Blog 01.07.2011 - 30.09.2011

DEUTSCHLAND IST KEIN RECHSSTAAT !

Liebe Freunde von WEHRT EUCH. Spätens seit der Sendung "Neues aus der Anstalt" wissen wir, die Politiker und das Bundesverfassungsgericht wissen das schon seit Jahren, dass Deutschland nicht einmal ein rechtsgültiges Wahlrecht hat. Sämtliche vom BVG vorgeschriebenen Fristen für eine Wahlgesetz, das dem Grundgesetz entspricht, liessen die Politiker verstreichen! Und das hat seinen Grund: 24 Überhangmadate gingen nach dem rechtsungültigen Wahlgesetz, nach dem der deutsche Bundestag gewählt wurde, an die CDU! Alles klar? So werden in Deutschland das Recht, das Grundgesetz und die Urteile des Bundesverfassungsgericht gebeugt! Um warum geht das? Weil es keinen weisungsunabhängigen Staatsgerichtshof für Verbrechen von Politikern in Deutschland gibt! Die Politiker haben die Justiz fest im Griff! Und da faseln die Menschen noch von einem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat! Phrasen, nichts als hohle Phrasen!

Monsieur Rainer

Wednesday, September 28, 2011
Tu felix Austria !

Man hat den Eindruck, dass Deutschland nach den vielen Meldungen über Politskandale in Österreich und anderen Ländern Europas, eine Oase der politischen Moral, des Anstandes und der gelebten Verantwortung seiner Politiker ist! Weit gefehlt! Warum müssen die Staatsanwälte und Richter in vielen Ländern Europas mit Leibwächtern und gepanzerten Fahrzeugen geschützt werden, während Deutschlands Staatsanwälte mit dem Fahrrad ins Amt fahren können? Antwort: Weil die deutschen Politiker ihre weisungsabhängige Justiz an die Kette gelegt haben! Ein eklatanter Systemfehler und ein grosses Demokratiedefizit! Welcher Staatsanwalt traut sich schon, gegen seinen eigenen Dienstherrn zu ermitteln? Und da schwafeln die Politiker von Gewaltenteilung und von Rechtsstaat! Da lacht selbst der deutsche Richterverein, der seit Jahren eine Selbstverwaltung der Justiz mit eigener Disziplinarordnung und Dienstgerichtsbarkeit fordert! Solange Staatsanwälte und Generalbundesanwälte weisungsbezogene Beamte sind, wird es nie einen deutschen Politskandal geben! Niemals wird sich ein Politiker für seine Machenschaften verantworten müssen!

Monsieur Rainer
Wednesday, September 28, 2011
OHRFEIGE FÜR SARKOZY

Es war ein Erdrutsch, der die Präsidentschaft von Nicolas Sarkozy unter sich begraben könnte! Gestern fanden die Wahlen für das französische Oberhaus, dem Sénat statt. Seit Bestehen der V. Republik beherrschen die Gaullisten die erlauchte zweite Kammer des französischen Parlamentes, das in den noch erlauchteren Räumen des Palais Luxembourg residiert.

Der Senat setzt sich aus Bürgermeistern der Communen, Mitgliedern der Parlamente der Départements (Conseil Général) und den Abgeordneten der Regionen (Conseil régional) zusammen. Gewählt werden diese Senatoren von ihren Gemeinderäten und von den Regionalparlamenten. Der Senat muss den Gesetzen der Nationalversammlung zustimmen. Gegen die Stimmen des Senates kann kein Staatspräsident regieren.

Der Präsident des Senates, der durch eine einfache Mehrheit der Senatoren gewählt wird, ist auch protokollarisch der zweite Mann im Staat. Er ist dann Staatspräsident, wenn der Amtsinhaber während seiner Wahlperiode verstirbt oder zurücktritt. Dieser Fall ist in der V. Republik bisher zweimal eingetreten. Als Charles de Gaulle nach einem verlorenen Referendum zurücktrat, wurde Alain Poher, der Präsident des Senates, Staatschef bis zur Neuwahl eines Präsidenten der Republik. Als Georges Pompidou verstarb, trat der Fall ein zweites Mal ein.

Nun haben gestern die Sozialisten die absolute Mehrheit im Senat errungen. Die Zusammensetzung des Senates sieht demnach wie folgt aus:

21 Sitze für die Kommunisten

127 Sitze für die Sozialisten

10 Sitze für die Ecologisten

17 Sitze für die radikale Linke

26 Sitze für die Zentristen

144 Sitze für die UMP


Die UMP ist die Partei Sarkozy’s. In den neuesten Umfragen für die Präsidentschaftswahlen führt der Sozialist François Hollande mit grossem Abstand vor Nicolas Sarkozy.

Schliesslich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Senatoren weiterhin Bürgermeister ihrer Communen bleiben, ebenso wie die Abgeordenten der Regional – und Departement – Parlamente. Auch die Abgeordneten der Nationalversammlung sind meist noch Bürgermeister von Communen.


Listenplätze von Parteien gibt es in Frankreich nicht! Alle Abgeordneten müssen sich in zwei Wahlgängen ein Direktmandat erkämpfen. So ist eine optimale basisdemokratische Verknüpfung zwischen den Bürgern vor Ort und den Deputierten und Senatoren gewährleistet.

Auch jeder Kandidat für das Amt des Staatspräsidenten muss sich einer Vorwahl in seiner Partei stellen. Jede Partei stellt im Moment zwisch 2 – 7 mögliche Kandidaten. Gewinnt ein Kandidat die Vorwahlen, darf er zu den Präsidentschaftswahlen antreten. Der französische Staatspräsident wird zunächst für eine Amtsperiode von 5 Jahren in zwei Wahlgängen direkt vom Volk gewählt. Er hat die Möglichkeit, sich nur einmal zur Wiederwahl zu stellen.

Dieses sehr demokratische Auswahlverfahren garantiert natürlich nicht immer den besten Präsidenten, den man sich wünschen würde, aber seine Amtszeit ist begrenzt und das Ende einer Fehlentscheidung absehbar!

Wer meinen Entwurf einer deutschen Verfassung gemäss Artikel 146 GG in meinem Buch WEHRT EUCH gelesen hat, der kann Ähnlichkeiten zum französischen Wahlrecht entdecken!

Monsieur Rainer
Monday, September 26, 2011
Trennung von Staat und Kirche


Kommende Woche kommt der Papst nach Deutschland! Die Katholiken haben Grund zur Freude, das geistliche Oberhaupt ihrer Kirche persönlich sehen zu können. Wir wollen es ihnen nicht vermiesen. Sie haben auch sicher einige drängende Fragen an den heiligen Vater, denn der katholischen Kirche geht es gar nicht gut!

Die fragen zum Zölibat sind ungelöst und werden immer drängender. Die zögerliche Aufarbeitung des Kindesmissbrauchs durch katholische Priester und der Umgang der Kirche mit diesen Verbrechen sind eines der weiteren drängenden Probleme! Die Kirchen werden immer leerer, auch das ein Problem, für das man eine Lösung erhofft!

In einer Zeit der Angst, der Orientierungslosigkeit und des schwindenden Vertrauens werden sich viele Menschen hilfesuchend an den deutschen Papst Benedikt XVI wenden wollen und erwarten viel von ihm. Dies sei den Katholiken unbenommen! In Deutschland herrscht die grundgesetzlich garantierte freie Ausübung einer jeglichen Religion!

Doch was haben die Politiker, der Bundespräsident, die Kanzlerin oder gar der Bundestag mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche zu schaffen? Gut, er ist auch Staatsoberhaupt des Vatikanstaates! Spricht er als Staatsoberhaupt eines Zwergenstaates im Deutschen Bundestages zu diplomatischen Fragen oder spricht er als kirchliches Oberhaupt einer Glaubensgmeinschaft ? Warum gebührt dann nicht auch dem Präsidenten des Zentralrates der Juden oder dem geistigen Oberhaupt der Muslime diese Ehre?

Das hat seinen ganz besonderen Grund und geht bis in die Zeit des III. Reiches zurück. Im Januar 1933 errang Adolf Hitler die Macht in Deutschland. Er wollte zusammen mit seinen Schergen nicht etwa nur Reichskanzler sein, nein, er wollte der alleinige "Führer“ des deutschen Volkes sein. An seinen antissemitischen und rassistischen Gefühlen und seinem unbändigen pathologischen Rassenhass hat Hitler nie einen Zweifel gelassen. Ziel der Nazis war die restlose Vernichtung der Juden, Sinti, Roma und andere nicht in die Rassenlehre der Nazis passende Menschen!

Da war aber noch die katholische Kirche in Deutschland, die sehr mächtig war und über eine grosse Anhängerschaft verfügte. Wie würde sich der Klerus verhalten, wenn der Holocaust begänne? Würde der Papst das III. Reich dafür brandmarken? Würden die deutschen Bischofe dagegen von den Kanzeln wettern? Würden sich deutsche Priester schützend vor die rassistisch Verfolgten stellen? Würden sie die die Brandschatzungen der Synagogen verurteilen?

All diese Fragen machten den Nazis Sorgen! Grosse Sorgen, denn das Volk war mehrheitlich katholisch! Da ergab es sich, dass der Doyen des diplomatischen Corps und Nuntius an der Botschaft des Vatikans in Berlin ein überaus eloquenter Diplomat war. Sein Name war Eugenio Pacelli. Der unsägliche Reichsaussenminister Joachim von Ribbentrop wurde von Hitler beauftragt, Kontakt zu diesem feinen katholischen Diplomaten aufzunehmen. Was dabei herauskam, war ein Wunderwerk der Diplomatie: Ein Konkordatsvertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem III. Reich, der auch sehr schnell, nämlich als Acta Apostolicae Sedis 25 im Reichsgesetzblatt im Jahre 1933 unter den Ziffern 389 ff von 1933, II. , §§ 679 ff veröffentlicht wurde und damit Rechtskraft erhielt!


Dieser Konkordatsvertrag hatte es in sich! Von da an wurde vom Staat eine Kirchensteuer eingetrieben, die dem Klerus zugute kam. Die Gehälter der Priester, Bischöfe und Kardinäle, sowie deren Lebensstil wurden vom Staat finanziert! Die Kirchen wurden zu nationalen Denkmälern durch das Reichsdenkmalamt erklärt, sodass sie auch vom Reich unterhalten und restauriert wurden. Kurz und gut, die katholische Kirche Deutschlands schwamm seither im Geld und wurde zur reichsten Filiale des Vatikan!

Die Nazis erwarteten für diesen grosszügigen Konkordatsvertrag natürlich eine Gegenleistung vom katholischen Klerus! Nämlich das Schweigen zu der nun beginnenden Verfolgung der Juden, Sinti und Roma und anderen nicht arischen Rassen! Sogar Priester, die sich nicht an diesen schändlichen Konkordatsvertrag hielten, verschwanden ohne Protest des Vatikans in den Konzentrationslagern der Nazis!

Das Glück der Nazis war vollkommen, als eben jener Nuntius in Berlin Eugenio Pacelli zum neuen Papst gewählt wurde! Er nannte sich nun Papst Pius XII. und schwieg all die Jahre zu den fürchterlichsten Verbrechen der Nazis! Unter seinem Pontifikat wurden 6 Millionen Juden von den Nazis ermordet oder verschwanden einfach in den zahlreichen Konzentrationslagern des III Reiches. Es waren nicht nur Juden, Sinti, Roma und nicht Arier, auch katholische Priester wurden von den Nazis ermordet, ohne dass der Vatikan auch nur einen Finger für die geknechteten Menschen krumm gemacht hätte!

Im Jahre 1945 war das III. Reich zusammengebrochen, der unsägliche Aussenminister von Ribbentrop endete in Nürnberg am Galgen und Papst Pius XII. sass immer noch auf dem heiligen Stuhl. Nun wurden mit Hilfe des Vatikans über die sogeannte Rattenlinie ehemalige Nazischergen mit Pässen des Vatikans nach Südamerika geschleust, wo diese alten Nazis herzlich willkommen waren in den faschistischen, aber streng katholischen Diktaturen Lateinamerikas!

Die Bundesrepublik Deutschland wurde im Jahre 1949 gegründet. Die Alliierten beriefen schon 1948 einen parlamentarischen Rat ein, um ein vorläufiges Grundgesetz für die Westzonen auszuarbeiten. Eifrig machten sich die Mitglieder des parlamentarischen Rates ans Werk und vergassen auch im Artikel 146 GG nicht zu erwähnen, dass dieses Grundgesetz natürlich nur ein vorläufiges Provisorium, ein Fragment darstellen konnte, da ja die Menschen in der sowjetisch besetten Zone gar keine Gelegenheit hatten, dazu in irgendeiner From Stellung zu beziehen. Nach der Wiedervereinigung sollte erst eine Verfassung ausgearbeitet werden, die dem ganzen deutschen Volk zur Abstimmung vorgelegt werden sollte.

Die Bundesrepublik bezeichnet sich immer als Rechtsnachfolger des III. Reiches, was sie auch tatsächlich ist, denn die alten Nazis waren ja auch wieder in Amt und Würden: In der Justiz, in der Bundeswehr, in der Polizei, in den Nachrichtendiensten, im Bundeskriminalamt, in der öffentlichen Verwaltung, an den Universitäten, in allen Ministerien usw.

Und natürlich galten die alten Verträge des III. Reiches, insbesondere der Konkordatsvertrag mit dem Vatikan, weiter fort! Und damit wären wir wieder beim Thema. Anstatt nun dieses Provisorium von einem Grundgesetz durch eine Verfassung zu ersetzen, belässt man es lieber beim Grundgesetz mit all seinen Folgelasten!

Ein neuer Verfassungskonvent könnte ja auf die Idee kommen, diese privilegierte Stellung der Kirchen abzuschaffen und einen säkularen oder gar laizistischen Staat auszurufen. Die Kirchen würden damit alle Privilegien verlieren, ebenso wie die Berufsbeamten und sonst noch einige Konzerne, Banken und Medienzaren, die sich das bequeme Grundgesetz untertan gemacht haben.

Eine Verfassung muss her gemäss Artikel 146 GG, dann ist Schluss mit diesem Mummenschanz!


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Monsieur Rainer
Friday, September 16, 2011
GEORG SCHRAMM - ZITATE in ZDF - Kultur


"Früher mussten die Geldverleiher den Dienstboteneingang benutzen. Heute regiert die Habgier und Merkel darf am Tisch sitzen!“


"Bei Spielsucht (der Banken sic ) ist nicht der Staat zuständig, sondern der Arzt!“


"Empörung und Zorn muss man auf die Strassen tragen! "


"Bevor die SPD 100.000 Menschen für einen gesetzlichen Mindestlohn auf die Strassen kriegt, hat die Polizei Laserschwerter!“


"Die SPD scheisst sich in jede Hose, die man ihr hinhält!“


"Die Vernunft kann sich mit grösserer Wucht entfalten, wenn der Zorn ihr dienstbar ist!“


"Bei den Clo – Frauen der Talkshows können diese Dampfplauderer ihre Sprechblasen entleeren. Wenn sie dann noch nachtröpfeln, gehen sie an die intellektuellen Pissrinnen von Beckmann und Kerner!“


Monsieur Rainer
Wednesday, September 14, 2011
RUGBY - Weltmeisterschaft in Neuseeland !

Wer hätte das gedacht? Rugby ist der Sport der Franzosen. Fussball spielt hier in Frankreich eher eine untergeordnete Rolle. Die Bürger Frankreichs verehren ihre XV de France und ihre Spieler wie Nationalhelden, die nicht viel Geld verdienen, keine Ferraris fahren, aus dem ländlichen Süd-Westen Frankreichs stammen, was man schon an ihrem köstlichen Dialekt erkennen kann.

Die Spieler sind gut erzogen, das Publikum besteht aus ganzen Familien, die mit Kind und Kegel in die Stadien ziehen, kaum Alkohol trinken und dem siegenden Gegner alles Glück wünschen. Rugby ist der Sport der französischen Klein - und Mittelschicht, ein Sport für Gentlemen. Er hat nichts mit dem saufenden, grölenden und prügelnden Kurvenpöbel in den Fussballstadien zu tun.
Wenn in Frankreich ein grosses Rugby-Spiel läuft, dann ist das ein Strassenfeger, die Menschen ziehen die Tricolore auf. (Zitat aus INVICTUS von Regisseur Clint Eastwood: Rugby ist ein Sport der Hooligans für Gentlemen, Fussball ist ein Sport von Gentlemen für Hooligans)

Die wichtigsten Clubs der I. Liga sind Racing Metro Paris, Glerment-Ferrant, Toulon, Toulouse, Perpignan und Biarritz. Sie stellen die Mehrzahl der Spieler der französischen Nationalmannschaft. Die Spieler sind meist stämmige Bauernburschen und wiegen so zwischen 120 bis 150 Kilo. Und dies ohne ein Gramm unnötiges Fett. Sie bestehen meist nur aus Muskeln. Die Läufer sind etwas leichter und schneller.

Das Spiel kann man nicht mit dem amerikanischen Rugby vergleichen, denn ausser Shirt, Hose und Schuhe tragen diese harten Burschen nichts zum Schutz ihres Astralkörpers. Ihr Dialekt ist leicht erkennbar, ebenso wie den der Fernsehreporter, ebenfalls alles ehemalige Stars dieses Nationalsports. Es werden zweimal 40 Minuten mit einer einzigen Halbzeitpause von 15 Minuten gespielt.

Zur Zeit läuf die Rugby – Weltmeisterschaft in Neuseeland, was äusserst prakrisch für Menschen ist, die gerade wie ich im Krankenhaus liegen. Durch die Zeitverschiebung sehen wir alle Spiele morgens um 8 Uhr! Gespannt sind wir alle auf das Zusammenprallen der Besten der Besten! Frankreich gegen die ALL BLACKS aus Neuseeland! Die Maori werden uns natürlich zuerst mit Ihrem traditionellen Kriegstanz HAKA das fürchten lehren wollen. Doch wir Franzosen werden uns nicht von diesen Muskelbergen einschüchtern lassen.

Die Strassen Frankreichs werden ab 8 Uhr 00 morgens wie leergefegt sein. Die Kneipen haben Fernsehgeräte aufgestellt und sind seit Wochen ausgebucht.

Das Kommando des Schiedsrichters für ein Mêlé lautet: " Crouch, touch, pause, engage! "

Courage, les bleus!

Monsieur Rainer
Monday, September 12, 2011
Historische Aufarbeitung in allen Ministerien

Nichts ist dringender als die historische Aufarbeitung der Gründungsphase aller Bundesministerien, des BND, des BKA und aller Innen- und Justizministerien.

Mit welchen Personen wurden denn bei der Gründung der Bundesrepublik zusammengearbeitet? Es waren doch keine anderen da ausser ehemaligen NS-Schergen und einigen versprengten Regime-Gegnern wie der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer.

Reinhard Gehlen wäre nach heutigem Recht ein Hoch-und Landesverräter, denn er ist mitsamt seinen ganzen Akten der Abteilung "Fremde Heere Ost" zu den Amerikaner übergelaufen. Die gründeten die "Organisation Gehlen", die dann später in den BND umgewandelt wurde. Seine Gründungsmitglieder waren Offiziere seines ehemaligen Stabes, Mitglieder des Amtes Ausland Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht, des SD, der SIPO und der Geheimen Feldpolizei. Sie putzten ihre Lebensläufe, liessen ihre Stammakten in der Wehrmacht und im Reichssicherheitshauptamt verschwinden und spielten die Saubermänner bis weit in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Nicht anders erging es dem BKA und den Kriminal-Schutz-und Bereitschaftspolizeien, die allesamt dem Repressionsapparat des NS-Regimes angehörten. Sie waren entweder beim SD, bei der SIPO, bei der Gestapo oder stellten die Einsatzkommandos im Osten. Höhere SS- und Polizeiführer in besetzten Gebieten waren sich keiner Schuld bewusst und krochen in den bundesrepublikanischen Organisationen unter.

Die Justizministerien wussten sehr genau um die Verbrechen von Richtern, Staatsanwälten und Ministerialbeamten. Kein einziger dieser Juristen wurde je für die NS-Blutjustiz zur Verantwortung gezogen. Es kam zu absurden Szenen in den Gerichtssälen: Dieselben Richter am Oberverwaltungsgericht Schleswig, die die Enteignung der Juden justiziabel gemacht hatten, durften später über deren Entschädigung und Wiedergutmachung entscheiden. Die NS-Professoren sassen bräsig auf ihren Lehrstühlen und verdarben gleich die nächste Generation der Juristen.

Es wird höchste Zeit, dass Deutschland endlich mit seiner Vergangenheit aufräumt! Damit bekommt der alte Sponti-Spruch der 68iger eine völlig neue Bedeutung: Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren, nämlich vom 1000 jährigen Reich! Wer sich heute noch gegen die Aufarbeitung durch die Historiker wehrt, hat nichts dazugelernt.

Man höre und staune. Joschka Fischer, der ehemalige Aussenminister, ist sogar entsetzt darüber, dass die Diplomaten des Auswärtigen Amtes vom Holocaust gewusst oder sogar aktiv daran beteiligt waren. Hat Herr Fischer etwa noch nie etwas von der Wannsee-Konferenz gehört, wo der Holocaust verwaltungstechnisch beschlossen wurde und an der sämtliche höchsten Ministerialbeamte aller Reichs-Ministerien, auch des Auswärtigen Amtes, teilnahmen?

