Blog 01.04.2011 - 01.06.2011

Solidarität

Heute morgen um 8 Uhr sind die Journalisten des französischen Fernsehens Hervé Ghesquière und Stéphane Taponier im militärischen Teil des Flughafens Villacoublay im Département Yvelines gelandet. Ganz Frankreich ist im Freudentaumel.

Was war geschehen? Meine beiden Kollegen von Reporters sans frontiéres sind vor 548 Tagen, also am 29. Dezember 2009, zusammen mit ihrem afghanischen Dolmetscher Reza in die Provinz Kapisa aufgebrochen, um eine Reportage für das französische Fernsehen zu machen. Sie haben sich nicht einem Konvoi des dort stationierten französischen Militärkontigents angeschlossen. Die Journalisten wollten so das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen, um offener mit den Afghanen sprechen zu können und mehr über Sinn oder Unsinn dieses Feldzuges zu erfahren.

Dies hat sich als verhängnisvoller Fehler erwiesen. Sie wurden von einer Gruppe von Taliban überfallen und in Geiselhaft genommen. Genau 18 Monate hat es gedauert, bis die Verhandlungen mit den Geiselnehmern zu einem erfolgreichen Ende geführt werden konnten. Immer wieder waren, zuletzt an Weihnachten 2010 die Übergabe des geforderten Lösegeldes gescheitert.

Die beide Geiseln hatten jedoch in den letzten Monaten mehrfach Kontakt zu ihren Angehörigen, die zuletzt am 23. Dezember 2010, von Präsident Sarkozy in den Elyséepalast eingeladen wurden, um an einer Videokonferenz mit Stéphane und Hervé teilnehmen zu können. So erlosch die Hoffnung nie, dass die beiden Journalisten und ihr afghanischer Dolmetscher tatsächlich noch leben und doch noch frei kommen würden.

Das französische Fernsehen, Reporters sans frontiéres, die französischen Medien und die gesamte französische Öffentlichkeit nahmen grossen Anteil am Schicksal dieser unglücklichen Menschen. Seit dem Tag der Geiselnahme am 29. Dezember 2009 gedachten alle französischen Sender am Ende ihrer Abendnachrichten den Geiseln, blendeten deren Bilder ein und zählten auf einer eigens eingerichteten Tafel die Tage der Geiselhaft. Jede französische Zeitung richtete eine Spalte auf der Titelseite mit den Bildern von Hervé und Stéphane ein. Seit Monaten ist der Arc de Triomphe nachts mit den Bildern der beiden Journalisten angestrahlt. Zahlreiche Konzerte und Events wurden von den Bürgern Frankreichs organisiert, um für die Freilassung der beiden zu demonstrieren und um Spenden für weitere Aktionen zu sammeln. Es gab keine Fussballspiel, keine Veranstaltung, kein Matsch der Rugbymannschaften, wo nicht vor Spielbeginn eine Schweigeminute für die beiden Journalisten eingelegt wurde. Deren Bilder wurden grossflächig auf den Boden der Stadien projeziert.

Gestern, so gegen 15 Uhr führte die Übergabe des geforderten Lösegeldes in Höhe von zehn Millionen Euro zum Abschluss einer erfolgreichen Aktion des französischen Militärgeheimdienstes DGSE. Die freigelassenen Geiseln wurden sofort mit einem Hubschrauber nach Kabul geflogen und in der französischen Botschaft einer ersten ärztlichen Untersuchung unterzogen. Sie sind wohlauf und gesund. Sie rasierten ihre Bärte ab, nahmen ein ausführliches Bad und telephonierten mit ihren Angehörigen.

Die Sitzung der französischen Nationalversammlung wurde sofort unterbrochen. Der Präsident gab unter stehenden Ovationen der Deputierten die Freilassung der Geiseln bekannt. In Paris und in den Heimatstädten der Journalisten Lille und Montpellier fielen sich die Menschen in die Arme. Die Patrons der Bistros gaben Champagner aus.

In der ganzen Zeit, bis heute, den 30. Juni 2011 um 10 Uhr war den deutschen Medien oder Journalisten dieses Grauen ihrer französischen Kollegen keine einzige Meldung wert.

Monsieur Rainer
Thursday, June 30, 2011
Mein Kommetar auf facebook zur "zweifelhaften Beweislage" gegen Ghadafi

Wenn es nach manchen total verbohrten Intellektuellen ginge, dann würden Sarkozy und Cameron vor das Kriegsverbrechertribunal gezerrt werden und Ghadafi bekäme den Friedensnobelpreis. Ball paradox! Selten so einen galaktischen Schwachsinn gelesen in der Fanpostille des akademischen Lumpenproletariats.

Monsieur Rainer
Wednesday, June 29, 2011
Ghadafi, ein sozialistischer Bruder und Opfer einer Verschwörung des Kapitals?

Es noch nicht lange her, da habe ich mich vehement dafür eingesetzt, den geknechteten Menschen in Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, Jemen und Iran im Kampf um ihre Freiheit, Menschenwürde und Bürgerrechte beizustehen.

Man benötigt aber offensichtlich 28 Semester Politologie oder Soziologie dazu, um in den deutschen Onlineforen zum Hardcore – Blogger oder Möwenpicker zu avancieren. Zu mehr hat es halt nicht gereicht. Einmal in die Welt hinaus zu fahren und sich dieses Leid und Elend anzusehen, das die Despoten, Kleptokraten und Massenmördern ihren Völkern antun, dazu sind diese Dauer – Kritikaster und Welterklärer weder bereit noch in der Lage.

Nun, da feststeht, dass es sich eben nicht um die von den Freizeit – Schreiberlingen als Terroristen, radikale Islamisten und Mitglieder von al – Quaïda denunzierten Revolutionäre handelt, sondern dass einfach nur gepeinigte Menschen eines geknechteten Landes gegen ihre Blut – Despoten aufbegehren, da erscheint es den Quotenbloggern auch überflüssig, sich bei den geschundenen Menschen zu entschuldigen. Sie haben nichts zurückzunehmen, denn sie haben sich ja ihre Meinung anhand der ihnen von interessierter Seite vorgekauten Nachrichten bereits gebildet. Eine Korrektur oder gar eine Entschuldigung bei den Opfern der Massenmörder erscheint den Hobbyjournalisten unnötig. Kurt Tucholsky hätte ihnen zugerufen: "Genossen schämt ihr euch nicht?“

Diese in allen Foren allgegenwärtigen Dauerblogger entblödeten sich nicht, sich mit der schlimmsten Fehlbesetzung im deutschen Aussenamt seit dem unsäglichen Joachim von Ribbentrop gemein zu machen und jubelten sogar noch Herrn Westerwelle zu, als er angesichts eines möglichen Absturzes bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg den SCHRÖDER geben wollte und sich im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen zum Gespött der ganzen zivilisierten Welt machte, als er sich bei der Abstimmung über die UN – Resolution gegen den Massenmörder Ghadafi der Stimme enthielt.

Nun sind die Wahlen in Stuttgart vorbei, die deutsche Aussen- und Sicherheitspolitik ist ein desaströser Scherbenhaufen, die Alliierten haben eingesehen, dass auf Deutschland kein Verlass mehr ist. Grössenwahn, Pickelhauben - Chauvinismus und Hasenfüssigkeit wechseln sich in der deutschen Aussenpolitik ab.

Der internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat nun nach eingehenden Ermittlungen einen internationalen Haftbefehl gegen den Menschenschlächter Ghadafi, seinen Sohn und seinen Schwager wegen schweren Menschenrechtsverletzungen an seinem eigenen Volk erlassen. Der NATO geht nach wochenlanger Dauerbombardierung der libyschen Söldner, Vergewaltiger und Verbrecher die Munition aus.

Und jetzt kommt Deutschland wieder ins Spiel. Es gibt etwas zu verdienen! Also liefern deutsche Fabriken und Rüstungskonzerne seit heute nun Waffentechnik, Munition und Bomben an die kriegsführenden Länder der NATO für den Einsatz in Libyen, den Deutschland vorher einschliesslich des gesamten akademischen Lumpenproletariats in den Onlineforen vehement abgelehnt hat. Hört man ein Schrei des Entsetzens der Chart – Blogger? NEIN!
Im Gegenteil! In den linken Medien wird nun auch noch die Rechtmässigkeit des internationalen Haftbefehls gegen den Massenmörder Ghadafi angezweifelt. Die Beweislast gegen den sozialistischen Bruder sei eher dürftig. Zum Beweis dieser abenteuerlichen These wird ein Amerikaner angeführt, der noch nie in Libyen war.

Es ist also nicht wahr, dass Ghadafi über alle Fernsehsender des Landes und über Aljazeerah den Aufständischen in Bengasi angedroht hat, dass er sie alle töten würde? Es ist also nicht wahr, dass Ghadafi einen mörderischen Vernichtungsfeldzug gegen sein eigenes Volk führt? Es ist also nicht wahr, dass er seine Truppen in die Flüchtlingsmengen im Hafen von Misrata schiessen liess? Dass er angolanische Söldner anheuerte, die mit den weltweit geächteten aus Uran hergestellten Hochgeschwindigkeitsgeschossen mit ihren Snipergewehren auf unschuldige Zivilisten schiessen lässt, dass ihre Körper wie Melonen platzen, die man aus dem fünften Stockwerk geworfen hat? Es ist auch nicht wahr, dass serbische Mietkiller die russischen MIG’s geflogen haben, die die Krankenhäuser bombardiert haben? Es ist auch nicht wahr, dass die libyschen Truppen mit Kanonen von Rheinmetall wahllos in die Wohngebiete der Städte geschossen hat?

Gab es also überhaupt keine Toten, die Ghadafi zu verantworten hätte? Ist die Beweislast angeblich wirklich so dünn, dass man es nicht wagen darf, einen Massenmörder international zur Fahndung auszuschreiben? Sind die Ankläger des internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag alles Hampelmänner, die nur von interessierten Kreisen gesteuert wurden?

Oder ist es nur das Öl, das die Franzosen, Engländer und die USA interessieren. Nehmen die nur die "angeblichen und frei erfundenen“ Menschenrechtsverletzungen als Vorwand, um sich das libysche Öl zu sichern? Was für ein abenteuerlicher Blödsinn. Ghadafi war immer ein verlässlicher Lieferant seines Öles. Er hat damit jährlich 40 Milliarden US – Dollar verdient. Warum sollten also die Industrienationen ein ölexportierendes Land überfallen, mit dem sie glänzende Geschäfte gemacht haben? Das ist die Absurdität auf die Spitze getrieben!

Allerdings hat Ghadafi seinem Volk wenig von seinem Reichtum abgegeben. Er hat es dafür lieber in den hochverschuldeten und bankrotten Industriestaaten investiert. Er hat Banken und Offshore – Company’s gekauft, die wiederum in europäische Industriekonzerne investiert haben, er hat Staatsanleihen von hochverschuldeten Industrienationen in Milliardenhöhe gekauft.

Wenn also die Aufständischen an die Macht kämen, dann wäre es wohl bald vorbei mit dem Geldsegen Ghadafis bei der UniCredito, die die BayernHyp und die Bank Austria besitzt. Dann würden die Petrodollars womöglich nicht mehr in Waffen von Rheinmetall, Kraus-Maffei und Heckler & Koch investiert. Dann würden vielleicht keine Gelder mehr in die Staatsanleihen bankrotter Industrienationen investiert, dann würden vielleicht keine Gelder mehr bei europäischen Banken – und Industriebeteiligungen landen. Die grossen deutschen und französischen Anlagebauer würden vielleicht keine Fabriken mehr in Libyen bauen, in denen kein Libyer einen Arbeitsplatz findet, sondern nur Billiglöhner aus Asien arbeiten dürfen.

Die Petrodollars würden vielleicht eher in Schulen, Krankenhäuser und in das völlig marode Sozialsystem in Libyen investiert werden. Daran verdient aber der Westen nichts!

Und deshalb darf Ghadafi nicht fallen? Und deshalb ist der internationale Haftbefehl nicht mit Beweisen zu unterlegen? Und deshalb denunziert man die geknechteten Menschen Libyens, die um ihre Freiheit und um das nackte Überleben kämpfen als islamische Terroristen?

Die linken Schreiberlinge, die nie einen Fuss auf libyschen Boden gesetzt haben, aber die Wahrheit gepachtet haben, machen sich zum Komplizen eines Massenmörders.

Das ist der Gipfel an Scheinheiligkeit, Heuchelei und Verlogenheit. Mich schüttelt es vor Ekel.

Monsieur Rainer
Wednesday, June 29, 2011
Mein Blog auf facebook: BOMBENSTIMMUNG

Es nicht noch nicht lange her, da habe ich mich vehement dafür eingesetzt, den geknechteten Menschen in Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, Jemen und Iran im Kampf um ihre Freiheit, Menschenwürde und Bürgerrechte beizustehen.

Man benötigt aber offensichtlich 28 Semester Politologie oder Soziologie dazu, um in den deutschen Onlineforen zum Hardcore – Blogger oder Möwenpicker zu avancieren. Zu mehr hat es halt nicht gereicht. Einmal in die Welt hinaus zu fahren und sich dieses Leid und Elend anzusehen, das die Despoten, Kleptokraten und Massenmördern ihren Völkern antun, dazu sind diese Dauer – Kritikaster und Welterklärer weder bereit noch in der Lage.

Nun, da feststeht, dass es sich eben nicht um die von den Freizeit – Schreiberlingen als Terroristen, radikale Islamisten und Mitglieder von al – Quaïda denunzierten Revolutionäre handelt, sondern dass einfach nur gepeinigte Menschen eines geknechteten Landes gegen ihre Blut – Despoten aufbegehren, da erscheint es den Quotenbloggern auch überflüssig, sich bei den geschundenen Menschen zu entschuldigen. Sie haben nichts zurückzunehmen, denn sie haben sich ja ihre Meinung anhand der ihnen von interessierter Seite vorgekauten Nachrichten bereits gebildet. Eine Korrektur oder gar eine Entschuldigung bei den Opfern der Massenmörder erscheint den Hobbyjournalisten unnötig. Kurt Tucholsky hätte ihnen zugerufen: "Genossen, schämt ihr euch nicht?“

Diese in allen Foren allgegenwärtigen Dauerblogger entblödeten sich nicht, sich mit der schlimmsten Fehlbesetzung im deutschen Aussenamt seit dem unsäglichen Joachim von Ribbentrop gemein zu machen und jubelten sogar noch Herrn Westerwelle zu, als er angesichts eines möglichen Absturzes bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg den SCHRÖDER geben wollte und sich im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen zum Gespött der ganzen zivilisierten Welt machte und sich bei der Abstimmung über die UN – Resolution gegen den Massenmörder Ghadafi der Stimme enthielt.

Nun sind die Wahlen in Stuttgart vorbei, die deutsche Aussen- und Sicherheitspolitik ist ein desaströser Scherbenhaufen, die Alliierten haben eingesehen, dass auf Deutschland kein Verlass mehr ist. Grössenwahn, Pickelhauben - Chauvinismus und Hasenfüssigkeit wechseln sich in der deutschen Aussenpolitik ab.

Der internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat nun nach eingehenden Ermittlungen einen internationalen Haftbefehl gegen den Menschenschlächter Ghadafi, seinen Sohn und seinen Schwager wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen an seinem eigenen Volk erlassen. Der NATO geht nach wochenlanger Dauerbombardierung der libyschen Söldner, Vergewaltiger und Verbrecher die Munition aus.

Und jetzt kommt Deutschland wieder ins Spiel. Es gibt etwas zu verdienen! Also liefern deutsche Fabriken und Rüstungskonzerne seit heute nun Waffentechnik, Munition und Bomben an die kriegsführenden Länder der NATO für den Einsatz in Libyen, den Deutschland vorher einschliesslich des gesamten akademischen Lumpenproletariats in den Onlineforen vehement abgelehnt hat. Hört man ein Schrei des Entsetzens der Chart – Blogger? NEIN!

Das ist der Gipfel an Scheinheiligkeit, Heuchelei und Verlogenheit.

Monsieur Rainer
Tuesday, June 28, 2011
Mein Blog in "der Freitag": Monsieur Taxi Taxi in der Psychiatrie


Der bekannte französische Comedien und Filmschauspieler Samy Naceri ist gestern vom Präsidenten des Tribunal correctionnel des Landgerichts Grasse in die geschlossene Psychiatrie des Hospitals von Nizza eingewiesen worden.

Es war einfach zuviel. Samy Naceri wurde gestern aus der Untersuchungshaft des Gefängnisses vorgeführt. Es sollte über eine Schlägerei am 17. Mai in einer Nachtbar in Cannes gegen ihn verhandelt werden. Ausserdem wurde ein Fall von Exhibitionismus angeklagt. Wie das? Am 22. Mai wollte eine seiner zahlreichen weiblichen Fans anlässlich der Filmfestspiele in Cannes vor dem Hotel Martinez in Cannes ein Autogramm des Schauspielers. Er beleidigte seine Fans auf das übelste, zog die Hose aus und zeigten ihnen seinen braungebrannten Popo.

Als der Richter zur Eröffnung der Verhandlung das Casier judiciaire (polizeiliches Führungszeugnis) verlesen wollte und dafür angesichts des langen Vorstrafenregisters von Samy Naceri einige Zeit benötigte, wars um die Selbstbeherrschung des sichtlich genervten Schauspielers geschehen. « Wenn das so weitergeht, bringe ich mich um », schrie er erzürnt und gleichzeitig verzweifelt in den Saal. Dem Richter und dem Staatsanwalt blieb gar nichts anderes übrig, als den ausser Rand und Band geratenen Angeklagten zu seinem eigenen Schutz in die Psychiatrie einzuweisen.

Vor einigen Monaten flüchtete Samy Nacery vor den unnachgiebigen Türstehern der Pariser Nachtclubs an die Côte d’Azur. In Paris kam er in kein Etablissement mehr hinein, denn wo er auftauchte, gab es Stunk. Also zog er nach Mandelieu bei Cannes, stets verfolgt von der französischen Justiz, bei der noch einige Rest - und Bewährungsstrafen offen hatte. Sechzehn Monate Knast sind alleine in Paris noch zu verbüssen.

Deshalb wird er auch bei dem neuen Film von Alexandre Arcady nicht die ihm angebotene Hauptrolle spielen können. Ausser seiner offensichtlichen psychischen Probleme leidet Samy Nacery auch noch an einer schweren Lebererkrankung und nimmt zahlreiche schwere Medikamente zu sich.

Am 4. Juli 2011 wird die Verhandlung vor dem Landgericht Grasse fortgesetzt.

Monsieur Rainer

Friday, June 24, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Merkel ist die Totengräberin Europas!

Griechenland ist unser europäisches Bruderland. Was Griechenland braucht ist ein zehnjähriges Schuldenmoratorium, eine Restrukturierung der öffentlichen Haushalte und ein Marshallplan. Nur die Lehre von John Mayanard Keyenes kann da helfen. Ein Kaputtsparen in die Rezession ist der falsche Weg. Wenn Griechenland fällt, dann gibt es eine Kettenrealtion in ganz Europa. Die grosse Idee eines Europa in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, ein geeintes und friedliches Europa ohne Grenzen ist in Gefahr. Statt mutiger Europäer haben kleingeistige Krämerseelen das Sagen. Frau Dr. Merkel ist die Totengräberin Europas!

Monsieur Rainer


Thursday, June 23, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" an einen Roger Tecumseh

@redaktion, Meine Quellen, Monsieur, gehen Sie solange einen Scheissdreck an, solange Sie sich hinter lächerlichen Pseudonymen verstecken und schon seit der ZEIT als Stalker an mir kleben, um jede meine Aussagen zu kritisieren, herabzuwürdigen und unglaubhaft zu machen. Und das ist das Ende der Séance! Gestern hatten Sie noch behauptet, dass der 18. Juni kein Gedenktag in Frankreich sei. Merkwürdig ist daran, dass in jeder Stadt Frankreichs die Präfekten, das Militär und sämtliche noch lebende Mitglieder Résistance an den Ehrenmälern der Opfer der deutschen Nazis aufgezogen sind, Kränze abgelegt haben und der Opfer des deutschen Terrors gedacht haben. Der französische Staatspräsident war auf dem Mont Valérien, um mit einer grossen Abordnung der höchsten Würdenträger Frankreichs der in diesem Fort von den Deutschen gefolterten und hingerichteten 1100 Kämpfer der Résistance feierlich zu gedenken. Aber Sie nehmen auch diese Verbrechen zum Anlass, alles was ich sage, in den Schmutz zu ziehen. Salaud! So und jetzt stehe ich Ihnen zur Verfügung, sollten Sie überhaupt satisfaktionsfähig sein. Hören Sie auf, mich mit ihrer schmutzigen klebrigen braunen Nazisausse zu überziehen!

Monsieur Rainer

Sunday, June 19, 2011
Mein Blog auf facebook : Es geschah heute vor 25 Jahren

Was bewegt die Franzosen heute mehr, als der tragische Tod ihres Idols Michel Colucci, der unter dem Namen COLUCHE zur Ikone Frankreichs wurde. Was hatte dieser Mann an sich, dass die Franzosen heute noch mit soviel Wehmut an ihn zurückdenken?

Coluche wurde am 28 Oktober 1944 als Michel Colucci in Paris geboren. Im Jahre 1970 feierte er Premiere im Kino mit dem Film "Le Pistonné" von Claude Berri. Im Jahre 1977 produzierte er seinen ersten und letzten Film: "Vous n’aurez pas l’Alsace et la Lorraine". Radio Monte Carlo engagierte ihn im Jahre 1980. Das war ein Fehler, denn er mokierte sich über das Fürstenehpaar, was sein Engagement bereits nach 15 Tagen schlagartig beendete.

Doch nun wurde er politisch. Er nahm das gesamte politische Establishment von rechts bis links auf die Schippe und stellte sich selbst bei den Präsidentschaftswahlen im Jahre 1981 zur Wahl. Unvergesslich waren seine Auftritte, zu denen er völlig nackt erschien. Noch unvergesslicher sind den Franzosen seine Worte in Erinnerung: « Avant moi, la France était coupée en deux. Avec moi, elle sera pliée en quatre! »

Im Jahre 1984 wurde Coluche der César als bester Schauspieler für den Film "Tchao Pantin" verliehen. Doch immer in unserer Erinnerung wird uns Coluche bleiben, da er 1985 die gemeinnützige Hilfsorganisation RESTOS DU COEUR gegründet hat, die heute mit einer Heerschar von Freiwilligen die Ärmsten der Armen mit Lebensmitteln versorgt. An seinen Suppenküchen mussten sich schon Millionen von Franzosen eine warme Mahlzeit abholen.

Unvergessen ist mir selbst ein Erlebnis am Place Contrescarpe im Pariser Quartier La Mouffe. Eine rollende Küche von Restos du cœur fuhr vor und wollte die Clochard versorgen. Es war Winter in Paris und das Quartier hinter dem Pantheon ist besonders abschreckend, wenn man nicht gerade zu den Maghrebinern gehört. Die braven Männer und Frauen von Restos du Coeur hatten einen unverzeihlichen Fehler gemacht, sie hatten zwar Baguette, warme Suppe, Wurst und Käse mitgebracht, jedoch den Rotwein vergessen. Vor der wütenden Meute der Clochards suchten sie schnell das Weite.

Genau heute vor 25 Jahren ist Coluche nur wenige Minuten von meinem Wohnort mit seinem Mottorad tödlich verunglückt. Es war der 19. Juni 1986. Heute pilgerten circa 1.500 Motoradfahrer an die Unfallstelle und gedachten dieses grossen Franzosen.

Monsieur Rainer
Sunday, June 19, 2011
Mein Blog in "der Freitag" und bei "facebook": Heute vor 70 Jahren

Ein dem französischen Volk bis dahin weitgehend unbekannter zwei - Sterne - General namens Charles de Gaulle rief die französische Bevölkerung über BBC London zum Widerstand gegen die Nazis auf. Seither ist neben dem französischen Nationalfeiertag der 18. Juni einer der höchsten Feiertage in Frankreich. In ehrendem Gedenken an einen grossen Franzosen und überzeugten Europäer hier der genaue Wortlaut seiner Erklärung, die in die Geschichtsbücher Frankreichs eingegangen ist:

"Die militärischen Führer, die seit vielen Jahren an der Spitze der französischen Streitkräfte stehen, haben eine Regierung gebildet. Unter Berufung auf die Niederlage unserer Armeen hat sich diese Regierung mit dem Feind in Verbindung gesetzt, um den Kampf einzustellen. Sicherlich waren und sind wir von der mächtigen Maschinerie, der Stärke der Land- und Luftstreitkräfte des Feindes überrollt worden. Viel mehr als ihre Anzahl sind es die Panzer, die Flugzeuge, die Taktik der Deutschen, die uns zurückweichen lassen. Es sind die Panzer, die Flugzeuge, die Taktik der Deutschen, die unsere Führer überrascht und dahin gebracht haben, wo sie heute stehen. Aber war das das letzte Wort? Muss deshalb die Hoffnung sterben? Ist die Niederlage endgültig?

Nein! Glaubt mir, mir, der um die Dinge weiß und euch sagen kann, dass für Frankreich nichts verloren ist. Dieselben Mittel, die uns besiegt haben, können uns eines Tages zum Sieg verhelfen. Denn Frankreich steht nicht allein! Es steht nicht allein! Es steht nicht allein! Es hat hinter sich ein riesiges Empire. Es kann sich mit dem britischen Empire zusammenschließen, das das Meer beherrscht und den Kampf fortsetzt. Es kann wie England unbeschränkt von der riesigen Industrie der Vereinigten Staaten Gebrauch machen.

Dieser Krieg ist nicht auf das unglückliche Territorium unseres Landes beschränkt. Dieser Krieg besteht nicht nur aus der Schlacht um Frankreich. Dieser Krieg ist ein Weltkrieg. Alle Fehler, alles Zögern, alle Leiden hindern nicht daran, dass das Universum alle Mittel bietet, um unsere Feinde eines Tages zu zerschlagen. Heute hat uns die Macht der Maschinen erschlagen, aber in der Zukunft können wir durch stärkere Maschinen siegen. Das ist das Schicksal der Welt. Ich, General de Gaulle, im Augenblick in London, rufe die französischen Offiziere und Soldaten auf, die sich in England aufhalten oder nach England kommen, mit oder ohne ihre Waffen, ich rufe die Ingenieure und die Facharbeiter der Waffenindustrie auf, die sich auf britischem Territorium aufhalten oder dorthin kommen, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Was auch immer geschieht, die Flamme der französischen Resistance darf nicht verlöschen und wird nicht verlöschen.

So wie heute werde ich auch morgen am Radio in London sprechen."

Hoch lebe Charles de Gaulle, die deutsch - französische Freundschaft und das vereinigte Europa in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Überlasst dieses Geschenk der Geschichte, dieses wundervolle Europa ohne Grenzen nicht den Krämerseelen unserer Zeit.

Vive la communité européenne !

Monsieur Rainer
Saturday, June 18, 2011
Die Totengräber Europas

Über hundert Millionen Tote und ein unbeschreibliches Leid und Elend hat der Chauvinismus und der Hass der Völker Europas im 20. Jahrhundert gekostet. GENUG, sagten sich aufrechte Männer nach dem Schrecken des zweiten Weltkrieges und setzten sich zusammen, um ein Papier zu entwickeln, das bahnbrechend für ein vereintes Europa werden sollte.

Im Jahre 1953 wurden die römischen Verträge geschlossen, im Jahre 1953 folgte die Menschenrechtserklärung, die bis heute die Grundlage eines Zusammenlebens der Völker in Frieden und Freiheit gewährleistet. Es wurde ein eurpäischer Gerichtshof, ein Cour européenne des droits de l’homme, eine europäisches Parlament, eine mehr oder weniger demokratisch legitimierte Kommission in Brüssel gegründet, die alles in allem viel mehr erreicht haben, als die Väter Europas je erwartet hatten. Die Grenzen wurden durch das Abkommen von Schengen eingerissen, die Reisefreiheit der Völker Europas wurde eingeführt.

Sogar eine gemeinsame Währung erhielt Europa, den Euro.
Und bei dieser Einführung des Euro wurden entscheidende Fehler gemacht. Man nahm alle damaligen Mitglieder in diese Eurozone auf, ohne genau zu prüfen, was das für nationalökonomische Auswirkungen für die Länder haben würde und ob sie überhaupt die Maastricht – Kriterien erfüllen. Es gab keine europäische Wirtschaftsregierung oder wenigstens eine ökonomische Koordination der europäischen Gemeinschaft.

