Kleiderständer zu posieren. Bei ihren regulären Arbeitgebern, den grossen Modehäusern dieser Welt, versetzt sie die ihr von ihrem "Geliebten" geschenkten Klamotten, den Schmuck oder die Diamanten gegen harte Währung. Nein, das ist keine Prostitution, dies wäre viel zu vulgär. Nein, man war für eine Nacht verliebt und die Beziehung hat halt nicht gehalten. Kommt doch vor im Leben, n'est-ce pas? Wir in Frankreich nennen das Compensation! Honi soit qui mal y pense !

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
Die Deutschen kamen in Etappen nach Frankreich !

Franzosen lästern gerne über die Deutschen: Erst kamen sie hoch zu Ross, dann zu Fuß, später mit Panzern, schließlich mit Campingausrüstung, und heute kommen sie mit Möbeln!

Es begann mit dem Urgroßvater aus Altshausen in Oberschwaben, der gezwungenermaßen mit den Preußen im Jahre 1871 in Paris einzog, wo dann im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles der preußische König von Reichskanzler Bismarck zum Kaiser des deutschen Reiches ausgerufen wurde. Diese fatale Entscheidung und die grandiose Selbstüberschätzung Wilhelm II, auch Wilhelm der Plötzliche genannt, führten seinen Sohn, ergo meinen Großvater, 1914 als Soldaten nach Frankreich. Er wurde in das Königlich Württembergische Infanterieregiment Nr. 124 nach Weingarten/Württ. eingezogen und litt mit seinem Regiment vier Jahre in der Hölle von Verdun. Sein damaliger Zugführer war Leutnant Erwin Rommel, der später als Wüstenfuchs bekannt wurde. Meine Mutter rettete ihrem Vater das Leben. Als sie am 18. August 1918 geboren wurde, bekam Opa Heimaturlaub. Als er danach zu seiner Einheit zurückkehrte, war das halbe Regiment aufgerieben und in den Schützengräben verblutet.

Meine Mutter heiratete 1938 einen angesehenen Rechtsanwalt aus Singen am Hohentwiel, der, 1902 geboren, eigentlich schon zu alt für die Front war. Doch er verfügte über exzellente Beziehungen. Ein Anwaltskollege aus Saarbrücken hatte es bis zum SS-Brigadeführer und General der Polizei gebracht. Er war der dritte Mann in der Hierarchie des Reichssicherheitshauptamtes und Chef des berüchtigten Sicherheitsdiensts (SD). Walter Schellenberg (Mein Vater nannte ihn nur 'Schelle'),besorgte meinem Vater eine Position, die nicht zu auffällig war. Er wurde Sonderführer-S des Amtes Ausland/Abwehr III F im Oberkommando der Wehrmacht und übernahm die Abteilung Gegenspionage im Militärverwaltungsbezirk C in Dijon in Nord-Ost-Frankreich.

Acht Jahre nach Kriegsende packte meine Eltern das Reisefieber. In Deutschland begann das Wirtschaftswunder, und wir zogen nun mit einer Campingausrüstung bewaffnet gegen Frankreich. Vater mied geflissentlich die Region rund im Dijon und Lyon, so führte uns der Weg in unserem nagelneuen Mercedes Cabriolet 170 über die Schweiz nach Grenoble, das Rohnetal hinab bis nach Marseille. Vater sprach immer noch exzellent Französisch und suchte als äußerst geschichtsbewusster, aber auch sehr sparsamer Mann die schönsten Hafenkneipen aus, wo ich meine erste Bouillabaisse versuchte. Wir fuhren mit einem Kutter zum Chateau d’If, das durch Alexandre Dumas berühmt wurde und nun eine Kaserne der französischen Fremdenlegion war. Das berühmte Panier von Marseille war aufgrund seiner unübersichtlichen Bauweise während der deutschen Besetzung ein Zufluchtsort für jüdische Flüchtlinge, die französische Résistance und die korsische Mafia. Vater wollte nicht daran erinnert werden und mied diese Gegend mit den Worten: Es ist zu gefährlich! Aha! War mein Vater etwa dabei, als auf Befehl des Führers die Altstadt (Panier) von Marseille niedergerissen und 700 Juden und Kämpfer der Résistance nach Ausschwitz deportiert wurden?

Die Reise ging weiter über die Calanque von Marseille, wo damals nur arme Fischer in ihren Hütten hausten und die heute von den Parisern zur absoluten In-Gegend gemacht worden ist. Sie arbeiten von Montag bis Donnerstag in Paris, schlafen auf Feldbetten in ihren Büros und fahren dann in ihre zu Luxusvillen umgebauten Fischerhütten an den schönsten Buchten zwischen Marseille und La Ciotat, die sie den Fischern für ein Butterbrot abgeschwatzt haben. Der Schnellzug TGV macht’s möglich. In dreieinhalb Stunden ist man heute mitten in Paris, erledigt seine E-Mails im bequemen Fauteuil des Zuges und hat die Mitarbeiter schon aufgescheucht, bevor man im Bureau eingetroffen ist.

Wir fuhren zu den fast unberührten Stränden des Golfes von Lyon bis nach Saint Tropez. Bandole, Sanary-sur-Mer, Bormes-les-Mimosas, Hyères und die Halbinsel Giens mit ihren Salinen hinterließen bei meiner Mutter und mir wegen der herrlichen Strände und der Mischung aus Belle Epoque und Provence einen bleibenden Eindruck. Meine Mutter ging meinem Vater mit der Aufzählung der vielen jüdischen Künstler, Maler, Bildhauer und Intellektuellen und vor allen Dingen mit Geschichten über Thomas Mann auf die Nerven, der hier vorübergehend Unterschlupf vor den Nazis gefunden hatte. Entweder tat sie dies absichtlich, um meinen Vater zu provozieren, oder sie war einfach nur etwas unsensibel.

Saint Tropez war damals ein verschlafenes Fischerdorf, das nicht erwarten ließ, dass es einmal zum Sammelpunkt von Stars aus Film, Musik und Kunst wie Brigitte Bardot, Gunter Sachs und Herbert von Karajan erkoren würde. Leider sind diese großartigen Menschen später dann aber geflüchtet und überließen das reizende Fischerdorf den Möchtegernpromis, die es zu einem abstoßenden Spektakel des Geldadels verkommen ließen. Endlich waren wir an der eigentlichen Côte d’Azur angekommen und besuchten das mondäne Cannes mit seinen prunkvollen Hotel-Palästen aus der Belle Epoque. Lang hielt mein Vater es dort nicht aus, denn er wurde auf dezente Art mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Vater wollte dort nämlich ein Sommerhemd kaufen, doch die Madame Verkäuferin erkannte trotz seiner exzellenten französischen Sprachkenntnisse den deutschen Akzent und forderte ihn auf, deutsch zu sprechen. Unter Vorzeigen ihrer eintätowierten KZ-Nummer, sagte sie süffisant: "Monsieur, Sie können ruhig deutsch sprechen, ich hatte das große Vergnügen, Ihre Gastfreundschaft in Auschwitz-Birkenau zu genießen."

Fluchtartig und kreideweiß im Gesicht verließ mein Vater das Geschäft und setzte die Reise fort. Es ging weiter nach Antibes und auf das durch Marylin Monroe, John F. Kennedy und den Herzog von Windsor berühmt gewordene Cap d’Antibes. Das Jazzfestival in Juan-les-Pins platzte schon damals aus allen Nähten und lockte Künstler aus der ganzen Welt an. In Saint-Paul-de-Vence spielten Yves Montand, Lino Ventura und Jean-Paul Belmondo Boule und tranken den billigsten Rotwein, den man für arme Schauspieler auftreiben konnte. Doch die Gitanes maïs oder die Gauloises durften nie in ihren Mundwinkeln fehlen. Nizza war noch geprägt durch die Grafen von Piemont und den Einfluss der Italiener. So ist es bis heute geblieben. Die Altstadt von Nizza mit dem Cours Saleya erinnert immer noch ein wenig an Palermo. Nur etwas gepflegter!

Beaulieu-sur-Mer war mit seinen prachtvollen Bauten aus der Belle Epoque eine Hochburg der Engländer. Auf dem vorgelagerten Cap Ferrat wohnten David Niven und Curd Jürgens. Die kleinen Hafenkneipen wurden von den Boatpeople der Bohème frequentiert. Die Krönung des Cap Ferrat ist natürlich die Villa Ephrussi de Rothschild mit ihren herrlichen Gärten. Diese Villa wurde im Stil der florentinischen Renaissance erbaut und hatte leider einen blutrünstigen Nachbarn: König Leopold von Belgien legte seine in Belgisch-Kongo geraubten Blutdiamanten in herrlichem Grundbesitz an. Wir hielten uns dort nicht lange auf. Meinen Eltern war das alles zu vornehm, zu teuer, zu suspekt und schon damals zu degeneriert.

Das kleine und arme Fürstentum von Monaco hatte es uns dagegen angetan. Fürst Rainier III suchte verzweifelt nach einer Lösung für seine Geldsorgen. Das Problem schien durch die Vermittlung von David Niven lösbar zu sein. Er hatte beste Verbindungen nach Hollywood, und so gab es nicht viel später eine Traumhochzeit mit einer Schauspielerin namens Grace Kelly.

Mein Frieden mit dem Erbfeind: Uns aber zog es weiter auf das Cap Martin, wo Winston Churchill seine Zelte aufgeschlagen hatte und seine Krankenschwester schickanierte. Er trank gerne schon morgens seinen Whisky und paffte unablässig fürchterliche Zigarren. Kaum um das Cap Martin herumgefahren und den Wohnsitz von Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als die unglückliche Sissi, hinter uns gelassen, lag da die italienischste Stadt Frankreichs: Menton, die Perle der Côte d Azur. Meine Mutter war so begeistert von dieser an Jugendstil so reichen Stadt der Zitronen, dass sie sofort ihr Mercedes Cabriolet anhielt, um ihren Lieblings-schriftsteller Kurt Tucholsky zu zitieren: "Die Côte d’Azur liegt da und sieht aus!" Mein Vater war sauer und sprach lange Zeit kein Wort mehr mit Ihr. Mutter schüttete sich aus vor Lachen.

Kurz vor ihrem Tode, sie war schon weit über achtzig Jahre alt, wünschte sich meine immer fröhliche Mutter, noch einmal die Côte d’Azur sehen zu dürfen. Also reiste ich von meinem Wohnort in Südfrankreich nach Singen am Hohentwiel, um ihr die französische Riviera ein wahrscheinlich letztes Mal zu zeigen. Sie wusste es und doch sprühte sie vor Leidenschaft für diese wunderschöne Landschaft. Sie sagte nur: " Danke, dass ich das noch einmal erleben darf! War es nicht köstlich, wie wir damals Vati geärgert haben?" und fügte in ihrem badischen Dialekt hinzu: "Bue, des hosch recht gmacht!" Ich hatte schon längst mein Herz an Frankreich verloren und für meinen Clan endlich meinen ganz persönlichen Frieden mit dem sogenannten Erbfeind geschlossen. 1981 schlugen wir unseren Wohnsitz an der Côte d’Azur auf und wir wurden französische Bürger. Ich wohne nur wenige Kilometer vom Meer entfernt und schreibe Romane, Krimis und Politthriller über Frankreich. Das Land bietet ein unerschöpfliches Reservoir an politischen Skandalen und genialen Kriminalfällen. Mein Vater muss das gewusst haben, deshalb zog es ihn wohl wieder an den Tatort zurück!

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
La Libération du Paris 1944

Wir feiern dieses Jahr den 67. Jahrestag der Befreiung Frankreichs von der Naziherrschaft mit all ihrem Terror, ihren Folterungen, ihren Quälereien, ihren Morden und ihren Déportationen. Ganz Frankreich hisst morgen die Tricolore. Auch mein Haus im Département Alpes-Maritimes wird durch die Tricolore geschmückt. Dieser Tag ist auch deshalb so wichtig, weil wir Franzosen mit dem 25. August 1944 die Hoffnung verbinden, dass uns Deutschland niemals mehr angreifen wird. Im Jahre 1871 mussten die Franzosen mit geballten Fäusten in den Taschen zusehen, wie König Friedrich Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zum deutschen Kaiser proklamiert wurde. Unser Kaiser Napoléon III ging in die deutsche Kriegsgefangenschaft. Welche Demütigung für die Franzosen! Im Jahre 1914 griffen uns die deutschen Truppen wieder an und zwangen uns einen blutigen Krieg auf, in dem Millionen von Franzosen auf den Schlachtfeldern von Verdun und in Flandern verbluteten.

Georges Clemencau hatte danach die verheerenden Verträge von Versailles zu verantworten, die zwangsläufig zu einer Wiedererweckung des deutschen Faschismus, Chauvinismus und Rassismus führen mussten. Es kam, wie es kommen musste. Im Jahre 1940 überfielen die Deutschen wieder Frankreich und überzogen es mit einem nie dagewesenen Terror. Eine Million französischer Soldaten gingen in die deutsche Kriegsgefangenschaft. 70.000 Juden und tausende von Mitgliedern der Résistance wurden gefoltert, erhängt, erschossen oder starben nach den Déportationen in den Konzentrationslagern von Natzweiler-Struthof im Elsass, Auschwitz und Ravensbrück. Doch endlich hatte das Grauen ein Ende.

Die Schlacht um Paris fand während des Zweiten Weltkriegs im Verlauf der Operation Overlord zum Ende August des Jahres 1944 bei Paris statt. Nach Aufständen französischer Widerstandskämpfer schickten die Alliierten Einheiten in Richtung Paris, die das Ziel hatten, die Stadt zu erobern. Nach einigen Kämpfen mit den Aufständischen, sowie mit den alliierten Verbänden außerhalb der Stadt, entschloss sich der deutsche Kommandant der Stadt, zu kapitulieren und die Stadt zu übergeben.

Für die Deutschen war das Gebiet nördlich von Paris von strategisch wichtiger Bedeutung, da sich dort ihre Abschussrampen für Raketen befanden. Auf der deutschen Seite wurden die Einheiten neu gruppiert: Vom Ärmelkanal bis Laigle waren die Reste der 7. Armee, von dort bis Paris-West die Reste der 5. Panzerarmee und bei Paris und an der oberen Seine die 1. Armee aufgestellt. Teile der 1. und der 3. US-Armee rückten ab dem 20. August nordöstlich an der linken Seite der Seine vor, woraufhin die 3. US-Armee am selben Tag einen Brückenkopf über die Seine bei Mantes-Gassicourt aufbaute und danach mit Teilen der Armee nach Norden Richtung Vernon vorrückte. Teile der 1. US-Armee erreichten drei Tage später, am 23. August, die Stadt Évreux und weitere zwei Tage später Elbeuf, das etwa elf Meilen südwestlich von Rouen lag. Die britische 2. Armee startete ihren Vormarsch in Richtung Seine ebenfalls am 20. August und rückte bis zum 26. August nach Louviers vor. Das 2. Korps der kanadischen 1. Armee erreichte am selben Tag die Seine und traf mit amerikanischen Verbänden bei Elbeuf zusammen. General Crerar, Kommandeur der kanadischen 1. Armee, ließ das zweite ihm zur Verfügung stehende Korps nahe dem Ärmelkanal in Richtung Seine vorrücken. Trotz schwerer Kämpfe bei Pont-l’Évêque und Lisieux erreichte das Korps am 27. August die Seine. Ab dem 26. August schlossen die Alliierten die Deutschen in neuen Kesseln und Fallen zwischen Elbeuf und Le Havre ein und griffen die fliehenden Einheiten aus der Luft mit Bombern und vom Boden aus mit Panzern an. Ursprünglich sahen die alliierten Planer vor, die Stadt zu umgehen und erst später zu erobern. Die Pariser Bevölkerung sowie auch die alliierten Soldaten erwarteten jedoch, dass die Stadt erobert werden würde. Nachdem die Pariser Bevölkerung im Jahr 1944 auf dem Schwarzmarkt die Lebensmittel zum größten Teil nicht mehr bezahlen konnte, stieg die Anzahl der Hungernden an. Die Pariser schlossen sich daraufhin in immer größeren Scharen den Widerstandskämpfern an, weil sie sich erhofften, so die Lage verändern zu können.

Nach dem schnellen alliierten Vorstoß in Richtung Paris traten seit dem 10. August die Pariser U-Bahn sowie die Gendarmerie und die Polizei, die auf Druck der Résistance und auch aus freien Stücken teilnahmen, in den Streik, dem sich später auch die Postboten anschlossen. Die Deutschen reagierten und erschossen in der Nacht des 16. August 35 randalierende französische Jugendliche beim Carrefour des Cascades. Als sich auch weitere Arbeiter der Streikbewegung anschlossen, kam es am 18. August, am Tag als alle Partisanen zur Mobilmachung aufgefordert wurden, zum Generalstreik. Es kam zu Aufständen, woraufhin französische Widerstandskämpfer einige Straßen und Gebäude, so auch das Rathaus einnahmen. Die Widerstandskämpfer setzten alte, erbeutete oder provisorische Waffen, wie beispielsweise Molotow-Cocktails, ein. Am Abend des 22. August befahl daraufhin Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte, General Omar Bradley, Paris zu erobern. Nach immer heftigeren Kämpfen zwischen den Widerstandskämpfern und den Deutschen waren am 24. August etwa drei Viertel der Stadt in französischen Händen, das Zentrum gehörte jedoch immer noch den Deutschen. Die Alliierten gaben der 2. Französischen Panzerdivision den Befehl, in Paris einzurücken. Die Truppen stießen vereinzelt auf Widerstand. Seine Truppen verloren beim Vormarsch etwa 40 Panzer und Panzerhaubitzen sowie mehr als 100 andere Fahrzeuge und über 300 Soldaten. Am Abend des 24. Augusts ließ General Leclerc eine kleine Panzerkolonne in die Stadt fahren und bis zum Rathaus, das unter französischer Kontrolle war, vorrücken. Um 10:00 Uhr am Morgen des 25. August standen Leclercs Division sowie die 4. US-Infanteriedivision im Inneren der Stadt. Entgegen den Befehlen Adolf Hitlers, die besagten, dass Paris bis zum letzten Mann verteidigt und danach zerstört werden sollte, kapitulierte der deutsche General Dietrich von Choltitz nach anfänglichen Kämpfen mit der 2. Französischen Panzerdivision und übergab die Stadt nahezu unversehrt am 25. August 1944 gegen 14:45 Uhr an den französischen General Leclerc und Henri Rol-Tanguy, den Führer der Pariser Résistance. Choltitz ergab sich mit seinen Truppen kampflos. Am Mittag des 25. August, gegen 12:20 Uhr, wurde die französische Trikolore auf dem Eiffelturm und wenig später auf dem Arc de Triomphe gehisst. Etwa 10.000 deutsche Soldaten gerieten in alliierte Kriegsgefangenschaft. Rund 1000 Widerstandskämpfer waren gefallen und weitere 1500 verwundet.

Am 26. August zog Charles de Gaulle, Anführer der Freien Französischen Streitkräfte (force française libre, FFL) und des Comité français de la Libération nationale (Französisches Komitee für die Nationale Befreiung), in das Kriegsministerium in der Rue Saint-Dominique. Danach hielt de Gaulle vom Balkon des Rathauses eine Ansprache an die Pariser Bevölkerung. Am selben Tag folgte eine französische Siegesparade über den Champs-Élysées, die aufgrund von sich immer noch in der Stadt befindenden Scharfschützen sowie Tieffliegerangriffen riskant war. Durch die Parade und das dabei bestehende Risiko wollte de Gaulle seine Macht repräsentieren und festigen. Nachdem Paris erobert worden war, wurden Kollaborateure verfolgt und bestraft.

Alle aufrechten Menschen diesseits und jenseits des Rheines schworen sich, dass ein solches Desaster sich niemals mehr wiederholen dürfe. General Charles de Gaulle, Pierre Messmer, Robert Schuhman, Pierre Mendés-France und alle Politiker der V. République reichten den Deutschen die Hand zur Versöhnung. Alle deutschen Politiker der Nachkriegszeit, insbesondere Konrad Adenauer und Helmut Schmidt, beschworen die nunmehr immerwährende deutsch-französische Freundschaft. 60 Jahre lang gab es diesbezügliche ehrliche und aufrichtige Bemühungen auf allen Seiten. Ständige Konsultationen zwischen den Politikern beider Länder wurden eingerichtet. Städtepartnerschaften wurden gegründet, Freundschaften wurden geschlossen. Deutsche lieben es, in dem wunderschönen Land Frankreich Urlaub zu machen, besuchen unsere Museen, unsere Bauten, unsere Schlösser, unsere Strände. Sie lieben, unsere Art zu leben und zu essen.

Während Deutschland auch unter dem Schutz Frankreichs aufblühte und ein Wirtschaftswunder ohnegleichen erlebte, Luxus und Wohlstand anhäufte, litt Frankreich noch Jahre nach dem Abzug der Deutschen entsetzlich. Es herrschte Hunger und Mangelwirtschaft. Die Regierungen wechselten im Monatsrythmus, die Kriege in Indochina und Algerien zerrissen das Land bis an den Rand des Bürgerkrieges am 28. Mai 1968. Frankreich war arm, aber es schwor sich, niemals mehr unter einer deutsche Besatzung leiden zu müssen. Es wurde Atommacht.

Und wie steht es heute um die deutsch-französische Freundschaft? Sie ist brüchig. Helmut Schmidt und Giscard d’Estaing haben sich sehr verdient gemacht um eine deutsch-französische Achse, die Herzstück und Motor sein sollte für eine europäische Einigung. Von der heutigen deutschen Regierung werden die Franzosen sträflich vernachlässigt. Dies gibt einigen Deutschen und Teilen der deutschen Presse die Gelegenheit, wieder in alte, längst überwunden geglaubte Schematas zurückzufallen. Es wird teilweise in obszöner Weise gegen Frankreich und sein Staatsoberhaupt gehetzt. Dies bietet zu grosser Sorge Anlass. Bevor ein Deutscher Journalist oder ein Bürger Deutschlands in den zahlreichen Foren der Presse unüberlegt seine Vorurteile über Frankreich verbreitet, sollte er sich über die leidvolle Geschichte beider Länder informieren. Es lebe die deutsch-französische Freundschaft, ein wertvolles, aber auch zerbrechliches Gut, für alle Menschen diesseits und jenseits des Rheins, die guten Willens sind!

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
FRANKREICH UND ITALIEN = EINE IMMERWÄHRENDE LIEBE

Unser Nachbarland wird von den Franzosen sehr geschätzt. Uns verbindet eine lange historische wechseitige Geschichte. Mal ist Napoléon I nach der Schlacht von Marengo über die Italiener hergefallen, mal hat Napoléon der III. in einem geschickten Verhandlungsmaraton die Grafen von Piemont und König von Sardinien deren Grafschaft Nizza abschwatzen können. So wurde Nizza erst im Jahre 1860 französisch. Gleichwohl wird in Nizza heute noch gerne italienisch gesprochen, die Strassenzüge und Gebäude der Belle Epoque zeigen den starken italienischen Einfluss. Verona, Padua, Ravenna sind von Nizza kaum zu unterscheiden. Palermo leider auch nicht. Die Niçoiser tragen durchweg französische Vornamen und italienische Nachnamen. Im Jahre 1940 überfiel Hitler Frankreich. Er teilte das Land in zwei Besatungszonen auf: Der Norden wurde von der Wehrmacht und der SS besetzt, der Süden von den Italienern, die keinerlei Anstalten machten, Juden oder Mitglieder der Résistance zu verfolgen. Sie amüsierten sich lieber. Dies machte Hitler derart wütend, dass er Ende 1942 ganz Frankreich mit seinem Repressions-apparat überzog. Seit dem Ende des Krieges machen die Italiener Urlaub an der Côte d'Azur. Sie sind zwar laut aber spendabel. Wir lieben die Italiener.

Monsieur Rainer

Wednesday, February 16, 2011
FREIHEIT ist.........
…wenn wir unsere Volksvertreter in direkter Wahl wählen dürfen

…wenn wir unsere Richter und Staatsanwälte wählen dürfen

…wenn wir die Präsidenten der Rechnungshöfe in direkter Wahl wählen dürfen

…wenn wir unsere Minister und Regierungschefs direkt wählen dürfen

…wenn Straftäter, die keine Gefahr für die Menschen darstellen, ihre Strafe in Sozialdiensten ableisten dürfen

…wenn Sozialhilfeempfänger in Altersheimen und Kindergärten Dienst tun müssen

…wenn wir um Mitternacht einen Mantel im Kaufhaus kaufen können

…wenn kein Bürger einen anderen Bürger bei der Polizei denunzieren und anzeigen darf

…wenn Mörder, Kinderschänder und Vergewaltiger nie mehr in Freiheit kommen

…wenn keine Regenwälder mehr für die Papiergewinnung und für unsere Gartenmöbel gerodet werden müssen

…wenn die Rohstoffe der sogenannten armen Länder zu Weltmarktpreisen gekauft werden

…wenn keine Männer mehr ihre Autos auf Frauenparkplätze stellen

…wenn wir keine bedrohten Tierarten mehr jagen

…wenn keine Robbenbabys und andere Tiere mehr für Pelzmäntel geschlachtet werden

…wenn die Verbreitung von Spammüll im Internet verboten wird

…wenn Kinderpornographie-und Missbrauch zu lebenslangen Freiheitstrafen führen

…wenn wir ein einfaches Steuersystem ohne Ausnahmetatbestände haben

…wenn wir keine Steuergelder mehr für Hollywoodfilme ausgeben müssen

…wenn die Verschwendung von Steuergeldern strafbar ist

…wenn wir am Sonntag unsere Autos waschen dürfen

…wenn alles erlaubt ist, was andere Bürger nicht in ihrer Freiheit einschränkt

…wenn religiöse Fanatiker aus unserem Land ausgewiesen werden

…wenn Sozialhilfeempfänger einem Zusatzerwerb nachgehen können

…wenn Asylbewerber arbeiten dürfen

…wenn Beamte und Abgeordnete für ihre Pensionen Beiträge zahlen müssen

…wenn unsere Eltern und Lehrer die Kinder wieder Anstand und Manieren lehren würden

…wenn jeder Schulabgänger ein soziales Jahr absolvieren muss

…wenn mehr Gelder statt in unsinnige Subventionen in die Bildung investiert werden

…wenn alle Subventionstatbestände abgeschafft würden

…wenn jeder Patient vom Arzt eine Rechnung erhält

…wenn Nebentätigkeiten der Volksvertreter verboten sind

…wenn es nur noch neun Bundesländer gibt

…wenn sämtliche überflüssigen Behörden abgeschafft werden

…wenn sämtliche überflüssigen Gesetze und Verordnungen abgeschafft werden

…wenn jeder Mensch das arbeiten dürfte, was er möchte, ohne den Beruf erlernt zu haben

…wenn die Krankenkassen eine Negativliste der Arzneimittel erstellen würden

…wenn die Kassenärztliche Vereinigung abgeschafft wird.

…wenn die Bundesanstalt für Arbeit aufgelöst und die Arbeitsvermittlung privatisiert wird

…wenn wir einen Staatsanwalt kritisieren dürfen, ohne dafür bestraft zu werden. (Naumann)

…wenn Beamte, Justiz und Behörden nicht mehr sakrosankt sind

…wenn weiche Drogen legalisiert werden

…wenn Heroin, Kokain und Morphine unter ärztlicher Aufsicht verordnet werden können

…wenn wir durch Freigabe der weichen Drogen der Kriminalität den Boden entziehen können

…wenn Rauschgiftabhängige von mehr Beratungsstellen betreut werden

…wenn mehr Geld für Streetworker bereitgestellt wird

…wenn gleichgeschlechtliche Partnerschaften steuerlich und erbrechtlich gleichgestellt sind

…wenn Homosexualität im Ansehen der Gesellschaft eine Normalität wird

…wenn wir unseren Rasen am Sonntag mähen dürfen

…wenn der Baum in Nachbars Garten wachsen darf

…wenn wir keine uniformierten Häuser mehr bauen müssen

…wenn kein Baurechtsamt uns mehr vorschreibt, wie wir leben müssen

…wenn die Agrarmafia gestoppt wird

…wenn Subventionen an Landwirte abgeschafft werden

…wenn der EU – Agrarmarkt abgeschafft wird

…wenn unsere Kühe, Schweine und Hühner artgerecht aufwachsen dürfen

…wenn Tiere nicht mehr über weite Strecken transportiert werden dürfen

…wenn wir alle Länder ächten, die die Todesstrafe vollstrecken

…wenn wir alle Länder ächten, die kein Klimaschutzabkommen unterzeichnen

…wenn wir alle Länder ächten, die Völkermord und Kriege anzetteln

…wenn wir alle atomare und biologische Waffen ächten

…wenn Korruption gesellschaftlich geächtet wird

Habt Erbarmen, das Leben ist schwer genug! (Kurt Tucholsky)

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
La Légion étrangère = DIE FRANZÖSISCHE FREMDENLEGION

Frankreich hat eine Berufsarmee, die Legion étrangère ist eine hoch angesehene Teilstreitkraft der Armee. Im Ausland ist die Legion mit einem Wust von Vorurteilen belastet. Dies ist in Frankreich nicht der Fall. Beim Défilé am 14. Juli auf den Champs Elysées wird die Fremdenlegion frenetisch gefeiert. Man darf sagen, dass es die härteste und disziplinierteste Truppe der Welt ist. Auf einen Ausbildungsplatz kommen über 100 Bewerber, das Auswahlverfahren ist streng. Vorbestrafte oder polizeilich Gesuchte haben keine Chance. Es ist auch nicht die Liebe zu Frankreich, die die Legionäre anlockt, es ist auch nicht das Geld, es ist das Abenteuer, die sportliche Herausforderung und ein Korpsgeist, den es so in keiner Armee der Welt gibt. Fünf Jahre dauert der erste Vertrag nach der Aufnahmeprüfung. Dann kann verlängert werden. War man einmal bei der Legion, liegt einem die Welt der Security - Firmen mit hohen Gehältern zu Füssen. Das Logo der Legion prägt Legionäre ihr ganzes Leben lang: LEGIO PATRIA NOSTRA !

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
DER DEUTSCHE VON WELT

Irgendein vollkommen unwichtiger und offensichtlich durchgeknallter Staatssekretär in der Chaotentruppe von Italiens Chefconférencier meinte wohl, seinem Boss gefallen zu können, wenn er den Teutonen mal richtig auf die Schnauze haut. Er meinte erwähnen zu müssen, dass es sich bei den deutschen Touristen um « gleichförmige, blonde und supernationalistische Deutschen, die im Sommer lärmend über die italienischen Strände herfallen », handeln würde. Dabei ist er selbst auf dem Münchner Oktoberfest als grosser Säufer bekannt. Viel genützt hat es ihm nicht, denn er wurde nicht befördert, sondern ausgemustert.

Wenn einer über die Deutschen einen blöden Witz reisst, nimmt halb Deutschland übel. Natürlich lässt sich eine nach allen Seiten offene Dame, wie es die Bundeskanzlerin eine ist, die Gelegenheit nicht entgehen, ein bisschen von ihren tatsächlichen Problemen abzulenken und sagt pathetisch beleidigt ihren Italienurlaub ab, obwohl sie eigentlich nur nach Südtirol wollte, weil sie da keiner suchen wird. Bilaterale Konflikte brechen auf. Diplomaten werden aufgescheucht. Eine deutsch – italienische Staatskrise bahnt sich an. Vielleicht gibt es bald wieder Krieg am Brenner ? Alles erinnert an die Dramatik der Emser Depeche.

Finanzkrise adieu, Gesundheitsreform vollkommen uninteressant, Hartz IV-Sätze egal, Staatsverschuldung unwichtig, der Urlaub der Kanzlerin ist Thema Nummer Eins in Deutschland! Das ganze Land schleimt sich bei dieser Pastorentochter aus der Uckermark ein und übetrifft sich in Urlaubsangeboten. Urlaub in der schönen Röhn, tönt es aus Hessen, da tanzt der Bär, dabei ist das eine der trostlosesten Gegenden Deutschlands. Aber nein, das letzte Kaff in der Eifel ist das Paradies, ruft es aus der Pfalz ! Alles Müll, in die Sächsische Schweiz muss "Mutti", damit sie sehen kann, wo ihre Milliarden verbuddelt wurden. Komm nach Bayern, schallt es aus München, hier gibt es den schönsten Filz Deutschlands zu bestaunen, dabei kennt die grau-schwarze CDU-Darstellerin dieses Material schon aus dem CDU– Unterbezirk Duisburg.

Dieses Geschleime ist einfach nur peinlich. Es ist so egal, wo diese Dame Urlaub macht, als würde in Rimini ein Eimer Spaghetti herunterfallen. Soll sie doch in ihrer spiessigen Datsche in der noch piefigeren Uckermark bleiben. Wen juckt das? Haben die Deutschen keine anderen Sorgen? Bei dieser Gelegenheit sollte man aber trotzdem einmal darüber nachdenken, ob an den blödsinnigen Äusserungen dieses verrückten Italieners über deutsche Touristen im Ausland nicht doch etwas dran ist.

Streng wissenschaftlich unterscheiden wir die deutschen Touristen in den Teutonicus vulgaris, den Schicki – Germanicus, den ängstlichen Spiesser und den gemeinen Proll.

1.Der Teutonicus vulgaris, auch « gemeiner Deutscher » genannt, kommt hauptsächlich an der italienischen Adria in den Städtchen Caorle, Jesolo, Bibione, Rimini, Milano Marittima bis hinunter nach Pescara vor. Speziell in Caorle wird die deutsch – österreichische Freundschaft gepflegt, da dieser kleine Ort ausser von Millionen Schnaken auch jährlich von vielen Wienern Hausmeistern und Frisören heimgesucht wird. Es gibt alles, was das deutsche Herz begehrt. Dreckige Strände, verseuchtes Wasser, Wiener Schnitzel, auch Elefantenohren genannt, man spricht nur deutsch, manchmal mit ordinärem Wiener Luden – Akzent, aber immerhin noch als deutscher Dialekt identifizierbar. Den obligatorischen Luna – Park darf man nicht vergessen, wo man sich für teures Geld einen warmen Asti – Spumante schiessen kann. Und natürlich Discos zum feiern und abtanzen bis der Arzt kommt. Wer ein besonderer Anhänger deutschen Brauchtums ist, lässt sich im NSU – Camping in Jesolo nieder. Dort gibt es alles was den Deutschen Freude macht, sogar für den Blockwart ist gesorgt, damit alles seine Ordnung hat und niemand an die Pinien pinkelt.

Auch in Mallorca, dort vor allen Dingen in Cala Minor, fühlt er sich heimisch. Dort muss er sich keine Sorgen um eine schöne deutsche Curry – Wurst machen, die gepflegte deutsche Sprache hat praktisch dieses komische einheimische Kauderwelsch verdrängt. Dabei fühlt man sich doch etwas pikiert, wenn man immer wieder auf die Spezies « gemeiner Proll » in El Arenal stösst. Dies ist dann doch zu peinlich. Der « Teutonicus vulgaris » möchte sich etwas abheben vom billigen Sauftourismus, man hat ja genug Sorgen beim täglichen Kampf ums Handtuch am Pool mit diesen ungezogenen Engländern. Wenn es dann zu bunt wird, gibt es noch grosse Teile der spanischen Küste, wo man deutschen Service in den zahlreichen Bettenburgen erwarten darf. Dabei meidet er seine Artgenossen aus der Spezies « gemeiner Proll », die sich hauptsächlich in Lloret de Mar die Hucke vollsaufen. Ebenfalls suspekt sind ihm die vielen Rolex tragenden Kapitalanlagebetrüger, die sich in der Region Marbella vor der deutschen Polizei verstecken und streng wissenschaftlich zu der Familie der Schicki – Germanici gezählt werden.

Gelegentlich wurde der « Teutonicus vulgaris » auch schon an der französischen Riviera, hauptsächlich in den Küsten-städtchen Sainte Maxime, Saint Raphaël und Grimaud gesichtet. Dort scheint er sich auch recht wohl zu fühlen, denn es gibt dort viele holländische Käsköpfe und belgische Pralinenfresser. Er wähnt sich an der mondänen Côte d’Azur, dabei endet die bereits in Cannes. Diese Bretterbuden im Departement Var sind beliebig mit Rimini und El Arenal austauschbar. Das Ambiente ist vergleichbar. Alles was der Deutsche so liebt, Bockwurst, Bier, Sauerkraut, billige Absteigen, jede Menge Schnaken, findet man ohne lange suchen zu müssen. Viele belebte Strände liegen verkehrsgünstig direkt an der Hauptstrasse und sind proche de tous, wie der Eingeborene zu sagen pflegt. Aber hier kann man schon Postkarten vom nahen Saint Tropez an die zu Hause Gebliebenen versenden, um die Verwandtschaft in Gelsenkirchen und Bottrop zu ärgern. Dabei meidet unsere hier beschriebene Spezies Saint Tropez in der Regel, da es a für ihn viel zu teuer ist, b nur nach stundenlangem Stop and Go an der Küstenstrasse erreichbar ist und er einen Kolbenfresser an seinem Ford Mondeo riskiert und er c Minderwertigkeitskomplexe bekommt, wenn er die vielen russischen Zuhälter mit ihren aufgetakelten Nutten, die pädophilen Engländer auf ihren gemieteten Yachten und das restliche Pack aus der ihm verhassten Spezies des Schicki – Germanicus sehen muss.