Glaubt irgend jemand heute noch allen ernstes daran, dass die Lügen und Verdrängungsrituale unserer Väter "Das hat man ja alles damals nicht gewusst" auf ewig Bestand haben werden?

Mein Vater war ein glühender Nazi, erst Mitglied des Freikorps "Der Stahlhelm", dann Truppführer bei der SA, Mitglied des Reichsrechtswahrerbundes und schliesslich Sonderführer-Z des Amtes Ausland Abwehr Wehrmacht im Militärbezirk C in Dijon. In seinem Verantwortungsbereich wurden 7.000 Juden und Mitglieder der Résistence deportiert.

Im Jahre 1949 bot ihm der BND den Posten eines Regierungsrates an und versprach, sämtliche Hiweise auf seine Vergangenheit zu tilgen. Heute existieren nicht einmal mehr seine Wehrmachtsstammrolle oder Unterlagen seiner NSDAP Mitgliedschaft, seiner Mitgliedschaft im NS-Rechtswahrerbund, seiner SA-Mitgliedschaft oder seiner Zugehörigkeit zum SD im Reichssicherheitshauptamt ab dem 20 Juli 1944. Obwohl es auch keine Unterlagen über sein zweites juristisches Staatsexamen bei der Reichsjustizprüfungskammer gibt, eröffnete er 1949 wieder seine Anwaltskanzlei und machte eine beachtliche Nachkriegskarriere. Seine wahre Vergangenheit habe ich aus den Archiven der französischen Résistance.

Und da wundern sich heute noch erwachsene Menschen über die Mitwisserschaft des AA? Lächerlich!Reichsaussenminister von Ribbentrop wurde nicht umsonst als Kriegsverbrecher vom Nürnberger Kriegsverbrechertribunal veruteilt und hingerichtet. Dass der damalige Staatssekretär im AA, Freiherr von Weizsäcker, an der Ausweisung von Thomas Mann beteiligt gewesen sein soll, ist daher eher eine Quantité négligable. Möglicherweise hat er dem Literaturnobel-preisträger sogar damit das Leben gerettet. Aus Respekt vor seinem Sohn will ich mich nicht weiter über diesen Staatsekretär äussern.

Gleichwohl gebührt Joschka Fischer wenigstens die Anererkennung, dass er der einzige Minister war, der eine solche Studie anfertigen liess. Auf eine solche Weisung des Bundesinnenministers, der Bundesjustizministerin, des Bundesverteidigungsministers und des Bundesfinanzmisters werden wir wohl vergeblich warten.

Oder weiss heute niemand mehr, dass nicht ein einziger Richter, Staatsanwalt oder Ministerialbeamter je für seine Verbrechen in der NS-Blutjustiz zur Verantwortung gezogen wurde? Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer musste, um die Kriegsverbrecher Mengele und Eichmann jagen zu können, zum telephonieren in eine Telephonzelle, weil sonst seine Juristen die Verfolgung vereitelt und verraten hätten.

Weiss heute niemand mehr, dass die Polizeibehörden, das Bundeskriminalamt und die Schutz- und Bereitschaftspolizei aus denselben Beamten rekrutiert wurde, die die grausamsten Verbrechen hinter der Front und beim Aufbau des NS-Repressionsapparates in allen besetzten Gebieten einschliesslich dem Kernland Deutschland begangen haben? Die neue Kriminalpolizei war teilweise nicht anderes als die Gestapo mit anderer Dienstbezeichnung.

Im Bundesnachrichtendienst krochen diesselben Nazis unter, die die grausamsten Verbrechen in den besetzten Gebieten, insbesondere in Frankreich, Holland und an der Ostfront begangen hatten.

Weiss heute niemand mehr, dass es das Reichsfinanzministerium war, das das bei der Vernichtung der Juden erbeutete Vermögen einschliesslich des Zahngoldes aus den Vernichtungslagern über schweizer Banken gewaschen hatte, um damit Waffen und Munition zu kaufen? Die Schweiz lieferte noch im April 1945 Kanonen an die deutsche Wehrmacht! ("Die Schweiz wäscht weisser" von Prof. Jean Ziegler)

Bis weit in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts sassen diese Nazis in allen entscheidenden Positionen der Bundesrepublik Deutschland. Sogar der Kanzleramtsminister unter Konrad Adenauer, Herr Dr. Globke, war Kommentator der Nürnberger Rassengesetze.

In der Bundeswehr führten teilweise dieselben Generäle, dieselben Offiziere wieder das Kommando, die diesen verbrecherischen Krieg begeistert mitgemacht hatten. Die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 wurden in der Bundeswehr noch bis in die siebziger Jahre als Hochverräter bezeichnet. Die Kasernen hiessen denn auch entsprechend: Rommel-, Manstein-, Hindenburg - Kasernen usw.

Wir alle, die wir die Söhne unserer im NS-Regime lebenden Väter sind, haben ein Leben lang mit den Lügen unserer Väter zu kämpfen. Eine Aufarbeitung der Verbrechen unserer Väter scheint erst jetzt möglich zu sein. Spät, aber besser als nie!

Doch hüten wir uns davor, den Stab über die mutigen Menschen im Osten Deutschlands zu brechen. Wie muss einem Ossi zumute sein, wenn er dieselben Parteisekretäre der SED heute wieder in den höchsten politischen Funktionen sieht? Wie muss ihm zumute sein, wenn er zu den Behörden gehen muss und dieselben Schergen wieder bräsig in ihren Amtsstuben "verwalten" sieht? Und wie muss ihm erst zumute sein, wenn er vor ein Gericht zitiert wird, das heute noch bis zu 47 % aus ehemaligen DDR Richtern und Militärstaatsanwälten zusammengesetzt ist?

Nein die Deutschen haben nichts dazu gelernt!


Monsieur Rainer
Monday, September 12, 2011
Die Stasi vom Ghadafi !

Gestern konnten wir in den englischen Nachrichten von BBC World einen interessanten Bericht sehen, der die Erstürmung des libyschen Geheimdienstes zeigt. Ein riesiges Areal mit feudalen Palästen des angeblich sonst so einfach in Beduinenzelten hausenden Irren. Darunter kilometerlange Bunker, die an die grössten Plätze von Tripolis und bis zum Flughafen führen. Golfkarren standen herum, mit denen man schnell wie ein Phantom unter Tripolis von einem Platz zum anderen flüchten konnte. Aha, Tripolis gibt’s also zweimal: Einmal von oben und einmal von unten!

In einem dieser Gebäude mit seinem weitläufigen Areal befand sich auch die Zentrale des libyschen Geheimdienstes. Die Folterkeller waren zur Besichtigung freigegeben. Es muss das schiere Grauen gewesen sein, wie Ghadafis Schergen, darunter eine berüchtigte Frau, die libyschen Bürger gefoltert und grausam misshandelt haben! Das Prinz Albrecht Palais des Reichssicherheitshauptamtes RSHA ( Zentrale der GESTAPO) muss dagegen wie ein Kindertagesstätte ausgesehen haben.

Es waren Reporter aus aller Welt eingeladen. Einige erkannten wir sofort! Neben den Reportern von BBC World, Aljazeera, Al – arabia, dem französischen TF 1 erkannten wir auch den grauen Schopf des überaus sympathischen und intelligenten ZDF – Journalisten Dietmar Ossenberg vom ZDF Studio in Kairo! Ich schaltete sofort um auf den deutschen Kanal.

Die Journalisten machten sich über die Akten her, da Computer fast nicht vorhanden waren. Neben den entsetzlichen Aufnahmen und durch Folter erpressten Geständnissen von libyschen Bürgern fanden die Journalisten auch Akten und Verhörprotokolle über vom CIA, DGSE und MI 6 gelieferte Ausländer. Ghadafi hat also bis vor kurzem auch für die Geheimdienste der NATO foltern und verhören lassen. Damit reiht er sich in die polnischen, rumänsichen, bulgarischen, ägyptischen, irakischen, afghanistanischen, syrischen und pakistanischen Folterknechte ein, die quasi im Franchise – System namens und im Auftrag der NATO – Verbündeten angebliche Terroristen gefoltert haben.

Das ist an sich nicht besonders aufregend, sieht man mal von der verlogenen Doppelbödigkeit der Moralvorstellungen angeblich demokratischer Staaten ab. Ghadafi war ebenso wie Sadam Hussein, Ben Ali, al - Assad und Husni Mubarak zwar ein Hurensohn, aber er war halt unser Hurensohn!

Dann wurde die Zeit offensichtlich eng. Irgendjemand, den man aber im Film nicht sah, drängte zum Aufbruch! Wirklich, niemand verliess in Eile das Stasigebäude. Nur der ZDF – Korrespondent Dietmar Ossenberg, den wir alle sehr schätzen als aufrichtigen und mutigen Journalisten. Er spach noch seinen "einsdreissig Kommentar“ in die Kamera und vergass als ehrlicher Journalist auch nicht zu erwähnen, dass er gerne noch mehr Zeit gehabt hätte, weil ihn die Akten des deutschen Bundesnachrichtendienstes BND, die er dort gesehen hat, auch gerne noch gelesen hätte.

Schnitt! Das Wetter!

Monsieur Rainer




Thursday, September 08, 2011
WAS GEHT UNS EURE FINANZKRISE AN ?


Vor der Tagesschau, während der Tagesschau, nach der Tagesschau quackt uns ein wie in dem Film WALLSTREET aufgetackelter Börsenguru mit den verwirrenden Zahlen an einer riesigen Tafel voll! Wie bitte, der DAX ist um 5 Punkte gefallen? Ja, das ist aufregend und ich dachte immer, der Dachs lebt im Alpenvorland! Der Äquator hat sich verschoben? Und deswegen werden die Schweinebäuche an der Warenterminbörse in Chicago teurer? Aha!

In den USA und und Grossbritannien wird gegen die Deutsche Bank wegen Betruges ermittelt? Ja, das wundert uns nur in sofern, als dass sich das kein Staatsanwalt in Deutschland trauen würde. Ja, richtig, das Betrugsverfahren gegen den Vorstand der Hypo-Alpe-Adria-Bank wurde in München ja auch erst eingestellt! Na klar! Das geht doch nicht, so einen Banker zu verurteilen und das noch in Bayern, sonst hätte man ja womöglich die ganze Bayerische Staatsregierung samt dem Bahnhofsraspler Steuber anklagen müssen.

Wie gut, dass die Politiker die Justiz in Deutschland im Griff haben! Aber feste! Mit Österreich und Tchechien ist nämlich die deutsche Justiz die letzte Bastion in den Händen der Politiker! Die Staatsanwälte sind weisungsgebundene Beamte, die zu gehorchen haben und sich nie trauen würden, gegen ihre eigene Dienstherren zu ermitteln! Das wäre das Karriere AUS!

Es hört nicht auf, die Talk Shows haben das Thema Finanzkrise, Eurokrise auf die Tagesordnung gesetzt! Experten sorgen sich um das viele Geld der Anleger. Sollen sie in Gold gehen oder gar in den Schweizer Franken? In den Yen? Oder sollen sie Immobilien kaufen in Hamburgs Bestlagen am Harvestehuderweg, in Pöselsdorf, am Hafen oder gar in Blankenese? Oder doch besser in München, Mallorca oder in Marbella?

Wird der Euro halten? Gehen Griechenland, Italien, Spanien, Portugal oder Irland bankrott und verlieren die Deutschen dann ihr sauer verdients Geld? Immerhin belegt ja die Statistik, dass jeder Deutsche im Schnitt 40.000 Euro auf der hohen Kante hat. Also ist die Gefahr ja gross, dass alle Deutschen womöglich Ihr Geld verlieren?

Mitnichten! Mit den Statistiken ist das nämlich so eine Sache: Wenn man einen Fuss auf der heissen Herdplatte und den anderen im Eisfach hat, dann hat man zwar statisch ein angenehmes Gefühl im Schritt, aber in der Realität hat das eine Bein dann Verbrennungen dritten Grades und das andere Bein ist erfroren! Also ist diese Statistik wertlos!

Richtig ist nämlich, dass 10% aller Deutschen 90% des Kapitals besitzen! Der Rest arbeit für seit 1991 um 20,7 % sinkenden Löhnen. Also ein Verlust des Realeinkommens von fast einem Drittel seiner Kaufkraft. 6 Millionen Arbeiter müssen vom Steuerzahler subventioniert werden, um überhaupt auf einen Lohn zu kommen, wo sie mehr schlecht als recht ihre Familien davon ernähren zu können. Also zahlt der Steuerzahler die Löhne, die eigentlich die Arbeitgeber zu bezahlen haben! So sind Exportüberschüsse statistisch gut zu erwirtschaften. Hätte Deutschland, genau wie fast alle seine europäischen Nachbarn, einen gesetzlichen Mindestlohn, würde der unfaire Wettbewerb in Europa schnell zusammenschmelzen.

Und damit sind wir noch lange nicht am Ende der Armutsskala angekommen! Was ums verrecken nicht vermittelbar ist, und auch nicht mehr durch den vom Steuerzahler mit 50 Milliarden Euro subventionierten Speckgürtel der unsinnigsten Fortbildungsmassnahmen rund um die Bundesanstalt für Arbeit geschleust werden kann, wird in den offenen Strafvollzug, genannt Hartz IV, gesteckt. Dieses Mal lügt die Statistik nicht, wenn sie verschämt berichtet, dass diese Zahl so ungefähr bei 1,4 Millionen Menschen liegt.

Man sollte glauben, dass dies das Ende der Fahnenstange in der Liste der Armut in Deutschland sei? Falsch! Da sind ja noch die 1.2 Millionen Rentner, Behinderte, Kranke, Pflegefälle, die vielen hungernden Kinder, die kein Frühstück bekommen und sich allesamt täglich an den Suppenküchen und Tafeln der Wohlfahrtsverbände erniedrigen müssen!

Und da sitzt nun also ein vollgefressener Börsenguru, der sich kleidet wie ein Stutzer aus den besten Boutiken und dessen strahlendes Gebiss dem Zahnarzt einen Porsche eingebracht hat und fabuliert in allen Talkshows, wie schwierig die Situation der Grossbanken sei!

Soll ich Dir verfluchtes und verkommenes Subjekt einmal sagen, wieviele Meter mir die Sorgen der Grossbanken am Arsch vorbei gehen? Wir haben nichts damit zu tun! Die Grossbanken werden, wenn sie sich wieder einmal im Spiecasino verzockt haben die Bundesregierung mit ihrer angeblichen Systemrelevanz erpressen und die Schuldner werden ihren Gläubigern gerne helfen.

Der Steuerzahler zahlt es ja, nicht etwa die Politiker! Die gehen mit dem Geld der Steuerzahler um, als wäre es ihr eigenes. Sie haben nichts zu befüchten, da es wohlweislich eine unabhängige Justiz und den Straftatbestand der Verschwendung von Steuergeldern ja in Deutschland nicht gibt!


WEHRT EUCH !



Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH!
ISBN 978-3-8423-7159-0
72 Seiten Paperback
Preis: € 4,90
Verlag: BoD Book on Demand bod.de
www.monsieurrainer.com

Monsieur Rainer
Wednesday, September 07, 2011
Jacques Chirac am Montag vor Gericht ?

Wie kann es sein, dass der ehemalige vom Volk in direkter Wahl gewählte Staatspräsident einer Nuklearmacht von Gottes und der Franzosen Gnaden in die Niederungen eines irdischen Gerichtes gezerrt wird?

Monsieur le Président, wie jeder französische Präsident ein Leben lang angesprochen wird, auch wenn er selbst den Puff von Madame Pompadour, den Elyséepalast, längst verlassen hat, muss wohl sehr gefehlt haben. Sollte Frankreich etwa ein Rechtsstaat sein und das Emblem der Tricolore zu ernst genommen haben mit seiner Liberté, Egalité, Fraternité?

Was ist geschehen? Nun, Monsieur le Président war in seiner Jugend, noch lange bevor er den Olymp der Macht erklommen hatte, Bürgermeister der Stadt Paris. Er wollte unbedingt vom Hôtel de Ville in den Elyséepalast umziehen. Für eine solche Wahlkampagne benötigt man Geld, viel Geld. Andere Politiker verkauften zur Finanzierung ihres Wahlkampfes Waffen nach Angola, wie der spätere Innenminister Charles Pasqua, andere versuchten es mit noch schlimmeren Methoden.

Dies alles war Monsieur le Maire de la Ville de Paris zu profan. Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Er stellte einige fiktive Beamte im Rathaus an und steckte die Gehälter in seine Wahlkampfschatulle. Als das herauskam und in Frankreich kommt fast alles ans Tageslicht, dafür haben wir hier den Canard enchaîné, war Monsieur Chirac aber schon Präsident der Republik Frankreich. Als solcher ist er intouchable, also durch seine nicht aufhebbare Immunität geschützt.

Die Untersuchungsrichter versuchten sich an ihm abzuarbeiten und machten sogar den untauglichen Versuch, ihn vorzuladen. " Bedaure," erklärte Monsieur Chirac, " ach wie gerne würde ich diese Verleumdungen widerlegen, doch die Verfassung verbietet es mir!" Schade! Da Monsieur le Président nicht zu fassen war, liessen die Richter ihre Wut an seinen engsten Vertrauten aus. So bekam der heutige Aussenminister Alain Juppé 18 Monate Gefängnis mit Bewährung und musste zwei Jahre ins Exil nach Canada, da er auch noch eine zweijährige Unwählbarkeit kassiert hatte. Kaum war die Frist verstrichen war er wieder Bürgermeister von Bordeaux und ist heute Frankreichs Aussenminister.

Nun ist die Präsidentschaft von Jacques Chirac Geschichte, doch die Justiz vergisst keinen. Am Montag, den 5. September 2011 muss er sich nun vor dem Strafgericht im Pariser Justizpalast verantworten. Wer nun gehofft hat, dass nun die Gerechtigkeit siegen würde und der 79 jährige alte, etwas tatterige und hochverehrte Grossvater der Nation, seiner irdischen Gerechtigkeit zugeführt würde, der kennt die Untiefen des Code Napoléon nicht.

In jedem französischen Strafprozess wird das Adhäsionsverfahren angewandt. Das heisst, die zivilrechtlichen Ansprüche des Geschädigten, in diesem Fall die Stadt Paris, werden mit dem Strafurteil mitabgeurteilt. Zieht der Nebenkläger aber seine Anzeige zurück, dann verliert der Staat das Interesse an einer Verurteilung.

Die Stadt Paris und Jacques Chirac haben sich aussergerichtlich geeinigt. Die UMP und die RPR haben für ihren Ehrenpräsidenten zusammengelegt, Chirac hat auch noch 500.000 Euro dazu getan und die Stadt Paris fühlt sich nicht mehr geschädigt. Sie zieht die Nebenklage zurück und das Urteil wird milde ausfallen, oder eben mit Freispruch enden.

Um ganz sicher zu gehen hat die Familie des Patriarchen noch ein rechtsmedizinisches Gutachten an das Gericht übermitteln lassen, wonach der alte Herr verhandlungsunfähig ist! Das ist glaubhaft, wie wir uns alle im August in Saint Tropez vergewissern konnten. Monsieur Jacques Chirac war zwar glücklich, in seinem Stammcafé sitzen zu dürfen, Babys zu küssen und mit jederman fotographiert zu werden, aber so ganz bekam er nicht mehr mit, was da um ihn herum geschah! Eine gewisse Traurigkeit zeigte sein müdes Gesicht, will sagen, er fühlte wohl, dass es seine letzte Saison an der Côte d‘ Azur war!

Schade, mon cher Grand – Père de la Grande Nation, wir haben Sie geärgert, wir haben Sie verflucht, wir haben Sie geliebt und wir haben Sie stets als grossen Europäer respektiert! Nie war Ihnen eine Mühe zuviel, um einfachen Menschen zu helfen, sie zu empfangen und zu trösten! Ihre Besuche auf der Landwirtschaftsmesse sind legendär! Es gibt sicher keine Kuh in ganz Frankreich, die Sie nicht schon liebevoll gestreichelt haben!

Qui, Monsieur le Président, ein bisschen korrupt waren Sie auch, aber sind wir das nicht alle? Wir lieben Sie so, wie Sie sind und werden Sie als grossen Präsidenten und überzeugten Europäer in Erinnerung behalten!

Honi soit qui mal y pense!


Monsieur Rainer
Saturday, September 03, 2011
MADAME PIPI


Es grummelt in Frankreich bei den Damen, die für die städtischen Bedürfnisanstalten zuständig sind! Wir alle sind so froh, wenn wir einem dringenden Bedürfnis nachgehen müssen und uns nicht in die Toillette irgend eines Hotels schleichen wollen, wenn wir eine städtische Toillette finden. Es eilt und man würde auch manche Nachlässigkeit bei der Sauberkeit in Kauf nehmen, würde man sich nur endlich erleichtern könnte. Wahre Volkstänze, die den Maori zur Ehre gereicht hätten, haben wir schon aufgeführt, um nicht in die Hose zu machen.