Es war eine politische Entscheidung, die schwachen Länder in die Eurozone aufzunehmen. Die nicht demokratisch legitimierte EU – Kommission und die Politiker der Mitgliedsländer beschlossen die Einführung des Euro. Diese Kommission und die Politiker Europas sind aber alles mögliche, bloss keine Kaufleute oder gar Nationalökonomen. Es sind Juristen, Soziologen, Philologen, Politologen, Physiker, Theologen und Beamte, die sich anmassen, eine der grössten Wirtschaftsmächte der Welt führen zu können. Sie könnten nicht einmal eine Würstchenbude auch nur eine Woche führen ohne bankrott zu gehen.

Deutschland hat am stärksten von der Einführung des Euro profitiert. Es produzierte mit Billiglöhnen ohne einen gesetzlichen Mindestlohn wie fast alle Partner in der EU auf Teufel komm raus zu Preisen, die niemand mehr unterbieten konnte und überschwemmte die EU mit ihren Produkten.

Dadurch entstand ein gigantischer Aussenhandelsbilanz-Überschuss, der zu Lasten der ärmeren Länder ging. Die nationalen Volkswirtschaften von Portugal, Spanien, Italien und Griechenland halten diesem deutschen Wirtschaftsdruck nicht länger stand. Wenn Deutschland Obst, Oliven, Schafskäse und Salate billiger in die deutschen Filialen grosser Supermarktketten in die südeuropäischen Länder liefern kann, als der einheimische Bauer, dann verelendet Südeuropa unter dem Handelsdruck Deutschlands.

Und nun kommen die amerikanischen Ratingagenturen ins Spiel. Wie Aasfresser kreisen sie über den maroden Volkswirtschaften Südeuropas. Wie haben die Politiker getönt nach der Finanzmarktkrise? Sie wollten die Banken regulieren, sie wollten eine Finanzmarkttransaktionssteuer einführen, ja sie wollten sogar eine eigene europäische Ratingagentur eröffnen, um nicht länger von den Zocker – Launen der amerikanischen Ratings abhängig zu sein. Was ist daraus geworden? Nichts!

Stattdessen werden hilflos immer neue Milliardenhilfs-programme aus dem Boden gestampft, um den Staatsbankrott der Südeuropäer abzuwenden. Mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns hat das alles wenig zu tun. Wie auch? Die Politiker sind ja keine Kaufleute, sie haben noch nie etwas von Milton Friedmann oder John Maynard Keynes gehört oder gelesen.

Wie kann man diesen Europäern helfen? Durch Ausschluss aus der EU? Durch Wiedereinführung zum Beispiel der Lira, der Pesos und der Drachme? Durch grosse Sparpackete, die die Rezession der Länder noch verstärken? Durch chauvinistisches Gewäsch der deutschen Kanzlerin, dieses faule Pack solle mehr arbeiten, weniger Uralub machen und später in Rente gehen? Das ist alles volkswirtschaftlicher Unsinn, unsäglich dumm, menschlich niederträchtig und sachlich falsch!

Was diese Länder brauchen ist ein Abbau des deutschen Aussen-Handels-Bilanz-Überschuss durch gesetzliche Mindestlöhne in Deutschland, ein zehnjähriges Schuldenmoratorium und ein europäischer Marshall – Plan zur Wiederankurbelung ihrer Volkswirtschaften. Dies alles begleitet mit sinnvollen Sparmassnahmen, Repatriierung von Fluchtgeldern, einer strengen europäischen Bankenaufsicht und einer europäischen Ratingagentur.

Wer heute so grosskotzig über die Südeuropäer herzieht und sich wie kleine spiessige Krämerseelen aufspielt, der hat nichts verstanden von der grossartigen Idee der Gründerväter Europas. Ein Europa des Friedens, der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit unter den Völkern!

Die Politiker sind die Totengräber Europas!

Monsieur Rainer

Friday, June 17, 2011
Auszug aus meinem neuen Buch : WEHRT EUCH !
Wie lange noch wird Deutschland von einer Kaste regiert, die elementare Entscheidungen der Politik gegen den erklärten Willen der Mehrheit der Bevölkerung trifft?

Wie lange noch werden sechs Millionen Arbeitsplätze vom Steuerzahler subventioniert? Ist es nicht vielmehr Aufgabe der Unternehmer, die Löhne der Mitarbeiter zu bezahlen? Sie sind sehr wohl in der Lage dazu, wie man an den sprudelnden Gewinnen der Betriebe und Konzerne sieht. Schaut ihr Bilanzen an!

Wie lange noch ist Deutschland ein Billiglohnland und der Schlachthof Europas, wo im Accord für Dumpinglöhne und unter menschunwürdigen Arbeitsbedingungen Massenprodukte für die Lebensmittelindustrie produziert werden werden?

Wie lange noch können Lebensmittelpanscher Dioxin - verseuchtes Futter an die Mastbetriebe verkaufen? Warum werden solche Futtermittelfabriken nicht auf der Stelle geschlossen, versiegelt und ihnen die Betriebsgenehmigung entzogen? Warum sitzt ein solch verantwortungsloser Unternehmer nicht in Untersuchungshaft?

Wie lange noch wird eine Agrarindustrie mit Milliarden von Euro vom Staat subventioniert, die es sich zum Ziel gemacht hat, möglichst schnell und möglichst billig zu produzieren. Dabei werden Mastbetriebe bis zu 80.000 Schweinen hochsubventioniert, während ökologisch verantwortlich arbeitende Betriebe klein gehalten werden. Ist denn nicht bekannt, dass 80% aller Agrarsubventionen an 20% der Mastfabriken ausbezahlt werden?

Wie lange noch leisten wir uns seine solche Überproduktion von Agrarprodukten, für die in Europa gar kein Markt da ist?

Wie lange noch stützen wir mit Milliardenbeträgen eine ausser Rand und Band geratene Finanzindustrie, die uns alle mit ihrer masslosen Geldgier und ihrer teilweise kriminellen Energie in den Abgrund reissen wird?

Wie lange noch duldet ihr Deutschen, dass die Politiker wochenlang darüber feilschen, ob die Ärmsten der Armen etwa 5 Euro mehr Unterstützung erhalten können und sich trotzdem noch an den Suppenküchen der Wohlfahrtsverbände erniedrigen müssen.

Wie lange noch feiert die deutsche Industrie ihre Exporterfolge, die sie sich mit Billiglöhnen erkauft hat ? Und wo sind die deutschen Gewerkschafter, die dies alles aus ihren Limousinen und wohlgeheizten Vorstandsetagen mitansehen?

Wie lange noch wird die Deutsche Bahn, die dem deutschen Volk gehört, dazu missbraucht, Haushaltslöcher in Höhe von 500 Millionen Euro zu stopfen, anstatt ihre Kunden preiswert, sicher, bequem und pünktlich von a nach b zu befördern? Warum will die Deutsche Bahn bei einer Verschuldung von zwölf Milliarden Euro für drei Milliarden Euro ein englisches Busunternehmen kaufen, obwohl das Geld dringend in die Renovierung der Züge und des Schienennetzes investiert werden müsste? Die DB ist ein Unternehmen der Daseinsvorsorge und hat sich nicht als Globalplayer aufzuspielen.

Wie lange noch werden grundgesetzwidrige Kriege in fernen Ländern gegen den erklärten Willen der Mehrheit des deutschen Volkes geführt?

Wie lange noch werden es die Deutschen mitansehen, dass trotz überschäumender Konjunktur immer mehr Schulden aufgenommen werden? Sehen ihr nicht, dass die Lohnstückkosten für einen Politiker zu hoch sind?

Wie lange noch werden sich die Bürger ansehen, wie gegen ihren Willen Endlager mit radioaktivem Müll “erprobt” werden, obwohl jederman weiss, dass diese “Erprobung” eine semantische Verballhornung ist.

Wie lange noch dürfen ehemalige Minister, Ministerpräsidenten und ausgemusterte Politiker in den Unternehmen Aufsichtsratsposten bekleiden, die mit dem Bau von Stuttgart 21 und anderen Staatsaufträgen beauftragt werden?

Wie lange noch, ihr deutschen Bürger, lasst ihr euch dieses ganze himmelschreiende Unrecht gefallen ? Wann steht ihr aus euren Fernsehsesseln auf, schaltet eure Computer ab und geht endlich auf die Strassen, um diesem Spuk ein Ende zu bereiten.

Wie lange noch wollt ihr Deutschen von den elemarsten Grundregeln einer Demokratie ausgeschlossen bleiben?
Wie lange noch wollt ihr es hinnehemn, dass man euch eine Verfassung verwehrt?

Wie lange noch wollt ihr es hinnehmen, dass Deutschland nicht einmal die elementarsten Anforderungen an die Menschenrechtsrechterklärung von 1953 erfüllt: die Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative?

Wie lange noch wollt ihr Deutschen ein Gottesstaat sein, der von den Kirchen dominiert wird. Dies ist grundgesetzwidrig! Das Grundgesetz schreibt die Trennung von Kirche und Staat vor!

Wo, ihr deutschen Bürger seid ihr, wenn es darum geht, eure Bürgerrechte zu verteidigen und euer Recht als Bürger einzufordern? Habt ihr Deutschen keine Strassen, auf denen ihr für eure Rechte demonstrieren könnt?

Hört endlich auf, euch als devote Untertanen zu benehmen, die dem Staat zu gehorchen haben. Ihr habt niemandem zu gehorchen ausser euerm Gewissen! Der Staat, das seit ihr! Die Politiker sind eure Angestellten! Sie haben euch zu gehorchen!

Wie lange noch wollt ihr das alles noch hinnehmen? Ihr müsst die euch entrissene Macht zurückerobern. Solidartät, Bürgersinn und Zivilcourage sind gefordert.
Kämpft für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit! Zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands müsst ihr für eure Demokratie kämpfen. Das ist ungewohnt. Nehmt euch an den friedlichen Protesten in anderen Ländern ein Beispiel! Bleibt friedlich, leistet nur passiven Widerstand! Nur so könnt ihr etwas erreichen! Gebt den Mächtigen nicht den geringsten Vorwand, auf ihre Repressionsinstrumente zurück zu greifen und eure berechtigten Anliegen zu desavouieren.

Wehrt Euch endlich, sonst werden eure Kinder eines Tages auf eure Gräber spucken, wenn sie feststellen müssen, welches Erbe ihr ihnen hinterlassen habt.

Wer nicht handelt, wird behandelt!
(Willy Brandt)

Ihr werdet uns nicht los, wir euch schon!
(Der Autor)

Monsieur Rainer



Wednesday, June 15, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT: Nicht eine Zeile ist diese Show wert !

Amerika zelebriert die deutsche Bundeskanzlerin. Diese Show ist widerlich, scheinheilig und verlogen. Sie interessiert kein Mensch auf der ganzen weiten Welt. Keine Zeile oder auch nur ein 10 Sekunden Spot im TV - Geschäft ist dieser Besuch den internationalen Medien wert. Nur Deutschland scheint diesen Glanz und Gloria zu brauchen. Zumindest scheinen dies die Hofberichterstatter zu glauben. Doch beeindruckt das auch die deutschen Bürger?

Monsieur Rainer
Tuesday, June 07, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : VORSICHT !

Meine Lebenserfahrung sagt mir, wenn jemand so überschäumend freundlich ist, mich hofiert und umgarnt, obwohl ich ihm vor nicht all zu langer Zeit gehörig in die Suppe gespuckt habe, dann will der etwas von mir. Die USA wollen aus Afghanistan abziehen. Die USA wollen aus Libyen abziehen. Die USA brauchen dringend sehr viel Geld. Frau Dr. Merkel, das wird teuer!

Monsieur Rainer


Tuesday, June 07, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : DSK erklärt sich heute für "nicht schuldig"

Wem nutzt die öffentliche Hinrichtung des aussichtsreichsten Kandidaten für die französischen Präsidentschaftswahlen? Was hat das Zimmermädchen eines Fünf-Sterne-Hotels in der Präsidentensuite verloren, obwohl der Gast noch nicht abgereist ist? Wie kann das Zimmermädchen behaupten, dass sie den Gast nicht kennt, wo jeder Angestellte eines Hotels in dieser Kategorie gebrieft wird, wer die Suite gebucht hat und D. Strauss-Kahn im Foyer unter den Celebrities abgebildet ist? Was hat der alttestamentarische perp walk noch mit den Werten des aufgeklärten "alten" Europa zu tun? Fragen über Fragen! Amerika mir graust vor dir!

Monsieur Rainer


Monday, June 06, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Deutscher Chauvinismus nach Wilhelm II.

Das Gerede der deutschen Kanzlerin über die "faulen" Südeuropäer war auch nicht eben hilfreich. Es war sachlich falsch und politisch instinktlos. Am deutschen Wesen soll schon wieder die Welt genesen? Das Wilhelm II pur. Gerade die deutschen Aussenhandelsbilanzüberschüsse gingen doch zu Lasten der armen Länder. Wie soll denn ein griechischer Bauer noch seine Lebensmittel verkaufen, wenn LIDL dieselben Waren in vielen griechischen Städten billiger anbietet? Solange Deutschland keinen gesetzlichen Mindestlohn hat, ist es ein Billiglohnland und wird zum Schlachthof Europas. Der deutsche Boom kommt eben nicht bei den Arbeitern an. Er fliesst in die Taschen des Grosskapitals.

Monsieur Rainer
Monday, June 06, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zu Griechenland: Europa steht auf dem Spiel !

Wenn ein Betrieb vollkommen überschuldet ist, dann hilft nur rabiates sparen oder der Konkurs. Doch wenn ein EU-Mitglied bankrott ist, dann helfen zwar Ausgabenkürzungen des Staates beim Personal, doch in das Land muss investiert werden. Ein Marshall - Plan für Griechenland muss her. Das Land darf nicht kaputt gespart werden, man treibt es sonst immer tiefer in die Rezession. Es muss investiert werden, Fluchtgelder müssen durch Amnestien repatriiert werden, eine Aufbruchstimmung muss erzeugt werden. Griechenland bedarf unser aller Solidarität! Schon alleine der europäische Gedanke ist es wert, Griechenland nicht fallen zu lassen, denn wenn Griechenland fällt, stirbt Europa! Sechzig Jahre Frieden und Wohlstand für alle Europäer sind dann zu Ende.

Monsieur Rainer
Monday, June 06, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT zum Amerika Besuch von Frau Dr. Merkel

Eine politische Nicht-Schwimmerin wie Frau Dr. Merkel bedeutet noch keine Rettung für Barack Obama aus Seenot. Dieser pompöse Empfang in den USA hilft weder Präsident Obama, noch Kanzlerin Merkel. Man traut sich seit der verheerenden Entscheidung Deutschlands im Weltsicherheitsrat zu Libyen nicht mehr über den Weg. Der Rest ist Scheinheiligkeit, Verlogenheit und pomp duck and circumstances!

Monsieur Rainer


Monday, June 06, 2011
Neue Prügelorgie in Stuttgart? Der Apparat schlägt zurück!

Die CDU war in Baden - Württemberg länger an der Macht als Mubarak, Ghadafi, oder Syriens Clan al-Assad. Seit 60 Jahren hat sie alle Schaltstellen der Macht mit ihrem schwarzen Filz durchwirkt. Alle wichtigen politischen Ämter in den Ministerien, Polizeipräsidien, Regierungspräsidien, in der Justiz und in der Verwaltung wurden mit Anhängern, Duldern oder Mitläufern der CDU besetzt. Wer in Baden - Württemberg etwas werden wollte, der hat sich eben nach der politischen Decke gestreckt.

Nach 60 Jahren CDU - Herrschaft hatten die Schwaben und Badener genug von diesem schwarzen Filz und dessen Arroganz der Macht. Sie machten einen mutigen Schritt. Zum erstenmal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurde ein Grüner zum Ministerpräsident gewählt. Er stellte vor wenigen Tagen eine neue grün - rote Landesregierung zusammen. Die Ministerien erhielten eine neue Führung. Doch der schwarze Filz blieb. Es ist unmöglich nach 60 jähriger schwarzer Verödung in so kurzer Zeit eine neue Führungselite in allen Bereichen der Landesverwaltung zu installieren. Die Minister stossen auf einen ihnen feindlich gesinnten Verwaltungsapparat, der alles tut, um die neue Regierung zu schwächen, zu behindern oder gar zu desavouieren.

So muss man sich das Szenario bei der neuesten Prügelorgie in Stuttgart vorstellen. Die Polizeiführer der Bereitschaftspolizei in Bruchsal, Lahr oder Göppingen sind keine politischen Beamten und daher nicht auswechselbar! Da kann der neue Stuttgarter Polizeipräsident, der sehr wohl ein politischer Beamter ist, noch so mit Engelszungen auf seine Polizeiführer einreden und sie zu einer Bürgerfreundlichen Einstellung auffordern. Die rabiaten Schläger der Bereitschaftspolizei lassen jetzt erst recht ihre Wut und Enttäuschung über ihre verlorene politische Rückendeckung an den friedliebenden Demonstranten aus.

Diese erneute Prügelorgie aber der grün-roten Landesregierung anzulasten, wäre unfair und genau im Sinne der Schläger, die ihre Felle davon schwimmen sieht.

Der Apparat schlägt zurück!

Monsieur Rainer
Friday, June 03, 2011
Deutschland ist kein Rechtsstaat !

Die Politiker führen das Wort vom "freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat" bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit im Mund und tragen den sogenannten RECHTSSTAAT wie eine Monstranz vor sich her. Dabei gab es auf deutschen Boden noch nie einen Rechtsstaat! In der Kaiserzeit hatte Deutschland eine Klassenjustiz. In der Weimarer Republik war es eine diese Republik zutiefst verachtende Justiz, im III. Reich hatte Deutschland eine Verbrecherjustiz, in der Nachkriegszeit eine Wendehalsjustiz und heute eine von den Politikern gegängelte Justiz.

Der Generalbundesanwalt und seine nachgeordneten Bundesanwälte sind weisungsabhängige politische Beamte, die vom Bundesjustizministerium vorgeschlagen und vom Bundespräsidenten ernannt werden. Spuren sie nicht im Sinne der jeweiligen politischen Machthaber, dann können sie jederzeit wieder abberufen und in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Die Generalstaatsanwälte der Länder sind ebenfalls weisungsgebundene politische Beamte der Länder und können jederzeit wieder abberufen werden, wenn sie den Weisungen ihres Dienstherren, also dem Justizminister, nicht Folge leisten.

Deutschland hat keine politisch unabhängige Justiz!

Das Grundgesetz Deutschlands schreibt die Trennung von Exekutive und Judikative vor. Die Praxis sieht anders aus. Diese gesetzlich vorgeschriebene Gewaltenteilung existiert nicht. Zu diesem Thema hat der Kriminologe und bekannte Strafrechtsprofessor Prof. Dr. Peter - Alexis Albrecht folgendes ausgeführt:


ZITAT:


"Warum geht das nicht im gesamten Justizsystem? Gerade hier wäre Autonomie das Gebot der Stunde. Der Ruf der Richterverbände belegt das eindrucksvoll. Im Kern geht es um die Verlagerung der Personalhoheit weg von den Landesjustizministern (der Exekutive) hin zu den Richterwahlgremien und unabhängigen Justizverwaltungsräten (der Judikative). Demokratisch legitimierte Richterwahlen gibt es in 24 EU-Ländern. Nur in Deutschland, Österreich und Tschechien werden die justiziellen Kontrolleure noch von der zu kontrollierenden Exekutive bestellt:

Das ist ein rechtsstaatliches Ding der Unmöglichkeit.

Dies wäre allerdings nur ein erster Schritt. Darüber hinaus ist eine umfassende Reform im Justizsystem notwendig, wie es Richterverbände fordern. Wahre Unabhängigkeit ist erst möglich, wenn Auswahl und Ersternennung anhand nachvollziehbarer Kriterien geschähen. Beförderungen sollten durch Funktionszuweisungen auf Zeit ersetzt werden. Befähigungsbeurteilungen durch Vorgesetzte (im selben Spruchkörper!) würden damit obsolet. Wenn Bürger wüssten, dass Beisitzer ihre Rechtsprechung vom Wohlwollen des Vorsitzenden abhängig sehen, wäre der Ansehensverlust der Gerichte wohl noch größer. In der Befreiung der Dritten Gewalt von Karriereabhängigkeiten liegt der Hauptgedanke einer umfassenden Autonomie. Das sind insbesondere psychologische Effekte, die der Berufsrolle von Richter und Staatsanwalt den erforderlichen Rahmen böten. Furchtlosigkeit vor den Einflüssen Dritter, insbesondere vor Machteinflüssen, sind erst das Produkt realer Unabhängigkeitsgewähr. Das gilt für Richter und Staatsanwälte gleichermaßen, auch wenn das Grundgesetz derzeit nur den Richtern die Unabhängigkeit formal sichert.

Die Finanzkrise sollte jedem deutlich machen, wie wichtig diese Forderung ist. Die Spekulation Privater ist von allen Regierungskräften im Schulterschluss mit der Finanzwirtschaft entfesselt worden. Die Schäden im Bank- und Finanzsektor sind daher systemisch von der Politik mit verursacht worden. Das alles gehörte in die öffentliche Aufklärung eines Justizsystems, das unerschrocken gegen jedermann – also auch gegen Politiker – ermitteln müsste, wenn hinreichende Anhaltspunkte vorliegen, was eindeutig der Fall ist: Es geht um den Straftatsbestand der Untreue. Warum geschieht das nicht? Die Aufsicht über Finanzspekulationen in Landesbanken üben zahlreiche hohe politische Funktionsträger aus. Sie bestellen und führen durch Weisungen jene, die die Verantwortlichkeiten der politischen Aufsichtsräte in Ermittlungsverfahren strafrechtlich prüfen müssten. Wie kann aber ein Staatsanwalt gegen seinen Dienstherrn unabhängig ermitteln, wenn dieser sein Herr und Gebieter ist?

Der Jäger muss jagen, der Richter wägt ab. Unabhängigkeit für beide heißt nicht Komplizenschaft in der Durchsetzung des öffentlichen Strafanspruchs. Unterschiedliche Berufsrollen innerhalb des Justizsystems brauchen auch unterschiedliche Organisationsformen – in jeweiliger Unabhängigkeit. Entlässt man Staatsanwälte und Richter aus der Kontrolle der Exekutive, haben sie auch mehr Macht, das heißt auch mehr Selbstverantwortung. Sie müssten ihre Machtgrenzen – zum Beispiel durch eine Stärkung der Richterdienstgerichtsbarkeit, welche die Richter richten kann – deutlicher machen. Dazu gehört auch, dass dem Bürger ausreichender Rechtsschutz bei unabhängigen Gerichten eingeräumt wird, gerade während des Ermittlungsverfahrens.

Daran hapert es heute wie gestern.

Neue Prämissen einer gerechteren Sozialordnung, die den Einsatz einer von der Leine politischer Opportunität abgekoppelten Justiz eigentlich erst wirksam legitimieren, müssen indes andere einlösen. Die Überlebenschance einer sozial gerechten Gesellschaft liegt primär im Gelingen dieser demokratischen Herkulesaufgabe."

ZITATENDE

Ich habe zu diesem Thema gerade einen Politthriller mit dem Titel BLUTFREITAG geschrieben, der im Herbst auf den Markt kommt. Inhalt: Das Landeskriminalamt Stuttgart ermittelt einen ungeheuerlichen Politskandal, in den Banker, Industrielle, hohe Richter, Politiker und mächtige Medienzaren verwickelt sind. Der Generalbundesanwalt zieht auf Weisung des Bundesjustizministers die Ermittlungen an sich und schliesst die Akten. Keine Ermittlungen, keine Verhaftungen, keine Anklagen, keine Verurteilungen, keine Meldungen in den Medien. Schluss! Aus! Ende!

Sie denken vielleicht, der Autor spinnt? Falsch! Es gibt ein Beispiel für so einen Politskandal: Die französische Kriminalpolizei, der französische Chef der Untersuchungsrichter am Pariser Justizpalast, sowie der Genfer Generalstaatsanwalt haben umfangreiche Ermittlungen zum Komplex ELF - AQUITAINE angestellt und zu einer einzigen Anklage gegen hohe deutsche und französische Politiker, Industrielle und Geheimdienstlern zusammengefasst. Ergebnis: In Frankreich wurden Politiker, Industrielle und Mitglieder des französischen Geheimdienstes angeklagt und zu Freiheitsstrafen verurteilt. Und in Deutschland?

Der Genfer Generalstaatsanwalt hat die gesamten Ermittlungsakten an den deutschen Generalbundesanwalt zur Anklageerhebung übermittelt. Die Akten wurden einmal geöffnet und gesichtet und anschliessend versiegelt und in den Archiven der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe versenkt! Keine Anklagen, keine Verurteilungen, wenig Presse!


Deutschland hat keine politisch unabhängige Justiz, erfüllt also nicht die Kriterien des Grundgesetzes und schon gar nicht die Vorschriften der europäischen Verträge und Menschenrechtserklärungen!

Monsieur Rainer


Wednesday, June 01, 2011
Mein Kommentar in "der Freitag" zum Urteil in Sachen Kachelmann

Verehrter Herr Augstein, Ihr Artikel ist aller Ehren wert. Lassen Sie mich noch einige Punkte hinzufügen. Der Strafprozess in einem Verfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs oder einer Vergewaltigung zählen unter Richtern zu den gefürchtetsten Materien in der gesamten Strafjustiz. In der Regel kennen nämlich nur zwei Personen die Wahrheit: Der mutmassliche Täter und das mutmassliche Opfer. Der Rest muss durch Indizien angefüttert werden. Also sollten sich alle Zuschauer, Kommentatoren und vorallendingen die Presse davor hüten, vorschnelle Urteile, Parteinahmen oder Veröffentlichen zu verbreiten, wie dies gerade in diesem Fall in grossem Masse geschehen ist. Weder das Gericht, noch die Staatsanwaltschaft, noch die Verteidigung und schon gar nicht die Presse hat sich in diesem Verfahren mit Ruhm bekleckert. Vom amerikanischen perp walk im Verfahren gegen Dominique Strauss-Kahn wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst reden. Der perp-walk kommt einer öffentlichen Hinrichtung des Beschuldigten gleich! Die Beschuldigten werden in Amerika, wie auch in Deutschland dem Voyeurismus der Medien und der geifernden Öffentlichkeit zum Frasse vorgeworfen. Das französiche Recht bietet da eine Besonderheit. Es ist nicht erlaubt, einen Beschuldigten oder Angeklagten im Gerichtssaal zu filmen, er darf auch nicht in Handschellen vorgeführt werden. Auch das Opfer hat in Frankreich eine völlig andere Rolle als in Deutschland. Wir kennen nämlich hier in Frankreich das Adhäsionsverfahren in Vergewaltigungsprozessen. Das Opfer tritt als Nebenklägerin auf und wird durch einen Anwalt (Partie civile) vertreten, der dieselben Rechte wie der Verteidiger und der Staatsanwalt hat. Er kann Zeugen ins Kreuzverhöhr nehmen und am Ende des Verfahrens plädieren. Im Gegensatz zur deutschen Strafprozessordnung kann der französische Avokat im gleichen Rechtszug auch seine Kosten, Gebühren, Schadenersatz und Schmerzensgeld geltend machen, über die im Strafurteil vom erkennenden Gericht sofort mit entschieden wird. Schluss: Der Freispruch für Herrn Kachelmann war nach Anhörung der mündlichen Urteilsverkündung ein Freispruch zweiter Klasse. Ein dubio pro reo. Diesen Freispruch zweiter Klasse gibt es nach der Strafrechtsreform eigentlich gar nicht mehr und stellt einen Revisionsgrund dar. Entweder ist der Angeklagte der Tat eindeutig überführt oder eben nicht, dann ist er ohne dumme Seitenhiebe des Gerichtes schlicht und einfach freizusprechen. Punkt. Damit kann niemand zufrieden sein, denn der Schaden für den Angeklagten ist eingetreten. Das Opfer, wenn es denn eines wahr, muss ewig mit dem Vorwurf leben (vielleicht, oder auch nicht) gelogen zu haben. Der Angeklagte muss ewig mit dem Makel dieses zweideutigen Urteils leben, es sei denn der BGH hebt das Urteil auf. Recht ist eine subjektive Sache. Was der eine als Recht empfindet, ist für den anderen bitteres Unrecht. Wir alle haben keinen Anspruch auf Recht, wir haben allenfalls einen Anspruch auf ein Urteil.