Die uns schon fast ans Herz gewachsene Spezies des « Teutonicus vulgaris » findet man aber auch an den Stränden Griechenlands, der Türkei und im Rahmen des Ausbaus der neuen bilateralen Beziehungen mit den ehemaligen Ostblockstaaten in Rumänien, Bulgarien und Ungarn. Auch dort haben sich clevere Tourismusmanager schon auf die Wünsche des Deutschen eingestellt. Man findet dort heute schon alles so gut vorbereitet wie in Rimini oder Mallorca, sogar die Preise sind noch regelrechte Schnäppchen.

Unsere hier beschriebene Spezies ist ausser an ihren Urlaubswünschen auch sonst leicht zu erkennen. In der Regel entspringt ihr typischer Vertreter der statistischen Durchschnittsfamilie, also verheiratet und zwei Kinder, Arbeiter oder Angestellter, das Häuschen in der Röhn finanziert durch Wüstenrot, eine EC – Karte in der Tasche und einen Sonnenbrand auf dem Bierbauch. Er spricht keine Fremdsprachen ausser etwas hochdeutsch und liest normalerweise Bastei – Romane, der intellektuell besonders Anspruchsvolle Rosamunde Pilcher. Im Fernsehen sieht er am liebsten « Rambo » mit Syvester Stallone oder « Richterin Barbara Salesch ».

Als Auto bevorzugt er die zuverlässige deutsche Mittelklasse oder den japanischen Reiskocher. Er pflegt es sehr, auf jeden Fall kommt in der Rangliste seiner Prioritäten zuerst das Auto, sein DVD – Player, der Hund, der Sohn, sein ganzer Stolz, dann noch die Frau und schliesslich die ungezogene Tochter.

Seine Ferien plant er mit LTU, TUI oder durch Vermittlung eines Reisebüros. Dabei überlässt er wenig dem Zufall. Alles wird versichert. Die Rechtsschutzversicherung ist von allergrösster Bedeutung. Schliesslich muss der Reiseveranstalter hinterher verklagt werden. Irgend ein dummer deutscher Richter wird sich schon finden, der ihm die arg strapazierte Urlaubskasse durch gezielte Beweisaufnahmen mit der Video – Kamera per Gerichtsentscheid wieder auffüllt. Notfalls bringt man die Kakerlake im Böxli an den Urlaubsort mit und platziert sie gewinnbringend im Hotelbad. Clever ist der « Teutonicus vulgaris » !

2.Lassen Sie uns die Spezies des « gemeinen Proll » hier vorziehen, da doch eine sehr enge genetische Verwandtschaft zum « Teutonicus vulgaris » besteht. Er unterscheidet sich lediglich durch seine Trink – und Essgewohnheiten, sein Outfit, sein Benehmen und seine sexuellen Vorlieben. Auch ist er in der Regel Alleinreisender oder fühlt sich in der Gruppe grölender Gleichgesinnter wohl. Er kommt hauptsächlich an bestimmten Orten in Mallorca wie zum Beispiel in El Arenal vor. Dort bevorzugt er die Schinkenstrasse und das dort ansässige In – Lokal Ballermann 6. Auch das spanische Festland ist durchaus interessant für ihn. Er liebt Lloret de Mar, wo er seine niedrigen Instinkte gut ausleben kann, ohne sonderlich aufzufallen. Nunmehr hat seine Säuferleber auch die Gestade des Schwarzen Meeres entdeckt. Seine Population ist sehr fruchtbar, da bekanntlich die Dummheit als letztes stirbt. Er reist gewöhnlich mit dem Bus oder mit dem Billigflieger in der Holzklasse. Schon auf der Reise übt er mit seinen Kumpanen und verbessert sein Schluckverhalten. So fällt ihm oft gar nicht auf, wohin ihn der Reiseveranstalter karrt. Man sah ihn auch schon in einer deutschen Grossraumhalle in der irrigen Annahme, er sei im Ballermann auf Mallorca. Ein bisschen Ambiente, viel Sangria aus dem wohlbekannten Pissbecher, Wolgang Petri, Jürgen Drews und Costa Cordalis mit ihren bekannten Heimatliedern besorgten den Rest der Illusion. Er kleidet sich in der Regel einfach. Ein T – Shirt oder bei besonderen Sauberkeitsfanatikern auch ein zweites zum Wechseln, die Unterhose wird wöchentlich gewendet, ein Paar Jeans, die man praktischerweise abends in die Ecke stellen kann und ein Paar billige Turnschuhe. Dazu ein Brustbeutel für die Kröten und fertig ist das Gepäck des « gemeinen Proll » . Er fällt gerne auf, trinkt leidenschaftlich gerne billiges Bier aus der Dose oder Sangria aus dem Eimer. Essen ist weniger wichtig, da es meist nach reichlich Alkoholgenuss ohnehin wieder auf natürlichem Wege dahin gespuckt wird, wo es her kam. Geschlafen wird am Strand und mit gleichgesinnten Tussis wird im Freien gevögelt, wenn dies der Pegelstand zulässt. Eine durchaus liebenswerte Spezies, so einfach und volksnah und dabei so musikalisch. Gerne werden bekannte Heimatlieder im Chor gegrölt, damit keine Zweifel über ihre Herkunft aufkommen. Dabei ist auf seinen Patriotismus Verlass. Kommt ihm ein dummer Engländer oder ein strohiger Käskopf in sein Revier, hagelt es Prügel. Im Grunde ist er das Rückrat des deutschen Tourismus. Er prägt auch das Ansehen der Deutschen im Ausland.

3.Der « ängstliche Spiesser » ist ein besonders typischer Vertreter der deutschen Herrenrasse. Er kommt hauptsächlich in der Schweiz, dort vor allen Dingen in Engelberg, Grindelwald und am Lago Maggiore vor. Auch in Österreich und in Südtirol wird er häufig gesichtet. Die oberitalienischen Seen, wie zum Beispiel der Gardasee, sind auch überaus beliebt beim ängstlichen deutschen Spiesser. Er benimmt sich sehr gut, erwartet das aber auch von den übrigen Menschen, da er sonst sehr unangenehm und belehrend auftreten kann. Er ist auch sehr gebildet, denn er plant seine Reisen lange und präzise. Nichts überlässt er dabei dem Zufall. Mindestens ein Reiseführer ist sein ständiger Begleiter. Er isst in der Regel deutsche oder artverwandte Kost, es muss natürlich alles günstig sein, trinkt gelegentlich, doch in Massen ein Glas Wein, ebenfalls nur vom Günstigen und kleidet sich volkstümlich mit Kniebundhosen, Trachtenjacke und Rucksack. Dort hat er die Utensilien für alle Eventualitäten vorbereitet. Vom Hansaplast bis zur Telephonnummer seines Rechtsanwaltes, vom Schweizermesser bis zum Vesperbrot. Trinkgelder gibt er sparsam, denn man sollte seiner Meinung nach die Eingeborenen nicht zu sehr verwöhnen. Er ist sehr sportlich und kennt alle Wanderwege im In – und Ausland. Seine Reisen tritt er oft mit der Bahn an oder er nimmt bei zu erwartendem schönen Wetter vielleicht auch seinen Mercedes Diesel mit in den Urlaub. Er kommt eigentlich aus dem typischen deutschen Mittelstand und ist durchaus belesen. Landser – Romantik von Konsalik und anspruchsvolle Romane von Simmel sind seine bevorzugte Lektüre. Im Fernsehen sieht er gerne die Nachrichten und kann sich dabei furchtbar aufregen. Auch sonst ist er gerne unzufrieden, da fühlt er sich am wohlsten. Eine ausgesprochen liebenswerte Spezies !

4.Der « Schicki – Germanicus » ist das genaue Gegenteil des « ängstlichen Spiessers ». Er ist ausgesprochen lebenslustig und kommt vorzugsweise in Monaco, Cannes, Saint Tropez, Ibiza, Florida, auf den Seyschellen, in Marbella, Sankt Moritz, Kitzbühel oder gar auf Sylt vor. Man erkennt ihn oder sie sehr leicht am Outfit. Prinzipiell trägt er nur Markenware, fährt Rolls oder Jaguar, im Winter den Mercedes G oder den Heli und im Sommer am liebsten seine Motoryacht und ein schickes Cabrio. Er zeigt sich immer mit viel Geld, egal ob geklaut, ergaunert, angeheiratet, ererbt oder gar nicht vorhanden. Er liest hauptsächlich seinen mitgebrachten Klein- Computer, um die Börsendaten zu verfolgen und seine Mails abzufragen. Gegessen wird nur vom Feinsten. Zum Früstück Kaviar auf der Eisschale, dazu ein Fläschchen Dom Perignon, den er bevorzugt, weil er meist Moët et Chandon nicht aussprechen kann. Mittags gibt es Hummerschnittchen und natürlich Schicki – Brause dazu und abends wird richtig gevöllert. Anschliessend treibt man sich in Monaco im Sporting Club bei Jimmy’z herum, bis der Morgen graut. Am Morgen danach wird der Kosmetiker aufgesucht, um in stundenlangen Sitzungen den Zustand ante wieder herzustellen. Die « Damen » gehen gerne shopping bei den einschlägigen Boutiquen und verbringen ihre Zeit damit, das reichlich vorhandene Silikon zu pflegen. Der Schmollmund muss ständig kontrolliert werden, der Busen kann auch leicht verrutschen und die Reithosen müssen regelmässig zum Fettabsaugen zu Professor Mang in die Bodenseeklinik. Man kennt sich untereinander und pflegt freundschaftlich (Bussi – Bussi) und doch hasserfüllt den Umgang mit seiner Rasse. So sind die Reisetermine aufeinander abgestimmt. Im Frühjahr auf die Seyschellen, Ostern nach Marbella, Pfingsten nach Ibiza, im Mai ist man bei der Formel Eins in Monaco, Im Juli und August auf der Yacht in Saint Tropez, um dort am Plage Pampellonne die Wutz rauszulassen. Im Herbst trifft man sich in Baden – Baden zur Rennwoche und wohnt im Brenner’s Parkhotel. Im Winter mag man es schicki – rustikal mit « Freunden » in Kitzbühel und im Februar ist das Palace – Hotel in Sankt Moritz ein must. Bald danach muss man schon wieder auf den Wiener Opernball, um sich mit Mörtel Lugner zu treffen. Kein Ereignis darf ausgelassen werden, sonst ist man out !

Es ist ein grosser Stress, immer reich, immer schön, immer « in » zu sein. Der Mensch an sich kommt kaum dazu, seinen oft windigen Geschäften nachzukommen und seine Investoren an der Börse richtig zu informieren, damit diese wieder frisches Geld in seine Träume stecken. Dabei kann schon mal etwas auf der Strecke bleiben. In der Regel sind es seine Investoren. Die angeheirateten Reichen unter den Schickis haben es nicht einfacher. Es muss ein grosser Aufwand getrieben werden, dem erheirateten Adelstitel gerecht zu werden. Nicht jeder soll schliesslich gleich merken, dass man eigentlich nicht als Baronin geboren wurde, sondern nur Friseuse in der Oberpfalz war, bevor man den alterschwachen und schon etwas senilen Baron noch einmal glücklich machte und der danach in einem letzten eingebildeten Orgasmus das Zeitliche segnete. Dabei hat man sich ständig dessen Verwandtschaft zu erwehren, die dieses Opfer für ihren verblichenen Ahnen absolut nicht anerkennen wollen. Der von Natur aus reiche « Schicki – Germanicus » tut sich oft schwer, sich dieses Pöbels unter seinesgleichen zu erwehren. Daher baut er grosse Hürden in Form von Clubs und ähnlichem auf. Auch das ist heute kein zuverlässiges Mittel mehr, denn dort wurden noch reichere Russen mit ihren kleinen Kurnikova – Verschnitten schon gesichtet. Und die hängen ohne jeden Skrupel jeden noch so geschmacklosen Fummel in die Explosiv – Kamera von RTL. Deren Zobel sind unübertroffen, der Schmuck ist schon schwerer als bei den dicken Araber – Weibern, die langsam aus der Mode kommen. Ja, das Leben der « Schicki – Germanici » ist nicht einfach, kostet viel Kraft und noch mehr Geld. Und dieser Neid unter den deutschen Finanzbeamten ist auch sehr lästig. Ständig ist man auf der Suche nach neuen Steuer –Schlupflöchern und Geld – Oasen.

Es gibt natürlich noch diverse Unter – Familien, die aber im einzelnen nicht weiter beschrieben werden müssen, da die Abweichungen oft nur in Nuancen zu messen sind. Die Typen, die ständig nach Thailand fahren, um billigen Sex zu bekommen oder um kleine Jungs zu beglücken, sind auch relativ schwer in die bekannten Arten der deutschen Touristen einzuordnen. Nehmen wir sie als gentechnische Fehlkonstrukionen oder auch als eine verunglückte Laune der Natur.

Doch halt! Es gibt noch einen seltenen Exoten unter den deutschen Touristen. Fast hätte ich ihn vergessen, da er kaum wahrnehmbar ist. Er lebt meist mehrere Wochen im Jahr in seinem eigenen Ferienhäuschen in der Toskana oder im Hinterland von Cannes oder gar ganz in der Provence. Er spricht fast wie ein Italiener oder wie ein Franzose, kleidet sich so, fährt ein kleines Wägelchen mit einheimischer Nummer und hat sich total integriert. Seine Bescheidenheit und Liebe zu Land und Leuten machen ihn völlig unauffällig. Mit Deutschen will er wenig zu tun haben, daher meidet er die Touristenhochburgen. Das ist zwar eine selten rare Form des Deutschtums, aber unglaublich angenehm. Leider viel zu rar.
Ein Exote eben ! Eine genetische Fehlentwicklung des wahren Deutschen.

Insgesamt ist festzustellen, dass der deutsche Tourist auf Grund seiner oben ausführlich beschriebenen Eigenschaften ein gern gesehener Gast in den Feriengebieten ist. Insofern sind die Äusserungen des italienischen Staatssekretärs wissenschaftlich undifferenziert und so nicht haltbar. Der Mann war zu entlassen, seine wissenschaftliche Qualifikation war höchst fragwürdig. Rein hippologisch betrachtet ist er vom Pferd gefallen. Ich habe es satirisch versucht mit diesem Staatsekretär. Aber Satire hat auch eine Grenze nach unten. Es lohnt nicht – so tief kann man nicht schiessen.

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
Mein Blog in " der FREITAG " : Die Gewerkschaften

Die Gewerkschaften und ihre Filiale im Bundestag, die SPD, sollten ganz still und leise sein. Sie sind zu Zuhältern der Unternehmer geworden. Sie sitzen in den Aufsichtsräten der Grossunternehmen und liessen sich auch noch mit teuren Huren beglücken, wie damals bei VW.

Sie waren es, die die Hartz - Gesetze durchgepeitscht haben und damit die ohnehin schon arbeitslosen Menschen auch noch in die Armut getrieben haben. Sie waren es, die es den Arbeitgebern erlaubten, Lohndumping zu betreiben, um die Löhne dann mit Steuergeldern zu subventionieren. Über fünfzig Milliarden Euro an Steuergeldern müssen den sechs Millionen Arbeitern gezahlt werden, damit diese Arbeiter überhaupt von ihren Löhnen leben können. War es früher nicht so, dass der Arbeitgeber die Löhne für seine Arbeiter zu zahlen hatte?

Sie waren es, die prächtig an dem Speckgürtel für die unsinnigsten Fortbildungs-und Umschulungsmassnahmen rund um die Bundesagentur für Arbeit, verdient haben. Alleine für diesen Mist kassieren gewerkschaftsnahe Fortbildungszentren bis zu 84 Milliarden Euro an Subventionen jährlich vom Staat.

Und diese SPD war es, die die Finanzmarktregulierungen aufgehoben hat, die nun zum Desaster führten. Die Gewerkschaften waren es, die jahrelang eine Tarifpolitik betrieben haben, die die Arbeiter immer ärmer gemacht haben. Sie waren, als sie noch in der Regierung sassen, nicht in der Lage, einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland einzuführen. So ist Deutschland zum Billiglohnland mit Dumpinglöhnen verkommen. Niedersachsen wurde zum Schlachthof Europas. So billig kann kein europäisches Land seine Massentierhaltung zur Dauerwurst verarbeiten wie Deutschland.

Und jetzt sind diese Arbeiterverräter zu feige, um aus ihren gepanzerten Limousinen auszusteigen, ihre Armani-Anzüge schmutzig zu machen und mit ihren Arbeitern auf die Strasse zu gehen, um gegen dieses himmelschreiende Unrecht zu demonstrieren.

Nur am 1. Mai, da legen diese "Arbeiterführer" ihre Krawatten von Givenchy ab und krakelen ihre dummen Parolen heraus, um dann anschliessend wieder mit der ganzen Politiker - Mischpoke zu lunchen.

.....Du rauchst am Tisch die dicken Zigarren,
Du lachst über Strassenhetzer und Narren.
Weisst nichts mehr von alten Kameraden,
Wirst aber überall eingeladen.
Du zuckst die Achseln beim Hennessy
Und vertrittst die deutsche Sozialdemokratie.
Du hast mit der Welt deinen Frieden gemacht.
Hörst Du nicht manchmal in dunkler Nacht
Eine leise Stimme, die mahnend spricht:
"Genosse, schämst du dich nicht?"
(Kurt Tucholsky)


Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
Mein Leserbrief in " der FREITAG " : Blogger entlarven die Lügen der Welt !

Vielleicht erlebe ich es noch, nein ich werde es nicht mehr erleben, doch es wird mir eine Genugtuung sein, in der Gewissheit in die Grube zu fahren, dass es immer mehr junge und intelligente Menschen wie Sie gibt, die sich als Blogger gegen dieses Gebräu aus Despoten, Blut-Geld, Meinungsmacher, politische Zuhälter der Kleptokraten und Menschenschlächter mit der globalisierten Bloggergemeinschaft, die die Mächtigen nur noch schwer kontrollieren können, zur Wehr setzen. Die Blogger sind gefürchtet durch die Mächtigen. Beispiel: Julian Assange! Alles muss raus! Die ganze schmutzige Wahrheit, die ganzen Lügen, die ganzen gebührenfinanzierten Talkshows müssen mit der Wahrheit konfrontiert werden. Manche Veranstalter wollen uns noch irgendwie im Griff behalten, uns benutzen, uns kujonieren mit dummen arbeitslosen Akademikern, die sie auf die Stühle der "Moderatoren" setzen, um ihre verlogene Netiquette zu kontrollieren. Der FREITAG ist eine der letzten Zeitungen in Deutschland, wo man abweichende Meinungen zum Mainstream ungestraft äussern darf! Die POLITICAL CORRECTNESS legt sich wie ein chronischer Ausschlag auf den Volkskörper und lähmt jede andersdenkende Meinung! Die Mächtigten entschuldigten jede soziale Sauerei mit der GLOBALISIERUNG. Dass mit der sozialen und wirtschaftlichen Globalisierung auch die Freiheit der Meinungsäusserung einhergeht, das haben diese Dummköpfe übersehen. Und dafür bekommen sie jetzt die Quittung!

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
Mein Leserbrief in " der FREITAG " zu Stuttgart 21

Verehrter Forist, mein Schwager ist promovierter Diplomingenuer und Architekt und war zwölf Jahre Bau-Bürgermeister einer Nachbargemeinde von Stuttgart. Er hat die gesamte Enstehungsgeschichte von Stuttgart 21 quasi als Zeitzeuge miterlebt. Nach seinen eigenen Aussagen ist a priori das gesamte Bauvorhaben die dümmste Erfindung seit dem Turmbau von Babel und zeigt einen Abgrund an politischer Korruption, wie er selbst im korrupten Ländle nur schwer vorstellbar ist. Da sitzen ehemalige Ministerpräsidenten wie Lothar Späht und der ehemalige Bahnchef Dürr einträchtig in den Aufsichtsräten der mit den Baumassnahmen beauftragten Unternehmen wie Herrenknecht in Lahr. Natürlich sponsert Herrenknecht auch regelmässig die Feste der Lahrer Bereitschaftspolizei. Natürlich biegen sich die Mächtigen im Ländle ihre Wahrheiten so zurecht, wie sie sie brauchen. Natürlich haben sie auch einen Judas im Gepäck, der den Volkszorn geschickt zu kanalisieren weiss. Das ganze Ausmass zeigt ein grosses Demokratie-Defizit. Deutschland hat keinen Hohen Gerichtshof für die Vergehen von Politikern! Deutschland hat keine politisch unabhängige Generalstaatsanwaltschaft, es sind weisungsgebundene politische Beamte, die jederzeit, wenn sie nicht spuren, vom Justizminister in den Ruhestand versetzt werden können. Und natürlich hat Deutschland keine unabhängige Aufsichtsbehörde für Vergehen der Justiz und der Polizei. Und schliesslich sind die Untersuchungsausschüsse in Deutschland nach den drei FFF zu bewerten: Formlos, fristlos und fruchtlos. Sie sind juristisch auch folgenlos. Es darf gelogen werden, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Das sind eklatante Systemfehler, die übrigens der Cour européenne des droits de l'homme in Strassburg vor nicht so langer Zeit in einem Urteil heftig angeprangert hat. In Deutschland fand man über dieses Urteil nicht einmal eine Pressenotiz. Die Hofschranzen der Macht haben dieses Urteil einfacht negiert! Das ist die Demokratie in Deutschland! Herzliche Grüsse Monsieur Rainer

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Herr de Maizière ist überfordert, wie so oft !

Europa hat sich jahrhundertelang nur insoweit um den Maghreb und um Schwarz-Afrika gekümmert, als es dort seine überschüssigen und hochsubventionierten Lebensmittel und seine Waffen verkaufen konnte. Der Westen hat Afrika als Müllhalde benutzt und gleichzeitig deren reichhaltige Ressourcen für einen Hungerlohn ausgebeutet. Wir haben mit jedem Despoten, Kleptokraten und Menschenschlächter Geschäfte gemacht, ihn über unsere roten Teppiche laufen lassen, hofiert und geehrt, wenn nur die Geschäfte gut liefen. Über dessen Menschenrechtsverletzungen sahen wir geflissentlich hinweg. Das Blut-Geld der Despoten Afrikas wurde gerne in unsere Wirtschaft investiert und wir sahen zu. Nun wehren sich die jungen gepeinigten Menschen gegen dieses immerwährende System und wollen auch ein Stück von dem Kuchen abhaben. Was tun die Westdemokratien? Sie lassen Polizei auffahren, errichten Zäune und pferchen die Menschen in menschenunwürdige Lager. Da ist die Haltung des Herrn de Maizière in ihrer ganzen Hilflosigkeit nur folgerichtig. Wie Timothy Garton Ash in der SZ schreibt: " Das Problem wird Europa auf die Füsse fallen!" Voilà, sie sind da und wir werden bitter für unsere Versäumnisse und unsere Gier nach billigen Ressourcen bezahlen.

Monsieur Rainer
Wednesday, February 16, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Hähme über Italien !

Nun gut, Silvio Berlusconi scheint nicht gerade das Musterbeispiel eines grauen Spiessers zu sein. Er liebt die Frauen. Sein diesbezüglicher Geschmack ist allerdings erlesen. Das muss ich neidlos anerkennen. Welcher Mann hätte nicht wirklich gerne einmal so eine wunderschöne Lolita in seinen Armen? Honi soit qui mal y pense! Das sind nun wirklich die kleinsten Verfehlungen dieses Cavaliere. Immerhin zeigt sie uns allen auf, dass Italiens Justiz unabhängig und nicht weisungsgebunden ist. Alle, die sich hier so furchtbar aufregen müssen, sollten sich einmal ernsthaft fragen, ob die deutsche Justiz auch in diesem Masse unabhängig ist? Oder ist sie nicht vielmehr eine ängstliche und weisungsgebundene Justiz, die längst einsehen musste, dass es einen Grundgesetzkonforme Trennung von Judikative und Executive in Deutschland gar nicht gibt! Der deutsche Richterbund beklagt das schon seit langem! Aber es scheint wohlfeil, seine moralinsauren Kommentare über Italien herunterzuschütten, als ob es in Deutschland keine politische Korruption gäbe. Warum müssen wohl italienische Richter mit Leibwächtern und Panzerfahrzeugen beschützt werden und Deutschlands Staatsanwälte fahren mit dem Fahrrad ins Amt? Der ehemalige Oberstaatsanwalt Schaupensteiner hat dazu gesagt: " Weil wir nur die kleinen Fische verfolgen dürfen, an die Grossen kommen wir gar nicht heran!" Ich mahne dringend, sich nicht über Italien zu erheben, das riecht nach deutschem Chauvinismus!

Monsieur Rainer
Tuesday, February 15, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Frankreichs Pharaonen Teil IV.

Die Pharaonen Frankreichs und der gesamten Francophonie werden an den Eliteschulen der Nation ausgebildet. Sie durchlaufen nach ihren Studien ein Stahlbad, das sie ein ganzes Leben lang nicht vergessen und das sie mit ihren Kommilitonen für ewig zusammenschweisst. Diese Kaste hält quer durch alle Parteien und durch die gesamten ehemaligen Kolonialgebiete ein Leben lang zusammen.

Als erstes lernt man auf den Eliteschulen der französischen Oligarchie, den Grandes Ecoles, wie ENA, INSEAD, Science Po, Militäracademie Saint Cyr, Ecole Nationale de la Magristrature ENM, oder an der Ecole Nationale superieur des Officiers de Police ENSP, welche Personen in Frankreich unantastbar sind und damit gefälligst in Ruhe gelassen werden sollten, will man nicht mutwillig seine Karriere zerstören. Es wäre daher geradezu lächerlich, anzunehmen, dass die Meldung eines Staatsanwaltes über ein fiscalisches Fehlverhalten einer der grossen Patrons Frankreichs jemals zu irgendwelchen juristischen Konsequenzen führen würden. Dazu bedarf es gar keiner Weisung des Finanzministers, schon seine Direktoren wissen, was in solchen Fällen zu tun ist. Nämlich nichts!

Jedermann kann in eine der Grandes Ecoles aufgenommen werden, wenn er das intellektuelle Zeug dazu hat. Er muss nur das beinharte zweijährige Vorbereitungsstudium mit Bravour absolvieren. Beispiel: Mme Rachida Dati stammt aus einer bettelarmen maghrebinischen Einwandererfamilie, hat einige Geschwister, wovon zwei derzeit wegen Drogenbesitzes im Gefängnis sitzen. Sie hat ein Jurastudium absolviert und wurde dann in einem harten Auswahlverfahren an die Ecole Nationale de la Magistrature (ENM) aufgenommen. Mit diesem Examen einer Grande Ecole in der Tasche wurde sie Untersuchungsrichterin und später Justizministerin (Garde de Sceaux). Heute ist sie Europaabgeordnete. Die Aufnahme an eine Grande Ecole hat also rein gar nichts mit der Herkunft zu tun. M. de Villepin ist in Casablanca als Sohn eines kleinen Beamten geboren. Er wanderte nach Frankreich ein, erwarb je einen Doktorhut in Literatur, Philosophie und Jura. Dann wurde er in die Ecole Nationale d'Administration (ENA) aufgenommen. Dort war er zusammen mit den Sozialisten Ségolène Royal und François Hollande in derselben Klasse mit dem Namen VOLTAIRE.

Der gesamte Maghreb, die ehemaligen französischen Kolonien, sowie die gesamte Francophonie, die sich im Zustand einer Scheinselbstständigkeit befinden, werden von Despoten von Frankreichs Gnaden regiert. Diese Pharaonen werden in Frankreich erzogen, besuchen die feinsten Pariser Universitäten und anschliessend die Grandes Ecoles, wie die Militäracademie Saint Cyr, die Ecole Militaire, die Science Po, die ENA, die INSEAD usw. Anschliessend werden sie vom Militärgeheimdienst DGSE fortgebildet und in den feinsten Villen Frankreichs geparkt.

Herrscht Bedarf und ist der alte Clown Frankreichs am Ende, dann wird dieser Mann in sein Heimatland geschickt, um die Interessen Frankreichs zu wahren und zu mehren. Seine Entourage, egal ob Zivil- Polizei- oder Militär durchlaufen die Academien des mittleren Encadrements in Frankreich.

Der französische Militärgeheimdienst DGSE wurde von Charles de Gaulle gegründet, um die Ressourcen Frankreichs zu sichern. Zu diesem Zweck gründete der DGSE die ELF- Aquitaine, die das Mutterland Frankreich mit Öl, Gas und lebenswichtigen Rohstoffen versorgt. Der von Frankreich eingesetzte Despot bekommt natürlich seine Provision und hat nur eine einzige Aufgabe, nämlich die Macht Frankreichs in der Francophonie zu sichern. Wie er dies tut, ist seine Sache.

Der französische Militärgeheimdienst "Direction Général de la Sécurité extérieure“ (DGSE) ist wie folgt organisiert: Der Generalstab des DGSE sitzt im 5. UG des Verteidigungsministeriums unter der Metro von Paris in Saint-Germain-des-Prés. Chef des Stabes ist ein Géneral d’Armee, der zwar formal dem Ministre de la Défense unterstellt ist, jedoch nur Weisungen vom Staatspräsidenten annimmt. Er ist der höchste Geheimnisträger Frankreichs und meist auch des bestinformierteste Mann im Land.

Der zivile Teil des DGSE sitzt in der Caserne des Tourelles in 128 Boulevard Mortier in Paris, 20ème Arrondissement. Man nennt das Gebäude auch“ La Piscine“, weil es direkt an das städtische Schwimmbad grenzt. Die Aufgaben der dort Beschäftigten:

a) Wissenschaftliche Auswertung von Nachrichten aus aller Welt in fast allen Sprachen. Es werden etwa 4000 hochqualifizierte Wissenschaftler beschäftigt, die alle Fragen der internationalen Politik untersuchen.

b) Der technische Dienst: Hier werden die abgehörten Nachrichten koodiniert, übersetzt und ausgewertet. Abhörstationen befinden sich in fast allen Kontinenten.

c) Industriespionage: Er werden viele Wirtschaftsgespräche in allen Herren Ländern abgehört, ausgewertet und der heimischen Wirtschaft zugespielt.

d) Zersetzung: In allen Erdteilen, besonders in Afrika und Europa werden mehrsprachige hochqualifizierte Wissenschaftler, als Foristen oder Blogger getarnt, in die ONLINEFOREN der Zeitungen lanciert, um die Stimmung gegen Frankreich auszuwerten oder selbst für eine bestimmte politische Richtung Stimmung zu machen. Gegner oder Kritiker Frankreichs werden teilweise mundtot gemacht.

e) Die Personal-und Finanzverwaltung: Die Mittel für die DGSE können nur geschätzt werden. Sie belaufen sich auf etwa eine Milliarde Euro p.a. Es gibt keine parlamentarische Kontrolle, keine Aufsichtsbehörde, keine Möglichkeit, den DGSE zu reglementieren. Das Budget wird aus dem Fond Speciaux des Elyséepalastes gestellt, der keiner parlamentarischen Kontrolle unterliegt.

Die Operative Abteilung des DGSE nennt sich "Division Action“ und sitzt im Fort Noisy-le-Sec im Département Seine-Saint-Denis (93). Diese operative Abteilung rekrutiert sich aus den härtesten Männern und Frauen der französischen Armee, nämlich dem 44e REI in Orléans. Sie werden ebenso erbarmungslos gecastet, wie ausgebildet. Sie verüben Sabotageakte in der ganzen Welt, entführen unliebsame Feinde Frankreichs, töten sie gegebenenfalls, stürzen Regime, setzen neue Despoten ein, schmuggeln Spione quer durch die Welt und sind für jedes "Geschäft" zu haben, wenn es der Grande Nation dient. Ihr grösster Reinfall war die Sprengung der Rainbow Warrior von Greenpeace. Der Chef der Kommandoaktion war der Bruder der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal.

Am 14. Juli 2010, dem französischen Nationalfeiertag konnte man ein interessantes Schauspiel der französischen Pharaonen beobachten. Präsident Nicolas Sarkozy hat alle Präsidenten der ehemaligen französischen Kolonien eingeladen. Und sie kamen gleich mit Ihren Militärchefs, mit Ausnahme des Präsidenten der Elfenbeinküste, mit dem Frankreich gerade hadert. Doch sonst waren sie alle da. Da sassen sie auf der Ehrentribüne einträchtig versammelt. Mindestens 1000 Jahre Knast sonnten sich im Glanze der Militärparade.

Menschenrechtsverletzungen in ihren Ländern, Ermittlungen der französischen und europäischer Staatsanwälte wegen Völkermord, Geldverschwendung, Unterschlagung von Entwicklungshilfe, Verstösse gegen das Geldwäschegesetz, nichts konnte diesen schwarzen Präsidenten gleichgültiger sein. Die Menschen in ihren Ländern verhungern und verdursten, die Bodenschätze werden an das Mutterland, die Schutzmacht Frankreich, geliefert, die Erträge fliessen auf Genfer Konten und in herrliche Pracht-Immobilien in Paris und an der Côte d'Azur.

Frankreich kennt keine moralischen Skrupel. Wichtig sind folgende Punkte für die Grande Nation: Frankreich will seine in die Scheinselbstständigkeit entlassenen Kolonien bei der Stange halten und sichert so seinen riesigen Einfluss auf grosse Teile Afrikas. Die Militärparade ist auch eine Verkaufsmesse, denn natürlich sind die scharzen Militärchefs nur deshalb mitgekommen, um anschliessend die Waffen bei der französischen Rüstungsindustrie zu ordern. Auch dieser Aspekt des 14. Juli bedarf einer Erwähnung.

Ich denke, dass alle interessierten Menschen die Entwicklung im ganzen Nahen Osten und in der Frncophonie mit grosser Aufmerksamkeit und mit Bewunderung für den Mut der Bürger beobachten. Es wird zu dem erwartenden Domino-Effekt kommen. Sicher wehren sich die Despoten dieser Welt noch mit allen Tricks und teilweise mit klammheimlicher Unterstützung ihrer Geschäftspartner, wie zum Beispiel.........., na Sie wissen schon. Doch im Internetzeitalter wird eine dauerhafte Unterdrückung der eigenen Bevölkerung, die Verletzung der Menschenrechte und das verbrecherische Ausbluten der heimischen Kassen durch diese Politverbrecher nicht mehr lange Bestand haben können.

Besonders schlaue Politiker des Westens runzeln die Stirn und warnen besorgt vor einer Islamisierung. Das ist scheinheilige Panikmache nach dem Motto, der Despot oder das Chaos! Dieses von den Despoten selbst geschürte Chaos wird sich beruhigen. Die Manöver sind zu durchsichtig! Die Zuhälter der Despoten wollen einerseits ihre Geschäftspartner nicht verlieren, anderseits auch nicht als Unterstützer der blutigen Niederschlagung der Bürgerrechtsbewegungen dastehen. Man nennt so einen diplomatischen Hochseilakt auch Scheinschwangerschaft. Immerhin haben die westliche Wirtschaft ganz prächtig von den Milliarden an Blut-Geld profitiert.

Doch wir erleben einen Paradigmenwechsel, an den sich die Politiker nur schwer gewöhnen wollen. Immerhin könnte eines Tages ja auch einmal jemand auf die Idee kommen zu fragen, warum der Westen dem mörderischen Treiben dieser Poltiverbrecher jahrzehntelang zugeschaut hat?

Die westlichen Demokratien müssen sehr schnell umdenken. Wenn die Despoten dieser Welt vom Hof gefegt sein werden, werden sich die Menschen in den Demokratien eines Tages fragen, ob in ihren Ländern denn alles in Ordnung ist oder ob sich nicht auch Zustände eingebürgert haben, die den Kleptokratien der Welt immer ähnlicher werden.

APHORISMEN:

“Geschichte ist die Lüge, auf die sich die Historiker geeinigt haben.”

(Voltaire)

“Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann Gnade euch Gott.”

(Theodor Körner)

“Es kann nicht alles ganz richtig sein auf dieser Welt, wenn die Menschen noch mit Betrügereien regiert werden müssen.”

(Georg Christoph Lichtenberg)


Monsieur Rainer
Sunday, February 13, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Deutsche Pharaonen Teil III.

Deutschland ist keine Demokratie! Deutschland ist eine Parteiendiktatur. Stellen Sie sich doch alle einmal die Frage, was Sie als Wähler überhaupt entscheiden dürfen? Haben Sie das Recht Ihre Abgeordneten direkt zu wählen oder sind nicht 2/3 aller Landes-und Bundestagsabgeordneten auf Parteienlisten abgesichert und kommen auch ohne ihre Stimme ins Parlament?