Endlich! Das mit einer im feinsten Jugenstil umrandete Schild "Toillette“ ist in Sicht! Ein Clo, mein Gott, ein Königreich für ein Clo! Wir stürzen die Treppen hinunter und uns schlägt nicht der zu erwartende Geruch von Urinstein entgegen. Aber nein, am Eingang dieser Bedürfnisanstalt erwartet uns eine Überraschung:


MADAME PIPI


überwacht mit autoritärem Blick die Reinlichkeit ihres Etablissements! Sofort spricht sie uns an: "Monsieur, bitte rechts“, dirigiert sie uns für die Herren der Schöpfung in die Abteilung MONSIEUR.

Es ist nicht nur sauber, es ist klinisch rein! Die Böden wurden zum 1001 Mal heute schon mit Desinfektionsmittel aufgewischt, die Handtücher sind fein säuberlich auf einem kleinen Korb bereit gelegt, die Kabinentüren stehen offen und laden zur köstlichen und schmerzfreien Erleichterung ein. Soeben muss jemand noch die Türklinken mit Desinfektionsmitteln eingesprüht haben! Man ist versucht, den dümmsten aller Sprüche auszustossen: "Hier könnte man ja auf dem Fussboden frühsücken,“ als ob jemals jemand auf die absurde Idee käme, auf dem Fussboden einer öffentlichen Bedürfnisanstalt zu speisen. Vox populi halt!

Es hat so gut getan! Man fühlt sich von einem unheimlichen Druck befreit und nimmt normale Vorgänge um sich herum wieder war. Wir waschen mit herrlichem frischen Wasser die Hände, schütten uns reichlich flüssige Seife aus dem Spender in die Hände, scheuen uns auch nicht, die frisch desinfizierten Wasserhähne anzufassen, nehmen eines der kleinen Handtüchlein, trocken uns die Finger und werfen das einmal gebrauchte Tüchlein in den dafür vorgesehenen Korb. Aha, ich war heute der Erste, denn sonst ist dort kein gebrauchtes Tüchlein zu sehen! Doch es ist schon früher Nachmittag! Tsst!

Man ist zutiefst dankbar und will sich auch erkenntlich zeigen. Madame Pipi ist freundlich, lächelt überlegen, wir sind intim, denn wir haben jetzt ein Geheimnis miteinander. Sofort greift sie wieder zum Putzeug und beginnt, eventuell hinterlassene Spuren zu beseitigen. Wir sind beschämt und legen ein paar Münzen auf ihr zufällig auf dem Tischchen liegenden Tellerchen. Ist doch normal, n’est-çe-pas!

Und damit beginnt das Problem, das momentan ganz Frankreich beschäftigt. Madame Pipi ist Angestellte der Stadt und darf gar keine Trinkgelder annehmen. Wie sich überall in Europa, ausser in Deutschland, herumgesprochen hat, besteht auch in Frankreich ein gesetzlicher Mindestlohn für jeden Beschäftigten. In Frankreich nennt man das den SMIC. Er beträgt 1.230.31 Euro netto nach Steuern! Der SMIC steigt natürlich nach der Zeit der Zugehörigkeit zu einem Unternehmen, so erhält Madame Pipi Michèle nach 20 jähriger Tätigkeit den gesetzlichen Mindestlohn von 1.420.00 Euro netto! Wohlbemerkt, wir haben hier in Frankreich immer noch die sozialistische 35 Stunden – Woche.

Die Bürgermeister wollen also das Trinkgeld ( petit pourboire ) ganz verbieten, der Fiskus will es wenigstens versteuern. Das bringt die in Frankreich ohnehin leicht entflammbaren Revoluzzer in Rage! Madame Pipi tritt in den Streik, unterstützt von der gesamten französischen Bevölkerung und den Gewerkschaften CGT, CFDT und FO. Man uriniert zum Zeichen der Solidarität mit Madame Pipi an die Strassenlaternen, Platanen, Palmen und Werbetafeln!

Das wird seine Wirkung nicht verfehlen! Wenn der Franzose streikt, knicken die Beamten meist und die Politiker sofort ein!

Vive le petit pourboire!


Monsieur Rainer
Tuesday, August 30, 2011
WEHRT EUCH ! VEREINIGT EUCH ! SOLIDARISIERT EUCH !

Wie sie alle wissen habe ich ein kleines Büchlein geschrieben, in dem ich die grössten Fehlentwicklungen in Deutschland skizziert habe und als conclusio rechtsstaatlich einwandfreie und friedliche Lösungen aufgezeigt, wie man zu einer neuen Verfassung kommen kann, um damit die eklatanten Demokratiedezifite zu beseitigen.

Viele interessierte Menschen haben das kleine, von mir selbst produzierte und finanzierte Büchlein in Deutschland, Österreich, der Schweiz, sogar in England, Kanada und in der USA gekauft. Einigen Menschen, die es sich nicht leisten konnten, habe ich es geschenkt. Mein Aufruf in Facebook, mir einfach die Postadresse zu senden, damit ich es verschenken kann, wurde nur wenig genutzt! Entweder waren sie nicht interessiert, ihre Situation zu verbessern, oder, was ich sehr gut verstehen kann, sie haben sich einfach geschämt, zugeben zu müssen, dass sie arm sind! Armut ist keine Schande für die Menschen! Armut ist die Schande des Kapitals und deren Hofnarren in den Parlamenten!

Um die Menschen wachzurütteln habe ich auch eine Gruppe bei Facebook mit dem Titel WEHRT EUCH eingerichtet. Es hat mich unglaubliche Kraft gekostet, einen kleinen interessierten Kreis von handverlesenen Mitgliedern für diese geschlossene Gruppe zu motivieren.

Ja, ich gebe es zu, manche Mitglieder entpuppten sich sehr schnell als Agents provocateur, Berufsnöler, Stänkerer und Internettrolls, wie man sie überall findet. Mit der Unterstützung meiner Gruppenmitglieder ist es nach vielen harten Auseinandersetzungen gelungen, eine sachliche und konstruktive Diskussion zustande zu bekommen. Man hat sich auch daran gewöhnt, dass ich als Initiator der Gruppe auf Höflichkeit und Respekt im gegenseitigen Umgang besonderen Wert lege. Ich verabscheue Dogmatiker und verbohrte Ideologen, gleichviel ob sie von links oder rechts kommen. Schlechte Manieren sind mir ein Greuel!

Nun sehe ich mit Verwunderung, dass verschiedene ehemalige oder immer noch verbliebene Mitglieder der Gruppe WEHRT EUCH sogenannte "Franchise – Gruppen“ aufgemacht haben, in denen sich ein Heidenspektakel abspielt. Genau das, was wir bei WEHRT EUCH verhindern wollten! Wir wollen eine stringente Diskussionsplattform!

Diese Gruppen rufe ich zu: VEREINIGT EUCH ! Sonst erreicht Ihr nichts! Die Politiker erfreuen sich eurer Uneineinigkeit und Zersplitterung! In Berlin läuft eine Demonstration auf dem Alexanderplatz! Das ehrt die Demonstranten, ist aber polizeitaktisch sinnlos! Berlin als Hauptstadt ist in der Lage, bis zu 25.000 Polizisten aufzubieten, um jede Demonstration, auch wenn sie noch so rechtstaatlich ist, aufzulösen. Ihr müsst viele kleine Demonstrationen in den Dörfern und Städten veranstalten, um Eure Rechte als Bürger einzufordern!

Um nichts anderes darf es gehen! Um eine friedliche Versammlung der Bürger nach dem Grundrecht I Artikel 8, Abs. 1 des Deutschen Grundgesetzes, der da lautet:


"Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis und ohne Waffen zu versammeln.“

(Deutsches Grundgesetz I. Grundrechte Artikel 8 Abs. 1)


Braucht Ihr Plakate, Poster, Bücher von WEHRT EUCH? Dann meldet Euch bei mir!


Ich bin solidarisch!



Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH!
ISBN 978-3-8423-7159-0
72 Seiten Paperback
Preis: € 4,90
Verlag: BoD Book on Demand bod.de
www.monsieurrainer.com

Monsieur Rainer
Friday, August 26, 2011
JUSTIZ im deutsch - französischen Vergleich

Die französische Justiz scheint auf den ersten Blick politisch unabhängiger zu sein als die deutsche Justiz. Sie basiert auf mehreren Säulen: Der Anwaltschaft, dem Untersuchungsrichter, dem Staatsanwalt, dem Richter, sowie dem Cour supérieur de la Magistrature CSM.

Will jemand Anwalt werden, genügt ein abgeschlossenes Jurastudium und eine Zulassung bei einem Gericht. Daher sind die Anwälte in Frankreich meist schneller mit ihrer Ausbildung fertig. Heute sieht man schon 25 Jährige im schwarzen Talar mit Hermelinschwanz und weissem Plastron an den Gerichten. Will er Notar oder Gerichtsvollzieher werden, bedarf es eines weiterführenden Studiums. Sie alle haben eines gemein: man spricht sie mit "Maître" an.

Will er in den Staatsdienst und Magistrat werden, muss er zusätzlich zwei Jahre die Ecole nationale supérieur de la Magistrature ESM in Bordeaux erfolgreich absolvieren. Danach kann er als Untersuchungsrichter, Staatsanwalt oder Richter eingesetzt werden. In jedem Département gibt einen Staatsanwalt. Er nennt sich Procureur de la République. Seine ihm unterstellten Staatsanwälte nennt man Substituten. Die Aufsicht über die Staatsanwaltschaften eines Oberlandesgerichtsbezirkes führt ein Generalstaatsanwalt ( Avocat Général).

Über allen Magistraten wacht eine strenge Dienstaufsicht. Sie unterstehen dem Conseil Supérieur de la Magistrature CSM. In ganz schlimmen Fällen von Fehlverhalten eines Magistraten kann sich dieser auch unter Eid einem hochnotpeinlichen Verhör durch den Justizausschuss der Nationalversammlung stellen müssen. Diese Anhörung wird meist im Fernsehen übertragen. Jederman hat das Recht, einen Magistraten bei dieser Dienstgerichtsbarkeit anzuzeigen.

Das Amt des Untersuchungsrichters (Juge d'Instruction) wurde 1811 durch einen Erlass Napoléon I. geschaffen, um der Korruption unter den Richtern Herr zu werden. Er ist nicht weisungsabhängig, nimmt keinerlei Anweisungen von Vorgesetzten, Richtern, Staatsanwälten oder Politikern an und untersucht ein Delikt bis zur Verfahrensreife. Er stellt in eigener Verantwortung Hausdurchsuchungsbefehle und Haftbefehle aus und weist die Polizei an, seine Anordnungen durchzuführen. Er kann auch jederzeit einen Beschuldigten wieder freilassen, wenn kein Haftgrund mehr vorliegt.

Gegen seine Entscheidung kann allerdings Beschwerde beim Juge de Detention (Haftrichter) eigelegt werden, der von sich aus einen Haftbefehl aufheben oder gegen Auflagen ausser Vollzug setzen kann. Entweder schliesst der Untersuchungsrichter am Ende seiner Ermittlungen die Akten mit einem non-lieu (nicht schuldig) oder er empfiehlt der Staatsanwaltschaft, Anklage zu erheben.

Allerdings ist es in Frankreich immer wieder geschehen, dass unliebsame Untersuchungsrichter in eine andere Region versetzt wurden, teilweise sogar mitten in einem laufenden Verfahren. Die Regierung kann durchaus Einfluss auf die Karriere der Untersuchungsrichter nehmen, oder Druck auf deren Vorgesetzte ausüben, damit sie einen Eiferer "zurückpfeifen". Beispielsweise wurde die Untersuchungsrichterin Eva Joly, die die Korruptionsaffairen in der Ära Mitterand untersuchte, derart gemobbt, dass sie um ihr Leben fürchten musste und aus dem Dienst ausschied. Sie ist heute Europaabgeordnete und Präsidentschaftskandidatin der Ecologisten. Juge Halphen untersuchte die Affaire um die fiktiven Angestellten im Pariser Rathaus und ermittelte gegen Jacques Chirac. Weit kam er nicht damit, frustriert quittierte er den Dienst, als erst seine Katze an seine Türe genagelt und später seine Kinder von Unbekannten von der Schule abgeholt wurden. Man hörte ihn ab, überwachte ihn und machte sein Leben zur Hölle, bis er entnervt aufgab und ein Buch darüber schrieb. Gleichwohl wir der ehemalige Staatspräsident Jacques Chirac im Semptember vor Gericht stehen.

Über allem wacht der jeweilige Justizminister, der auch gleichzeitig Verfassungsminister (Garde de Sceaux, Siegelbewahrer) ist. Die Richter und Staatsanwälte werden auf Vorschlag des Justizministers von dem vom Volk direkt gewählten Staatspräsidenten ernannt.

Ausserdem gibt es einen französischen Staatsgerichtshof (Cour de la République), vor dem sich französische Politiker wegen eventueller Amtspflichtverletzungen, Korruption im Amt, oder sonstiger Verstösse gegen die Verfassung zu verantworten haben! Wird ein Politiker dort angeklagt, ist seine Karriere im wesentlichen beendet und er ist gesellschaftlich geächtet!

Bei Nachbarchaftsstreitigkeiten oder Bagatelldelikten ist in Frankreich zwingend vorgeschrieben, den Mediateur (Friedensrichter) der Gemeinde anzurufen. Er arbeitet kostenlos für Kläger und Beklagte. Sein Spruch ist rechtsverbindlich und unanfechtbar! Die vollziehende Gewalt hat den Richterspruch umzusetzen. Er ist auch juristischer Ratgeber bei Ungerechtigkeiten von Behörden und regelt diese Dinge oft mit einem Anruf oder einem Schreiben mit seinem Dienstsiegel. Die Behörden sind an die Anweisungen des Mediateur gebunden. Meist sind die Mediateure ehemalige Richter, die ehrenamtlich arbeiten.

Deutschland hat keine Selbstverwaltung der Justiz und auch keine Richter - Dienstgerichtsbarkeit, wie immer wieder von den Richterverbänden gefordert wird. Daher ist Deutschland's Justiz nicht in dem Masse unabhängig. Zwar spricht man immer von der Unabhängigkeit der Richter, die hat es jedoch in Deutschland noch nie gegeben. Es ist eine Chimäre. Im Kaiserreich war es eine Klassenjustiz, in der Weimarer Republik eine diese verachtende Justiz, im III. Reich eine politische Verbrecherjustiz, in der Nachkriegszeit eine Wendehalsjustiz und heute eine ängstliche Beamtenjustiz, die auch noch abhängig ist vom Wohl des jeweiligen Justizministers. Politisch nicht genehme Urteile entscheiden oft über Karriere oder Beförderungen.

Das Jurastudium ist bei allen Organen der Rechtspflege gleich. Es beinhaltet ein Jurastudium und ein zweijähriges Referendariat. Die Stationen können über eine Anwaltspraxis, das Baurechtsamt, eine andere Behörde, bei der Staatsanwaltschaft oder einem Gericht erfolgen. Danach beschliesst der deutsche Jurist seine Ausbildung mit dem zweiten juristischen Staatsexamen.

Hat er ein Prädikatsexamen, kann er in den Staatsdienst übernommen werden. Sonst bleibt ihm nur der Weg als Anwalt. Die Generalstaatsanwälte der Länder und der Generalbundesanwalt sind politische, weisungsabhängige Beamte. Was die Politik anordnet, müssen die Staatsanwälte durchführen. Wo das schon hingeführt hat, lässt sich an zahlreichen Beispielen festmachen. (z.B. Max Strauss, Pfahls, Schreiber)

Ein Disziplinargerichtshof, der bei Verfehlungen von Richtern oder Staatsanwälten angerufen werden könnte, existiert in Deutschland im Gegensatz zu Frankreich nicht. Deshalb wurde auch kein Richter oder Staatsanwalt jemals für seine Verbrechen in der NS-Blutjustiz zur Verantwortung gezogen. Sogar die Beisitzer im Volksgerichtshof unter dem Vorsitz von Roland Freisler wurden nach dem Ende des III. Reiches anstandslos wieder in den Justizdienst übernommen. Eine Gedenktafel an diese "hohen Richter" schmückt heute noch die Eingangshalle des Bundesgerichtshofes BGH. Der Beisitzer von Roland Freisler am Volksgerichtshof, Herr Reichsgerichtsrat Rehse, wurde Präsident des Landgerichts Ravensburg. Absurde Szenen spielten sich schon in bundesdeutschen Gerichtssälen ab. Dieselben Richter des Oberverwaltungsgerichts Schleswig, die die Enteignung jüdischen Vermögens angeordnet hatten, entschieden als bundesdeutsche Richter über deren Entschädigungen!

Auch aus diesen Gründen sind folgende Änderungen in der deutschen Justiz wünschenswert:

1.Eine Selbstverwaltung der Justiz mit kameralistischer Buchführung

2.Die eingestellten Richter müssen nach dem 1. juristischen Staatsexamen ein zweijähriges weiterführendes Studium in Kriminologie, Betriebwirtschaft, Psychologie o.ä. an einer Universität für Richter absolvieren, je nach ihrer späteren Verwendung.

3.Eine Richter – Staatsanwaltschaft - Dienstgerichtsbarkeit

4.Eine Richter – Staatsanwaltschaft - Disziplinarordnung

5.Die Wahl der Bundesverfassungsrichter durch die Bürger

6.Die Einrichtung eines Strafsenates beim Bundesverfassungsgericht für Strafverfahren gegen Amtsträger.

7.Ein Verfassungsartikel, der jede Einmischung in die Justiz als Staatsverbrechen vor dem Strafsenat des Verfassungsgerichtes anklagt.

8.Die deutsche Justiz ist nicht weisungsgebunden! Wer dagegen verstösst, wird wegen eines Verbrechens gegen die Verfassung angeklagt!

9.Die Rechtsanwälte haben nach dem 1. juristischen Staatsexamen fortführende Studiengänge zu belegen und sich zu qualifizieren:

a)Betriebswirtschaft für den Fachanwalt für Wirtschaftsrecht
b)Kriminologie für den Fachanwalt für Strafrecht
c)Psychologie für den Fachanwalt für Familienrecht
d)Erbrecht, Grundstücksrecht für den Notar

11.In Zivilsachen ist zunächst einmal eine Friedensrichter vorzuschalten. Er schlichtet und fällt ein für beide Parteien verbindliches Urteil. In Ausnahmefällen lässt er eine Berufung an ein ordentliches Gericht zu! Die Anrufung des Friedensrichters ist kostenlos für jedermann!

12.Das Urteil eines Friedensrichters dient dem Rechtsfrieden und ist ist rechtsverbindlich für die vollziehende Gewalt!

13.Strafanzeigen bei Nicht – Offizial – Delikten werden von den Staatsanwaltschaften nur bearbeitet, wenn ein Kostenvorschuss vom Anzeigeerstatter geleistet wird. War die Anzeige grundlos und führte auch nicht zur Verurteilung des Beschuldigten, so hat der Anzeigeerstatter die gesamten Kosten des Verfahrens zu bezahlen. Ausserdem wird automatisch ein Strafverfahren wegen des Verdachtes der falschen Verdächtigung gegen den Anzeigeerstatter eingeleitet (Denunziationsverbot)

Wenn es erstmals in der deutschen Rechtsgeschichte gelingen sollte, eine wirklich politisch unbeeinflussbare und unabhängige Justiz zu schaffen, dann ist schon ein grosser Schritt in Richtung demokratischer Rechtsstaat geschaffen.

Das was Deutschlands Politiker als Rechtsstaat bezeichnen, ist Lichtjahre von dem entfernt, was sich alle Menschenrechtskommissionen dieser Welt, die römischen Verträge, das deutsche Grundgesetz, die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen, sowie der Cour européenne des droits de l’homme unter einem Rechtsstaat vorgestellen!

Deutschland ist kein Rechtsstaat, er ist ein Staat voller Rechthaber!

Monsieur Rainer
Monday, August 22, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT : Deutschland weint um Ghadafi !

Alles, was mein Vorredner gesagt hat ist richtig.Wer hat denn der Bevölkerung in Bengazi via TV mit dem Massenmord gedroht? Wer hat serbische Mietkiller engagiert, die mit veralteten MIG's und Uranmunition auf Krankenhäuser geschossen haben? Wer hat angolische Sniper angeheuert, die auf Männer, Frauen und Kinder geschossen haben? Warum sollte Europa Ghadafi das Öl rauben? Er war doch ein willfähriger Öllieferant des Westens und wurde als grosszügiger Investor hofiert? Die deutsche Haltung zu Ghadafi ist töricht! Sagt mal Ihr Deutschen, schämt Ihr Euch nicht, für so einen Verbrecher Partei zu ergreifen?

Monsieur Rainer
Sunday, August 21, 2011
Is die Merkel a Wienerin? ( Satire )

Sekretär: Der Ackermann ist am Telephon!

Merkel: Jo wos? Scho wieder a Geburtstagsparty im Kanzleramt?

Sekretär: Nein der DAX ist im Keller!

Merkel: Des zipft mi jetzt o, hot der kaan Jagdfreind, der des Viech derschiesst?

Sekretär: Der DAX ist ein Börsenwert!

Merkel: Jo wos ? Der soll den Kampfdackel in Paris orufe, der woass eh nix!