Monsieur Rainer
Tuesday, May 31, 2011
Mein Blog in "der Freitag" und im "Facebook": Französische Umfragen

Das französische Meinungsforschungsinstitut BVA hat für Orange/RTL eine neue "Sondage" gemacht, die uns Franzosen doch etwas überrascht hat. Offensichtlich hat die Affäre Strauss-Kahn nicht den erhofften Befreiungsschlag für den amtierenden Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy gebracht.



Die Zahlen im einzelnen:

1. Wahlgang (Hypothèse A: Martine Aubry tritt für die Sozialisten an)

24% Martine Aubry (PS)

22% Nicolas Sarkozy (UMP)

17% Marine Le Pen (FN)



1. Wahlgang (Hypothèse B: François Hollande tritt für die Sozialisten an)

27% François Hollande (PS)

21% Nicolas Sarkozy (UMP)

17% Marine Le Pen (FN)



2. Wahlgang : Hypothèse A Aubry führt die Sozialisten in den Wahlkampf

59% Martine Aubry (PS)

41% Nicolas Sarkozy (UMP)



2. Wahlgang: Hypothèse B François Hollande führt die Sozialisten in den Wahlkampf

62% François Hollande (PS)

38% Nicolas Sarkozy (UMP)



Dies sind nur Umfragen, doch sie bedeuten einen enormen Ansehensverlust des amtierenden Staatspräsidenten!



Zur Affaire Dominique Strauss-Kahn gefragt, antworten die Franzosen:

53% glauben an eine Falle für Dominique Strauss-Kahn.

70% halten die entwürdigende Vorführung des Beschuldigten mit der im Jahre 1953 unterschriebenen europäischen Menschenrechtserklärung für nicht vereinbar.

83% meinen: dies sagt nichts über Schuld oder Unschuld von M. Strauss-Kahn aus!

Monsieur Rainer

Wednesday, May 25, 2011
Stimmen und Heckenschützen zu meinem Blog PERP WALK in "der Freitag"

Lieber Sachichma, Sie sollten meinen Blog nocheinmal mit viel Gelassenheit und kaltem Blut lesen. Ich habe mich mit keinem Wort dazu geäussert, ob M. Strauss-Kahn schuldig oder nicht schuldig ist. Mir kommt es bei diesem Blog nur darauf an, zu zeigen, dass die Unschuldsververmutung, die jedem Menschen zusteht, in verschiedenen zivilisierten Nationen unterschiedlich behandelt wird.

Der Vorwurf gegen Herrn Kachelmann ist derselbe. Gleichwohl ist er ohne jede Auflagen in Freiheit, hat seinen Schweizer Reisepass behalten und darf Deutschland während der Verhandlung jeden Tag verlassen. Es geht nicht um Schuld oder Nichtschuld, es geht nicht um den IWF/FMI und seine Arbeit, es geht um die Behandlung eines Beschuldigten, bevor ihn ein Gericht überhaupt angehört oder verurteilt hat. Bleiben Sie bitte bei der Sache! Wenn ich zu einem juristischen Thema Stellung nehme, dann sollten Sie auch mit der notwendigen juristischen Differenziertheit argumentieren. Alles andere ist neben der Sache! Ob das eine Verschwörung war oder ob M. Strauss-Kahn die Tat begangen hat, wissen weder Sie noch ich. Ich berichte lediglich, wie die Franzosen die menschenverachtende Vorführung von D. Strauss-Kahn empfinden. Und dies ist ein Fakt und er ist unbestritten. Die Zahlen können Sie hier in Frankreich überall nachlesen!

Cordialement
Monsieur Rainer


sachichma schrieb am 21.05.2011 um 00:03 Habe ich behauptet das der Typ schuldig ist, oder das er ein Opfer einer Verschwörungstheorie ist? Na also! Sie können einem schon toll das Wort im Mund umdrehen. Das ist fast so merkwürdig wie Reisen nach Libyen und Barettas auf dem Nachtisch.

Sie sind es doch der dies tut obwohl Sie wissen das die Franzosen in diesem Punkt nicht neutral sind. Nebenbei bemerkt, der Verdächtige ist Wiederholungstäter. Kachelman ist ein mieser Vergleich.

In Deutschland beträgt der Anteil der Gefangenen, die unter dem Verdacht stehen eine Straftat begangen zu haben, zwischen 12 und 23 %, je nach Bundesland. In Frankreich ist die Zahl, dieser noch als unschuldig anzusehenden Personen, noch höher. Untersuchungshaft oft auch damit begründet das Täter eine solche Tat wiederholen könnten. Nochmal: der Verdächtige ist Wiederholungstäter.


Monsieur Rainer schrieb am 21.05.2011 um 09:30 Also gut, dann lassen wir das halt. Eine sachliche Diskussion ist offensichtlich mit Ihnen nicht möglich. Sie geben vor, in Paris zu wohnen, sprechen aber weder ein Wort französisch, noch kennen Sie auch nur im Ansatz die Befindlichkeiten der Franzosen. Immer wieder beschimpfen Sie die Menschen an ihrem angeblichen Wohnort. Wochenlang geben Sie sich mir gegenüber als Frau aus und verstecken sich hinter einem lächerlichen Pseudonym. Solange Sie nicht mit offenem Visier mit mir reden, sind Sie nichts als ein Heckenschütze, der aus dem Hinterhalt auf mich schiesst. Erheben Sie sich nicht über mich mit Ihrer klebrigen Arroganz, sondern sagen Sie wer Sie sind, dann können wir, von Mann zu Mann, hier in Paris oder in meinem Heimatdorf Biot diskutieren. Sie haben meinen Namen und meine Adresse. Ich arbeite mit offenen Karten im Gegensatz zu ihnen.

Cordialement
Monsieur Rainer


Monsieur Rainer schrieb am 21.05.2011 um 12:55 Lieber sachichma, dann wollen wir einmal Ihre Argumentation sachlich analysieren:

1. Zu Ihrer Person:

a) an Ihnen ist alles falsch, der Name ist die Verballhornung der deutschen Sprache.

b) Ihr Signet ist ein angekupfertes Gemälde von Delacroix, das im Louvre hängt und von ihnen retouchiert wurde. Die Bildrechte an dem Gemälde haben Sie nicht, also ist das eine Urheberrechtsverletzung.

c) Sie geben sich wahlweise als Frau oder Journalist aus, was Sie nicht sind.

d) Unter Ihrem Namen gibt es nämlich keinen Eintrag im französischen Jounalistenverband.

e) Sie behaupten in Paris zu wohnen, sprechen aber kein französisch und kennen die französische Presse und Stimmung in der Bevölkerung nicht!

d) Der englischen Sprache scheinen Sie auch nicht mächtig zu sein, sonst hätten Sie nämlich einen kapitalen Fehler in meinem Blog entdeckt.

f) Die deutschen Sprache scheint ihnen Schwierigkeiten zu bereiten, denn ihre Kommentare strotzen nur so von Rechtschreibfehlern.

g) Ihre Manieren sind eher suboptimal! Maître Dominique Strauss-Kahn, Anwalt in Paris und Professor für Finanzwirtschaft bezeichnen Sie nur als den "Typ". Das ist Gossenjargon und entspricht nicht dem französischen Sprachgebrauch, Monsieur!

Zur Sache:

1. Mein Blog trägt den Namen PERP WALK.

2. Zur beanstandeten Unschuldsvermutung haben Sie in Ihren Kommentaren nichts beigetragen.

3. Sie erzählen etwas über eine Beretta und meine Reportagen in Libyen.

4. Was bitte haben die Dinge zu Ziff.3 mit dem Thema des Blogs zu tun?

Ich würde Sie gerne zu mir einladen, um dieses Thema bei einem Glas Wein auf meiner Terrasse zu diskutieren, aber weder Ihr Name, noch Ihre Anschrift sind mir bekannt. Eine homepage oder ein sonstiger Internetauftritt, der irgendetwas über Sie und Ihre Arbeit aussagt, ist nicht zu finden. Ergo haben Sie sich mit Ihrem unsachlichen und unqualifiziertem Gewäsch selbst desavouiert.

Cordialement
Monsieur Rainer


Hans Dirk schrieb am 20.05.2011 um 20:13
Cher Rainer
hier stimme ich Ihnen zu. Ich werde in meinem Leben nie die Vereinigten Staaten von Amerika betreten. Was von denen in regelmäßigem Abstand über den Teich schwappt - hat mit der europäischen Kultur nicht aber auch gar nichts zu tun. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kann nur existieren, wenn sie anderen etwas nimmt - ohne dafür zu bezahlen. Es kann kein Mensch so ohne weiteres Millionär werden, es sei denn er beutet andere aus - oder er ist Erbe. Was mich hier in Euroüa stört, dass alles was heute in den USA in ist, morgen von unseren Leuten in Europa als das Allheilmittel angenommen wird. Wir haben unsere eigene Kultur, wir brauchen die USA nicht - weder wirtschaftlich noch kultuerell.

Monsieur Rainer schrieb am 20.05.2011 um 20:58 Lieber HP, genau so sehe ich das, das haben Sie meinem Blog sehr richtig entnommen. Die Worte des hochgeachteten ehemaligen Justizministers von Frankreich Robert Badinter haben mich tief beeindruckt!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer


I.D.A. Liszt schrieb am 21.05.2011 um 00:57
Mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nach "alten" europäischen Massstäben hat das nichts zu tun. Nun ja, das ist auch der Fall, wenn man den gesuchten Staatsfeind Nr.1 duch die Sonderbehandlung einer Sondereinheit liquidieren [diese Begriffe sind mit Bedacht gewählt!] läßt, ohne ihm ein faires Verfahren einzuräumen, in dem immer noch in dubio pro reo gelten sollte...

Monsieur Rainer schrieb am 21.05.2011 um 09:19 Lieber Liszt, auch in diesem Fall stimme ich Ihnen zu. Osama bin Laden hätte nach den Haag gehört! Auch die Tötung eines Beschuldigten ist weder rechtsstaatlich noch hat es etwas mit Zivilisation zu tun. Das ist alt-testamentarische Rache, sonst nichts!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer


Monsieur Rainer schrieb am 21.05.2011 um 15:56
@sachichma

Und zum Schluss noch ein kleiner und kostenloser Rat von mir. Nennen Sie Maître Dominique Strauss-Kahn nie mehr einen Wiederholungstäter. Ein récidiviste ist nämlich nach französischem Recht lediglich eine Person, die rechtskräftig wegen einer ähnlichen Straftat vorbestraft ist. M. Strauss-Kahn war aber nie wegen einer solchen Straftat angeklagt oder wurde gar deswegen verurteilt. Insofern ist Ihre Verdächtigung, dass Herr Strauss-Kahn ein Wiederholungstäter wäre, nach dem Code Penal Artikel 226-10 der République Française eine "Dénonciation calomineuse". Ich zitiere wörtlich aus dem Strafgesetzbuch:

"La dénonciation, effectuée par tout moyen et dirigée contre une personne déterminée, d'un fait qui est de nature à entraîner des sanctions judiciaires, administratives ou disciplinaires et que l'on sait totalement ou partiellement inexact, lorsqu'elle est adressée soit à un officier de justice ou de police administrative ou judiciaire, soit à une autorité ayant le pouvoir d'y donner suite ou de saisir l'autorité compétente, soit aux supérieurs hiérarchiques ou à l'employeur de la personne dénoncée, est punie de cinq ans d'emprisonnement et de 45000 euros d'amende."

Ist es nicht praktisch, dass Sie Ihre Verleumdungen, Beleidigungen und Verunglimpfungen unter dem Schutz eines Pseudonyms machen können? Es hat also durchaus seinen Grund, warum Sie Ihre Deckung nie aufgeben. So lässt es sich leichter beleidigen und denunzieren, ohne dafür jemals zur Verantwortung gezogen werden zu können, n'est-ce-pas?

Cordialement
Monsieur Rainer


Sunday, May 22, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Unschuldsvermutung eines Beschuldigten

Verehrter Kollege, Ihre Argumentation ist wohltuend sachlich und nicht spekulativ. Wir alle kennen die Wahrheit nicht. 53 % der Franzosen glauben nach allen seriösen Umfragen an ein Komplott. Über 70 % meiner Landsleute sind angewidert von dem perp walk, also der bewussten Demütigung eines Beschuldigten durch seine öffentliche Erniedrigung. Das wird hier in meiner Heimat nicht der Beginn einer wunderbaren Beziehung zwischen Amerika und Frankreich. Ob der Mann schuldig oder unschuldig ist, scheint heute Nebensache. Die öffentliche Meinung hat ihn schon verurteilt. Die Medien haben ihn dem Voyeurismus des Fernsehpöbels preisgegeben. Das sind nicht die Werte der Aufklärung des "alten Europa". Das sind alt -testamentarische Riten, die wir überwunden haben. Die Unschuldsvermutung ist Teil der Zivilisation. Und die gilt für jedermann, egal welcher Hautfarbe, welcher Religion, welcher Nation und welcher Bildungsklasse er angehört.

Bien cordialement
Monsieur Rainer
Saturday, May 21, 2011
Mein Blog in "der Freitag" zur US - Justiz : Perp walk

In den USA wird es von amtlicher Seite, wie zum Beispiel von New York's Bürgermeister Bloomberg, offen zugegeben, dass der sogenannte perp walk, also die öffentliche Zurschaustellung eines Beschuldigten zum gängigen Justiz-Ritual gehört. Er dient zum einen dem medialen Bedürfnis des Voyeurismus und zum anderen soll der Beschuldigte so "weichgekocht" werden. Er soll gebrochen werden, um so leichter an ein Geständis zu kommen.

Mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nach "alten" europäischen Massstäben hat das nichts zu tun. Egal ob der Beschuldigte verurteilt oder freigesprochen wird, er wird medial gekreuzigt. Das sind mittelalterliche Riten, die uns Europäer abstossen!

Dieses Amerika hat sich damit hier in Frankreich keine neuen Freunde geschaffen!

Stimmen aus Frankreich dazu:

1. Der Philosoph Bernard-Henri Lévi: "Absolut widerlich"

2. Der ehemalige Kulturminister Jack Lang: " Mittelalterlicher Schandpfahl"

3. Der ehemalige Justizminister Robert Badinter: "Bewusste mediale Hinrichtung"

4. Nouvel Observateur: "Das amerikanische Volk und wir gehören nicht mehr derselben Zivilisation an!"

Die Stimmung ist aufgeheizt hier in Frankreich. Diese mediale Erniedrigung eines französischen Staatsbürgers hat den Gerüchten um eine Verschwörung gegen Dominik Strauss - Kahn neue Nahrung gegeben. Immer mehr Franzosen glauben so an ein Komplott gegen Strauss-Kahn. Nach den gestrigen Meinungsumfragen sind es inzwischen 53% der Franzosen, die an eine Falle glauben, in die DSK da gelaufen ist.

Das altestamentarische Gehabe der Amerikaner kann für die aufgeklärten Europäer nicht als WERT akzeptiert werden. Uns trennen Welten von diesen angeblichen Werten!

Amerika uns graut vor dir!

Monsieur Rainer
Saturday, May 21, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Der "pep walk" ist eine Schande Amerika's!

In den USA wird es von amtlicher Seite, wie zum Beispiel von New York's Bürgermeister Blomberg, offen zugegeben, dass der sogenannte Pep walk, also die öffentliche Zurschaustellung eines Beschuldigten zum gängigen Justiz-Ritual gehört. Er dient zum einen dem medialen Bedürfnis des Voyeurismus und zum anderen soll der Beschuldigte so "weichgekocht" werden. Er soll gebrochen werden, um so leichter an ein Geständis zu kommen. Mit einem rechtsstaatlichen Verfahren nach "alten" europäischen Massstäben hat das nichts zu tun. Egal ob der Beschuldigte verurteilt oder freigesprochen wird, er wird medial gekreuzigt. Das sind mittelalterliche Riten, die uns Europäer abstossen! Diese Amerika hat sich damit hier in Frankreich keine neuen Freunde geschaffen! Immer mehr Franzosen glauben so an ein Komplott gegen Strauss-Kahn. Nach den gestrigen Meinungsumfragen sind es inzwischen 53% der Franzosen, die an eine Falle glauben, in die DSK da gelaufen ist. Das altestamentairsche Gehabe der Amerikaner kann für die aufgeklärten Europäer nicht als WERT akzeptiert werden. Uns trennen Welten von diesen angeblichen Werten!

Monsieur Rainer


Friday, May 20, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zur politischen Situation in Frankreich

Cher confrère, Sie haben mit diesem eindringlichen Aufsatz exact die Stimmung hier in Frankreich wiedergegeben. Nichts ist gut in unserem Land! Die Affaire Strauss-Kahn hat die Franzosen zutiefst geschockt. Zum einen, weil es bei uns verboten ist, einen Beschuldigten derart dem Voyeurismus der Öffentlichkeit preiszugeben, zum anderen, weil wir in Strauss-Kahn unsere Hoffnungen gesetzt hatten. Er wäre der einzige Kandidat gewesen, der dem amtierenden Präsidenten Paroli hätte bieten können. Ob das allerdings eine Freude für die Franzosen geworden wäre, wage ich zu bezweifeln, da DSK alles andere, bloss kein Sozialist ist. Er ist ein gauche caviar, genau wie die von Ihnen geschätzte Entourage um Ségolène Royal, Jack Lang, Laurent Fabius, François Hollande. Die Klasse VOLTAIRE der ENA hat ihre Spuren hinterlassen. Doch was soll's? François Mitterand war auch kein Sozialist, doch immerhin ist ihm 1981 gelungen, die gesamte französische Linke hinter sich zu vereinen. Seine Wirtschaftspolitik war dann auch desaströs und hat Frankreich fast in den Ruin getrieben. Heute hätten wir trotzdem DSK gewählt, obwohl er eine beinharte Sanierungspolitik betrieben hätte, an der die Sozialisten wenig Freude gehabt hätten. Alles wäre gut ausser Nicolas Sarkozy. Auch einen weiteren Absolventen der Klasse Voltaire, Dominik de Villepin oder Monsieur Bayrou könnten wir uns noch vorstellen. Am allerliebsten wäre mir persönlich die ehemalige Untersuchungsrichterin Eva Joly. Doch so weit wird es das politische Establishment von links bis rehts nicht kommen lassen. Die Dame weiss zuviel über die Korruptionsskandale der herrschenden Oligarchie. Et alors? Aucune idée! Encore Sarkozy?

Bien cordialement
Monsieur Rainer
Thursday, May 19, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zu den Parolen von Frau Dr. Merkel

Sind die Deutschen schon wieder so weit? Ist das, was ihre Regierungschefin da auf einer Wahlkampfveranstaltung geblubbert hat, noch Populismus oder schon wieder der alte längst totgeglaubte Chauvinismus? Auf jeden Fall bedient sie die alten Ressentiments und grenzenlos dummen Parolen der Neo - Nazis! Die Argumente von Frau Merkel sind ausserdem sachlich falsch, menschlich schäbig und politisch grenzenlos dumm. Diese Verachtung, die die deutschen Revanchisten gegenüber den Südeuropäern an den Tag legen, wird den Deutschen noch schwer auf die Füsse fallen. Wilhelm der Plötzliche lässt wieder grüssen. Das kommte davon, wenn die Dame aus der Uckermarck immer nur ins spiessige Südtirol fährt, anstatt sie sich einmal mit der Realität der Südeuropäer auseinanderzusetzen. Diese Dame kann sich unserer Verachtung sicher sein! Die Deutschen sind auf einem wirtschaftlichen Höhenflug, den sie zu Lasten der ärmeren Länder auch noch fett und bräsig auskosten. Dieses Bild des dummen Boches glaubten wir längst überwunden.

Herzliche Grüsse aus Südfrankreich
Monsieur Rainer
Thursday, May 19, 2011
Eine Hommage an meinen Freund Jean - Paul Belmondo dit BEBEL

Goldene Palme der Fimfestspiele von Cannes für BEBEL!

Es war eine Überraschung, die keine mehr war. Alle Welt munkelte schon davon. Wenn sich der schwerkranke und halbseitig durch mehrere Schlaganfälle gelähmte französische Liebling der Frauen noch einmal in einen unbequemen Smoking zwängen sollte, dann musste es um etwas besonderes gehen. Also halfen ihm seine Freunde in das lästige Kostüm. Er hat Schmerzen, das fühlt man. Doch er ist BEBEL und daher nicht klein zu kriegen.

Seit sechzig Jahren erfreut dieser Mann, zuletzt in dem eher nachdenklichen Film "Ein Mann und sein Hund“, jung und alt mit seinen Filmen. Er hat ein bewegtes Leben hinter sich. Boxer, Cascadeur, Theaterschauspieler war er schon. In zahlreichen Filmen trat dieser Mann mit der "gueule" auf. Die besten Regisseure und Produzenten Frankreichs rissen sich um diesen Typ. Er verzauberte die Frauen mit seinem Charme, mit seinem augenzwinkernden Lächeln, mit seiner Sportlichkeit, mit seinen wagemutigen Kunststückchen und eben seiner gueule, seinem unnachahmlichen Lächeln. Die Männer begeisterte er durch seine Action – Filme, bei denen er sich selten doubeln liess. Sein Auftreten, sein Gang, sein freches Grinsen fegten alle Bedenken weg und füllte jeden Raum.

Nun ist er 78 Jahre alt, tempi passati, und verlässt das Foyer seines Lieblingshotels, wann immer er in Cannes an der Côte d’Azur ist. Das Hotel Martinez an der La Croisette ist seine "Kantine“, wie er zu sagen pflegt. Wenn man mit diesem Draufgänger spricht, dann spürt man sofort die Ernsthaftigkeit, die Seriösität und die grosse Sensibilität und Verletzlichkeit dieses aussergewöhnlichen Stars. Er gibt und gab sich nie als Star. Er ist trotz aller Erfolge, trotz seiner Berühmtheit immer ein zu jederman freundlicher und überaus höflicher Mann geblieben. Starallüren sind ihm fremd. Er verfügt über eine längst vergessene Tugend: Er hat glänzende Manieren. Was auch überraschend ist bei einem Action – Helden, ist seine unglaubliche Belesenheit und seine feingeistige literatische Bildung.

Er ist eine Kämpfernatur. Sein ganzes Leben, das ihn nicht immer verwöhnt hat, musste er kämpfen. Heute kämpft er gegen Krankheit, denn er musste nach seinem Schlaganfall erst wieder sprechen und gehen lernen. Er kämpft gegen falsche Freunde und um seine Tantiemen. Wie viele französische Leinwandstars unterschrieb er in der Blütezeit seines Schaffens Verträge, die ihn nur für die Produktion des Filmes entlohnen aber nicht für die Vervielfältigungs- und Wiederholungsrechte. Er ist also kein reicher Mann.

Die Menschen lieben ihn so wie er ist, das entschädigt BEBEL für alle seine Sorgen und Schmerzen. So steht er nun auf dem weltberühmten roten Teppich des Palais de Festival von Cannes, in seinen Smoking gezwängt, sich mit der einen Hand auf seine neueste Ehefrau Barbara Gandolfi, mit der anderen Hand auf seinen Krückstock gestützt und setzt sein weltberühmtes Grinsen auf. Was für eine gueule!

Sie sind alle gekommen, um ihn zu ehren, Jean Rochefort, Paul Vernier, Charles Gérard, Claudia Cardinale, sein Lieblingsregisseure Georges Lautner und Philippe de Broca, Claude Lelouch und natürlich auch la nouvelle génération Antoine Duléry und Samy Nacéri. Am Ende der feierlichen Verleihung der Palme d’or der Filmfestspiele von Cannes steht Bebel auf der Bühne und schwenkt seinen Krückstock:

"Je suis très ému par cette palme qui me va droit au coeur. Voilà!“


Monsieur Rainer
Wednesday, May 18, 2011
Mein Blog in "der Freitag" : Sarko se frotte les mains!

Ganz Frankreich hasst ihn. Er hat unüberwindliche Minderwertigkeitskomplexe, die er durch sein Amt kompensiert. Das Amt des französischen Staatspräsidenten schien in weite Ferne zu rücken. Eine Wiederwahl schien ausgeschlossen. Nicolas Sarkozy lag in den Umfragewerten weit abgeschlagen noch hinter der Rassistin der Front National, Marine Le Pen. Tiefer kann man eigentlich nicht mehr sinken!

Da kommt ein Mann daher, der all das hat, wonach sich Sarko so sehr sehnt: Die Menschen in Frankreich lieben den Bonvivant Dominik Strauss-Kahn. Und Sarko musste hilflos zusehen, wie diesem Pseudo - Sozialisten und Gauche caviar die Herzen zuflogen, obwohl der wahrscheinlich eine noch viel härtere Sparpolitik durchgesetzt hätte, als es Sarko schon versucht hat.

Doch nun scheint dem kleinen Mann im ehemaligen Liebesnest der Madame Pompadour, dem Elyséepalast, auf einmal alles zu gelingen. Sein ärgster Widersacher, der in der Lage gewesen wäre, ihm all seine Insignien der Macht zu entreissen, sitzt in einer schmutzigen Gefängniszelle auf Rikers Island. DSK musste sich wie ein Hinterhofjunkie in Handschellen vor der ganzen Weltöffentlichkeit vorführen lassen, obwohl seine Schuld noch gar nicht bewiesen ist.

Und heute wird auch noch bekannt, dass die dritte Ehefrau von Klein - Sarko, die bekannte Sängerin, Schauspielerin und schwerreiche Milliarden Erbin des Bruni - Tedesci Clans, Carla Bruni - Sarkozy, im Alter von 43 Jahren schwanger geworden ist.

Voila, DSK ist versenkt wie weiland die Rainbow Warrior von Greenpeace, die Dynastie Sarkozy-Bruni ist gesichert und einer Wiederwahl in den Elyséepalast steht nichts mehr im Wege. Die Franzosen hassen ihn immer noch, doch eine Alternative ist weit und breit nicht in Sicht. So muss man halt mit dem kleineren Übel weiterleben.

Der kleine Mann im Glück!

Monsieur Rainer
Tuesday, May 17, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : USA, das Land der ausgespuckten Sektierer

Lieber HP, das "alte" Europa ist entsetzt, wie hier mit dem Grundprinzip der zivilisierten Welt, nämlich der Menschenwürde und der Unschuldsvermutung umgegangen wird. Die Bilder gingen um die Welt, der Mann ist verurteilt! Punkt! Aus! Ende! Ein Prozess ist nicht mehr notwendig! Selbst wenn sich seine Unschuld herausstellen sollte, was wir alle nicht wissen, dann ist DSK kein IWF - Präsident und auch kein Präsidentschaftskandidat in Frankreich mehr! Monsieur Sarkozy se frotte les mains! Der Untergang einer bigotten, moralisch verkommenen und bankrotten Weltmacht ist zur Besichtigung freigegeben. Ich weine diesem Land der vom alten Europa ausgespuckten Sektierer keine Träne nach!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Tuesday, May 17, 2011
Mein Blog in "der Freitag" : Dominik Strauss-Kahn Ranküne oder Hormone?
DSK, wie er hier liebevoll in Frankreich genannt wird, ist kein Sozialist. Er liebt die Frauen, das guten Essen, schöne Autos, Glamour, das savoir vivre. Der ehemalige Professor für Wirtschafts- und Finanzwissenschaften und ehemalige Finanzminister Frankreichs ist ein veritabler Gauche caviar! Als Bürgermeister eines Elendsviertels im Département Val d'Oise im Norden von Paris hat er sich trotz seiner Bonvivant - Allüren einen Namen gemacht. Fragt man die Ärmsten der Armen in diesem elenden Quartier nördlich der berüchtigten Viertel des Départements Seine-Saint-Denis nach DSK, so hört man nur Gutes über ihn. Er ist ein Typ, den man auf Anhieb mögen muss. Keine ENA - Allüren, keine Standesdünkel, nein, er ist herzlich, freundlich, volkstümlich und liebt das Leben!

Wer sollte es ihm auch übelnehmen? Da gibt es einen einzigen Mann in Frankreich, der ihn fürchtet. Es ist der Präsident der Republik Frankreich Nicolas Sarkozy. Er hasst ihn bis in die tiefsten Kammern seiner Seele. Denn dieser pummelige, leutselige Mann hat all das, was Sarko nicht hat. Er ist Absolvent einer Grande Ecole! Er ist habilitierter Professor für Finanzwissenschaften an einer Elite - Universität und er ist beliebt bei den Sozialisten, den Kommunisten, den Zentristen, den Gaullisten und bis weit in die Partei Sarkozy's, der UMP, hinein.