Wählen Sie irgendeinen Minister, einen Ministerpräsidenten, einen Bundeskanzler, einen Bundespräsidenten, einen Generalbundesanwalt, einen Generalstaatsanwalt direkt? Haben Sie irgendeinen Einfluss auf die Wahl der Richter des Bundesverfassungsgerichtes? Gibt es Volksentscheide zu den existenziellen Fragen der Politik, wie den Afghanistan-Krieg, die Verlängerung der AKW-Laufzeiten, zur Abwahl von OB Sauerland, zu Stuttgart 21 ? Wenn Sie alle diese Fragen mit NEIN beantworten müssen, dann werden Sie alle feststellen, dass Sie gar nicht in einer Demokratie leben! Bevor noch irgendjemand in Deutschland gewählt wird, müssen diese Defizite der Demokratie beseitigt werden!

Wie konnte das alles soweit kommen ? Nach der fürchterlichen Katastrophe des Zweiten Weltkrieges setzten sich wohlmeinende und anständig gebliebene Männer und Frauen auf der kleinen Herreninsel im bayerischen Chiemsee zusammen und überlegten, welche Lehren aus diesem Desaster zu ziehen waren. Natürlich waren die meisten Mitglieder dieses ersten Verfassungskonvents noch im neunzehnten Jahrhundert geboren und geprägt durch die Erfahrungen des Kaiserreiches, der Weimarer Republik und des Dritten Reiches. All ihre traumatischen Erlebnisse brachten sie in diesen Konvent mit ein. Was dabei heraus kam, war bewundernswert.

Die Väter und Mütter des Grundgetzes der neu zu gründenden Bundesrepublik Deutschland brachten eine Verfassung zustande, die es so auf deutschem Boden noch nicht gegeben hatte. Sie war gleichzeitig in alten Werten verhaftet und doch in vielen Punkten avantgardistisch. Diese Verfassung hat mit allen ihren Veränderungen und Ergänzungen der Bevölkerung der neuen Republik über einen Zeitraum von fünfzig Jahren ein Leben in Frieden und Freiheit beschert. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Initiatoren dieses Konvents, die Siegermächte, eigentlich keinen starken Bundesstaat haben wollten und ihren ganzen Einfluss geltend machten, um die Rechte der Länder zu stärken. Dies ist auch ein Teil der Ursachen für die heutige Blockade der ganzen Politik. Gleichwohl war dies die freiheitlichste Verfassung der westlichen Welt. Wo gab es das in der Geschichte Deutschlands jemals ?

Das heutige Problem ist die Verfassungswirklickeit. In der täglichen Praxis ist diese gute Verfassung von Teilen der Bevölkerung, von Parteien, von Politikern, von Verbänden, von Gewerkschaften und allen möglichen Interessensgruppen in den Würgegriff genommen und bis zur Unkenntlichkeit vergewaltigt worden. Diese Republik wird nicht mehr von gewählten Volksvertretern regiert, sondern von Lobbyisten aller möglichen Lager. Sie halten sich die Politiker wie die Spielleiter der Augsburger Puppenkiste ihre Figuren und lassen sie auf der Bühne des Bundestages tanzen.

Der grösste Witz ist dabei, wie diese « Volksvertreter » überhaupt in die Parlamente kommen. Nicht etwa durch die freie und geheime Wahl der Bürger, wie es das Grundgesetz vorschreibt, aber nein, die meisten Parlamentarier werden in nicht demokratisch legitimierten parteiinternen Kungeleien auf sogenannte Landeslisten gesetzt, um dann dem Stimmvieh vorgekaut serviert zu werden. Und dann glaubt Klein Erna doch tatsächlich in ihrer Einfalt, sie hätte die Wahl. Schon heute sprechen Politiker verschämt von einer "repräsentativen“ Demokratie, wohl wissend, dass dies ein Etikettenschwindel ist. Das bedeutet nämlich nichts anderes, als dass der "Souverän“ einmal in vier Jahren zu einer sogenannten Wahl aufgerufen wird, dort sein Kreuzchen für irgendeine Partei macht und damit für weitere vier Jahre seine bürgerlichen Rechte an einen Abgeordneten offen abtritt. Was der dann mit der Stimme des Urnenpöbels anfängt, darauf hat der Wähler überhaupt keinen Einfluss. Das ist keine gute Demokratie, das ist keine schlechte Demokratie, das ist überhaupt keine Demokratie!

Alle Entscheidungen der derzeitigen Kanzlerin sind nur dem schieren Machterhalt untergeordnet und daher für das Land verheerend. Flankiert wird diese Kanzlerin von einem Aussenminister, der völlig überfordert ist. Machtgierig, mit dem Hang zum Grössenwahn belastet, betreibt er eine Aussenpolitik, die keine ist.

Zunächst einmal ist zu kostatieren, dass die Wahl Deutschlands in der UN-Weltsicherheitsrat rein gar nichts mit Herrn Westerwelle zu tun hat. Ergo ist sein Siegerlächeln fehl am Platze. Sein Gehabe ähnelt eher dem eines Kindskopfes, das eine Tüte Gummibärchen verschluckt hat. Deutschland hat weder das Geld, noch die politischen Ressourcen, noch die grundgesetzlichen Möglichkeiten, den Anforderungen an ein Mitglied im Weltsicherheitsrat gerecht zu werden. Nichts anderers als Grossspurigkeit führen die deutschen Politiker in ihrem Gepäck mit. Sie wollen, sechzig Jahre nach dem Untergang, endlich wieder auf der Weltbühne mitmischen, haben aber ausser acht gelassen, dass es ihnen dazu an innerer Stabilität fehlt. Dieses Land ist noch lange keine ausgereifte Demokratie, es ist eine Parteiendiktatur.

Der Wirtschaftsminister scheint ebenfalls nicht ganz ernst genommen werden zu wollen. Mit oft schwerer Zunge versucht er volkswirtschaftliche Grundkenntnisse unter die Bevölkerung zu streuen. Die Liste der unsinnigsten Subventionen, für die dieser Wirtschaftsminister verantwortlich ist, lässt sich bis auf eine Summe von bis zu 150 Milliarden Euro jährlich beziffern ! Dazu kommen noch Milliarden von verschwendeten Steuergeldern, wie man jedes Jahr in den Berichten des Bundesrechnungshofes nachlesen kann. Für einen Grossteil dieses unglaublichen Skandals trägt der Wirtschaftsminister die Verantwortung. Hier geht es nicht mehr um Marktwirtschaft, hier werden nur noch unsinnige Steuergeschenke an plärrende Interessengruppen verteilt, die volkswirtschaftlich absoluter Wahnsinn sind. Welchen Sinn haben denn der verminderte Mehrwertsteuersatz für die Hotel-Branche gemacht?

Und dazu kommt natürlich noch der Hauptmann der Reserve Niebel im Entwicklungshilfeministerium. Man braucht ja auch einen absolut ahnungslosen Ex-Generalsekretär der FDP, der immer noch glaubt, dass die Schecks für die Entwicklungshilfe der armen Bevölkerung der Drittweltländer zugute kommen und nicht auf den Genfer Privatkonten der jeweiligen Diktatoren landen. Wichtiger als jede erbärmliche Entwicklungshilfe wäre die Unterstützung der WTO, die verzweifelt versucht, den « armen « Ländern Weltmarktpreise für deren Produkte und Rohstoffe zu garantieren. Diese Länder sind nämlich gar nicht arm. Sie sind reich an Rohstoffen, die wir für ein Trinkgeld ausbeuten. Mit unsinnigen Subventionen unserer Agrarwirtschaft in Milliardenhöhe und Handelssperren schotten wir unsere Märkte von den Produkten der sogenannten Entwicklungsländer ab. Auch die Erlassung ihrer « Schulden » wäre eine grosse Hilfe für diese Länder. Sie haben ihre Schulden bei uns schon hunderte Male getilgt, was unsere Banken hier abschöpfen, sind die Zinsen der Zinsen der Zinsen für früher gewährte Kredite. Ein durchschnittlich intelligenter Mensch und Realist würde es im Amt des Entwicklungshilfeminister auf Dauer nicht aushalten. Alleine in Afghanistan sind 17 Milliarden US-Dollar an Entwicklungshilfe versickert. Man sollte einmal die Genfer Konten von Präsident Karsai und seinen Komplizen genauer überprüfen.

Da gibt es noch eine Justizministerin, die durch irgendwelche orginellen Einfälle noch nicht aufgefallen ist. Sie verbreitet sich zwar über die Bewahrung der unabhängigen Justiz, es ist ihr aber offensichtlich noch gar nicht aufgefallen, dass es so etwas in Deutschland noch gar nie gab. Im Kaiserreich herrschte eine Klassenjustiz, in der Weimarer Republik eine diese zutiefst verachtende Justiz, im Dritten Reich eine Verbrecherjustiz, in den Anfängen der Bundesrepublik eine Wendehalsjustiz, in der Bundesrepublik eine von Bürokraten und Politikern gegängelte Justiz.

Dabei ist die deutsche Rechtsprechung auf dem Hund gekommen und moralisch bankrott. Die tägliche Rechtspraxis zeigt die Verluderung der Justiz, die natürlich auch ein Spiegelbild der Gesellschaft ist. Es herrscht ein Abgrund an moralischer Verkommenheit in einer Justiz und Gesellschaft, wenn materieller Schaden schärfer geahndet werden als der mangelnde Respekt vor der Unversehrtheit der Seele und des Körpers eines Menschen.

Das geht auch auf Bismarcks Zeiten zurück. Wenn ein besoffener, arroganter Junker eine Magd vergewaltigte, so war das ein Kavaliersdelikt. Aber wehe, eine halb verhungerte Magd stahl dem Gutsherrn ein paar Kreuzer, dann war ihr das Zuchthaus sicher. Das Bürgerliche Gesetzbuch und deren wahrhaft empörende und weitgehend immer noch geltende, den Schaden an Sachwerten höher als den an Menschenleben wertende Rechtsprechung ist darüber hinaus ein Produkt der Gründerzeit nach 1871. Das Besitzbügertum drängte auf extrem harte Strafen bei Eigentumsdelikten. Das ist bis heute so geblieben !

So etwas lernt man heute nicht mehr an deutschen Universitäten. Von humanistischer Bildung gibt es bei unseren Juristen keine Spur mehr. Rechtsgeschichte : Fehlanzeige. Stattdessen werden nur noch stupide Paragraphen auswendig gelernt ! Hier wäre eine lohnende Aufgabe für einen wirklich guten Justizminister. Ich habe keine Hoffnung, dass diese Quotenjuristin auch nur den blassesten Schimmer von der Realität hat. Wollen wir eine wirklich unabhängige Judikative, dann dürfen die Bundesanwälte und die Generalstaatsanwälte keine weisungsabhängige Beamten mehr sein, sondern müssen von den Parlamenten gewählt werden.

Dazu wäre Kurt Tucholsky nur eingefallen : « Das zufällig bestandene Abitur, den Professor bei der Prüfung ein bisschen verwirrt, der Erwerb eines Talars bei der Hans-Soldan-Stiftung, und aus Hänschen Blumenkohl wird der Stellvertreter Christi auf Erden »

Als Grüss-August musste jemand her, der als möglicher politischer Gegner der Kanzlerin aus dem Wege zu räumen war. Es ist beschämend, wie dieses einst so angesehene Amt durch Intrigen, Kungeleien und Vetternwirtschaft heruntergewirtschaftet wurde. Das Amt des Bundespräsidenten an sich gibt machtpolitisch nichts her, wenn dann auch noch so ein staubtrockener Rechtsanwalt aus Hannover damit versorgt werden muss, weil man ihn sonst nicht los wird, dann ist das Ansehen dieses Amtes an seinem Tiefpunkt angekommen. Ausser Spesen nichts gewesen ! Ich möchte wetten, dass zwei Drittel der Deutschen gar nicht wissen, wer der Mann mit dem Ordensbändchen am Revers ist, der am Tag der deutschen Einheit die hohlen Phrasen im Fernsehen drischt. Man sieht ihn auch manchmal mit « betroffener » Miene auf Beerdigungen herumstehen. Fazit, wenn keine Männer und Frauen mehr gefunden werden, die bei Begräbnissen, zu Weihnachten und bei sonstigen passenden und unpassenden Gelegenheiten mehr als nur leere Worthülsen verbreiten können, dann schafft das Bundespräsidentenamt ab.

Conclusio: Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist eine vorläufige Verfassung. Die Väter dieses Grundgesetzes haben ausdrücklich darauf bestanden, dass dieses Grundgesetz am Tage der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten einer Verfassung weichen m u s s, die dem ganzen deutschen Volke zur Abstimmung vorgelegt werden muss. Dies wurde bewusst von den heutigen Politikern aus Angst vor dem Volk versäumt ! Denn in dieser endgültigen Verfassung hätten elementare basis-demokratische und plebiszitäre Elemente eingearbeitet werden müssen, die da wären:

1.In die Parlamente des Bundes und der Länder ziehen nur direkt gewählte Abgeordnete ein.
2.Die Grösse der Parlamente ergibt sich aus der Wahlbeteiligung
3.Die Abgeordneten kommen für ihre Altersversorgungen selbst auf.
4.Die Ministerpräsidenten der Länder werden direkt vom Volk gewählt.
5.Der Bundeskanzler und der Bundespräsident werden direkt vom Volk gewählt.
6.Der Generalbundesanwalt wird vom deutschen Bundestag gewählt, sämtliche Generalstaatsanwälte der Länder von den Landtagen.
7.Als Dienstaufsicht für Richter und Staatsanwälte und Polizisten wird ein eigens zu schaffender Gerichtshof eingerichtet. Dieser Gerichtshof hat auch die Ermittlungshoheit im Falle von Dienstvergehen. Die Richter dieses Gerichtshofes haben Verfassungsrang und werden vom Parlament gewählt.
8.Existenzielle Fragen der Republik sind durch Volksentscheide zu beantworten. Dazu gehören Militäreinsätze, Fragen der Energieversorgung und Grossbauvorhaben.

Das alles wird es nie geben! Gleichwohl muss es erlaubt sein, über die zahlreichen Defizite der deutschen Demokratie nachzudenken. Denn bis heute gilt nur eines: Arrogante, oft auch korrupte Politiker, die jeden Kontakt zum Bürger verloren haben, die unverschämtesten Lobbyisten, die jakobinischen Verfechter der political-correctness und grosse Teile der Medien, die sich als Hofschranzen der herrschenden Kaste lächerlich machen und oft eine permanente Zensur des Rechtes auf freie Meinungsäusserung ausüben, haften auf dem deutschen Staat wie ein chronischer Ausschlag!

Fortsetzung folgt!

Monsieur Rainer



Sunday, February 13, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Die deutschen Pharaonen Teil I.

Die deutschen "Pharaonen" scheren sich nur wenig um die Einhaltung des Grundgesetzes. Den arroganten Politikern ist jede Bodenhaftung und jedes Gespür für die Befindlichkeiten der Bevölkerung abhanden gekommen. Sie sind nichts anderes als die Marionetten der unverschämtesten Lobbyisten. Die jakobinischen Verfechter der political correctness gehen den Bürgern auf die Nerven. Sie alle und Teile der Medien, die als Hofschranzen der Politiker die öffentliche Meinung manipulieren, haften auf Deutschland wie ein chronischer Ausschlag.

Gestern erlebten wir alle wieder ein Meisterstück deutscher Diplomatie. Es ist noch keine vier Wochen her, da schritten Frau Dr. Merkel und Husni Mubarark das Wachbataillon der Bundeswehr vor der Waschmaschine in Berlin ab. Man tauschte Zärtlichkeiten aus und machte Geschäfte mit dem Despoten, Kleptokraten und menschenverachtenden Folterer eines gepeinigten Volkes.

Inzwischen begehrte das ägyptische Volk auf. Was taten die westlichen Demokratien, die in grosser Sorge um die "Stabilität" = Friedhofsruhe im Nahen Osten und um ihren Geschäftspartner waren? Sie negierten, beschwichtigten, lavierten und warteten ab, wer denn wohl gewinnen würde. Als der Sieger feststand, entdeckte man mit Verve die Menschenrechte und schlug sich vorsichtig auf die Seite der Bürger. Was für ein erbärmliches Schauspiel boten uns die Komplizen des Herrn Mubarak.

Woran liegt das? Deutschland hat selbst erhebliche Demokratie-Defizite! Immer wieder bemängele ich diese eklatanten Defizite und aussergewöhnlich schwere Verletzungen des Grundgesetzes. Die Politiker werden darauf vereidigt und verstossen tagtäglich dagegen. Der Bürger sieht dem Treiben tatenlos zu.

1. Das Grundgesetz schreibt die Trennung von Kirche und Staat vor. Die Realität ist eine andere. Deutschland ist neben Österreich das einzige Land der Welt, das eine Kirchensteuer erhebt und die Gehälter der Pfarrer, Bischöfe und Kardinäle aus Steuermitteln bezahlt.

2. Im Artikel 146 GG (Grundgesetz) steht: " Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die dem ganzen deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist". Die Realität? Eine solche Verfassung gibt es nicht, sie ist seit 1989 überfällig!

3. Jeder Rechtsstaat ist nur solange als solcher zu bezeichnen, wenn er die elementaren Eckpfeiler einer Demokratie respektiert. Tatsächlich kennt Deutschland als eines der wenigen Länder Europas keine wirkliche Trennung von Judikative und Exekutive. Der Generalbundesanwalt ist ein weisungsabhängiger politischer Beamter und untersteht dem Bundesjustizminister. Die Generalstaatswälte der Länder sind in genau derselben Abhängigkeit und unterstehen dem jeweiligen Justizminister der Bundesländer.

Zu diesem Thema hat der Kriminologe und bekannte Strafrechtsprofessor Prof. Dr. Peter - Alexis Albrecht folgendes ausgeführt: Ich zitiere auszugsweise:

Zitat : " Warum geht das nicht im gesamten Justizsystem? Gerade hier wäre Autonomie das Gebot der Stunde. Der Ruf der Richterverbände belegt das eindrucksvoll. Im Kern geht es um die Verlagerung der Personalhoheit weg von den Landesjustizministern (der Exekutive) hin zu den Richterwahlgremien und unabhängigen Justizverwaltungsräten (der Judikative). Demokratisch legitimierte Richterwahlen gibt es in 24 EU-Ländern. Nur in Deutschland, Österreich und Tschechien werden die justiziellen Kontrolleure noch von der zu kontrollierenden Exekutive bestellt: Das ist ein rechtsstaatliches Ding der Unmöglichkeit.

Dies wäre allerdings nur ein erster Schritt. Darüber hinaus ist eine umfassende Reform im Justizsystem notwendig, wie es Richterverbände fordern. Wahre Unabhängigkeit ist erst möglich, wenn Auswahl und Ersternennung anhand nachvollziehbarer Kriterien geschähen. Beförderungen sollten durch Funktionszuweisungen auf Zeit ersetzt werden. Befähigungsbeurteilungen durch Vorgesetzte (im selben Spruchkörper!) würden damit obsolet. Wenn Bürger wüssten, dass Beisitzer ihre Rechtsprechung vom Wohlwollen des Vorsitzenden abhängig sehen, wäre der Ansehensverlust der Gerichte wohl noch größer. In der Befreiung der Dritten Gewalt von Karriereabhängigkeiten liegt der Hauptgedanke einer umfassenden Autonomie. Das sind insbesondere psychologische Effekte, die der Berufsrolle von Richter und Staatsanwalt den erforderlichen Rahmen böten. Furchtlosigkeit vor den Einflüssen Dritter, insbesondere vor Machteinflüssen, sind erst das Produkt realer Unabhängigkeitsgewähr.

Das gilt für Richter und Staatsanwälte gleichermaßen, auch wenn das Grundgesetz derzeit nur den Richtern die Unabhängigkeit formal sichert. Die Finanzkrise sollte jedem deutlich machen, wie wichtig diese Forderung ist. Die Spekulation Privater ist von allen Regierungskräften im Schulterschluss mit der Finanzwirtschaft entfesselt worden. Die Schäden im Bank- und Finanzsektor sind daher systemisch von der Politik mit verursacht worden. Das alles gehörte in die öffentliche Aufklärung eines Justizsystems, das unerschrocken gegen jedermann – also auch gegen Politiker – ermitteln müsste, wenn hinreichende Anhaltspunkte vorliegen, was eindeutig der Fall ist: Es geht um den Straftatsbestand der Untreue. Warum geschieht das nicht? Die Aufsicht über Finanzspekulationen in Landesbanken üben zahlreiche hohe politische Funktionsträger aus. Sie bestellen und führen durch Weisungen jene, die die Verantwortlichkeiten der politischen Aufsichtsräte in Ermittlungsverfahren strafrechtlich prüfen müssten. Wie kann aber ein Staatsanwalt gegen seinen Dienstherrn unabhängig ermitteln, wenn dieser sein Herr und Gebieter ist?

Der Jäger muss jagen, der Richter wägt ab. Unabhängigkeit für beide heißt nicht Komplizenschaft in der Durchsetzung des öffentlichen Strafanspruchs. Unterschiedliche Berufsrollen innerhalb des Justizsystems brauchen auch unterschiedliche Organisationsformen – in jeweiliger Unabhängigkeit. Entlässt man Staatsanwälte und Richter aus der Kontrolle der Exekutive, haben sie auch mehr Macht, das heißt auch mehr Selbstverantwortung. Sie müssten ihre Machtgrenzen – zum Beispiel durch eine Stärkung der Richterdienstgerichtsbarkeit, welche die Richter richten kann – deutlicher machen. Dazu gehört auch, dass dem Bürger ausreichender Rechtsschutz bei unabhängigen Gerichten eingeräumt wird, gerade während des Ermittlungsverfahrens. Daran hapert es heute wie gestern.

Neue Prämissen einer gerechteren Sozialordnung, die den Einsatz einer von der Leine politischer Opportunität abgekoppelten Justiz eigentlich erst wirksam legitimieren, müssen indes andere einlösen. Die Überlebenschance einer sozial gerechten Gesellschaft liegt primär im Gelingen dieser demokratischen Herkulesaufgabe."

Zitatende!

Die Politiker, die die Worte " Rechtsstaat und die freiheitliche demokratische Grundordnung " täglich wie eine Monstranz vor sich hertragen, müssen sich an diesen elementaren Verstössen gegen das Grundgesetz messen lassen.

Conclusio: Deutschland erfüllt nicht einmal die Grundanforderungen an einen Rechtsstaat. Nur deshalb ist es auch möglich, dass die Parteien, die Finanzlobby, die Pharmalobby, die Agrarlobby und 2100 weitere in Berlin ansässigen Lobbyverbände sich diesen Staat zur Beute gemacht haben!

Da hilft kein Jammern an den herrschenden Zuständen, da hilft nur der Artikel 146 GG. Eine Verfassung muss her, um diese Missstände zu beseitigen!

Fortsetzung folgt!

Monsieur Rainer
Saturday, February 12, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " : Ägyptens Panzer von Rheinmetall
Verehrter Forist, genau so empfinden wir es hier in Frankreich beim Défilé am 14. Juli auf den Champs Elysées. Letztes Jahr hat Präsident Sarkozy seine francophonen "Verwalter" von Frankreichs Ex-Kolonien auf seine Ehrentribüne eingeladen. Da sassen 1000 Jahre Gefängnis auf einer Bank. All diese von Frankreich an den Grandes Ecoles ausgebildeten Despoten, Kleptokraten und Massenmörder wurden hofiert! Und die Pariser Untersuchungsrichter mussten zuschauen. Die Herren haben ja alle Dipomatenstatus. Nach der Garden Party im Elyséepalst zogen sich die Despoten in ihre Luxusvillen an der Côte d'Azur zurück, die sie mit ihrem geraubten Geld erworben haben.

Monsieur Rainer
Friday, February 11, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " : Heuchelei auf allen Seiten

Diese Heuchelei und Komplizenschaft der westlichen Demokratien werden uns noch auf die Füsse fallen. Wie wollen uns unsere Politiker noch Moral blasen, wenn sie sich selbst zu Komplizen von Despoten, Kleptokraten und Folterknechten machen. Damit führen sie ihr hohles Geschwätz von Nationbuilding in Afghanistan ad absurdum!

Monsieur Rainer

Friday, February 11, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Freiheit für Muslimas !

Die Féderation Ni putes ni soumises wurde von der ehemaligen Staatssekretärin Fadela Amara gegründet, um den Frauen in den Banlieues, den Vorstädten von Paris, Lyon, Nizza und Marseille eine Sicherheit vor ihren gewalttätigen, rassistischen und frauenverachtenden Männern zu geben.

Alleine im Pariser Vorort Vitry sind letztes Jahr 600 Frauen, Mädchen und Kinder von dieser Racaille vergewaltigt worden und dies nur aus einem Grund, sie wollen, dass diese Frauen ihre Ehre verlieren und nie wieder einen muslimischen Mann bekommen. Die Jugendlichen huren herum, jedoch die Ehefrau muss eine Jungfrau sein, das ist hypokrit !

Die Frauen haben aber den Spiess umgedreht, sie gehen auf die Schulen, sie machen ihre Universitäts-abschlüsse und verlassen diese Vorstädte, um weitab davon Familien zu gründen. Das macht sie nur noch verhasster, denn nichts ist den muslimischen Männern ein grösserer Dorn im Auge, als wenn ihre Frauen plötzlich intelligenter, freier, unabhängiger und selbstständiger werden und nicht mehr auf den "Schutz" dieser herumlungernden Taugenichtse angewiesen sind.

Dafür wurde diese Organisation von der ehemaligen französischen Staatssekretärin Fadela Amara gegründet: " Wir sind keine Huren und lassen uns nicht unterdrücken!" (Ni putes, ni soumises)

Fadela Amara ist auch Mitbegründerin von SOS Rassisme. In der Zwischenzeit gibt es diese Organisation auch in Deutschland! Berlin hat ein eigenes Büro der Organisation “ Ni putes ni soumises”.

Freiheit und Selbstbestimmungsrecht für die Muslima!

Monsieur Rainer

Friday, February 11, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " : Wir sind Mittäter der Despoten !
Verehrter Forist, weil Europa sich zulange mit den Despoten und Kleptokraten auf der ganzen Welt gemein gemacht hat und gleichzeitig seine Menschenrechtscharta von 1953 wie eine Monstranz vor sich hertrug. Frei nach Berthold Brecht: " Erst kommt das Fressen, dann die Moral!" Wer dem Dieb die Steigleiter hält, ist im strafrechtlichen Sinne Mittäter. Ergo werden die westlichen Demokratien zurecht als Mittäter der Mörder, Despoten, Kleptokraten denunziert werden dürfen. Seien wir mal ganz ehrlich, es sind keine vier Wochen vergangen, da hat Frau Dr. Merkel zusammen mit Herrn Mubarak das Wachbataillon der Bundeswehr abgeschritten und Küsschen ausgetauscht. Diese Bilder werden dem gepeinigten Volk in Ägypten nicht verborgen geblieben sein.

Monsieur Rainer
Friday, February 11, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag " : D - day in Ägypten
HEUTE ist der Tag der Entscheidung. Mir scheint, dass es auch innerhalb des Machtapparates zu Spannungen gekommen ist und das Militär möglicherweise doch das letzte Wort hat. Erschreckend ist jedoch das Versagen des Westens, insbesondere Europas. Wenn die Revolution in Ägypten scheitert, dann wird uns Europäern das noch teuer zu stehen kommen. Ewig flattieren wir die Despoten, machen mit ihrem Blut-Geld prächtige Geschäft und reiben uns verwundert die Augen, wenn sich der Geschäftspartner als menschenverachtender Verbrecher desavouiert.

Monsieur Rainer
Friday, February 11, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Die Nebenklägerin

Mir scheint, hier gäbe es Verbesserungsmöglichkeiten. Beispiel: Im französischen Code pénal wird der Nebenklage in einem Strafverfahren weitaus höhere Bedeutung beigemessen. Der Vertreter der Nebenklage kann nicht nur wie in Deutschland einen Strafantrag stellen, sondern er hat auch das Recht, einen Täter-Opferausgleich zu verlangen. So zum Beispiel entscheidet das erkennende Strafgericht in einem einzigen Rechtszug auch über die zivilen Schadenersatzansprüche des Opfers. Es kann beispielsweise die Bezahlung eines Traumatologen oder einen finanziellen Schadenersatz vom Täter beantragen. Über diesen Antrag der Nebenklage entscheidet das Gericht im selben Urteil zum Strafverfahren. Wäre es nicht erwägenswert, eine solche Gesetzesinitiative auch in Deutschland zu prüfen?

Monsieur Rainer


Thursday, February 10, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Vorrang hat der Schutz der Bevölkerung !

Dies muss oberste Priorität haben. Es ist das Recht eines jeden Bürgers, vom Staat einen wirksamen Schutz vor jeder Art von Kriminalität zu erhalten. Die Massnahmen zum Schutz der Bürger müssen rechtsstaatlich sein und auf der Basis der Menschenrechtscharta von 1953, auf dem Grundgesetz, auf der Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichtes und auf den Urteilen des europäischen Gerichtshofes stehen. Danach gilt Opferschutz vor Täterschutz. Die Realität:

1. Die Bürger sind nicht ausreichend vor Rückfalltätern geschützt.

2. Die Opfer müssen n a c h der Tat durch eine Tortur, die man seinem ärgsten Feind nicht wünscht.

a) Das Opfer einer Sexualstraftat muss sich bei der Polizei einer oft wenig sensiblen und hochnotpeinlichen Vernehmung stellen.

b) Das Opfer wird danach zur Beweissicherung einer hochnotpeinlichen gynäkologischen Untersuchung unterzogen, die aber unvermeidbar ist.

c) Das Opfer muss in der Hauptverhandlung coram publico den gesamten Tatverlauf nocheinmal schildern und durchlebt das ganze Grauen der Tat nocheinmal. Und dies ohne psychologischen Beistand. Es muss sich hochnotpeinlichen Befragungen des Gerichtes und der Staatsanwaltschaft stellen.

d) Die Verteidigung versucht danach mit allen rechtsstaatlichen Mitteln, die Glaubwürdigkeit des Opfers zu erschüttern.

e) In dieser ganzen Zeit erlebt das Opfer, dass es dem Staat nur um seinen Strafanspruch geht, aber ein Opferausgleich weitgehend unterbleibt. Die Nebenklage des Opfers hat keinen wesentlichen Beitrag zu diesem Thema zu leisten, das sieht im Gegensatz zu französischem Recht das deutsche Gesetz nicht vor.

3. Was geschieht in der Zwischenzeit mit dem Täter? Er wird vernommen, begutachtet und kommt in der Regel in Untersuchungshaft. Nach Verbüssung seiner Strafhaft wird er meist untherapiert wieder auf freien Fuss gesetzt.

4. Das Opfer wird weitgehend alleine gelassen, bekommt vom Staat weder einen Traumatologen, noch einen sonstigen behähigten Psychologen zur Seite gestellt.

Die Balance zwischen dem Schutz des Opfers und den Rechten, die auch jedem Täter zustehen, scheint nicht ganz ausgewogen zu sein. Hier liegt das gesamte Problem!

Monsieur Rainer
Thursday, February 10, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Isreal in die NATO ? Absurd !

Bei allergrösster Wertschätzung für den Autor dieses Beitrages habe ich mich bei der Lektüre zunächst gefragt, ob er es vielleicht satirisch gemeint hat, oder ihm nur der Schalk im Nacken sitzt. Gesetzt den Fall, unser aller geschätzter Orpheus hätte seinen Beitrag ernst gemeint, dann muss hier mit demselben Ernst widersprochen werden. Die NATO ist ein Relikt aus dem kalten Krieg und hat uns damals gute Dienste geleistet. Der kalte Krieg ist beendet und der NATO sind die Feinde abhanden gekommen. Ergo ist sie aufzulösen. Es kann doch wohl nicht sein, dass man einem Überbleibsel des kalten Krieges einfach neue Aufgaben zuweist, nur um ein Relikt am Leben zu erhalten. Ich bin für eine europäische Verteidigungsgemeinschaft, die ausschliesslich europäische Interessen vertritt. Die heutige NATO wird immer noch durch die USA dominiert. Es besteht also die Gefahr, dass wir ständig in immer neuere Abenteuer einer untergehenden und bankrotten Weltmacht hineingezogen werden, siehe Afghanistan. Wenn jetzt noch Israel in die NATO aufgenommen werden sollte, wie der Autor vorschlägt, dann steht Europa vor einer Massenkarambolage im Nahen Osten. Bei allem schuldigen Respekt, verehrter Forist, Ihr Vorschlag ist absurd!

Monsieur Rainer
Tuesday, February 08, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Die Rückfalltäter

Gestern demonstrierten Frankreichs Richter, Staatsanwälte und Untersuchungsrichter im vollem Ornat auf allen Strassen Frankreichs gegen Staatspräsident Nicolas Sarkozy. In den Gerichtssälen wurden von den Präsidenten der Gerichte eine gemeinsame Erklärung verlesen, dass Frankreichs Magistraten keine Sitzungen abhalten und nunmehr in den Streik treten werden. Alle Zivilprozesse wurden neu terminiert, die vorgeführten Angeklagten wurden von den Strafkammern wieder zurück in die Gefängnisse beordert.

Was war geschehen? Ein mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter wurde nach der Verbüssung seiner Strafe aus dem Gefängnis entlassen und ermordete auf bestialische Weise nur kurze Zeit später das liebenswerte kleine unschuldige Mädchen Laïticia, nachdem er es sexuell missbraucht hatte. Es bricht einem das Herz, wenn man die Bilder des kleinen Mädchens sieht.

Normalerweise muss in Frankreich vom Gefängnisdirektor bei der Entlassung eines Sexualstraftäters ein besonders auf diese Fälle spezialisierter Richter (Juge d’application de peine) benachrichtigt werden, der das Recht hat, fortführende Massnahmen zum Schutze der Bevölkerung anzuordnen. Er kann entweder den entlassenen Straftäter in eine Therapie einweisen, oder ihm Meldeauflagen oder sonstige Auflagen jeglicher Art erteilen. Der Gefängnisdirektor hat pflichtgemäss seine Meldung über die bevorstehende Entlassung gemacht.

Das Problem dabei ist, dass es zum Beispiel für ganz Elsass – Lothringen nur drei solcher Richter gibt. Es war also kein Richter da, der irgendetwas zum Schutze der Bevölkerung hätte tun können.

Wie immer in solchen Fällen, greift der Staatspräsident solche Vorkommnisse und die Empörung der Bevölkerung auf, um seine wenig hilfreichen und meist populistischen Sottisen abzusondern. So auch in diesem Fall. Ganz Frankreich ist empört und Nicolas Sarkozy setzt sich an die Spitze dieser Bewegung, in dem er an den Ort des Geschehens fährt, um vor den Kameras der versammelten Fernsehanstalten Erklärungen zum Verhalten der Richter abzugeben. Werbewirksam lässt er sich mit den gramgebeugten Eltern des ermordeten Kindes ablichten und geht dann öffentlichkeitswirksam zu den versammelten Richtern in den Palais de Justice, um diesen Richtern die “Leviten zu lesen”. Er spricht öffentlichkeitswirksam von einem “ Dysfunktionnement de la Justice”.

Dabei übersieht er geflissentlich, dass er es war, der im Rahmen der Sparmassnahmen die Richterstellen nicht besetzt hatte und seine damalige enge “Verbündete”, die ehemalige Justizministerin Rachida Dati, die wegen ihres Nepotismus entlassen werden musste, die “Carte Judiciaire” dazu benutzt hatte, die Gerichte rigoros zusammenzustreichen. Gegen diese unberechtigen Vorwürfe des Präsidenten gehen nun die Richter Frankreichs auf die Strassen und nennen Nicolas Sarkozy nun ihrerseits einen “Rückfalltäter”.

Warum erzähle ich das an dieser Stelle? Wir haben in Deutschland eine ähnlich verfahrene Situation in der Behandlung der Sexualstraftäter, die immer wieder zu absurden Szenen und zu entsetzlichen neuen Kindsmorden führt.

Im Jahre 1950 wurden die römischen Verträge unterzeichnet, die die Grundlage für das heutige Europa bilden. Im Jahre 1953 wurde dann eine europäische Menschenrechtscharta hinzugefügt, die im wesentlichen auf der Menschenrechtserklärung der französischen Revulution beruht. In den siebizger Jahren wurde in Deutschland eine Strafrechtsreform durchgeführt, die die Resozialisierung der Straftäter vor den Strafanspruch des Staates stellte. Die Wiedereingliederung in die Gesellschaft ist seither das herausragende Ziel des Strafvollzuges. Es wurden Arbeitsplätze, Lehrwerkstätten, Berufsbildungseinrichtungen und therapeutische Massnahmen für Sexualstraftäter eingeführt.

Um die Bevölkerung vor enventuellen Wiederholungstätern zu schützen, wurde die sogenannte Sicherungsverwahrung ausgeweitet. Sie bedeutet jedoch entgegen der allgemeinen Meinung der Bevölkerung nicht, dass ein Straftäter nach Verbüssung seiner Haftstrafe für immer weggesperrt werden darf. Alle zwei Jahre wird über die Verlängerung der Sicherungsverwahrung erneut von Gutachtern und Richtern entschieden, denn das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung ganz im Sinne der europäischen Menschenrechtscharta verkündet, dass jeder Straftäter eine Aussicht auf Wiedererlangung der Freiheit haben m u s s, dass es also eine lebenslange Haft bis zu seinem Tode nicht geben darf.