Sekretär: Der Parlamentspräsident mault, weil Sie Souveränitätsrechte abtreten!

Merkel: Gosch’n! Geh scheissen!

Sekretär: Wir haben eine verheerende Hungersnot in Ostafrika!

Merkel: Jo wos? I wor doch erst dorten, ganze 78 Stunden!

Sekretär: Ja aber nur als Handelsvertreterin für Heckler & Koch!

Merkel: Na olso, g’freit sich doch der Kauder. Der wor doch dort im Beirat!

Sekretär: In Somalia, Kenia und Äthiopien verhungern jede 10 Sekunden ein Kind!

Merkel: Wer ist dot?

Sekretär: Und in Afghanistan werden unsere Soldaten getötet!

Merkel: Jo wos, mir is a jeder recht !

Sekretär: Aber können wir nicht wenigstens etwas gegen die Hungersnot tun?

Merkel: Der Bruno Kreisky hot amol g’sogt: " A la longue sammer oalle dot!“

Sekretär: Sie sind doch eine gewandte Wienerin, was soll ich jetzt draussen der Presse sagen?

Merkel: Des was i net, i bin aus Graz!


Monsieur Rainer
Saturday, August 20, 2011
DEUTSCHLAND VON AUSSEN

Die Deutschen haben es zur Mode werden lassen, über den Euro, auf Europa, auf die Brüsseler Bürokraten und auf die faulen Südeuropäer zu schimpfen. Sie sind damit zu den Chauvinisten Europas geworden. Anstatt vor der eigenen Türe zu kehren, wie es dringend notwendig wäre, werden die primitivsten Stammtischparolen politisch hoffähig! Man kräht nach "unserem schönen Geld“, das wir in immer sinnloserer Weise den faulen Griechen, den korrupten Italienern, den gierigen Spaniern, den protugiesischen Ziegenmelkern und den irischen Kuchenfressern in den gierigen Schlund werfen, damit sie ihre Feudalherrschaft erhalten können.

Dieses Gerede ist politisch dumm, sachlich falsch, unglaublich teuer und politisch trostlos ungekonnt. Der grösste Profiteur des Euro und Europas ist Deutschland! Es überschwemmt, als einziges europäisches Land ohne gesetzlichen Mindestlohn, die anderen europäischen Staaten mit ihren durch Dumpinglöhne heruntersubventierten Waren ganz Europa und die Welt.

Gigantische Milliardengewinne erschwirtschaften die deutschen Unternehmer und feiern ihre Aussenhandelsbilanzüberschüsse. Diese Exporte gehen zu Lasten der schwächeren Mitglieder der EU. Wenn deutsche Handelsketten zum Beispiel mit Billiglöhnen hergestellten Feta nach Griechenland liefern, kann der griechische Bauer nicht mehr existieren und versucht sich, anderweitig irgendwie durchs Leben zu schlagen. Die Deutschen nennen das in ihrem unsäglichen Chauvinismus "faul und korrupt“! Wenn deutsche Grossmästerreien, die 80% aller Agrarsubventionen kassieren, ihr Schweine und Geflügel nach Spanien, Italien und Portugal exportieren, wie soll dann die dortige Landwirtschaft überleben? Wenn in Deutschland zu Hungerlöhnen von 1 – 3 Euro die Stunde alle Schlachtpreise Europas unterbietet, wie soll dann der irische Metzger existieren?

Der DAX ist der Gott der deutschen Medien und der Banken. In jeder Tagesschau wird mit trauerumflorten Miene und Liveschaltungen von den Kursbewegungen des DAX berichtet. Teure Direktschaltungen an die Börsen von Tokio, Wallstreet, London und Frankfurt verbrauchen bis zu 30 % der gesamten Tagesschau. Dabei haben nicht einmal 9 Millionen der 82 Millionen Deutschen irgendetwas mit der Börse zu tun. Für die 1,2 Millionen Menschen, die vom Staat im offenen Strafvollzug (Hartz IV) verwahrt werden und die 6 Millionen Arbeiter, deren Löhne durch Aufstockung vom Staat, statt von den Arbeitgebern subventioniert werden, schert sich der DAX und die Börsen einen Dreck. Für sie ist der Monat bereits am 12. zu Ende. Der Rest ist die Erniedrigung an den Suppenküchen der Hilfsorganisationen.

Und da kommt eine Pastorentochter aus der Uckermarck und gelernte Physikerin auf die grosse Weltbühne und trifft volkswirtschaftliche Entscheidungen, die für ganz Europa verheerende Wirkungen haben können, obwohl sie das gar nicht gelernt hat. Sie ist Physikerin. Seit wann hat Physik etwas mit Volkswirtschaft zu tun? Sie fragt auch niemand, ihr Kanzleramtsminister ist Jurist, ihr Fraktionsvorsitzender ist Jurist, ihr Wirtschaftsminister ist Arzt für Allgemeinmedizin und ihr Aussenminister ist Jurist und auch sonst von eher mässigem Verstand!

Die deutsche Kanzlerin watschelt über die Bretter, die die Welt bedeuten und verhandelt. Sie sagt hier und dort einen Rettungschirm zu, flickt dort ein besonders brisantes Thema im Alleingang, sie tritt dabei immer wieder das Parlament und das Grundgesetz, das sie in vollendeter semantischer Verbiegung als Verfassung bezeichnet, mit despektierlicher Missachtung. Sie tritt schneidig Souveränitätsrechte ab, über die nur das Parlament oder das Volk zu entscheiden hat. Sie schwankt und zaudert und trifft dann einsame Entscheidungen, als ob es den deutschen Souverän gar nicht gäbe. Sie masst sich Macht an, die sie gar nicht besitzt. Der Deutsche schaut fassungslos zu und zuckt mit den Schultern. ER hat nie gelernt, für seine Rechte zu kämpfen und sich zu wehren!

Die deutsche Kanzlerin geht nicht nur den Deutschen mit ihrem Gehabe auf die Nerven, wie man nachstehenden internationalen Presseausschnitten entnehmen kann:



"Deutschland ist davon überzeugt, die wirtschaftliche Supermacht Europas zu sein und somit über das Recht zu verfügen, die Euro-Zone nach seinem Modell zu verwalten. Frankreich dagegen ist davon überzeugt, aus historischer Sicht das diplomatisch, intellektuell und bürokratisch führende Land und daher von Natur aus zur Verwaltung aller europäischen Institutionen bestimmt zu sein." (The Times, London, 17. August)


"Wenn wir die Euro-Zone ohne Deutschland [...] betrachten und auch Griechenland ausschließen, stellen wir fest, dass die restlichen elf Länder einen Anleihenmarkt im Wert von 3500 Milliarden Euro schaffen könnten, dessen makroökonomische Daten nur unwesentlich schlechter wären als diejenigen der Euro-Zone insgesamt. Aus politischer Sicht könnte bei den deutschen Wählern die Angst, bei der europäischen Integration hintanzustehen, sogar ihre Bedenken übertreffen, zum Zahlmeister Europas zu werden. Wäre dies der Fall, läge die Macht ganz klar in den Händen der anderen Mitgliedstaaten der Euro-Zone - und das sollten sie ausnutzen." (The Financial Times, London, 16. August)


Die Mitteilungen von Merkel und Sarkozy sind ganz klar nicht ausreichend, um an den Neustart des deutsch-französischen Motors zu glauben. Im Augenblick ist es Merkel, die den Weg vorgibt und immer wieder die Lösungsvorschläge torpediert, die den deutschen Steuerzahler belasten würden. Sarkozy zappelt herum, aber dabei bestätigt er nur die deutschen Befürchtungen, dass man für die Schulden der anderen wird zahlen müssen. Es wird sich noch herausstellen, ob diese Befürchtung die Situation im Euro-Raum nicht noch verschlimmert. (La Libre Belgique, Brüssel, 17. August)


Zehn Jahre nach Einführung der gemeinsamen Währung passiert das gleiche, als wenn der Markt sich eine starke Leitwährung ausgesucht hätte. Jetzt übernimmt Deutschland die Kontrolle des Euro, um den Kollaps eines der wichtigsten europäischen Integrationsprojekte zu vermeiden". (ABC, Madrid, 18. August)

Aufgrund des niederschmetternden Zeitmanagements des Duos Merkel und Sarkozy haben sie eine weitere Chance vertan, um die verlorene Glaubwürdigkeit seit Beginn der griechischen Tragödie zurückzugewinnen. [...] Die Kanzlerin befindet sich im freien Fall, und diese Schwäche macht es gegenwärtig unheimlich schwer, ihre führende Rolle in Europa zu behaupten. Für die Investoren gab es [...] ein weiteres Negativsignal: die Ablehnung der Euro-Bonds durch Merkel und Sarkozys Einlenken auf ihre Linie. (El Pais, Madrid, 18. August)

Sogar die deutschen Exporteure beknien die Kanzlerin, dass sie ihre Haltung gegenüber europäischen Schuldscheinen ablegen möge [...]. Die sehnlichst erwartete politische Antwort muss Aufschwung-Politik sein. Geldströme müssen fließen, indem die Banken neues Kapital erhalten, es muss ein neues europäisches Industriemodell gefunden werden, und Europa muss seine Schulden umschichten [...]. Um die Krise zu überwinden, ist der Föderalismus ein guter Weg. Aber ein Wachstumsföderalismus und nicht ein Sparföderalismus. (La Tribune ,Paris, 17. August)


Morgen werden die Euro-Bonds nicht nur der einzig mögliche Weg sein, um die Krise zu überwinden, sondern auch um die europäische Einigung voranzutreiben und ein Auseinanderbrechen zu verhindern. Denn die Krise ist in einem Europa entstanden, dessen Wirtschaftsunion hinkt, und das zwar eine gemeinsame Währung, aber eine autonome Budgetpolitik hat. (Les Echos, Paris, 17. August)




Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH!
ISBN 978-3-8423-7159-0
72 Seiten Paperback
Preis: € 4,90
Verlag: BoD Book on Demand bod.de
www.monsieurrainer.com

Monsieur Rainer
Saturday, August 20, 2011
Rechtsverstösse in Deutschland so weit das Auge reicht!

Auf einer genehmigten Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin hielten zwei Bürger ein Transparent hoch mit der Forderung nach einer Verfassung für Deutschland wie sie im Grundgesetz Artikel 146 GG verlangt wird. Die Polizei entriss den Demonstranten das Plakat! Aha, soweit ist es also in Deutschland ? Wenn ein Bürger für die Einhaltung des Grundgesetzes und damit für den Artikel 146 GG demonstriert, dann trifft ihn die ganze Wucht des "Rechtstaates"? Gut zu wissen! Nun ist mir auch klar, warum kein Verlag den Mut hatte, mein Büchleine WEHRT EUCH zu verlegen! Deutschland ist keine Demokratie! Was soll denn das für eine Demokratie sein, für deren Einhaltung des Grundgesetzes man nicht demonstrieren darf? Gibt es denn keine mutigen Anwälte mehr, die diesen Polizeipräsidenten vor den Kadi zerren? Nein, das geht ja auch nicht! Eine weisungsunabhängige Justiz gibt es in diesem "Rechtstaat" ja auch nicht! Was also gibt es dann in Deutschland? Eine durch und durch korrupte und von den Bürgern Lichtjahre entfernte Kaste aus Politschranzen, Medienclowns und dem alles lenkenden Kapital! Der Bürger kommt dabei nur noch als Stimmvieh, Arbeitsknecht und Konsument vor! Ist er nicht in der Lage, diese Mindestanforderungen zu erfüllen, dann kommt er in den offenen Strafvollzug, genannt Hartz IV.

Monsieur Rainer
Thursday, August 18, 2011
Mein Kommentar in "der Freitag" zum neuen Buch von Charlotte Roche

Seit vier Tagen verfolge ich die hysterischen Leitartikel in SPIEGELONLINE über das neue "sensationelle" Buch von Charlotte Roche. Und nun muss ich im FREITAG lesen, dass die Werbetrommel auch hier für diesen gefrorenen Literaturmist gerührt wird. SCHOSSGEBETE heisst dieses "wundervolle literarische Werk" und soll sich laut Flyer vom Verlag um Fellatio handeln. Bedaure, liebe Redakteure von SPIEGELONLINE, damit kann ich als Buchautor nicht dienen. Habt Ihr Redakteure vom Freitag keine wichtigeren Themen, als den Werbefeldzug eines Verlages zu forcieren?

Monsieur Rainer
Friday, August 12, 2011
Mutiger Verlag gesucht !

Mein neuer Politthriller BLUTFREITAG ist fertig. Es ist das Pilotbuch zu meiner neuen Krimi-Serie LUISE KAUTT.


Luise Kautt arbeitet im Dezernat "Organisierte Kriminalität“ im Stuttgarter Landeskriminalamt. Sie stammt aus der kleinen Universitätsstadt Tübingen und verfügt über einen derben schwäbischen Humor, den manche ihrer Kollegen ebenso verabscheuen wie fürchten. Wenn sie wütend wird, dann verfällt sie oft in die Mundart ihrer Heimat. Sie ist stur und eigensinnig, oft verletzend direkt, manchesmal hinterlistig, gelegentlich vulgär und stets politisch unkorrekt, also eine atypische und nicht angepasste Beamtin. Alle Versuche, sie zu mobben, sind bisher fehlgeschlagen. Sie ist ein kleines Persönchen, das keine Angst und keinen Respekt vor grossen Tieren hat und sich in einer intriganten Männerwelt zurechtfinden muss, der nichts lieber wäre, als diese emanzipierte und lästige Kripo - Beamtin loszuwerden.

Ihr neuer Fall führt sie in das oberschwäbische Weingarten, wo jedes Jahr am Freitag nach Christi Himmelfahrt der traditionelle Blutritt stattfindet. Ein blutiger Terroranschlag erschüttert die Prozession. Trotz ihrer excellenten Kenntnisse von Land und Leuten und ihrem messerscharfen, hellwachen Verstand stösst sie bei ihren Ermittlungen nur auf Widerstand und scheint von allem und jedem an der Aufklärung dieses Kapitalverbrechens behindert werden zu wollen. Sie scheint in einem Netz von politischen Intrigen gefangen und geht duch eine Hölle von Gemeinheiten, doch sie befreit sich aus diesem politischen Intrigantenstadel. Aber bald muss auch sie resignierend feststellen, dass die Politik in Deutschland die Polizei und die Justiz dominiert. Von einer Trennung von Judikative und Exekutive kann also keine Rede sein. Sie kann das untere und mittlere "Management" des Verbrechens überführen, doch an die wirklichen Drahtzieher kommt sie nicht heran, obwohl sie sehr genau weiss, wer hinter allem steckt!

Monsieur Rainer schreibt zeitgeschichtliche Dokumentationen, spannende Krimis, fesselnde Politthriller, beissende Satiren und ergreifende Romane. Er verabscheut politische Korrektheit. Um so realistischer wird das Pilotbuch zu seiner neuen Krimiserie LUISE KAUTT. Der Autor ist am Bodensee aufgewachsen, es fällt ihm daher leicht, manche Dialoge in Mundart zu schreiben. Das gibt der neuen Krimireihe grosse Authentizität und zusätzliche sprachliche Würze.

Alle meine Politthriller basieren auf (fast) wahren Begebenheiten, die Personen der Handlungen sind oft bis zur Kenntlichkeit verfremdet.

Mutige Verlage wollen bitte mit mir in Kontakt treten!

Monsieur Rainer

www.monsieurrainer.com




Tuesday, August 09, 2011
Wie lange noch ? Kapitel 10 des Buches WEHRT EUCH !

Wie lange noch wird Deutschland von einer Kaste regiert, die elementare Entscheidungen der Politik gegen den erklärten Willen der Mehrheit der Bevölkerung trifft?

Wie lange noch werden sechs Millionen Arbeitsplätze vom Steuerzahler subventioniert? Ist es nicht vielmehr Aufgabe der Unternehmer, die Löhne der Mitarbeiter zu bezahlen? Sie sind sehr wohl in der Lage dazu, wie man an den sprudelnden Gewinnen der Betriebe und Konzerne sieht. Schaut ihr Bilanzen an!

Wie lange noch ist Deutschland ein Billiglohnland und der Schlachthof Europas, wo im Accord für Dumpinglöhne und unter menschunwürdigen Arbeitsbedingungen Massenprodukte für die Lebensmittelindustrie produziert werden werden?

Wie lange noch können Lebensmittelpanscher Dioxin - verseuchtes Futter an die Mastbetriebe verkaufen? Warum werden solche Futtermittelfabriken nicht auf der Stelle geschlossen, versiegelt und ihnen die Betriebsgenehmigung entzogen? Warum sitzt ein solch verantwortungsloser Unternehmer nicht in Untersuchungshaft?

Wie lange noch wird eine Agrarindustrie mit Milliarden von Euro vom Staat subventioniert, die es sich zum Ziel gemacht hat, möglichst schnell und möglichst billig zu produzieren. Dabei werden Mastbetriebe bis zu 80.000 Schweinen hochsubventioniert, während ökologisch verantwortlich arbeitende Betriebe klein gehalten werden. Ist denn nicht bekannt, dass 80% aller Agrarsubventionen an 20% der Mastfabriken ausbezahlt werden?

Wie lange noch leisten wir uns seine solche Überproduktion von Agrarprodukten, für die in Europa gar kein Markt da ist ?

Wie lange noch stützen wir mit Milliardenbeträgen eine ausser Rand und Band geratene Finanzindustrie, die uns alle mit ihrer masslosen Geldgier und ihrer teilweise kriminellen Energie in den Abgrund reissen wird?
Wie lange noch duldet ihr Deutschen, dass die Politiker wochenlang darüber feilschen, ob die Ärmsten der Armen etwa 5 Euro mehr Unterstützung erhalten können und sich trotzdem noch an den Suppenküchen der Wohlfahrtsverbände erniedrigen müssen.

Wie lange noch feiert die deutsche Industrie ihre Exporterfolge, die sie sich mit Billiglöhnen erkauft hat ? Und wo sind die deutschen Gewerkschafter, die dies alles aus ihren Limousinen und wohlgeheizten Vorstandsetagen mitansehen?

Wie lange noch wird die Deutsche Bahn, die dem deutschen Volk gehört, dazu missbraucht, Haushaltslöcher in Höhe von 500 Millionen Euro zu stopfen, anstatt ihre Kunden preiswert, sicher, bequem und pünktlich von a nach b zu befördern? Warum will die Deutsche Bahn bei einer Verschuldung von zwölf Milliarden Euro für drei Milliarden Euro ein englisches Busunternehmen kaufen, obwohl das Geld dringend in die Renovierung der Züge und des Schienennetzes investiert werden müsste? Die DB ist ein Unternehmen der Daseinsvorsorge und hat sich nicht als Globalplayer aufzuspielen.

Wie lange noch werden grundgesetzwidrige Kriege in fernen Ländern gegen den erklärten Willen der Mehrheit des deutschen Volkes geführt?

Wie lange noch werden es die Deutschen mitansehen, dass trotz überschäumender Konjunktur immer mehr Schulden aufgenommen werden? Sehen ihr nicht, dass die Lohnstückkosten für einen Politiker zu hoch sind?

Wie lange noch werden sich die Bürger ansehen, wie gegen ihren Willen Endlager mit radioaktivem Müll “erprobt” werden, obwohl jederman weiss, dass diese “Erprobung” eine semantische Verballhornung ist.

Wie lange noch dürfen ehemalige Minister, Ministerpräsidenten und ausgemusterte Politiker in den Unternehmen Aufsichtsratsposten bekleiden, die mit dem Bau von Stuttgart 21 und anderen Staatsaufträgen beauftragt werden?

Wie lange noch, ihr deutschen Bürger, lasst ihr euch dieses ganze himmelschreiende Unrecht gefallen ? Wann steht ihr aus euren Fernsehsesseln auf, schaltet eure Computer ab und geht endlich auf die Strassen, um diesem Spuk ein Ende zu bereiten.

Wie lange noch wollt ihr Deutschen von den elemarsten Grundregeln einer Demokratie ausgeschlossen bleiben?
Wie lange noch wollt ihr es hinnehemn, dass man euch eine Verfassung verwehrt?

Wie lange noch wollt ihr es hinnehmen, dass Deutschland nicht einmal die elementarsten Anforderungen an die Menschenrechtsrechterklärung von 1953 erfüllt: die Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative?

Wie lange noch wollt ihr Deutschen ein Gottesstaat sein, der von den Kirchen dominiert wird. Dies ist grundgesetzwidrig! Das Grundgesetz schreibt die Trennung von Kirche und Staat vor!

Wo, ihr deutschen Bürger seid ihr, wenn es darum geht, eure Bürgerrechte zu verteidigen und euer Recht als Bürger einzufordern? Habt ihr Deutschen keine Strassen, auf denen ihr für eure Rechte demonstrieren könnt?

Hört endlich auf, euch als devote Untertanen zu benehmen, die dem Staat zu gehorchen haben. Ihr habt niemandem zu gehorchen ausser euerm Gewissen! Der Staat, das seit ihr! Die Politiker sind eure Angestellten! Sie haben euch zu gehorchen!