Im Jahre 2012 stehen Präsidentschaftswahlen an. DSK führt in allen Umfragen, obwohl er sich nie dazu geäussert hat, ob er überhaupt zu den Wahlen antreten will. Er hat nämlich mit Sarkozy einen Deal geschlossen und der geht so: Du bekommst den Job des Präsidenten des Internationalen Welt Währungsfond IWF und dafür trittst Du nicht gegen mich bei den Präsidentschaftswahlen an. Handschlag! So beschlossen!

Gemengenlage: Tritt DSK trotzdem an, dann fliegt Sarko beim ersten Umlauf aus dem Rennen und es kommt zu einer Stichwahl zwischen DSK und Marine Le Pen von der Front National. Wie die ausgeht ist klar. Die Franzosen sind nicht verrückt genug, eine Rassistin und Pseudosozialistin zur Präsidentin ihrer Nation zu wählen, ergo gewinnt DSK haushoch und wird nächster Präsident Frankreichs. Nicht, dass das eine besondere Freude für die Sozialisten wäre, denn DSK wird mit Sicherheit keine sozialistische Politik machen, sondern ein eisernes Sparprogramm zur Stabilität Frankreichs und Europas durchsetzen.

Tritt DSK aber gar nicht erst zu den Präsidentschaftswahlen an, dann kommen Nicolas Sarkozy und Marine Le Pen in die Stichwahl. Und siehe da, man wird das kleine Übel wählen: Nicolas Sarkozy wird zähneknirschend wiedergewählt.

Was könnte DSK noch aufhalten? Die Kampagne gegen ihn begann vor zwei Wochen. DSK tritt aus einem Haus in Paris und steht auf dem Trottoir. Da rauscht ein wunderschöner Porsche Panamera heran, der Chauffeur lässt die Scheibe herunter und fragt DSK nach dem Weg. Der gibt bereitwillig Auskunft, während hinter dem Luxusschlitten eine Meute von Pressefotographen auftaucht und ein Blitzlichtgewitter diese gestellte Szene "DSK mit einem Porsche Panamera" festhält. Die Bilder gehen am anderen Tag durch die ganze französische Presse: "Ein Sozialist fährt einen Porsche?" wird getitelt. Die Presse, das Fernsehen, die gesamte Medienwelt ist in heller Aufruhr. In Talk - Shows wird das Thema auf allen Kanälen diskutiert. Darf ein Sozialist so etwas?

Der ganze Bluff mit dem Porsche flog auf. Es war ein mieser Trick, sonst nichts. Die Umfragen steigen weiter für DSK!

Da nächtigt DSK im New Yorker Sofitel. Zu einer Zeit, wo kein Zimmermädchen der Welt in einem Luxushotel die Präsidentsuite, die 3000 Dollar pro Nacht kostet, betritt, will das "Mädchen" saubermachen. DSK kommt gerade aus der Dusche und ist splitternackt, was sein gutes Recht ist, denn er wähnt sich ja alleine. Was dann geschah, wissen wir nicht. Auf jeden Fall schreit das Zimmermädchen "Vergewaltigung". Nicht dass dies DSK nötig hätte, denn die Frauenherzen fliegen ihm nur so zu!

Spielten seine Hormone verrückt oder war es eine Falle des französischen Militärgeheimdienstes DGSE, der direkt dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy unterstellt ist? Dieser DGSE hat auch schon das Greenpeace - Schiff Rainbow Warrior versenkt. Er wäre technisch, logistisch und verwegen genug, auch einen DSK zu versenken! Cui bono?

Honi soit qui mal y pense!

Monsieur Rainer

Monday, May 16, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Vive la rancune française! DSK in der Falle!

Lieber HP, Sie und ich kennen doch das 11e RI. Das ist die Handschrift von Fort Noisy-Le-sec im Département Seine-Saint-Denis. Man engagiert irgendeine DAME, verkleidet sie als Zimmermädchen, schickt sie zur möglichst unpassenden Zeit in die Präsidentsuite des Sofitel, wo DSK immer übernachtet, der alte Mann wähnt sich alleine und kommt nackt aus der Dusche, sie zeigt sich ein bisschen willig, ein bisschen unwillig und schreit dann VERGEWALTIGUNG. DSK ist geputzt und geplättet. Er kommt aus der Nummer nicht mehr heraus. Jedermann in Frankreich weiss, dass sich DSK so eine Gelegenheit niemals entgehen lassen würde. Er ging auch prompt in diese Falle des DGSE! Das fing doch schon letzte Woche in Paris an: DSK tritt aus dem Hotel, er wird von einem Mann in einem Porsche Panamera angesprochen, den er gar nicht kannte. Hinter dem Porsche lauerten Fotographen. Ergebnis: Das Bild des Sozialisten mit dem teuren Porsche ging durch die ganze französische Presse! So wurde auch de Villepin aus dem Rennen um die Präsidentschaft geworfen. Man hat ihm einfach illegale Konten bei Clearstream in Luxemburg untergeschoben. Die Macher stehen fest: es waren die Computerspezialisten von EADS! Und wem gehört der Laden zu weiten Teilen? Lagardère! Und wer ist mit Lagardère eng befreundet? Nicolas Sarkozy! On y soit qui mal y pense!

Vive la rancune française!
Monsieur Rainer

Monday, May 16, 2011
Mein Kommentar in "der Freitag" zur Festnahme von Dominik Strauss-Kahn

Die vorläufige Festnahme von Dominik Strauss-Kahn durch die Port Authority in New York ist der Super Gau für die französischen Sozialisten. DSK war der einzige Kandidat, der nach allen Umfragen in allen seriösen Meinungsforschungsinstituten in Führung für die anstehenden Präsidentschaftswahlen lag, obwohl er alles mögliche ist, nur kein Sozialist. DSK ist ein Gauche caviar, der das essen, schnelle Autos und schöne Frauen liebt! Es gab eine geheime Absprache zwischen DSK und Sarkozy. Im Gegenzug, dass DSK nicht zu den Wahlen im Jahre 2012 antritt, wird er von Sarkozy als Präsident des IWF durchgedrückt. Die Anzeichen mehrten sich in den letzten Tagen, dass sich DSK vielleicht nicht an diese Absprache hält. Die Gemengenlage: Tritt DSK nicht an, dann kommen Sarko und Marine Le Pen von der FN in den zweiten Wahlgang. Ausgang? Klar: Sarko gewinnt die Wiederwahl, denn so verrückt sind selbst wir Franzosen nicht, der FN zur Präsidentschaft zu verhelfen. Da wählen wir halt das zweite Übel! Tritt dagegen DSK an, so fällt sarko beim ersten Wahlgang durch und es gibt eine Stichwahl zwischen DSK und Marine Le Pen. DSK gewinnt dann haushoch die Präsidentschaftswahlen! Das darf man sich schon die Fragen aller Fragen stellen: Wem nutzt dieser Absturz von DSK? Cui bono? Ich bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Andererseits kenne ich aus meiner Militärzeit die Tricks des französischen Militärgeheimdienstes DGSE recht gut. Und die Jungs sind zu allem in der Lage. Sie haben auch die Rainbow Warrior von Greenpeace versenkt, warum nicht heute DSK versenken spielen?

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Sunday, May 15, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Der Papst ruft zu Spenden auf !

Liebe Corinna, dafür gebühren Ihnen fünf Sterne! Sie haben mir aus der Seele gesprochen! Wann wird in Deutschland eigentlich endlich einmal das Grundgesetz Realität, das die Trennung von Staat und Kirche vorschreibt? Wann wird Deutschland endlich säkularisiert? Deutschland und Österreich, im III. Reich "brüderlich" vereint, klammern sich fest an den damals zwischen dem Vatikan und Herrn Hitler geschlossenen Konkordatsvertrag! Wie kommt Deutschland eigentlich dazu, eine Kirchensteuer zu erheben und das klerikale Personal der Kirche nach den Besoldungsgruppen der deutschen Beamten zu bezahlen? Deutschlands Kirche ist die reichste der Welt und stützt mit ihren Geldern einen grossen Teil des prunkvollen Haushaltes des Vatikan! Eine glaubwürdige Kirche hat arm zu sein, sonst ist sie nichts als eine auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Sekte!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Sunday, May 15, 2011
Mein Blog in "der Freitag" : FDP = Partei ohne Unterleib

Man sollte den FDP - Parteitag in Rostock möglichst nicht während des Abendbrotes im Fernsehen verfolgen. Entweder es vergeht einem der Appetit oder man spuckt die liebevoll zubereiteten Speisen wieder aus. Die einzige Möglichkeit, diesem ekelhaften und abstossenden Ritual zu entrinnen ist, den Fernseher abzuschalten.

Was sich in Rostock abspielt ist aus einer anderen Welt. Da hält der grösste Versager im Auswärtigen Amt seit dem unsäglichen Aussenminister Joachim von Ribbentrop, Herr Dr. Guido Westerwelle, mit gellender Stimme eine Rede, die nach Weihrauch, Verlogenheit, Verdrehung der Tatsachen und einer ekelerregenden Melange aus abgehobener Selbstzufriedenheit und Geschleime bei seinem Nachfolger Rösler stinkt.

Er muss das auch tun, das hat eine innere Logik. Wenn Rösler nämlich nicht will, bekommt der sofort eine Mehrheit für einen Entschliessungsantrag, diesen erbärmlichen Aussenminister auch noch aus dem Amt zu jagen. Was soll Herr Westerwelle dann aber ohne ein Amt tun? Er kann doch nichts anderes als AMT. Er hat doch noch nie etwas anderes getan, als in dieser Partei zu intrigieren! Mit seinem Freund Veranstaltungen eröffnen? Ohne Panzerkarre und Leibwächter? Das hat doch keinen Sex!

Noch schlimmer kommt nur noch das pfälzische Weinfass Rainer Brüderle daher. Es muss viel Kraft gekostet haben, diese Figur von seinem Sessel im Wirtschaftsministerium zu trennen. Er sah in der Erklimmung dieses Amtes die Krönung seiner politischen Laufbahn. Und nun? Er ist Franktionsvorsitzender und bittet die Parteitagsdelegierten der FDP mit tränenerstickter Stimme, sich die Hände zu reichen. Kitsch as Kitsch can!

Als Trostpreis für die unsägliche ehemalige Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger soll sie nun zur 1. Stellverteterin des Parteichefs gewählt werden. Ein ander Job war für die Dame nicht zu finden. Niemand wollte sie haben, nicht einmal in ihrer Baden - Württembergischen Heimat.

Im Parkett sitzt die ganze Hoffnung der FDP: Youpies mit gegelten Haaren, als hätten sie erst gestern den Film Oliver Stone's WALLSTREET gesehen. Keine Ahnung von nichts, ein bisschen Abitur, die Prüfungskommission beim Staatsexamen ein bisschen verwirrt und nun eine Parteikarriere im Visier. Parteitagsdelegierte! Das ist das Ziel ihrer Träume, oder gar noch mehr?

Doch wo ist das Volk, wo sind die Bürger, wo sind die Wähler dieser Partei? Sie existieren nicht mehr! Die Partei besteht nur noch aus Vorsitzenden, Stellvertretern, Gremien, Präsidien, Antragskommissionen und Delegierten.

Vom Wähler weit und breit keine Spur mehr!

Monsieur Rainer

Friday, May 13, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Dr. Westerwelle ist der Totengräber Europas!

Lieber Herr Läntzsch, Schröder hat mit seinem NEIN zum Irakkrieg natürlich nur an seine Wiederwahl gedacht und trotzdem letztendlich das Richtige getan! Sarkozy denkt auch nur an seine Wiederwahl und tut trotzdem das einzig Richtige. Und die Dres. Merkel & Westerwelle? Alle ihre Entscheidungen sind nur ihrem Machterhalt geschuldet, sie dachten bei ihrer jämmerlichen Vorstellung im UN - Weltsicherheitsrat nur an die Wahlen in Baden-Württemberg. Wie kleinkariert ist das denn? Diese Versager blamieren Deutschland in der ganzen Welt, nur um ihren schmutzigen Hals zu retten? Die beiden Politiker sind die Totengräber von Europa!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Friday, May 13, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Die deutsche Linke weint um Ghadafi!

Verehrter Herr Tisdall, Ihr Artikel macht mich zornig! Zu einen grossen Teil, weil Sie in vielen Punkten recht haben und zu einem Teil, weil sie in diesem einen Fall Frankreich bitter Unrecht tun. Frankreichs Aussenpolitik war bis vor wenigen Monaten hypokrit und verlogen. Die Post-Kolonial - Politik Frankreichs entbehrte jeglicher Moral. Sie war der Sicherung ihrer Ressourcen geschuldet. Zu diesem Zweck wurden die Despoten und ihre Schergen hier an Frankreichs Eliteschulen ausgebildet und dann mit den Lieferverträgen in ihre Heimatländer in Afrika geschickt. Wurden sie vertragsbrüchig, dann setzte man "freie Wahlen" an und putschte mit Hilfe des Militärgeheimdienstes DGSE und der Légion étrangère einen neuen Clown von Frankreichs Gnaden an die Macht. So geschehen eben an der Côte d'Ivoir! Seit Bengasi beginnt Frankreich umzudenken. Es gibt einflussreiche französische Politiker, die diese alte Politik nicht mehr fortführen wollen. Nicht zuletzt deshalb, aber natürlich auch wegen der anstehenden Präsidentschaftswahlen, hat sich Nicolas Sarkozy dazu entschlossen, das bevorstehende Massaker an den Bürgern Bengasis zu stoppen, obwohl er seinen FREUND Ghadafi vor nicht allzulanger Zeit in den Gärten des Grand Plais campieren liess und ihn hofierte. Ich bin kein Anhänger Sarkozy's. Doch dieses eine Mal unterstütze ich seine Libyenpolitik! Machen Sie doch bitte aus dem Massenmörder Ghadafi kein Opfer! Das ist ja hahnebüchend! Ich war auf Lampedusa und mitten im Kriegsgebiet in Libyen und habe fünf Reportagen geschrieben, die in Deutschland kein Mensch lesen wollte, weil sie nicht dem mainstream entsprachen. Die Aussenpolitik Deutschlands ist verheerend. Deutschland hat sich mit seiner Stimmenthaltung mit Russland und China gemein gemacht und sich im Westen isoliert. Die zivilisierte Welt lacht nur noch über Deutschland. Ausgerechnet die deutsche Linke unterstützt die Politik des grössten Versagers im deutschen Auswärtigen Amt seit dem unsäglichen Joachim von Ribbentrop. Natürlich sind der Euro und das Schengenabkommen die Eckpfeiler Europas und dürfen niemals zugunsten rechtspopulistischer Neigungen geopfert werden. Doch wenn Europa den gepeinigten Ländern Afrikas wirklich helfen will, dann muss es aufhören, seine hochsubventionierten Agrarprodukte in diese Länder zu liefern, dann müssen die deutschen Exportüberschüsse dramatisch abgebaut werden, dann muss in Deutschland endlich ein flächendeckender Mindestlohn bezahlt werden und Europa muss aufhören, sich als Festung zu gebärden. Die Menschen in Afrika sind lange genug von uns ausgebeutet worden. In dieser Zeitenwende wird es hohe Zeit, dass wir ihnen helfen, sonst kommen sie nämlich alle zu uns. Wir müssen Schluss damit machen, die Despoten zu hofieren, ihre Blut-Gelder zu waschen und unsere Aussenhandelsbilanzüberschüsse zu Lasten der armen Länder zu feiern!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Friday, May 13, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Der FN wird ein Wolf im Schafspelz!

Verehrter Kollege, richtig und genau deshalb wird das ein Wolf im Schafspelz. Marine Le Pen holt den Front national aus der rechtreaktionären Schmuddelecke und macht ihn auch für die aufgeklärte Bürgerschaft sowie für die Artbeiterschaft wählbar. Der Kern bleibt rassistisch und reaktionär, nur gut getarnt. Das ist beängstigend! Nicht für uns Franzosen, denn wir wissen mit solchen Dingen umzugehen. Wir haben schon ganz andere Figuren in den Regierungen vom Hof gejagt. Aber dem Ausland wird das neue Munition für den unterschwelligen Hass auf Frankreich geben, den man aus jedem Wort, aus jeder Geste der Medien hört. Haben Sie einmal die Artikel des SPIEGEL - Korrespondenten Stephan Simons in Paris verfolgt? Niemals habe ich solche gemeinen, niederträchtigen und an Volksverhetzung grenzenden Reportagen von einem Journalisten gelesen, der in Paris lebt und das Land mit so einer Inbrunst hasst. Deshalb habe ich mich nach 850 Kommentaren im SPIEGEL und einigen eigenen Blogs im redaktionellen Teil auch beim SPIEGEL verabschiedet. Die von grundanständigen grossen Männern der Zeit - Geschichte mühsam aufgebaute deutsch-französische Freundschaft wird heute schon von der Regierung Merkel mit Füssen getreten, wie soll das erst werden, wenn der FN noch stärker wird?

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Monday, May 09, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag": Wer gewinnt die Präsidentschaftwahlen in F ?

Verehrter Herr Leusch, diese Frage beantwortet sich am besten in den französischen Theatern. Dort findet das in Deutschland übliche politische Kabarett statt. Ségolène Royale hat sich selbst zur Witzfigur Frankreichs gemacht, ebenso wie der Vater ihrer Kinder, François Hollande, der sich extra für die Wahlen noch zum Schönheitschirurgen begeben hat und sich eine optische Runderneuerung verpassen liess. Die Leute sind nicht mehr ernst zu nehmen. Ganz Frankreich lacht über diese gauche caviar! Darf ich einmal einen Tip wagen? Sarkozy und die UMP fliegen im ersten Wahlgang raus! Zweiter Wahlgang: Dominik Strauss-Kahn versus Marine Le Pen! DSK gewinnt! Der Mann ist ein Malin, wie wie hier sagen! Nicht schlecht für Frankreich, nicht schlecht für Europa, aber ganz schlecht für die Sozialisten, denn denen muss er als erstes ihre alten Hirngespinste austreiben und die Rezepte von vorgestern ausreden! Der Mann ist kein Sozialist, er ist Realist und das von der ganz brutalen Sorte! Und das wird sein Problem werden, nicht die Rechten!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Sunday, May 08, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Stichwahl zwischen FN und PS? Grauenhaft!

Lieber Kollege, wenn ich nicht befürchten müsste, in diesem Forum für jedes meiner Worte angespuckt, beleidigt und verächtlich gemacht zu werden, dann hätte ich Ihnen sehr gerne einige zustimmende Worte aus französischer Sicht zu ihrem sehr dezidierten Blog geschrieben. Sie haben sehr gut den Unterschied zwischen der alten FN des leider nie für seine Untaten im Algerienkrieg verurteilten Kriegsverbrechers Jean-Marie Le Pen und der äusserlich weichgepült wirkenden und daher um so gefährlicheren Front National der Marine le Pen herausgearbeitet. Jean Marie Le Pen lebte von den Revanchisten der Pieds Noir und dem wabernden Rassismus, den es in jedem Land gibt. Dieses rechtsreaktionäre Klientel hat Marine Le Pen marketingtechnisch um die soziale Komponente erweitert. Somit dürfte sie die unzufriedenen Sozialisten erreichen und eine Symbiose mit der alten Clientel ihres Vaters herstellen. Das dürfte ihr den Einzug in den zweiten Wahlgang sichern. Somit könnten sich die Gaullisten, Liberalen, Zentristen der UMP, UDF usw im ersten Wahlgang selbst erledigen. Erschrocken über ihr eigenes Wahlverhalten wird der Franzose von links bis rechts einen Sozialisten wählen. Egal, wer dann angetreten ist für die PS, wir erleben dann hier in Frankreich eine Renaissance der alten Gauche caviar. Korrupt, vorbestraft, gierig und keiner politischen Schweinerei abhold! Mit Grausen denken wir an die Zeit François Mitterand's und seines korupten Intrigantenstadels zurück. Nie wurde soviel gestohlen wie von der gauche caviar! Die Europaabgeordnete der Grünen und ehemalige Untersuchungsrichterin von Paris Eva Joly kann ein Lied davon singen!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Sunday, May 08, 2011
Sie finden mich nun auch auf Facebook !


Monsieur Rainer
Friday, May 06, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Islam

Dass Frau Merkel stark überschätzt wird, wird mir immer klarer. Sie redet törichtes Zeug daher, wenn sie sich über die Tötung eines Menschen freut, denn sie ist immerhin Vorsitzende einer christlich orientierten Partei. Was den Islamismus angeht, sollten wir auf Augenhöhe mit dieser Weltreligion diskutieren. Es darf keinen Kampf zwischen Kulturen und Religionen geben. Wir müssen gemeinsam mit dem Islam eine Lösung für die sozialen Ungleichgewichtungen in der Welt suchen. Erst dann werden wir den Terroristen den Boden unter den Füssen wegziehen. Sie haben jetzt schon viel von ihrer Anziehungskraft eingebüsst. Die Revolutionen im Maghreb, in Libyen, in Ägypten, in Bahrein, in Syrien, im Jemen sind eben nicht durch radikale Islamisten angezettelt worden, sondern von Bürgern, die in Frieden und Freiheit, unter Wahrung ihrer Menschenwürde und in einem kleinen sozialen Wohlstand leben wollen. Mehr ist da nicht! Alles andere sind Fehlinterpretationen und verheerende Falscheinschätzungen der wirklichen Verzweiflung der Revolutionäre. Natürlich sind diese Menschen im Islam verwurzelt. Jedoch hat der Islam wenig mit den islamistischen Fanatikern zu tun. Ein ganz kleines bisschen kenne ich mich in diesen Ländern aus.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Wednesday, May 04, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" : Osama Bin Laden wird zum Märtyrer gemacht!

Fakt ist, dass Osama Bin Laden bisher für die Terror - Abwehr - Industrie ganz nützlich war. Mir scheint, dass längst bekannt war, wo der Mann sich aufhält. Immerhin hatte man soviel Zeit, sein Haus auf Guam nachzubauen, die S.E.A.L.S wochenlang an diesem Modell üben zu lassen, um dann den medial günstigsten Zeitpunkt für den Zugriff abzuwarten. Freitag war ungeeignet, da Prince William heiratete, Samstag ist alles noch besoffen vor Glück über die Hochzeit des Jahres, Sonntag ist 1. Mai, auch nicht gut, aber Montag, zur besten Sendezeit, da passte es. Es ist klar, dass der amerikanische Rechtsstaat auf alttestamentarischen Geboten aufgebaut ist. Ergo gab es nur eine Maxime: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Was bitte sollte man mit dem Terrorfürsten einer Franchisekette namens "al-Quaïda" auch in amerikanischen Gerichtssälen anfangen? Wie wäre die Beweislage gewesen? Jeder drittklassige Anwalt hätte ihn da rausgeboxt. Also war das ein staatlicher Mordauftrag. Ich weine dem Kerl keine Träne nach. Der amerikanische Präsident hat jedoch das Risiko auf sich genommen, die Franchise-Kette al-Quaïda, der gerade die Kundschaft abhanden zu kommen drohte, weil die Revolutionäre eben diesen Kampf gegen die Despoten mit friedlichen Mitteln wesentlich besser bewältigen und damit ganze Staaten umkrempeln, dass nun aus dem Franchisegeber Osama Bin Laden eine Legende entsteht, die wieder einen neuen Mythos schafft. Die unwürdige Beerdigung von Osama Bin Laden wird weitere Terroristen auf den Plan rufen. Der Terrorgefahr steigt! Cui bono? Den Anti-Terror-Jägern, bestehend aus reaktionären Politikern und der Waffenindustrie. Die Bürgerrechte werden geschliffen!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Wednesday, May 04, 2011
Mein Leserbrief in " der Freitag " : Wie unsäglich dumm !

Verehrter Blogger, ich bin angeekelt von den jubelnden Menschen, die den völkerrechtswidrigen Mord an einem Menschen feiern. Damit haben diese bigotten Amerikaner ihre wahre Fratze gezeigt. Und dann fragen sich diese Kindsköpfe doch noch allen ernstes, warum die ganze Welt sie hasst? Bin Laden war ein verglühender Mythos, der kein grosses Ansehen mehr in der arabischen Welt genoss. Die al-Quaida war nur noch ein Franchise - Unternehmen. Doch nun haben ihn die Amerikaner mit seiner Ermordung zum Märtyrer gemacht! Wie unsäglich dumm! Noch dümmer empfinde ich die Freude der deutschen Bundeskanzlerin, die sich in der gestrigen Tagesschau expressis verbis "über die Tötung von Bin Laden freut". Die Frau wird masslos überschätzt. Von wegen kluge Physikerin, die die Sache vom Ende her denkt. Sie ist eine an menschlicher Dummheit und Verschlagenheit nicht mehr zu übertreffende Politikerin, die nur ein einziges Ziel hat, dem sie alles unterordnet: Ihrem eigenen Machterhalt! Mehr ist da nicht! Pfui Teufel, Frau Merkel!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Tuesday, May 03, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Osama bin Laden ist tot !

Der Franchise-Geber des Terrors ist tot! Mehr nicht! Osama Bin Laden soll also tot sein. Schön. Die al-Quaïda ist jedoch ein Franchise-Unternehmen. Jede Zelle arbeitet für sich alleine. Deshalb bedeutet die Tötung des Terror-Fürsten eben nicht das Ende der Terror - Zellen. Im Gegenteil. Sie haben nun einen Märtyrer. Die Gefahr von terroristischen Anschlägen besteht fort. Und dies wird die rechten Law and Order Apologeten noch bestärken in der Einschränkung der Bürgerrechte! Ihnen ist nur ein Feindbild abhanden gekommen, deshalb wird bald ein neuer Popanz aufgebaut werden müssen, um die Sicherheitsindustrie am laufen zu halten!

Monsieur Rainer


Monday, May 02, 2011
Ball paradox = Krokodilstränen um den Clan des Massenmörders Ghadafi

Seit vierzig Jahren herrscht der Clan des Muammar-al-Ghadafi mit brutaler Gewalt über das Land Libyen. Der “Revolutionsführer” ist nicht etwa durch freie Wahlen an die Macht gelangt, sondern durch einen blutigen Militärputsch. Der Saïd nennt sich so, weil er von niemanden gewählt wurde und auch kein offizielles Staatsamt innehat. Gleichwohl beuten er und sein Clan dieses Land zu ihrem eigenen Vorteil aus. Der Ghadafi – Clan steckt sich jährlich circa dreissig Milliarden Dollar in die eigene Tasche und zählt zu den reichsten Familien der Welt. Der Diktator von eigenen Gnaden beschenkt seinen Clan, seinen Stamm und diejenigen, die seine zahlreichen Verbrechen decken oder aktiv unterstützen.

Es ist noch nicht lange her, da unterstützte Ghadafi die Terroristen dieser Welt mit Waffen und viel Geld. Unvergessen ist der Terroranschlag auf den Jumbojet über dem schottischen Lockerbie. Nur eines seiner vielen Verbrechen. Seine Söhne reisen durch die Welt und begehen unter dem Deckmantel des Wiener Abkommens, das ihnen diplomatische Imunität garantiert, so ziemlich jedes Verbrechen, das in westlichen Strafgesetzbüchern zu finden ist.

Die Welt toleriert all diese Verbrechen, die Sanktionen sind halbherzig und auch wieder schnell vergessen. Ghadafi wird wieder hoffähig, denn er hat Öl. Viel Öl. Alleine die Bundesrepublik Deutschland bezieht etwa 30% seines Ölbedarfs aus Libyen. Dass das libysche Volk davon keinen Cent sieht, das kümmert niemand auf der Welt, am allerwenigsten die Deutschen.

Der französische Präsident Sarkozy lässt diesen meschuggenen Polit – Clown sogar noch in seinem Beduinenzelt in der Gärten des Grand Palais in Paris campieren und sperrt die halbe Innenstadt, weil der “Hitler der Wüste” eine Bootsfahrt auf der Seine machen will. Frankreich hofiert seit ewigen Zeiten jeden afrikanischen Despoten, wenn er nur für die Ressourcen der Grande Nation garantiert. Die französische Post-Kolonialpolitik ist hypokrit und durch und durch verlogen. Die deutsche Aussenpolitik ist kein Haar besser. In Deutschland werden genauso, wie in der Schweiz und in allen westlichen Ländern, die Blutgelder der Despoten gewaschen, die Diktatoren hofiert und mit Waffen beliefert. Kein Grund also für die Deutschen, die Moralkeule zu schwingen.