Die Gerichte waren angehalten, bei dem Verdacht auf Wiederholung der gerade abgeurteilten Straftat zum Schutze der Bevölkerung eine Sicherungsverwahrung nach Verbüssung der Strafhaft schon im Urteil anzuordnen. Dies wurde in zahlreichen Fällen versäumt. Und so mussten teilweise hochgefährliche Sexualstraftäter nach Verbüssung der Strafhaft auf freien Fuss gesetzt werden.

Man griff zu fragwürdigen juristischen Hilfsmitteln, in dem die Gerichte teilweise eine nachträgliche Sicherungsverwahrung anordneten. Dagegen haben einige Sexualstraftäter erfolgreich beim Europäischen Gerichtshof (Cour européenne des droits de l’homme) in Strassburg geklagt. Der Gerichtshof stellte zurecht den römischen Rechtsgrundsatz « nulla poena sine lege « in den Mittelpunkt seiner Entscheidung, wonach kein Straftäter verurteilt werden kann, wenn zum Zeitpunkt der Begehung der Straftat ein entsprechendes Gesetz nicht vorhanden war. Deshalb ‘keine Strafe ohne Gesetz’.

Die Folgen sind verheerend für die deutsche Justiz. Die objektiv gefährlichen Sexualstraftäter müssen freigelassen werden und werden nun durch Heerscharen von Polizisten überwacht. Um dieses absurde Theater zu beenden, hat nun die Regierung ein neues Unterbringungsgesetz verabschiedet, das schon alleine daran scheitern muss, dass es in Deutschland an solchen Unterbringungsmöglichkeiten mangelt. Der Sexualstraftäter darf nämlich entsprechend des Urteils aus Strassburg eben nicht in einer Strafvollzugsanstalt oder in einer geschlossenen Psychiatrie verwahrt werden. Was es aber genau sein soll, das liessen die Richter offen. Und die deutsche Justiz ist ratlos.

Dies gibt nun Spielraum für allerlei populistisches Geschwätz in den Talkshows und in den einschlägigen Blättern des Boulevards, die nichts anderes bedienen, als die niedrigsten Instinkte der Menschheit. Ein Gewaber von Lynchjustiz geht durch das Land, das ganz ekelhaft riecht und dem Ernst des Themas nicht angemessen ist.

Monsieur Rainer
Tuesday, February 08, 2011
Ein bekannter englischer Journalist teilt meine Sorgen um Ägypten

Einen interessanten Kommentar zum Thema liefert der bekannte englische Journalist Timothy Garton Ash. Ein Auszug aus der SZ:

"Wenn diese Aufstände jedoch scheitern sollten und die arabische Welt in einen dumpfen Zustand autokratischer Herrschaft zurückfallen sollte - dann werden Abermillionen dieser jungen Männer und Frauen zutiefst verbittert sein, und nicht wenige würden ihre Wut und ihre Frustration in einer Weise hinüber über das Mittelmeer tragen, die Europa in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Und sollte dieser Umsturz nichts anderes hervorbringen als eine neue Generation von Tyrannen, nämlich gewalttätige, freiheitsfeindliche Islamisten, lauter neue Irans also, dann gnade uns Gott."

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen!

Monsieur Rainer


Tuesday, February 08, 2011
Wer wird der Judas der Ägypter ?

So titeln einige französische Zeitungen heute in ihrem aussenpolitischen Teil. Diese Frage scheint mir mehr als berechtigt zu sein angesichts der heutigen Situation der Demonstranten. Die Normalität scheint einzukehren, die Banken und Geschäfte sind wieder geöffnet, die Menschen gehen wieder zur Arbeit. Die mutigen Demonstranten sind entweder tot, verletzt oder einfach nur erschöpft von ihrem tagelangen Kampf gegen das Regime der Dospoten und Kleptokraten.

Sicher wird die Uhr nicht zurückgedreht werden können. Die Manifestation des ägyptischen Volkes gegen das verbrecherische Regime war zu stark, zu mutig und zu kompromisslos, als dass die Herrschaften so einfach zur Tagesordnung übergehen könnten. Der Druck Präsident Obamas auf Husni Mubarak ist zu gross, als dass er ihn einfach negieren könnte.

Doch vergessen wir nicht, der Despot und seine Kamarilla haben viel zu verlieren! Es geht um die Macht, den Einfluss, die Gesichtswahrung und die Privilegien der gesamten Oligarchie. Und die herrschende Verbrecherclique sind auch noch mit allen Wassern gewaschene alte Füchse, hochgebildet und masslos reich. Sie haben in über fünfzig Jahren Zwangsherrschaft ein alles durchdringendes Netz der Abhängigkeiten, Beziehungen, Verflechtungen und internationaler Verbindungen aufgebaut.

Da ist es verständlich, dass die “Geschäftspartner” der Despoten im Ausland erst einmal genau “prüfen” wollen, ob sie ihren Freund endgültig fallen lassen. Jahrzehntelang wurden die Despoten dieser Welt von den westlichen Demokratien hofiert und gehätschelt. Sie mussten nur eine einzige Vorraussetzung erfüllen: Sie mussten für die Stabilität ihrer Staaten in ihren Regionen garantieren. Dass gerne auch phantastische Geschäfte mit deren Blut-Geld gemacht wurden, sah man gerne. Über die offensichtlichen und bekannten schweren Menschenrechtsverletzungen der Despoten wurden dabei beflissentlich hinweg gesehen. Man wollte den “Geschäftspartner” nicht verärgern.

Die Oligarchen in Ägypten haben unter dem Druck der mutigen und aufopferungsvollen Manifestationen des ägyptischen Volkes und schliesslich auch unter dem Einfluss von Präsident Obama einige kosmetische Veränderungen vorgenommen. So verzichtete der Sohn Mubaraks auf die “Kandidatur” zur nächsten Präsidentschaftswahl. In der Regierungspartei wurden einige “Vorstandsmitglieder” ausgetauscht, erstmals seit Jahrzehnten wurde ein Vizepräsident ernannt, ausserdem wurde das gesamte Kabinett gefeuert und neue Minister ernannt.

Was hat sich dadurch in Ägypten am bestehenden Unrechtsregime geändert? NICHTS! Der Vizepräsident ist ausgerechnet der ehemalige Geheimdienstchef, der eigentlich nicht auf das goldumrandete Fauteuil im Präsidentenpalast gehört, sondern auf die harte Bank eines Angeklagten vor dem Kriegsverbrechertribunal in den Haag. Der Rest sind Generäle aus der privilegierten Kaste der Oligarchie.

Einen weiteren Trick hat sich die einzige organisierte Partei in Ägypten einfallen lassen. Die Moslembruderschaft gibt sich als Oppositionspartei und Vertreter der manifestierenden Bürger des ägyptischen Volkes aus und nimmt ohne dessen Zustimmung und ohne ein Mandat der Demonstranten “Verhandlungen” mit der Oligarchie auf. Dies stimmt bedenklich. Ist das ein Wolf im Schafspelz? Wittern die Moslems ihre einmalige Chance, an die Macht zu kommen?

Das Beispiel der Hisbollah sollte uns seine Warnung sein. Auch diese Gotteskrieger haben den Marsch druch die Institutionen im Libanon angetreten sind heute zum unverzichtbaren Machtfaktor im Zedernstaat geworden. Sie bilden eine grosse Bedrohung für Israel.

Nun bilden die muslimischen Ägypter noch weit vor den koptischen Christen die Mehrheit der Bevölkerung, jedoch haben diese Moslems wenig mit einem radikalen Gottesstaat am Hut. Das muslimische ägyptische Bürgertum ist hochgebildet, westlich orientiert und per modernster Kommunikationstechnologie weltweit vernetzt. Sie wollen in ihrer überwältigenden Mehrheit nur Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und die Wahrung ihrer Bürgerrechte. Und sie wollen endlich auch an dem wirtschaftlichen Erfolg ihres Landes teilhaben. Nichts kommt ihnen weniger in den Sinn, als einen despotischen Staat durch einen Gottesstaat einzutauschen.

Die Moslembruderschaft würde bei wirklich freien, geheimen und von UN-Beobachtern kontrollierten Wahlen nicht mehr als 30% der Stimmen erhalten. Wie kann sie sich den anmassen, Verhandlungen zu führen?

Es steht zu befürchten, dass die ermüdeten Demonstranten ausgetricks werden und das System an sich nicht verändert wird. Sicher wird es einige kosmetische Veränderungen geben, aber das Ziel der Demonstranten, diese ganze Oligarchie zu stürzen, ist noch in weiter Ferne.

Es braucht nur einen Judas, der das Volk verrät und dem Westen die Stabilität verspricht, die er will und alles war umsonst. Der Westen, so fürchten viele, würde diese Judaslösung nicht ungern sehen!

C’est la honte, schreiben die französischen Journalisten. Es wäre die Schande des Westens !

Monsieur Rainer
Monday, February 07, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Der Billig - Job

Fünfzig Milliarden Euro werden den Unternehmern jährlich in den Rachen geworfen, damit ihre Gewinne in die Höhe schnellen, damit wir den Wahn der Exportnation aufrecht erhalten können. Sechs Millionen Arbeiter kommen in den Genuss dieses staatlichen Geldregens. Das ist die Verschmelzung von Kapitalismus mit Kommunismus, aber mit Sicherheit nicht das, was Ludwig Erhardt mit der sozialen Marktwirtschaft gemeint hat.

Unternehmen verdienen sich mit diesem staatlich subventionierten Lohndumping eine goldene Nase, entlassen ihre Arbeiter, um sie dann wieder zu den neuen Konditionen einzustellen. Man ist fassungslos über so eine Politik. Ich fordere einen gesetzlichen Mindestlohn für alle Branchen. Die Unternehmer alleine tragen die Lohnkosten und haben damit am Markt zu bestehen oder eben auch nicht.

Exportweltmeister mit Lohndumping zu werden ist unfairer Wettbewerb und schadet der Binnenkonjunktur! Der deutsche Arbeiter nimmt an den Erfolgen der Unternehmen nicht mehr teil, er ist abgekoppelt, ausgebootet und seinem Elend überlassen. Schafft er es nicht, seine Familie mit seinem Einkommen zu ernähren, springt der Staat ein und subventioniert den Rest.

Deutschland verkommt zum Billiglohnland in Europa und ist bereits heute der Schlachthof der westlichen Industrienationen. Das geht so: Die Grossschlachtereien in Niedersachsen gründen eine Briefkastenfirma in Polen, Ungarn oder Rumänien. Diese Leiharbeitsfirma stellt die Ärmsten der Armen ein und "verleiht" sie an die Grossschlachtereien in Deutschland. Sie arbeiten im Accord zu Hungerlöhnen zwischen 1-3 Euro pro Stunde und werden in menschenunwürdigen Unterkünften behaust.

Die angebotenen deutschen Produktionskosten sind nicht zu unterbieten, da Deutschland eines der wenigen westlichen Länder ohne einen gesetzlichen Mindestlohn ist. Die Schweine und Kühe werden von Portugal bis Schottland nach Niedersachsen gekarrt, dort geschlachtet und wieder in die Herkunftsländer zurückexportiert. Das ergibt die oft gelobten Exportüberschüsse. Sie werden mit dem Leid und dem Elend der Menschen erwirtschaftet und kommen nur den Unternehmern und ihren angestellten Politikern zu Gute.

Dieses System ist pervers, zutiefst unökonomisch, asozial und gemeingefährlich. Dieser Staat hat seinen eigenen Bankrott vor der Habgier der Industrie erklärt. Er wurde zum Zuschussbetrieb für die überbordenden Unternehmergewinne degradiert. Der Staat verschuldet sich damit in ungeahnte Höhen, während die Wirtschaft floriert.

Und was tun die deutschen Gewerkschaften gegen diese Sklavenarbeit? Gibt es sie überhaupt noch, oder haben sie bereits mit dem Bundesverband der deutschen Industrie fusioniert? Die Bonzen sind fett geworden. Sie lassen sich in ihren schwarzen Limousinen zum Tee ins Kanzleramt chauffieren, ansonsten wohnen sie den Sitzungen der Aufsichtsräte deutscher Grossunternehmen bei. Sie sind quasi die Beischläfer der Unternehmer geworden. So manch ein Gewerkschafter, der für seine Ideale von Bismarck's Säbeln niedergestreckt oder im KZ jämmerlich vernichtet wurde, würde sich aus dem Grab erheben und den heutigen Bonzen zurufen:

"Genosse, schämst du dich nicht?"

Monsieur Rainer
Monday, February 07, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Konsumverhalten bei Lebensmitteln

Verehrter Forist, Ihr Kommentar ist unerlässlich und hätte eigentlich ein noch ein grösseres Forum verdient. Erlauben Sie mir, zu den fast unabänderlichen Mechanismen der Agrarmärkte noch eine Komponente des organisierten Wahnsinns hinzuzufügen. Nicht nur, dass wir uns aus Gier an der Kreatur versündigen, nein, wir erwirtschaften auch noch wesentlich mehr Agrarprodukte, als Europa für den Alltag benötigt. Diese hochsubventionierten Produkte überschwemmen die Märkte Afrikas und unterbieten die dortigen Erzeugerpreise. Der heimische Bauer in Afrika kann nicht konkurrieren, lässt sein fruchtbares Land brachliegen und sucht in den Elendsvierteln der Grossstädte nach Billig-Jobs, um seine hungernde Familie zu ernähren. Dieses Elend und unser schlechtes Gewissen suchen wir Industrienationen mit Entwicklungshilfe, sprich Almosen und Spendengalas zu begegnen. Das ist der Gipfel der Perversität! Wer verdient daran? Die industrielle Massenproduktion der Agrarlobby und deren Handlanger in der Politik. Mit Abscheu und Ekel wendet man sich von diesem Spiel ab.

Monsieur Rainer
Monday, February 07, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Krokodilstränen wegen eines Verbrechers

Attentat auf Suleiman? Mein Bedauern hält sich in engen Grenzen, oder was sollen die wehleidigen Kommentare in der deutschen Presse? Sollten wir etwa Mitleid mit dem ehemaligen Chef des ägyptischen Geheimdienstes haben? Hatte der Herr jemals Mitleid mit seinen Opfern, als diese auf grausamste Art und Weise gefoltert wurden? Der Mann gehört nicht auf ein goldumrandetes Fauteuil in einen der Paläste von Kairo, sondern auf die harte Anklagebank eines Tribunal in den Haag. Doch halt, das geht nicht! Mir benötigen ja einen "geordneten Übergang", wie Frau Dr. Merkel es gestern in München so diplomatisch formulierte. Warum wohl? Weil man ja einen guten Geschäftspartner nicht verlieren möchte. Nein, ich unterlasse es, an dieser Stelle Kurt Tucholsky zu zitieren.

Monsieur Rainer
Saturday, February 05, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Die Zuhälter der Despoten

Wozu braucht eigentlich Europa eine Baroness Ashton? Man muss die Dame ja förmlich zum Jagen tragen, bis sie sich entschliesst, nach Ägypten zu reisen, um europäische Interessen zu vertreten. Ähnlich lauwarm kommen auch die Kommentare der deutschen Kanzlerin daher. Das hat alles seine guten Gründe: Noch vor wenigen Tagen küsste man den Despoten von Ägypten, der sich nahtlos in die menschenverachtenden Diktaturen dieser Welt einreihte. Man machte sich gerne gemein mit Kleptokraten und nahm auch deren Blut-Geld gerne an, wenn es der heimischen Wirtschaft zugute kam. Nun ist der Kleptomane und Verletzer der Menschenrechte international desvouiert und Europa füchtet a priori einen guten Geschäftspartner zu verlieren. Man stelle sich einmal vor, eine bürgerliche rechtsstaatswahrende Bewegung käme an die Macht der hofierten Diktatoren. Nicht auszudenken, wenn diese neuen Regierungen das Blut-Geld aus Europa abzögen und repatriieren würde. An wen sollen dann Europas Waffenfabriken ihr Produkte verkaufen? Wer soll denn mit dem über Offshore Gesellschaften getarnten Blut-Geld noch die Staatsanleihen der bankrotten westlichen Demokratien kaufen? Nicht auszudenken, wenn diese Geschäftspartner abhanden kämen. Nur so sind die Reden von europäischen Politikern zu verstehen. Wie sagte schon Brecht? "Erst kommt das Fressen, dann die Moral!" Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Jetzt haben wir es expressis verbis, wo die Kanzlerin politisch steht. Auf der Seite des Geldes!

Monsieur Rainer
Saturday, February 05, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " : Augstein und Blome auf Phoenix

Vielleicht sollte Herr Augstein einmal nachstehende grundsätzliche Gedanken in diese Debatten mit Herrn Blome einfliessen lassen: Deutschland hat gravierende Demokratie-Defizite. Die sogenannte "repräsentative Demokratie" ist eine Schimäre. Das ist keine gute Demokratie, das ist keine schlechte Demokratie, das ist überhaupt keine Demokratie! Immerhin haben cirka 300-400 der über 600 Bundestagsabgeordneten für die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr gestimmt, während nach allen Meinungsumfragen 76% der Bürger g e g e n die Verlängerung sind. Also betreibt doch dieses Scheinparlament in existenziellen Fragen der Republik eine Politik gegen die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Das darf so nicht weitergehen! Und deshalb rate ich dazu, einmal in das Grundgesetz zu sehen. Da steht nämlich ein ganz interessanter Artikel, der offensichtlich in Vergessenheit geraten ist: " Artikel 146 GG: Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist ". Die deutsche Einheit erfolgte im Jahre 1989. Eine vom Volk beschlossene Verfassung gibt es aber im Jahre 2011 immer noch nicht. Warum? Weil die Parteien sich das Grundgesetz ganz bequem zurecht gebogen haben. Ein neuer Verfassungskonvent käme aber möglicherweise auf die verwegene Idee, aus den Fehlern des Grundgesetzes die Lehren zu ziehen und eine direkte Demokratie zu beschliessen. Möglicherweise würde diese neue Verfassung wesentlich mehr plebiszitäre Elemente enthalten. Machen wir doch einmal einen kleinen Demokratietest: Haben Sie schon mal einen Abgeordneten direkt und ohne Landesliste gewählt? Haben Sie schon einmal einen Ministerpräsidenten, einen Minister, einen Kanzler, einen Bundespräsidenten, einen Bundesverfassungsrichter, einen Generalbundesanwalt direkt gewält? Wurden Sie schon einmal gefragt, ob die AKW - Laufzeitverlängerung in Ihrem Sinne ist? Haben Sie schon einmal darüber abstimmen dürfen, ob die Bundeswehr ein fremdes Land in Asien angreifen darf? Wenn Sie all diese Fragen mit NEIN beantworten müssten, dann sollten Sie sich alle dafür stark machen, dass dieses bestehende Grundgesetz gemäss Artikel 146 GG durch eine vom ganzen deutschen Volk beschlossene Verfassung ersetzt wird! Ich wäre gespannt auf die Reaktion des BILD - Journalisten!

Monsieur Rainer
Saturday, February 05, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag " : Deutschland ist keine Demokratie!

Diese Art von Demokratie wird deshalb so gerne von den Politikern als "repräsentive Demokratie" bezeichnet, weil sie sehr genau wissen, dass dies ein Etikettenschwindel ist. Das ist keine gute Demokratie, das ist keine schlechte Demokratie, das ist überhaupt keine Demokratie, sondern eine Lobbyisten - und Parteiendiktatur. Als die wohlmeinenden Väter des Grundgesetzes im Jahre 1948 sich zusammensetzten und ein Grundgesetz erarbeiteten, standen die Männer und Frauen noch unter dem Eindruck der Weimarer Republik und des III. Reiches. Die Siegermächte wollten keinen starken Zentralstaat mehr in Deutschland. Also wählte man, man traute den Deutschen einfach nicht mehr, eine schwache föderale und repräsentative Form der Demokratie. Sie war das beste, was Deutschland zu der Zeit bekommen konnte. Dass diese Form nicht ewig halten würde, das wussten die klugen Männer und Frauen des Grundgesetzes, deshalb schrieben Sie auch im Artikel 146 GG, dass dieses Grundgesetz nur solange Gültigkeit hat, bis das ganze deutsche Volk in Einigkeit und Freiheit über eine Verfassung abgestimmt habe. Das Jahr 1989 ist längst vorbei und wo ist die Verfassung? Die Politiker, Lobbyisten und Parteien haben es sich bequem gemacht in diesem vorläufigen Grundgesetz. Das ist die Realität. Nichts fürchten sie mehr als das Volk mit einer neuen Verfassung unterm Arm!

Monsieur Rainer
Friday, February 04, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Die USA u n d Europa haben versagt!

Während Obama immerhin schon seit Tagen versucht, den Despoten von Ägypten aus dem Amt zu drängen, erklärte Baroness Ashton soeben im Namen der EU, dass die Opposition doch bitte mit der Regierung in Verhandlungen eintreten solle. Das ist der Gipfel an politischer Feigheit und Heuchelei. Wenn die Despoten dieser Welt gestürzt werden und einem Domino-Effekt zum Opfer fallen, muss der Westen befürchten, dass demokratische Regierungen das gestohlene Blut-Geld aus den westlichen Ländern abziehen und in die heimische Wirtschaft investieren. Alleine Husni Mubarak soll geschätzte 40 Milliarden Dollar im Westen deponiert haben. Sie vermissen in der heutigen Erklärung der EU Aussenkommissarin den namentlich nicht erwähnten Despoten Husni Mubarak? Ja warum wohl ?

Monsieur Rainer
Friday, February 04, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Der Westen versagt !

Während sich die geknechtete Jugend gegen die Politverbrecher, Despoten und Kleptokraten erhebt, taumelt der Westen hilflos zwischen er Angst, ihren Geschätspartner zu verlieren und dem unüberhörbaren Ruf nach Freiheit. Die westlichen Demokratien versagen jämmerlich mit ihrer scheinheiligen These " Der Despot oder der Gottestaat". Dass dies eine Schutzbehauptung der Profiteure der Despoten ist, sieht der Zuschauer jeden Tag im Fernsehen. Die jugentliche Intelligenz und die bürgerliche Mittelschicht will k e i n e n islamischen Gottesstaat nach iranischem Vorbild, sondern Freiheit! Bei freien und geheimen Wahlen unter der Aufsicht von UN-Beobachtern würde die Moslembruderschaft in Ägypten nicht einmal über 30% kommen. Die Ägypter sind zwar mehrheitlich Moslems, lehnen jedoch den islamistischen Gottesstaat mit seiner Scharia, der noch im Mittelalter lebt, rundweg ab. Die letzten Zuckungen des Regimes Mubarak sind das gestrige Aufgebot von entlassenen Verbrechern aus den Gefängnissen, von Polizisten in Zivil und von verkleiderten Geheimdienstlern der Regierung Mubarak. Hier von einer Konterrevolutuin zu sprechen, ist eine gequälte Rabulistik der Presse des Westens. Das schlimmste, was die westlichen Demokratien fürchten, ist ihre eigene Desavourierung, da sie bis vor wenigen Wochen diesen Politverbrechern noch mit Küsschen in Berlin, Paris und Lodnon den Hof gemacht hatten. Das zweitschlimmste Szenario für den Westen wäre, wenn Die Bürgerrechtsbewegungen siegen würden und die gestohlenen Blut-Gelder, allein aus Ägypten sind es 40 Milliarden Dollar, aus der westlichen Wirtschaft abgezogen und in die heimische Wirtschaft investiert würde. Nur so ist das zögerliche Handeln der EU und der europäischen Staaten zu erklären. Lieber malen sie das unrealistische Szenario eines Gottestaates an die Wand, um das eigene Volk zu verwirren. Ein schändliches Treiben!

Monsieur Rainer
Thursday, February 03, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag " : Paradigmenwechsel im Orient

Ich denke, dass alle interessierten Menschen die Entwicklung im ganzen Nahen Osten mit grosser Aufmerksamkeit und mit Bewunderung für den Mut der Bürger beobachten. Ich sprach davon auch in einem meiner Blogs von einem zu erwartenden Domino-Effekt. Sicher wehren sich die Despoten dieser Welt noch mit allen Tricks und teilweise mit klammheimlicher Unterstützung ihrer Geschäftspartner, wie zum Beispiel.........., na Sie wissen schon. Doch im Internetzeitalter wird eine dauerhafte Unterdrückung der eigenen Bevölkerung, die Verletzung der Menschenrechte und das verbrecherische Ausbluten der heimischen Kassen durch diese Politverbrecher nicht mehr lange Bestand haben können. Besonders schlaue Politiker des Westens runzeln die Stirn und warnen besorgt vor einer Islamisierung. Das ist scheinheilige Panikmache nach dem Motto, der Despot oder das Chaos! Dieses von den Despoten selbst geschürte Chaos wird sich beruhigen. Die Manöver sind zu durchsichtig! Die Zuhälter der Despoten wollen einerseits ihre Geschäftspartner nicht verlieren, anderseits auch nicht als Unterstützer der blutigen Niederschlagung der Bürgerrechtsbewegungen dastehen. Man nennt so einen diplomatischen Hochseilakt auch Scheinschwangerschaft. Immerhin haben die westliche Wirtschaft ganz prächtig von den Milliarden an Blut-Geld profitiert. Doch wir erleben einen Paradigmenwechsel, an den sich die Politiker nur schwer gewöhnen wollen. Immerhin könnte eines Tages ja auch einmal jemand auf die Idee kommen zu fragen, warum der Westen dem mörderischen Treiben dieser Poltiverbrecher jahrzehntelang zugeschaut haben?

Monsieur Rainer
Thursday, February 03, 2011
Mein Kommentar in "der Freitag" : Menschen bei Maischberger

Die bessere Hälfte meiner Familie stammt aus Oberschwaben und ist auf die Städte Bad Waldsee, Weingarten und Meckenbeuren verteilt. Uns ist also Herr Metzger mehr als bekannt. Und so konnten seine Anbiederungsversuche an die Konservativen nicht überraschen. Als Grüner ist er gescheitert. Als er sich um ein Mandat bei der CDU bewarb, ist er gescheitert. Irgendetwas anständiges mit seinen Händen zu arbeiten, scheint ihm zu profan. Doch als Pausenclown für die kruden Thesen der CDU macht sich der Herr doch grossartig in den Fauteuils der Talk-Shows. Wenn er es allerdings mit Sarah Wagenknecht versucht, scheitert er jämmerlich, wie gestern bei Maischberger zu besichtigen war. Es ist nämlich wahr, dass die deutschen Regierungsparteien, egal ob SPD, FDP oder CDU/CSU den Arbeitgebern einen grossen Teil der Lohnkosten erlässt, damit Dumpinglöhne und die damit verbundene Sklavenarbeit im deutschen Billiglohnland zulassen und über sechs Millionen arbeitende Menschen auf Kosten der Steuerzahler mit Lohnzuschüssen auf Sozialmindestniveau subventioniert. So ist Deutschland als einziges Land Europas zum Billiglohnland der Nachbarn mutiert. Deutschland ist der Schlachthof Europas, oder warum wird europäisches Getier wohl nach Deutschland gekarrt, um hier geschlachtet und verarbeitet zu werden, um dann wieder in die Supermärkte Europas zurück transportiert zu werden. Die Sklaven dort in Niedersachsen und anderswo leben in menschenunwürdigen Unterkünften und werden von ihren "Leiharbeitsfirmen" mit Stundenlöhnen von 1-3 Euro abgespeist. Warum wohl ist Deutschland einer der Exportweltmeister? Doch nicht weil unsere fossilen Produkte weltmarktgerecht sind? Nein, weil wir billiger liefern können, da wir im Gegensatz zu anderen Ländern keinen gesetzlichen Mindestlohn haben. Diese verheerenden Exportüberschüsse führen zu Armut und Elend in der dritten Welt und zum Bankrott der Nachbarländer. Wie soll denn ein griechischer Ziegenbauer seinen Feta noch auf heimischen Märkten verkaufen, wenn der LIDL um die Ecke in Athen, ihn billiger anbieten kann?

Monsieur Rainer
Wednesday, February 02, 2011
Mein Blog in "der Freitag": Das Blut -Geld der Despoten und deren Zuhälter

Wer noch nicht die Bücher "Die Schweiz wäscht weisser" und "Die Schweiz, das Gold und die Toten" und ganz neu " Hass auf den Westen "des Alt-Nationalrats Professor Jean Ziegler gelesen hat, der sollte dies dringend nachholen. Die Schweiz hat nicht weniger und nicht mehr gemacht, als seine Existenz vernichtet. So musste Jean Ziegler unter das Dach einer UN-Organisation flüchten, um dem völligen finanziellen Ruin zu entgehen. Die Banken haben ihn für seine Bücher schlicht an die Wand geklagt. Er ist heute ein hoher Sekretär der UN-Welthungerhilfe. Ich verehre ihn!

Um die Eidgenossenschaft zu verstehen, muss man wissen, dass der Vielvölkerstaat Schweiz eine Illusion ist, weil die Völker nicht zusammen, sondern in gegenseitiger Ignoranz nebeneinander herleben und weil die Schweiz kein Nationalstaat im üblichen Sinne ist. Sie ist eine Abwehrgemeinschaft. Sie braucht die Ausländer. Sie alleine bewahren die Eidgenossenschaft vor dem Zusammenbrechen.

Die Schweiz ist zur Hure dieser Welt verkommen. Im zweiten Weltkrieg war sie Komplize des Dritten Reiches. Die Züricher, Basler und Berner Banken waren die Hehler und die Kreditgeber Hitlers. Die Schweiz war während des zweiten Weltkrieges die einzige verschonte Industriezone Hitlers, in der er ohne Gefahr Waffen, Munition, optische Instrumente und viele andere kriegswichtige Güter erwerben konnte. Der Waffenkonzern Bührle-Örlikon lieferte die letzten Schnellfeuerkanonen an die deutsche Wehrmacht noch im April 1945. Die schweizer Banken machten dies möglich, in dem sie das den Juden aus den Mündern gerissene Zahngold aus den Konzentrationslagern einschmolzen und in ordentliche Schweizer Franken wusch. Die Bankoberen waren von einer, in ihrer erdrückenden Mehrheit, Komplizenschaft mit Hitler. Sie waren von einer ungebremsten, bewusstseinsverwüstenden Raffgier beseelt.

Für viele Wirtschaftshistoriker resultiert die heutige weltumspannende Finanzkraft der schweizer Banken aus diesem Kriegsgewinnlertum. Angefangen hat diese Raffgier der schweizer Banken, wie bereits erwähnt, in der Komplizenschaft mit Hitler, in der Weigerung, die sogenannten nachrichtenlosen Vermögen der von den Nazis ermorderten Juden wieder an die Nachkommen der Opfer herauszugeben, sowie die Hehlerei und Wäscherei von Hitlers Raubgold, das in kriegswichtige Rohstoffe umgewandelt wurde. Daraus entstanden astronomische Gewinne der schweizer Banken. Gleichzeitig wiesen die Berner Behörden zehntausende jüdische Flüchtlinge an den schweizer Grenzen zurück, wohlwissend, dass sie diese Menschen damit in den Tod treiben. Überall in der Welt wird die Haltung der Verantwortlichen gegenüber Hitler und den Nazis intensiv diskutiert. Überall sind die Komplizen Hitlers an den Pranger gestellt, manchmal auch bestraft worden. Überall – nur nicht in der Schweiz.

Der Schweizer fühlt sich nicht im geringsten schlecht dabei. Es ist viel schlimmer, er ist gesund an Leib und Seele, da ihm jedes Gefühl für Moral und jegliches Unrechtsbewusstsein von seinen Vätern und Grossvätern abtrainiert wurde. Diese antrainierte Raffgier haftet wie ein Ausschlag auf dem vermeintlich gesunden Volkskörper. Es ist dem Schweizer nicht bewusst und vollkommen egal, dass ein Grossteil der Gelder der asiatischen Staatsfonds aus dem goldenen Dreieck Birma, Thailand, Laos und Kambodscha kommen, das das drittgröste Opiumaufkommen der Welt nach Afghanistan-Pakistan und Lateinamerika hat. Es ist den schweizer Banken und Treuhändern vollkommen gleichgültig, dass die Familie Marcos aus der philipinnischen Staatskasse cirka sechs Milliarden Dollar abgezweigt hat und in Gold, Edelsteinen und Wertpapieren bei Zürcher Banken angelegt hat. Allein im Golddepot des Flughafens Zürich-Kloten lagern immer noch Tonnen an Goldvorräten der Familie Marcos.

Es ist den schweizer Banken und den noch raffgierigeren Treuhändern egal, dass ein afrikanischer Diktator wie Mobuto von Zaïre sein Land in Armut und Elend versinken liess, aber selbst bei schweizer Banken in Genf Guthaben von sechs Milliarden Dollar auf seinen Privatkonten hat. Dieser Betrag enspricht genau der Auslandsverschuldung von Zaïre.

Es macht mich zornig, wenn ich sehe, wie naive Menschen, wie die deutschen Entwicklungshilfeminister, jährlich hunderte von Millionen an afrikanische Diktatoren bezahlen. Das wohlgemeinte Geld für die Ärmsten der afrikanischen Bevölkerung landet auf den Privatkonten der afrikanischen Diktatoren bei Genfer Banken. Es macht mich noch zorniger, wenn ich täglich sehe, wie die italienische Mafia insbesondere die calabresische N’drangeta ihre durch Prostutition, Korruption und Rauschgifthandel erwirtschafteten Gelder über dem Vatikan nahestehende Banken, wie zum Beispiel der ehemaligen Banca Ambrosiana, waschen und dann völlig legal an schweizer Banken überweisen. Die berüchtigte Loge P 2, die mit hochrangigen italienischen Politikern, Militär und Generälen des Geheimdienst SISMI besetzt ist, benutzt ein Teil dieserr Gelder, um Stimmen, Einfluss und Macht zu kaufen. Und nun drängen auch noch Milliarden von schmutzigem russischen und kaukasischem Geld auf den Schweizer Finanzmarkt.

Es gibt kaum genügend Anlagemöglichkeiten für die Renditeerwartungen dieser Schmutz – Investoren. Etwa fünfzig Prozent der internationalen Unternehmen, hauptsächlich der Schlüsselindustrien, sind bereits im Besitz der von schweizer Banken in aller Welt gegründeten Fonds. Die Herkunft der Gelder ist nach so vielen Waschvorgängen nicht mehr zu entschlüsseln.

Doch das reicht nicht. Also suchen diese kunstvoll als Hedge – Fonds, Immoblienfonds und Treuhandfonds verpackten Drecksgelder ständig weitere Anlagemöglichken. Gelder aus russischen Fonds, asiatischen Staatsfonds, der calabresischen N’drangeta und abgezweigte Gelder der UN - Welthungerhilfe für die von Hunger und Seuchen geplagten Länder Afrikas wurden von schweizer Banken zu einem Immobilienfond zusammengeschnürt und bei einer Schweizer Grossbank als Sicherheit für einen Kredit hinterlegt. Die Zinsen für die Kredite entsprechen genau den langfrisigen Renditeerwartungen der Investoren. Es entstehen also keine Kosten, sondern nur Gewinne aus den Krediten. Dieser Kredit wird dann an die schweizerische Niederlassung eines Unternehmens ausbezahlt, für deren Sicherheit Fondanteile bei einer Bank hinterlegt werden. Das Unternehmen gründet mit dem Kredit einen Trust in Curaçao auf den niederländischen Antillen, das sich als Offshore-Platz jeglicher Kontrolle durch den internationalen Währungsfond entziehen darf, solange sich die Staatsmänner dieser Welt nicht auf internationale Finanzmarktregeln einigen können. Das wird nie soweit kommen, sonst verlieren sämtliche Offshore-Plätze der Welt ihren Glanz und damit ihr Geld. Ganze Volkswirtschaften, wie zum Beispiel die von Grossbritannien, der USA, Niederlande, Singapur, Malaysia und so weiter würden zusammenbrechen. Der Trust wird von holländischen Rechtsanwälten verwaltet. Der beauftragt die Unternehmen, mit dem Geld zu investieren. Das Geld ist gewaschen und läuft mit riesigen Gewinnen wieder an die Investoren zurück.

Es ist den europäischen Regierungen schon klar, dass die Schweiz ausser ihrem Geld wenig brauchbares produziert. Mit Kühen und Schokolade kann die Schweiz ihren Lebensstandard nicht erhalten. Ihre Uhrenindustrie ist bankrott und wird von ausländischen Investoren wieder mühsam aufgepäppelt. Die Pharmaunternehmen haben ihre Geschäftsitze längst in die Eurozone verlegt, um nicht vom europäischen Markt abgekoppelt zu werden. Also, wovon soll die Eidgenossenschaft sonst noch leben? Von Landschaftschutz und den paar Touristen, die ihre überteuerten Restaurants und Hotels besuchen? Nein, ihr einziger und letzter Halt vor einem Totalabrutsch in das Stadium eines museumsreifen Entwicklungslandes ist die internationale Geldwäscherei für kriminell erworbene Gelder der Despoten aus aller Herren Ländern, sowie ihr Angebot als Steueroase für internationale Steuerflüchtige, Bilanz–und Steuerbetrüger.