Wie lange noch wollt ihr das alles noch hinnehmen? Ihr müsst die euch entrissene Macht zurückerobern. Solidartät, Bürgersinn und Zivilcourage sind gefordert.

Kämpft für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit! Zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands müsst ihr für eure Demokratie kämpfen. Das ist ungewohnt. Nehmt euch an den friedlichen Protesten in anderen Ländern ein Beispiel! Bleibt friedlich, leistet nur passiven Widerstand! Nur so könnt ihr etwas erreichen! Gebt den Mächtigen nicht den geringsten Vorwand, auf ihre Repressionsinstrumente zurück zu greifen und eure berechtigten Anliegen zu desavouieren.

Wehrt Euch endlich, sonst werden eure Kinder eines Tages auf eure Gräber spucken, wenn sie feststellen müssen, welches Erbe ihr ihnen hinterlassen habt. Wenn sie feststellen müssen, dass ihr zu feige wart, euch gegen die politische Inzucht und dieses heraufziehende Fiasko zu wehren.

Wer nicht handelt, wird behandelt
(Willy Brandt)


Monsieur Rainer
Monday, August 08, 2011
Kapitel 9 aus meinem Buch WEHRT EUCH : ZEITENWENDE

Weit über zweihundert Jahre sind seit der französischen Menschenrechtserklärung vergangen. Es war eine Zeit der Aufklärung, der Irrungen, der Wirrungen, der Kriege, der Völlerei, der Armut, der Kolonialisierung, der blutigen Niederschlagung von Freiheitsbewegungen, der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen, des Rassenhasses, der Überheblichkeit, der Säkularisierung, des Luges, des Betruges, der Zerstörung und der vergebenen Chancen.

Besonders die Kolonialmächte Frankreich, Belgien und England haben grosse Schuld auf sich geladen. Zunächst verknechteten sie zahlreiche Länder, dann, als dies nicht mehr opportun war, entliessen sie ihre Kolonien in eine sogenannte Scheinselbstständigkeit, mischten aber nach wie vor bei der Sicherungen ihrer Ressourcen und der Besetzung der Statthalter durch ihre Geheimdienste kräftig mit. Wenn es sein den musste, auch mit roher Gewalt, mit Putschen, Umstürzen , Mord, Totschlag und Korruption.

Bis vor wenigen Monaten noch fühlten sich die Industrienationen mit der ewigen Ausbeutung der Ressourcen der afrikanischen und arabischen Welt sicher. Man machte gute Geschäfte mit den Despoten von unseren Gnaden. Man hätschelte sie, man hofierte sie, man pflegte einen guten gesellschaftlichen Umgang mit Ihnen. Man nahm ihre Marotten und ihre Morde an der eigenen Bevölkerung in Kauf und wurde somit zum Mitwisser, wenn nicht sogar zum Mittäter.

Man kaufte die von ihnen ihrer Bevölkerung geraubten Bodenschätze, wusch ihr Blut-Geld in der heimischen Wirtschaft und verkaufte ihnen Waffen, Atomkraftwerke, Staudämme, Prestigeobjekte und unsere mit Milliarden Subventionen auf Billigniveau heruntergedumpten Agrarprodukte, wodurch die Bauern in Afrika noch ärmer wurden, weil sie mit unseren Lebensmittelpreisen nicht mehr konkurrieren konnten.

Um unser Gewissen zu beruhigen, spenden wir für die notleidenden Kinder der dritten Welt. Wir hätten ihnen nur anständige Preise für ihre Bodenschätze bezahlen müssen und die Markenfabrikanten durch Konsumentenstreiks dazu zwingen müssen, die Arbeit für unsere Schuhe und Kleider menschenwürdig zu entlohnen, dann müsste kein Kind verhungern. Im Moment verhungert jede zehn Sekunden ein Kind in der sogenannten dritten Welt. Daran tragen die Industrienationen und unser Konsumverhalten die alleinige Schuld!

Gerne sah man es, wenn die Despoten ihre gestohlenen Blutgelder in unsere heimische Industrie investierten, sich ihre luxuriösen Feriensitze hier bauen liessen, unsere maroden Banken retteten und unsere Staatsanleihen kauften, die sonst kein Mensch mehr haben wollte, weil unsere Staaten nach allen betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten konkursreif sind.

Nun ist ein neues Zeitalter angebrochen. Ausgerechnet die viel gepriesene Globalisierung des Handels brachte eine “unangenehme” Nebenerscheinung mit sich. Was die Missionare nie geschafft hatten, was Zeitungen und die Despoten stets zu unterdrücken wussten, nämlich der freie Informationsfluss, schafften modern Kommunikationssysteme wie Internet, Facebook und Twitter.

Die Welt horchte auf. Die geknechteten Menschen in Afrika und Arabien kommunizieren mit der ganzen Welt und sind nun auf dem neuesten Stand der Informationen. Sie erkennen, was ihnen stets von ihren Despoten vorenthalten wurde: die Freiheit der Meinungsäusserung.

Vorallendingen die gebildete Mittelschicht und die junge Intelligenz wollen nun teilhaben an den Früchten der Freiheit, der freien Meinungsäusserung, des geregelten und existenzsichernden Einkommens. Zaghafte erste Versuche, diese Segnungen der Menschenrechte einzufordern, wurden noch wenig von ihren Despoten beachtet oder mit den üblichen Mechanismen von Gewalt, Folter, Mord oder einer korrumpierter Justiz im Keime erstickt.

Die Industrienationen nahmen dieses Rumoren, diese Rufe nach Freiheit nicht zur Kenntnis und führten bis in die jüngste Zeit ihre Geschäfte mit ihren Despoten fort. Sie hatten sich an die scheinbare politische Stabilität, die ihnen die Despoten garantierten, gewöhnt.

Sie hatten sich an die jahrzehntelangen Mechanismen des Handels, des Gebens und Nehmens und an die in der Zwischenzeit alt gewordenen harten Diktatoren gewöhnt. Sie empfanden nichts mehr dabei, mit Massenmördern, Folterern, Menschrechtsverletzern zu dinieren und gute Geschäfte zu machen.

Doch die Jugend der Welt gibt keine Ruhe mehr. Sie twittern weiter um die Welt, sie dürsten nach Informationen und nach der Freiheit. Mit friedlichen Mitteln fordern Sie ihre Rechte ein und verjagen zuerst in Tunesien den omnipotenten Trabelsi – Clan, der bis vor wenigen Monaten noch von Frankreich hofiert wurde. Die sanfte Yasmin – Revolution war geboren. Die Jugend erkannte, dass sie gegen die omnipotenten Militärmachthaber keine Chance hatten. Sie besannen sich auf Mahatma Ghandi, der das englische Weltreich mit Gewaltlosigkeit in die Kniee zwang. Dieser demonstrativen Gewaltlosigkeit hatten die nur auf Gewalt und Waffen fixierten Diktaroren nichts entgegen zu setzen.

In Tunesien und Ägypten mussten sich die Despoten, samt ihrem Gewaltapparat, dem Willen des Volkes beugen und dankten ab. Tunesien und Ägypten ermutigten die Menschen auch in andereren geknechteten Ländern. Kluge Herrscher wie die Könige von Marokko und Jordanien haben die Zeichen der Zeit verstanden und sind dabei, ihre verkrusteten Herrschaftsstrukturen zu modernisieren. Weitere Despoten werden diesem Beispiel folgen oder von der Geschichte hinweggefegt werden.

Die Industrienationen stehen den epochalen Umwälzungen ratlos, kopflos, führungslos und hilflos gegenüber. Zunächst taktierten sie und warteten ab. Sie konnten ihren Bürgern nicht erklären, warum sie noch bis vor wenigen Wochen mit diesen Massenmördern an einem Tisch sassen. Taktik, Zynismus und der unbedingte Wille, ihre Geschäftsfreunde und die notwendigen Ressourcen zu beschützen, beherrschten ihr Handeln.

Dann erkannten manche Staatsführer, dass diese Bewegung unumkehrbar ist. Sie entschieden sich unter dem Hohngelächter ihrer zynisch gewordenen Bürger zum menschlichen, politischen und nun auch militärischem Beistand. Manche Staatsführer wähnen sich besonders schlau, wenn sie erst einmal abwarten und sich der Stimme enthalten, um zu sehen, wie das Experiment Menschenrecht ausgehen würde.

Während sich die geknechtete Jugend gegen die Politverbrecher, Despoten und Kleptokraten erhebt, taumelt der Westen hilflos zwischen der Angst, ihren Geschäftspartner zu verlieren und dem unüberhörbaren Ruf nach Freiheit. Die westlichen Demokratien versagen jämmerlich mit ihrer scheinheiligen These "Der Despot oder der Gottestaat". Dass dies eine Schutzbehauptung der Profiteure der Despoten ist, sieht der Zuschauer jeden Tag im Fernsehen.

Die jugendliche Intelligenz und die bürgerliche Mittelschicht will k e i n e n islamischen Gottesstaat nach iranischem Vorbild, sondern Freiheit! Bei freien und geheimen Wahlen unter der Aufsicht von UN-Beobachtern würde die Moslembruderschaft in Ägypten nicht einmal über 30% kommen. Die Ägypter sind zwar mehrheitlich Moslems, lehnen jedoch den islamistischen Gottesstaat mit seiner Scharia, der noch im Mittelalter lebt, rundweg ab.
Die letzten Zuckungen des ägyptischen Regimes waren das Aufgebot von entlassenen Verbrechern aus den Gefängnissen, von Polizisten in Zivil und von verkleideten Geheimdienstlern der Regierung Mubarak. Hier von einer Konterrevolutuin zu sprechen, ist eine gequälte Rabulistik der Presse des Westens.

Das schlimmste, was die westlichen Demokratien fürchten, ist ihre eigene Desavourierung, da sie bis vor wenigen Monaten diesen Politverbrechern noch mit Küsschen in Berlin, Paris und London den Hof gemacht hatten. Das zweitschlimmste Szenario für den Westen wäre, wenn die Bürgerrechtsbewegungen siegen würden und die gestohlenen Blut-Gelder, allein aus Ägypten sind es 40 Milliarden Dollar, aus der westlichen Wirtschaft abgezogen und in die heimische Wirtschaft investiert würden.

Nur so ist das zögerliche Handeln der EU und der europäischen Staaten zu erklären. Lieber malen sie das unrealistische Szenario eines Gottestaates an die Wand, um das eigene Volk zu verwirren. Ein schändliches Treiben!

Diese Taktierer, Zauderer, Pazifisten und Zyniker werden die Verlierer der Zeitenwende sein. Lassen Sie uns alle die wahrscheinliche kurze Zeit der Wiedererwachung der Menschenrechte geniessen. Vielleicht hält sie ja eine Generation an?

Die Staatslenker, die meinen besonders schlau zu sein, in dem sie sich fein heraushalten aus dieser Erneuerung der Menschenrechte, wird die Geschichte hinwegfegen. Sie verraten jede Moral für einen kurzfristigen, kleinbürgerlichen Vorteil. Ihre Zeit läuft gerade ab. Und dies nicht nur in Afrika, Asien, Arabien, sondern auch in Europa. Die Zunkunft gehört den Menschenrechten und der Gerechtigkeit !

Die Reiche der Zukunft sind die Reiche des Geistes!
(Winston Spencer Churchill)


Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH!
ISBN 978-3-8423-7159-0

Monday, August 08, 2011
VOLLRAUSCH !


Wie man sich fühlt im Zustand der Besoffenheit vor Glück, können uns am besten die Dax - Unternehmen, die Unternehmer, die Besserverdienenden und die Politiker berichten. Sie schwärmten geradezu von den sagenhaften Gewinnen der Unternehmer und den damit verbundenen sprudelten Steuermehreinnahmen!

Ich bin jetzt mal der Spielverderber:

1.Warum haben die Arbeitnehmer nicht mit gesoffen, denn bei denen kam kein einziges Bier an?

2.Warum haben die Gewerkschaften dann nur den Inflationsausgleich bei ihren Tarif – Verhandlungen herausgeschunden? Haben die Gewerkschaftsbonzen in den Aufsichtsräten etwa mitgesoffen?

3.Warum sinken dann die Reallöhne seit 1991 um 21 % ?

4.Warum wurde bei sprudelnden Steuereinnahmen kein ausgeglichener Staats -Haushalt erreicht?

5.Warum wurde dann nicht ein einziger Cent Staatsverschuldung abgebaut?


Und nun ziehen dunkle Wolken am Konjunkturhimmel auf! Ein furchtbarer Kater macht sich breit! Ich höre sie schon jetzt, die Argumente der Unternehmer und Politiker:


1.Um die Konjunktur nicht weiter zu schwächen, müssen wir nun besonders masshalten bei den Tarifabschlüssen!

2.Da wir eine Kunjunkturdelle haben, müssen wir leider wieder mehr Schulden aufnehmen, berichten die Politiker mit sorgenvoller Stirn!


Wisst Ihr was? Verarschen können wir uns selbst!

Monsieur Rainer


Friday, August 05, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT zur Affaire Bernard Tapie/Christine Lagarde

Sollten wir Franzosen wirklich so einen Abgrund an Korruption haben? Sollte unser Staatswesen wirklich so verfault sein, dass per se alle französischen Politiker korrupt sind? In Deutschland kommt so etwas natürlich nicht vor! Klar, Deutschland ist das Vorzeigeland Europas: Keine Staatsverschuldung, keine politische Korruption, eine weisungsunabhängige Justiz und strikte Gewaltenteilung. Wussten Sie dass es in Frankreich seit 1811 den weisungsunabhängigen Untersuchungsrichter gibt? Haben Sie so etwas auch in Deutschland? Wussten Sie, dass die Affaire Tapie auf die Präsidentschaft Mitterand's zurückgeht und Frau Lagarde damals noch Studentin war? Wussten Sie, dass Bernhard Tapie 15 Jahre durch alle Instanzen den Staat verklagt hat, der ihm nun den von einem Gericht zugesprochennen Schadenersatz auszahlen musste. Wie der Zufall es will, war gerade zu diesem Zeitpunkt der Auszahlung Mme Lagarde Finanzministerin. Sie hat mit der Affaire Tapie rein gar nichts zu tun!

Monsieur Rainer
Thursday, August 04, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT zur UN - Resolution gegen Syrien

Jetzt muss sich aber Herr Assad fürchten! Diese UN - Erklärung ist windelweich und entspricht den drei bekannten fff: formlos, fristlos und fruchtlos. Auf die Idee, dass die EU Mitgliedstaaten alle syrischen Botschaften schliessen könnten, alle Gelder von Herrn Assad einfrieren könnten, darauf kommt niemand! Warum auch. Er wie viele andere Despoten sind ja schliesslich unsere Geschäftspartner!

Monsieur Rainer


Thursday, August 04, 2011
Mein Kommentar auf facebook und in der ZEIT: Kesseltreiben

Bernard Tapie war ein ungezogener Zögling von Präsident François Mitterand und machte neben seiner steilen Politikerkarriere auch mächtig Wirbel als Präsident von Olympic Marseille und Chef eines zusammengekauften Konzerns. Eines Tages war der Traum geplatzt, er verlor alle seine Ämter, machte Pleite und musste ins Gefängnis. Er verklagte den Staat auf Schadenersatz. Vier Instanzen und 15 Jahre später bekam er recht und der Staat musste ihm eine hohe Summe zurückbezahlen. Es gab also ein rechtskräftiges Urteil, auf Grund dessen das französische Finanzministerium den Schadenersatz zu zahlen hatte. Zufällig war gerade Mme Christine Lagarde Finanzministerin. Was hat sie mit der ganzen Affaire zu tun? Rien!

Monsieur Rainer
Thursday, August 04, 2011
Der Leidensweg eines kleinen Büchleins !
Was ist eigentlich so gefährlich an meinem kleinen Büchlein. Es ist keine Streitschrift gegen den Staat, sondern nur der Versuch, die eklatanten Demokratie - Defizite zu benennen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man sie auf friedlichem und rechtsstaatlichen Wege beseitigen kann.

Das Büchlein hat gerade mal 72 Seiten und kostet nur 4,90. Es steht alles drin, was der zornige Bürger wissen sollte. Am Schluss des Büchleins habe ich den Versuch gemacht, eine Verfassung für Deutschland zu entwerfen. Bitte, ich bin kein Wissenschaftler, habe auch keinen Lehrstuhl für Verfassungsrecht, ich bin nur ein Bürger, der eine Verfassung für Bürger entwirft.

Darüber lässt sich trefflich diskutieren und die Wissenschaftler und Politiker werden uns allen schon sagen, dass das alles nicht geht! Wie bitte? Bürger schreiben eine Verfassung für Bürger? Das gibt es nicht? Aber sicher, wir wollen, dass der Bürger wieder das erste und das letzte Wort im Staate hat. Wir wollen den Staat vom Kopf wieder auf die Beine stellen. Die Politiker sind unsere Angestellten mit Zeitverträgen, mehr nicht! Ausser dass ihre Lohnstückkosten erheblich zu hoch sind!

Es begann damit, dass kein Verlag das Büchlein haben wollte. "Für dieses Geld können wir es nicht machen, da verdienen wir ja nichts!" Aha, verdienen wollte ich eigentlich auch nichts daran, also habe ich alles selbst bezahlt, vom Lektorat, bis zum Satz und Druck und natürlich die Einstellung bei den Buchhändlern. Ich muss mein eigenes Exemplar auch selbst bezahlen: 4,90 Euro, wie jeder andere Käufer.

Dann war das Ding nicht lieferbar. Soeben habe ich als Autor das erste Exemplar erhalten! Und als es richtig losging, funktionierte mein Rechner nicht mehr. Ein Trojanisches Pferd wurde von einem meiner zahlreichen "Freunde" hier auf meinen Rechner geladen worden.

Nun geht es vielleicht wieder! Bis zur nächsten Schickane! Wer zur Hölle hat denn soviel Angst vor einem kleinen Büchlein?

Niemand muss Angst haben vor einem Büchlein, der guten Willens und ehrlichen Herzens ist.


Monsieur Rainer


Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer

Titel: WEHRT EUCH!

ISBN 978-3-8423-7159-0

72 Seiten Paperback

Preis: € 4,90

Verlag: BoD Book on Demand bod.de

www.monsieurrainer.com


Wednesday, August 03, 2011
Der Leidensweg eines kleinen Büchleins !
Was ist eigentlich so gefährlich an meinem kleinen Büchlein. Es ist keine Streitschrift gegen den Staat, sondern nur der Versuch, die eklatanten Demokratie - Defizite zu benennen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man sie auf friedlichem und rechtsstaatlichen Wege beseitigen kann.




Das Büchlein hat gerade mal 72 Seiten und kostet nur 4,90. Es steht alles drin, was der zornige Bürger wissen sollte. Am Schluss des Büchleins habe ich den Versuch gemacht, eine Verfassung für Deutschland zu entwerfen. Bitte, ich bin kein Wissenschaftler, habe auch keinen Lehrstuhl für Verfassungsrecht, ich bin nur ein Bürger, der eine Verfassung für Bürger entwirft.

Darüber lässt sich trefflich diskutieren und die Wissenschaftler und Politiker werden uns allen schon sagen, dass das alles nicht geht! Wie bitte? Bürger schreiben eine Verfassung für Bürger? Das gibt es nicht? Aber sicher, wir wollen, dass der Bürger wieder das erste und das letzte Wort im Staate hat. Wir wollen den Staat vom Kopf wieder auf die Beine stellen. Die Politiker sind unsere Angestellten mit Zeitverträgen, mehr nicht! Ausser dass ihre Lohnstückkosten erheblich zu hoch sind!

Es begann damit, dass kein Verlag das Büchlein haben wollte. "Für dieses Geld können wir es nicht machen, da verdienen wir ja nichts!" Aha, verdienen wollte ich eigentlich auch nichts daran, also habe ich alles selbst bezahlt, vom Lektorat, bis zum Satz und Druck und natürlich die Einstellung bei den Buchhändlern. Ich muss mein eigenes Exemplar auch selbst bezahlen: 4,90 Euro, wie jeder andere Käufer.

Dann war das Ding nicht lieferbar. Soeben habe ich als Autor das erste Exemplar erhalten! Und als es richtig losging, funktionierte mein Rechner nicht mehr. Ein Trojanisches Pferd wurde von einem meiner zahlreichen "Freunde" hier auf meinen Rechner geladen worden.

Nun geht es vielleicht wieder! Bis zur nächsten Schickane! Wer zur Hölle hat denn soviel Angst vor einem kleinen Büchlein?

Niemand muss Angst haben vor einem Büchlein, der guten Willens und ehrlichen Herzens ist.


Monsieur Rainer


Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer

Titel: WEHRT EUCH!

ISBN 978-3-8423-7159-0

72 Seiten Paperback

Preis: € 4,90

Verlag: BoD Book on Demand bod.de

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Wednesday, August 03, 2011
Achtung : Facebook - " Freunde "

Es ist noch gar nicht so lang her, da wurde ich von einer Dame, die sich mir gegenüber als Freundin ausgab, zu facebook gebracht. Sie sah wohl, dass ich auf anderen Foren nicht sehr glücklich war. Der Umgangston in verschiedenen Onlineforen ist tatsächlich oft abscheulich und abstossend. Ich bin ein Mensch, der Toleranz und interessante Diskussion sucht. Als grosser Anhänger von Voltaire respektiere ich auch Meinungen Andersdenkender, auch wenn ich sie nicht teile. Naiv, wie ich nunmal trotz meiner bald 70 Jahre bin, glaube ich noch heute an die Gültigkeit dieser Werte.