Das entrechtete libysche Volk hat nach vierzig Jahren der Terror-Herrschaft des “Stalin der Wüste” genug von diesem erbärmlichen Leben. Die Tunesier und Ägypter haben es ihnen vorgemacht, wie man einen bluttrünstigen Despoten verjagt. Die Welt hat die Völker auch noch ermutigt, sich für ihre Menschenrechte und ihre Freiheit einzusetzen. Das war risikolos, solange der Despot freiwillig ging oder ihn seine Getreuen im Stich liessen.

Doch nicht so Mouammar-al-Ghadafi. Er ist verrückt genug, sich mit der ganzen Welt anzulegen. Er droht seinen eigenen Bürgern mit Völkermord und heuert zur Absicherung seiner Kampfeskraft auch noch Söldner in der afrikanischen Welt an. Zusammen mit der regulären Armee schiessen diese gedungenen Mörder unter völliger Missachtung jeglichen Völkerrechts, jeden Menschenrechts, jeder Kriegsordnung, jeder Humanität auf die Bevölkerung. Männer, Frauen und Kinder, Wohngebiete, Märkte, Bazare, Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten werden bei Luftangriffen von gemieteten serbischen Piloten in altertümlichen MIG’s zu Tode gebombt. Die Panzerarmee des Despoten schiesst wahllos in Wohngebiete und vermient Häfen, um internationale Hilfslieferungen zu blockieren.

Frankreich ist das erste Land, das umdenkt. Gerade noch hat es einen blutigen Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste angezettelt, um einen abtrünnigen Diktator zu bestrafen und ihren eigenen Polit-Clown mit “freien Wahlen” an die Macht zu putschen. In der Partei Sarkozy’s und auch bei den Linken macht sich Unmut über die verlogene Aussenpolitik Frankreichs breit. Mehrere wichtige Minister gehen kurz vor den Präsidentschaftswahlen von der Fahne und gründen eine eigene Partei. Nicolas Sarkozy muss handeln.

Es kommt gar nicht darauf an, ob in Deutschland, England, Frankreich oder in den USA Wahlen vor der Türe stehen. Es ist auch vollkommen gleichgültig, ob die Ziele eines Einschreitens gegen einen Massenmörder edel oder nur dem eigenen Machterhalt geschuldet werden. Entscheidend ist das Resultat. Und das hat zur Folge, dass es dem Mörder Ghadafi eben nicht gelungen ist, sein aufgewühltes Volk restlos zu ermorden, so wie er es angekündigt hat.

Die Weltgemeinschaft, ausser Deutschland, Russland, China, Indien und Brasilien schlägt zurück. Moralisch oder mit Waffengewalt. Dabei werden auch einige Personen des Ghadafi-Clans getroffen und kommen zu Tode. Na und? Wer Wind säht, wird Sturm ernten!

Der deutsche Michel vergiesst Krokodilstränen um diese Kollateralschäden. Er sitzt zu Hause und schreibt sich seine Trauer vom Halse. Die Onlineforen der Zeitungen schwappen über vor lauter Verdrehungen der Wahrheit, vor Zynismus, vor Hohn, vor Mitleid für diese Mörderbande und vor Genugtuung, dass sich Deutschland diesesmal ausnahmsweise einmal nicht die Finger schmutzig machen musste, sondern sich feige wegduckte. In Afghanistan und in anderen Ländern, sowie auf dem Balkan hatte man solche Skrupel nicht. Aber da standen auch keine Landtagswahlen vor der Türe.

So kleinkariert ist Deutschland. Die halbe Welt lacht über die Dres. Merkel & Westerwelle und die Deutschen suhlen sich in pseudopazifistischen Wahnvorstellungen von der guten, heilen Welt. Nichts ist gut auf dieser Welt!

Die Deutschen merken nicht einmal, dass sie einem ausssenpolitischen Desaster entgegensteuern, wie es nur noch einem Joachim von Ribbendrop hätte einfallen können. Nicht umsonst wird Herr Dr. Westerwelle heute schon mit diesem unsäglichen Sektvertreter verglichen. Westerwelle hat mit seiner ENTHALTUNG im Weltsicherheitsrat von seinem eigenen jämmerlichen Versagen abgelenkt und wird so wieder zum Liebling der Deutschen.

Wenn Dr. Guido Westerwelle je wieder in ein politisches Amt gewählt werden sollte, dann hat er dies Mouammar-al-Ghadafi und 70% der Deutschen zu verdanken, die gegen den Krieg gegen einen Massenmörder sind!


Monsieur Rainer
Sunday, May 01, 2011
Mein Blog in "der Freitag" : Invasion in Etappen

Franzosen lästern gerne über die Deutschen: Erst kamen sie hoch zu Ross, dann zu Fuß, später mit Panzern, schließlich mit Campingausrüstung, und heute kommen sie mit Möbeln!

Es begann mit dem Urgroßvater aus Altshausen in Oberschwaben, der gezwungenermaßen mit den Preußen im Jahre 1871 in Paris einzog, wo dann im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles der preußische König von Reichskanzler Bismarck zum Kaiser des deutschen Reiches ausgerufen wurde. Diese fatale Entscheidung und die grandiose Selbstüberschätzung Wilhelm II, auch Wilhelm der Plötzliche genannt, führten seinen Sohn, ergo meinen Großvater, 1914 als Soldaten nach Frankreich. Er wurde in das Königlich Württembergische Infanterieregiment Nr. 124 nach Weingarten/Württ. eingezogen und litt mit seinem Regiment vier Jahre in der Hölle von Verdun. Sein damaliger Zugführer war Leutnant Erwin Rommel, der später als Wüstenfuchs bekannt wurde.

Meine Mutter rettete ihrem Vater das Leben. Als sie am 18. August 1918 geboren wurde, bekam Opa Heimaturlaub. Als er danach zu seiner Einheit zurückkehrte, war das halbe Regiment aufgerieben und in den Schützengräben verblutet.

Meine Mutter heiratete 1938 einen Juristen aus Singen am Hohentwiel, der, 1902 geboren, eigentlich schon zu alt für die Front war. Doch er verfügte über exzellente Beziehungen. Ein Kollege aus Saarbrücken hatte es bis zum SS-Brigadeführer und General der Polizei gebracht. Er war der dritte Mann in der Hierarchie des Reichssicherheitshauptamtes und Chef des berüchtigten Sicherheitsdiensts (SD). Walter Schellenberg besorgte meinem Vater eine Position, die nicht zu auffällig war. Er wurde Sonderführer - Z des Amtes Ausland/Abwehr und übernahm die Abteilung Gegenspionage im Militärverwaltungsbezirk C in Dijon in Nord-Ost-Frankreich. Seine Aufgabe war die Ergreifung und Liquidierung von Kämpfern der französischen Résistance. Dort muss er bleibende Eindrücke hinterlassen haben, denn die französische Besatzungsmacht suchte ihn nach dem Krieg per Steckbrief. Doch schon 1949 konnte er seine Tätigkeit im Justizdienst wieder aufnehmen. Seine Weste war dank seiner alten Seilschaften wieder blütenweiss. Seine alten Kameraden waren beim Bundesnachrichtendienst, im Verfassungsschutz, in der Justiz, in der Politik und in hohen Positionen der Polizei untergekommen. Es gibt heute nicht einmal mehr eine Wehrmachtsstammakte, keinen Hinweis auf seine SA-Mitgliedschaft und keinen Eintrag seiner Mitgliedschaft beim NS - Rechtswahrerbund.

Acht Jahre nach Kriegsende packte meine Eltern das Reisefieber.

Im Mercedes gen Frankreich

In Deutschland begann das Wirtschaftswunder, und wir zogen nun mit einer Campingausrüstung bewaffnet gegen Frankreich. Vater mied geflissentlich die Region rund im Dijon und Lyon, so führte uns der Weg in unserem nagelneuen Mercedes Cabriolet 170 über die Schweiz nach Grenoble, das Rohnetal hinab bis nach Marseille. Vater sprach immer noch exzellent Französisch und suchte als äußerst geschichtsbewusster, aber auch sehr sparsamer Mann die schönsten Hafenkneipen aus, wo ich meine erste Bouillabaisse versuchte. Wir fuhren mit einem Kutter zum Chateau d’If, das durch Alexandre Dumas berühmt wurde und nun eine Kaserne der französischen Fremdenlegion war. Das berühmte Panier von Marseille war aufgrund seiner unübersichtlichen Bauweise während der deutschen Besetzung ein Zufluchtsort für jüdische Flüchtlinge, die französische Résistance und die korsische Mafia. Vater wollte nicht daran erinnert werden und mied diese Gegend mit den Worten: Es ist zu gefährlich! Aha!

Die Reise ging weiter über die Calanque von Marseille, wo damals nur arme Fischer in ihren Hütten hausten und die heute von den Parisern zur absoluten In-Gegend gemacht worden ist. Sie arbeiten von Montag bis Donnerstag in Paris, schlafen auf Feldbetten in ihren Büros und fahren dann in ihre zu Luxusvillen umgebauten Fischerhütten an den schönsten Buchten zwischen Marseille und La Ciotat, die sie den Fischern für ein Butterbrot abgeschwatzt haben. Der Schnellzug TGV macht’s möglich. In dreieinhalb Stunden ist man heute mitten in Paris, erledigt seine E-Mails im bequemen Fauteuil des Zuges und hat die Mitarbeiter schon aufgescheucht, bevor man im Bureau eingetroffen ist.

Wir fuhren zu den fast unberührten Stränden des Golfes von Lyon bis nach Saint Tropez. Bandole, Sanary-sur-Mer, La Ciotat, Bormes-les-Mimosas, Hyères und die Halbinsel Giens mit ihren Salinen hinterließen bei meiner Mutter und mir wegen der herrlichen Strände und der Mischung aus Belle Epoque und Provence einen bleibenden Eindruck. Meine Mutter ging meinem Vater mit der Aufzählung der vielen jüdischen Künstler, Maler, Bildhauer und Intellektuellen und vor allen Dingen mit Geschichten über Thomas Mann auf die Nerven, der hier vorübergehend Unterschlupf vor den Nazis gefunden hatte. Entweder tat sie dies absichtlich, um meinen Vater zu provozieren, oder sie war einfach nur etwas unsensibel.

"Ich habe Ihre Gastfreundschaft im KZ genossen!"

Saint Tropez war damals ein verschlafenes Fischerdorf, das nicht erwarten ließ, dass es einmal zum Sammelpunkt von Stars aus Film, Musik und Kunst wie Brigitte Bardot, Gunter Sachs, Yves Montand, Lino Ventura, Jean Paul Belmondo und viele andere Künstler wie Herbert von Karajan erkoren würde. Leider sind sie später dann aber geflüchtet und überließen das reizende Fischerdorf den Möchtegernpromis, die es zu einem abstoßenden Spektakel des Geldadels verkommen ließen.

Endlich waren wir an der eigentlichen Côte d’Azur angekommen und besuchten das mondäne Cannes mit seinen prunkvollen Hotel-Palästen aus der Belle Epoque. Lang hielt mein Vater es dort nicht aus, denn er wurde auf dezente Art mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Vater wollte dort nämlich ein Sommerhemd kaufen, doch die Madame Verkäuferin erkannte trotz seiner exzellenten französischen Sprachkenntnisse den deutschen Akzent und forderte ihn auf, deutsch zu sprechen. Unter Vorzeigen ihrer eintätowierten KZ-Nummer, sagte sie süffisant: "Monsieur, Sie können ruhig deutsch sprechen, ich hatte das große Vergnügen, Ihre Gastfreundschaft in Ausschwitz-Birkenau zu genießen."

Zu vornehm, zu teuer, zu suspekt

Fluchtartig und kreideweiß im Gesicht verließ mein Vater das Geschäft und setzte die Reise fort. Es ging weiter nach Antibes und auf das durch Marylin Monroe, John F. Kennedy und den Herzog von Windsor berühmt gewordene Cap d’Antibes. Das Jazzfestival in Juan-les-Pins platzte schon damals aus allen Nähten und lockte Künstler aus der ganzen Welt an. In Saint-Paul-de-Vence waren Yves Montant, Lino Ventura und Jean-Paul Belmondo Boule auch zu Hause und tranken den billigsten Rotwein, den man für arme Schauspieler auftreiben konnte. Doch die Gitanes maïs oder die Gauloises durften nie in ihren Mundwinkeln fehlen. Nizza war noch geprägt durch die Grafen von Piemont und den Einfluss der Italiener. So ist es bis heute geblieben. Die Altstadt von Nizza mit seinem Cours Saleya erinnert immer noch ein wenig an Palermo. Nur etwas gepflegter! Man spürt an den Namen und an dem Temperament der Einwohner von Nizza auch heute noch, dass Nizza erst 1860 französisch wurde. Napoléon III. hatte einen Deal mit den damaligen Besitzern, den Herzögen von Piemont und Königen von Sardinien gemacht. Raoulle Mille hat erst kürzlich ein spannendes Buch darüber geschrieben.


Beaulieu-sur-Mer war mit seinen prachtvollen Bauten aus der Belle Epoque eine Hochburg der Engländer. Auf dem vorgelagerten Cap Ferrat wohnten David Niven und Curd Jürgens. Die kleinen Hafenkneipen wurden von den Boatpeople der Bohème frequentiert. Die Krönung des Cap Ferrat ist natürlich die Villa Ephrussi de Rothschild mit ihren herrlichen Gärten. Diese Villa wurde im Stil der florentinischen Renaissance erbaut und hatte leider einen blutrünstigen Nachbarn: König Leopold von Belgien legte seine in Belgisch-Kongo geraubten Blutdiamanten in herrlichem Grundbesitz an. Wir hielten uns dort nicht lange auf. Meinen Eltern war das alles zu vornehm, zu teuer, zu suspekt und schon damals zu degeneriert.

Das kleine und arme Fürstentum von Monaco hatte es uns dagegen angetan. Fürst Rainier III suchte verzweifelt nach einer Lösung für seine Geldsorgen. Das Problem schien durch die Vermittlung von David Niven lösbar zu sein. Er hatte beste Verbindungen nach Hollywood, und so gab es nicht viel später eine Traumhochzeit mit einer Schauspielerin namens Grace Kelly.

Meinen Frieden mit dem Erbfeind

Uns aber zog es weiter auf das Cap Martin, wo Winston Churchill seine Zelte aufgeschlagen hatte und seine Krankenschwestern schikanierte. Er trank gerne schon morgens seinen Whisky und paffte unablässig fürchterliche Zigarren. Kaum um das Cap Martin herumgefahren und den Wohnsitz von Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als die unglückliche Sissi, hinter uns gelassen, lag da die italienischste Stadt Frankreichs: Menton, die Perle der Côte d Azur. (heute Partnerstadt von Baden-Baden)

Meine Mutter war so begeistert von dieser an Jugendstil so reichen Stadt der Zitronen, dass sie sofort ihr Mercedes Cabriolet anhielt, um ihren Lieblingsschriftsteller Kurt Tucholsky zu zitieren: "Die Côte d’Azur liegt da und sieht aus!" Mein Vater war sauer und sprach lange Zeit kein Wort mehr mit ihr. Mutter schüttete sich aus vor Lachen.

Kurz vor ihrem Tode, sie war schon fast 90 Jahre alt, wünschte sich meine immer fröhliche Mutter, noch einmal die Côte d’Azur sehen zu dürfen. Also reiste ich von meinem Wohnort in Südfrankreich an den Bodensee, um ihr die französische Riviera ein wahrscheinlich letztes Mal zu zeigen. Sie wusste es und doch sprühte sie vor Leidenschaft für diese wunderschöne Landschaft. Sie sagte nur: "Danke, dass ich das noch einmal erleben darf! War es nicht köstlich, wie wir damals Vati geärgert haben?" und fügte in ihrem badischen Dialekt hinzu: "Bue, des hosch recht gmacht!"

Ich hatte schon längst mein Herz an Frankreich verloren und für meinen Clan endlich meinen ganz persönlichen Frieden mit dem sogenannten Erbfeind geschlossen. Ich wurde Franzose, wohne nur wenige Kilometer vom Meer entfernt im provencalischen Hinterland der Côte d'Azur und arbeite als freier Journalist, schreibe Romane, Krimis und Politthriller über Frankreich. Das Land bietet ein unerschöpfliches Reservoir an politischen Skandalen und genialen historischen Kriminalfällen.

Weil mein alemannischer Name für meine französischen Freunde ein wahrer Zungenbrecher ist, nennen mich hier alle nur MONSIEUR RAINER. Nun steht dieser Name sogar als Künstlername in meinem Pass.

Monsieur Rainer
Saturday, April 30, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Ihr Syrer, macht euch keine Hoffnungen!

In den deutschen Ostermärschen, in den friedensbewegten Denkfabriken deutscher Politologen und in den Schulungen der linken Abteilungen Agitation und Propaganda werden die geknechteten Völker dieser Welt, vorallendingen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Syrien, Jemen, Bahrein, Saudi-Arabien, Iran und in halb Afrika zum Kampf gegen ihre Despoten aufgerufen. "Kämpft für eure Menschenrechte, kämpft für Freiheit, gegen Unterdrückung, gegen Folter, gegen staatlich sanktionierten Mord und Totschlag", so hallt es von den deutschen Paizfisten auf den Strassen und aus ihren Stuben. Doch wehe, die geknechteten Völker nehmen die friedensbewegten Pazifisten beim Wort, dann werden sie von eben jenen linken Politologen, Soziologen und grünen Volksschullehrern usw. als gefährliche islamistische Fanatiker und Anhänger von al-Quaïda denunziert. In Syrien klappt das nicht. Die Hamas und die Hisbollah werden wohl kaum gegen ihren Geldgeber Assad demonstrieren. Das theoretische Kartenhaus der deutschen Linken bricht zusammen angesichts der Bilder aus Syrien. Die deutsche Linke ist sprachlos! Die deutsche Aussenpolitik duckt sich feige. Soll man einen Handelspartner verärgern nur wegen ein paar getöteter Demonstranten? Ausserdem hat man gar keine politische Alternative in den Schubladen des Auswärtigen Amtes. Wer konnte denn auch damit rechnen, dass unsere ewigen Ermahnungen zur Einhaltung der Menschenrechte jemals von irgendjemand ernst genommen würden?

Monsieur Rainer
Monday, April 25, 2011
Warum fahrt ihr linken Agitatoren nicht selbst nach Libyen?

Es gibt nur sehr spärliche Internetverbindungen. Das ist wahr. Ich gebe meist meine Reportagen telephonisch durch. Manchesmal gibt es auch französische und britische Hilfe, über die ich aber nicht sprechen kann. Ich bin Buchautor, freier Journalist und Mitglied von Reporters sans frontières. Meine Reportagen werden in französischen Medien und, mit zeitlicher Verzögerung, auf meiner homepage veröffentlicht. www.monsieurrainer.com. Warum kommen Sie nicht her? Fürchten Sie, dass Ihr in zahlreichen Studiengängen der Politologie und linken parteipolitischer Indoktrinationen anerzogenes sozialistisches Weltbild wie ein Kartenhaus in sich zusammen fallen würde? Ihr hockt in euren trockenen Akademikerbuden und redet von einer Welt, die es gar nicht gibt. Ihr friedensbewegten Pazifisten fordert in den Ostermärschen die geknechteten Menschen in aller Welt auf, für Freiheit und Menschenrechte zu kämpfen. Nehmen diese unterdrückten Menschen euch beim Wort, dann werden sie von euch als islamistische Fundamentalisten denunziert. So geschehen in Tunesien und Ägypten. Wann entschuldigt sich die verbohrte deutsche Linke endlich für ihre Agitation bei den geknechteten Menschen dieser Welt?

Monsieur Rainer


Monday, April 25, 2011
Nichts ist gut in Libyen, ihr Ostermarschierer auf den bunten Wiesen!

Kommt nach Misrata, ihr friedensbewegten Pazifisten! Ich bin in Misrata und erlebe ein Blutbad ohnegleichen. Ghadafi hat seine offiziellen Truppen in die Vorstädte zurückgezogen, um die Stadt mit schwerem Feuer aus Raketenwerfen, Granatwerfern, Panzerkanonen, sowie schwerer Artillerie anzugreifen. Die Ghadafi-Truppen sollen nicht durch "friendly fire" des Tyrannen getroffen werden. Trotzdem sickern wieder Truppen in Zivil in den Stadtkern ein. Sniper schiesen auf alles, was sich bewegt mit international geächteten Hochgeschwindigkeits - Explosiv - Geschossen. Die Stadt versinkt in Blut, Leid, Tod, Elend und in Trostlosigkeit. Es gibt kein Wasser,kaum etwas zum essen, keine Medizin, kaum Ärzte, und schon gar kein Verbandsmaterial oder chirurgisches Besteck. Der Hafenzugang liegt unter dem Feuer von Ghadafi - Kanonen. In Deutschland marschieren die friedensbewegten Pazifisten und hier sterben diejenigen Menschen, die von den Europäern dazu aufgefordert wurden, für ihre Menschenrechte zu kämpfen, um dann von denselben Europäern im Stich gelassen zu werden. Wem sollen diese Menschen hier noch trauen? Wer kann guten Gewissens noch einen Aufstand gegen einen despotischen Massenmörder riskieren, ohne dann von den Friedenaktivisten als fundamentalistische Islamisten, Hamas, Hisbollah oder al-Quaïda -Terroristen denunziert zu werden? Hier in Misrata gibt es keinen Gott mehr, egal wie er heissen möge.

Monsieur Rainer
Sunday, April 24, 2011
OSTERMÄRSCHE: Pazifisten machen Massenmörder erst möglich!

Die friedensbewegten Ostermärsche sind eine gute Sache. Ihnen gehört unser aller Sympathie. Es steht ausserhalb jeder Frage, dass die nicht beherrschbare Atomenergie so schnell als möglich erneuerbaren Energien weichen muss. Es ist auch nicht einzusehen, warum die sprudeltenden Gewinne aus den AKW privatisiert bleiben und die Beseitigung des von den Kernkraftwerken erzeugten Müll sozialisiert wird.

Ausserhalb jeder ernsthaften Diskussion steht auch, dass der Einsatz der deutschen Bundeswehr in Afghanistan zum dümmsten Krieg seit der Erfindung des Schiesspulvers beiträgt. Doch was sollen die Plakate bei den Ostermärschen, die zur Beendigung des Krieges in Libyen aufrufen? Hat die deutsche Friedensbewegung nicht verstanden, dass die Menschen in Libyen, Tunesien, Ägypten, Syrien, Jemen, Jordanien, Bahrein und in ganz Afrika, nichts anderes wollen, als die Ostermarschierer? Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit! Und dagegen demonstrieren die Friedensaktivisten? Verkehrte Welt!

Der Krieg in Libyen stagniert. Es ist ein Patt entstanden. Der "Stalin der Wüste“ Mouhammar-al-Ghadafi verspürt den militärischen Druck des eigenen Volkes und der NATO, der Freiheitskämpfer, der Rebellen, der Revolutionäre und der eigenen Regierung, die sich in Auflösung befindet. Jeden Tag macht sich ein neuer Geheimnisträger, sprich Komplize des Diktators, aus dem Staub und fraternisiert mit dem Feind, um seine schmutzige Haut zu retten.

Nun kommt auch noch ein Emmissär seiner deutschen Freunde und verhandelt mit ihm. Herr Schmidbauer ist ihm bestens bekannt. Der ehemalige Geheimdienstkoordinator der Regierung Kohl hat schon viele schwierige Missionen erfüllt, die manchesmal auch schon zu Geiselbefreiungen geführt haben. Nun ist aber die deutsche Regierung zur Geisel ihrer eigenen Unfähigkeit, ihrer Provinzialität und ihrer Machtvergessenheit geworden.

Erst hat die deutsche Regierung die Zustimmung der arabischen Liga und der UNO von einer deutschen Beteiligung am Einsatz in Libyen abhängig gemacht. Als nach vielen Mühen und excellenter Diplomatie die Zustimmung der arabischen Liga vorlag, hat sich Deutschland im Weltsicherheitsrat der Stimme enthalten. Deutschland hat sich international isoliert mit seiner erbärmlichen Haltung. Der deutsche Aussenminister Dr. Guido Westerwelle wird auf einmal mit dem unsäglichen Reichsaussenminister Joachim von Ribbentrop verglichen. Grossspuriges Gehabe, schrille Töne und dann, wenn es ernst wird, feiges Ducken! Überall reisst der gelb-blaue Herr das dekadente Lügenmaul auf und ermuntert die Menschen dieser Erde, für ihre Menschenrechte zu kämpfen. Wenn diese geknechteten Menschen ihn beim Wort nehmen, geht er in Deckung. Haben wir nicht alle noch die Bilder in Erinnerung, wie die Dres. Merkel & Westerwelle den ägyptischen Pharao Husni Mubarak hofiert haben? Keine vier Wochen später lässt sich dieser nervtötende Opportunist Westerwelle mit den Aufständischen auf Kairos Tahrir-Platz für die internationale Presse ablichten.

Damit hat er Deutschland international lächerlich gemacht. Das merken die Dres. Merkel & Westerwelle nun. Sie befinden sich nun in der illustren Gesellschaft der gesamten gutmeinenden deutschen Ostermärschler, der Pseudo - Pazifisten, des akademischen Lumpenproletariats samt ihres Onlinepöbels in den deutschen Medien, sowie der für ihre Rechtsstaatlichkeit berüchtigten Länder Russland und China. Eine seltsame Melange!

Irgendwie soll Schmidbauer, der erfahrene Geheimniskrämer aus Kohls Zeiten, diesen gordischen Knoten durchschlagen. Helfen da geheime Absprachen mit einem Massenmörder? Helfen vielleicht Geld, Entwicklungshilfe, neue Waffenlieferungen? Nichts menschliches ist Herrn Schmidbauer fremd. Wieso auch? Waffen gegen Geiseln, Geld gegen Uranschmuggel? U-Boote für Israel, das eigentlich zu einem Krisengebiet gehört und daher unter das Kriegs-Waffen-Kontoll-Gesetz fällt, Panzer für Bahrein und die Türkei, Polizeiausbilder für Saudi-Arabien und noch so allerhand geheimdienstliche Sauereien, alles kein Problem.

Warum also nicht einen scheinheiligen Waffenstillstand in Libyen gegen Garantie des Status quo? Wie könnte der aussehen? Ghadafi stellt die Kämpfe gegen die Revolutionäre offiziös ein. Dafür wird das Ölembargo aufgehoben und die Alliierten samt NATO stellen die Luftschläge ein. Das Tribunal in den Haag bleibt bei seinen Ermittlungen gegen Ghadafi und seine Söhne nachsichtig und zögerlich. Das hat in Ex-Jugoslawien auch funktioniert. Wäre das möglicherweise eine Lösung nach dem Geschmack der Deutschen?

Vielleicht! Immerhin könnten sie im Nachhinein behaupten, dass ihre Enthaltung im Weltsicherheitsrat der Ausfluss einer besonderen Klugheit gewesen wäre. Der so erreichte Waffenstillstand würde dann zur Krönung ihres diplomatischen Geschicks hochstilisiert und könnte so ganz gut dem dummen deutschen Urnenpöbel verkauft werden. Laut Umfragen befinden sich 70% der Deutschen in dieser Frage in der seltsamen Gesellschaft mit der SED-Nachfolgepartei PDS und dem akademischen Lumpenproletariat in den Onlineforen der Medien. Die Linke lobt Westerwelle! So weit herunter ist die deutsche linke Intellektuellenszene schon gekommen. “Das ist nicht satisfaktionsfähig, so tief kann man gar nicht schiessen”, hätte Kurt Tucholsky ihnen entgegen geschleudert.

Man weiss nicht, was Herr Schmidbauer da so alles aushandelt mit dem Blut-Despoten von Tripolis. Weil seine Mission ja nun nicht unbedingt gelingen muss, haben sich zur Sicherheit auch noch einige Diktatoren-Komplizen Ghadafi’s aus Schwarzafrika auf den Gang nach Canossa gemacht. So tausend Jahre Gefängnis kommen da schon zusammen, wenn sich die korrupten Blut-Pharaonen der Afrikaner mit dem Soziopathen Ghadafi an einem Tisch versammeln. Was diese Herren in ihrem feinen Zwirn aus bestem italienischen und englischen Schneiderhandwerk da verhandeln, das kann man sich an den fünf Fingern abzählen.