Die Zahlen sprechen für sich. Das erwirtschaftete Bruttosozialprodukt (BIP) der gesamten Schweiz beträgt etwas über fünfhundert Milliarden Schweizer Franken. Alleine die beiden grössten Geschäftsbanken, die vielen Kantonal – und Privatbanken nicht mitgezählt, haben bereits eine Bilanzsumme von 2.000 Milliarden Schweizer Franken. Allein aus diesen noch unvollständigen Zahlen ergibt sich schon, wer in der Schweiz das Sagen hat.

Die ganze moralische Verkommenheit der europäischen Wirtschaft und deren Politiker lässt sich am besten daran messen, mit wem sie ihre Geschäfte betreiben. Kein Despot ist zu schmutzig, keine Diktator kann verbrecherisch genug sein, keine Kleptokratie korrupter, als dass die westlichen Banken, die Wirtschaft und die Politiker nicht unter ständiger Betonung einer immerwährenden Freundschaft ihre Geschäfte mit ihnen betreiben.

Und deshalb ist das ganze verlogene Geschwätz von der Mahnung zur Einhaltung der Menschenrechte die pure Heuchelei! Die Demokratien dieser Welt sind die Zuhälter der Despoten und Kleptokraten!

Wenn man gerne glauben mag, dass nur Despoten und Kleptokraten sich an ihre Sessel und Macht klammern oder jahrelang eine Politik gegen den erklärten Willen ihres Volkes betreiben, so irrt der deutsche Michel.

1. Die westlichen Demokratien, die die Menschenrechte wie eine Monstranz vor sich her tragen, stützen diese Despoten, weil sie hervorragende Geschäfte mit ihnen machen.

2. Laut einer Studie der OSCE und des IWF gehören in der Zwischenzeit etwa ein Drittel aller westlicher Unternehmen eben diesen Kleptokraten, die eine unappetitliche Melange mit den Geldern aus dem Burmesischen Dreieck, mit der N'drangeta, mit der Cosa Nostra und mit der sizilianischen Mafia eingehen.

3. Ohne die Blut-Gelder der Kleptokraten und Mafiosi könnten die bankrotten Staaten Europas einschliesslich der USA ihre wertlosen Schatzbriefe und Anleihen gar nicht am Markt platzieren.

4. Die afghanische Oligarchie, die Warlords und die Drogenbarone legen ihre schmutzigen Gelder hier in den westlichen Demokratien an.

5. Eben diese Staatsverbrecher werden bei ihren Besuchen in den westlichen Demokratien mit militärischen Ehren und grossem Pomp empfangen und gehätschelt. Es gibt nur noch wenige Despoten dieser Welt, die nicht schon das Wachbataillon der Bundeswehr vor der Waschmaschine in Berlin abgeschritten wären. Sie alle empfingen das Grosse Bundesverdienstkreuz!

6. Eben diese Staatsverbrecher werden von uns mit Waffen, Gütern aller Art und wenn es sein muss, auch mit militärischer Hilfe gestützt.

Wenn man dann noch die lauwarmen Kommentare der westlichen Regierungen zu Ägypten hört, dann werden die Zusammenhänge klar und deutlich! Man muss sich nur die Berichterstattung der Hofschranzen der deutschen Politik ansehen. Gestern Abend wurde ein Brennpunkt in der ARD gesendet, der auf das jämmerlichste getragen war um die Sorge um die derzeitigen Machthaber in Ägypten, Syrien, Jordanien, Irak, Jemen und vorallendingen um die korrupten Despoten in den ölexportierenden Ländern.

Die Menschrechte, die Folter, die Verbrechen der Despoten, die schamlose Bereicherung am Elend der geknechteten Bevölkerung durch diese Politverbrecher fand keinen Raum in der Berichterstattung.

Klar, die Sorge gilt den Despoten. Das mutet an wie die Sorge eines Zuhälters um den Zustand seiner Hure!

Monsieur Rainer

Wednesday, February 02, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag ": ARD Brennpunkt zu Ägypten

Dieser Brennpunkt spiegelt die ganze Niedertracht und Verlogenheit der deutschen Regierungen seit vielen Jahren wieder. Die Demokratien des Westens sind die Zuhälter der Politverbrecher, Despoten und Kleptokraten dieser Welt. Wir machen Geschäfte mit ihnen und waschen ihr Blutgeld. Nun fürchten wir um die Geschäftsbeziehung und machen uns Sorgen um unsere Geschäftspartner. Nicht auszudenken, wenn plötzlich eine rechtsstaatliche Bürgerrechtsbewegung an die Macht käme, die das gestohlene Geld zurückfordert, die Aktien der deutschen Unternehmen verkaufen würde und all das Blutgeld wieder in ihrer Heimat reinvestiert. Wer soll denn dann noch die Anleihen der bankrotten Demokratien des Westens zeichnen? Ergo machen sich Frau Merkel und ihre Hofschranzen Sorgen. Das ist aus ihrer Sicht ja verständlich, nur es ist dem Gefühl gleichzusetzen, wenn ein Zuhälter sich Sorgen macht, ob ihm seine Hure vielleicht abhanden kommt. So und nicht anders muss diese jämmerliche Berichterstattung im deutschen TV gesehen werden.

Monsieur Rainer
Wednesday, February 02, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag " : Ende der Zuhälter der Despoten !

Wie sagte doch gleich der dümmste Präsident, der jemals im Weisen Haus spielen durfte? Mit dem Angriff auf den Irak wollte George W. Bush die "Achse des Bösen" aufbrechen und einen Domino - Effekt der Demokratisierung im Nahen Osten erreichen. Das wird ihm nun gelingen, nur leider nicht in seinem Sinne. Statt Comic-Heftchen zu lesen, hätte dieser Verbrecher halt einmal in die griechische Geschichte schauen müssen. Nun sehnen sich die Menschen nach Demokratie, doch nicht nach dem schlechten Vorbild Amerikas und seiner bankrotten Vasallen, sondern nach dem alt-griechischen Muster. Das wird Tragödien griechischen Ausmasses annehmen, doch es wird das Ende der Zuhälterschaft der westlichen Schein-Demokratien bedeuten. Alle westlichen Länder und gerade Deutschland und Frankreich haben sich mitschuldig gemacht am Status quo. Sie machten ihre schmutzigen Geschäfte mit jedem Verbrecher, wenn er nur westlich gesinnt war. Sie nahmen und wuschen dessen Blutgeld und stützten so ihre bankrotten Staaten und ihre fossilen Produktionen. Das junge Deutschland liess sich von interessierten Kreisen einen vererbaren "Israel-Schuld-Komplex" einreden. Das Israel - Problem zu lösen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch der Vorschlag von Michael Moore, dass die USA nur 30 Tage die täglichen Dollarüberweisungen nach Isreal unterbrechen sollten, dann wäre Frieden im Nahen Osten, ist wohl eher als eine abakadabresque Option einzustufen. Was von Israels Demokratieverständnis zu halten ist, zeigt sich gerade an der paranoiden Unterstützung für einen sterbenden Despoten in Ägypten. Jeder Verbrecher kommt den Israelis recht, wenn er nur f ü r ihr System der Knechtung des palästinensischen Volkes ist!

Monsieur Rainer
Tuesday, February 01, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Herr de Maizière hat sich erledigt

Wer so eine unverantwortliche Terrorhysterie verbreitet, wie dieser Minister, der hat sich ein für allemal disqualifiziert. Es kann uns gleichgültig sein, wie er heute gerade die "Gefährdungslage" einschätzt. Seine Einschätzung halte ich für weitgehend vernachlässigbar.

Monsieur Rainer
Tuesday, February 01, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zur deutschen Berichterstattung aus Ägypten

Frage: Gibt es eine interne Hausordung in den deutschen Fernsehanstalten, wonach Revolutionen nur von Montag bis Freitag von 9 - 17 Uhr, bei trockenem Wetter, in geschlossenen Räumen und unter Polizeischutz stattzufinden haben?

Monsieur Rainer
Tuesday, February 01, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zur Berichterstattung aus Ägypten

Wenn ich die deutschen Nachrichten ansehe, dann muss ich allerdings glauben, dass es keine Berichterstattung von der Schauplätzen der Handlung gibt. Die Herren Auslandskorrespondenten sitzen in ihren Hotelzimmern und berichten von telephonischen Informationen. Diese Haltung ist lächerlich und hat nichts mit Journalismus zu tun! Wir sehen hier natürlich französisches Fernsehen. Jeder der Sender hat mindestens zwei Kamerateams mit Reporten vor Ort, die mitten im Geschehen stehen und eine volle Stunde die Abendnachrichten füllen. Sie filmen Plündereien, sie sprechen unter dem Dröhnen von Hubschraubern und Panzern mit den Demonstranten, filmen Verletzte und beobachten Soldaten, wie sie die Bürger vor Plünderern und entlaufenen Schwerverbrechern schützen. Die Soldaten werden von den Bürgern umarmt und geküsst. Kein Soldat schiesst auf einen Demonstranten. Sie entwaffnen nur Kriminelle und Drogendealer unter dem Beifall der Bürger. Mohamed ElBaradei gibt dem französischen Fernsehen auf offener Strasse mitten unter den Demonstranten ein Interview. Und wo sind die deutschen Angestellten im öffentlichen Dienst? Sie hocken ängstlich in ihren blöden Hotelzimmern und versuchen einen zwei-Minuten-Kommentar zusammenzustupfen, der auf Informationen beruht, die sie am Telephon erlangt haben. Das ist die Realität des deutschen Beamtenfernsehens!

Monsieur Rainer
Monday, January 31, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Hört auf die Alten !

Nichts ist heute gefragter, als der Rat von alten und erfahrenen Männern, die ihr Leben gelebt haben und nichts mehr werden wollen müssen. Umso aufmerksamer sollte die Jugend, die uns Alte oft verlacht, zuhören wenn wir etwas zu sagen haben. Ganz besondere Aufmerksamkeit muss dem ehrenwerten Helmut Schmidt gelten, dessen kluge und abwägende Worte so unglaublich modern und zeitgemäss sind. Lang möge er leben!

Monsieur Rainer
Monday, January 31, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Die Haltung der Demokratien zu Mubarak

Sie ist in einem Masse erbärmlich, dass einem schlecht wird. Jahrzehntelang haben sie gute Geschäfte mit den Despoten und Kleptokraten aus der ganzen Welt gemacht, sie mit militärischen Ehren vor ihren Regierungsitzen empfangen, gerne ihre schmutzigen Gelder in die heimische Wirtschaft gesteckt und dafür auch einmal über die Verletzung der Menschenrechte hinweggesehen. Nun begehren die Bürger dieser geknechteten Länder gegen diese Despoten auf. Und was macht die westliche Welt? Sie laviert! Man weiss ja nicht, wie der Machtkapf ausgeht. Mit dem alten Geschäftspartener will man es sich nicht verderben, aber vielleicht gewinnen ja die Bürger? Für diesen Fall ruft man geschlossen zur "Vermeidung von Gewalt" auf, ohne die Verursacher der Gewalt beim Namen zu nennen. Das liesst sich wie die Garantieerklärung meiner Waschmaschine: Der Geschäftspartner übernimmt für alles die Verantwortung, haftet aber für nichts!

Monsieur Rainer
Monday, January 31, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Politik gegen die Bürger !

Wenn man gerne glauben mag, dass nur Despoten und Kleptokraten sich an ihre Sessel und Macht klammern oder jahrelang eine Politik gegen den erklärten Willen ihres Volkes betreiben, so irrt der deutsche Michel.

1. Die westlichen Demokratien, die die Menschenrechte wie eine Monstranz vor sich her tragen, stützen diese Despoten, weil sie hervorragende Geschäfte mit ihnen machen.

2. Laut einer Studie der OSCE und des IWF gehören in der Zwischenzeit etwa ein Drittel aller westlicher Unternehmen eben diesen Kleptokraten, die eine unappetitliche Melange mit den Geldern aus dem Burmesischen Dreieck, mit der N'drangeta, mit der Cosa Nostra und mit der sizilianischen Mafia eingehen.

3. Ohne die Blut-Gelder der Kleptokraten und Mafiosi könnten die bankrotten Staaten Europas einschliesslich der USA ihre wertlosen Schatzbriefe und Anleihen gar nicht am Markt platzieren.

4. Die afghanische Oligarchie, die Warlords und die Drogenbarone legen ihre schmutzigen Gelder hier in den westlichen Demokratien an.

5. Eben diese Staatsverbrecher werden bei ihren Besuchen in den westlichen Demokratien mit militärischen Ehren und grossem Pomp empfangen und gehätschelt. Es gibt nur noch wenige Despoten dieser Welt, die nicht schon das Wachbataillon der Bundeswehr vor der Waschmaschine in Berlin abgeschritten wären. Sie alle empfingen das Grosse Bundesverdienstkreuz!

6. Eben diese Staatsverbrecher werden von uns mit Waffen, Gütern aller Art und wenn es sein muss, auch mit militärischer Hilfe gestützt.

7. Erst letzten Freitag verlängerte der deutsche Bundestag das Mandat für DEN BUNDESWEHREINSATZ in Afghanistan. Die Soldaten stützen also ein korruptes Regime, beschützen die Warlords und die Drogenbarone und geben das als humanitären Unterstützungseinsatz aus. Etwa 76% der deutschen Bürger hat dieses falsche Spiel durchschaut und sind gegen diese Verlängerung des Mandates. Trotzdem entscheiden die gewählten Abgeordneten gegen den Willen der Bürger!

Ist das noch eine schützenswerte Demokratie? NEIN! Ich verlange die Einlösung des Artikel 146 GG, wonach das Grundgesetz nach der Wiedervereinigung durch eine Verfassung ersetzt wird, die vom ganzen deutschen Volk beschlossen werden muss!

Monsieur Rainer
Monday, January 31, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag " : Reform der Bundeswehr

Verehrter Herr Dr. Scharfenorth, wie Helmut Schmidt richtig sagte, sollte man vor einer Reform der Bundeswehr zunächst einmal analysieren, welche Aufgaben ihr verfassungsrechtlich überhaupt zustehen. Danach richtet sich die personelle und technische Ausstattung. Die Verkleinerung der Bundeswehr ist a priori nicht falsch. Die Wehrpflichtarmee kann so nicht weitergeführt werden, da die grundgesetzlich garantierte Wehrgerechtigkeit nicht gewährleistet werden kann. Der eingeschlagene Weg wäre also dem Grunde nach nicht falsch, wenn er nicht den subjektiven Eindruck hinterlassen würde, dass die neue Bundeswehr zu in den ganzen Welt einsetzbaren Krisenreaktionskräften umgebaut würde. Und dies widerspricht dem Geist und den Buchstaben des Grundgesetzes. Damit sind die Einsparziele ebenfalls hinfällig, denn eine kleine, hochtechnisierte Interventionsarmee wird sehr teuer! Dass mit der Verkleinerung der Bundeswehr eine Straffung der Führung einhergeht ist begrüssenswert. Die Bonner Hardthöhe ist in meinen Augen eine Schlangengrube, in der 3000 als Generalstabsoffiziere verkleidete Bürokraten die Akten und die Verantwortung hin- und herschieben. Pleiten, Pech und Pannen und ein Intrigantenstadel ohne Beispiel lassen jeden Verteidigungsminister nach Bedarf schlecht aussehen. Ich darf mit Ihrer gefälligen Erlaubnis anmerken, dass es seit Bestehen der Bundeswehr gerade mal zwei Verteidigungsminister gab, die dieses Amt ohne politischen Totalschaden überlebt haben. Einer davon war Helmut Schmidt. Ich persönlich plädiere für eine verfassungsmässige Heimatschutztruppe, die Kriesenreaktionskräfte ausschliesslich für den Verteidigungsfall der Europäischen Union vorhält. Konsequenterweise müsste dem der Austritt aus der NATO vorrausgehen, um nicht immer wieder in die paranoiden Abenteuer der USA hineingezogen zu werden.

Monsieur Rainer
Sunday, January 30, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zu Stuttgart 21: Sinnentleertes Bauprojekt!

Verehrter Mandelbrot, mein Schwager war 12 Jahre Bürgermeister einer der Randgemeinden von Stuttgart und ist Diplom-Ingenieur und Architekt. Er hat die Entstehungsgeschichte von Stuttgart 21 hautnah miterlebt. Wenn Sie seine Internas kennen würden und von diesem Abgrund an politischer Korruption wüssten, dann würden Sie diesem sinnentleertesten und dümmsten Bauprojekt seit der Erfindung des Schiesspulvers kritischer gegenüber stehen.

Monsieur Rainer
Sunday, January 30, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zum deutschen Michel

Einen Gottes - Staat nach iranischem Vorbild wird es in Ägypten nicht geben. Das haben Gamal ab-del-Nasser, Anwar -al-Saddat und Husni Mubarak, sowie die Intelligenz Ägyptens stets zu verhindern gewusst. Es wird entweder eine Regierung der bürgerlichen Mittelschicht unter dem Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei geben, oder das Militär wird putschen. Sie haben doch sicher ein Fernsehgerät im Haus. Schalten Sie doch gelegentlich einmal die Nachrichten ein. Sehen Sie da fanatische Muslime auf den Strassen? Sehen Sie, wie die Armee auf die Bürger schiesst? Nein, die bürgerliche Intelligenz, die Studenten und das Militär solidarisieren sich miteinander gegen einen erstarrten Unrechtsstaat, den der Westen als guter Geschäftsfreund jahrzentelang hofiert hat. Im Internetzeitalter hat religiöser Fanatismus keine Zukunft mehr. Die Jugend dieser Welt ist besser, intelligenter und gebildeter als wir Alten es je waren. Am Rande: Das demographische Durchschnittsalter der Ägypter liegt laut der Statistik der OECD bei 26 Jahren! Fallen die Despoten in Ägypten, dann geht es in Syrien, Jordanien und in den Golf-Staaten weiter. Und der Westen kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, weil ihm die Geschäftspartner für seine Handelsgüter und Waffenproduktionen abhanden kommen. Wenn sich die Pseudedemokratien des Westens nicht ebenfalls demokratisieren, dann werden auch sie von der Woge der Ungeduld erfasst werden. Waren die 40.000 Demonstranten in Stuttgart gestern etwa Fundamentalisten? Nein, es war das Bürgertum, das sich gegen die verlogenen und erstarrten Strukturen der Bundesrepublik manifestiert! Der deutsche Michel merkt aber gar nichts, es ist ja alles gut im Land. Ruhe und Ordnung ist die erste Bürgerpflicht! Der Ungeist des "Untertan" steckt den Deutschen immer noch in den Knochen! Deutscher Michel, schlafe weiter!

Monsieur Rainer
Sunday, January 30, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Die CDU schafft sich ab !

Die alte Klientel hat sich von der Partei Filbingers, Kiesingers, Teufels, Öttingers und Mappus's längst verabschiedet. Die bürgerlichsten Städte in Baden-Württemberg Freiburg, Konstanz und Tübingen werden längst von den Grünen dominiert. Wer ist also noch die Restklientel der CDU? Vielleicht die Bauunternehmer, die von sinnentleerten Staatsaufträgen profitieren und in deren Aufsichtsräten die Herren Späth, Vissmann und Dürr sitzen? Die Automobilunternehmer, die die Zeichen der Zeit nicht verstehen, von der Autolobby in Brüssel und Berlin profitieren, die von einem EX-Bundesverkehrsminister der CDU aus Ludwigsburg repräsentiert wird? Das ist nicht die bürgerliche Mittelschicht, die ist längst bei den Grünen! In der Grünenpartei sitzt die bürgerliche Intelligenz Baden-Württembergs und gegen diese Partei beziehen Mappus und Merkel Position? Damit hat sich die CDU jeder Chance beraubt, etwa mit Hilfe der Grünen an der Macht zu bleiben. Zeugt nicht gerade von überragender Intelligenz. Sagte ich es schon? Diese Intelligenz sitzt ja bei den Grünen!

Monsieur Rainer
Sunday, January 30, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Der Krieg in Afghanistan ist verloren !

Wenn ein Krieg der gesamten NATO gegen ein Entwicklungsland mit der Kultur des Mittelalters seit nunmehr zehn Jahren andauert, aber die Taliban in der Zwischenzeit grosse Teile des ländlichen Afghanistan beherrschen, dann bezeichne ich als ehemaliger Militär den Krieg als verloren! Gestern konnten Sie das schaurige Spektakel der Steinigung einer Afghanin nach den Regeln der Scharia durch die Taliban auf SPON besichtigen. Wo fand diese bestialische Tat statt? In der Nähe des Bundeswehrcamps in Masar-i-Sharif. Die Bundeswehr ist doch wegen der Menschenrechte in Afghanistan, oder habe ich das falsch verstanden? Mit dieser trostlosen Begründung müsste die NATO jedes zweite Land der Erde angreifen! Geht es nicht auch bei dem Geschäftspartner Deutschlands Husni Mubarak um die Menschenrechte? Und was sagt die Bundesregierung dazu? " Wir plädieren für den Gewaltverzicht ". Aha! Fragt sich nur, wer die Gewalt ausübt. Die Menschenrechtserklärungen der Bundesregierung kommen mir vor wie die Garantiebescheinigung meiner Waschmaschine: Sie übernehmen für alles die Verantwortung, haften aber für nichts!

Monsieur Rainer
Saturday, January 29, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag" : Ist der Bundeswehreinsatz legitim ?

Deutschland hat gravierende Demokratie-Defizite. Die sogenannte "repräsentative Demokratie" ist eine Schimäre. Das ist keine gute Demokratie, das ist keine schlechte Demokratie, das ist überhaupt keine Demokratie! Immerhin haben cirka 300-400 der über 600 Bundestagsabgeordneten für die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr gestimmt, während nach allen Meinungsumfragen 76% der Bürger g e g e n die Verlängerung sind. Also betreibt doch dieses Scheinparlament in existenziellen Fragen der Republik eine Politik gegen die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Das darf so nicht weitergehen! Und deshalb rate ich dazu, einmal in das Grundgesetz zu sehen. Da steht nämlich ein ganz interessanter Artikel, der offensichtlich in Vergessenheit geraten ist: " Artikel 146 GG: Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die vom deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist ". Die deutsche Einheit erfolgte im Jahre 1989. Eine vom Volk beschlossene Verfassung gibt es aber im Jahre 2011 immer noch nicht. Warum? Weil die Parteien sich das Grundgesetz ganz bequem zurecht gebogen haben. Ein neuer Verfassungskonvent käme aber möglicherweise auf die verwegene Idee, aus den Fehlern des Grundgesetzes die Lehren zu ziehen und eine direkte Demokratie zu beschliessen. Möglicherweise würde diese neue Verfassung wesentlich mehr plebiszitäre Elemente enthalten. Machen wir doch einmal einen kleinen Demokratietest: Haben Sie schon mal einen Abgeordneten direkt und ohne Landesliste gewählt? Haben Sie schon einmal einen Ministerpräsidenten, einen Minister, einen Kanzler, einen Bundespräsidenten, einen Bundesverfassungsrichter, einen Generalbundesanwalt direkt gewält? Wurden Sie schon einmal gefragt, ob die AKW - Laufzeitverlängerung in Ihrem Sinne ist? Haben Sie schon einmal darüber abstimmen dürfen, ob die Bundeswehr ein fremdes Land in Asien angreifen darf? Wenn Sie all diese Fragen mit NEIN beantworten müssten, dann sollten Sie sich alle dafür stark machen, dass dieses bestehende Grundgesetz gemäss Artikel 146 GG durch eine vom ganzen deutschen Volk beschlossene Verfassung ersetzt wird!

Monsieur Rainer
Saturday, January 29, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Ägyptens Regierung ist ein Museum

Was will man glaubwürdiges von einem Regime erwarten, das seit 31 Jahren im Amt ist. Auf den Strassen herrscht die nackte Wut auf diese erstarrte Despoten, die der Westen jahrzehntelang hofiert hat und mit denen glänzende Geschäfte zu machen waren. Menschenrechte? Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Die Menschenrechte werden von den Politikern wie eine Monstranz vor sich hergetragen, doch deren Anmahnung wird bei Geschäftsabschlüssen hintenangestellt. Stunden und Tage hat es gedauert, bis der Westen heute Nacht eine lauwarme und abgestimmte Erklärung abgegeben hat. Man weiss ja noch nicht wer gewinnt. Also ist tunlichst darauf zu achten den Alten im Amt nicht zu verprellen, es jedoch, im Falle eines Sieges der Neuen, nicht gänzlich zu verscherzen. Man "macht sich Sorgen" über die Gewalt auf den Strassen. Das kann so oder so ausgelegt werden, je nach Sichtweise, wer die Gewalt ausübt. Man übernimmt also wieder einmal vorsichtig die Verantwortung für die Menschenrechte, haftet aber für nichts. Das liest sich wie die Garantieerklärung meiner Waschmaschine. Und deshalb wird der Westen immer mehr gehasst in der ganzen Welt, wie Jean Ziegler in seinem neuen Buch "Hass auf den Westen" es so treffend beschreibt.

Monsieur Rainer
Saturday, January 29, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Israel droht den Ägyptern?

Das kann ich gar nicht glauben. Es ist zu absurd, als dass das stimmen könnte. Eine Freiheitsbewegung gegen eine despotische Diktatur soll eine Gefahr für Israel darstellen? Die Ägypter sind ein kluges Volk, schon Anwar-al-Saddat hat Kopf und Kragen riskiert, als er die Aussöhnung mit Isreal suchte. Warum sollte der Friedensnobelpreisträger Mohamed el-Baradei eine Bedrohung für Israel darstellen? Das grenzt doch an Paranoia!


Friday, January 28, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " : Wir sind Zeitzeugen !

Wir sind gerade Zeitzeugen eines Paradigmenwechsels. Die USA sind dank overstreching und massloser Arroganz (spätrömische Dekadenz) eine sich im Niedergang befindliche Weltmacht. Die Despoten dieser Welt sollten sich besser nicht auf Amerikas Hilfe verlassen. Die USA sind faktisch bankrott! Sie erinnert an den von Emmanuel Todd so präzise beschriebenen Untergang des römischen Imperiums. Alle Panzer und Waffen dieser Welt werden, das lehrt die Geschichte, nicht ewig den Geist und den Freiheitswillen der Menschen unterdrücken können!

Monsieur Rainer
Friday, January 28, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT: Ich bin kein bisschen Altersmilde !
Ihre Resignation mag ich nicht teilen. In mir lodert immer noch die Wut gegen die Despoten und Kleptokraten und im Alter wird mein Zorn immer heftiger. Was mich noch mehr abstösst ist die Haltung der westlichen Demokratien, die jeden dieser Verbrecher solange hofiert, solange die Geschäfte laufen und der Despot seinen Laden zu Hause im Griff hat. Mit welchen Mitteln er das tut, ist den Politikern reichlich egal. Aber von Menschenrechten faseln und die freiheitlich demokratische Grundordnung wie eine Monstranz vor sich her tragen, ja das können unsere Heuchler! Ist das naiv oder ist es der Alterszorn oder nennt man das schon Altersstarrsinn?

Monsieur Rainer
Friday, January 28, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Der deutsche Sessel - Revoluzer

Was ist gegen die Revolte einzuwenden? Ich meine, sie ist das Salz in der Suppe dieser Erde. Nur die Revolte verändert verkrustete Strukturen, beseitigt Kleptokratien, Ungerechtigkeit und Nepotismus. Dass diese negativen Eigenschaften durch eben diese Revolutionäre wieder eingeführt werden, ist auch eine Tatsache. In Deutschland wird es keine Revolte geben, da kann ich sie beruhigen. Die Revolte findet im Fernsehsessel statt, hier in Frankreich würden die Barrikaden brennen, wenn eine Regierung ständig Politik gegen den erklärten Willen des Volkes betreiben würde. Aber Deutschland musste ja auch seit 1848 nie mehr für eine Demokratie kämpfen. Die Deutschen sind bequem, phlegmatisch, mutlos und obrigheitshörig geworden. Also geschieht ihnen recht, was ihre Politiker so alles treiben.

Monsieur Rainer


Thursday, January 27, 2011
Das Töten geht weiter !

In diesen Tagen wird der deutsche Bundestag, der sich ja als Vertreter des deutschen Volkes bezeichnet, über die Verlängerung des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan beschliessen. Wie die Entscheidung ausgeht düfte für niemand eine Überraschung sein. Natürlich werden die überwiegende Mehrheit der Parlamentarier wider besseren Wissens f ü r die Verlängerung des Mandates stimmen. Interessant sind lediglich deren unterschiedliche Begründungen:

CDU/CSU: Diese Parteien hätten auch für einen Einmarsch der Bundeswehr im Irak gestimmt, wenn sie damals an der Regierung gewesen wären. Uns allen ist die hündische Ergebenheit von Frau Dr. Merkel zum amerikanischen Präsidenten George W. Bush noch lebhaft in Erinnerung. So wird also auch die CDU/CSU Bundestagsfraktion ohne jeden Skrupel für den dümmsten Krieg seit der Erfindung des Schiesspulver stimmen. Daran wird es wohl keinen berechtigten Zweifel geben.

FDP: Dass diese Partei nur der Wurmfortsatz der oben erwähnten Partei ist, dafür hat sie mit ihrer Entpersonalisierung selbst gesorgt. Sie besteht nur noch aus Westerwelles, aus glatten Figuren, die wir eher in den Zockerbuden der Investbänker vermuten würden. Die Bürgerrechtspartei eines Theodor Heuss, eines Thomas Dehler, eines Karl-Herrmann Flachs, eines Walter Scheel, eines Burkhard Hirsch und eines Gerhard Baums hat sich abgeschafft und wird bald dort landen, wo sie hingehört, in den Orkus der Geschichte! Keine Frage, auch diese nichtsnutzige Partei wird für diesen sinnlosen Krieg in Afghanistan stimmen.

SPD: Die Partei hatte sogar das Logo zu diesem Krieg erfunden. “Die Sicherheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt”, tönte der ehemalige Oberstadtdirektor von Osnabrück, Kriegsdienstverweigerer und Bundesverteidigungsminister Dr. Peter Struck einst und wird mit diesem Spruch in die Analen der forensischen Psychiatrie eingehen. Nun ist aber jedem Bundesbürger aufgefallen, dass bis heute noch keine Panzerarmeen der Taliban in Lindau oder in Potsdam gesichtet wurden. Ergo machen sich in dieser Partei Zweifel breit. Das ehrt sie. Doch diese Zweifel haben eine lange Tradition in der SPD. Sie hatte schon Zweifel, den Kriegsanleihen von Wilhelm II. zuzustimmen, stimmte aber zu! Sie hatte schon Zweifel, das Reichswehrministerium in der Weimarer Republik zu übernehmen, liess aber ihren Parteigenossen Noske wüten wie der schlimmste Rechtsreaktionär. Die SPD wird einige semantische Verrenkungen machen, zum Schluss wird sie auch für die Verlängerung des Afghanistan – Einsatzes stimmen!

DIE GRÜNEN: Diese an und für sich pazifistische Partei hat ihre Unschuld schon am Balkan verloren und wird, sie ist quasi politisch defloriert, um ihre Wähler nicht allzusehr zu verprellen, eine zutiefst verachtenswerte Haltung einnehmen. Sie wird sich der Stimme enthalten! Was ist das denn für eine Partei, die sich in einer der elementarsten Fragen der deutschen Politik einfach heraushält?

DIE LINKEN: Sie werden dagegen stimmen, weil dies momentan der Stimmung in der Bevölkerung entspricht. Ob das nur Machtkalkül oder ehrliche Überzeugung ist, wird schwer zu beurteilen sein. Stimmen die Meldungen von Wikileaks, so hat Gregor Gysi ja auch nur so zum Spass für den Austritt aus der NATO plädiert. Also ist Vorsicht angebracht.

Und was macht die deutsche Bevölkerung? Schenkt man den Meinungsumfragen Glauben, dann soll angeblich eine grosse Mehrheit der deutschen Bürger g e g e n den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan sein. Kann man das glauben? Wenn doch eine grosse Mehrheit gegen diesen Wahnsinn ist, wo sind dann diese Bürger? Demonstrieren sie zu Millionen auf Deutschlands Strassen? Brennen die Barrikaden, bricht ein Streik aus, oder rufen sogar die Gewerkschaften zu Massenstreiks auf? Umstellen hundertausende von Deutschen den Reichstag, zünden Kerzen für den Frieden an, gibt es Friedensmärsche? NEIN! Der deutsche Bürger ist dagegen, sitzt im Fernsehsessel und mault!

Und so können diese angeblichen Volksvertreter zurecht davon ausgehen, dass sie den Willen der deutschen Bevölkerung durchsetzen, in dem sie für die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes stimmen.

Und das Sterben der Zivilbevölkerung und der Soldaten in Afghanistan geht im Namen des deutschen Volkes weiter!


Monsieur Rainer
Thursday, January 27, 2011
Mein Blog in " der Freitag " und Kommentar in der ZEIT: Der Domino-Effekt
Tunesien hätte für all die Despoten dieser Welt ein warnendes Beispiel sein sollen. Selbst Frankreichs omnipräsenter Militärgeheimdienst DGSE hat im Maghreb jämmerlich versagt. Er liess die überaus engagierte und allseits geschätzte französische Aussenministerin Michèle Alliot-Marie äusserst schlecht aussehen. Das alte Spiel Frankreichs, im Maghreb und den ehemaligen französischen Kolonien einen Despoten von Frankreichs Gnaden einzusetzen, damit dieser die Ressourcen für ELF – Aquitaine sichert, geht nicht mehr auf.

Die Bevölkerung in diesen Ländern ist jung, intelligent und gut gebildet. Sie hat wenig mit den archaischen Lehren des Islamismus am Hut. Sie will nur eines: Die Freiheit und das Ende der Kleptokratie.

Dass dieser Freiheitsdrang des Bildungsbürgertums auf andere Staaten übergreifen würde, war klar. Die allgegenwärtigen in- und ausländischen Geheimdienste, gleichviel, ob sie nun DGSE, MI 6 oder CIA heissen mögen, stossen an ihre Grenzen Und das ist gut so!

Dass Husni Mubarak, der Präsident von Ägypten, ein kluger Mann ist, bestreiten nicht einmal seine ärsten Feinde. Er ist aussenpolitisch eher ein ausgleichender Charakter und als Vermittler im Nahen Osten weltweit geachtet und immer wieder gefragt. Er ist stets bemüht, mässigend auf die Parteien im Konflikt um Israel einzuwirken. Dies machte ihn für den Westen unverzichtbar, er wird gerne hofiert.

Doch der alte Mann ist schwer krank und stützt seine Macht nur noch auf das Militär, aus dem er selbst kommt, wie schon vor ihm Anwar al-Sadat und Gamal abdel-Nasser. Die schmutzige Unterdrückung seiner teilweise hochgebildeten Bürger erledigt der allgegenwärtige Geheimdienst. Als Offizier hat sich Husni Mubarak nicht in dem Masse persönlich bereichert, wie der ehemalige tunesische Präsident Ben Ali. Doch die Methoden der Machterhaltung sind identisch. Mord, Folter, willkürliche Verhaftungen, eine total korrupte Verwaltung und eine willfährige Justiz sind die allseits bekannten Instrumente.

Im Herbst stehen Wahlen zur Präsidentschaft an. Dass diese “Wahlen” ein Witz sind, weiss jeder Ägypter und jeder informierte Politiker der Welt. Entweder werden Husni Mubarak oder sein Sohn mit überwältigender Mehrheit gewählt. Massive Fälschungen werden schon das gewünschte Ergebnis liefern.

Es sei denn, der allseits geachtete Friedensnobelpreisträger Mohamed el-Baradei, der lange Jahre Chef der Atomaufsichtsbehörde in Wien war, stellt sich zur Wahl. Nun hat dieser allseits geachtete Mann jedoch einige “negative” Eigenschaften: Er ist koptischer Christ, er traut sich zurecht nicht nach Ägypten, er ist ein unabhängiger Geist und er ist kein Freund der Amerikaner.

Dies und die Tatsache, dass sich die ägyptische Oligarchie mit buchstäblich allen Mitteln an die Macht klammern wird, machen es schwer, einen wirklichen Wahlkampf im demokratischen Geist zu organisieren.

Dagegen erhebt sich die Bevölkerung Ägyptens mit Mut, Entschlossenheit und Todesverachtung. Das Regime wehrt sich mit seinen gesamten Herrschafts- und Machtinstrumenten.
Wir werden abwarten müssen, wer die Oberhand gewinnt.

Dass die westlichen Demokratien Partei für die Menschenrechte ergreifen und el-Baradei unterstützen werden, darauf sollten die Ägypter nicht zählen. Die haben sich zu sehr an die Despoten dieser Welt gewöhnt und sie hofiert.

Das zeigt ihre ganze moralische Verkommenheit und entlarvt ihr verlogenes Geschwätz von Demokratie und Menschenrechten als hohle Phrasen!