Ich folgte also dem Rat dieser "Freundin" und freute mich, dass sie und ihre Freunde so hilfsbereit waren, mich in dem für mich so komplizierten System von Facebook zurecht zu finden. Sie schien sich mir als wahre Freundin zu erweisen. Ich gab ihr und ihren Freunden auch mein Passwort, damit sie mir helfen, ein Banner einzustellen und ein Profil aufzubauen. Da ich nicht sehr begabt bin, was Computer angeht, war ich überaus dankbar. Dafür schenkte ich ihr und ihren Freunden ganze Serien meiner Bücher versehen mit meiner persönlichen Widmung, die sie über den Schellenkönig lobte, aber stattdessen nach meinen Informationen in den Mülleimer warf.

In meinem Glück, endlich richtige "Freunde“ gefunden zu haben, übersah ich, dass ich hier als "Frontschwein“ manipuliert werden sollte. Ich bekam täglich Befehle, was ich zu posten hätte, welche Meinung ich zu vertreten habe und welche nicht, welche Freunde ich sofort zu blockieren oder völlig zu verbannen habe. Ich hatte also meine eigene Administratorin meiner Facebook – Mitgliedschaft. Wenn ich gelegentlich meine eigene Meinung zu Themen äussern wollte und sie war nicht systemkonform, (comme il faut), dann wurde ich mit einem hässlichen Gesinnungsterror und ganzen Schimpfkanonaden überschüttet. Im schlimmsten Fall droht man mir mit Freundschaftsentzug.

Sie werden nun denken "ist das ein naiver Idiot!“ Sie haben recht! Ich habe lange gebraucht und viel Geduld bewiesen, bis ich aufhörte, mir diese Schuljungen-behandlung gefallen zu lassen und begehrte auf. Die Strafe folgte auf dem Fusse. Wie eine Furie hat mich diese Dame angefallen und auch ihre Freunde gegen mich aufgehetzt. Ein wahres Kesseltreiben mit den übelsten Verdächtigungen und Beschimpfungen findet derzeit hier auf Facebook gegen mich statt. Agent provocateure wurden gegen mich in Stellung gebracht, um namens und im Auftrag dieser Furie gegen mich zu hetzen. Kübel von Schmutz wurden über mich ausgegossen. Sie schlichen sich auch in meine Gruppe WEHRT EUCH ein und setzten dort ihr schmutziges Spiel fort.

Nun muss ich auch noch feststellen, dass zahlreiche von mir eingestellte Reportagen aus Libyen und andere wichtige Aufsätze bei meinen Notizen gelöscht worden sind. Da ich im Geltungsbereich der französischen Verfassung und dem Code Pénal lebe, kommt also für diesen Fall französisches Recht zur Anwendung:


"Le Code de la propriété intellectuelle interdit les copies ou reprocuctions destinées à une utlisation collective. Toute représentation ou réproduction intégrale ou partielle faite par quelque procédé que ce soit, sans le consentement de l’auteur ou de ses ayants cause, est illicite et constitute une contrefaçon sanctionnée par les articles L 335-2 et suivants du Code de la propriété intellectuelle.“


Ich habe mein Passwort nun geändert, nachdem ich den wahren Charakter einiger meiner "Freunde“ erkannt habe. Warum stelle ich diese Notiz hier ein? Weil ich jedes Mitglied von facebook davor schützen will, solche naiven Fehler von mir zu wiederholen.

Hütet Euch vor Freunden, vor Feinden könnt ihr euch selbst schützen.

Monsieur Rainer

Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH!
ISBN 978-3-8423-7159-0
72 Seiten Paperback
Preis: € 4,90
Verlag: BoD Book on Demand bod.de
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Wednesday, August 03, 2011
Die Mitleidsindustrie ? Bericht aus Daraab / Kenia

Wie abscheulich zynisch ist der Westen geworden! Jean Ziegler hat sein neues Buch nicht umsonst HASS AUF DEN WESTEN betitelt. Es liegt nicht nur an der Überbevölkerung der Erde. Es liegt auch daran, dass der Westen seit Jahrzenten das Blutgeld der Despoten wäscht, die Kleptokraten Afrikas hofiert, ihnen Waffen verkauft mit denen sie dann ihr Volk malträtieren und die hochsubventionierten Lebensmittel - Überschüsse der EU nach Afrika schickt. Mit diesen Preisen kann kein Bauer mehr konkurrieren, er lässt sein Land veröden und zieht in die Slums der Grossstädte. Europa will nicht einsehen, dass sein Wachstums - Wahn die Ressourcen der Natur beschädigt, das Klima verändert und ganze Kontinente veröden. Wenn diese Menschen dann an Europas Pforten klopfen und um ein menschenwürdiges Leben betteln, werden sie abgewiesen. Hauptsache der Wagen kann mit 300 PS weiter ungehindert über die Autobahnen brettern. Das soll Freiheit sein? Das ist ein Kniefall der Politik vor der Industrie, die längst das Land regiert und nicht mehr die Politiker. Sechs Millionen Arbeitsplätze werden alleine in Deutschland subventioniert. Es ist ein Billiglohnland geworden. Da stehen wir nun also in einem dieser Flüchtlingscamps in Dahaab und sollen das alles den sterbenden Menschen erklären? Wir schämen uns!

Monsieur Rainer


Sunday, July 31, 2011
Bericht von der A 3 Garrissa Road zwischen Dabaab und Liboi / Kenia

Kein Schlagzeile in den Nachrichten, keine Schlagzeilen in den sonstigen Medien! Stattdessen: Die USA versinken in ihrem selbst verschuldeten Chaos und welche Auswirkungen hat das wohl auf die deutschen Börsen und die deutsche Wirtschaft? Den Rest können Sie sich alle selbst denken! Ich sitze hier mit meinem Kamerateam auf der Garrissa Road zwischen Dadaab und Liboi auf der kenianischen Seite des Elends. Wir wollen weiter in Richtung Somalia. Unbeschreibliche Szenen spielen sich hier ab. UNICEF und Médecins sans frontières tun was sie können. Die kenianischen Behörden lassen nur Hilfgüter gegen Schmiergeld durch. Wo ist eigentlich Herr Dirk Niebel? Er wäre mir aufgefallen mit seiner Bundeswehrmütze! Von Aussenminister Westerwelle keine Spur! Und Frau Merkel hat doch erst kürzlich das Täfelchen eines Verbindungsbüros für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Nairobi enthüllt. Jetzt ist sie wohl in Südtirol! Toll! Wir fahren jetzt weiter, ich melde mich wieder!

Monsieur Rainer
Sunday, July 31, 2011
Bericht aus Dahaab in Kenia

Wir kommen aus Dabaab. Das Dorf in Kenia hat drei Flüchtlingslager: Ifo, Hagadea und Dagahaley. Diese Lager wurden von der UNHCR dem UN - Flüchtlingswerk für 90.000 Personen gebaut. Heute sind dort 400.000 Menschen untergebracht und es kommen immer mehr! Die Hilfsorganisationen kommen mit der Registrierung nicht nach, denn nur wer registriert ist, bekommt Essensmarken. Es wurden neben die Zelte der UNHCR Hütten aus Zweigen und Plastik gebaut. Alle Wertgegenstände wurden den Flüchtlingen an der Grenze von somalischen Banden geraubt. Es gibt einen Wassertank für 6.500 Familien, also 1 Wasserhahn für 160 Familien. 21 Menschen wurden in Schlägereien getötet. Vergewaltigungen von Frauen finden täglich statt. Eine Justiz oder kenianische Polizei gibt es nicht. Ein Versöhnungsrat soll es richten. Eine Vergewaltigung kostet eine Kuh! Wir haben für 5 Stunden Sendung Material gefilmt. Niemand interessiert sich dafür, denn Vettel steht auf der Pol Position und die USA versinken in ihrem selbstverursachten Chaos! Was wohl morgen der DAX dazu sagt? Bis neulich!

Monsieur Rainer
Sunday, July 31, 2011
Reportage aus Nairobi / Kenia Nr. 1

Ich bin zusammen mit meinem Kameramann, meinem Tontechniker, Aufnahmeleiter und Produzent heute von Nairobi in Kenia an die somalische Grenze gereist, um für das francophone TV Reportagen aus den Flüchtlingsquartieren zu machen. Die Verbindung ist schlecht! Es herrscht Tod, unbeschreibliches Elend und Gewalt. Diebes - Banden und islamistische Milizen schiessen aufeinander. Die UNICEF tut was sie kann, doch es sterben 2.000 Kinder pro Tag. Viele Flugzeuge mit Nahrung werden von korrupten Politikern gestohlen und auf dem Weltmarkt verkauft. Unbeschreibliches Grauen. Wo ist Frau Merkel, die erst vor wenigen Tagen ein Wirtschaftverbindungsbüro in Nairobi unterzeichnet hat? In Südtirol! Wo zur Hölle ist Niebel? Ich weiss es nicht, hier auf jeden Fall nicht. Der fällt auf. Klar doch, die Kinder hier sterben in spätrömischer Dekadenz. Ich möchte Herrn Westerwelle einmal persönlich treffen und ihm dazu meine Meinung sagen. (Eigentlich möchte ihm aufs Mau....., ach wa solls, lieber nicht!)

Bis bald, vergesst mich nicht, habe nur nicht immer eine Leitung!

Rainer
Monsieur Rainer
info@monsieurrainer.com
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Saturday, July 30, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT: Was braucht Amerika?

Einen new deal, wie Franklin Delano Roosevelt ihn durchgesetzt hat. Das Land ist overstrecht, bankrott an Leib, Seele, Geist und Kapital. Diese Bigotterie und dieser faschistoide Gesinnungsterror der Tee Party werden Amerika in den Abgrund führen. Emmanuel Todd hat es beschrieben, wie das römische Weltreich unterging. An Grössenwahn!

Monsieur Rainer
Wednesday, July 27, 2011
Mein Kommentar in der FAZ : Demokratie sieht anders aus!

Die Dame steht für nichts ausser ihrem eigenen Machterhalt. Sie hat keine Prinzipien, keine politischen Ziele und keine politischen Überzeugungen. Nicht einmal falsche! Und der Bürger hat ohnehin keine Wahl, denn richtige Wahlen sehen anders aus! Da findet ein parteinterner Vorwahlkampf zwischen mehreren Kandidaten statt. Einer wird dann aufgestellt und stellt sich zur Direktwahl durch das ganze Volk. Deutschland hat also eine sogenannte repräsentative Demokratie. Das ist eine sematische Verballhornung für Demokratie. Das ist keine gute Demokratie, das ist keine schlechte Demokratie, das ist überhaupt keine Demokratie. Es ist eine Parteiendiktatur. Und der deutsche Michel sitzt im Fernsehsessel und mault. Mehr ist da nicht! Schlaft weiter!

Monsieur Rainer


Wednesday, July 27, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT zum Rechtspopulismus in Europa

Eine bedenkliche Popularität der Rechten in ganz Europa ist zu verzeichnen. Rassismus ist dumm. Es gibt den reinrassigen Menschen gar nicht. "Wir alle sind Kaschuben", wie Kurt Tucholsky sagte. Wir alle wurden in den letzten Tausenden von Jahren hin- und hergeschoben auf den Kontinenten. Xenephobie kommt daher oft im Mantel des nationalen oder gar sozialen Gedankengutes daher und ist verlogen, weil es die wahren Absichten vershleiern will. Nämlich an die niedrigsten Instinkte im Menschen zu appellieren. Dem muss entschieden entgegengetreten werden. Wir wollen ein friedliches Zusammenleben der Menschen, Rassen, Religionen und Völker. Nicht mehr und nicht weniger! Also sind auch KRIEGE im Namen einer Religion reine Gotteslästerung. Wir sollten uns von solchen Partnern distanzieren!

Monsieur Rainer


Tuesday, July 26, 2011
Ein Gespräch zwischen einem ZEIT-Redakteur und Sahra Wagenknecht

Eine interessante Frau, der wir zuhören sollten! Mir gefällt die unaufgeregte und unaufdringliche Intelligenz von Sahra Wagenknecht. Die Gesprächsführung durch den ZEIT - Redakteur war respektvoll und angemessen. Die Aussagen in dieser Reportage unterscheiden sich wohltuend von den üblichen Ritualen der Politiker. Hier ist eine nachdenkliche Frau, es lohnt sich, ihr vorurteilsfrei zuzuhören.

Monsieur Rainer


Monday, July 25, 2011
Mein Leserbrief in der FAZ zum britischen Skandal um Medienzaren

Wenn Medienkartelle eher Meinungs - und Stimmungsmache betreiben, als ihrem journalistischen Auftrag zu entsprechen, dann sind dieses Kartelle eine grosse Gefahr für die Demokratie. Medien in der Hand einiger weniger Medienzaren können nur zur Aufhebung der Gewaltenteilung führen. Dies ist nicht nur in England, den USA, Frankreich und Italien so. Auch Deutschland hat ein beängstigendes Kartell der Medienzaren. Wieso heisst es eigentlich "Kartellamt"? Soll das Kartellamt die Kartelle schützen oder verteidigen? Es müsste doch eigentliche "Anti-Kartell-Amt" heissen!

Monsieur Rainer
Tuesday, July 19, 2011
WEHRT EUCH !

Heute ist mein neues Buch vom Verlag zum Druck freigegeben worden. Es kann jederzeit bei BoD.de bestellt werden und ist auch in wenigen Tagen im Handel. Das Buch ist eine logische und schlussendliche Zusammenfassung meiner vorangegangenen Sachbücher STAATSSTREICH VON OBEN aus dem Jahre 2006 und dem politischen Tagebuch DIE TOTENGRÄBER DER DEMOKRATIE aus dem Januar 2011.

WEHRT EUCH ist jedoch kleiner, komprimierter und aggressiver wie alle meine anderen Sachbücher zuvor. Es soll den Versuch aufzeigen, wie man im friedlichen Miteinander einen grundlegenden Wandel der bestehenden Verhältnisse in Deutschland erreichen kann. Daher auch am Schluss des Büchleins der Versuch einer neuen Verfassung für Deutschland.

Mir wurde von diesem Buch von Freunden, Verlagen, Journalisten und Autoren abgeraten. "Die darin erhaltenen Vorschläge sind nie umzusetzen, “so hiess es allenthalben. "Das Buch wird kein Mensch kaufen wollen, die träge Masse ist nicht bereit, irgendetwas zu ändern, sie sitzt nur auf dem Sofa und mault!“ Diese Aussagen haben mich teilweise überrascht, teilweise menschlich enttäuscht. Ist ein Buch also nur dann wirklich gut, wenn ein renommierter Verlag eine Grossauflage daraus macht? Wenn Rezensionen von berühmten Journalisten darüber geschrieben werden? Wenn überall in den Medien darüber gesprochen wird? Wenn der Autor Millionen an seinem Buch verdient?

Ich habe alles selbst finanziert an diesem Buch, angefangen vom schreiben und recherchieren, über das Lektorat, den Satz und die Werbung. Ausserdem habe ich auf 2/3 meines Honorars verzichtet, um einen Endverkaufspreis von unter 5 Euro überhaupt erst möglich zu machen, damit sich jeder das Büchlein leisten kann. Wer es unbedingt will und es sich wirklich nicht leisten kann, solche Menschen gibt es wirklich im reichsten Land der Erde, dem schenke ich es.

Ich hatte keinerlei Unterstützung für dieses Buch, nicht einmal von Freunden, erhalten. Die grossen Maulhelden, die immer und überall in den Foren mit ihren dogmatischen Grundsätzen glänzen, haben sich alle zurückgezogen, als es darum ging, etwas für seine Meinung, die sie wie eine Monstranz vor sich hertragen, zu riskieren. Ich stehe also völlig alleine mit meinem Buch.

In diesem kleinen Manifest steht alles, was der zornige Bürger wissen muss.


Inhaltsverzeichnis:


1. Deutschland hat keine Verfassung
2. Deutschland ist keine Demokratie
3. Deutschland ist kein Rechtsstaat
4. Der Agrarwahnsinn
5. Was kostet die Meinung eines Politikers?
6. Die Komplizen der Despoten
7. Das Töten geht weiter
8. Die Totengräber Europas
9. Zeitenwende
10. Wie lange noch?
11. Die Bürger Deutschlands fordern eine Verfassung
12. Die deutsche Verfassung



Daten des Buches:



Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH!
ISBN 978-3-8423-7159-0
72 Seiten Paperback
Preis: € 4,90
Verlag: BoD Book on Demand bod.de
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Monsieur Rainer
Tuesday, July 19, 2011
Mein Kommentar in der FAZ zur Präsidentschaftskanditatin Eval Joly

Eva Joly ist eine ehrenwerte Grande Dame! Madame ist zwar in Oslo geboren, deshalb aber nicht weniger Französin, wie jeder französische Hahn im Korb Frankreichs. Sie war Untersuchungsrichterin in Paris und hat in den schlimmsten Korruptionsskandalen der Ära Mitterand gewühlt. Nun ist sie die ehrenwerte Präsidentschaftskandidatin der Ecologisten. Sie hat ein wahres Wort gelassen ausgesprochen, als sie das militärische Zeremoniell des Défilé zur Feier des Nationalfeiertages als antiquiert bezeichnet hat. Frankreich ist die letzte Nation, die am 14. Juli noch 58 Tonnen schwere Panzer und Patriotraketen über die Pavé der Champs Elysée rollen lässt. Dabei war es eben nicht die französische Armee, die die französische Revolution herbeigeführt hat, sondern es waren die Bürger von Paris, auf die die Armee geschossen hat. Und so ist es nur richtig von Mme Joly, ein Défilé der Citoyen anstatt der waffenstrotzenden Armee zum Défilé einzuladen. Die Reaktion auf ihren Vorschlag war von links bis rechts unanständig: Madame Joly sei eben nicht in der Tradition Frankreichs verwoben, da sie ja keine französische Wurzeln habe. Machisme, nationalisme, chauvinisme, soweit das französische Auge reicht! Bien dommage! Aus dem gallischen Hahn ist ein Suppenhuhn geworden!

Monsieur Rainer
Monday, July 18, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT zum Verhältnis Kohl - Merkel

Kohls Mädchen steht für..
...nichts, ausser dem eigenem Machterhalt. Sie hat keine Überzeugungen, keine Prinzipien, keine Pläne, wie Deutschland und Europa in der Zukunft aussehen sollten. Nicht einmal falsche! Gegner auszuschalten, das hat sie von ihrem Herrn und Meister vortrefflich gelernt, doch ein hehres Ziel, wie ein geeintes Europa in Frieden, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aussehen muss, das hat sie von Hemut Kohl niemals gelernt. Sie führt Deutschland in eine verheerende Situation. Die westliche Welt ist verwirrt über den Nicht - Kurs der deutschen Politik und traut der Dame einschliesslich ihrem unsäglichen Aussenminister nicht mehr. Ihr chauvinistisches Gerede, dass die Südeuropäer mehr arbeiten sollten, wird Deutschland noch mächtig auf die Füsse fallen. An diesem deutschen Wesen soll die Welt genesen? Danke, nicht schon wieder!

Monsieur Rainer


Monday, July 18, 2011
Mein Kommentar in der FAZ zur Ernennung eines Generalbundesanwaltes

Der Generalbundesanwalt wird vom Bundeskabinett benannt und vom Bundespräsidenten bestellt. Er ist weisungsgebundener Beamter und hat den Anweisungen des Bundesjustizministeriums folge zu leisten oder er muss befürchten, abgelöst zu werden. Diese unsägliche Praxis wird seit Jahren durch Verfassungsjuristen und den Richtervereinen heftig kritisiert. Es ist ein Unding! Die Trennung von Judikative und Exekutive, wie sie eigentlich in jedem demokratischen Rechtsstaat selbstverständlich sein sollte, ist somit nicht gewährleistet. Genauso verhält es sich mit den Generalstaatswälten der Länder. Es muss endlich auf eine Selbstverwaltung der deutschen Justiz mit eigener Dienstgerichtsbarkeit bestanden werden! So etwas gab es leider auf deutschem Boden noch nie! In der Kaiserzeit eine Klassenjustiz, in der Weimarer Republik eine diese verachtende Justiz, im III. Reich eine verbrecherische Justiz, danach eine Wendehalsjustiz und heute eine ängstliche und obrigkeitshörige Beamtenjustiz. Schluss damit, bevor der Cour européenne des droits de l'homme diesem Unfug ein höchstrichterliches Ende bereitet!

Monsieur Rainer
Monday, July 18, 2011
Korrekturen und Anmerkungen zu meiner Reportage am 14. Juli

Anmerkung: Wer Rechtschreibfehler bei dieser Reportage entdeckt, hat recht! Ich habe sie während des Défilés in mein Labtop geschrieben. Auf einer Leiter sitzend und ständig bangend, ob mich ein anderer Zuschauer samt der Leiter umwirft! Pardon, Marseillaise wird natürlich so geschrieben. Das ist ja schliesslich keine Majonaise.