Zahlreiche diplomatischen Fühler werden zu Ghadafi ausgestreckt. Man sucht sogar nach einem “eleganten” Ausweg unter Wahrung seiner “Verbrechervisage” (Gesichtsverlust) durch Auskundschaftung eines Exils. Dabei sollte es sich möglichst um ein Land handeln, das ihn nicht nach den Haag ausliefert. Da bieten sich doch die USA an, nicht wahr? Guantanamo steht ja noch, trotz der grossspurigen Ankündigung Obamas, diesen Schandfleck der amerikanischen Justiz-Geschichte zu beseitigen. Aber nein, in den USA beginnt ja gerade der Wahlkampf.

Doch wer verhandelt mit den Bürgern Libyens? Die Franzosen stehen fast alleine da, wobei man denen auch nicht unbedingt trauen sollte, oder hat deren Präsident Nicolas Sarkozy plötzlich einen 360 Grad Schwenk in der seit Jahrhunderten gepflegten französischen Kolonialpolitik vollzogen? An der Elfenbeinküste sah es auf jeden Fall nicht danach aus. Dort wurde ein Clown Frankreichs mittels "freien Wahlen" und der französischen Fremdenlegion durch einen neuen Clown Frankreichs ausgetauscht. Mehr war da nicht! Doch alles ist möglich, denn auch in Frankreich stehen Präsidentschaftswahlen ins Haus.

Doch was hilft das alles den Bürgern von Libyen? Ach so, da war doch etwas! Da waren, unverständlicherweise, plötzlich die Menschen aus diesem Wüstenstaat mit ihrem Leid, ihrem Elend, ihrer Knechtschaft, ihren Mördern, Folterern, Totschlägern nicht mehr zufrieden.

Die deutsche Linke fürchtet um ihren wie eine Monstranz vor sich hergetragenen Pazifismus und denunziert diese libyschen Bürger der Einfachheit halber gleich als Agenten von al-Quaïda, Hamas, Hilbollah oder fanatische Islamisten. Die gleichen Argumente brachten sie schon gegen die Bürger Ägyptens in Stellung, bis sie beschämt feststellen mussten, dass die al-Quaïda dort gar nichts zu melden hat.

Ihr jedoch, liebe libyschen Bürger, ihr habt keinen Stellenwert in der internationalen Politik. Es geht um Geld, um Macht, um Öl, pazifistische Tagträume, um den Erhaltung des Status quo. Da kommen bedauerlicherweise die Bürger der geknechteten Länder nicht vor.

Mit welchen schauerlichen Ammenmärchen wird die Linke wohl die aufgewühlten Bürger in Syrien denunzieren? Steckt die CIA oder gar al-Quaïda dahinter? Ist es wieder einmal die Hamas oder die Hisbollah? Dieses Argument wird wohl ein Rohrkrepierer, denn die Hamas und die Hisbollah im Libanon, im Gaza-Streifen und in den Palästinensergebieten leben von der Unterstützung des syrischen Präsidenten Assad. Sie werden ihn also kaum stürzen.

Doch kein Feindbild ist abstrus genug, als dass es die linken Pazifisten nicht zum Zeichen ihres immerwährenden Friedenswillens aus der Mottenkiste ziehen würden. Dabei haben sich die friedensbewegten Pazifisten schon schwer an der Weltgeschichte vergangen. Sie haben den Holocaust an den Juden erst möglich gemacht. Sie waren es, die immer wieder erneut Verträge mit Hitler schlossen, um ihn zu beschwichtigen, anstatt ihm mutig, wenn es sein muss, mit Waffengewalt, in den Arm zu fallen.

Sehr wohl mahnt Deutschland überall auf der Welt die Einhaltung der Bürgerrechte an. Die Deutschen ermutigen die Freiheitskämpfer auch stets, für ihre Rechte einzutreten, doch ausfressen müssen die den Schlammassel, den sie sich da eingebrockt haben, schon selbst.

Deutschland beschränkt sich bei den Geschäftsverträgen mit den korrupten Despoten in aller Welt lediglich auf eine salvatorische Klausel in allen Kontrakten, die da lautet:

"Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages, insbesondere die angemahnte Einhaltung der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen, nicht eingehalten werden, so berührt dies nicht die Rechtswirksamkeit des übrigen Vertrages.“

Ihr Völker dieser Welt, in Libyen, in Ägypten, im Jemen, in Syrien, in Jordanien, in Russland, in China und in ganz Afrika, verlasst euch in eurem berechtigten Streben nach Freiheit und Menschenwürde lieber nicht auf Deutschland!

Die Deutschen sind nämlich der Judas der geknechteten Völker dieser Erde!

Monsieur Rainer
Sunday, April 24, 2011
Reporters sans frontières - Reporter ohne Grenzen

Heute sind es genau 478 Tage her, seit dem die französischen Reporter Stéphane Taponier und Hervé Ghesquière von der al-Quaïda in Afghanistan verschleppt und als Geisel gefangen genommen wurden. Alle Verhandlungen mit den Geiselnehmern haben bisher nicht zur Befreiung der Journalisten geführt.

In allen französichen Fernsehsendern wird jeden Abend am Ende der Nachrichten der beiden Geiseln gedacht. Reporters sans Frontières hat eine einmalige Aktion für die beiden Journalisten gestartet. Am Pariser Rathaus, dem Hôtel de Ville, wurde ein riesiges Plakat zur Erinnerung an diese Geiselnahme angebracht. Der weltberühmte Arc de Triomphe in Paris wird mit den Bildern von Stéphane und Hervé und dem Logo von Reporters sans Frontières angestrahlt.

Gestern kamen die preisgekrönten Fotojournalisten Tim Hetherington und Chris Hondros bei einem Angriff der Ghadafisten in Misrata ums Leben. Die Bilanz der Journalisten in aller Welt sieht im Jahre 2011 besonders schlimm aus.

Das traurige Barometer von Reporters sans frontières:

16 Journalisten wurden getötet
2 Medienassistenten wurden getötet
150 Journalisten sind weltweit inhaftiert
9 Medienassistenten sind inhaftiert
123 Online – Dissidenten sind weltweit inhaftiert

Reporters sans frontières ist eine gemeinnützige Organisation, die weltweit operiert. Sie wurde 1985 im südfranzösischen Montpellier gegründet. Ein Netzwerk von 120 Korrespondeten arbeiten unter dem Schutz dieser Organisation. Neun Sektionen sind auf ganz Europa verteilt. Der Hauptsitz ist Paris. Die deutsche Sektion hat ihren Sitz in Berlin. Die gemeinnützige Organisation finanziert sich ausschliesslich über Spenden, dem Verkauf von Fotobänden, Mitgliederbeiträgen und Geldern aus Stiftungen.

Reporters sans frontières ist eine NICHT-REGIERUNGS-ORGANISATION und weltweit anerkannt. Sie hat zahlreiche internationale Preise für ihre Arbeit erhalten, darunter auch im Jahre 2005 den SACHAROW – Menschenrechtspreis des europäischen Parlamentes und 1997 den Preis für Journalismus und Demokratie der OSZE.

Das Ziel und das Anliegen von Reporters sans frontières ist die Verteidigung der Meinungs – und Pressefreiheit. Dies ist ein Menschenrecht und wird in vielen Ländern der Erde mit Füssen getreten. Reporters sans frontières dokumentiert diese Verstösse und Verletzungen der Menschenrechte. Sie unterstützen verfolgte Journalisten auf der ganzen Welt.

Unterstützen auch Sie Reporters sans frontières!

Monsieur Rainer

Thursday, April 21, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zum Ende der ZEIT - Community

Lieber Tycho, @ZEITverdichterin, Sie haben recht, die ZEIT Community ist begraben. Sie gibt es nicht mehr. Schluss, aus, ende. Was jetzt an rundgelutschten Artikelchen noch eingestellt wurde, kann man im wahrsten Sinne des Wortes an einer Hand ablesen. Wenn ein ZEIT - Redakteur über so einen Artikel herfällt und ihn "redigiert", dann entsteht ein ZEIT - konformer und politisch korrekter Einheitsbrei, den Kurt Tucholsky als eia - popeia bezeichnet hätte. Wir haben die ganze ZEIT für die Katz geschrieben und sind den Herrschaften nur auf die Nerven gegangen. Nun haben wir es schwarz auf weiss. Der Freitag ist das letzte Onlineforum seiner Art. Wie lange noch?

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Wednesday, April 20, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT zu Syrien: Auf Deutschland ist kein Verlass!

Ihr Syrer, macht euch keine Hoffnungen! Deutschland steht treu zu Assad, genauso wie es treu zu Mubarak gehalten hat und sich zum Freund Ghadafis hat machen lassen. Deutschland fabuliert von Menschenrechten, doch wenn es darauf ankommt, ist ihm die Erhaltung des Status quo, die guten Geschäfte und die Freundschaft mit den Despoten wichtiger. Syrer, verlasst euch lieber nicht auf Deutschland, sonst seid ihr verlassen.

Monsieur Rainer


Tuesday, April 19, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Ungarn in Not und was tut Deutschland ?

Ein Forist ruft nach dem deutschen Grüss - Michel! Wie naiv ist das denn? Der deutsche Bundespräsident ist der falsche Ansprechpartner! Herr Wulf hat nichts zu melden. Er darf Gartenschauen einweihen und Blech verteilen. Ausserdem darf er Gesetze unterschreiben, die ihm seine Chefin, Frau Merkel, vorlegt. Er ist der Grüss - August der Nation. Ein Leben ohne ihn ist möglich und macht auch noch Sinn. Doch wo ist die Bundesregierung? Sie ist eng mit den ungarischen Konservativen verbandelt. Wo ist die EU in Brüssel? Sie hat keinen Einfluss auf solche Entwicklungen! Die einzige Institution, die helfen kann, ist der Cour européenne de droit de l'homme. Doch dazu müsste erst einmal jemand gegen die ungarische Verfassung klagen, denn wo kein Kläger, da kein Richter!

Monsieur Rainer


Tuesday, April 19, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Ungarn auf dem Weg zurück in die Diktatur !

Die Entwicklung in Ungarn ist dramatisch! Noch dramatischer ist jedoch der Umgang mit dieser antidemokratischen Bewegung. Dass die neue ungarische Verfassung nicht mit der Menschenrechtscharta der Europäischen Union übereinstimmt, dürfte jedem interessierten Kenner der Materie einleuchten. Ergo wird sie vor dem Cour européenne de droit de l'homme auch keinen Bestand haben. Was besorgniserregend ist, ist die Tatsache, dass es sich bei den "ungarischen Verfassungs-Putschisten" um Konservative handelt, die den westlichen konservativen Parteien sehr nahe stehen. Dies ist auch der Grund dafür, dass wir keinen Ton der Empörung weder von der deutschen Bundesregierung, noch aus Brüssel hören. Und dies ist mehr als bedenklich!

Monsieur Rainer


Tuesday, April 19, 2011
Mein Kommentar in "der Freitag" zur Umstellung der ZEITONLINE

Geschätzte Dame von Welt, im ersten Moment war ich gar nicht so negativ gegen diese neue Form von ZEITONLINE eingestellt, denn ich kam gerade aus einer mörderischen Schlammschlacht, in der mich so ein Troll auch noch als Volksverhetzer beschimpft hat. Und das anonym. Ich konnte mich also ernsthaft gar nicht gegen diese strafrechtlich relevante Denunziation zur Wehr setzen. Irgendwo hört ja schliesslich der Spass auf. Es handelte sich um einen Stalker, der mich seit dem ersten Tag bei ZEITONLINE mit seinen Hasstiraden verfolgt. Er selbst gibt nichts von sich preis, kein Name, kein Bild, kein einziger Blog. Nur stänkern. Wir werden diese Spezies nun bald hier bei dem "Freitag" geniessen dürfen. Also empfand ich die neue Form von ZEITONLINE geradezu als Befreiungsschlag gegen diese anonyme Hassprediger. Nun habe ich ein paar Stunden darüber geschlafen und mein Blutdruck hat sich wieder bei 120/80 eingependelt. Ich lese Ihre nachdenklichen Argumente und ich muss Ihnen zustimmen. Erstens wird das eine perfekte Zensurbehörde nach ungarischem Vorbild, zweitens spart sich die ZEIT durch redigierte Blogs oder Artikel von seinen Amateurjournalisten einige bezahlte Mitarbeiter und drittens bekommen die Autoren dafür nur ein Dankeschön. So geht das aber nicht! Wenn ich schon Reportagen und Artikel schreiben soll, die dem Qualitätsanspruch eines fest angestellten ZEIT -Journalisten entsprechen sollen, dann will ich dafür bezahlt werden. Schliesslich bin ich Autor und als freier Journalist Mitglied von Reporter sans frontrières.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Tuesday, April 19, 2011
Diskussion in der ZEIT zu meinem Blog: Die rituelle Schlachtung von Tieren

Zu 26. montaigne
Schämen Sie sich eigentlich nicht? Gebricht es Ihnen vielleicht an einer solchen menschlichen Eigenschaft? Mit welchem Wort in meinem Blog habe ich zu erkennen gegeben, dass er zur Polarisierung tendiert und zur religiöser und kultureller Intoleranz aufhetzt? Ich habe den Sachverhalt geschildert, mehr nicht, um zur Diskussion anzuregen. Spannend wird es, wie der europäische Gerichtshof entscheidet. Wir alle wissen es nicht. Doch wenn er in einem Urteil vielleicht zu einem Verbot der rituellen Schlachtung kommen sollte, dann wird das weitreichende Konsequenzen für die rituelle Schlachtung im Geltungsbereich der europäischen Union kommen. Das ist die Frage, die ich stelle. Und was hat dies mit einer "angeblichen Hetze gegen Muslime und Juden" zu tun, wie von Ihnen postuliert? Sie haben sich mit Ihrem schändlichen und ehrverletzenden Kommentar für diese sachliche Diskussion disqualifiziert.


18.04.2011 um 10.33 Uhr
Monsieur Rainer


Kein Grund, Mme Bardot in Schutz zu nehmen. Mir wurde in verschiedenen Blogs unterstellt, dass ich Werbung für die abstossenden politischen Escapaden von Brigitte Bardot machen wolle und dass der Tierschutz gar nicht mein Anliegen sei. Das ist ehrverletzend und abstossend. Ich kenne Mme Bardot schon seit vielen Jahren persönlich. Anlässlich eines Empfangs in ihrem ehemaligen Haus "La Madrague" in Saint Tropez vor vielen Jahren begleitete mich mein Freund MICHOU. Jeder, der Frankreich kennt, muss MICHOU kennen. Er ist ein Star. Das angesagteste Schwulen -und Transvestiten Cabaret in Paris, am Pigalle ist sein Eigentum. Er ist schwul und er ist mein Freund, obwohl ich seit 40 Jahren glücklich verheiratet bin und eine Tochter habe. Als Brigitte Bardot meinen Freund MICHOU erblickte, schimpte sie unflätig mit mir, wie ich dazu käme, diese Schwuchtel in ihr Haus mitzubringen. Als ich mich gegen diese homophoben Anwürfe wehrte, nannte sie mich einen "sale boche". Für diesen Vorfall gibt noch lebende Zeitzeugen. Es gibt nicht den geringsten Grund, Werbung für Mme Bardot zu machen, deren Ausfälle hier in Frankreich mehr als berüchtigt und auch schon justiziabel geworden sind. Anderseits hat diese 77 jährige alte Dame ihr ganzes Vermögen in die Stiftung gesteckt und setzt sich seit 35 Jahren für den Tierschutz in der ganzen Welt ein. Dafür gebührt ihr mein Respekt. Ich habe Freunde hier in meinem Lotissement, die die Front National des Jean Marie Le Pen wählen. Ich teile ihre Ansicht nicht, denn ich wähle die Ecologisten unter der Führung der ehemaligen Untersuchungsrichterin Eva Joly. Soll ich deswegen meine Freundschaft mit meinen Nachbarn beenden, nur weil sie auf Grund ihrer Vitae eine andere politische Einstellung haben? Das ist gelebte Toleranz! 23% der der französischen Bürger sind Einwanderer muslimischer, jüdischer und anderer Glaubensrichtungen. Das, was wir Franzosen hier praktizieren, ist gelebte Toleranz. Die Front National hat keine Antworten, die ehrbar wären. Ich lehne sie rundweg ab. Um so erhabschneidender sind die Anwürfe eines Foristen, der sich anmassenderweise auch noch mit dem Namen eines grossen französischen Philosophen und Dichterfürsten schmückt. Montaigene würde sich im Grabe herum drehen, wenn er wüsste, welche Figuren sich mit seinem Namen schmücken. Gehen Sie auf meine homepage, dort werden sie unter "Bildergalerie" meine Freunde MICHOU und Bebel finden, die trotz der dümmlichen Aüsserungen von BB sehr wohl zwischen ihren berechtigten Anliegen und ihrem Privatleben differenzieren können.

PS.: Im neuesten Artikel beschuldigt mich MONTAIGNE der Volksverhetzung wegen meines Blogs: "Die rituelle Schlachtung von Tieren". Wie krank müssen eigentlich diese Foristen im Kopf sein?

Monsieur Rainer
Monday, April 18, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Wir brauchen eine Bürgerrechtspartei!

Vor langer Zeit waren die Liberalen eines Theodor Heuss, eines Reinhold Maier, eines Thomas Dehler und eines Karl-Hermann Flach eine Partei des Mittelstandes und der Bürgerrechte. Ihre herausragenden Personen der siebziger und achziger Jahre waren Hildegard Hamm-Brücher, Ralf Dahrendorf, Gerhard Baum und Hans-Dietrich Genscher. Diese Partei hatte Anstand, Augenmass und ein ausgeprägtes Rechtsstaatsempfinden, auch wenn es hin wieder zu Spendenskandalen kam. Immerhin stand sie für die Bürgerrechte. Mit dieser Partei haben die Herren Westerwelle, Niebel, Rössler, Lindner und Brüderle nichts mehr gemein. Sie sehen allesamt aus, wie Gordon Geko aus Wallstreet I und scheinen nur noch den Interessen einzelner zu dienen. Das liberale Aushängeschild Leutheuser-Schnarrenberger ist eben nicht die Wahrerin des Rechtsstaatsgedanken und der Bürgerrechte. Sonst wäre die Dame zumindest einmal auf das nächstliegenste gekommen: Die Verwirklichung des Grundgesetzes, das eine Trennung von Judikative und Exekutive vorschreibt. Doch auch 60 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik sind der Generalbundesanwalt und die Generalstaatsanwälte der Länder politische und weisungsabhängige Beamte. Der deutsche Richterbund fordert seit Jahren eine umfassende Reform der Justiz. Dies wäre eine lohnende Aufgabe einer liberalen Justizministerin. Fehlanzeige! Die FDP in seiner heutigen Form hat ausgedient und abgewirtschaftet. Niemand wird ihr eine Träne nachweinen. Die Grünen haben auch diesen Teil des Parteienspektrums übernommen.

Monsieur Rainer
Sunday, April 17, 2011
Reform der französischen Justiz


Es ist eine weitverbreitete Unsitte hier in Frankreich, jeden Verdächtigen einer Straftat, sei es auch nur wegen eines Bagatell – Deliktes, vorläufig festzunehmen. Das kann einem Autofahrer, der zu schnell gefahren ist, genauso passieren, wie einem Alkoholsünder. Auch das blosse Anpöbeln einer Politesse kann schon zur vorläufigen Festnahme führen, ganz zu schweigen natürlich von den wirklich schweren Jungs, die sich einer Straftat verdächtig gemacht haben. Man nennt das hier in Frankreich "garde à vue“.

Beispiel: Sie werden von der Gendarmerie oder der Police Nationale vorgeladen, um zu einer Strafanzeige gegen Sie Stellung zu nehmen. Sie bereiten sich ausführlich auf die Vernehmung vor, suchen ihre Akten und Belege zusammen und sind zwei Wochen später pünktlich zum Termin in der Polizeistation. Anstatt nun mit der Vernehmung zu beginnen, erklärt ihnen der Polizist, der die Vorladung unterschrieben hat, die vorläufige Festnahme. Der Wachhabende trägt die Uhrzeit in das Wachbuch ein. Und dies hat seinen Grund. Diese "garde à vue“ darf nämlich nur 24 Stunden andauern, dann müssen Sie entweder dem Haftrichter vorgeführt oder freigelassen werden. In extrem schwierigen Fällen kann der zuständige Untersuchungsrichter die Zeit der "garde à vue“ auf 48 Stunden verlängern.

Sie werden also in den Zellentrakt geführt und müssen sich restlos entkleiden. Es wird ihnen alles abgenommen, Gürtel, Uhr, Schnürsenkel, ihr Handy, ihr Ehering, Schmuck, Papiere und natürlich ihre Akten. Dann werden ihre Körperöffnungen untersucht. So werden sie in eine total verschmutzte, übelriechende Zelle gesperrt, in der sich absolut nichts befindet. Nicht einmal eine Toilette. Sie haben einen Haftschock. Schliesslich sind sie hier freiwillig erschienen. Nicht einmal einen Anwalt oder ihre Angehörigen dürfen sie verständigen.

Irgendwann werden sie erkennungsdienstlich behandelt und durch den Zentralrechner von Interpol gejagt. Dann werden sie in Handschellen zur Vernehmung abgeführt. Ihnen wird eröffnet, was gegen sie vorliegt und sie haben sich gefälligst zu äussern, oder sie laufen Gefahr, versehentlich gegen eine Hand des Polizisten zu laufen oder die Treppe hinunterzufallen. Anschliessend fährt der Polizist mit ihnen nach Hause und durchsucht ihre Wohnung. Die Handschellen bleiben stets am Handgelenk, die Nachbarn recken die Köpfe aus den Fenstern. Mittags gibt es den in Frankreich schon berühmten "Garde à vue-Sandwich“, der so staubtrocken ist, dass davon abgeraten werden muss, denn zu trinken gibt es nichts.

Am späten Abend ist die Vernehmung beendet. Sie werden wieder in ihr stinkendes Kellerloch gesperrt und warten. Der Polizist telephoniert in der Zwischenzeit mit dem Untersuchungsrichter. Wenn sie Glück haben, wird ein Haftgrund verneint, die Zelle wird von der Nachtschicht geöffnet und ihre Utensilien werden ihnen in die Zelle geworfen. Mit einem freundlichen "Casse toi“ werden sie ohne Angabe von Gründen aus der Polizeistation geworfen. Der Albtraum ist beendet.

So läuft das seit Jahrzehnten in Frankreich. Im Jahre 2001 waren es noch 336 718 Personen, die dieses Schicksal teilten. Bereits im Jahre 2009 sind es bereits 792 293, die so "behandelt“ wurden. Im Jahre 2010 rechnet man in Justizkreisen mit weit über 800 000 garde à vue Fällen. Statistisch gesehen ist also jeder Franzose einmal in seinem Leben in einer Polizeizelle gesessen.

Der Cour européenne de droit de l’homme hat dieses Verfahren nun als rechtswidrig und nicht mit den Gesetzen, Vorschriften und der europäischen Menschenrechtserklärung vereinbar verurteilt und Frankreich aufgefordert, diese Praxis abzuschaffen. Der Justizausschuss der Assemblé Nationale hat einen neuen Gesetzentwurf erarbeitet, der Justizminister hat diesen Entwurf überarbeitet, das Parlament hat ihn so beschlossen, der Senat hat dem zugestimmt, der Cour constitutionel hat sein Plazet dazu gegeben und der Staatspräsident hat das Gesetz unterschrieben.

Das Gesetz sollte am 1. Juni 2011 in Kraft treten, um den Richtern, Staatsanwälten, Polizisten und Advokaten Zeit zur Vorbereitung zu geben. Der Cour Cassation hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hat das Gesetz per gestern sofort und unwiderruflich in Kraft gesetzt und damit die gesamte Justiz in helle Aufruhr versetzt. Kein Mensch hat eine Ahnung, wie das nun ablaufen soll. Es gibt noch gar keine Ausführungsbestimmungen.

Nun, die Eckpunkte sind schon klar, doch wie soll das auf die schnelle umgesetzt werden? Bei jeder "garde à vue“ muss nun von der ersten Minute an ein Anwalt anwesend sein. Dieser hat 30 Minuten, um sich mit dem Deliquenten zu beraten. Dafür bekommt er 61 Euro von der Staatskasse. Danach beginnt die Vernehmung, die nicht mehr ohne Anwesenheit des Deliquenten stattfinden darf. Der Anwalt bekommt für einen Tag Anwesenheit 300 Euro plus Mwst. Wird die Garde à vue auf 48 Stunden verlängert, so bekommt der Anwalt zusätzlich 150 Euro aus der Staatskasse.

Die Polizisten und Gendarmen laufen Amok und haben ihre zahlreichen Gewerkschaften mobilisiert. Vorbei ist es mit dem Haftschock, den man für die Vernehmung so gut ausnutzen konnte. Vorbei ist es damit, den Delequenten mit Schlägen einzuschüchtern, um das Ermittlungsergebnis zu "fördern“.

Oh du mein Frankreich, ein langer Weg steht dir noch bevor, bis aus dir ein Rechtsstaat wird. Als nächstes werden wohl cirka 80% der französischen Gefängisse geschlossen werden müssen. Sie spotten jeder Beschreibung und haben schon seit hundert Jahren nichts mehr mit der französischen Menschenrechtserklärung zu tun. Ein ehemaliger Strafgefangener wurde vom Justizministerium dazu eingeladen, eine Gefängisreform zu erarbeiten.

La drôle de la Justice française!

Monsieur Rainer
Sunday, April 17, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zu meinem Blog: Die rituelle Schlachtung

Lieber tamok, danke dafür, dass sie als einer der wenigen hier im Forum zum Thema zurückgefunden haben. Mein Blog handelt nicht von Mme Brigitte Bardot, sondern von der rituellen Schlachtung von Tieren. Wenn die Herrschaften in der Schule beim Aufsatz derart das Thema verfehlt hätten, dann hätte es eine glatte 6 gegeben. Die ideologischen Scheuklappen sitzen bei den verbohrten Linken so fest, dass sie aus ihrem Korsett gar nicht mehr herauskommen. Die Linke schafft sich ab. Sie kann ausser ihren festgefahrenen Dogmen keinen Beitrag mehr zu anderen Fragen leisten. Die Themenstellung in meinem Blog war die Klärung juristischer und religöser Fragen. Dazu habe ich praktisch nichts gehört. Richtig, Mme Brigitte Bardot hat mich in "La Madrague" einen "sale Boche" genannt. Und das kam so: Einer meiner besten Freunde ist MICHOU, wie man unschwer in der Bildergalerie meiner homepage sehen kann. MICHOU ist Inhaber des angesagtesten Schwulen- und Transvestiten - Kabaretts am Place Pigalle in Paris. Er ist seit vierzig Jahren ein Star in Frankreich. Mme Bardot hat ihn in meiner Gegenwart schwer beleidigt und wollte ihn aus ihrem Hause werfen. Ich habe mich schützend vor meinen Freund gestellt und ihr Homophobie vorgeworfen. Da hat sie mich einen "sale boche" genannt. Das ist jedoch nicht das Thema meines Blogs. Das Thema heisst:" Die rituelle Schlachtung von Tieren." Eine differenzierte Betrachtungsweise ist offensichtlich nicht möglich. Dieses linke Lumpenproletariat lässt keine noch so lächerliche Gelegenheit aus, ihre Dogmen an den Mann zu bringen. Also ist es gleichgültig, ob ich über Katzen, gequälte Tiere, oder über den Mond schreibe, wer von Grund auf böse ist, der wird immer einen Anknüpfungspunkt finden, um aus jedem noch so gutgemeinten Artikel eine Hass-Attacke zu zimmern, ist sie auch noch so weit hergeholt. Ich schreibe gerade einen Blog zur französischen Justizreform. Mal sehen, was den Herrschaften dazu einfällt, um ihre dogmatische Jauche über mich auszuleeren. Mme Bardot hat es mit 77 Jahren sicher nicht mehr nötig den Tierschutz zur Vermarktung ihrer Filme zu missbrauchen. Das ist genau so absurd wie der Vorwurf, ich würde Blogs schreiben, um meine Bücher zu vermarkten. Hier in diesem Forum gibt es wahrscheinlich nur wenige, die sich überhaupt ein Buch finanziell leisten können. Ihr angelesenes Halbwissen stammt aus ihren Sperrmüll - Computern. Mehr ist da nicht! Man kann mit mir über alles diskutieren, auch bei völlig konträren Standpunkten. Doch ein Mindestmass an guten Manieren und Höflichkeit erwarte ich. Ansonsten ist der Forist eben disqualifiziert!