Monsieur Rainer
Thursday, January 27, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Wider den tierischen Ernst

In den Medien wird derzeit ein ungeheuerliches Kesseltreiben auf Herrn zu Guttenberg betrieben. Er wird verhöhnt, geschmäht, beleidigt und fertiggemacht wie kaum ein anderer Politiker vor ihm. Was ist der Anlass? Herr zu Guttenberg hat einen Bundeswehreinsatz von der rot-grünen Bundesregierung und seinem unglücklich operierenden Vorgänger übernommen. Kein Mensch der Welt übernimmt freiwillig so ein Amt. Das ist typische Merkel'sche Taktik. In diesem Amt kann man nur verlieren und so macht sie wieder einen Konkurrenten nieder. Er sagt zum erstenmal, was Sache ist. Es herrscht Krieg in Afghanistan. Er macht Schluss mit den lächerlichen semantischen Verrenkungen der Politiker. Er findet eine Bundeswehr vor, die einem solchen Einsatz weder personell, noch materiell gewachsen ist. Dass der Einsatz in Afghanistan der dümmste Krieg seit der Erfundung des Schiesspulvers ist, darf er nicht sagen. Also macht er das "beste" daraus. Er verkleinert die Truppe von derzeit 250.000 Männer und Frauen auf 180.000. Er verkleinert den monströsen Beamtenapparat der Truppe von 90.000 auf 50.000 Beamten. Er mistet die Schlangengrube auf der Bonner Hardthöhe aus, die schon so manchem Minister zum Verhängnis geworden ist. Dort schieben sich 3000 als Generalstabsoffiziere verkleidete Bürokraten die Akten zu. Es gibt Pleiten, Pech und Pannen. Und vorallendingen haben diese Bürokraten genügend Zeit, Intrigen gegen den lästigen Minister zu spinnen, der ihnen ihren schönen Schreibtisch wegnehmen will. Sie lassen den Minister schlecht aussehen. Diesen Intrigantenstadel haben seit Bestehen der Bundeswehr gerade mal zwei Minister ohne politischen Totalschaden überstanden. Einer davon war unser aller geschätzter Herausgeber der ZEIT, Helmut Schmidt. Da hätte es dem Boulevard und manchen hasserfüllten Medien gut in den Kram gepasst, wenn Herr zu Guttenberg in die karnevaleske Falle in Aachen getappt wäre. Er hatte den Riecher, auch Dank Ihres Schreibens, verehrter Herr Dirk, diesen Fettnapf zu vermeiden. Respekt, Herr Forist!

Monsieur Rainer
Wednesday, January 26, 2011
Mein neues Buch " DIE TOTENGRÄBER DER DEMOKRATIE "

ist nun überall im Handel und bei allen namhaften ONLINE - Buchhändlern erhältlich. Die Lieferzeiten betragen zwischen 1 - 7 Tagen je nach Händler. Es umfasst 476 Seiten. Die Erarbeitung des Manuskriptes hat ein Jahr gedauert. Die jakobinischen Verfechter der political correctness werden Schaum vor den Mund bekommen, das ist garantiert! Die Politiker werden noch weniger Freude an diesem Buch haben. Genau das ist von mir beabsichtigt!

Monsieur Rainer
Tuesday, January 25, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Nostalgie und Romantik auf der Gorch Fock

Die neue Gorch Fock wurde 1958 in Dienst gestellt. Damals rekrutierten sich die Stammbesatzung und die Offiziere der Bundeswehr insgesamt und bei der Marine im besonderen aus dem ehemaligen militärischen Personal der Grossdeutschen Wehrmacht. Sie alle waren froh, nicht mehr als Handlungsreisende für Schnürsenkel und Schaumwein über die Lande ziehen zu müssen. Sie durften wieder den blauen Rock mit ihren alten Orden tragen und waren wieder wer. Sie konnten wieder befehlen. Gelehrt wurden die seemännischen Grundregeln für die künftigen Marineoffiziere. Diese hatten zuvor eine dreimonatige infantristische Grundausbildung und einen weiteren dreimonatigen Lehrgang in der alten kaiserlichen Marinekaserne in Flensburg - Mürwick zu absolvieren. Man nannte diese Ausbildung den Gastenlehrgang, oder in der Sprache der Lords auch den Feudelschwenkerlehrgang. Danach kamen die Offiziersanwärter auf das Segelschulschiff Gorch Fock und lernten die seemännische Grundausbildung und die Nautik. Fünfzig Jahre später ist das immer noch so. Nur hat sich einiges in der Seefahrt geändert. Auf den Schiffen der Bundesmarine klettert niemand mehr in eine Takelage, lernt niemand mehr Seemannsknoten, entert niemand mehr in die Rahe, um Segel zu setzen oder zu reffen. Heute wird ein Schiff durch Computerspezialisten, Informatiker, IT-Manager, Radarspezialisten, Waffen- und Maschinentechniker gesteuert. Und was macht die Gorch Fock? Sie bildet überhaupt keinen seemännischen Wert mehr für die Ausbildung von Marineoffizieren. Sie ist ein Relikt aus Kaiserszeiten, ein fahrendes Prospekt für die Werbung einer friedlichen Bundesrepublik Deutschland. Dabei ist Deutschland kein bisschen friedlich, es befindet sich in einem sinnlosen und mörderischen Krieg und ist einer der grössten Waffenexporteure der Welt. Was mit der Gorch Fock vorgegaukelt werden soll, ist Seefahrerromantik auf Windjammerparaden, mehr nicht! Mustert sie aus! Niemand sollte mehr sterben müssen für diesen absurden Quatsch!

Monsieur Rainer
Monday, January 24, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT zum Kesseltreiben gegen zu Guttenberg

Ich stelle seit Tagen Kommentare zu diesem Thema hier in der ZEIT ein. Meine Aufrufe zur Fairness und meine Befürchtung, dass es sich hier um ein Kesseltreiben gegen den Minister handelt und sonst um gar nichts, werden mit Kommentaren beantwortet, die man eher in den bunten Blättern und in den Foren der Massenblätter vermutet würde. Wie kann es sein, dass solche Kommentare von Journalisten in einer so angesehenen Institution wie der ZEIT veröffentlicht werden? Bei einem "Betrieb" mit derzeit noch 250.000 Männern und Frauen, sowie fast 3000 Generalstabsoffizieren, der momentan radikal verschlankt wird, gibt es täglich Unfälle und Pannen und Intrigen. Jedesmal nach dem Rücktritt des Ministers zu rufen, halte ich für absurd. Die Gorch Fock gehört ins Museum, sie ist ein Relikt aus der Kaiserzeit und ein reines Prestigeobjekt zu Werbezwecken. Dass Soldaten ihre Langeweile mit allem möglichen Blödsinn vertreiben, war schon in meiner Militärzeit so. Dass das Bundesverteidigungsministerium, insbesondere die Bonner Hardthöhe ein Intrigantenstadel ist, der gerne einmal einen ihm nicht genehmen Minister schlecht aussehen lässt, ist seit der Gründung der Bundeswehr ein Fakt. Ich erinnere daran, dass nur zwei Politiker diesen Apparat voller uniformierter Bürokraten ohne einen politischen Totalschaden überstanden haben. Einer davon war der heutige Herausgeber der ZEIT, Helmut Schmidt. Es ist daher unverständlich, dass solche Artikel in der ZEIT veröffentlicht werden!

Monsieur Rainer
Sunday, January 23, 2011
Mein Blog in "der Freitag "

Immer wieder bemängele ich eklatante Demokratie - Defizite und aussergewöhnlich schwere Verletzungen des Grundgesetzes. Die Politiker werden darauf vereidigt und verstossen doch tagtäglich dagegen. Der Bürger sieht dem Treiben tatenlos zu.

1. Das Grundgesetz schreibt die Trennung von Kirche und Staat vor. Die Realität ist eine andere. Deutschland ist das einzige Land der Welt, das eine Kirchensteuer erhebt und die Gehälter der Pfarrer, Bischöfe und Kardinäle aus Steuermitteln bezahlt.

2. Im Artikel 146 GG (Grundgesetz) steht: " Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die dem ganzen deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist". Die Realität? Eine solche Verfassung gibt es nicht, sie ist seit 1989 überfällig!

3. Jeder Rechtsstaat ist nur solange als solcher zu bezeichnen, wenn er die elementaren Eckpfeiler einer Demokratie respektiert. Tatsächlich kennt Deutschland als eines der wenigen Länder Europas keine wirkliche Trennung von Judikative und Exekutive. Der Generalbundesanwalt ist ein weisungsabhängiger politischer Beamter und untersteht dem Bundesjustizminister. Die Generalstaatswälte der Länder sind in genau derselben Abhängigkeit und unterstehen dem jeweiligen Justizminister der Bundesländer.

4. Es gibt in Deutschland keine Richterdienstbarkeit ( Gerichtshof für Richterverfehlungen) . Das heisst, ein Richter oder ein Staatsanwalt kann nicht gerichtlich vor einem unabhängigen Richterdienstgericht für ein Vergehen belangt werden.

5. Es gibt in Deutschland keinen Staatsgerichtshof, der Vergehen von Politiker verfolgt und ahndet.

6. Es gibt in Deutschland keinen unabhängigen Generalinspekteur der Polizei, der mit seinen Beamten Vergehen von Polizisten nachgeht, die Ermittlungshoheit und die Disziplinargewalt hat.

7. Der Präsident des Bundeskriminalamtes ist ein weisungsgebundener politischer Beamter, der dem Bundeninnenminister unterstellt ist und jederzeit, wenn er nicht pariert, genauso wie der Generalbundesanwalt und die Generalstaatsanwälte der Länder von den jeweiligen vorgesetzten Politikern in den Ruhestand versetzt werden kann.

8. Deutschland kennt keine Amtshaftpflicht für Verschwendung von Steuergeldern.

9. Deutschland ist eines der wenigen Länder der Welt, das die UN Resolution zur Bestechlichkeit von Abgeordneten nicht ratifiziert hat. Bukina Faso schon!

Damit halten die Politiker die gesamte Macht über die Justiz und die Polizei. Was dabei herauskommt, sehen wir tagtäglich. Steuer CD's werden nur selektiv ausgewertet, Inhaber von hohen politischen Ämtern und Mitglieder der Justiz werden von der Strafverfolgung freigestellt. Das erfüllt den Straftatbestand der Strafvereitelung im Amt. Polizisten, die in Stuttgart über hundert friedliche Demonstranten rechtwidrig zum Teil schwer verletzt haben, können nicht verfolgt werden.

Die Politiker, die die Worte " Rechtsstaat und die freiheitliche demokratische Grundordnung " täglich wie eine Monstranz vor sich hertragen, müssen sich an diesen elementaren Verstössen gegen das Grundgesetz messen lassen. Sie wollen stets für alles die Verantwortung übernehmen, haften aber für nichts!

Conclusio: Deutschland erfüllt nicht einmal die Grundanforderungen an einen Rechtsstaat. Nur deshalb ist es auch möglich, dass die Parteien, die Finanzlobby, die Pharmalobby, die Agrarlobby und 2100 weitere in Berlin ansässigen Lobbyverbände sich diesen Staat zur Beute gemacht haben!

Da hilft kein Jammern an den herrschenden Zuständen, da hilft nur der Artikel 146 GG. Eine Verfassung muss her, um diese Missstände zu beseitigen!

Monsieur Rainer

Sunday, January 23, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Auch ein Minister verdient Fairness!

Die Ablösung des Kapitains der Gorch Fock ist dem Ernst der Lage angemessen. Darüberhinaus muss sich eine moderne hochtechnisierte Marine die Frage stellen, ob ein reines Prestigeobjekt der Bundesrepublik Deutschland, das keinerlei militärischen Wert und Nutzen mehr darstellt, noch weiter Sinn macht und nicht ausser Dienst gestellt gehört. Die Zeiten des Feudelschwenkerlehrgangs in Flensburg-Mürwick und das aufentern in eine Takelage sind doch alte Zöpfe. Die ganze SE 11 - Ausbildung ist ein Relikt aus der kaiserlichen Kriegsmarine. Heute werden Ingenieure, Elektoniker und Computerspezialisten auf einem modernen Kriegsschiff gebraucht. Die Navigation und das andere seemännische Handwerkszeug können auch in einem Trockenkurs erlernt werden. In einer Armee von immer noch 250.000 Männer und Frauen, sowie einem bürokratischen Wasserkopf von 3000 Generalstabsoffizieren gibt es täglich Unfälle, Pannen und böse Intrigen, insbesondere wenn der Minister diesen Wasserkopf energisch abbauen will. Da ist doch jedes Mittel recht, um den Minister schlecht aussehen zu lassen. Er wäre erst der dritte Bundesverteidigungsminister in der gesamten Geschichte der Bundeswehr, der dieses Ministerium nicht ohne politischen Totalschaden verlassen hätte. Ich rate dazu, persönliche Animositäten gegen Herrn zu Guttenberg hintenan zu stellen und eine sachliche Debatte zu führen. Sie wäre der Reputation dieser Zeitung angemessen!

Monsieur Rainer
Sunday, January 23, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Verstösse gegen das Grundgesetz

Immer wieder bemängele ich eklatante Demokratie - Defizite und aussergewöhnlich schwere Verletzungen des Grundgesetzes. Die Politiker werden darauf vereidigt und verstossen tagtäglich dagegen. Der Bürger sieht dem Treiben tatenlos zu.

1. Das Grundgesetz schreibt die Trennung von Kirche und Staat vor. Die Realität ist eine andere. Deutschland ist das einzige Land der Welt, das eine Kirchensteuer erhebt und die Gehälter der Pfarrer, Bischöfe und Kardinäle aus Steuermitteln bezahlt.

2. Im Artikel 146 GG (Grundgesetz) steht: " Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die dem ganzen deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist". Die Realität? Eine solche Verfassung gibt es nicht, sie ist seit 1989 überfällig!

3. Jeder Rechtsstaat ist nur solange als solcher zu bezeichnen, wenn er die elementaren Eckpfeiler einer Demokratie respektiert. Tatsächlich kennt Deutschland als eines der wenigen Länder Europas keine wirkliche Trennung von Judikative und Exekutive. Der Generalbundesanwalt ist ein weisungsabhängiger politischer Beamter und untersteht dem Bundesjustizminister. Die Generalstaatswälte der Länder sind in genau derselben Abhängigkeit und unterstehen dem jeweiligen Justizminister der Bundesländer.

Zu diesem Thema hat der Kriminologe und bekannte Strafrechtsprofessor Prof. Dr. Peter - Alexis Albrecht folgendes ausgeführt: Ich zitiere auszugsweise:

Zitat : " Warum geht das nicht im gesamten Justizsystem? Gerade hier wäre Autonomie das Gebot der Stunde. Der Ruf der Richterverbände belegt das eindrucksvoll. Im Kern geht es um die Verlagerung der Personalhoheit weg von den Landesjustizministern (der Exekutive) hin zu den Richterwahlgremien und unabhängigen Justizverwaltungsräten (der Judikative). Demokratisch legitimierte Richterwahlen gibt es in 24 EU-Ländern. Nur in Deutschland, Österreich und Tschechien werden die justiziellen Kontrolleure noch von der zu kontrollierenden Exekutive bestellt: Das ist ein rechtsstaatliches Ding der Unmöglichkeit.

Dies wäre allerdings nur ein erster Schritt. Darüber hinaus ist eine umfassende Reform im Justizsystem notwendig, wie es Richterverbände fordern. Wahre Unabhängigkeit ist erst möglich, wenn Auswahl und Ersternennung anhand nachvollziehbarer Kriterien geschähen. Beförderungen sollten durch Funktionszuweisungen auf Zeit ersetzt werden. Befähigungsbeurteilungen durch Vorgesetzte (im selben Spruchkörper!) würden damit obsolet. Wenn Bürger wüssten, dass Beisitzer ihre Rechtsprechung vom Wohlwollen des Vorsitzenden abhängig sehen, wäre der Ansehensverlust der Gerichte wohl noch größer. In der Befreiung der Dritten Gewalt von Karriereabhängigkeiten liegt der Hauptgedanke einer umfassenden Autonomie. Das sind insbesondere psychologische Effekte, die der Berufsrolle von Richter und Staatsanwalt den erforderlichen Rahmen böten. Furchtlosigkeit vor den Einflüssen Dritter, insbesondere vor Machteinflüssen, sind erst das Produkt realer Unabhängigkeitsgewähr.

Das gilt für Richter und Staatsanwälte gleichermaßen, auch wenn das Grundgesetz derzeit nur den Richtern die Unabhängigkeit formal sichert. Die Finanzkrise sollte jedem deutlich machen, wie wichtig diese Forderung ist. Die Spekulation Privater ist von allen Regierungskräften im Schulterschluss mit der Finanzwirtschaft entfesselt worden. Die Schäden im Bank- und Finanzsektor sind daher systemisch von der Politik mit verursacht worden. Das alles gehörte in die öffentliche Aufklärung eines Justizsystems, das unerschrocken gegen jedermann – also auch gegen Politiker – ermitteln müsste, wenn hinreichende Anhaltspunkte vorliegen, was eindeutig der Fall ist: Es geht um den Straftatsbestand der Untreue. Warum geschieht das nicht? Die Aufsicht über Finanzspekulationen in Landesbanken üben zahlreiche hohe politische Funktionsträger aus. Sie bestellen und führen durch Weisungen jene, die die Verantwortlichkeiten der politischen Aufsichtsräte in Ermittlungsverfahren strafrechtlich prüfen müssten. Wie kann aber ein Staatsanwalt gegen seinen Dienstherrn unabhängig ermitteln, wenn dieser sein Herr und Gebieter ist?

Der Jäger muss jagen, der Richter wägt ab. Unabhängigkeit für beide heißt nicht Komplizenschaft in der Durchsetzung des öffentlichen Strafanspruchs. Unterschiedliche Berufsrollen innerhalb des Justizsystems brauchen auch unterschiedliche Organisationsformen – in jeweiliger Unabhängigkeit. Entlässt man Staatsanwälte und Richter aus der Kontrolle der Exekutive, haben sie auch mehr Macht, das heißt auch mehr Selbstverantwortung. Sie müssten ihre Machtgrenzen – zum Beispiel durch eine Stärkung der Richterdienstgerichtsbarkeit, welche die Richter richten kann – deutlicher machen. Dazu gehört auch, dass dem Bürger ausreichender Rechtsschutz bei unabhängigen Gerichten eingeräumt wird, gerade während des Ermittlungsverfahrens. Daran hapert es heute wie gestern.

Neue Prämissen einer gerechteren Sozialordnung, die den Einsatz einer von der Leine politischer Opportunität abgekoppelten Justiz eigentlich erst wirksam legitimieren, müssen indes andere einlösen. Die Überlebenschance einer sozial gerechten Gesellschaft liegt primär im Gelingen dieser demokratischen Herkulesaufgabe."

Zitatende!

Die Politiker, die die Worte " Rechtsstaat und die freiheitliche demokratische Grundordnung " täglich wie eine Monstranz vor sich hertragen, müssen sich an diesen elementaren Verstössen gegen das Grundgesetz messen lassen.

Conclusio: Deutschland erfüllt nicht einmal die Grundanforderungen an einen Rechtsstaat. Nur deshalb ist es auch möglich, dass die Parteien, die Finanzlobby, die Pharmalobby, die Agrarlobby und 2100 weitere in Berlin ansässigen Lobbyverbände sich diesen Staat zur Beute gemacht haben! Da hilft kein Jammern an den herrschenden Zuständen, da hilft nur der Artikel 146 GG. Eine Verfassung muss her, um diese Missstände zu beseitigen!

Monsieur Rainer
Sunday, January 23, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Gorch Fock

In solchen Fällen sollte der Kapitän ersteinmal abgelöst werden, bis das Untersuchungsergebnis feststeht. Doch wer führt die Untersuchung? Etwa Staatsanwälte, die sich als Kriegsdienstverweigerer qualifiziert haben, oder gar die Marineleitung? Beide sind Partei, der Staatsanwalt, weil er ein weisungsgebundener Beamter ist und die Marineleitung, weil sie selbst möglicherweise betroffen ist. Was fehlt? Es mangelt an unabhängigen Kontrollinstanzen. In Frankreich haben wir den Untersuchungsrichter, der an keine Weisungen gebunden ist (Dekret von 1813 NapoléonI). Bei Politikervergehen einen Cour superieur d'Etat (Staatsgerichtshof), bei Vergehen von Richtern und Staatsanwälten den Cour superieur de la Magistrature (CSM), bei Vergehen von Polizei und Gendarmerie einen Inspecteur Général de Service (IGS) und bei Militärischen Vergehen eine ausgewiesene Justiz aus Militärjuristen (Justice militaire). Das alles hat Deutschland nicht, also untersucht dieselbe Behörde die Fehler der eigenen Dienststelle. Das ist unbefriedigend und lässt Spekulationen Raum.

Monsieur Rainer
Saturday, January 22, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Kesseltreiben gegen Herrn zu Guttenberg

Was wir derzeit erleben ist eine wahre Hetzjagd auf den Bundesverteidigungsminister. Um der Fairness eine Chance zu geben, muss darauf hingewiesen werden, dass Herr zu Guttenberg diesen Krieg in Afghanistan nicht angefangen hat, sondern es eine rot-grüne Bundesregierung war, die grenzenlos naiv in die Falle der USA gelaufen ist. Herr zu Guttenberg hat erstmals diesen Einsatz beim Namen genannt: Es ist Krieg! Ausserdem befehligt der Minister ein "Unternehmen" von derzeit 250.000 Männer und Frauen. Ihn für jeden Vorfall persönlich verantwortlich zu machen ist unfair. Täglich gibt es Vorfälle in einer solchen grossen Truppe, wenn der Minister jedesmal dafür die Verantwortung übernehmen müsste, hätten wir täglich einen Ministerwechsel im Bendlerblock. Doch wann ist jemals irgendein vorgesetzter Offizer zur Verantwortung gezogen worden? Er war der erste Minister, der es gewagt hat, die Bundeswehr radikal zu verkleinern und den Intrigantenstadel auf der Bonner Hardthöhe auszumisten. Dort sitzen etwa 3000 völlig unnnütze Generalstabsoffiziere in unzähligen Stäben herum und schieben sich gegenseitig Akten über die Schreibtische. 2000 von diesen Bürokraten in Uniform will der Minister entfernen. Das schafft böses Blut. Da gibt es jetzt natürlich Heckenschützen. Nur zwei Verteidigungsminister seit Bestehen der Bundeswehr haben diese Schlangengrube nicht mit einem politischen Totalschaden verlassen. Ich fordere Sie alle auf, beim Umgang mit Menschen, egal ob man sie nun persönlich mag oder nicht, fair zu bleiben!

Monsieur Rainer
Friday, January 21, 2011
Prof. Peter-Alexis Albrecht zur Unabhängigkeit der Justiz in "der Freitag"
Ich zitiere: " Warum geht das nicht im gesamten Justizsystem? Gerade hier wäre Autonomie das Gebot der Stunde. Der Ruf der Richterverbände belegt das eindrucksvoll. Im Kern geht es um die Verlagerung der Personalhoheit weg von den Landesjustizministern (der Exekutive) hin zu den Richterwahlgremien und unabhängigen Justizverwaltungsräten (der Judikative). Demokratisch legitimierte Richterwahlen gibt es in 24 EU-Ländern. Nur in Deutschland, Österreich und Tschechien werden die justiziellen Kontrolleure noch von der zu kontrollierenden Exekutive bestellt: Das ist ein rechtsstaatliches Ding der Unmöglichkeit.

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Dies wäre allerdings nur ein erster Schritt. Darüber hinaus ist eine umfassende Reform im Justizsystem notwendig, wie es Richterverbände fordern. Wahre Unabhängigkeit ist erst möglich, wenn Auswahl und Ersternennung anhand nachvollziehbarer Kriterien geschähen. Beförderungen sollten durch Funktionszuweisungen auf Zeit ersetzt werden. Befähigungsbeurteilungen durch Vorgesetzte (im selben Spruchkörper!) würden damit obsolet. Wenn Bürger wüssten, dass Beisitzer ihre Rechtsprechung vom Wohlwollen des Vorsitzenden abhängig sehen, wäre der Ansehensverlust der Gerichte wohl noch größer. In der Befreiung der Dritten Gewalt von Karriereabhängigkeiten liegt der Hauptgedanke einer umfassenden Autonomie. Das sind insbesondere psychologische Effekte, die der Berufsrolle von Richter und Staatsanwalt den erforderlichen Rahmen böten. Furchtlosigkeit vor den Einflüssen Dritter, insbesondere vor Machteinflüssen, sind erst das Produkt realer Unabhängigkeitsgewähr.

Das gilt für Richter und Staatsanwälte gleichermaßen, auch wenn das Grundgesetz derzeit nur den Richtern die Unabhängigkeit formal sichert. Die Finanzkrise sollte jedem deutlich machen, wie wichtig diese Forderung ist. Die Spekulation Privater ist von allen Regierungskräften im Schulterschluss mit der Finanzwirtschaft entfesselt worden. Die Schäden im Bank- und Finanzsektor sind daher systemisch von der Politik mit verursacht worden. Das alles gehörte in die öffentliche Aufklärung eines Justizsystems, das unerschrocken gegen jedermann – also auch gegen Politiker – ermitteln müsste, wenn hinreichende Anhaltspunkte vorliegen, was eindeutig der Fall ist: Es geht um den Straftatsbestand der Untreue. Warum geschieht das nicht? Die Aufsicht über Finanzspekulationen in Landesbanken üben zahlreiche hohe politische Funktionsträger aus. Sie bestellen und führen durch Weisungen jene, die die Verantwortlichkeiten der politischen Aufsichtsräte in Ermittlungsverfahren strafrechtlich prüfen müssten. Wie kann aber ein Staatsanwalt gegen seinen Dienstherrn unabhängig ermitteln, wenn dieser sein Herr und Gebieter ist?

Weniger Kontrolle und mehr Macht

Der Jäger muss jagen, der Richter wägt ab. Unabhängigkeit für beide heißt nicht Komplizenschaft in der Durchsetzung des öffentlichen Strafanspruchs. Unterschiedliche Berufsrollen innerhalb des Justizsystems brauchen auch unterschiedliche Organisationsformen – in jeweiliger Unabhängigkeit. Entlässt man Staatsanwälte und Richter aus der Kontrolle der Exekutive, haben sie auch mehr Macht, das heißt auch mehr Selbstverantwortung. Sie müssten ihre Machtgrenzen – zum Beispiel durch eine Stärkung der Richterdienstgerichtsbarkeit, welche die Richter richten kann – deutlicher machen. Dazu gehört auch, dass dem Bürger ausreichender Rechtsschutz bei unabhängigen Gerichten eingeräumt wird, gerade während des Ermittlungsverfahrens. Daran hapert es heute wie gestern.

Neue Prämissen einer gerechteren Sozialordnung, die den Einsatz einer von der Leine politischer Opportunität abgekoppelten Justiz eigentlich erst wirksam legitimieren, müssen indes andere einlösen. Die Überlebenschance einer sozial gerechten Gesellschaft liegt primär im Gelingen dieser demokratischen Herkulesaufgabe."

Zitatende!

Hintergrund
Peter-Alexis Albrecht ist Kriminologe und Strafrechtsprofessor

Monsieur Rainer

Friday, January 21, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Kesseltreiben gegen zu Guttenberg

Es ist zum verzweifeln, durchschaut denn niemand das schmutzige Intrigenspiel? Der Verteidigungsminister räumt gerade diesen Intrigantenstadel auf der Bonner Hardthöhe aus, er wird cirka 2000 völlig unnütze Generalstabsoffiziere aus ihren bequemen Amtstuben fegen. Und da kommen auf einmal diese ganzen Skandale ans Licht, die Herrn zu Guttenberg schlecht aussehen lassen sollen? Darf ich daran erinnern, dass nur zwei Minister diesen Saftladen ohne politischen Totalschaden überstanden haben! Einer davon war Helmut Schmidt!

Monsieur Rainer


Friday, January 21, 2011
Mein Leserbrief auf einen Kommentar von montaigne in der ZEIT

Zu 36. montaigne. Danke für Ihren wertvollen Beitrag. Wollen Sie es wirklich in Klarschrift lesen? Darf ich Ihnen das zumuten? Es ist die Agrar - Mafia, die die Politik beherrscht! Ich erlaube mir noch auf das Buch von Jean Ziegler " Hass auf den Westen" hinzuweisen. Als Vizepräsident der UN - Welthungerhilfe weiss er, wovon er spricht. Wir kommen diesem Abgrund an "Lobbyismus" nicht mehr bei. Die Pharmalobby, die Agrarlobby, die Finanzlobby, die Autolobby sind wohl die absoluten Leader im Zirkus der zweitauseneinhundert Lobbyistenverbände, die auf der Regierung kleben wie ein chronischer Ausschlag. Sie wundern sich zurecht, dass ich mir nicht mehr die Mühe mache, die juristische Beweisführung hier in meinen Beitrag einzufügen? Warum sollte ich noch? Es ist zu ermüdend, die Urteilsbegründung zu verlesen. Das Urteil wurde schon gesprochen und zwar von weitaus kompetenteren und qualifizierteren Fachleuten. Ich gebe dazu nur noch den allgemeinverständlichen Kommentar ab. Es ist wie bei Gericht: Ist das Urteil gesprochen, die ellenlange Urteilsbegründung verlesen, ist es müssig, wieder in die Beweisaufnahme einzutreten. Oder wie der Franzose sagen würde: " La messe est lu "!

Monsieur Rainer


Thursday, January 20, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Paris hat die Entwicklung verschlafen !

Diese intelligenten und gut gebildeten Menschen haben es geschafft, eine despotische Kleptokratie innerhalb weniger Tage aus dem Land zu jagen. Wie morsch muss dieses tunesische System gewesen sein. Und das alles soll Paris nicht bemerkt haben? Es sind keine Wochen her, da haben französische Politiker diese Verbrecherclique um Ben Ali noch hoffiert. Sollte der französische Militärgeheimdienst DGSE derart geschlafen haben? Er ist doch sonst omnipräsent im Maghreb, in den ehemaligen französischen Kolonien, in der gesamten Francophonie. Oder wollten die Politiker im Elysée und am Quai d'Orsay die Warnungen des DGSE schlicht nicht zur Kenntnis nehmen? Das allerdings wäre ein schweres politisches Versagen. Wer erinnert sich nicht an den 14. Juli letzten Jahres, wo Präsident Sarkozy die gesamten Führer der Francophonie auf der Tribüne am Place de la Concorde um sich versammelte, um das Défilé auf den Champs Elysée abzunehmen? Despoten, Massenmörder, Kleptokraten und von den Haag international gesuchte Verbrecher waren dabei. Tausend Jahre Gefängnis waren da mindestens versammelt. Die Herren in ihren feinen Karossen mussten auch nicht in ihren prunkvollen Botschaften nächtigen, sie alle haben ihre Luxusappartements in Paris, ihre Schlösser in der Province und Ihre Villen an der Côte d'Azur. Ganze Strassenzüge haben sie mit ihrem gestohlenem Geld in den besten Lagen von Paris aufgekauft. Pariser Untersuchungsrichter ermitteln! Und nun wundern sich die französischen Politiker?

Monsieur Rainer

Thursday, January 20, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Jagd auf den Verteidigungsminister

Seit Bestehen der Bundeswehr ist es nur wenigen Ministern gelungen, dieses Amt unbeschädigt zu überstehen. Einer davon war unser aller sehr verehrter Helmut Schmidt. Herr zu Guttenberg hat den Kampf mit dieser Schlangengrube aufgenommen. Er will die Höhle des Löwen, die Bonner Hardthöhe abschaffen, die Bundeswehrführung und deren Stäbe straffen und drastisch verkleinern. Das ist eine Herkulesaufgabe. Wenige der Generalstabsoffiziere in den Stuben des Verteidigungsministeriums werden erfreut sein. Da tauchen gleich drei schwerwiegende Katastrophenmeldungen auf: Die "Meuterei" auf der Gorch Fock, der angebliche "Unfall" eines Soldaten in Afghanistan und nun die Öffnung der Briefe der Soldaten in einem Camp im Norden von Afghanistan. Mit all diesen Fällen hat der Minister persönlich nichts zu tun, doch sie werden ihm angelastet. Cui bono? Die "Meuterei" auf der Gorch Fock, sollte es sie dann gegeben haben, wäre ein schweres Versagen des Kapitäns und der Offiziere des Schiffes. Der Unfall, bei dem sich ein Soldat angeblich selbst getötet hat, ist entweder auf eine grenzenlose Dummheit des Soldaten selbst zurückzuführen, oder die Jungs haben in ihrer Langeweile Spielchen mit ihren Waffen getrieben. Und die Postöffnung lässt messerscharf auf den MAD schliessen, den Herr zu Guttenberg ohnehin wegen fortgesetzter Untauglichkeit abschaffen wollte. Nun soll politisches Kapital aus diesen bedauerlichen Vorfällen und Tragödien gesogen werden. Das Spiel ist durchschaubar!

Monsieur Rainer
Thursday, January 20, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Die Agrar - Mafia
Nicht nur Deutschland, der ganze Westen Europas schwimmt in einem Berg von Agrarprodukten. Frankreich ist der grösste Agrarexporteur der Welt. Deutschland steht an zweiter Stelle. Wie ist das möglich?

Der deutsche Steuerzahler subventioniert mit circa 150 Milliarden Euro alleine die heimische Agrarproduktion. Die Preise für Lebensmittel sind die niedrigsten in ganz Europa. Der deutsche Bürger gibt im Durchschnitt 10% seines Einkommens für Lebensmittel aus. Der Franzose zum Vergleich 25%.

Der Lebensmittelmarkt suggeriert dem Bürger, dass alles möglich, alles billig und alles von ausgezeichneter Qualität ist. Das kann nicht sein.

1. Alles ist möglich, das ist richtig!

2. Dass alles billig ist, verdankt der Verbraucher den heruntersubventionierten Preisen

3. Dass jedes Lebensmittel von ausgezeichneter Qualität ist, scheint ein Ammenmärchen.

Neben den hohen Subventionen lebt die Agrarindustrie von billigen Rohprodukten und den vom Staat verhinderten Mindestlöhnen. Deutschland ist zum Billiglohnland der Agrarproduktion geworden. Die Massentierhaltung mit bis zu 80.000 Schweinen in einem einzigen Betrieb und die ständige Nachfrage des Verbrauchers nach seinem billigen Schnitzel haben eine Agrarmafia geschaffen, die sich durch völlig unsinnige Subventionen und durch billige Arbeitskräfte speist.

Deutschland ist zum Billig – Schlachthof Europas verkommen. Ganz Eurpa lässt in Deutschland billig schlachten. Es gibt keinen gesetzlichen Mindestlohn im Gegensatz zu allen anderen westlichen Ländern und es gibt für den Bauch Deutschlands, das Land Niedersachsen, nur 12 Kontrolleure für zehntausende Agrarbetriebe, Futtermittelhersteller und Schlachthöfe.

In diesen Massenschlachthöfen werden Menschen aus allen Herren Ländern versklavt und dürfen in menschenunwürdigen Unterkünften dahinvegetieren. Sie werden für ihre harte Schindung von täglich 10 – 12 Stunden mit Löhnen zwischen 1 – 3 Euro (in Worten ein bis drei Euro) pro Stunde entlöhnt.

Wie kann das sein? Der Schlachthof gründet durch einen Strohmann in irgendeinem Land wie zum Beispiel in Rumänien, Polen oder Ungarn eine Zeitarbeitsfirma. Diese Firma, die meist nie mehr besitzt, als ein Firmenschild und eine Handelsregistereintragung, rekrutiert die Ärmsten der Armen und stellt sie bei sich als Arbeiter an. Dann verleiht sie diese modernen Sklaven an den Besitzer des Schlachthofes in Deutschland, der somit kein Arbeitsverhältnis mit seinen Leiharbeitern eingeht, sondern die Hungerlöhne an die Zeitarbeitsfirma ausbezahlt, die ihr meist selbst gehört.

So verdient diese Agrarindustrie Milliarden von Euro und verkauft die billig produzierten Produkte an die Mäkte. Natürlich kann der deutsche Verbraucher die Schwemme an Lebensmitteln nicht selbst verfuttern. Daher werden die erzielten Agrarüberschüsse exportiert. Die Länder Afrikas werden mit billigen deutschen Lebensmitteln überschwemmt. Was ist die Folge?

Der afrikanische Bauer kann für diese Preise nicht produzieren. Er ist also nicht mehr wettbewerbsfähig. Daher läst er seine fruchtbaren Böden veröden und zieht in die Elendsviertel der Städte. Er und seine Familie hungern.

Um dieses Elend zu bekämpfen und unser Gewissen zu beruhigen, hält sich Deutschland einen Entwicklungshilfeminister, der Milliarden von deutschen Steuergeldern an die “armen” Länder in Afrika bezahlt. Der afrikanische Bauer hat nichts von diesem Geld, da es meist in den Taschen der kleptokratischen Despoten verschwindet und schlussendlich gewinnbringend auf schweizer Bankkonten angelegt wird.

Conclusio: Das ganze Karusell ist der reine Wahnsinn !