Monsieur Rainer
Friday, July 15, 2011
14 juillet Fête nationale de la France

Heute ist der höchste Feiertag der Franzosen. Der Tag beginnt immer mit dem Défilé auf den Champs Elysée und setzt sich dann fort in einer volumineusen Garden Party in den wunderschönen Gärten des Palais d’Elysée. Um 20 Uhr gehen die Franzosen zu einem Diner mit Freunden, um pünktlich um 22 Uhr aufzustehen und die Marsaillaise zu singen. Danach wird in fast jeder Stadt Frankreichs ein gigantisches Feuerwerk abgebrannt und es wird getanzt bis in die Puppen. Die Sperrstunde ist aufgehoben. Da heute auch noch Donnerstag ist, wird wohl der Rest der Franzosen, die nicht bereits im Urlaub sind, vor Montag oder Dienstag nicht mehr zur Arbeit erscheinen. Brückenwochenende!

Jedes Jahr wird ein Motto für das Défilé gewählt. Letztes Jahr kamen alle von Frankreich hofierten Diktatoren der scheinbar selbstständigen ehemaligen französischen Kolonien der sogenannten Francophonie. Das machte kein gutes Bild, denn da kamen doch einige recht unappetitliche Herrschaften in die Ehrenloge an der Place de la Concorde. Dies wollte man angesichts der schmutzigen Kriege in Libyen und an der Elfenbeinküste, wo man gerade einen neuen "Freund“ Frankreichs, natürlich durch freie Wahlen, zur Macht verholfen hatte. Der neue Präsident der Côte d’Ivoire heisst jetzt Alessane Quattara und hat auch keine saubere Weste. Doch er erfüllt die Lieferverträge mit Frankreich und das ist das wichtigste. Ohne die permanente Anwesenheit französischer Truppen wäre er aber wohl auch bald auf der Flucht. Nun, sein Domizil an der Côte d’Azur hat er vorsichtshalber behalten, seine Familie lebt wohlweislich immer noch hier in Mougins.

Dieses Jahr heisst das Motto des Défilé "Départements Outre Mer“. Da kann man wenig falsch machen, denn das ist französisches Überseegebiet. Sie machten ihre Sache gut, viel Folklore aus der Karibik und natürlich den berühmten HAKA, der Kampftanz der Insulaner aus der Südsee, der schon mancher französischen Rugby – Mannschaft das fürchten gelehrt hat.

Der Präsident der Republik steigt am Arc de Triomphe von seinem gepanzerten Renault um in einen offenen Geländewagen. Er wird, begleitet vom Generalstabschef der französischen Streitkräfte, ein fünf – Sterne - Admiral vorbei an den angetretenen Détachements der Teilstreikräfte die Champs Elysée hintergefahren. Eingerahmt wird er durch die Garde Républicaine à Cheval. Am Place de la Concorde wird die Marsaillaise gespielt und der Kommandant des 1. Regiment der Garde Républicaine erstattet seinem Oberbefehlshaber Meldung. Der Präsident setzt sich zu den Ehrengästen in die Loge, wo bereits das gesamte Kabinett, der Premierminister, die Präsidenten des Senates, der Nationalversammlung und des Rechnunghofes Platz genommen haben. Dann beginnt traditionell das Défilé.

Die Spitze dieses Défilés bilden stets die Grande Ecoles Frankreichs, wie die Ecole Polytechnique, die von Napoléon I. im Jahre 1804 gegründet wurde. Die Karrieren der Offiziere, Manager und Politiker haben oft in dieser Ecole begonnen (Beispiel: Valérie Giscard d’Estaing und Jacques Chirac). Danach folgen die Offizierskaderschmieden von Saint Cyr und der Police Nationale der Polizeioffiziere in Saint Cyr Mont d’Or. Auch die Offiziersacademien der Gendarmerie Nationale dürfen niemals bei einem Défilé fehlen.

Mitten in der Parade stopt plötzlich die Musik der Garde Républicaine, die die ganze Zeit ihre Märsche gespielt hat. Der Takt der Militärkapelle passt nämlich nicht zu den 88 Schritten pro Minute, die nur von der wichtigsten Teilstreitkraft der französischen Armee, der Légion étrangère benutzt wird. Eine furchterregende Pioniereinheit der französischen Fremdenlegion zusammen mit einer Escadron des 1e RI, das ist das Ausbildungsregiment der Legion in Aubagne bei Marseille, schreitet unter dem tosenden Beifall der Zuschauer wiegenden Schrittes die Champs Elysée hinunter. Unbeirrt spielen sie ihre eigenen Lieder und Märsche, die jedem Zuschauer den Atem stocken lässt. Jeder soll wissen, mit uns ist nicht zu spassen.

Die Teilstreitkräfte haben ihre eigenen Offiziers – und Unteroffiziers – Academien, die allesamt stolz sind, einmal im Leben an einem Défilé teilnehmen zu dürfen. Sie werden ihren Enkeln noch von diesem grossen Tag erzählen. Fast alle Teilstreitkräfte sind mit einem Détachement vertreten. Auch die französische Luftwaffe zeigt, was sie hat und fliegt mit ihren Avacs, Superetandard, Rafale und Tigre - Kampfhubschrauber über die Champs Elysée. Die schweren Panzer und die Feuerwehr von Paris bilden den Schluss der Parade. Die Sapeurs pompiers sind eine Teilstreitkraft der Armee und wurden ebenfalls von Napoléon I. gegründet, um die Brände in Paris einzudämmen.

Der Präsident erhebt sich und stellt sich vor die meldenden Generäle. Der Stadtkommandant von Paris und der General der Sapeur Pompier sind angetreten. Dann muss der Präsident sich den Fragen zweier Journalisten stellen. Marie Drucker von France 2 bringt es auf bedrückende Weise auf den Punkt. Vorgestern sind französische Soldaten in Afghanistan einem Selbstmordattentat der Taliban zum Opfer gefallen. Fünf Tote und vier Schwerverletzte. Pünktlich zum Beginn des Défilés heute Morgen ist ein weiterer französischer Soldat in Afghanistan Opfer eines Attentats geworden.

"Was, Monsieur le Président, haben unsere Truppen in Afghanistan zu suchen?“ war die aggressive Frage der engagierten Journalistin Marie Drucker, "wir sind nicht Mitglied der NATO!“

Es folgten dieselben Phrasen wie sie auch aus Deutschland bekannt sind. Von wegen Terrorismus und so. Doch im Jahre 2013 sei der Spuk zu Ende und Frankreich würde 1000 Soldaten abziehen.

Aha! Und danach erfolgt wohl dasselbe Desaster wie im Irak, denkt sich der Zuschauer unwillkürlich. Nun, der Präsident wirkt sichtlich angespannt, denn er weiss sehr genau, was kommt. Er geht auf die verwundeten Soldaten und deren Angehörigen zu und spricht mit ihnen. Dann lädt er sie alle zum Déjeuner in den Elyséepalast ein. Er steigt in seinen Renault, fährt noch einmal die Champs Elysée hinauf und winkt aus dem Wagen. Wenige Zuschauer winken zurück. Nach ihm treffen die verwundeten Soldaten mit ihren Angehörigen im Elyséepalast zum Déjeuner ein.

Es ist ein grosser Tag für La Grande Nation, aber es will sich keine Begeisterung einstellen. Es ist ein Tag der nationalen Trauer, der Niedergeschlagenheit und der Besinnung. Die 110.000 Mann starke französische Berufsarmee steht am Anschlag ihrer Leistungsfähigkeit.

Dies wird heute dem französischen Volk schmerzlich bewusst!

Monsieur Rainer en direct
Paris
Thursday, July 14, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zum Skandal um den Pressezaren Murdoch

Konzentration von Medien ist eine Gefahr für die Demokratie! Die Zusammlegung von immer mehr Medien in wenigen Händen ist ein Demokratie - Defizit. Dies gilt nicht nur für England, sondern dies ist auch in Deutschland, Italien und Frankreich zu beobachten. Soviel Macht in wenigen Händen müsste eigentlich die Kartellwächter der nationalen Staaten, sowie auch Europas auf den Plan rufen.

Monsieur Rainer
Wednesday, July 13, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Die EU-Kommissarin leidet an Grössenwahn!

Was haben wir nach der letzten grossen Finanzkrise von den Politikern nicht alles gehört. Finanzmarktregulierungs-gesetzt, Finanztransaktionssteuer und natürlich eine eigene europäische Ratingagentur müssen her! Wo, bitte, sind diese Instrumente? Nichts! Staatdessen kommt diese unsägliche EU - Justizkommissarin ausgerechnet aus dem Finanzplatz Luxemburg daher und will die mächtigen amerikanischen Ratingagenturen zerschlagen. Soll ich lachen oder weinen?

Monsieur Rainer
Monday, July 11, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : Syriens Massenmörder!

Ein Massenmörder bringt sein eigenes Volk um! Und was tut Deutschland? Hat es seine Botschaft in Damaskus geschlossen? Hat es den syrischen Botschafter aus Deutschland ausgewiesen? Hat überhaupt ein westliches Land die syrischen Botschaften geschlossen? Was hat Deutschland von seinem Aussenminister gehört ausser windelweiche Erklärungen? Nein, nichts dergleichen ist geschehen. Und so darf al-Assad seine Bürger weiter quälen, foltern, vertreiben und töten, ohne irgendetwas befürchten zu müssen.

Monsieur Rainer
Sunday, July 10, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT : SPD ? Es gäbe viel zu tun!

Die Themen Menschenrechte, Bürgerrechte, Datenschutzrecht, Kartellrecht gegen Medienkonzentration, eine freie und von der Politik unabhängige Justiz, mehr Beteiligung der Bürger durch Volksentscheide, ein neues Wahlrecht, die Abschaffung des Berufsbeamtentums, die Selbstverantwortung der Abgeordeten für Krankenversicherung und Rentenanwartschaften, ein einfaches und transparantes Steuerrecht, Steuerpflicht aller Auslandsdeutschen, Verbot von Waffeneexporten durch Conversion der Arbeitsplätze. Die Themen brennen den Bürgern unter den Nägeln, sie liegen greifbar in der Luft. Und was tut die SPD? Sie beschäftigt sich mit Kandidaten und verschreckt die letzten Neuankömmlinge durch die von Rauch und Bier geschwängerten Parteisitzungen in den Hinterzimmern von Alt-Herrenkneipen im Gelsenkirchner Barock. Wer will schon etwas mit so einer vermufften Partei zu tun haben?

Monsieur Rainer


Sunday, July 10, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zur französischen Mentalität i.S. Griechenland

Bitte um Verständnis für Frankreich. Unser Land ist weitaus höher engagiert als Deutschland. Frankreichs Banken würden schwer getroffen, wenn Griechenland pleite ginge. Alle vorangegangenen Argumente der Foristen sind richtig und haben jeden Respekt verdient. Es gibt aber noch einen kleinen Mentalitätsunterschied zu beachten: Frankreich ist das Bruderland Griechenlands. Während der Militärdiktatur haben viele Griechen in Frankreich Schutz gesucht und erhalten. Warum? Die Mentalitäten sind sich sehr ähnlich. Wir trauen unseren Politikern nicht soweit wir ein Klavier werfen können. Wir sind nicht überrascht über deren täglichen Korruptionsskandale. Wir sind Mittelmeeranreiner! Und vorallendangen haben wir ein Wort in unserem Sprachgebrauch, das in Frankreich sehr hoch eingeschätzt wird: La solidarité!

Monsieur Rainer
Thursday, July 07, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zur Panzerlieferung nach Saudi-Arabien

Wenn ich diese ganze semantinsche Verschleierung der Fakten in Deutschland Nachrichten überhaupt nicht mehr sortieren und einordnen kann, dann schaue ich Volker Pispers. Et voilà, ich kapiere das Problem sofort. Warum erklärt mir der Kabarettist nicht gleich die TV Sendungen? Warum muss ich mir erst das vom Fernsehrat genehmigte Geschwurbel in den Nachrichtensendungen anhören?

Monsieur Rainer

Thursday, July 07, 2011
Mein Leserbrief in der ZEIT zu Stuttgart 21

Die Minister kommen und gehen, der Beamtenapparat bleibt. Die CDU war länger in Baden-Württemberg an der Macht, als Ghadafi oder Mubarak. Wie sollen grüne Politiker in den wenigen Wochen gegen einen von CDU - Parteigängern durchsetzten Apparat etwas ausrichten? Die Grünen brauchen Zeit, um ihre Politik umzusetzen. In der Zwischenzeit kämpft der Apparat mit den ihm zur Verfügung stehenden Instrumenten gegen die neue Regierung an und versucht sie zu desavourieren, wo es nur geht. Das hat zwar alles wenig mit Demokratie zu tun, ist aber leider die Realität.

Monsieur Rainer


Thursday, July 07, 2011
Mein Kommentar in der ZEIT zu Griechenland

Griechenland ist unser europäisches Bruderland. Was Griechenland braucht ist ein zehnjähriges Schuldenmoratorium, eine Restrukturierung der öffentlichen Haushalte und ein Marshallplan. Nur die Lehre von John Mayanard Keynes kann da helfen. Ein Kaputtsparen in die Rezession ist der falsche Weg. Wenn Griechenland fällt, dann gibt es eine Kettenrealtion in ganz Europa. Die grosse Idee eines Europa in Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, ein geeintes und friedliches Europa ohne Grenzen ist in Gefahr. Statt mutiger Europäer haben kleingeistige Krämerseelen das Sagen.

Monsieur Rainer


Wednesday, July 06, 2011
Mein Blog in "der Freitag": Monsieur Rainer berichtet aus Monaco

Katastrophen im Micky Mouse Staat (Satire)

Es ist etwas über 900 Jahre her, da schlich ein gefürchteter Seeräuber mit dem Namen Grimaldi aus Genua bei Nacht und Nebel an die Küste. Er stahl einem besoffenen Mönchlein seine Kutte und schlitzte den Einwohnern der armen Fischerdörfer die Hälse auf. Von da an nannte er sich Principe de Grimaldi. Er raubte sich einen kleinen Landstrich zusammen und nannte es sein Fürstentum.

Von nun an gings bergab. Nach und nach verlor seine Brut eine Stadt nach der anderen an die umliegenden Gebiete, die sich im wechselndem Besitz von anderen Fürstenhäusern befanden. Im Jahre 1860 schwatzte Napoléon III. dem Grafen von Nizza, Herzog von Piemont und König von Sardinien die Grafschaft Nizza ab. Nun waren die Grimaldis von den Franzosen umzingelt. Das verhiess nichts gutes. Schon bald war das kleine Fürstentum, das nun auch noch die Städte Menton, Cap Martin, Roquebrune, La Turbie, Eze – Village und Cap d’Ail verloren hatte, restlos bankrott.

Der damalige Fürst Charles de Grimaldi sah, wie ausgerechnet in der Zeit der Pariser Commune ein Architekt namens Charles Garnier ein wahrlich einmaliges Bauwerk erstellte. Es entstand die berühmte Opera Garnier in Paris. So etwas wollte Prince Charles III. auch haben. Und so wurde eine Copie des Palais Garnier auf einem der letzten Hügel, die dem bankrotten Fürsten noch gehörte, erbaut. Gleich daneben errichtete er ein Spielcasino. Der gesamte Hochadel Europas, die Jeunesse doré, sowie zahlreiche bekannte Zocker wie Turgeniev zog es von Baden –Baden nach Monte Carlo, wie Fürst Grimaldi nun seine Zockerstube nannte. Das Principauté blühte auf. Daran konnte der erste Weltkrieg nichts ändern, denn nun kam die schmählich verjagte russische Aristokratie und ertrank ihren Kummer im neu erbauten Hotel de Paris. Sie verzockten ihre gestohlenen Millionen und profitierten von einer Besonderheit des Fürsten. Wer alles in seinen Casinos verloren hatte, bekam 50 Francs geschenkt, dass er wenigstens entweder eine Pistole oder eine Fahrkarte nach Nizza kaufen konnte.

Im zweiten Weltkrieg siedelten sich reiche Nazi – Bonzen in dem offiziell nicht besetzten Fürstentum an. Sie sorgten für den Fall, dass ihre "Nummer“ schief geht, für ihr eigenes DANACH und versenkten ihre geraubten Gold – Kunst – und Devisenschätze in dem Fürstentum. Reichsmarschall Herman Göring liess ausgerechnet durch einen jüdischen Mittelsmann einige der schönsten Hotels an der französischen Riviera aufkaufen.

Der Spuk war 1945 vorbei und Monaco wieder bankrott. Der junge Fürst Rainier war auf der verzweifelten Suche nach Geldquellen. Nun begab es sich, dass Hollywood gerade einen Film an der Côte d’Azur drehte: "Über den Dächern von Nizza“. David Niven, der auf dem nahegelegenen Cap Ferrat wohnte, vermittelte ein Treffen mit dem Star des Filmes Grace Kelly. Die war überhaupt nicht angetan von diesem kleinen fetten Sphagettifresser mit seinem auf 2 Quadratkilometer geschrumpften Operettenstaat. Doch ihr Vater erkannte seine Chance. Er war ein aus Irland gekommener zwielichtiger Bursche, der mit allerhand zweifelhaften Immobilien – und Whisky – Geschäften in der Zeit der Prohibition zu Geld gekommen war. Also suchte der ungehobelte Klotz auf einer eilig herbeigeschafften Lankarte dieses fucking Königshaus und fand es auch sofort. Aha! Marokko! Aber dieses fucking Marokko war doch nicht irisch katholisch? Seine Miene hellte sich auf, als man ihm erklärte, dass das Ding zwar ein bisschen kleiner wie Marokko ist, dafür aber in Europa liegt und streng katholisch ist.

Die Hochzeit war zwischen der nunmehr standesamtlich geehelichten Gracia Patricia Grimaldi mit dem Fürsten von Monaco war eine Seifenoper. Ich muss gestehen. Als die "Traumhochzeit“ vorbei war, kamen zuerst die Hollywood – Titanen und machten Monaco schick, dann jedoch kamen die Buchprüfer von Vater Kelly und stellten sehr schnell fest, dass der Staat so pleite war, wie eine leere Kaschemme im heimatlichen Philadelphia. Die grössten Einnahmequellen des Fürstentums fliessen in die Société des Bains de Mer SA (SBM). In seiner Not hatte der Fürst immer mehr Aktienpackete an den griechischen Reeder Aristoteles Onassis verkauft. Der hauste zusammen mit seinem Freund Winston Churchill auf seiner Yacht CHRISTINA im Hafen von Monaco und spielte sich als wahrer Fürst von Monaco auf. Das Ding hatte sofort ein Ende. Der alte Kelly machte dem griechischen Bauerntölpel ein Angebot, das er einfach nicht ablehnen konnte und schon gehörten die Aktien der SBM wieder dem Fürsten.

Aristoteles Onassis wurde aus Monaco ausgewiesen und schipperte um das Cap Martin herum. Er ging bei einem fettigen und schmierigen vorallendingen völlig bankrotten Bistro – Besitzer an Land und besoff sich bis zur Bewusstlosigkeit. Seither ist "Le Pirat“ die angesagteste Kneipe an der ganzen Riviera. Man darf, nach dem Vorbild von Ari Onassis, nach Bezahlung der üppigen Rechnung das gesamte Inventar ins Meer werfen. Was für eine Gaudi für die Schicki – Micki – Blase an der Côte d’Azur.

Das Fürstenehepaar bekam drei Kinder. Prinzessin Caroline, Prince Albert und Prinzessin Stephanie. Caroline und Stephanie waren desöfteren verheiratet und haben auch aus diesen unglücklichen Ehen mehrere Kinder von unterschiedlichen Männern. Die Katastrophen rissen nicht ab. Erst kam die Fürstin bei einem Autounfall auf der stark abschüssigen Strasse von La Turbie ums Leben. Die Ehen der Kinder waren eine einzige Katastrophe, doch Prinz Albert wollte oder konnte sich ums verrecken nicht für eine Ehefrau entscheiden, dabei hatte er schon zwei uneheliche Kinder, soweit man mitgezählt hat, gezeugt. Aber deren Mütter waren nicht gerade comme il faut, um es mal vorsichtig auszudrücken. Sie sehen eher aus wie Boris Becker’s Waschküchen – Affaire in London.

Also suchte man auf der ganzen Welt nach einer wirklichen Dame, die das Zeug zu einer wahren Fürstin hatte und die auch noch Lust dazu hatte, die Ehefrau eines fett und alt gewordenen Fürsten eines Operettenstaates zu werden. Ob wohl Dieter Bohlen die Hände im Spiel hatte? Wir wissen es nicht. Charline Wittstock entspricht in etwa dem Bild der verstorbenen hochverehrten Princess Grace de Monaco. Sie zierte sich aber lange. Als es dann doch soweit war, wurde die Hochzeit des Jahres vorbereitet. Da tauchen wieder Gerüchte über ein weiteres uneheliches Kind des Fürsten auf. Charline hat genug. Sie schnappt ihre Klamotten und fährt zum Flughafen Nizza, um in das heimatliche Südafrika zu fliehen. Die Leibwächter des Fürsten konnten das Schlimmste gerade noch verhindern.