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer

Sunday, April 17, 2011
Mein Kommentar in "der Freitag" zu meinem Blog: Rituelle Schlachtung

Verehrte Blogger, wenn eine Frau, eine weltberühmte Künstlerin dazu, seit 35 Jahren Jahren ihre ganze Kraft und ihr gesamtes Vermögen für den Tierschutz einsetzt, dann interessiert es mich herzlich wenig, wer diese Person ist, was sie sonst noch alles so von sich gibt, mit wem sie verheiratet ist, mit wem sie Umgang pflegt, ob sie auch schon mal dummes Zeug erzählt hat und dafür sogar verurteilt wurde. Mir geht es nur um die Sache. Diese Frau hatte es nie nötig gehabt, jemals einen Film zu drehen oder den Tierschutz für ihre Zwecke zu missbrauchen. Sie stammt nämlich aus sehr vermögendem Elternhaus. Mme Bardot hat mich auch schon einmal in ihrem ehemaligen Haus in Saint Tropez "La Madrague" als "sale boche" bezeichnet, obwohl ich damals schon Franzose war. Sie hat halt ein böses Mundwerk. Das mindert meinen Respekt für diese grosse alte Dame des französischen Films nicht im geringsten. Es geht hier um den Tierschutz, meine Dame und Herren. Diese gequälten Kreaturen eignen sich nicht im geringsten für Ihre ideologisch motivierten Hasstiraden. Ich bin auch der ungeeignetste Ansprechpartner für solchen kindischen Quatsch. Wenn man hier nicht sachlich über das Thema sprechen kann, dann lassen wir es eben. Und damit ist diese Séance für mich beendet! Ich verspüre nicht die geringste Neigung, mich mit Ihrer teilweise schlechten Erziehung auseinanderzusetzen. Man fragt sich wirklich bei manchen Foristen, aus welchem Loch sie hervorgekrochen sind. Die Kinderstube muss ja die Hölle für manche Teilnehmer an dieser Diskussion gewesen sein.

Gute Nacht!
Monsieur Rainer
Saturday, April 16, 2011
Fondation Brigitte Bardot klagt gegen die rituelle Schlachtung von Tieren


Brigitte Bardot läuft seit Jahren Sturm gegen die rituelle Schlachtung von Tieren. Der Erfolg war bisher eher mässig. Die französischen Muslime und Juden, die ihre Tiere nach ihren religösen Vorschriften schlachten, wehren sich heftig gegen ein Verbot ihrer Traditionen und Sitten.

In Frankreich wird die Schlachtung nach muslemischem Brauch "Halal“ genannt. Die jüdische Schächtung nennt man "casher“. Das Schlachten der Tiere nach diesen religiösen Sitten verursacht zweifelsohne ein unangesbrachtes Leiden des Tieres. Eine Kuh lässt man zum Beispiel ausbluten, bis sie nach etwa 14 Minuten das Bewusstsein verliert. Noch vor dem Eintritt des Todes wird das Tier an den Haken gehängt und quasi bei lebendigem Leibe ausgewaidet.

Gegen diese Art der Tierquälerei kämpft die legendäre und in Frankreich hochangesehene alte Dame des Films seit nunmehr 35 Jahren einen verzweifelten und scheinbar aussichtslosen Kampf. Überall schiessen in Frankreich Frittenbuden aus dem Boden, die sich "Halal“ nennen. Es gibt heute Hamburger HALAL an jeder Hausecke, genauso wie McDo in jedem Quartier zu finden ist.

Die überaus streitbare Grande Dame der République wird nun 77 Jahre alt und ist stark gehbehindert. Sie will diesen Kampf nun endlich zu Ende bringen. Daher hat sie am 27. Februar 2011 gegen den damaligen Innenminister Brice Hortefeux, der auch für den Kult zuständig ist, Strafanzeige bei der Pariser Justiz erstattet. Ebenfalls wurde der Landwirtschaftsminister Bruno Lemaire von ihr angezeigt.

Nicht, dass Mme Brigitte Bardot auch nur die geringsten Chancen sähe, hier in Frankreich eine Verurteilung zu erzwingen. Nein, ihr Ziel ist es, durch alle Instanzen zu gehen, um dann vor dem europäischen Gerichtshof eine letztinstanzliche Ächtung dieser Kult-Schlachtung in ganz Europa zu erreichen. Sie bezieht sich bei der Strafanzeige auf verschiedene Artikel des französischen und europäischen Rechtes, gegen die diese religiöse Art der Schlachtung von Tieren ihrer Meinung nach verstösst.

Es wird wohl der letzte Kampf der hochverehrten Grande Dame Brigitte Bardot werden.

Monsieur Rainer
Saturday, April 16, 2011
Mein Blog in der Freitag: Laurent Gbagbo's Festnahme war eine Panne!

Frankreich hat wiedereinmal eine Meisterleistung der aussenpolitischen Hypokrisie in der ehemaligen Kolonie Côte d'Ivoire abgeliefert. Und die UNO hat sich auch noch dazu missbrauchen lassen. Was war geschehen?

Frankreich zieht sich die Despoten für ihre ehemaligen Kolonien in ihren Grandes Ecoles selbst heran, lässt sie dann noch durch den Militärgeheimdienst DGSE schulen und parkt die Herrschaften an der Côte d'Azur. Kommen Sie zum Einsatz, werden vorher die Verträge über die Ausbeutung der Ressourcen der Heimatländer der so geschulten Despoten geschlossen.

So war es auch bei Laurent Gbagbo. Doch eines Tages wurde er vertragsuntreu und machte Geschäfte mit den Chinesen. Das geht nicht, entschied Frankreich: "Das Uran gehört uns, den Kakao könnt ihr verkaufen!" Also werden "freie Wahlen" anberaumt, die natürlich zu Gunsten des in Frankreich geparkten Ersatzspielers Alassane Quattara ausgehen.

Gbagbo will aber nicht weichen. Da helfen die Eliteeinheiten des 2e REP der französischen Fremdenlegion und das 11e RI des französischen Militärgeheimdienstes DGSE. Das Kind bekommt auch einen Namen: LICORNE. Die Jungs der Eliteregimenter haben stets einen zweiten Helm im Spind. Blau gestrichen und mit den unparteiisch erscheinenden Buchstaben UN bepinselt. Für alle Fälle, man weiss ja nie.

Die ganze Sache muss natürlich legalisiert werden, ergo wird eine UN-Beschluss besorgt und schon kann der untreue Vertragspartner Gbagbo zum Freiwild erklärt und durch einen Putsch gestürzt werden.

Die heutige Festnahme Gbagbo's war allerdings eine Panne. Was, wenn der Herr nach den Haag überstellt wird und zu sprechen beginnt? Man wird ihn wohl kaum zu seinem gestohlenen Geld an die Côte d'Azur zurückbringen können. So abgefeimt sind nicht einmal wir Franzosen. Ein bisschen Schamgefühl mus ja sein!

Nun darf also der so an die Macht geputschte Alassane Quattara, übrigens mein Nachbar in Mougins, dessen Haus sehr gut durch die Gendarmerie bewacht wird und so Einbrecher aus unserem Quartier fernhält, die Geschäfte Frankreichs an der Elfenbeinküste erledigen. Seine Weste ist kein bisschen sauberer, als die seines gestürzten Vorgängers Laurent Gbagbo, auch er hat Blut an den Händen. Doch im Moment ist e r der Geschäftspartner Frankreichs. Bis auch dieser Diktator von Frankreichs Gnaden in Ungnade fällt.

Dann spätestens wird er wieder mein Nachbar. Solange wird die Gendarmerie Nationale sein bescheidenes Häuschen an der Côte d'Azur samt seiner Familie streng bewachen.

Wer nun allerdings meint, über meine Heimat Frankreich wegen seiner verlogenen Aussenpolitik den Stab brechen zu müssen, der sollte besser vor seiner eigenen Türe kehren.

Monsieur Rainer
z.Zt. Paris, Saint-Germain-des-Prés
Adhérant et supporteur de
reporters sans frontières


Friday, April 15, 2011
Mein Leserbrief in "der Freitag" zu meinem Blog: Côte d'Ivoire

Verehrter Cato, dazu kann Europa sehr viel beitragen. Nur ein Beispiel: Der Wahnsinn des europäischen Agrarmarktes. Wir Franzosen im besonderen und auch die Deutschen subventionieren unseren heimischen Agrarmarkt mit Milliarden von Euro. Die Agrarindustrie produziert einen Überschuss an Lebensmitteln, der entweder vernichtet, teuer gelagert oder noch schlimmer, unter den Herstellungskosten in die sogenannten "Entwicklungsländer" exportiert wird. Der afrikanische Bauer kann zu solchen Preisen nicht liefern, lässt sein Land veröden und zieht in die Elendsviertel der Grossstädte. Um unser Gewissen zu beruhigen, veranstalten wir dann Jahr für Jahr eine kitschige und verlogene Weihnachts-Spenden-Gala mit den Filmchen von armen verhungerten Negerkindern. So verhungert nach Auskunft von Prof. Jean Ziegler, Vizepräsident der Welthungerhilfe der UN, alle zehn Sekunden ein Kind in dieser Welt. (Jean Ziegler: Der Hass auf den Westen) Wenn wir mit diesem Agrarwahnsinn aufhören würden und den Ländern in Afrika anständige Preise für ihre Rohstoffe bezahlen würden, die auch wirklich dem Volk zugute kämen und nicht den korrupten Diktatoren von unseren Gnaden, dann könnte dies der Anfang einer Versöhnung sein. Noch unterstützen wir jedoch die grössten Verbrecher dieser Welt, wenn sie uns nur den Status quo garantieren. Ich komme gerade aus Nordafrika. Was ich da gesehen habe an Leid, Elend und Lügen, das ist nur schwer zu ertragen.

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
Adhérent et supporteur
des reporters sans frontières

Friday, April 15, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT: Laurent Gbagbo's Festnahme ist eine Panne!

Frankreich hat wiedereinmal eine Meisterleistung der aussenpolitischen Hypokrisie in der ehemaligen Kolonie Côte d'Ivoir abgeliefert. Und die UNO hat sich auch noch missbrauchen lassen. Was war geschehen? Frankreich zieht sich die Despoten für ihre ehemaligen Kolonien in ihren Grandes Ecoles selbst heran, lässt sie dann noch durch den Militärgeheimdienst DGSE schulen und parkt die Herrschaften an der Côte d'Azur. Kommen Sie zum Einsatz, werden vorher die Verträge über die Ausbeutung der Ressourcen der Heimatländer der geschulten Despoten geschlossen. So war es auch bei Laurent Gbagbo. Doch eines Tages wurde er vertragsuntreu und machte Geschäfte mit den Chinesen. Das geht nicht, entscheidet Frankreich. Also werden "freie Wahlen" anberaumt, die natürlich zu Gunsten des in Frankreich geparkten Ersatzspielers Alassane Quattara ausgehen. Gbagbo will aber nicht weichen. Da helfen das 2e REP der französischen Fremdenlegion und das 11e RI des französischen Militärgeheimdienstes DGSE. Die ganze Sache muss natürlich legalisiert werden, ergo wird eine UN-Beschluss besorgt und schon kann der untreue Vertragspartner Gbagbo zum Freiwild erklärt und durch einen Putsch gestürzt werden. Die heutige Festnahme Gbagbo's war allerdings eine Panne. Was, wenn der Herr nach den Haag überstellt wird und zu sprechen beginnt? Man wird ihn wohl kaum zu seinem gestohlenen Geld an die Côte d'Azur zurückbringen können. So abgefeimt sind nicht einmal wir Franzosen. Ein bisschen Schamgefühl mus ja sein!

Monsieur Rainer
Monday, April 11, 2011
Les tricheurs du peuple libyen - Fazit einer Reise


Der Krieg in Libyen stagniert. Es ist ein Patt entstanden. Der "Stalin der Wüste“ Mouhammar-al-Ghadafi verspürt den militärischen Druck des eigenen Volkes und der NATO, der Freiheitskämpfer, der Rebellen, der Revolutionäre und der eigenen Regierung, die sich in Auflösung befindet. Jeden Tag macht sich ein neuer Geheimnisträger, sprich Komplize des Diktators, vom Acker und fraternisiert mit dem Feind, um seine schmutzige Haut zu retten.

Nun kommt auch noch ein Emmissär seiner deutschen Freunde und verhandelt mit ihm. Herr Schmidbauer ist ihm bestens bekannt. Der ehemalige Geheimdienstkoordinator der Regierung Kohl hat schon viele schwierige Missionen erfüllt, die manchesmal auch schon zu Geiselbefreiungen geführt haben. Nun ist aber die deutsche Regierung zur Geisel ihrer eigenen Unfähigkeit, ihrer Provinzialität und ihrer Machtvergessenheit geworden.

Erst hat die deutsche Regierung die Zustimmung der arabischen Liga und der UNO von einer deutschen Beteiligung am Einsatz in Libyen abhängig gemacht. Die wurde eingeholt, sie lag vor! Ergebnis: Deutschland hat sich der Stimme enthalten. Sie hat sich international isoliert mit ihrer erbärmlichen Enthaltung im Weltsicherheitsrat. Das merken die Dres. Merkel & Westerwelle nun. Sie befinden sich in der illustren Gesellschaft der gesamten deutschen Linken, der Pazifisten, des Onlinepöbels in den deutschen Medien und der für ihre Rechtsstaatlichkeit bekannten Länder Russland und China. Eine unappetitliche Mesaillance!

Irgendwie soll Schmidbauer, der erfahrene Geheimniskrämer aus Kohls Zeiten, diesen gordischen Knoten durchschlagen. Helfen da geheime Absprachen mit einem Massenmörder? Helfen vielleicht Geld, Entwicklungshilfe, neue Waffenlieferungen? Nichts menschliches ist Herrn Schmidbauer fremd. Wieso auch? Waffen gegen Geiseln, Geld gegen Uranschmuggel? U-Boote für Israel, das eigentlich zu einem Krisengebiet gehört und daher unter das Waffenkontollgesetz fällt, alles kein Problem.

Warum also nicht einen scheinheiligen Waffenstillstand in Libyen gegen Garantie des Status quo? Wie könnte der aussehen? Ghadafi stellt die Kämpfe gegen die Revolutionäre offiziös ein. Dafür wird das Ölembargo aufgehoben und die Alliierten samt NATO stellen die Luftschläge ein. Das Tribunal in den Haag stellt seine Ermittlungen gegen Ghadafi und seine Söhne ein. Wäre das vielleicht eine Lösung nach dem Geschmack der Deutschen?

Vielleicht! Immerhin könnten sie im Nachhinein behaupten, dass ihre Enthaltung der Ausfluss einer besonderen Klugheit gewesen wäre. Der so erreichte Waffenstillstand würde dann zur Krönung ihres diplomatischen Geschicks hochstilisiert und könnte so ganz gut den Deutschen verkauft werden. Laut Umfragen befinden sich 70% der Deutschen in dieser Frage in der seltsamen Gesellschaft mit der SED – Nachfolgepartei PDS und dem linken Lumpenproletariat in den Onlinforen der Medien. Die Linken loben Westerwelle. So weit herunter ist die deutsche linke Intellektuellenszene schon gekommen. Das ist nicht satisfaktionsfähig, so tief kann man gar nicht schiessen.

Man weiss nicht, was Herr Schmidbauer da so alles aushandelt mit dem Blut-Despoten von Tripolis. Weil seine Mission ja nun nicht unbedingt gelingen muss, haben sich zur Sicherheit auch noch einige Diktatoren-Komplizen Ghadafi’s aus Schwarzafrika auf den Gang nach Canossa gemacht. So tausend Jahre Gefängnis kommen da schon zusammen, wenn sich die korrupten Blut-Pharaonen der Afrikaner mit dem Soziopathen Ghadafi an einem Tisch versammeln. Was diese Herren in ihrem feinen Zwirn aus bestem italienischen und englischen Schneiderhandwerk da verhandeln, das kann man sich an den fünf Fingern abzählen. Bisher war weitgehend gar nicht bekannt, dass man soviel menschlichen Abfall in einem Anzug verpacken kann. Eine völlig neue Erkenntnis für die Betreiber von Kläranlagen.

Und was hilft das alles den Bürgern von Libyen? Ach so, da war doch etwas! Da waren, unverständlicherweise, plötzlich die Menschen aus diesem Wüstenstaat mit ihrem Leid, ihrem Elend, ihrer Knechtschaft, ihren Mördern, Folterern, Totschlägern nicht mehr zufrieden.

Die deutsche Linke fürchtete um ihren wie eine Monstranz vor sich hergetragenen Pazifismus und denunzierte diese libyschen Bürger einfach als Agenten von al-Quaïda, Hamas, Hilbollah, fanatische Islamisten und wenn das alles noch nicht half, nahm man, ganz verwegen, auch noch die Baskische Terroristenszene in Anspruch. Schade, die IRA und die RAF existieren nicht mehr, nichts wäre zu dämlich, um der Linken nicht als Feigenblatt für ihre monströse Dummheit und ihre masslose Feigheit zu dienen. Ihr jedoch, meine lieben libyschen Bürger, ihr habt keinen Stellenwert in der internationalen Politik. Ihr kommt da gar nicht vor. Es geht um Geld, um Macht, um Öl, um Erhaltung des Status quo. Da kommen bedauerlicherweise die Bürger der geknechteten Länder nicht vor.

Sehr wohl mahnen wir die Einhaltung der Bürgerrechte überall an. Wir ermutigen euch Freiheitskämpfer auch stets, für eure Rechte einzutreten, doch ausfressen müsst ihr den Schlammassel, den ihr euch da eingebrockt habt, schon selbst.

Wir beschränken uns bei den Geschäftsverträgen mit euren korrupten Despoten lediglich auf eine salvatorische Klausel in allen Kontrakten, die da lautet:

"Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages, insbesondere die angemahnte Einhaltung der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen nicht eingehalten werden, so berührt dies nicht die Rechtswirksamkeit des übrigen Vertrages.“

Ihr Völker dieser Welt, in Libyen, in Ägypten, im Jemen, in Syrien, in Jordanien, in Russland, in China und in ganz Afrika, verlasst euch in eurem berechtigten Streben nach Freiheit und Menschenwürde lieber nicht auf uns!

Wir sind nämlich der Judas der geknechteten Völker dieser Erde!

Monsieur Rainer
Monday, April 11, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT: Deutschland hofiert immer noch die Despoten

Nicht vergessen: Ghadafi hat diesen Krieg angefangen! Die Völker Afrikas und Arabiens sind es leid, unterdrückt zu werden. Sie sind es leid, ihrer Grundrechte und ihrer Menschrechte beraubt zu werden. Die neuen Kommunikationsmittel haben eine Welle der Aufklärung in die Länder getragen. Unter Globalisierung hat der Westen die Weltmacht der Industrienationen verstanden. Die Ausbeutung der Ressourcen und die Hofierung der Despoten, die uns den Status quo versprachen. Mit welchen Mitteln dieser Status erreicht wurde, war uns egal. Wir haben uns mitschuldig an den Verbrechen der Pharaonen des Blutes, der Folter, des Mordes und der Korruption gemacht. Wir haben deren Geld gewaschen und Menschenrechte gepredigt, weil das einfach als salvatorische Klausel mit in die Geschäftsverträge gehörte. Nun stehen die geschundenen Bürger in diesen Ländern auf und was tun wir? Wir zetern um die Aufnahme der Flüchtlinge, die zu Hause geblieben wären, wenn wir ihnen schon früher geholfen hätten. Deutschland liefert eine Meisterleistung transatlantischer Politik ab, in dem es nach Menschenrechten kräht, nach dem Enverständnis der arabischen Liga und der UNO ruft, um sich dann der Stimme im Weltsicherheitsrat zu enthalten. Die französische Aussenpolitik war immer schon hypokrit, nun ändert sich langsam unter Schmerzen die ehemalige Kolonialmacht. Und die Deutsche Regierung? Sie versagt auf der ganzen Linie. Sie ist einfach unfähig. Die Dres. Merkel und Westerwelle sind von einer Provinzialität, die lebensgefährlich für Deutschland und das Bündnis ist.

Monsieur Rainer
Sunday, April 10, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Va pensiero....

Die jakobinischen Verfechter der political correctness legen sich wie ein klebriger Ausschlag auf das ganze Land. Jede kontroverse Meinung wird diesem semantischen Ungeist geopfert. Wer sich bewusst ausserhalb des Mainstreams stellt, der wird mit einem Hass und mit einer Niedertracht von den Sprachfaschisten und Meinungsterroristen verfolgt, die jeden Ansatz von freiem Denken im Keim erstickt. In einem Land, das stets das Recht auf freie Meinungsäusserung wie eine Monstranz vor sich herträgt, wird eben diese bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Am Ende bleibt rabulistisches Einerlei und das geistige Elend. Zieht Gedanken......

Monsieur Rainer
Saturday, April 09, 2011
Die SCHLACHT um MISRATA in LIBYEN Reportage Teil IV


Der Kampf zwischen den Rebellen und den Truppen und Söldnern Ghadafis wird rüde geführt. Es gibt keine Gnade, kein Erbarmen. Keiner der vielen selbsternannten Politik -und Kriegs - Strategen macht sich auch nur die geringste Vorstellung davon, wie es um die dreihunderttausend Einwohner zählende Stadt steht. Es ist die westlichste Stadt Libyens, nur zweihundertzwanzig Kilometer von Tripolis entfernt.

Die Rebellen befinden sich in einer nahezu aussichtslosen Lage. Die Hälfte der Stadt wurde von den Schergen Ghadafis eingenommen, die andere Hälfte wird von den Rebellen besetzt. Vor ihnen die Truppen Ghadafis, in der Stadt die Söldner Ghadafis, der Rückweg nach dem sicheren Bengasi ist durch die Artillerie und durch die Panzer Ghadafis abgeschnitten.

Die ganze Nacht peitschen Schüsse durch die Strassen und Gassen dieser Mittelmeer - Metropole. Die gefürchteten Sniper Ghadafis treiben ihr blutiges Unwesen. Sie "arbeiten“ meist zu zweit. Der Einweiser bestimmt die Ziele, berechnet die Entfernung, die Windrichtung und die Windgeschwindigkeit, der Schütze justiert sein Präzisionsgewehr nach dessen Ermittlungen, atmet tief durch und schiesst, während er ausatmet. Das wahllos ausgewählte Opfer ist tot, bevor es einen Schuss hört. Meist sind die Waffen mit Schalldämpfer versehen, damit man den Schuss nicht hören und das Mündungsfeuer nicht orten kann.

Die Sniper, meist südafrikanische Söldner, arbeiten für teures Geld. Sie wissen um ihr Risiko. Werden Sie gefasst, so werden sie gnadenlos gelyncht. Eine Justiz gibt es nicht mehr in Libyen. Sie gab es wohl auch nie wirklich. Es ist auch nicht die Zeit für Gnade oder Gerechtigkeit. Rache, Hass und ohnmächtige Wut haben den Blick für jedes menschliche Gefühl verstellt. Dass einige der Sniper gefasst und "erledigt" wurden, wertet Mohammed Djaber als einen Fortschritt.

Ein Sprecher der Rebellen, der sich Nasser nennt, erklärt, dass die Schlacht um Misrata sich bis in die Strassen von Tripolis ausgeweitet hat. Kann man das glauben? Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge und endet mit einer noch grösseren Lüge, um die erste Lüge zu rechtfertigen. Der erste Tote in jedem Krieg ist die Wahrheit. Nasser fügt noch hinzu, dass es einen Toten und zwanzig Verwundete gegeben habe. Wo? Auf welcher Seite? Niemand kann diese Aussagen nachprüfen ohne von einem Sniper erwischt zu werden. Eine angebotene Schutzweste ist hier ein Treppenwitz des Kampfes. Die Sniper schiessen mit international geächteten Hochgeschwindigkeits - Explosiv -Geschossen, die einen jeden Körper, mit oder ohne Weste, wie eine Melone platzen lässt, die man aus dem fünften Stockwerk geworfen hat.

Die Streitkräfte Ghadafis bombardieren mit schwerer Artillerie das Quartier rund um den Hafen von Misrata. Der Hafen ist der einzige Ausweg der Rebellen aus der Umklammerung. Sie sind eingekesselt. Kommt deutsche Hilfe? Wohl kaum. Hier wird geschossen, hier wird gestorben. Die Deutschen haben wohl eingesehen, dass sie mit ihrer Enthaltung im Weltsicherheitsrat einen schweren Fehler begangen und sich im westlichen Bündnis isoliert haben. Nun wollen sie mit einer Scheinschwangerschaft, sprich humanitäre Hilfe, ihre Isolation aufbrechen. Zu spät. Das Ansehen hier in Libyen haben die Deutschen verspielt. Kopfschütteln über diese widersprüchliche und verwirrende Haltung hier in Misrata.

Die "Marianna Danica“ hat am Nachmittag am Hafen festgemacht und sechshundert Tonnen Lebensmittel entladen. Das reicht gerade mal für vierzigtausend Menschen gestreckt auf einen Monat. Zweihundertsechzigtausend Menschen bleiben ohne jede Versorgung. Strom und Wasser gibt es nicht. Das Schiff befördert auch einige Medikamente und Verbandsmaterial der UNICEF. Es reicht hinten und vorne nicht. Eine unglaubliche humanitäre Katastrophe bahnt sich an.

Misrata ist die westlichste Stadt Libyens, die zur Hälfte von einer grossen Anzahl von Rebellen beherrscht wird, doch nach einigen Wochen des ständigen Artilleriebeschusses durch die Truppen Ghadafis ist die Situation aussichtslos. Ein mörderischer Häuserkampf tobt Tag und Nacht in den engen Gassen dieser Stadt. Die Luftschläge der Alliierten richten hier wenig aus, und bergen die Gefahr des friendly fire in sich. Tod liegt über dieser Stadt.

Verwunden mein Herz mit eintöniger Mattigkeit.
Blessent mon coeur d’une longueur monotone.

Paul Verlaine
(1844-1896)


Monsieur Rainer
Saturday, April 09, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT: Merkels Politik ist gelebtes Kabarett

Immer wenn ich die Dres. Merkel und Westerwelle bei einer Pressekonferenz sehe, fällt mir der Kabarettist Volker Pispers ein: "Die sind wohl genau so gespannt wie wir, was sie jetzt wohl gleich sagen werden!"

Monsieur Rainer
Friday, April 08, 2011
Die MURTAZAKAS von LIBYEN Reportage Teil III


Mouammar-al-Ghadafi hat sie kreiert. Zwischen Brega und al-Saloum und auch in anderen Teilen Libyens stösst man auf die bluttrünstigen Söldner. Es gibt keine Stadt in Libyen, die sie nicht mit Gewalt, Mord, Totschlag, Folter und Vergewaltigung von Frauen heimsuchen. Sie verbreiten den schieren Horrror. Das Leben der Frauen und jungen Mädchen wird durch die Vergewaltigungen dieser Räuberbanden zerstört. In einem Fall musste die gesamte Familie bei diesem entwürdigendem Spektakel zusehen. Der Grossvater hat geweint. Die alten Weiber sind erstarrt. Die Männer sind nicht da, sie suchen sich einen Feind irgendwo draussen vor Brega. Die altersschwachen Toyotas mit ihren auf die Ladenflächen aufgeschweissten Maschinengewehren sind frisch aufgetankt. Die Magazine der Ak 70 wurden neu aufmunitioniert. Zwei Magazine kosten heute einen Hammel. Das Martyrium von Brega wird zum Monster.

Am Hafen haben sich entsetzliche Szenen abgespielt. Ein türkisches Schiff ist eingelaufen, um Flüchtlinge aufzunehmen. Statt der vorgesehenen tausend Passagiere sind nun viertausend Männer, Frauen und Kinder an Bord. Die Bordwachen wurden einfach überrannt. Panik herrscht. Menschen fallen über Bord in die Zwischenräume von Schiff und Kai. Sie werden zerquetscht oder ertrinken. Dabei wollten sie nur in die Freiheit, weg von diesem Horror. Die FERRY ANKARA wird zum Leichenschauhaus. Am Ende der gut gemeinten Evakuierung sind sieben Menschen tot und zweihundertfünfzig verletzt.