Monsieur Rainer
Wednesday, January 19, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Baby Doc

Jean Claude Duvalier, besser bekannt unter dem Namen Baby Doc, war zu Zeiten seiner Herrschaft ein geldgieriger und menschenverachtender Verbrecher. Er hat die Schreckensherrschaft seines Vaters einfach fortgeführt und wurde von einer ebenso geldgierigen Oligarchie gestützt. Das haitianische Volk war ihm gleichgültig. Da er nur französisch und das mit einem grauenhaften Akzent spricht, blieb ihm am Ende nur die Flucht nach Frankreich. Im Gegensatz zu anderen Despoten, die sich hier herumtreiben, gelang es ihm nicht einmal, sein gestohlenes Geld zu behalten. Er sass auf der La Croisette in Cannes und schnorrte die Leute um einen Café an. Dann wurde er Gärtner in einer Millionärsvilla und hauste in einem wüsten Personalloch. Nun roch er ein Chance, wieder an frisches Geld zu kommen und trat mit gepumpten Geld und einem neuen Anzug von Monoprix die Heimreise an. Er glaubte allen ernstes, dass sich die Haitianer nach ihm sehnten und er neues Geld stehlen könnte. Dies war eine seiner vielen Fehleinschätzungen. Nein, man kann nicht sagen, dass dieser Mann jemals durch besondere Intelligenz aufgefallen wäre. Das allerletzte, was Haiti jetzt braucht, ist diese abscheuliche Figur!

Monsieur Rainer


Wednesday, January 19, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Tunesien kommt so nicht zur Ruhe!
Ein bisschen schwanger geht nicht, Monsieur Sarkozy! Was im Maghreb oder in den francophonen Staaten geschieht, wird im Elyséepalast in Paris entschieden. Diesesmal hat der französische Militärgeheimdienst DGSE jämmerlich versagt. In Paris hat man die Kraft, den Willen, die Intelligenz und den Mut der Tunesier weit unterschätzt. Es genügt eben nicht den Vasallen Frankreichs Ben Ali aus dem Land zu jagen und eine Scheindemokratie mit der alten Kleptokratie zu installieren. Nein! Die tuneschischen Bürger, ein hochgebildetes und hochintelligentes Volk, haben die Nase voll von diesen Verbrechern. Sie wollen die reine und wahre Demokratie mit einer pluralistischen und demokratisch legitimierten Regierung. Alles andere ist Kosmetik an einem politischen Leichnam!

Monsieur Rainer


Tuesday, January 18, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Tunesien
Der gesamte Maghreb, die ehemaligen französischen Kolonien, sowie die gesamte Francophonie, die sich im Zustand einer Scheinselbstständigkeit befindet, werden von Despoten von Frankreichs Gnaden regiert.

Diese Oligarchen werden in Frankreich erzogen, besuchen die feinsten Pariser Universitäten und anschliessend die Grandes Ecoles, wie die Militäracademie Saint Cyr, die Ecole Militaire, die Science Po, die ENA, die INSEAD usw. Anschliessend werden sie vom Militärgeheimdienst DGSE fortgebildet und in den feinsten Villen Frankreichs geparkt.

Herrscht Bedarf und ist der alte Clown Frankreichs am Ende, dann wird dieser Mann in sein Heimatland geschickt, um die Interessen Frankreichs zu wahren und zu mehren. Seine Entourage, egal ob Zivil- Polizei- oder Militär durchlaufen dieselben Academien in Frankreich.

Der französische DGSE wurde von Charles de Gaulle gegründet, um die Ressourcen Frankreichs zu sichern. Zu diesem Zweck gründete der Militärgeheimdienst DGSE die ELF- Aquitaine, die das Mutterland Frankreich mit Öl, Gas und lebenswichtigen Rohstoffen versorgt. Der Despot bekommt natürlich seine Provision und hat nur eine einzige Aufgabe, nämlich die Macht Frankreichs in der Francophonie zu sichern. Wie er dies tut, ist seine Sache.

Ben Ali hat den "Fehler" gemacht, seine Bevölkerung überdurchschnittlich gut ausbilden zu lassen. Es sind daher nicht hauptsächlich die Jugendlichen, wie hier oft behauptet wird, die sich gegen die staatliche Willkür auflehnen, sondern die Akademiker, wie Ärzte, Anwälte, Chemiker usw. Der Aufruf von Mediapart, Anwälte nach Tunesien zu schicken, hiesse Eulen nach Athen zu tragen.

Da etwa 600.000 oppositionelle Tunesier in Frankreich leben, traute sich Monsieur Sarkozy nicht, seinen Vasallen Ali in Le Bourget landen zu lassen. Sonst hätten in Paris heute die Barrikaden gebrannt. Dessen Familie darf jedoch sehr wohl in ihr Luxusappartement im feinen 16ème Arrondissement in Paris und in ihrer Villa an der Côte d'Azur logieren. Hat sich die Lage beruhigt, wird auch Ali wieder glücklich mit seiner Familie vereint.

So läuft das seit 50 Jahren und so wird es immer laufen. Ist es nicht etwas blauäugig, hier nach einer überambitionierten Pastorentochter aus der Uckermarck zu rufen? Glaubt denn irgendjemand allen ernstes, dass sich der direkt vom Volk gewählte Präsident einer Atom- und Überseemacht von einer lächerlichen deutschen Kanzlerdarstellerin etwas sagen lassen wird?

Es kindisch und grenzenlos naiv, mit dem Billigflieger zu den Stränden Tunesiens zu reisen und dann überrascht zu tun, wenn Meldungen über Unruhen im Land ausbrechen. Man ruft nach Air Berlin, doch kaum hat man deutschen Boden unter den Füssen, gilt der Ruf nach Menschenrechten.

Der französische Militärgeheimdienst "Direction Général de la Sécurité extérieure“ (DGSE) ist wie folgt organisiert:

Der Generalstab des DGSE sitzt im 5. UG des Verteidigungsministeriums unter der Metro von Paris in Saint-Germain-des-Prés. Chef des Stabes ist ein Géneral d’Armee, der zwar formal dem Ministre de la Défense unterstellt ist, jedoch nur Weisungen vom Staatspräsidenten annimmt. Er ist der höchste Geheimnisträger Frankreichs und meist auch des bestinformierteste Mann im Land.

Der zivile Teil des DGSE sitzt in der Caserne des Tourelles in 128 Boulevard Mortier in Paris, 20ème Arrondissement. Man nennt das Gebäude auch“ La Piscine“, weil es direkt an das städtische Schwimmbad grenzt. Die Aufgaben der dort Beschäftigten:

a) Wissenschaftliche Auswertung von Nachrichten aus aller Welt in fast allen Sprachen. Es werden etwa 4000 hochqualifizierte Wissenschaftler beschäftigt, die alle Fragen der internationalen Politik untersuchen.

b) Der technische Dienst: Hier werden die abgehörten Nachrichten koodiniert, übersetzt und ausgewertet. Abhörstationen befinden sich in fast allen Kontinenten.

c) Industriespionage: Er werden viele Wirtschaftsgespräche in allen Herren Ländern abgehört, ausgewertet und der heimischen Wirtschaft zugespielt.

d) Zersetzung: In allen Erdteilen, besonders in Afrika und Europa werden mehrsprachige hochqualifizierte Wissenschaftler, als Foristen oder Blogger getarnt, in die ONLINEFOREN der Zeitungen lanciert, um die Stimmung gegen Frankreich auszuwerten oder selbst für eine bestimmte politische Richtung Stimmung zu machen. Gegner oder Kritiker Frankreichs werden teilweise mundtot gemacht.

e) Die Personal-und Finanzverwaltung: Die Mittel für die DGSE können nur geschätzt werden. Sie belaufen sich auf etwa eine Milliarde Euro p.a. Es gibt keine parlamentarische Kontrolle, keine Aufsichtsbehörde, keine Möglichkeit, den DGSE zu reglementieren. Das Budget wird aus dem Fond Speciaux des Elyséepalastes gestellt, der keiner parlamentarischen Kontrolle unterliegt.

Die Operative Abteilung des DGSE nennt sich "Division Action“ und sitzt im Fort Noisy-le-Sec im Département Seine-Saint-Denis (93). Diese operative Abteilung rekrutiert sich aus den härtesten Männern und Frauen der französischen Armee, nämlich dem 44e REI in Orléans. Sie werden ebenso erbarmungslos gecastet, wie ausgebildet. Sie verüben Sabotageakte in der ganzen Welt, entführen unliebsame Feinde Frankreichs, töten sie gegebenenfalls, stürzen Regime, setzen neue Despoten ein, schmuggeln Spione quer durch die Welt und sind für jedes "Geschäft" zu haben, wenn es der Grande Nation dient. Ihr grösster Reinfall war die Sprengung der Rainbow Warrior von Greenpeace. Der Chef der Kommandoaktion war der Bruder der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal.

Es ist daher nicht ganz ungefährlich für einen eingebürgerten Franzosen wie mich, sein kritische Meinung öffentlich vorzutragen. Der DGSE verfolgt sehr genau, was Franzosen im Ausland über ihr Land sagen. Ich habe das schon bitter zu spüren bekommen. Obwohl ich ein französischer Patriot bin und meine Heimat liebe, stehe ich vielen politischen Entscheidungen kritisch gegenüber.

Über jeden Franzosen, von der Wiege bis zur Bahre, gibt es ein sogenanntes Dossier "Hedwige". Es gab schon Zeiten, wo die pure Existenz eines solchen Dossiers verneint wurde, heute gibt man immerhin zu, dass es " so etwas schon einmal gegeben habe ".

Monsieur Rainer
Tuesday, January 18, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Wikileaks bringt es ans Licht !

Die Wahrheit kennt keine Grenze! Wohltuend an dem Beitrag der ZEIT ist doch, dass expressis verbis gesagt wird, dass Herr Elmer im Gegensatz zu anderen Verkäufern von CD's kein Geld verlangt oder bekommen hat. Wikileaks wird sicherstellen, dass a l l e Steuerhinterzieher, ohne Ansehen der Person, des Ranges oder seiner politischen Stellung genannt werden. Dies war nämlich bei den bisher angekauften CD's n i c h t der Fall. So kritisiert der letzte Verkäufer der CD aus Liechtenstein in seinem Buch, dass zwar viele Millionäre an den Pranger gestellt und gerichtlich belangt wurden, dies jedoch sehr selektiv getan wurde. Hochgestellte Persönlichkeiten aus Politik und Justiz seien eben nicht belangt worden, so seine Kritik. Das bringt mich wieder zu der Frage der Unabhängigkeit der Judikative von der Exekutive. Solange die Generalstaatsanwälte der Länder weisungsgebundene politische Beamte sind, wird es in Deutschland eben keine unabhängige Justiz geben. Dies ist ein permanenter und eklatanter Verstoss gegen das Grundgesetz.

Monsieur Rainer


Tuesday, January 18, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Baby Doc in Haiti ?
Jean Claude Duvalier ist es als einem der wenigen Despoten nicht gelungen, sein gestohlenes Geld zu behalten. Er hatte einen derartigen Haugout, dass sogar die französische Regierung diesen Staatsverbrecher nicht in Saus und Braus an der Côte d'Azur leben lassen wollte. Der französische Militärgeheimdienst DGSE stellte ihm bei seiner Ankunft eine Bedingung für seinen Aufenthalt in Frankreich: Die Herausgabe aller geraubter Gelder. Man wollte sich nun wirklich nicht an diesem Herrn die Finger schmutzig machen. Da blieb dem Herrn, der übrigens nie durch besondere Intelligenz aufgefallen wäre, nichts anderes übrig, als sein Hab und Gut herauszurücken. Er sass dann einsam und verlassen im Café Soixantedouze auf der La Croisette in Cannes und schnorrte jeden um einen Café an. Irgendein Millionär erbarmte sich schliesslich und gab ihm eine Anstellung als Gärtner in seiner Villa in SUPER CANNES, Gemarkung Vallauris, Département Alpes-Maritimes. Nun riecht der Herr wieder frisches Geld in Haiti und will seinem Volk "helfen". Ein Schwein kann sich pudern und schminken, es bleibt ein Schwein!

Monsieur Rainer
Monday, January 17, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Le Front National (FN)
Gestern fand der Parteitag der Front National in Tours statt. Der wichtigste Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Präsidenten dieser Partei. Jean Marie Le Pen wollte aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antreten, er ist jetzt 82 Jahre alt und wäre demnach einem Präsidentschaftswahlkampf im Jahre 2012 wohl körperlich nicht mehr gewachsen.

Der alte Roublard hat sich gut abgesichert. Ganz ehemaliger Offizier im Algerienkrieg, wo er "bleibende" Eindrücke bei der FNL hinterlassen hat, regelte er seine Nachfolge und sein Auskommen. Er bleibt weiterhin Europaabgeordneter und Conseil Régional.

Seine Nachfolge hat er generalstabsmässig geplant. Zur Wahl traten an sein alter Rivale Bruno Gollnisch und seine 42 jährige Tochter Marine Le Pen. Es kam wie es kommen musste, Marine Le Pen wurde dank tatkräftiger Unterstützung ihres Vaters mit 68 % der Stimmen aller Delegierter gewählt. Jean Marie Le Pen liess sich zum Ehrenvorsitzenden wählen und hat somit das Recht, an allen Sitzungen des Parteivorstandes teilzunehmen.

Was heisst das nun für die nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahre 2012 ? Der Front National liegt bei den aktuellen Umfragen bei 18%. Das heisst, er wird natürlich nicht den künftigen Präsidenten der Republik stellen, jedoch, wie schon einmal bei der Wahl Jacques Chiracs im Jahre 2002, möglicherweise das Zünglein an der Waage sein.

Es ist durchaus im Rahmen der Möglichkeiten, dass der FN die Sozialisten beim ersten Wahlgang aus dem Rennen werfen kann und dann der französische Bürger erschreckt Nicolas Sarkozy als das kleinere Übel wieder zum Präsidenten wählt.

Monsieur Rainer
Monday, January 17, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Korruptionsskandale der Ära Mitterand
Lauraent Fabius, Dominik Strauss-Kahn und Roland Dumas wurden wegen Korruptionsskandalen in der Ära Mitterand juristisch belangt. Und um der Wahrheit die Ehre zu geben, alle von mir erwähnten Verteilungen der Angeklagten wurden letztinstanzlich aufgehoben und sind somit auch aus dem Cassier judiciaire entfernt worden. Ich achte nämlich auf solche juristischen Finessen, da ich dem Rechtsstaat verpflichtet bin.

Monsieur Rainer
Sunday, January 16, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Italien ist ein Rechtsstaat !

Was in Italien funktioniert sind die Justiz und die Verfassung. Die Untersuchungsrichter sind nicht weisungsgebunden, die Staatsanwälte trauen sich auch an hohe Tiere, die Polizei und der Militärgeheimdienst SISMI arbeiten unabhängig. Politiker sind in Italien nicht sakrosankt. Auch Giulio Andreotti und Silvio Berlusconi, Bettino Craxi und viele andere Politiker werden unnachsichtig verfolgt. Die Justiz hat gegen grosse Widerstände zu kämpfen, Richter riskieren dabei ihr Leben, nicht wenige Untersuchungsrichter fielen grausamen Mordanschlägen zum Opfer. Kann man dies auch von Deutschland sagen oder gibt es gar in Deutschland gar keine politische Korruption? Oder, was noch schlimmer wäre, gar keine unabhängige Justiz?

Monsieur Rainer
Sunday, January 16, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Zur Rechtslage in Sachen Assange
Ein internationaler Haftbefehl ist möglich, wenn bereits ein Haftbefehl in dem ausstellenden Land gegen einen Verdächtigen vorliegt. Dies ist hier nicht der Fall. Es existiert kein schwedischer Haftbefehl gegen Julian Assange! Es besteht lediglich eine Vorladung zu einer Anhörung. Die Ausstellung des internationalen Haftbefehls ist daher rechtsmissbräuchlich! Das ganze erscheint als der untaugliche Versuch, mit unlauteren Mitteln Assange nach Schweden zu verbringen. Sobald er dort eingetroffen ist, wird der schwedische Haftbefehl aufgehoben und Assange in die USA verbracht. Schweden ist beiweitem nicht das liberale Volksheim, als das es oft dargestellt wird. Es ist der Tummelplatz der internationelen Agentenszene. Bis heute wurden die Morde an dem schwedischen Ministerpräsidenten und an einer Aussenministerin nicht aufgeklärt. Ich habe da mehr Vertrauen in die britische Justiz!

Monsieur Rainer
Saturday, January 15, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag ": Dr. Merkel beobachtet Tunesien!
Welchen Einfluss sollte Frau Merkel wohl geltend machen? Sie hat keinen! Glaubt irgendjemand allen ernstes, dass sich der vom Volk direkt gewählte Präsident der französischen Atom- und Überseemacht sich von einer überambitionierten Pastorentochter aus der Uckermarck in das Hegemonial - Gebiet Frankreichs hineinreden lässt? Was im Maghreb und in den ehemaligen französischen Kolonien geschieht, wird alleine im Elyséepalast in Paris entschieden und sonst von niemand. Frau Dr. Merkel fabuliert, wie so oft! Niemand macht sich lächerlicher als er eben kann!

Monsieur Rainer
Saturday, January 15, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zum Artikel über Tunesien
Monsieur Rainer schrieb am 15.01.2011 um 10:29: Dieser Artikel erscheint mir, mit Verlaub und bei allem grösstem Respekt für die Autorin, etwas schnell und einfach gestrickt. Wenn Mediapart die Finger im Spiel hat, dann scheint eine gewissen Oberflächlichkeit garadezu programmiert zu sein. Ihr Anliegen ehrt die Autorin. Nun zur Sach-und Rechtslage: Der gesamte Maghreb, die ehemaligen französischen Kolonien, sowie die gesamte Francophonie, die sich im Zustand einer Scheinselbstständigkeit befindet, werden von Despoten von Frankreichs Gnaden regiert. Diese Oligarchen werden in Frankreich erzogen, besuchen die feinsten Pariser Universitäten und anschliessend die Grandes Ecoles, wie die Militäracademie Saint Cyr, die Ecole Militaire, die Science Po, die ENA, die INSEAD usw. Anschliessend werden sie vom Militärgeheimdienst DGSE fortgebildet und in den feinsten Villen Frankreichs geparkt. Herrscht Bedarf und ist der alte Clown Frankreichs am Ende, dann wird dieser Mann in sein Heimatland geschickt, um die Interessen Frankreichs zu wahren und zu mehren. Seine Entourage, egal ob Zivil- Polizei- oder Militär durchlaufen dieselben Academien in Frankreich. Der französische DGSE wurde von Charles de Gaulle gegründet, um die Ressourcen Frankreichs zu sichern. Zu diesem Zweck gründete der Militärgeheimdienst DGSE die ELF- Aquitaine, die das Mutterland Frankreich mit Öl, Gas und lebenswichtigen Rohstoffen versorgt. Der Despot bekommt natürlich seine Provision und hat nur eine einzige Aufgabe, nämlich die Macht Frankreichs in der Francophonie zu sichern. Wie er dies tut, ist seine Sache. Ben Ali hat den Fehler gemacht, seine Bevölkerung überdurchschnittlich gut ausbilden zu lassen. Es sind daher nicht hauptsächlich die Jugendlichen, die sich gegen die staatliche Willkür auflehnen, sondern die Akademiker, wie Ärzte, Anwälte, Chemiker usw. Der Aufruf von Mediapart, Anwälte nach Tunesien zu schicken, hiesse Eulen nach Athen zu tragen. Da etwa 600.000 oppositionelle Tunesier in Frankreich leben, traute sich Monsieur Sarkozy heute Nacht nicht, seinen Vasallen Ali in Le Bourget landen zu lassen. Sonst hätten in Paris heute die Barrikaden gebrannt. Dessen Familie darf jedoch sehr wohl in ihr Luxusappartement im feinen 16ème Arrondissement in Paris und in ihrer Villa an der Côte d'Azur logieren. Hat sich die Lage beruhigt, wird auch Ali wieder glücklich mit seiner Familie vereint. So läuft das seit 50 Jahren und so wird es immer laufen. Ist es nicht etwas blauäugig hier nach der kleinen Merkel zu rufen? Glauben Sie allen ernstes, dass sich der direkt vom Volk gewählte Präsident einer Atom- und Überseemacht von einer lächerlichen deutschen Kanzlerdarstellerin irgendetwas sagen lassen wird? Wie naiv!

Monsieur Rainer
Saturday, January 15, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Tunesien hängt von Frankreich ab !

Wer jemals geglaubt hätte, dass in den ehemaligen französischen Protektoraten, in den ehemaligen Kolonien oder in all den francophonen Staaten Afrikas irgend etwas entschieden wird, ohne dass Paris das massgeblich beeinflusst, der irrt. Die Elite in oben beschriebenen Staaten wird an den Grandes Ecoles Frankreichs ausgebildet und in ihre Ämter gebracht zur Wahrung ureigenster französischer Interessen. Diese Herren haben alle ein Bein in Paris, haben dort in den Edelquartiers ihre fürstlichen Gemächer und an der Côte d'Azur ihr Villen. Ihre privaten Bankkonten unterhalten sie allerdings meist in Genf. Trägt sich ein Despot nicht mehr, dann wird er von Paris abberufen und ein neuer Absolvent der Grandes Ecoles, der hier vorsorglich in Frankreich geparkt wird, wird von Paris mit oder ohne Unterstützung des Militärs eingesetzt. Das Offizierscorps wird an den grossen Militäracademien Frankreichs wie Saint Cyr oder der Ecole Militaire ausgebildet und gehorcht Frankreich aufs Wort. Der Maghreb ist das Rentnerparadies der französischen Bourgoisie und man kann sich darauf verlassen, dass diese französischen Wähler von den Gaullisten nicht im Stich gelassen werden. Gewalt, Zuckerbrot oder Peitsche, das entscheidet nicht eine maghrebinische Marionette, das entscheidet einzig und alleine der Elyséepalast in der Rue Faubourg Saint Honoré im 8ème Arrondissement von Paris! Ca y est!

Monsieur Rainer
Friday, January 14, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Maschmeyer und die Kleptokraten
Immerhin war es die ARD, die diesen Film zusammengestellt und ausgestrahlt hat. Sie zeigt die ganze Verlogenheit der deutschen Politik. Wer beim "Genuss" dieses Anschauungsmaterials noch nicht gemerkt hat, wo in Deutschland die Glocken hängen, dem ist nicht mehr zu helfen. Wer immer noch an die teilweise verlogenen Sprüche der Poltitiker glaubt, der sollte sich ein Märchenbuch kaufen. Diesen Politikern gebricht es oft an dem geringsten Gefühl für Anstand und Ehre. Ihnen scheint dabei manchesmal jegliches Unrechtsberwusstsein abhanden gekommen zu sein! Wacht endlich auf, Ihr Träumer, das ist keine Demokratie, das ist wohl eher eine Kleptokratie. Oder wie kommentierte der ehemalige Planungschef des Kanzleramtes diesen Film: " Das ist politische Korruption!"

Monsieur Rainer
Friday, January 14, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Ilse Aigner versteht nicht !

Sie will nicht verstehen, weil sie eben nicht die Interessen der Bürger vertritt, sondern ihr Aufgabe darin sieht, die Agrarindustrie zu schützen, zu mehren und zu verteidigen. Sie versteht nicht, warum es eine Straftat sein soll, wenn ein Futtermittelhersteller zur Gewinnoprimierung nicht noch ein bisschen Schmieröl unter das Futter mischen darf. Sie versteht nicht, warum das kriminell sein sol. Cosi fan tutte ! Deutschland ist der Schlachthof Europas, der mit Dumpinglöhnen und unwürdigen Arbeitsbedingungen, die in jedem anderen Land in Europa verboten wären, horrende Gewinne macht. 80% der Agrarsubventionen gehen an 20% der grössten Mastbetriebe mit bis zu 80.000 Schweinen. Was hat das alles noch mit Landwirtschaft zu tun? Das ist Industrie und der fühlt sich diese Regierung per se besonders verpflichtet. Der Bürger? Friss und stirb! Wir haben die Macht also machen wir es! Das ist es, was sie versteht!

Monsieur Rainer


Thursday, January 13, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Alterszorn ?

Woran mag das liegen, dass gerade wir älteren oft so wenig Geduld haben? Liegt es vielleicht daran, dass wir schon soviele Lügen gehört, soviel Scheinheiligkeit und Heuchelei gesehen haben? Liegt es vielleicht daran, dass wir auf Grund unserer Lebenserfahrung nicht mehr soviel glauben von dem, was uns Politiker täglich erzählen? Haben wir dabei ein déjà - vue - Erlebnis? Oder liegt es ganz einfach daran, dass uns die Zeit davon läuft und wir ständig das Gefühl haben, doch nichts mehr verändern zu können? Schwankt unser Gefühlszustand nicht ständig zwischen ohnmächtigem Zorn und Resignation ob der Einsicht, dass sich nie etwas ändern wird? Warum gingen soviel Alte bei Stuttgart 21 auf die Strasse? Soviele soignierte Bürger! Gestern Abend habe ich um 21 Uhr 45 in der ARD einen Film über Maschmeier, AWD, Veronica Ferres, Bundespräsident Wulf und Ex-Kanzler Schröder, sowie der ehemalige Bundesarbeitsminister Riester und dem Berater der Bundesregierung Prof. Rürup gesehen. Der ehemahlige Planungschef im Kanzleramt nannte diese Verflechtung "politische Korruption". Alle Achtung vor dem Mut der ARD. Dazwischen wurden immer wieder Menschen eingeblendet, die ihr ganzes Vermögen an die AWD verloren haben sollen. Ich hatte angesichts dieser Veranstaltung einen Traum: "Bei der Benefizveranstaltung des Herrn Maschmaier hätte ich so gerne mein altes Regiment dabei gehabt." Sind diese Träume altersbedingt?

Monsieur Rainer
Thursday, January 13, 2011
Mein Blog in " der Freitag " : Wie lange noch ?
Wie lange noch wird Deutschland von einer Kaste regiert, die Politik gegen den erklärten Willen der Mehrheit der Bevölkerung betreibt?

Wie lange noch werden sechs Millionen Arbeitsplätze vom Steuerzahler subventioniert? Ist es nicht vielmehr Aufgabe der Unternehmer, die Löhne der Mitarbeiter zu bezahlen? Sie sind sehr wohl in der Lage dazu, wie man an den sprudelnden Gewinnen der Betriebe und Konzerne sieht. Schaut ihr Bilanzen an!

Wie lange noch ist Deutschland ein Billiglohnland und der Schlachthof Europas, wo im Accord für Dumpinglöhne und unter menschunwürdigen Arbeitsbedingungen Massenprodukte für die Lebensmittelindustrie fabriziert werden?

Wie lange noch können Lebensmittelpanscher Dioxin- verseuchtes Futter an die Mastbetriebe verkaufen? Warum werden solche Futtermittelfabriken nicht auf der Stelle geschlossen, versiegelt und ihnen die Betriebsgenehmigung entzogen? Warum sitzt ein solch verantwortungsloser Unternehmer nicht in Untersuchungshaft?

Wie lange noch wird eine Agrarindustrie mit Milliarden von Euro vom Staat subventioniert, die es sich zum Ziel gemacht hat, möglichst schnell und möglichst billig zu produzieren. Dabei werden Mastbetriebe bis zu 80.000 Schweinen hochsubventioniert, während ökologisch verantwortlich arbeitende Betriebe klein gehalten werden. Ist denn nicht bekannt, dass 80% aller Agrarsubventionen an 20% der Mastfabriken ausbezahlt werden?

Wie lange noch leisten wir uns seine solche Überproduktion von Agrarprodukten, für die in Europa gar kein Markt da ist ? Wussten Sie, dass weit über die Hälfte der hochsubventionierten Lebensmittel in die Entwicklungsländer exportiert wird und damit die dort heimischen Bauern erwerbslos macht, weil sie mit diesen Dumpingpreisen nicht konkurrieren können. Resultat, die Agrarwirtschaft in den Entwicklungsländern verödet, die fruchtbaren Böden liegen brach und die Menschen hungern. Um unser Gewissen zu beruhigen, leisten wir unsinnige Entwicklungshilfe und Spenden, die dann auf den Genfer Konten der Diktatoren landen.

Wie lange noch stützen wir mit Milliardenbeträgen eine ausser Rand und Band geratene Finanzindustrie, die uns alle mit ihrer masslosen Geldgier und ihrer teilweise kriminellen Energie in den Abgrund reissen wird? Gleichzeitig feilschen die Politiker wochenlang darüber, ob die Ärmsten der Armen etwa 5 Euro mehr Unterstützung erhalten können und sich an den Suppenküchen der Wohlfahrtsverbände erniedrigen müssen.

Wie lange noch feiert die deutsche Industrie ihre Exporterfolge, die sie sich mit Billiglöhnen erkauft hat ? Und wo sind die deutschen Gewerkschafter, die dies alles aus ihren Limousinen und wohlgeheizten Vorstandsetagen mitansehen ?

Wie lange noch wird die Deutsche Bahn, die dem deutschen Volk gehört, dazu missbraucht, Haushaltslöcher in Höhe von 500 Millionen Euro zu stopfen, anstatt ihre Kunden preiswert, sicher, bequem und pünktlich von a nach b zu befördern? Warum will die Deutsche Bahn bei einer Verschuldung von zwölf Milliarden Euro für drei Milliarden Euro ein englisches Busunternehmen kaufen, obwohl das Geld dringend in die Renovierung der Züge und des Schienennetzes investiert werden müsste. Die DB ist ein Unternehmen der Daseinsvorsorge und hat sich nicht als Globalplayer aufzuspielen.

Wie lange noch werden Kriege in fernen Ländern gegen den erklärten Willen der Mehrheit des deutschen Volkes geführt? Wie lange noch werden die Deutschen mitansehen, dass trotz überschäumender Konjunktur immer mehr Schulden aufgenommen werden?

Wie lange noch werden die Deutschen es hinnehmen, dass gegen den erklärten Willen der Mehrheit in der Bevölkerung Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängert werden und Schrottmeiler weiter am Netz bleiben dürfen? Wie lange noch werden sich die Bürger mitansehen, wie gegen ihren Willen Endlager mit radioaktivem Müll “erprobt” werden, obwohl jederman weiss, dass diese “Erprobung” eine semantische Verballhornung ist.

Wie lange noch dürfen ehemalige Minister, Ministerpräsidenten und ausgemusterte Politiker in den Unternehmen Aufsichtsratsposten bekleiden, die mit dem Bau von Stuttgart 21 beauftragt sind ?

Wie lange noch, Ihr deutschen Bürger, lasst ihr Euch dieses ganze himmelschreiende Unrecht gefallen ? Wann steht ihr aus euren Fernsehsesseln auf, schaltet eure Computer ab und geht endlich auf die Strassen, um diesem Spuk ein Ende zu bereiten.

Wo, ihr deutschen Bürger seid ihr, wenn es darum geht, eure Bürgerrechte zu verteidigen, für angemessene Bezahlung für eure Arbeit zu demonstrieren, euer Recht als Bürger einzufordern?

Wie lange noch wollt ihr das alles noch hinnehmen?

Monsieur Rainer

Wednesday, January 12, 2011
Mein Kommentar in " der Freitag " : Die SPD fällt wieder um !
Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge und hört einfach irgendwann mangels Resourcen auf. Selten, dass ein Krieg "gewonnen" wurde. Sicher ist jedoch, dass ein asymentrischer Krieg von noch so viel Militär, Material und High-Tech nicht gewonnen werden kann. Beispiel Vietnam! Die Bundesrepublik ist aus Gutgläubigkeit, Naivität und Vasallentreue zu der untergehenden Weltmacht USA zu diesem Krieg gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Dabei hätte ein Blick in die Geschichtsbücher vor diesem Abenteuer warnen müssen. Alexander der Grosse hat das sofort begriffen und zog schleunigst ab, die Engländer haben einen fürchterlichen Blutzoll für ihre imperiale Arroganz bezahlt und die Russen haben schlicht die Hucke voll bekommen, um es einmal profan auszudrücken. Und da glaubt allen ernstes noch irgendjemand daran, dass man ohne Gesichtsverlust aus diesem Gemetzel herauskommt? Die Amerikaner glauben das schon lange nicht mehr, doch unsere Politiker sind zu feige, es sich einzugestehen. Der französische Kommandierende General der Militäracademien hat öffentlich darüber gesprochen, dass der Feldzug in Afghanistan der dümmste Krieg seit der Erfindung des Schiesspulvers sei. Als er deshalb vom Staatspräsidenten entlassen werden sollte, haben sich vom Generalstabschef abwärts alle Generäle mit ihm solidarisch erklärt und er blieb im Amt. Wo bitte hat Deutschland einen einzigen Offizier der Bundeswehr, der den Politikern ein beherztes und couragiertes NEIN entgegenschleudert? Der einzige ernstzunehmende Reserveoffizier der Bundeswehr, der Kabarettist Georg Schramm, hat die ganze Absurdität dieses Krieges anschaulich beschrieben. Wohl deshalb stand auch in seinem Führungszeugnis " Charakterlich zum Offizier nicht geeignet". Er wurde als Fähnrich entlassen und den Leutnantsstern hat man ihm noch hinterhergeworfen! Die Sozialdemokraten haben das Logo für diesen Krieg kreiert: " Die Sicherheit Deutschlands wird am Hindukusch verteidigt." Dafür wäre jeder Normalbürger in die Psychiatrie eingewiesen worden. Stehen die Taliban etwa in Lindau oder in Brandenburg? Doch die SPD schliesst nahtlos an die Gesetze für die Kriegsanleihen von Wilhelm II und an ihren leidigen Kriegsminister Noske an. Es gehört eben viel Mut dazu, auch einmal als FEIGE dazustehen. Dieser Krieg wird gegen die erklärte Mehrheit der Bevölkerung geführt. Und warum geht dann diese Bevölkerung nicht zu Millionen auf die Strassen?

Monsieur Rainer
Tuesday, January 11, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Ist Deutschland protestantischer geworden ?
Die FDP war für mich seit meiner Jugend ein gutes Korrektiv zum rheinischen Katholizismus und zur anerkennenswerten Sozialdemokratie. Garanten dafür waren Männer wie Heuss, Dehler, Flach, Hamm-Brücher, Baum und Hirsch. Wenn ich die heutigen Parteiführer der FDP mit diesen ehrbaren Männern der deutschen Demokratie vergleiche, dann fallen mir eher Männer aus den Etagen der Investmentbanken, Waren-Termin- Händler und Hedgefond - Manager ein. Was da in der Stuttgarter Oper am 6. Januar zu besichtigen war, glich eher einer Ansammlung von politischen Authisten. Möglich, dass die Republik preussisch-protestantischer geworden ist, was nichts gutes verheisst, aber per se nicht unbedingt abträglich sein muss. Ich glaube nicht, dass diese heutigen Politiker noch irgendwelche Anliegen oder Überzeugungen haben, weder positive, noch negative. Und daran gebricht es in Deutschland. Diese Politiker scheinen nur noch für ihren eigenen Machterhalt zu stehen. Und dies ist einfach nur noch trostlos anzusehen!

Monsieur Rainer
Tuesday, January 11, 2011
Mein Kommentar in der Zeit: Die geistigen Brandstifter in den USA

In Amerika herrscht eine Verrohung der politischen Sitten und des menschlichen Miteinander, die erschreckend ist. Sie unterscheidet sich nur noch sehr wenig von dem allseits um sich greifenden täglichen gewalttätigen Gegeneinander in der Bevölkerung. Mord und Totschlag sind zum täglichen Alltag geworden. Der Staat antwortet hilflos mit derselben Gewalttätigkeit: Mit der zu verachtenden Todesstrafe. Neonazis, tollwütige Waffennarren, pseudomilitärische Schiessclubs und eine geldgierige Waffenlobby verherrlichen die Gewalt. Politiker versuchen sich dadurch zu profilieren, dass sie Landkarten mit Fadenkreuzen markieren, die auf gemässigte Politiker zielen. Wen wundert es da noch, dass Wirrköpfe und Soziopathen dies als Steilvorlage und Legitimation verstehen, Blutbäder anzurichten. Wenn nicht schnellstens wenigstens die Politiker verbal abrüsten, dann wird das ein schlimmes Ende nehmen. Goebbels hat wahrscheinlich auch niemanden persönlich ermordet, aber er war der geistige Brandstifter für eine alles zerstörende Volksverhetzung. Gibt es in den USA keine juristischen Möglichkeiten, solche geistigen Brandstifter wie Sarah Palin und ihre Tea Party zur Rechenschaft zu ziehen?

Monsieur Rainer
Tuesday, January 11, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Die Deutsche Bahn
Die Bahn ist ein Unternehmen der Bürger. Sie hat also die Aufgabe, dem Bürger zu dienen. Sie hat den Bürger von a nach b zu bringen und dies einigermassen pünktlich, bequem und mit geringstmöglichem Risiko. Natürlich muss sie auch Wert auf Wirtschaftlichkeit legen. Sie ist jedoch nicht dazu da, Haushaltslöcher des Bundes zu stopfen oder für drei Milliarden Euro ein Busunternehmen in England zu kaufen und sich vom Logistikunternehmen zum Globalplayer aufzuspielen. Das ist nicht unser Auftrag an die Deutsche Bahn!