Also feiert man nun seit drei Tagen diese Operettenhochzeit in diesem Operettenstaat. Zuerst erfolgte die standesamtliche Trauung im Krönungssaal des fürstlichen Schlosses auf dem Rocher von Alt – Monaco. Die Familie war durch die vielen Kinder aus den vielen gescheiterten Ehen der Grimaldis so gross geworden, dass man keinen Platz im örtlichen Standesamt finden konnte.

Gestern zelebrierte dann der Bischof von Monaco Monsignore Barsi die Hochzeitsmesse. Bei der Hochzeit von Prince Rainier III. mit Grace Kelly hatte noch die Kirche auf dem Rocher ausgereicht. Gestern kam soviel "Hautevollaile“ aus dem sogenannten europäischen Hochadel, soviel Staatspräsidenten und soviel Schicki – Micki – Volk zur Hochzeit, dass man den Innenhof des Palastes just zur Kathetrale umfunktionierte. Das wichtigste an einer Hochzeit ist nicht die religöse Zeremonie. Die langweilt. Nein, wichtig für die angereiste Brut ist sehen und gesehen werden.

Die Könige und Fürsten Europas zwängten sich in ihre Fantasieunformen, hängten sich reichlich Orden um den Hals und auf die Brust, die sie sich nie verdient hatten und latschten mit ihren aufgetakelten Weibern den roten Teppich entlang zur Prozedur. Der belgische König verlor unterwegs seinen Spiess, Verzeihung seinen Degen, aber das ist man ja gewohnt bei den Belgiern. James Bond alias Roger Moore zuckelte, alt und klapprig geworden, über den Cat walk. Frankreichs Kampfdackel Nr. 1 quälte sich in seinen Stöckelschuhen durch die Gaffer, die keinen Finger rührten, um ihm den gebührenden Applaus zu spenden. Für ihn war es wohl eher ein perp walk. Bernadette Chirac wurde dagegen mit frentischem Applaus gefeiert. Der deutsche Bundespräsident sah aus wie ein versprengter Religionslehrer und fiel nicht weiter auf. Aber Karl Lagerfeld stolzierte gewandt über den Teppich und mokierte sich nicht darüber, dass das Brautkleid von Armani und nicht von ihm geschneidert wurde. Er meinte nur über die Weiber lästern zu müssen, die sich aufgetakelt hätten, als wäre hier das Pferderennen von Ascot.

Als die Prozedur endlich zu Ende und keiner der Gäste in der schwülen Luft des Innhofes des Schlosses in Ohnmacht gefallen war, erschien dann das Brautpaar auf dem Vorplatz des Schlosses. Die neue Fürstin lächelte gequält und drückte dem Bräutigam den lange erwarteten Hochzeitskuss auf den Unterkiefer. Was soll‘s, sie hat halt nicht getroffen. Um der Bevölkerung zu zeigen, wie modern man in Monaco ist, schaffte man einen Lexus Hybrid an, sägte das Dach ab und schon heisst die Hochzeitskutsche Lexus Hybrid Landaulet. Die Kapazität der Kiste reicht auch für die 2 Quadratkilometer des Fürstentums vollkommen aus. Man fuhr zur Kirche Saint Devot, um den Brautstrauss abzulegen. Spätestens da muss der nun geadelten Fürstin Charlène Grimaldi eine Stalllaterne aufgegangen sein. Sie brauch in Tränen aus, ein Weinkrampf schüttelte sie. Der Fürst, ganz Gentleman fuhr sie an: " Calme toi! " Diesen Begriff benutzen eigentlich französische Ganoven, die gerade eine Bank ausrauben, um die Angestellten der Bank ja nicht dazu zu verleiten, die Alarmanlage auszulösen.

Der Fürst zwängte seinen Schmerbauch wieder in das Landaulet, immer darauf bedacht, dass seine weisse Operettenuniform, die einem Hotelpagen nachempfunden war, nicht zerknittert wird und er nicht eine seine vielen sich selbst verliehenen Orden verliert. Die Fahrt ging zurück ins Schloss, man ging pinkeln und sich herrichten für den Abend.

Der verlief ganz gemütlich. Der Fürst hatte seine Hotel-Pagen - Uniform mit einer zu engen Affenjacke eines Zirkus-Domteurs getauscht, die Fürstin trug ein schönes Abendkleid. Man speiste standesgemäss im Hotel de Paris in Monte Carlo. Der berühmteste Koch Frankreichs, Alain Ducasse, erdreistete sich, seinen Namen für diesen hässlichen Fisch herzugeben, der nun für 700 Euro serviert wurde. Der Racasse ist schon im Meer als Raubfisch gefürchtet, auf dem Teller erst recht. Wer die vielen Gräten überlebt und nicht daran erstickt ist, feierte dann noch ein grandioses Feuerwerk auf der Terrasse der Opera Garnier.


Der ganze Scheiss hat 45 Millionen Euro gekostet.

Monsieur Rainer
direkt aus Monaco


Monday, July 04, 2011
Katastrophen im Micky Mouse Staat (Satire)

Es ist etwas über 900 Jahre her, da schlich ein gefürchteter Seeräuber mit dem Namen Grimaldi aus Genua bei Nacht und Nebel an die Küste. Er stahl einem besoffenen Mönchlein seine Kutte und schlitzte den Einwohnern der armen Fischerdörfer die Hälse auf. Von da an nannte er sich Prince Grimaldi. Er raubte sich einen kleinen Landstrich zusammen und nannte es sein Fürstentum.

Von nun an gings bergab. Nach und nach verlor seine Brut eine Stadt nach der anderen an die umliegenden Gebiete, die sich im wechselndem Besitz von anderen Fürstenhäusern befanden. Im Jahre 1860 schwatzte Napoléon III. dem Grafen von Nizza, Herzog von Piemont und König von Sardinien die Grafschaft Nizza ab. Nun waren die Grimaldis von den Franzosen umzingelt. Das verhiess nichts gutes. Schon bald war das kleine Fürstentum, das nun auch noch die Städte Menton, Cap Martin, Roquebrune, La Turbie, Eze – Village und Cap d’Ail verloren hatte, restlos bankrott.

Der damalige Fürst Charles de Grimaldi sah, wie ausgerechnet in der Zeit der Pariser Commune ein Architekt namens Charles Garnier ein wahrlich einmahliges Bauwerk erstellte. Es entstand die berühmte Opera Garnier in Paris. So etwas wollte Prince Charles III. auch haben. Und so wurde eine Copie des Palais Garnier auf einem der letzten Hügel, die dem bankrotten Fürsten noch gehörte, erbaut. Gleich daneben errichtete er ein Spielcasino. Der gesamte Hochadel Europas und die Jeunesse doré, sowie zahlreiche bekannte Zocker wie Turgeniev zog es von Baden – Baden nach Monte Carlo, wie Fürst Grimaldi nun seine Zockerstube nannte. Das Principauté blühte auf. Daran konnte der erste Weltkrieg nichts ändern, denn nun kam die schmählich verjagte russische Aristokratie und ertrank ihren Kummer im neu erbauten Hotel de Paris. Sie verzockten ihre gestohlenen Millionen und profitierten von einer Besonderheit des Fürsten. Wer alles in seinen Casinos verloren hatte, bekam 50 Francs geschenkt, dass er wenigstens entweder eine Pistole oder eine Fahrkarte nach Nizza kaufen konnte.

Im zweiten Weltkrieg siedelten sich reiche Nazi – Bonzen in dem offiziell nicht besetzten Fürstentum an. Sie sorgten für den Fall, dass ihre "Nummer“ schief geht, für ihr eigenes DANACH und versenkten ihre geraubten Gold – Kunst – und Devisenschätze in dem Fürstentum. Reichsmarschall Herman Göring liess ausgerechnet durch einen jüdischen Mittelsmann einige der schönsten Hotels an der französischen Riviera aufkaufen.

Der Spuk war 1945 vorbei und Monaco wieder bankrott. Der junge Fürst Rainier war auf der verzweifelten Suche nach Geldquellen. Nun begab es sich, dass Hollywood gerade einen Film an der Côte d’Azur drehte: "Über den Dächern von Nizza“. David Niven, der auf dem nahegelegenen Cap Ferrat wohnte, vermittelte ein Treffen mit dem Star des Filmes Grace Kelly. Die war überhaupt nicht angetan von diesem kleinen fetten Sphagettifresser mit seinem auf 2 Quadratkilometer geschrumpften Operettenstaat. Doch ihr Vater erkannte seine Chance. Er war ein aus Irland gekommener zwielichtiger Bursche, der mit allerhand zweifelhaften Immobilien – und Whisky – Geschäften in der Zeit der Prohibition zu Geld gekommen war. Also suchte der ungehobelte Klotz auf einer eilig herbeigeschafften Lankarte dieses fucking Königshaus und fand es auch sofort. Aha! Marokko! Aber dieses fucking Marokko war doch nicht irisch katholisch? Seine Miene hellte sich auf, als man ihm erklärte, dass das Ding zwar ein bisschen kleiner wie Marokko ist, dafür aber in Europa liegt und streng katholisch ist.

Die Hochzeit war zwischen der nunmehr verlobten Gracia Patricia Grimadi mit dem Fürsten von Monaco war eine Seifenoper. Ich muss gestehen, ich bin dabei gewesen. Als die "Traumhochzeit“ vorbei war, kamen zuerst die Hollywood – Titanen und machten Monaco schick, dann jedoch kamen die Buchprüfer von Vater Kelly und stellten sehr schnell fest, dass der Staat so pleite war, wie eine leere Kaschemme im heimatlichen Philadelphia. Die grössten Einnahmequellen des Fürstentums fliessen in die Société des Bains des Mers SA (SBM). In seiner Not hatte der Fürst immer mehr Aktienpackete an den griechischen Reeder Ari Onassis verkauft. Der hauste zusammen mit seinem Freund Winston Churchill auf seiner Yacht CHRISTINA im Hafen von Monaco und spielte sich als wahrer Fürst von Monaco auf. Das Ding hatte sofort ein Ende. Der alte Kelly machte dem griechischen Bauerntölpel ein Angebot, das er einfach nicht ablehnen konnte und schon gehörten die Aktien der SBM wieder dem Fürsten.

Aristoteles Onassis wurde aus Monaco ausgewiesen und schipperte um das Cap Martin herum. Er ging bei einem fettigen und schmierigen vorallendingen völlig bankrotten Bistro – Besitzer an Land und besoff sich bis zur Bewusstlosigkeit. Seither ist "Le Pirat“ die angesagteste Kneipe an der ganzen Riviera. Man darf, nach dem Vorbild von Ari Onassis, nach Bezahlung der üppigen Rechnung das gesamte Inventar ins Meer werfen. Was für eine Gaudi für die Schicki – Micki – Blase an der Côte d’Azur.

Das Fürstenehepaar bekam drei Kinder. Prinzessin Caroline, Prince Albert und Prinzessin Stephanie. Caroline und Stephanie waren desöfteren verheiratet und haben auch aus diesen unglücklichen Ehen mehrere Kinder von unterschiedlichen Vätern. Die Katastrophen rissen nicht ab. Erst kam die Fürstin bei einem Autounfall auf der stark abschüssigen Strasse von La Turbie ums Leben. Die Ehen der Kinder waren eine einzige Katastrophe, doch Prinz Albert wollte oder konnte sich ums verrecken nicht für eine Ehefrau entscheiden, dabei hatte er schon zwei uneheliche Kinder, soweit man mitgezählt hat, gezeugt. Aber deren Mütter waren nicht gerade comme il faut, um es mal vorsichtig auszudrücken. Sie sehen eher aus wie Boris Becker’s Waschküchen – Affaire in London.

Also suchte man auf der ganzen Welt nach einer wirklichen Dame, die das Zeug zu einer wahren Fürstin hatte und die auch noch Lust dazu hatte, Ehefrau eines fett und alt gewordenen Fürsten eines Operettenstaates zu werden. Ob wohl Dieter Bohlen die Hände im Spiel hatte? Wir wissen es nicht. Charline Wittstock entspricht in etwa dem Bild der verstorbenen hochverehrten Princess Grace de Monaco. Sie zierte sich aber lange. Als es dann doch soweit war, wurde die Hochzeit des Jahres vorbereitet. Da tauchen wieder Gerüchte über ein weiteres uneheliches Kind des Fürsten auf. Charline hat genug. Sie schnappt ihre Klamotten und fährt zum Flughafen Nizza, um in das heimatliche Südafrika zu fliehen. Die Leibwächter des Fürsten konnten das Schlimmste gerade noch verhindern.

Also feiert man nun seit drei Tagen diese Operettenhochzeit in diesem Operettenstaat. Zuerst erfolgte die standesamtliche Trauung im Krönungssaal des fürstlichen Schlosses auf dem Rocher von Alt – Monaco. Die Familie war durch die vielen Kinder aus den vielen gescheiterten Ehen der Grimaldis so gross geworden, dass man keinen Platz im örtlichen Standesamt finden konnte.

Gestern zelebrierte dann der Bischof von Monaco Monsignore Barsi die Hochzeitsmesse. Bei der Hochzeit von Prince Rainier III. mit Grace Kelly hatte noch die Kirche auf dem Rocher ausgereicht. Gestern kam soviel "Hautevollaile“ aus dem sogenannten europäischen Hochadel, soviel Staatspräsidenten und soviel Schicki – Micki – Volk zur Hochzeit, dass man den Innenhof des Palastes just zur Kathetrale umfunktionierte. Das wichtigste an einer Hochzeit ist nicht die religöse Zeremonie. Die langweilt. Nein, wichtig für die angereiste Brut ist sehen und gesehen werden. Die Könige und Fürsten Europas zwängten sich in ihre Fantasieunformen, hängten sich reichlich Orden um den Hals und auf die Brust, die sie sich nie verdient hatten und latschten mit ihren aufgetakelten Weibern den roten Teppich entlang zur Prozedur. Der belgische König verlor unterwegs seinen Spiess, Verzeihung seinen Degen, aber das ist man ja gewohnt bei den Belgiern. Frankreichs Kampfdackel Nr. 1 quälte sich in seinen Stöckelschuhen durch die Gaffer, die keinen Finger rührten, um ihm den gebührenden Applaus zu spenden. Bernadette Chirac wurde dagegen mit frentischem Applaus gefeiert. Der deutsche Bundespräsident sah aus wie ein versprengter Religionslehrer und fiel nicht weiter auf. Aber Karl Lagerfeld stolzierte gewandt über den Teppich und mokierte sich nicht darüber, dass das Brautkleid von Armani und nicht von ihm geschneidert wurde. Er meinte nur über die Weiber lästern zu müssen, die sich aufgetakelt hätten, als wäre hier das Pferderennen von Ascot.

Als die Prozedur endlich zu Ende und keiner der Gäste in der schwülen Luft des Innhofes des Schlosses in Ohnmacht gefallen war, erschien dann das Brautpaar auf dem Vorplatz des Schlosses. Die neue Fürstin lächelte gequält und drückte dem Bräutigam den lange erwarteten Hochzeitskuss auf den Unterkiefer. Was soll‘s, sie hat halt nicht getroffen. Um der Bevölkerung zu zeigen, wie modern man in Monaco ist, schaffte man einen Lexus Hybrid an, sägte das Dach ab und schon heisst die Hochzeitskutsche Lexus Hybrid Landaulet. Die Kapazität der Kiste reicht auch für die 2 Quadratkilometer des Fürstentums vollkommen aus. Man fuhr zur Kirche Saint Devot, um den Brautstrauss abzulegen. Spätestens da muss der nun geadelten Fürtin Charlène Grimaldi eine Stalllaterne aufgegangen sein. Sie brauch in Tränen aus, ein Weinkrampf schüttelte sie. Der Fürst, ganz Geldeman fuhr sie an: " Calme toi! " Diesen Begriff benutzen eigentlich Ganoven, die gerade eine Bank ausrauben, um die Angestellten der Bank ja nicht dazu zu verleiten, die Alarmanlage auszulösen.

Der Fürst zwängte seinen Schmerbauch wieder in das Landaulet, immer darauf bedacht, dass seine weisse Operettenuniform, die einem Hotelpagen nachempfunden war, nicht zerknittert wird und er nicht eine seine vielen sich selbst verliehenen Orden verliert. Die Fahrt ging zurück ins Schloss, man ging pinkeln und sich herrichten für den Abend. Der verlief ganz gemütlich. Man speiste auf der Dachterasse des l’Hermitage. Der berühmteste Koch Frankreichs, Alain Ducasse, erdreistete sich, seinen Namen für diesen hässlichen Fisch herzugeben, der nun für 700 Euro serviert wurde. Die Racasse ist schon im Meer als Raubfisch gefürchtet, auf dem Teller erst recht. Wer die vielen Gräten überlebt und nicht daran erstickt ist, feierte dann noch ein grandioses Feuerwerk.

Der ganze Scheiss hat 45 Millionen Euro gekostet.

Monsieur Rainer
Sunday, July 03, 2011
Medien

In Frankreich ist eine Vielzahl von Geiselnahmen von reputierten Journalisten in Krisengebieten zu verzeichnen. Soeben erst wurden zwei meiner Kollegen von Reporters sans frontiéres nach 547 Tagen Geiselhaft in Afghanistan befreit. Die Regierung behauptet, dass angeblich kein Lösegled geflossen sei, insofern muss ich seriöserweise meinen Blog SOLIDARITÄT von gestern korrigieren. Ich habe keine offizielle Bestätigung für meine Behauptung, dass 10 Millionen Euro geflossen sind. Es sind also nur Gerüchte.

Hier eine Liste der gedkidnappten französischen Journalisten der letzten Jahre:

Ghesquière und Taponier ( France 3) Geiselhaft 18 Monate
Kaufmann (Donnerstag – Journal) Geiselhaft 3 Jahre
Comea (Antenne 2) Geiselhaft 10 Monate
Fleutlaux (Photoreporter) Geiselhaft 255 Tage
Aubenas (Libération) Geiselhaft 157 Tage
Chesnot und Malbrunot (Le Figaro) Geiselhaft 124 Tage
Rochot und Hansen (Antenne 2) Geiselhaft 105 Tage
Le Garrec (France 2) Geiselhaft 74 Tage

Quelle: Reporters sans Frontiéres

Woran liegt es, das ausgerechnet französische Journalisten so oft in die Hände von Terroristen fallen und als Geiseln genommen werden? Sind sie weniger professionell, sind sie zu blauäugig? Sind sie einfach nur Hassardeure, die alles tun, um eine Nachricht zu bekommen, unter Vernachlässigung jeglicher Vorsicht? Das kann es nicht sein, denn allee Reporter waren militärisch gut ausgebildet und verfügten über grosse Erfahrung für die Arbeit in Krisengebieten. Wir werden für unsere Einsätze speziell geschult und mit einem hervorragenden Equipement des französischen Verteidungsministerium ausgerüstet. Wir bekommen Schutzwesten, Stahlhelme, Überlebensset und GPS – Sender.

Es ist unzweifelhaft, dass französische Journalisten hochqualifiziert sind. Die meisten sind Absolventen grosser Universitäten, haben Journalismus, Arabismus und Geschichte studiert. Alle oben genannten Journalisten arbeiten für grosse Sender oder angesehene Zeitungen. Sie wagen sich in die vordersten Krisengebiete in Afrika, im Maghreb, in Libyen, in Ägypten, Sudan, Syrien, Irak, Iran und Afghanistan. Der französische Leser und Zuschauer der Sender wird täglich mit Reportagen aus allen Krisengebieten der Welt aus erster Hand versorgt und kann sich selbst ein Urteil über Sinn und Unsinn eines Kampfeinsatzes oder eines Bürgerkrieges machen.

Auch Deutschland verfügt über mutige und hochkompete Journalisten. Dr. Antonia Rados ist zwar Österreicherin und lebt in Paris, sie hat sich jedoch noch nie gescheut, in die gefährlichsten Regionen der Welt zu reisen und mitten aus den Kampfgebieten zu berichten. Ihre Reportagen sind jounalistische Leckerbissen. Dafür wurde sie erst neulich ausgezeichnet. Es gibt noch weitere mutige deutsche Journalisten, die ich kenne und sehr schätze. Sie leiden jedoch oft unter dem Diktat ihrer Chefredakteure, dies zu zeigen und jenes zu unterlassen.

Warum? Weil sich in Deutschland heimlich still und leise eine ungesunde und die Demokratie gefährdende Pressekonzentration vollzogen hat, die nur das berichten darf, was der Konzernchef für politisch opportun hält. Die Medienzaren verfolgen politische Absichten, sind keine Jorunalisten und nur ihrem merkantilen Interesse und ihrer politischen Weltanschauung verpflichtet. Es werden also weniger Fakten berichtet, sondern Meinung gemacht für die eine oder eine andere politische Richtung.

Und nun frage ich das Bundeskartellamt, ob die Medienkonzentration in der Hand von maximal vier bis fünf Konzernen nicht im höchsten Masse wettbewerbsverzerrend ist? Ist diese Konzentration der gesamten veröffentlichten Meinung nicht ein Fall für die Kartellwächter? Müssen die Medienkonzerne nicht zerschlagen werden, um die Demokratie und das Recht auf freie Meinungsäusserung zu schützen?

Monsieur Rainer

Friday, July 01, 2011