Der Meteologe kommt nach Hause. Er ist alt, müde, krank und bewaffnet. Seine Freunde gehen mit ihm zusammen in sein halb zerstörtes Haus. Sie alle haben keine Munition mehr. Doch ein Tee wird helfen. Morgen kaufen sie neue Munition und ziehen wieder los, um einen Feind zu suchen. Ein Kommando gibt es nicht. Irgendeine militärische Organisation ist nicht zu erkennen. Jeder fährt einfach los, um diese feige Bande von loyalen Ghadafisten zu suchen und zu töten. Noch nie zuvor hatten sie eine Waffe in der Hand. Sie sahen zum erstenmal in ihrem Leben vor drei Wochen einen Toten. Der libysche Soldat von Ghadafi wurde von einer Garbe ihres Kal.50 förmlich in Stücke gerissen.

Es ist still. Nur leises Wimmern ist zu hören. Omar Saleh wird misstrauisch. Er bringt seine leere AK 70 in Anschlag und bedeutet seinen Freunden, still zu sein. Ein Murtazaka vergeht sich an seiner zwölfjähren Tochter. Drei andere urinieren auf den Grossvater. Omar reisst den Kerl von seinem Kind und schlägt ihm mit dem Lauf der leeren Maschinenpistole auf den Hals. Es sind Schwarze. Wahrscheinlich aus dem Niger. Omar heult auf vor Wut, Schmerz und Hass: "kif makanac“.

Seine Freunde wollen ihn zurückhalten. Der Meteologe will den Kerl auf der Stelle lynchen. Dessen Taschen sind voller Dinars. Er ist vielleicht siebzehn Jahre alt, ein Murtazaka? Vielleicht. Wer will das jetzt noch wissen. Die anderen Murtazakas werden zum Toyota geschleppt und gefesselt. Der Vergewaltiger ist schon halb tot, doch Omar fesselt ihn brutal an die Anhängerkupplung seines Pick-up. In rasender Fahrt geht es durch die halb zerstörte Stadt. Sie werfen die Murtazakas bei hundert Stundenkilometer von der Ladefläche, wenden und überfahren sie. Der Hass hat aus Bäckern, Händlern, Automechanikern und einem Meteologen entfesselte Lynchmörder im Blut-Rausch gemacht. Einen Blut-Excess nennen das nüchterne Kriminologen.

Die Stadt Misrata ist voll von diesen Murtazakas. Sie rauben, foltern, morden, plündern, vergewaltigen. Sie werden gut bezahlt von Saif-al-Ghadafi, dem früher vom Westen hofierten Sohn des Tyrannen. In München wollte die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung bei ihm vornehmen. Sie vermuteten Waffenhandel und sonst noch irgendwelche schmutzigen Geschäfte. Doch höflich, wie deutsche Staatsanwälte nun mal sind, kündigten sie ihre Durchsuchung erst bei der libyschen Botschaft in Berlin an. Kopfschütteln in Misrata. Egal, mit den Deutschen ist man hier im freien Teil Libyens fertig.

In Ras-la-nuf beraten Stammesälteste. Sie palavern. Eine Entscheidung ist von diesen alten Männern nicht zu erwarten. Ihre Söhne haben sich von ihnen abgewandt, ihnen den Gehorsam versagt. Sie haben genug von dem Taktieren der Stammesoberen. Diese mögen Ghadafi auch nicht, doch sie wurden immer wieder mit viel Geld bei Laune gehalten. Einer spricht sehr ordentlich englisch. Er macht den Vorschlag, sich mit al-Qaïda zu verbünden. Waffen und Logistik könnten den Aufstand der Rebellen besser organisieren helfen. Es fällt keine Entscheidung. Hier mag man keine Schiiten. Doch das Angebot ist verlockend. Man hält sich diese Option offen, falls die NATO doch wieder mit Ghadafi gemeinsame Sache machen sollte. Ein Drittel der libyschen Ölförderung werden an Deutschland verkauft. Ghadafi hat gut an den Deutschen verdient. Dafür und dass sie sich im Weltsicherheitsrat der Stimme enthalten haben, liebt er sie.

In Brega wollen irgendwelche Führer der Revolutionäre, die man vorher hier noch nie gesehen hat, Öl verkaufen. Die Quattaris haben sich als Vermittler angeboten, behaupten diese selbst ernannten "Führer der Revolution“. Doch Omar und seine Freunde haben andere Sorgen. Das Geld aus dem Erlös des Öls ist noch nie bei ihnen angekommen. Ghadafi hat es gestohlen, obwohl das Öl aus ihrem Stammesgebiet kommt. In Tripolis gibt es kein Öl. Die Stammesältesten wurden von Ghadafi geschmiert, sie haben längst ihren Stolz verloren. Sie geniessen bei den Rebellen keine Autorität mehr.

Wer wird die Revolutionäre von Ost-Libyen als nächstes verraten? Sie tippen auf Obama. Seit Montag fliegen die Amerikaner keine Angriffe mehr auf die Panzer Ghadafis. Die Einschläge der Missiles werden weniger. Die sechste Mittelmeerflotte der Amerikaner zieht sich zurück. Obama hat seine erneute Kandidatur für die amerikanische Präsidentschaft verkündet. Die Türken versuchen zu vermitteln. Sind sie nicht in der NATO, also Partei? Es wird verhandelt mit den Emmissären von Ghadafi, nicht mit den Rebellen.

Wer wird der Judas der Revolution? Omar Saleh heult auf voller Schmerz, Wut und Enttäuschung: "Einer steht für uns schon fest, die Deutschen!“

Monsieur Rainer
Tuesday, April 05, 2011
LESERMEINUNGEN zu REPORTAGEN aus LIBYEN

Soweit ich das überschaue, erfüllen mein Reportagen nicht die Erwartungen der geneigten Leser. Das ist auch nicht die Aufgabe eines Journalisten. Er hat nur zu berichten, was er gesehen hat, ob das dem Publikum passt oder nicht. Ich behaupte mit keinem Wort, dass ich alles gesehen habe, dass es nicht doch die von den Lesern gewünschte Hamas, Hisbollah, al-Qaïda oder gar eine internationale Verschwörung gegen den armen Ghadafi gibt. Ich habe nur keine gesehen. Ich veröffentliche die Bilder, deren Rechte ich nicht verkaufen konnte, weil sie zu grausam sind, auf meiner homepage. Die Reportagen werden in der Sekunde in der ZEIT und im FREITAG gelöscht, wenn ich die Rechte an eine Zeitung verkauft habe. Ich bin nicht interessiert an der Meinung verbohrter linker Hassprediger, die eine vorgefertigte Meinung vertreten, die nicht der Realität entspricht. Sie merken gar nicht in ihrer Verblendung, dass sie sich mit Westerwelle und Merkel gemein machen. Deren Feigheit ist abstossend und ekelhaft. Deutschland nimmt Schaden an der Politik seiner Regierung.

Monsieur Rainer


Monday, April 04, 2011
SÄBEL gegen PANZER in LIBYEN Reportage Teil II


Whalid hat den Degen und die Ordonanzpistole seines Grossvaters bekommen. Wer keine Waffe hat, wird von den Strassenkontrollen nicht durchgelassen. Es ist 19 Uhr auf der Strasse nach Brega. Seine Freunde, alles Schüler, Studenten, Händler, Fischer, Handwerker, der jüngste 16 Jahre der älteste 71 Jahre alt, er war Nachtportier in einem Hotel, haben eine Fahrgemeinschaft gebildet. Eine Ak 70 aus tchechischer Bauart kostet momentan den Monatslohn einer Arbeiters in den Raffinerien. Munition extra.

Irgendwo schlägt ein Geschoss aus der Artillerie von Ghadafi’s Truppen ein. Links und rechts der Schnellstrasse liegen rauchende Trümmer von ausgebrannten Panzern. Die Türme der Tanks und die Leichenteile der Soldaten liegen weit verstreut in der Wüste. Whalid hat Angst. Seine Freunde haben das Gefühl, Selbstmord zu begehen. Die Angst führt diese kleine Kolonne von Rebellen zusammen. Zum erstenmal ist ein gewisser Zusammenhalt zu verspüren.

Es wird Nacht und erbärmlich kalt draussen in der Wüste. Die Freunde haben sich in Wolldecken eingewickelt und schlafen weit weg von ihrem Fahrzeug. Einer der Jungen hält Wache, damit das Auto nicht gestohlen wird. Vor dem Feind haben Sie zwar jede Sekunde, jede Minute, jede Stunde Angst, doch ihr Auto hier draussen in der Wüste zu verlieren, wäre der sichere Tod.

Auf der weit entfernten Strasse nach Brega kommt ein "Panzer der Armen“ zum stehen. Der Toyota ist über und über mit dem Puder der Wüste getarnt. Auf den Pick-up ist eine Flugabwehrkanonone mit sechs Rohren aus rumänischer Bauart fest verschweisst worden. Einer der jungen Kerle sitzt am Geschütz und lässt es drohend kreisen. Ob er etwas entdeckt hat ist nicht klar, doch er feuert eine Salve Leuchtspurmunition in die Nacht. Der Rückstoss des Geschützes lässt den alten Toyota bedenklich hin und her schwanken. Ob die Federn und Achsen das aushalten werden? Drôle de Guerre!

Whalid ist trotz der furchtbaren Kälte in Mitten seiner Freunde eingeschlafen. Zwischen panischer Angst, furchtbarer Kälte, stinkender Ausdünstung von schmutzigen Männerleibern, halb wach, halb schlafend, träumt er: " Ich bete für diese Nacht nur, dass die Flugzeuge Sarkozy’s die Panzer des Tyrannen erledigen werden. Sonst können wir nur noch Mann gegen Mann kämpfen.“ Er hält dabei den Degen seines Grossvaters fest umklammert.

Ist das hier ein Bürgerkrieg? Ein Krieg, wo Zivilisten für eine Idee kämpfen, oder um Territorium und Macht? Geht es um Öl, Macht, Einfluss, Geld, Gold, Ansehen, Reputation? Oder gar um den islamischen Glauben? Nein! Es geht um das nackte Überleben einer geschundenen Bevölkerung. Ist es das was Ciciro den "bellum iustum“, den gerechten Krieg nennt? Das kann es nicht sein, den Cicero hat damit nur den Verteidigungskrieg gegen einen äusseren Feind und nie den Krieg gegen den Tyrannen gmeint. Erst viel später haben römische Senatoren auch den Tyrannenmord in den ‚bellum iustum‘ mit einbezogen.

Das ist den Rebellen egal. Sie wissen nichts von den Gedanken Ciceros, sie wollen nur endlich frei sein. Hier auf der Strasse nach Brega tobt ein heftiger Wüstensturm und macht die schweren Maschinengewehre auf den Toyotas unbrauchbar. Sie sind blind, taub und wehrlos. Sie schreien verzweifelt " Allah Akhbar“ oder "Sarkozy Akhbar“ und wickeln sich ihre Tücher um den Kopf, die Nasen, die Ohren und den Mund, um sich vor dem Sand zu schützen.
Der Einschlag einer Missile der Alliierten zeigt ihnen, dass sie ganz in der Nähe feindlicher Panzer sein müssen.

Das gibt ihnen neuen Mut und den Glauben an einen realistischerweise fast unmöglichen Sieg über den Tyrannen. Weicht Mouammar-al-Ghadafi nicht freiwillig unter dem internationalen Druck, dann wird er ganz Libyen wieder seiner Schreckensherrschaft unterwerfen. Das ist klar. Alle Luftschläge der Alliierten werden ihn nicht dazu bringen, von der Macht zu lassen. Es ist ihm gleichgültig, was aus seinem Volk wird. Er will hier als Märtyrer sterben oder siegen. Gleichwohl lässt er durch Emmissäre einen möglichen Fluchtort erkunden. Das ist schizophren, doch wer sagt, dass Ghadafi noch normal im Kopf ist?

Die Händler und Studenten, die Apotheker und Ärzte, die Lehrer und Fischhändler, sowie die Arbeiter in den Bazars eint auch, dass sie sich nicht mehr schämen müssen wollen, für die Schande, die der RAIS über ihr Land gebracht hat. Dafür leidet dieses Land. Dafür hungern die Menschen entsetzlich, dafür sterben sie, dafür leben sie in erbärmlichen Unterkünften, dafür wurden sie in ihren Häusern, in den Krankenhäusern, in den Schulen von den angemieteten serbischen Schergen in den MIG’s der libyschen Luftwaffe beschossen und sind oft genug gestorben. Dieser Bürgerkrieg weitet sich zu einer humanitären Katastrophe aus.

Es gibt nichts neues unter der glühenden Sonne. Vor nur vier Tagen sind viele ihrer Kameraden nur fünfzig Kilometer von hier einem grauenhaften Blutbad in Ajdabiah zum Opfer gefallen. Sie haben nicht auf den übergelaufenen Offizier gehört und sind auf der Hauptstrasse vor der Stadt geblieben, während die Flanke an der Küste völlig ungeschützt war. Dort sind die Panzer von Ghadafi durchgebrochen und haben die Rebellen eingekesselt und restlos zusammengeschossen. In der Stadt haben die Mörder Ghadafis gewütet und alte Männer, Frauen und Kinder massakriert.

Vor dem Hôpital Achaid Alem Galief schreit sich der Apotheker Louit seinen ganzen Hass von der Seele. Er hat die Ambulance gefahren, nachdem seine Apotheke zerstört wurde. Tag und Nacht fährt er die halbtoten Männer, Frauen und Kinder ins das bombardierte Krankenhaus. Gerade, als er wieder einen Schwerverletzten in die Notaufnahme des schwer beschädigten Krankenhauses rollt, zerfetzt eine Panzerfaust seinen Ambulanzwagen. Die Wucht der Detonation lässt die Scheiben der Notaufnahme auf ihn und seinen Verletzten auf der Trage herunterprasseln. Er ist blutüberströhmt, sein Patient ist tot. Zwei Krankenschwestern wälzen sich in ihrem Blut.

"Das ist mir jetzt egal, nein, nicht weil ich verletzt wurde, sondern die unschuldigen Krankenschwestern und mein Patient. Gebt mir eine Waffe, damit ich dieses Schwein töten kann,“ schreit der Apotheker voller Hass und Zorn in die Stadt. Louit zeigt den Journalisten seine Heimat- Stadt. Ajdabiah ist tot. Sie ist ein Phantom. Früher hatte sie 150.000 Einwohner. Um 14 Uhr ist das Mittagsgebet. Der verbliebene Rest der Bevölkerung versammelt sich in und rund um die Moshe. Da wird das Artilleriefeuer auf die Menschen eröffnet. Die Panzer Ghadafis stehen zwischen der Stadt und der Küste. Louit kann fliehen und zieht sich mit einigen Rebellen in das Quartier Atlas zurück. Die Raphale der Charles de Gaulle schlagen den Angriff der Ghadafisten blutig zurück. Louit nimmt sich eine Sprühdose und schreibt in arabischer Schrift auf eine der wenigen Häuserwände, die auf wundersame Weise noch stehen geblieben sind: "Ab jetzt ist das nicht mehr das Quartier Atlas, es heisst jetzt Quartier Sarkozy.“

Bei Daoud ist eine Missile direkt in den Patio eingeschlagen. Das Haus ist "eventrées“(ausgeschlachtet). Mehrere andere Häuser in dieser Strasse sind total zerstört. Hagard und Saîf sitzen in mitten ihres zerstörten Hauses auf ihrem Sofa. Sie begreifen nicht, was um sie herum geschieht.

Jetzt kommen auch Whalid und Idriss im neuen Quartier Sarkozy an und sind einfach nur noch sprachlos ob des Grauens, das sich ihnen bietet. Sie sind zu jung, um diese Bilder, die ein lebenslanges Trauma bei ihnen auslösen werden, jemals verarbeiten zu können.

Fassungslos sagen sie zu den Journalisten: " Wir möchten, dass das ein für allemal klar ist für jeden, der diese Stadt des Martyriums besuchen wird. Ohne Sarkozy, ohne Frankreich, ohne Obama und die USA, ohne den Premier der Engländer, dessen Namen ich leider vergessen habe, wären wir alle tot. Erst als die Flugzeuge der Allierten hier eingegriffen haben, wurde Ghadafi gezwungen, das Feuer hier einzustellen.“

Monsieur Rainer
Sunday, April 03, 2011
DAVID GEGEN GOLIATH IN LIBYEN Reportage Teil I


Zunächst waren sie sich einig in dem Verlangen nach Freiheit von dem Tyrannen. So manchen politischen Kurswechsel des offensichtlich verrückt gewordenen Mouammar-al-Ghadafi haben die Bürger Lybiens ertragen müssen. Die Libyier sehnen sich nach Ruhe, Frieden, Freiheit und ein bisschen Wohlstand. Sie sind durch die brutale Reaktion des Regimes gespalten worden.

Die Reichen haben das Land verlassen und sich in ihre Luxusimmobilien in Europa und an der Red See Riviera zurückgezogen, stets von der Angst verfolgt, von den Schergen des Tyrannen für ihren Undank bestraft zu werden. Die obere Mittelklasse hat sich mit ihren Autos auf den Weg nach Ägypten oder Tunesien gemacht.

Die Ärmsten der Armen verkauften ihr letztes Hemd, um einen Platz auf diesen Seelenverkäufern zu ergattern, die sie auf die italienische Insel Lampedusa bringen sollen. Viele Männer, Frauen und Kinder haben dieser Höllenritt über das offene Meer nicht überlebt, sind entweder gleich ertrunken oder nach dem verzweifelten Genuss von Salzwasser grausam verdurstet. Wer von der italienischen Küstenwache aufgefischt wurde, landete in einem menschlichen Inferno. Die sonst so gastfreundlichen Einwohner von Lampedusa sind gestresst. Ihre Insel ist zur Müllhalde verkommen. Kriminalität gibt es kaum, die Flüchtlinge sind einfach nur arm. Sie haben nichts mehr, als die schmutzigen Kleider, die sie am Körper tragen und ein kleines bisschen Würde. Sie glauben allen Ernstes, dass Europa sie mit offenen Armen empfangen würde, nachdem sie im Fernsehen gesehen und gehört haben, wie sich deren Politiker lauthals für ihre Menschenrechte eingesetzt haben. Ihre Enttäuschung wird furchtbar werden.

Wie immer in solchen Fällen ist die italienische Verwaltung überfordert. Sie schenkt Wasser und Brot aus. Die hygienischen Zustände stinken buchstäblich zum Himmel. Silvio Berlusconi war da. Er versprach, die Menschen innerhalb von 60 Stunden auf das italienische Festland zu bringen. Die Menschen kennen Berlusconi nicht, sonst würden sie nicht so frenetisch Beifall spenden. Berlusconi fühlt sich von seinen europäischen Partner zu recht im Stich gelassen. Diese haben die Bevölkerung dazu ermutigt, für ihre Bürgerrechte einzustehen und sie dann im Stich gelassen. Die italienische Regierung ist sauer auf Europa. Sie greift zu einem bestialischen Trick: Da die italienische Gesellschaft und Verwaltung nicht auf den Ansturm der Flüchtlinge aus Tunesien und Libyen vorbereitet ist, will sie nun eine Residencia (Aufenthaltserlaubnis) an die Flüchtlinge ausgeben. Dies ist ein italienisches Ausweispapier, das jeden Inhaber eines solchen Personalausweises berechtigt, offiziell in allen Staaten der europäischen Union einzureisen und dort zu arbeiten.

Wer sind die Menschen, die zu Hause in Libyen geblieben sind? Es ist der untere Mittelstand, Autohändler, Bäcker, Schlachter, Immobilienmakler, Händler, Kaufleute, Bankangestellte, Tankstellenpächter, ein paar Beamte der Stadtverwaltungen, Stammesälteste, Polizisten, Lehrer, Studenten und einige übergelaufene Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere der Armee Ghadafis.

Sie alle eint zwei Dinge: Der Hass auf Ghadafi und die Gewissheit, dass sie irgendwie diesen ungleichen Kampf gewinnen müssen, wollen Sie nicht von den loyalen Truppen des Tyrannen und den vielen angemieteten Söldnern aus dem Tschad, Niger, Elfenbeinküste, Mauretanien und Südafrika grausam niedergemetzelt werden. Fünftausend Dollar verdient ein Söldner Ghadafi’s am Tag, das entspricht in etwa dem Jahreseinkommen eines Arbeiters in Bengasi. Die Söldner sind ein wild durcheinander gewürfelter Haufen von entlaufenen Soldaten aus fast ganz Afrika. Man kann sie für jedes Verbrechen bei einer belgischen
Vermittlungsagentur buchen. Auch desertierte französische Fremdenlegionäre sind dabei, die von Frankreich steckbrieflich gesucht werden.

Auf der Strasse nach Tripolis, zwischen "Bengasi die Stolze“, wie sie sie nennen und "Syrte die Liebste von Ghadafi“ glitzert eine gut ausgebaute Schnellstrasse in der flirrenden Sonne der Wüste. Die Strasse ist wie ein Graal. Am Horizont nur der graue Smog des Wüstensandes. Aus der Ferne klingen die Propagandareden des "Stalin der Wüste“ aus plärrenden Lautsprechern, die auf alte Lastwagen aus DDR – Beständen geschraubt wurden. Der Tyrann schreit ihnen, den "Ratten der Hölle“ , die fürchterlichsten Todesdrohungen entgegen.

Die Franzosen bezeichnen die Rebellen, die sich diesem Tyrannen mit Todesmut entgegenstellen in ihrer typischen affektierten Sprache als "extravagant“. Wahrlich, das sind sie, diese Studenten, Professoren, Ärzte, Arbeiter der Ölraffinerien, armen Fellahen, deren einziger Wunsch es ist, ihre Würde wieder zu erlangen. Sie sind die "sans-culottes der Wüste“.

Bengasi ist eine sterbende Stadt. Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Der Tyrann hat fast alle Küstenstädte wieder zurückerobert, die diese Rebellen schon befreit geglaubt haben. Doch Khaled, ein Lehrer, schreit seinen Männern zu: “Der Tyrann ist verrückt, aber nicht dumm! Er weiss genau, dass die Zeit stets für das Volk arbeitet! Doch er träumt immer noch davon, unsere Stadt Bengazi in einer einzigen letzten Kraftanstrenung zu besiegen und uns für unsere Insubordination grausam zu bestrafen. Doch Bengasi darf nicht fallen!“

An der Küstenstrasse steht der Justizpalast von Bengasi. Auf den Stufen dieses Gebäudes versucht der Sprecher der provisorischen Regierung, Mustapha Gheriazi, den Bürgern Mut zu machen und ihnen ihre Furcht zu nehmen. Doch die Gerüchte sind schneller als er. Das ist die einzige noch verbliebene Informationsquelle. Es funktioniert kein Fernsehen mehr, kein Internet, kein irgendwie geartetes Kommunikationssystem, kein Telephon, kein Handy.

Über funktionierende Funkgeräte verfügen die Rebellen schon gar nicht. Sie sind im militärischen Sinn blind und taub. Sie haben nichts ausser ein paar alten Pick-up. Auf diese Toyotas oder Hyundais schweissen sie uralte Maschinengewehre Kaliber 50 oder Luftabwehrgeschütze aus NVA - Beständen, die sie aus den umliegenden Kasernen der Ghadafi Truppen geraubt haben. Die Munition ist knapp. Die Händler sind es nicht gewohnt, solche Waffen zu bedienen. Einige übergelaufene Offiziere versuchen vergeblich, etwas Ordnung in die chaotische Truppe zu bringen. Das wird nichts, denn es ist keine organisierte Truppe. Sie gehorchen auch nicht den Befehlen der Offiziere, sie hatten nie eine militärische Ausbildung, sie sind und bleiben Zivilisten, die sich einfach mit untauglichen Mitteln aufgemacht haben, einen Tyrannen zu stürzen. Sie haben nicht die Spur einer Ahnung von Taktik, Militär, Waffen oder einer Strategie. Sie haben nur eine Idee und für die wollen sie kämpfen. Sie sind ängstlich und haben Skrupel, jedmand zu töten, sie schreien ihre Todesangst zum Himmel.

Der Immobilienmakler hat sich geweigert, das Kal. 50 auf seinen Pick-up schweissen zu lassen, also hat er die ausgefahrenen Beine des Geschützes mit alten Stiefeln umwickelt, damit beim Rückstoss des Maschinengewehrs die Lafette nicht sein letztes Hab und Gut zerkratzt und beschädigt. Die Raten für den Toyota hat er noch nicht ganz abbezahlt. Der Fischhändler der mit ihm auf dem Beifahrersitz an die Front fährt, hat seine Rechenmaschine gegen eine Kalaschnikov getauscht. Zwei Reservemagazine hat seine Waage eingebracht. So bewaffnet fahren sie zunächst zu einem Supermarkt und kaufen für einige Dollar Kannister voller Olivenöl. Damit bestreichen sie den Pick-up. Kaum liegt Bengasi hinter ihnen und einige andere Pick-ups in loser und völlig ungeordneter Formation vor ihnen, biegt Ali, der Makler, von der gut ausgebauten Hauptstrasse ab und fährt in Schlangenlinien durch die Wüste. Der aufwirbelnde Sand bestäubt das in Olivenöl getränkte Fahrzeug. Voilà, aus dem dunkelgrauen Toyota ist ein getarntes Wüstenfahrzeug geworden. Es ist der "Panzer der Armen“, wie solche Fahrzeuge hier genannt werden.

Die Abfahrt erfolgt stets erst nach 14 Uhr. Bis dahin wird im Büro gearbeitet und gebetet. Sie knien und verbeugen sich gegen Mekka und beten zu Allah, Sarkozy und Obama. Genau in dieser Reihenfolge. Sie würden auch für den britischen Premier David Cameron beten, aber dessen Namen kennen sie nicht. Sie wissen ganz genau, dass sie nicht die Spur einer Chance haben gegen die schwerbewaffneten und bestens ausgerüsteten loyalen Truppen des Tyrannen. Dessen Panzerverbände werden von französischen Raphale und Super-Etandart des vor der Küste liegenden Flugzeugträgers Charles de Gaulle bekämpft. Vom britischen Flugzeugträger Invicibel steigen Senkrechtstarter der Harriot-Klasse auf und beschiessen die Truppen Ghadafis. Der sechste amerikanische Mittelmeerflotte führt diese Streitmacht an. Von den Quattaris und den Armeen der arabischen Brüder keine Spur. Mit Dhihadisten, der Hisbollah oder gar al-Quaïda haben diese Menschen hier in Bengasi nichts im Sinn. Sie haben auch keinerlei Verbindung zu solchen Organisationen.

Die Söhne der Wüste haben keinen Kontakt zu den Alliierten. Es mangelt ihnen an jeglicher Kommunikationstechnik. Doch die Jagdflieger müssen irgendwie eingewiesen werden, sie brauchen Ziele. Das besorgen die Elite-Soldaten des 44. französischen Infantrieregimentes, die die Action secret des französischen Militärgeheimdienstes DGSE (Direction Générale de la Sécurité éxterieure) in Noisy-le-sec im Pariser Vorort-Département Seine-Saint-Denis stellen. Es sind also Agenten des französischen Militärgeheimdienstes, die sich bestens in Nordafrika auskennen. Die britischen Bomber und Jäger werden durch die Agenten des SAS aus Farnbourough eingewiesen. Von der CIA ist weit und breit keine Spur zu sehen. Sie kennen sich hier in Nordafrika nicht aus und haben auch keine Verbindung zur Bevölkerung. Ihre Flugzeuge wären ohne die Elitesoldaten der britischen SAS (Special Air Service) blind und taub. Die Briten waren zu Zeiten des Königs der Lybier die engsten Verbündeten dieses Volkes. Ein Spezialkommando der SAS hat soeben den ehemaligen Geheimdienstchef und jetzigen Aussenminister Mussa Kussa über Tunesien nach London gebracht. Ghadafi tobt, weil sein engster Vertrauter über viele schmutzigen Internas seiner dreissig jährigen Mitarbeit im engsten Zirkel des Ghadafi-Clans bestens Auskunft geben kann.

Idriss, 37 Jahre alt und Französisch–Professor an der Universität von Bengasi wundert sich nicht, dass man auf den Strassen fast keine Frauen sieht: "Wenn unsere Frauen, unsere Schwestern, unsere Töchter nicht in den Häusern bleiben, laufen sie Gefahr von den Soldaten, Söldnern oder Spionen Ghadafis vergewaltigt zu werden.“ Die Angst vor Spionen in den eigenen Reihen ist übermächtig.

Die "sans-culottes du désert“ sind weit entfernt davon, eine homogene Einheit gegen den "Stalin der Wüste“ zu bilden.


Fortsetzung folgt

Monsieur Rainer
Sunday, April 03, 2011