Monsieur Rainer


Monday, January 10, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Deutschland erlässt Afghanistans Schulden !
Afghanistan ist ein reiches Land! 1.Es verfügt über äusserst wertvolle Bodenschätze. 2.Afghanistan hat Geld zum Kauf von cirka 25% unserer Bundesanleihen. Einziges Problem dabei ist: Die Bodenschätze gehören bereits den Amerikanern und den Chinesen und das Geld befindet sich auf den schweizer Privatkonten der afghanischen Oligarchie. Und Herr Westerwelle ist ein politischer Authist!

Monsieur Rainer


Sunday, January 09, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Der Untergang des römischen Reiches
Man lese zu diesem Thema auch Emmanuel Todd. Der Untergang der Weltmacht Amerika ist gerade zur Besichtigung freigegeben. Die Parallelen zum Untergang des römischen Reiches sind frappierend. Peter Scholl-Latour nannte die USA "overstreched". Genau dies war das römische Reich und genau dies ist nun auch die USA. In Asien entstehen neue Weltmächte, die Wirtschaft hatte das längst verstanden, da hechelte Frau Dr. Merkel immer noch George W. Bush hinterher. Sie ist noch von einer Dankbarkeit für ihre Befreiung aus der sozialistischen Knechtschaft ergriffen, die wir Älteren längst hinter uns gelassen haben. Denn im Gegensatz zur Bundeskanzlerin haben wir Korea, Vietnam und die vielen schmutzigen Kriege in Lateinamerika gesehen, die die USA verbrochen haben. Wir sind gründlich geheilt von einem angeblichen amerikanischen Traum, der sich zum paranoiden Grössenwahn steigerte!

Monsieur Rainer


Sunday, January 09, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Was soll der Wutbürger denn wählen ?

Wählen ja! Aber zu anderen Konditionen! Niemand sollte sich der Wahl verweigern, jedoch er hat die Qual der Wahl. Ich plädiere dafür, dass zumindest die elementarsten Grundbegriffe einer freien und geheimen Wahl eingehalten werden, die da wären: Es werden nur noch Direktkandidaten zur Wahl zugelassen. Die Ministerpräsidenten sollten direkt gewählt werden. Die Minister haben sich vor ihrer Vereidigung einem parlamentarischen Kontrollausschuss zu stellen, dem sie in öffentlicher Sitzung alle ihre Einkünfte und Geschäftsverbindungen unter Eid offenzulegen haben. Alle Abgeordneten sorgen selbst für ihre Renten. Alle Landtagswahlen in allen Bundesländern haben an ein und demselben Tag stattzufinden. Durch Volksbegehren kann jeder Abgeordnete, Minister und jeder Ministerpräsident wieder abgewählt werden. Alle Abgeordnete, Minister und Ministerpräsidenten dürfen nur für maximal zwei Legislaturperioden gewählt werden. Die Grösse der Parlamente richten sich nach der Wahlbeteiligung! Unter diesen Mindestanforderungen an eine demokratische Wahl rufe ich zur lebhaften Wahlbeteiligung auf!

Monsieur Rainer


Sunday, January 09, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " zu dem Thema Sozialdienst für alle !
Für uns Franzosen ist Solidarität eine Selbstverständlichkeit. Solidarität ist uns Pflicht, sie bedarf gar keiner gesetzlichen Grundlage. Sie ist Staatsraison und basiert auf der französischen Menschenrechtserklärung. Es ist nicht Pflicht, dass ein gerade nicht Beschäftigter sich sozial engagiert und trotzdem tut er es. Es nicht Pflicht, dass ein Arbeitsloser den Zebrastreifen vor der Schule für den Autoverkehr sperrt, wenn Kinder zu ihren Bussen wollen und trotzdem tun das Tausende jeden Morgen, jeden Mittag, jeden Abend. Es ist nicht Pflicht, in den Hilfsorganisationen wie Restos de Coeur, Banque Alimentaire oder Medecin sans frontière zu arbeiten und trotzdem tun dies Millionen von Franzosen. Ich käme im Traum nicht auf die Idee, in meiner freien Zeit mich an den Strand zu legen, ich arbeite dann in einem Tierheim, oder in der Stadtbibliothek. Das tun viele Schüler mit mir als alten Herren gerne. Ich unterrichte Studenten in der deutschen Sprache und das freiwillig und ohne Bezahlung. Sie sind sehr wissbegierig und wollen alles über Deutschland wissen. Warum muss denn in Deutschland für alles ein Gesetz oder eine Verordnung her, sonst tut es keiner? Ich war lange beim Militär und helfe gerne bei Brandkatastrophen, soweit ich das noch kann. Viele Abiturienten gehen an den Feiertagen freiwillig zur Gendarmerie, um dort Notdienst zu verrichten. Aber wenn es darum geht, auf ihre "Rechte" zu pochen, dann sind die Deutschen schnell bei der Hand. Lustig dabei ist nur, dass es nur wenige Deutsche hören wollen, dass die ganze Welt die UNO-Resolution zur Strafbarkeit der Bestechlichkeit von Abgeordneten ratifiziert hat, nur Deutschland nicht. Bukina Faso schon! Lustig ist auch, dass es niemanden in Deutschland zu stören scheint, dass der Cour européenne de droit de l'Homme gerade ein bahnbrechendes Urteil über die mangelnde Trennung von Judikative und Executive gefällt hat und Deutschland reagiert gar nicht. Lustig ist auch, dass in Deutschland ein Fabrikant Millionen von Tonnen Schmieröl in Futtermittel mischen darf, tausende von Bauernhöfen wegen des Verdachts auf Dioxin in den Produkten geschlossen werden müssen und der Betrieb in Schleswig-Holstein ist weder versiegelt, noch sitzen die Fabrikanten in Untersuchungshaft. Haben die etwa so viele Parteispenden bezahlt? Niemand schreit deswegen auf, niemand demonstriert vor dem Fabrikgelände! Da scheint mir eine gewisse Hypokrisie im Spiel. Ich will es einmal ganz provokant sagen: Mein subjektiver Eindruck ist, dass Deutschland weniger ein Rechtsstaat, sondern schon eher ein Staat voller Rechthaber ist. Beispiel: In keinem Land der Erde wurden statistisch soviele Nachbarschaftsstreitigkeiten justiziabel wie in Deutschland. In Frankreich ist ein Mediateur der Kommune für so etwas zuständig, der solche Streitigkeiten durch einen Schiedsspruch erledigt. Nur so einige Gedanken am Rande. Ich komme mir in aller Bescheidenheit manchesmal vor wie weiland Heinrich Heine in Paris: " Denk ich an Deutschland in der Nacht......" Nun, es könnte mir alles egal sein, ich lebe hier bei Nizza und wir haben wahrlich unsere eigenen Probleme. Doch nun habe ich mich etwas eingemischt und schon Prügel bezogen. Ich bin etwas eingeschüchtert ob dieser Agressivität. Das hätte ich nicht erwartet. So wenig Umgangsformen, so wenig Manieren, so wenig Toleranz gegenüber Andersdenkenden? Ist das das Deutschland, das ich einst verlassen habe?

Monsieur Rainer
Saturday, January 08, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Gibt es Gott ?
Winston Churchill hat schon gesagt: "Erschöpfe das Thema, aber nicht die Zuhörer!" Mich erschöpft beides. Über das Thema zu diskutieren ist sinnlos, ich halte mich da lieber an die Physik und die schliesst solch hahnebüchenden Blödsinn wie Gott aus. Was kommt nach Gott? Die Religionen! Und gerade die sind es, in deren Namen die grössten Verbrechen der Menscheitsgeschichte begangen wurden. Conclusio: Kein Gott, keine Religionen, keine Tote in deren Namen!

Monsieur Rainer
Friday, January 07, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Die CSU und FDP plärren unisono !
Ist es auch Wahnsinn, so hat sie doch Methode. Meine Kraft versiegt ob des organisierten Wahnsinns. Nichts als Polemik, nichts als Schlagworte, nichts als Volksverdummung. Richtig ist folgender Sachverhalt und ich werde langsam müde, es immer und immer wieder zu wiederholen: Deutschland steht vor dem Staatsbankrott! Trotz Traumkonjunktur müssen Bund, Länder und Gemeinden mehr Schulden aufnehmen als je zuvor. Anstatt nun endlich den Staat radikal zu verschlanken und die feudalistischen Privilegien der höchsten Staatsdiener abzubauen, fabulieren die Politiker unisono von Steuersenkungen. Deutschland hat im internationalen Vergleich keine hohen Steuern. Deutschland hat ein Verteilungs - und Ausgabe - Problem!

Monsieur Rainer


Friday, January 07, 2011
Mein Kommentar in der Freitag : Westerwelles Rede war Satire !
Westerwelles Rede war Satire! Weder Georg Schramm, noch Urban Priol, noch Volker Pispers können so eine Rede noch satirisch überhöhen. Da versagt der beste Kabarettist! Anders, als durch die satirische Brille ist dies alles auch nicht mehr erträglich.

Monsieur Rainer


Friday, January 07, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Die FDP ist am Ende !

Herr Westerwelle ist ein politischer Authist! Seine Rede hat die ganze Kluft der deutschen Politik und dem Bürger aufgezeigt. Die Befindlichkeiten und Wahrnehmungen zwischen den Politikern und den Bürgern könnten unterschiedlicher nicht sein! Der Bürger lechzt nach mehr Demokratie und beklagt zurecht eklatante Demokratie - Defizite, während Herr Westerwelle eine Republik beschreibt, die es so gar nicht gibt. Die überschäumende Aussenhandelsbilanz ist erstens nicht der Verdienst der FDP und zweitens verheerend für die Nationalökonomie Deutschlands. Drittens ist sie nur erwirtschaftet worden, weil Deutschland zum Billiglohnland mit Dumpinglöhnen verkommen ist. In Deutschlands Schlachthöfen wird unter der Billigung der deutschen Gewerkschaften für ganz Europa in Sklavenarbeit bei menschenunwürdigen Zuständen gearbeitet. Sechs Millionen Arbeitsplätze werden durch Steuergelder subentioniert, um die Freunde der Politiker, nämlich die Unternehmer, zu entlasten. Das ist die Politik der Koalition aus CDU/CSU/FDP. Darauf will die FDP ihren "patriotischen Stolz" begründen? Auf den Suppenküchen der Armen? Die FDP gehört in den Orkus der Geschichte! Sie leidet an totalem Realitätsverlust. Nicht einmal den Anschein einer Bürgerrechtspartei gibt sie sich mehr! Sie ist schlicht zur Klientelpartei der Mächtigen degeneriert. Weg damit!

Monsieur Rainer
Thursday, January 06, 2011
Ein Leserbrief an mich in der Zeit : Zu gut, um ungelesen zu bleiben !
Sie stehen in einem Friedhof, Carlucci! Und klagen über das "große Sterben". Es zuckt und röchelt noch gelegentlich. Meint man. Doch schon am 5. Mai 1965 sprach der Journalist Paul Sethe in einen Leserbrief an den Spiegel die Trauerrede:

"Im Grundgesetz stehen wunderschöne Bestimmungen über die Freiheit der Presse. Wie so häufig, ist die Verfassungswirklichkeit ganz anders als die geschriebene Verfassung. Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten. Journalisten, die diese Meinung teilen, finden sie immer."

Fällt Ihnen auf, dass sich die Zahl 200 inzwischen auf unter ein Dutzend reduziert hat? Wovon wenigstens Einer derjenige war und ist, der Jahr für Jahr das Füllhorn der CIA-"Stiftungen" aus 300.000.000.- Us-Talern über die "freie Presse" der "freien Welt" ausschüttet, damit die dem Kaiser des Imperium Cocacolarum gewogen bleibt.
Sie suchen das Grab einer dieser Leichen?
Sie stehen gerade drauf.

Eine Foristin


Thursday, January 06, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Brief an die verehrten Foristen

Ich freue mich aufrichtig, dass es mir gelungen ist, mit diesem Blog eine intellektuell redliche und intelligente Leserschaft für dieses brisante Thema zu interessieren. Sehr gute Anregungen gingen von vielen Foristen aus, die uns allen, aber auch den Veranstaltern der Foren durchaus bedenkenswert erscheinen sollten. Insbesondere möchte ich der Anregung eines geschätzten Foristen zustimmen, dass gerade die ZEIT und der FREITAG wohl zu den journalistischen Höhepunkten in Deutschland gezählt werden müssen, alleine was das Onlineforum anbetrifft. Die Printmedien der ZEIT, der FAZ, der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG leiden alle unter dem Auflagenschwund und dem eklatanten Rückgang der Werbeblöcke, die letztlich die Zeitungen finanzieren. Trotzdem versuchen sie nach vor, hervorragende Qualität zu liefern. Umsomehr sollte, dies ist eine wohlgemeinte Anregung an die Chefredakteure der hier angesprochenen Zeitungen, dem Oneline - Forum noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wir Foristen sind die Käufer und die Kunden der Zukunft, nicht der soignierte Rentner, der noch die Zeit hat, die Printausgabe zu kaufen. Ausserdem liefern wir der Zeitung etwas, was der Printmedienkäufer gar nicht liefern kann: Wir sind ein Spiegelbild der Gesellschaft und tun unsere Meinung fast täglich kund. Ergo profitiert eine Zeitung doch von der Meinung der Foristen und sollte sie nicht von oben herab wie kleine Lausbuben behandeln. Oft vereint sich in einem einzigen Blog mehr Lebenserfahrung und mehr Wissen, als sich ein Journalist auf einer Universität je aneignen kann. Die Zeitungen dürfen auf keinen Fall den Fehler begehen, Meinung bilden zu wollen, sondern sie muss sich als Schwamm fühlen, der Volkes Meinung aufnimmt, sie umsetzt und journalistisch verarbeitet. Letztlich müssen die Bürger die Meinungführerschaft haben und nicht Zeitungen oder Politiker, was bedauerlicherweise oft gar nicht mehr zu unterscheiden ist.

Monsieur Rainer
Thursday, January 06, 2011
DAS GROSSE STERBEN DER ZEITUNGEN

In manchen Ländern der Welt beobachten wir ein Dahinsiechen von grossen Tageszeitungen. Oft sind diese Zeitungen aus dem täglichen Leben gar nicht mehr wegzudenken. Sie sind zu Institutionen geworden. Schon unsere Väter, unsere Grossväter, unsere Urgrossväter haben diese Zeitungen täglich oder wöchentlich gelesen. Grosse Herausgeber, oft sogar ganze Dynastien von sogenannten “ ZEITUNGSZAREN “ waren die Herausgeber oder Eigentümer dieser schon fast sakralen Institutionen.

Wäre aus einem der altehrwürdigen Clubs der englischen Aristokratie die TIMES überhaupt wegzudenken? Nein, gänzlich unmöglich! Gab es in den Kreisen der französischen Intellektuellen der Rive Gauche einen erlauchten Zirkel, ohne dass über den neuesten Artikel von LE MONDE diskutiert worden wäre? Könnte man sich Deutschland ohne die FAZ, ohne die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG oder gar ohne die ZEIT überhaupt vorstellen? Nein, es käme einer Verwahrlosung der Geisteswissenschaften und des wahren und grossen Journalismus gleich.

Und doch leiden auch diese grosse Zeitungen unter einem permanenten Leserschwund. Diese Zeitungen, diese Eckpfeiler einer jeden funktionierenden Demokratie haben neben ihrem wichtigen journalistischen Auftrag, ohne die eine gesunde Demokratie gar nicht existieren kann, natürlich auch ein merkantiles Interesse. Sie können nur existieren, wenn sie genügend Leser erreichen. Von den paar Cent, die eine Zeitung am Kiosk kostet, kann die Zeitung nicht leben. Sie könnte keine erstklassigen Journalisten bezahlen, sie könnte auch nicht in oft langwierige investigative Arbeit investieren, sie könnte keine Auslandskorrespondenten unterhalten, wenn sie nicht Werbeaufträge und Anzeigen schalten könnte. Davon lebt die Zeitung.

Gehen nun die Leserzahlungen zurück, verliert die Zeitung automatisch wichtige Anzeigenkunden und damit viel Geld und steht schon bald vor dem Konkurs. Erst vor wenigen Wochen hat ein russischer Oligarch seinem Sohn ein kleines Geburtstagsgeschenk gemacht: Er kaufte für sage und schreibe 50.000 Euro (in Worten: fünfzigtausendeuro) eine der ältesten französischen Tageszeitungen und schenkte sie seinem Filius. Der wollte immer schon mal Journalist spielen.

Verliert die Zeitung Geld und Leserschaft, sucht sie manchesmal ihr Heil im Anschluss an einen Zeitungskonzern. An der Spitze dieser anonymen Konzerne stehen aber keine Journalisten, sondern Juristen und Betriebswirte. Sie haben nur die Zahlen im Auge, die die Investition abwirft. Journalistische Qualität ist da oft eher zweitrangig. Es geht um SHAREHOLDER VALUE. Also wird gespart. Zuerst werden manchesmal die teuren Korrespondentennetze in den Hauptstädten der Welt abgebaut. Man setzt die wertvollen Korrespondenten oft gleich an die Luft, besonders gute Journalisten werden freiberuflich weiter beschäftigt. Wichtige Meldungen kauft man oft lieber bei Nachrichtenagenturen. Das ist billiger. Das mercantile Interesse der Zeitung gewinnt manchensmal die Oberhand über den Journalismus.

Wenn auch diese Mittel versagen, dann versuchen manche Zeitungen ihre Anzeigenkunden mit sogenannten ONLINE – Plattformen ihrer schwächelnden Printmedien bei der Stange zu halten. Sie stellen selbst eigene Kommentare ONLINE und laden die Leserschaft ein, dazu per Internet Stellung zu nehmen. Je höher die Beteiligung der Leserschaft in diesem ONLINE – Forum ist, um so besser lassen sich Werbebanner an die Anzeigenkunden verkaufen.

Manche ONLINE – Anbieter geben ihrer Leserschaft auch die Gelegenheit, eigene Blogs einzustellen, die dann von den anderen Foristen mehr oder weniger interessiert zur Kenntnis genommen werden und oft auch unter den Foristen lebhaft, ja sogar leidenschaftlich diskutiert werden. Je mehr Foristen sich an einem Thema abarbeiten, desto höher ist die Klickrate des ONLINE Forums. Diese Klickrate wird nun wieder von den Anzeigenverkäufern der Zeitung genutzt, um bei den Werbeagenturen, der Industrie, den grossen Versicherungen usw. nach gut dotierten Werbeschaltungen zu antichambrieren.

Die Foristen auf den ONLINE Ausgaben der Zeitungen reflektieren eigentlich einen Querschnitt durch die Bevölkerung. Es sind praktisch alle Altersgruppen, alle Berufsgruppen, alle Bildungsstufen, alle politischen Richtungen und auch einige besonders interessierte Kreise vertreten. Manchesmal spielen auch ganz ureigenste mercantile Interessen eine Rolle, die einen Foristen veranlassen könnten, sich auf einem ONLINE Forum zu profilieren zu suchen. Wer sollte es ihm verdenken, wo doch das ganze Forum auf Merkantilität basiert. Die Zeitungen bieten ja diese ONLINE Ausgaben nicht aus schierer Nächstenliebe an.

Die Foristen haben auch höchst interessante unterschiedliche Interessen. Das bietet eine grossartige Bereicherung des FORUMS. Manche Foristen sind politisch interessiert, manche neigen mehr naturwissenschaftlichen Themen zu, manche sind eher geisteswissenschaftlich interessiert. Den Betreibern der ONLINE Foren ist das einerlei, das wichtigste Ziel ist oft eben nur die Einschaltquote, nach der sich dann der Anzeigenpreis richtet.

Diese ONLINE Foren bedürfen natürlich einer gewissen Netiquette. Die Zeitungen achten darauf, dass Stil, Würde, Sittlichkeit und Anstand gewahrt bleiben. Das ist legitim und eine conditio sine qua non für das Gelingen eines ONLINE Forums. Es ist auch betriebswirtschaftlich nicht besonders aufwändig, die Einhaltung der Netiquette zu überwachen. Meistens benötigt man nur einen einzigen ausgebildeten Akademiker und stellt ihm einige Praktikanten zur Seite, die wenig kosten und es sich in ihrer späteren Laufbahn als Journalisten anrechnen dürfen, schon einmal ein Praktikum bei einer angesehenen Zeitung gemacht zu haben. Manche Anbieter von ONLINE Foren machen sich nicht einmal diese Kosten, sondern lassen diejenigen Journalisten, die den zu debattierenden Artikel in das Forum gestellt haben, selbst die Einhaltung der Netiquette überwachen. Auch das ist legitim, weil kostensparend.

Doch schwächelt ein Blog oder ein Artikel und findet bei den Foristen einfach nicht genügend Interesse, wie zum Beispiel in sogenannten Saure-Gurken-Zeiten, wie Weihnachten und Neujahr, dann greifen manche Veranstalter von ONLINE Foren zur Selbsthilfe. In ganz seltenen Fällen setzen sie sogenannte “Agent provocateure” ein, die Stimmung machen sollen. Diese AGENT PROVOCATEURE sind meist Angestellte der Zeitungen oder ONLINE – Foren, die sich selbst als Foristen unter die Foristen mischen. Sie sind oft leicht daran zu erkennen, dass sie irgendeinen Phantasienamen als Pseudonym verwenden, keinerlei Angaben zu ihrer Person machen und selbst auch nie einen Blog einstellen. Sie haben nur eine einzige Aufgabe: Provozieren, um die Klickrate und damit die Einschaltquote zu erhöhen. Erhöht sich die Einschaltquote, dann kann der Anzeigenverkäufer bessere Werbeaufträge zu besseren Konditionen mit den Werbeagenturen abschliessen. Ist der AGENT PROVOCATEURE verbrannt, taucht er einfach unter einem anderen Pseudonym wieder auf.

Das ist legitim. Wir sollten nie vergessen, bei den Zeitungen geht es oft um das nackte Überleben. Keine Klicks, keine Einschaltquoten, keine verkauften Werbebanner, keine Anzeigenverkäufe ergeben: Keine Zeitung, keine Journalisten, keine Arbeitsplätze, kein Gewinn an die Investoren, keine freie Presse, keine Demokratie!

Monsieur Rainer
Tuesday, January 04, 2011
ACHTUNG ! HINWEIS FÜR MEINE LESER !
Nachfolgender Kommentar in der ZEIT wurde vom Leiter des ZEITONLINE - FORUMS, Herrn Sebastian Horn, zensiert!

Monsieur Rainer
Monday, January 03, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Die Anonymität in den ONLINE - FOREN
Ich bin für Mindestanforderungen. Ich bin leicht zu lokalisieren. Mein Name, der auch in meinem Pass als Künstlername eingetragen ist, mein Wohnort, mein Département (06), mein Land, meine homepage, aus der jedermann entnehmen kann, was ich so treibe, wer schon alles über mich geschrieben hat. Dazu kommen zahlreiche Blogs, in denen ich aus meinem Herzen keine Mördergrube gemacht habe und sehr leicht räumlich, politisch und intellektuell einzuordnen bin. Liest man alle meine Blogs und Kommentare, kann man leicht erkennen, wo mein Elternhaus stand, in welches Gymnasium ich ging, welchem Beruf ich nachging, wo ich Soldat war und wie ich zu den Themen der Zeitgeschichte stehe. Das gereicht mir selten zum Vorteil, denn es macht angreifbar, wie ich immmer wieder leidvoll erfahren muss. Es sind nur zwei Ausnahmen in einem Heer von Foristen. Doch da wird gestänkert, gepöbelt, beleidigt und mich teilweise mit unverholenem Hass von Thema zu Thema verfolgt. Und das alles nur eben von zwei ! Foristen, die dieses von mir gewählte Licht der Öffentlichkeit scheuen. Sie erfinden einen Phantasienamen, geben keinerlei Bezug zu ihrer Persönlichkeit preis, stellen nie einen eigenen Blog ein, stellen sich damit selbst keiner Kritik, aber pöbeln sich von Blog zu Blog. Sie lassen kein Thema aus und bringen ihre abgeschlossene Halbbildung bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zur Geltung. Sie zitieren, was das Zeug hält, haben stets den passenden Link parat, wie die das bloss machen? Beispiel: Gestern stellte ich einen Blog ein mit dem Titel "Der Katzenmensch". Er war nun wirklich nicht angreifbar, denn er war ein rein perönlicher Bericht, wie ich damals zu meinen zwei kleinen Kätzchen gekommen sind, die nun mit mir alt geworden sind. Viele Foristen haben sich daran erfreut und steuerten ihre eigenen kleinen Erfahrungen bei. Es war eine liebevolle und selten entspannte Atmosphäre in dem Forum. Tierliebhaber unter sich halt. Auch so etwas tut doch so einem Forum auch einmal gut, gerade am Auftakt zu einem neuen Jahr. Denkste! Gerade diese beschriebenen Personen nahmen auch diesen völlig harmlosen, sehr persönlichen und einfühlsamen Artikel zum Anlass, wieder zu pöbeln und mich mit ihrem soziopathisch anmutenden Hass zu verfolgen. Ist das vielleicht noch normal? Nein, ich finde, das ist krank!

Monsieur Rainer
Monday, January 03, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Eine Hommage an Rainer Langhans
Er gehört einfach dazu. Ich mochte ihn, ich mag ihn und ich werde ihn mögen. Er hat so vieles auf sich vereint, was wir nicht ausgedrückt haben, nicht wollten oder nicht konnten. Entweder weil wir so erzogen wurden, weil wir zu spiessig waren, weil wir zu feige waren, weil wir zu angepasst waren, weil wir zu gewaschen waren, weil wir an so eine tolle Frau wir Uschi Obermeier selbst nicht herankamen, weil wir einfach zu integriert waren. Dieser Mann blieb sich immer treu. Wenn er jetzt vielleicht ein bisschen Geld genommen haben sollte, so soll es ihm vergönnt sein. Rainer Langhans ist nicht korrumpierbar und schon gar nicht von irgendeinem TV - Kanal. Wenn dieses TV-Macher das glauben, dann sind sie noch dümmer, als ich dachte.

Monsieur Rainer
Sunday, January 02, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zur Medienlandschaft in Deutschland
Wenn ich Ihren Beitrag richtig deute, dann scheinen Sie ebenso wie ich ratlos zu sein, ob der Allmacht der Politik und der allgemeinen Ohnmacht der Bürger. Wir haben leider in Frankreich, trotz einer völlig unterschiedlicher Streit-und Streikkultur, eine Fernsehlandschaft, die von TF 1, France 2 und France 3 völlig und noch direkter von der Politik dominiert wird, als in Deutschland. Der Staatspräsident ernennt in alleiniger Verantwortung, ohne jeglichen Fernsehrat, den Generaldirecteur der Fernsehanstalten und ruft ihn auch wieder ab, wenn ihm etwas nicht passt. Sie sehen mich auch in dieser Frage völlig ratlos. Eines ist klar, wenn Exekutive und Judikative schon nicht getrennt sind und dann auch noch die Medien gleichgeschaltet sind und von der Politik dominiert werden, dann geht die Demokratie den Bach hinunter. Sie steht in Frankreich und Deutschland ohne jede Ausnahme vor einer schweren Zerreissprobe. Wenn der Bürger das sogar erkennt, aber nicht aus seinem bequemen Sessel hochzukriegen ist, dann helfen auch die unterschiedlichsten Temperamente und Streikkulturen nichts mehr. Mir scheint, der Bürger resigniert ob der Allmacht der Politik, die sich immer mehr Rechte anmasst, die ihr gar nicht zusteht. Der Widerstand ist gering, die Politik hat wenig zu befürchten.

Monsieur Rainer
Sunday, January 02, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Kaufkraftverlust und Unternehmergewinne

Richtig, der SMIC bedeutet in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur (PACA) gar nichts, in Paris noch viel weniger als nichts, während man in der Corrèze und rund um Bourg-en-Bresse ganz gut davon leben kann. Die Inflations
statistiken sind eine einzige Fälschung.

"Les produits de consomation":

Coca + 23,08 %
6 Eier + 60,31 %
1 Liter Speiseöl + 90,63 %
1 Liter Evian + 38,30 %
Butter 250 g + 51,41 %
Camembert + 1,34 %
Baguette + 0,75 %
Nutella 400 g +100,85 %
1 L Milch + 59,74 %
Confiture 370g + 51,96 %

Quelle: NICE MATIN Ausgabe Montag, den 27. Dezember 2010

Das ist die Realität in Frankreich. Die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt sein 1992, die Löhne steigen nicht, doch die Unternehmer fahren Rekordgewinne ein. Das ist in Frankreich so und in Deutschland nicht anders. Was also läuft falsch? Wo sind die Gewerkschaften? Wuchtet eure vollgefressenen Ärsche aus den Limousinen und den Sesseln der Aufsichtsräte und tut endlich das, wofür ihr korrupten Arbeiterverräter bezahlt werdet: Geht auf die Strassen und streikt!

Monsieur Rainer

Sunday, January 02, 2011
Mein Artikel in der ZEIT : Der Katzenmensch

Ist es möglich, dass sich Katzenliebhaber auf der Strasse erkennen ? Meine Erfahrung sagt mir, ja, sie können. Sie schauen sich in die Augen, studieren sein Verhalten und erkennen: das ist ein Katzenmensch. Möglich aber vielleicht auch völlig absurd.

Eines ist jedoch gesicherte Erkenntnis: Katzen erkennen den Katzenmenschen an verschiedenen Merkmalen. Zuerst kommt natürlich der Geruch, den der Katzenmensch ausstrahlt, dann seine Körpersprache, seine Art der Begegnung mit der Katze, seine Art die Katze anzusprechen, sofort ihren Schmuse - Punkt zu finden, bei dem sie höchste GLücksgefühle entwickelt und zu schnurren beginnt. Meist liegt er irgendwo an der Ohrwurzel oder manchesmal auch unter dem Kinn.

Ich selbst habe vor 1994 nie eine Katze besessen, wobei schon dies eine semantische Fehlleistung ist. Eine Katze besitzt man nicht, die Katze hat sich für einen Menschen entschieden und sich ihn untertan gemacht. Eine Katze hat kein Herrchen oder ein Frauchen, sondern hält sich Personal.

Sie gibt dann viel Liebe, wenn sie es will und erwartet dafür eine Gegenleistung. Liebe, Zärtlichkeit, Wärme, schmusen, und erstklassiges Futter. Wenn sie dies alles erreicht hat und der Liebe und des Futters überdrüssig ist, zieht sie sich zurück. Und wehe man stört sie an ihrem von ihr selbst gewählten Rückzugspunkt, dann hagelt es ein Gefauche, Bisse und schmerzhafte Hautabschürfungen, die sie mit ihren scharfen Krallen austeilt.

Als meine Familie und ich in unser kleines Häuschen eingezogen waren, nahte schon Weihnachten. Was schenken Eltern ihren Kindern, das ist eine oft gestellt Frage. Das dümmste, was man einem kleinen Kind schenken kann, ist ein Tier. Das Kind weiss nichts von der Mentalität, der Seele und den Ansprüchen dieses Geschöpfes. Es freut sich riesig und verwechselt die Katze mit einem seelenlosen Spielzeug. Es spielt das süsse Kätzlein fast zu Tode und versteht nicht, dass das “süsse” Geschöpf irgendwann einmal genug hat von dem überschäumenden Spieltrieb des Kindes. Das Kätzlein zieht sich zurück und will in Ruhe gelassen werden. Das Kind ist enttäuscht, dass sein Spielzeug nicht mehr funktioniert und beginnt das lästige Vieh zu quälen. Das Kind hat die Lust an dem Spielzeug verloren.

Eine solches Kätzlein unseres Nachbarn stand an Neujahr vor unserer Haustüre und jammerte erbärmlich. Wir hatten keine Ahnung, wem das Tier gehörte, nahmen es aber auf. Die Notrufzentrale beriet uns, wie mir mit dem Tierchen umgehen sollten. Und so lernten wir unsere erste Katze kennen. Sie ist jetzt seit siebzehn Jahren bei uns und immer noch traumatisiert von ihren Kindheitserinnerungen. Sie läst sich niemals tragen, gar auf den Arm nehmen und strahlt doch soviel Liebe und Zuneigung aus, wie ich sie niemals von einem Menschen bekommen habe. Ich respektiere ihre Allüren und sie respektiert meine Launen. Wir haben uns arrangiert.

Sie ist aber auch nie in einem Katzenverbund aufgewachsen und daher katzenpsychologisch nicht sozialisiert. Daher entschlossen wir uns zwei Jahre nach ihrem Einzug, ihr eine Lebensgefährtin zur Seite zu stellen. Wir fuhren in ein Tierheim und wurden zu einem neuen Wurf von lauter schwarz-weissen Felix-Verschnitten geführt. Die kleinste unter den Kleinen hatte trotz ihrer Jugend bereits ein abgeschlossenes Studium des Marketing hinter sich gebracht. Offensichtlich war sie auch ihre Mutter und die vielen Geschwister leid. Sie erspähte mich, wandte sich von ihrer Brut ab und steckte ihre kleine Vorderpfote durch die Gitterstäbe. Damit winkte sie unaufhörlich und sprach mich an: “ Nimm mich mit, Alter, Du gefällst mir, ich denke, dass ich Dich in meinem Sinne erziehen könnte!”

Nun, ich war beeindruckt von ihrem Verkaufstalent und fragte den Pfleger, was er denn von diesem Kätzlein hielte. Er antwortete im typischen niçoiser Patois: “ Il bouche bieng, Mesié”, was so viel heissen soll wie, dass sich die Katze ganz gut bewegt oder eben sehr lebhaft sei.

Gut, ich spendete dem Tierheim 100 Francs und packte das kleine Kätzchen in den mitgebrachten Katzenkorb. Kaum zu Hause angekommen und dem Käfig entronnen, erspähte dies kleine Ding, das noch nicht einmal auf unser Sofa klettern konnte, einen Kratzbaum, erkletterte ihn und krähte: “Wow, I feel good!”

Die “alte” Katze erschrak sich zu Tode. Sie verharrte drei Tage und drei Nächte in der ersten Etage, ohne Futter und ohne Katzenclo. Sie wähnte sich dort sicher, denn die “kleine” konnte ja auch noch keine Treppen steigen.

Was soll ich sagen? Die “Kleine” hat der “Alten” alles gelehrt, was eine Katze so wissen muss. Jagen, betteln, fauchen, kratzen, Liebe abholen, uns allen auf die Nerven gehen. Beide sind unsere Emmerdeuses geworden und bestimmen unseren Alltag!

Wir wurden ein gelehriges und gefügiges Personal unserer Katzen.

Monsieur Rainer
Sunday, January 02, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Nur die Mutter entscheidet!

Niemand anders, keine Moralethik, keine Kirche, kein Staat haben sich in die moralische Verantwortung der Mutter einzumischen. Die Mutter ist ein sehr verantwortliches Wesen und verdient unser aller Respekt. Nur sie alleine kann entscheiden, ob sie einem vorraussichtlich behinderten Kind diese Welt zumuten will oder nicht. Nur sie alleine wird nämlich auch die Last und die Verantwortung zu tragen haben. Ist das Kind erst geboren, kümmert sich nämlich keine Kirche, kein Ethikrat und schon gar kein Staat mehr um die Nöte und Sorgen der Mutter oder um das Kind. Keine Mutter wird leichten Herzens sich für eine Abtreibung entscheiden und wenn sie es doch tut, dann verdient sie unseren Respekt, unsere Zuneigung und unsere Fürsorge für dieses traumatische Erlebnis im Leben einer Frau. Auch wenn sie sich für das Kind entscheidet und gerade dann, dürfen wir alle dieses Kind und diese Mutter niemals alleine lassen. Der Staat, die Kirche und die Ethikräte sollen sich gefälligst aus den intimsten Gefühlen einer Mutter heraushalten!

Monsieur Rainer
Saturday, January 01, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Ansprache aus einem fremden Land
Irgendein fremdes Wesen sprang mich gestern Abend aus meinem sonst so friedlichen Fernsehgerät an. Es sprach von Dingen, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Ich habe das Wesen nicht verstanden, es erging sich in Erkenntnissen aus einem anderen Land. Verstört schaltete ich so gegen 11 Uhr auf Phönix und ein wirrer Zausel mit noch wirrerer Haarpracht erzählte mir Dinge, die ich auf Anhieb verstand. Er erzählte von einem Land, das mir in Erinnerung ist und dessen Personal und Probleme ich sofort zuordnen konnte. Es konnte sich nur um Deutschland handeln. In keinem anderen Land dieser Erde klaffen die Realität und Wahrnehmung der Politiker so weit auseinander. Eine wahre Verheissung ist TILT mit Urban Priol. Ja, er hatte so recht, genau so hatte ich dieses Land in Erinnerung. Bleibt die Frage, wer war das Wesen, das da vorher aus dem Gerät zu mir sprach und von welchem Land sprach es?

Monsieur Rainer
Saturday, January 01, 2011